Latest / Sitzfleisch / #249 - TCRNo11: Sensationsmann Martin Moritz bei Straps und Flo
Transcript
- 0:00Herzlich willkommen bei Sitzfleisch, dem Podcast aus dem tiefen Stand-by-Modus mit Christoph Strasser und Florian Kraschitzer.
- 0:11Ja, tiefer Stand-by-Modus, wir haben vorhin gerade gewitzelt.
- 0:24Und es geht jetzt direkt nach herein, ein bisschen wie Apps auf dem Handy, wenn du gefragt wirst, ob du das ins tiefe Stand-by versetzen wirst.
- 0:33Weil du das schon so lange nicht mehr benutzt hast und das gilt eigentlich für alle mentalen und physischen Funktionen, die über Schlafen und Klogen hinausgehen. Die werden alle nicht benutzen.
- 0:46Ja, wir sitzen nicht am Strand in Konstanzer, wir wollten eigentlich heute am Strand aufnehmen, es ist unglaublich schön hier, aber heute ein bisschen windig.
- 0:54Und jetzt sitzen wir auf der Terrasse bzw. im Innenhof, in einer Weinlaube.
- 1:00Ja, Form-Appartments vom Martin. Genau, den meisten von euch jetzt wahrscheinlich vom Dot-Watschen bekannt als M/M, also den Dot habe sicher beobachtet.
- 1:15Und ja, wir werden jetzt ein bisschen mit ihm über sein TCR quatschen, über seine Ultra-Karriere ein bisschen, wir haben ja schon einmal mit ihm gesprochen.
- 1:24Aber nur ganz kurz vor dem Racer-Round Austria. Nur ganz kurz und ja, und dann die nächsten Wochen werden wir ganz ausführlich über unsere beiden Rändern sprechen.
- 1:34Genau, und wir möchten jetzt erst einmal Danke sagen, dass ihr alle, die uns zuhört, jetzt treu geblieben seid.
- 1:39Also zwei Wochen geben wir mit Re-Uploads von öteren Episoden, die finden wir der gute Tour-Past-Home und eigentlich hätten wir noch eine Woche Pause uns vorgenommen, aber wir erwachen bereits schon ein Wochen früher aus dem tiefen Stand-By.
- 1:56Weil wir uns einfach die Chance nicht entgehen lassen wollen, mit Martin zu plaudern, bevor wir alle wieder nach Hause reisen.
- 2:03Und daher, Martin, scheint, dass du Zeit hast.
- 2:08Vielen Dank, dass ihr euch die Zeit nehmt und herkommt.
- 2:11Ja, danke, dass du uns so fein bewirtest.
- 2:14Bier habt ihr, gell? Bier, Kaffee.
- 2:17Ja, alkoholfreies Bier.
- 2:19Vielleicht zu mir nochmal anbrosten.
- 2:21Auf jeden Fall.
- 2:22Cheers.
- 2:23Cheers.
- 2:24Prost.
- 2:25Darf man sagen, dass das, was du da jetzt die letzten elf Tage gefahren bist, eine absolute Sensation war oder ist das irgendwie insofern nicht ganz gerecht?
- 2:36Weil es für dich selber vielleicht gar keine Sensation war und du schon damit irgendwie gerechnet, gehofft, gelieb, eugelt hast oder dir das als Zielnummern hast?
- 2:44Weil ich mein zweiter Blotz, es wären auf Ultra-Seitlin-Bewerbe keine Wetten ausgeschrieben, aber ich glaube bei den Buchmachern hätte man gut den Quoten gehabt.
- 2:54Also ich glaube, ich bin nur da, weil ich eigentlich mit der Vienna-Crew oder von der Vienna-Crew seit Jahren ausgelacht werde, dass ich es immer noch nicht zu euch in den Podcasten geschafft habe.
- 3:03Ich versuche seit Jahren die lustigsten Geschichten zu sammeln.
- 3:06Im letzten Rennen wurde ich von der Polizei kontrolliert mitten in der Nacht und die haben mich tatsächlich pusten lassen, weil sie mich für eine besoffenen Sandbagge halten haben.
- 3:15Sie waren dann ganz verdattert, dass ich 0,0 pro Mill hatte und dann bin ich durch irgendwelche Wasserfälle gestapft, da habt ihr schon ausführlich drüber geredet beim anderen Rennen.
- 3:26Aber trotzdem wolltet ihr mich nicht einladen und dann habe ich mir gedacht, jetzt muss ich halt einfach mal ordentlich draufdrücken.
- 3:32Und der zweite Grund ist, wie Robert Müller sagen würde, ihr seid selber schuld, ihr habt so viel von euch gelernt.
- 3:41Und ehrlich gesagt nicht nur von euch, sondern während des Renns, das waren so viele schöne Momente,
- 3:48wo ich einfach immer wieder gemerkt habe, dass so viel Erinnerung und Erfahrungen hochgekommen sind mit gemeinsamen Freunden, mit Ausfahrten,
- 3:57mit Situationen, die mich dann durch diese Situation getragen haben, ob es die Gravel-Passagen waren.
- 4:02Ich glaube, ich sehe das ähnlich wie du, Straps oder vielleicht wie ihr beide.
- 4:05Ich bin absoluter Rody und tue mir auf Gravel echt sehr, sehr schwer.
- 4:09Und wenn ich da überall die Gravel-Passagen gefahren bin, habe ich an diverser Ausfahrten mit Freunden gedracht, die mir gezeigt haben, wie man die perfekte Linie findet.
- 4:17Als ich durch die Nacht gefahren bin, habe ich an den Robert gedacht, der mir schon im Vorfeld psychologisch mich fast schon darauf hin getrimmt hat,
- 4:25wie das Morgengrauen ausschauen wird, ab wann die Sonne aufgeht, was eine halbe Stunde vor dem Sonnenaufgang passiert.
- 4:31Und so habe ich wirklich schön viele Freunde mit einbinden können, für mich zumindest, im Rennen.
- 4:38Und ja, bin da sehr glücklich darüber, dass ich das im Vorfeld erleben durfte schon.
- 4:43Ich bin Florian McFrogt, ganz ehrlich, wo es kennen wir dem Martin Zuhl dran, gell?
- 4:50Weil ich kennt ihn natürlich schon und jetzt war es einiges von dir.
- 4:56Und das, was ich von dir gewusst habe, war, du hast einige absolute Glanzlichter.
- 5:03Du hast das aber noch nicht ganz vom Start bis ins Tüso richtig konstant durchgezogen.
- 5:08Du hast entweder einen wahnsinnig guten Startkörper, wahnsinnig gutes Finish,
- 5:11aber irgendwo waren immer so kleine Phasen drin, wo es dann einfach nicht so richtig gut gelaufen ist.
- 5:17Flor, du hast erzählt, du warst ja gemeinsam beim Three Peaks.
- 5:20Genau, und wir waren bis in der fünften Nacht, da haben wir uns, glaube ich, ein Hotelzimmer geteilt, irgendwo in den französischen Bergen.
- 5:29Nein, ich glaube, das hast du falsch in Erinnerung.
- 5:32Wir haben uns in den Schweizer Alpen das letzte Mal gesehen.
- 5:35Genau, stimmt, das Hotelzimmer.
- 5:38Und plötzlich bist du dann aber noch auf Platz drei vorgefahren, glaube ich?
- 5:43Ja, das war, also Three Peaks, das war eines der schönsten Rennen, was ich immer jetzt gefahren bin.
- 5:48Miserable ein Start, also Christoph, was du sagst, trifft absolut zu.
- 5:51Ich hatte bisher häufig, habe ich am Anfang verbockt, habe vor allen Dingen die erste Nacht verbockt,
- 5:56oder beim Three Peaks letztes Jahr hatte ich ziemlich ein Magenproblem am ersten Tag
- 6:00und habe dann hinten raus, ja, es pusht natürlich, wenn man nach und nach Leute einsammelt,
- 6:05und wenn man merkt, physisch geht es einem gut, und es geht Tag um Tag,
- 6:09vielleicht nicht unbedingt besser, aber es geht nicht schlechter.
- 6:11Und so habe ich das natürlich unglaublich genossen.
- 6:14Und auch wenn ich von der Statue definitiv kein Bergfahrer werde,
- 6:17letztes Jahr beim Three Peaks der Stuftsparkur, ich glaube es waren 10.000 Höhenmeter,
- 6:20wenn ich mich recht erinnere, diese Bergerlebnisse, die Belohnung oben am Gipfel, die Abfahrt,
- 6:26das sind einfach mit die schönsten Erlebnisse, und da konnte ich da nochmal ordentlich draufdrücken,
- 6:31und dann natürlich mit der Karotte vor den Augen, dass da das Podium noch möglich war,
- 6:36war es hinten raus, dann irgendwie auch leichter sich zu motivieren.
- 6:40Und ja, ich bin vor ein bisschen abgeschwiffen. Es stimmt schon, ich glaube bisher gab es keinen Rennen,
- 6:45kein längeres Rennen, wo wirklich viel gelackt gelaufen ist, wo ich wirklich das abrufen konnte,
- 6:51was ich eigentlich geglaubt habe, dass ich es kann, weil ich immer entweder die erste Nacht verbockt habe
- 6:56oder sonstige Probleme hatte, und man kann, glaube ich, getrost sagen,
- 6:59dass ich bis Bari völlig über meinen Verhältnissen gefahren bin, also komplett außerhalb meiner Liga,
- 7:05aber ich war so driven, würde man im Englischen sagen, so fanatisch, diese Fähre zu packen,
- 7:12und ich habe mir einen Plan gemacht, und dieser Plan war, Sonntagabend die Fähre zu machen,
- 7:16und ich habe keinen Plan B gehabt, und ich habe die ersten Stints, die ersten Tage liefen besser als erwartet,
- 7:22und hinten raus bin ich dann schon ein bisschen langsamer geworden, ihr kennt, dass alle Abläufe in den Pausen,
- 7:28Strafen gehen, wieder aufstehen morgens, die Handgriffe, alles dauert länger, alles kostet ein bisschen mehr Zeit,
- 7:33aber ich wusste, nach der Assietta, nach der Höhenstraße, jetzt ist die Fähre möglich,
- 7:41und da gab es nichts anderes mehr in meinem Kopf.
- 7:44Also du hast von vornherein gesagt, Sonntag 23.59 Uhr, oder Mitte Nacht sozusagen, ist dein Plan?
- 7:53Definitiv, ich glaube, für mich geht es noch ein bisschen weiter zurück,
- 7:57nach dem Zeitpunkt, wo die Strecke veröffentlicht wurde, und ihr Podcast gelästert habt.
- 8:02Die scheiß Fähre, und ich habe nur gesagt, ich stehe dazu.
- 8:06Die Fähre, ich liebe es. Taktische Elemente in einem Ultra-Rennen.
- 8:11Ich bin mit vielen Freunden von der Vienna Crew seit drei Jahren das Grand Gwanche gefahren,
- 8:15ein kürzeres Ultra, ein sogenanntes Audax, wo man auch in der Gruppe fahren darf,
- 8:20aber wo man auch Fährenjagd geht gewissermaßen, und wo man vier...
- 8:23Fünfkanarischen Inseln?
- 8:24Genau, fünfkanarische Inseln.
- 8:26Drei Versionen, wir sind bisher nur die Straßenversionen gefahren.
- 8:28Einer nach der anderen abklappert und immer zwischendurch die Fähren nimmt.
- 8:31Und da bin ich auch schon mal ziemlich eingefahren,
- 8:33und beim Fährhafen mit Marion Estelberger angekommen,
- 8:35und vor uns hat die Fähre gerade die Luke zugemacht und ist davon gefahren, obwohl wir pünktlich waren.
- 8:40Also es sah auch schon mal anders aus.
- 8:43Aber dieses Element, finde ich, macht das Ganze nochmal zu einem größeren Erlebnis.
- 8:49Und deswegen war für mich klar, ich werde mich fürs TCA anmelden, insbesondere wegen der Fähre.
- 8:57Vielleicht noch mal zurück zu den Rennen, die nicht perfekt gelaufen sind.
- 9:00Also es ist natürlich unglaublicher Podium beim Three Peaks.
- 9:04Du hast auch heuer beim Unknown Race am Podium gefinischt, mit einem Nicht-Am-Find.
- 9:09Na, ich habe einen ziemlich aufholjagd gestartet,
- 9:12und ich bin absolut zufrieden mit dem Finish und wie das gelaufen ist.
- 9:17Und mit den Leuten, die ich dann auch da kennenlernen habe dürfen,
- 9:20aber da hat der Riccardo Cujá noch vier Minuten vor mir gefinischt.
- 9:23Also ich habe ihn am Schlussberg gejagt ohne Ende.
- 9:26Und es war wunderschön. Es war Ostersamstag und alle Radfahrer sind rausgekommen.
- 9:31Und das Finish war praktisch oben am Berg.
- 9:34Und ich bin unten reingefahren in den Berg und wusste, ich habe 20 Minuten Abstand.
- 9:39Der Berg hatte, ich glaube, 800 Höhenmeter circa.
- 9:42Und ich hatte nichts mehr zu verlieren.
- 9:44Ich hatte ordentlich Power.
- 9:46Ich hatte noch ein paar Gils, die ich mir reingezogen habe, und habe reingetreten ohne Ende.
- 9:50Und vor mir war ein Radler nach dem anderen.
- 9:53Und ich habe immer gehofft und immer versucht zu erspähen, ob da der Riccardo ist,
- 9:56ob da irgendwo eine Bikepacking-Tasche am Radl ist.
- 9:58Kurve um Kurve habe ich nach oben geschaut, da ist er, da ist er, den hole ich mir.
- 10:02Ja, war dann doch wieder ein Hobby-Radler, der irgendwie eine gemütliche Samstagsausfahrt gemacht hat.
- 10:07Und so bin ich von Radler zu Radler gespintret.
- 10:10Und als ich gerade oben ankam, stand er dort, hat sich die Jacke zugeknüpft
- 10:14und bereit gemacht für die Abfahrt.
- 10:16Und ich bin ganz knapp vier Tage geworden, aber alles Gute.
- 10:19Die Abfahrt war neutralisiert, gell?
- 10:21Und oben war quasi die Ziele aus Sicherheitsgründen, dass man in der Abfahrt nichts mehr riskiert.
- 10:26Genau, aber dieses Finish ist uns beidem in Erinnerung geblieben.
- 10:30Das war unglaublich stark da am letzten Tag von einem echten, harten Unknown Res.
- 10:35Du bist auch davor, also da bist du uns das erste Mal, da haben wir kurz vor am Start mit dir gesprochen,
- 10:43das Resurrent-Ausdruck fahren.
- 10:45Das war damals...
- 10:47Das übrigens kurze Grätsche von der Seite jetzt gerade begonnen hat, gell?
- 10:51Also wie er dort wird schon vermisst, Resurrent Austria.
- 10:54Läuft gerade, ja.
- 10:55Läuft gerade, ja.
- 10:56Unglaublich tolle Veranstaltung.
- 10:58Das war damals der erste Sodor-Rennen, oder?
- 11:01Erst war das erste wirklich langen Sodor-Rennen.
- 11:04Ich bin die Resurrent Austria Challenge vorher gefahren und auch mal Keindorf 24.
- 11:10Einmal im Pärchen, als im Duo.
- 11:12Das haben wir auch gewonnen ein Jahr davor.
- 11:14Und einmal alleine.
- 11:16Das war unmittelbar von Resurrent Austria, genau.
- 11:19Resurrent Austria, da warst du ja recht ambitioniert, also...
- 11:23Sie sind sehr schnell.
- 11:24Sehr schnell.
- 11:25Und das hat mich beeindruckt.
- 11:27Wir haben uns damals das erste Mal gesehen vom Start und du warst sehr selbstbewusst eine Ansage gemacht.
- 11:33Aber es ist leider nicht ganz aufgehangen, oder?
- 11:36Ja, beim Resurrent Austria muss ich ganz ehrlich sagen, ich glaube, da habe ich mich zum einen ein bisschen übernommen,
- 11:40bin ein bisschen zu schnell angegangen.
- 11:42Hab bestimmt auch ein bisschen Pech vom Wetter gehabt, aber gut, das gehört einfach zu einem Rennen dazu.
- 11:47Und ich bin da als einziger im Startblog mit Philipp Keider gefahren und das hat mich natürlich schon angespornt.
- 11:53Und im Vorfeld sind auf einmal die Medien auf mich zugekommen und haben Interviews gewollt.
- 11:58Ich war in Zeitungen und ich wusste gar nicht, wie mich geschieht.
- 12:01Es lag eigentlich nur daran, dass ich im gleichen Startblog gestartet bin wie der Philipp Keider
- 12:05und halt die Ambition hatte, unter so und so viel Stunden zu finnischen.
- 12:08Schon in erster Linie riechnen, dass du sehr demütig warst und dass du die vor allem als Teamplayer quasi geoutet hast.
- 12:18Du freist die unglaublich auf die Erfahrung mit dem gesamten Team und so.
- 12:22Ja, das ist schön, dass du das so in Erinnerung hast.
- 12:25Mein Team hat mir jetzt gerade auch wieder geschrieben und das war auch ein, ich habe ja vorhin erwähnt,
- 12:30dass so viele Erinnerungen hochgekommen sind.
- 12:32Und das war jetzt auch eine Sache, die mir immer wieder während des TCA hochgekommen ist.
- 12:36Dass ich natürlich irgendwo auch zeigen wollte, dass das damals nicht völlig ungerechtfertigt war
- 12:43und dass das Team damals nicht ungerechtfertigt das Vertrauen in mich gesetzt hat
- 12:48und ich dem Team irgendwie auch was zurückgeben wollte.
- 12:50Und es ist jetzt zwei Jahre her.
- 12:52Ich bin damals gescheitert, ich bin krank ausgestiegen, ich lag danach ein paar Tage wirklich flach.
- 12:57Aber das war natürlich ein sehr, ja, sehr bitteres Erlebnis, da das Ende noch nichtmals mitzuerleben.
- 13:03Dass ich da nicht um den Sieg mitfahren konnte, das war mir eigentlich klar.
- 13:06Aber dass ich das zumindest finish und in der Zeit, mit der ich und vor allem mein Team auch zufrieden ist,
- 13:13das war natürlich schon der Anspruch.
- 13:15Und damals haben wir sogar einige Sponsoren gefunden und gesucht und haben das wirklich groß aufgezogen.
- 13:21Und dann natürlich zu scheitern und sich irgendwo auch verantwortlich dafür zu fühlen.
- 13:26Und das war natürlich, das sah es schon, definitiv.
- 13:32Wie bist du dann zurückgekommen, dass du dich wieder motiviert hast?
- 13:38Ja, ich glaube viel durch, wirklich durch Freunde, durch gemeinsame Ausfaden und durch die Anmeldung zum nächsten Rennen.
- 13:45Was dann, glaube ich, wieder das nächste Grand Gouwansch war im Folgejahr, genau.
- 13:50Also, dementsprechend letztes Jahr, 2/24. Und da möchte ich Roman Nagela und Tobias Gorscher vorheben.
- 13:57Wir haben im Vorfeld uns gegenseitig immer wieder gepusht, haben uns gezeigt, wie wir trainiert haben.
- 14:03Haben natürlich gegenseitig nicht zurückstecken wollen im Winter auf der Rolle.
- 14:07Oder in Wien kann man ja auch fast das ganze Jahr über durchfahren, eigentlich, weil es doch sehr mild ist.
- 14:12Haben wir dann wirklich schon im November, Dezember angefangen, fleißig zu trainieren.
- 14:17Und dann sind wir ins Grand Gouwansch gestartet und da gab es dann mein nächstes DNF.
- 14:22Da bin ich wieder, da bin ich sogar krank an den Start gegangen, ein Tag vorher ziemlich krank geworden.
- 14:26Und wollte es unbedingt wissen, wie ein kleiner, naieber Junge.
- 14:30Und hab dann leider wieder scratchen müssen.
- 14:32Und ja, trotzdem war ich dann irgendwie angemeldet für weitere Rennen unter anderem den Street Peaks.
- 14:39Und das war dann wirklich eines der größten Highlights bis jetzt.
- 14:45Ja, total interessant und faszinierend zu hören, dass das doch einige Rückschläge schon da waren.
- 14:53Und das ist nämlich immer die Situation, dass man trotzdem irgendwie das Vertrauen in sich selber nicht verliert.
- 15:01Und einfach trotzdem weiterhin dran glaubt, es ist möglich.
- 15:05Ich bin nicht zu schwach oder ich bin nicht einfach nicht geeignet dafür.
- 15:09Ich glaub weiterhin dran, ob am nächsten Mal wird's klappen, weil du hast dir gewusst, dass du schnell sein kannst.
- 15:15Voll, und ich hab auch die Lust am Radfahren verloren.
- 15:18Und ich hab die Lust am Radfahren auch bekommen durch vor allen Dingen soziale Ausfahrten wieder.
- 15:23Und durch gemeinsame Projekte, durch ein neues Ziel, was man sich steckt.
- 15:28Und da möchte ich euch noch ein bisschen hoch nicht ums Maul schmieren, Flo.
- 15:32Du hast in Santiago de Compostela, ich weiß nicht, ob du dich erinnerst kurz vorm Start.
- 15:36Und ich hab mir leider seinen Namen nicht gemerkt, aber das war wirklich ein prägendes, kurzes Erlebnis.
- 15:42Da kam ein junger Fahrer zu uns, wir stand dort in der Gruppe und er sagte, hey Flo, ich wollte dir noch mal danken, euch beiden.
- 15:50Christoph, du warst ja gar nicht da für euren Sitzfleisch Podcast, weil genauso wie ich, hat er auch schon seit Jahren zugehört und hat gelernt.
- 15:59Und ihr habt das Ganze bringt einem das einfach näher und nahbar und macht das, holt diese unglaublichen Distanzen und diese unglaublichen Erfahrungen,
- 16:09die vielleicht unvorstellbar sind, wenn man das nur von außen betrachtet oder vielleicht auch nur die Dott sich anschaut, auf eine realistische Ebene runter.
- 16:16Und er hat gesagt, wegen euch bin ich hier und wenn es euch nicht geben würde, würde ich das Rennig mitfahren.
- 16:21Und ja, das kann ich zu großen Teilen nur zurückgeben.
- 16:25Ich habe durch euch viel gelernt, ich habe durch Freunde sehr viel gelernt und dadurch ihr vermittelt ja nicht nur, wie man es fahren kann, sondern auch die Freude daran.
- 16:34Und ich hoffe, dass ich heute einen kleinen Beitrag dazu leisten kann.
- 16:37Ja, ich bin eher dafür, dass wir unseren Podcast bald einstellen, weil wenn das jetzt dann so wird, dass unsere Hörer uns abhängen, dann müssen wir das Konzept nochmal überdenken.
- 16:47Nein, aber ernsthaft, das ist natürlich für uns immer eine unglaubliche Freude.
- 16:52Und vor allem jetzt gerade tatsächlich direkt bei so einem Rennen, weil wir möchten uns heute auch bedanken für viele, viele Nachrichten und Zuschriften,
- 17:00wenn wir halt Feedback kriegen, dass jemand zum Radelfahren wieder anfängt oder mit Bikepacking überhaupt anfängt.
- 17:06Aber selbst, dass man dann zu so einem Rennen hinkommt und wir da vielleicht ein bisschen mithelfen haben können, ist schon eine sehr, sehr große Freude.
- 17:14Und ja, für solche Feedbacks und für solche Wirkung erheben wir uns auch gerne aus dem tiefen Standby in sozusagen Urlaub oder direkt in der Müdigkeit nach dem Rennen.
- 17:34So müde schauen sie gar nicht aus.
- 17:37Woher für dich nach dem Three Peaks der nächste logische Schritt des Transkontos war das für dich klar, dass du dich anmelden wirst oder hast du auf die Strecke gewartet oder auf andere günstige Umstände oder war das eine spontane Aktion oder wie ist es zur Anmeldung kommen?
- 17:58Also ich bin aus dem Three Peaks ja auf einem ziemlichen High rausgegangen, weil ich hinten raus nochmal richtig beschleunigen konnte und mir gedacht habe, hey, wenn das Rennen jetzt noch drei Tage weiter geht, das wäre genau mein Ding gewesen.
- 18:09Und natürlich ist dann, dann habe ich geschaut, was gibt es noch längeres, was gibt es, wo ich vielleicht noch mehr an meine Grenzen über meine Grenzen hinausgehen muss und über die Grenzen bin ich jetzt gegangen, definitiv.
- 18:24Also ja, es war irgendwo der Vollgeschritt.
- 18:28Wenn ich gewusst hätte, was das für ein Aufwand mit sich bringt, Streckenplanung, Feuerversicherung, Reinschicken, Einschicken und so weiter und so fort, dann hätte ich das vielleicht nicht so leichtfertig gesagt, aber ich bin froh, dass ich den Weg gegangen bin.
- 18:41Ich bin auch umso froh darüber, dass ich den Weg nicht alleine gegangen bin.
- 18:45Der Feldbaumer und Christoph Pernsteiner, zwei gute Freunde von mir sind das Rennen auch mitgefahren und das hat natürlich das Ganze wieder irgendwie erleichtert, weil man nicht alleine drin steckt.
- 18:56Ich meine, man kennt mittlerweile ein, zwei Fahrer, die da mitfahren.
- 19:00Ich habe jetzt auch euch kennenlernen dürfen im Vorfeld, aber natürlich, wenn man mit Freunden guten Freunden fährt und das weiß, man kann es im Nachhinein die Erfahrung teilen und auch verarbeiten, dann ist dieser Schritt auch deutlich leichter.
- 19:14Und ja, die Fähre kam und das größere Rennen, also das war für mich der folgerichtige Schritt dieses Jahr, Transconti, perfekt.
- 19:22Ohne diese, müssen wir jetzt raus piepsen, Fähre, wäre es das aber trotzdem gefahren, oder?
- 19:30Ja, wahrscheinlich schon, aber die Fähre hat das definitiv erleichtert, oder?
- 19:36Ja, du hast es erwähnt, dass er die ganze Anmeldung, die ganze Prozedur und bis man dann tatsächlich seinen fixen Startplatz hat, das ist ein recht bürokratischer Aufwand, da steckt man schon recht viel rein, ohne überhaupt noch ans Radelfahren gedacht zu haben.
- 19:51Wie bist du dann und dann geht es richtig ins Eingemachte, die Routenplanung angangen, hast du dir was Spezielles überlegt, hast du einfach Punkt A und Punkt B in Komot eingeben und gedacht, wird schon werden, oder hast du mit verschiedenen Tools gearbeitet, hast du das ganze Kleinteil geplant oder große Etappen?
- 20:13Also ich war schon ziemlich überfordert, weil es einfach schon eine riesen lange Strecke ist und man, ich wollte schon mit dem Anspruch ran gehen, dass ich, ja, ich wollte eine schöne Strecke haben, aber ich wollte schon die zügigste Strecke haben, ich wollte nichts unnötig verschenken, ich wollte keinen Sightseeing machen, wie mein Vater es mir empfohlen hat, aber ich wollte keine extra Kilometer machen oder keine extra Kilometer ohne Höhenmeter zu sparen.
- 20:40Und dann hat man natürlich schon den Anspruch, irgendwie auch die beste Software zu finden, im Rahmen des anderen Rends habe ich festgestellt, dass Komot vielleicht nicht immer die beste Wahl ist, sonst wäre ich vielleicht auch nicht im Wasserfall gelandet.
- 20:53Ich habe verschiedene Softwares benutzt, aber vor allen Dingen, ich glaube, das ist auch nichts Neues für euch, Bike Router, finde ich, hat eine unglaublich mächtige Engine oder Algorithmus, ich kenne mich da nicht so aus, und Strava Heatmap sind schon die beiden Tools, mit denen ich das meiste geplant habe.
- 21:11Und dann habe ich es einfach unterteilen müssen, zwangsläufig, zwischen den Checkpoints, bzw. ein paar Kurs, und habe step by step die Dateien geplant und sie dann wiederum, ja, dann musste man sie wieder mit der Banned Road, mit der Banned Map vergleichen, also mit den Straßen, die vom Veranstalter gesperrt wurden, habe das Ganze also nochmal in andere Software gezogen, bzw. auf Bike Router konnte man ja über eine KML Datei, glaube ich, die Banned Roads von Google importieren.
- 21:40Damit hat man zumindest so No Go Areas einbauen.
- 21:43Ja, aber die muss man ja manuell definieren, das war, also ich habe das relativ, ja, war relativ viel Arbeit und dann, auch dann wusste man nicht, deswegen hatte ich bis zum Start eigentlich, oder bis im Rennen, eigentlich Sorge, dass mein Router definitiv nicht die beste ist.
- 21:58Im Rennen habe ich dann gemerkt, dass ich eigentlich mehr hätte mehr vertrauen können, weil ich bin recht zufrieden mit der Route.
- 22:04Über Bike Router hätte ich gerne mal mehr gesprochen, weil ich finde, das ist ein extrem, extrem spannendes, diese Plattform.
- 22:11Hast du da einfach ernst, die verhandenen Profile quasi ausgewählt?
- 22:15Rennrad, Rennrad schnell, Rennrad wenig Verkehr, Velomobil, Moped oder so, das kann ich nicht empfehlen.
- 22:21Das war mein Unknown Race Setting, das war nicht gut.
- 22:25Oder hast du da sogar was Individuelles gebaut oder kannst du ja auch für dich selbst irgendwie einstören, wie, um welchen Preis möchtest du Höhenmeter vermeiden oder wieviel Kosten dir quasi Höhenmeter, wobei das ist nicht mehr ganz so selbst Erklärung, da muss man ziemlich tief eintauchen.
- 22:39Genau, also ich habe mich damit auch gespielt, ich habe die klassischen Sachen Rennrad, Rennrad sehr schnell und so was kann man ja, glaube ich, in Profilen auswählen.
- 22:46Das ist ja, basiert ja, glaube ich, auf der B-Router-Plattform, aber letztendlich, ja, ich glaube, ich habe sehr viel mit dem Velomobil, ist das richtig, Velomobil geplant.
- 22:58Das ist sehr flach hier, genau, sehr flach.
- 23:00Aber auch da konnte man sich ja Optionen auswerfen lassen, 1, 2, 3 oder 0, 1, 2, 3, glaube ich sogar, also vier Optionen plus, oder zusätzlich habe ich gemerkt, dass das sehr abhängt davon, wo man sich bewegt.
- 23:13In Spanien zum Beispiel war Bike-Router, glaube ich, sehr solide und hat häufig die schnelle Version genommen und nicht durch irgendwelche kleinen Ortschaften geroutet, wohin Strava Heatmap zum Beispiel gerne auch mal eine kleine Detour durch eine Stadt geplant hat.
- 23:28Was manchmal ja sinnvoll sein kann, wenn man Resupply braucht, aber grundsätzlich will ich die Optionen halt eigentlich oder grundsätzlich will ich die schnellste Optionen haben und ad hoc entscheiden, ob ich in die Stadt reinfahre oder nicht.
- 23:38Also das ad hoc entscheiden während des Renns.
- 23:41Dann am Balkan habe ich bemerkt, dass der Bike-Router zum Beispiel unglaublich falsche Höhenangarm hat.
- 23:48Ich war im Mai mit meiner Freundin beim Giro und da habe ich den Bürel-Pakur oder die Abkürzung gescoutet.
- 23:54Zu Albanien.
- 23:55Genau, in Albanien.
- 23:57Und habe festgestellt, dass die Umfahrung bei Bike-Router mit über 2000 Höhenmetern angegeben wurde und die nicht ansatzweise die Hälfte der Höhenmeter hat.
- 24:05Also waren diese Daten einfach nicht valide.
- 24:07Sie liegt natürlich daran, dass dort wahrscheinlich einfach nicht so viele Daten vorhanden sind.
- 24:11Bei Strava hatte ich das Gefühl, das war ein bisschen genauer, aber da musste man einfach sehr ins Detail gehen und sehr individuell von Stadt zu Stadt schauen.
- 24:21Und da habe ich dann einfach viel nach Gefühl auch machen müssen.
- 24:24Hast du irgendwas in einer Route entdeckt oder geplant, wo du die so richtig drüber gefreit hast und du gedacht hast, das ist so genial.
- 24:33Das macht sicher niemand anderes.
- 24:35Die Nachricht ist, dass 80% gleich fahren.
- 24:39So ist das bei mir manchmal, wenn ich mal beim Plan entdenke, so wie du einen genialen Schachzug geplant und jeder macht das.
- 24:47Also ich war eigentlich verwundert, dass gerade bis Bari relativ wenig Varianz drin war.
- 24:54Ich habe mich sehr gewundert, dass in Spanien sehr wenig Leute den direkten Weg durch Pamblona gefahren sind oder in die Richtung Rob.
- 25:03Also den Parcours von der anderen Seite von Süden angefahren sind.
- 25:06Muss das gemacht?
- 25:08Nee, ich habe es nicht gemacht.
- 25:09Ich bin auch über die vermutlich schnelle Route über Frankreich gefahren, also von Norden.
- 25:13Also ich glaube, bis Bari war sehr wenig Unterschied.
- 25:16Ich habe es mir noch nicht genau angeschaut, aber sehr wenig Unterschied.
- 25:18Immer wenn ich den Track angeschaut habe, habe ich gesehen, dass das Nikolai oder das Du und auch der Victor eigentlich mehr oder weniger den gleichen Track.
- 25:26Ich glaube, in Süd-Ost Frankreich haben wir uns ein bisschen unterschieden.
- 25:29Aber ich glaube, da gab es keine großen Unterschiede.
- 25:32Da war ziemlich alles gleich, glaube ich.
- 25:34Rund um den Mont-Von-Tou, du hattest drei, vier Varianten gegeben, aber ich glaube, das war alles ziemlich gleich schnell.
- 25:40Das glaube ich auch.
- 25:42Ich glaube, da gab es keinen großen Unterschiede.
- 25:44Wo ich dann sehr gespannt war, war der Balkan.
- 25:47Ich bin ja nach der Fähre, ich weiß nicht, ob wir nachher das noch chronologischer durchgehen wollen.
- 25:52Bin ich ein bisschen eingegangen und der Victor ist mir unglaublich davon gefahren.
- 25:56Jedenfalls ist er dann aber, wo ich mich sehr gewundert habe, ich dachte, er spielt jetzt mit mir und macht ein bisschen Zeit-Singen in Nord-Servien.
- 26:03Wo ich danach gesehen habe, dass du Christoph und der David auch in die Richtung, also nördlich der Donau gefahren seid.
- 26:09Und ich bin die bisschen bergige Route gefahren und bin in Serbien nach Osten abgebogen und direkt nach Bulgarien rein.
- 26:16Hab dann noch vor der Grenze übernachtet, also noch in Serbien und bin dann in Bulgarien eine Strecke gefahren,
- 26:22die ich beim Scouting, wo ich die Satellitenbilder, die ich mir angeschaut habe, war ein einige Gravel-Passagen dabei.
- 26:28Feiner Gravel, aber Gravel.
- 26:30Und das ist natürlich immer, man sieht ja nur punktuell Bilder.
- 26:34Und Street View war teilweise auch nicht mehr verfügbar.
- 26:37Und da war ich einfach, ja, da war ich gespannt, ob das wirklich so langsam sein wird.
- 26:41Und da war ich, als ich dort gefahren bin, habe ich mir gedacht, oh mein Gott, das ist die beste Route ever.
- 26:46Die Anstiege waren relativ knackig, aber gut fahrbar.
- 26:49Und die Abfaden waren richtig geschmeidig, 2-3% bester Belag, super Wetter.
- 26:55Das kann man natürlich weniger beeinflussen, aber die Straßen waren unbefahren, super Belag und sehr lange, leicht abschüssig.
- 27:04Also man konnte richtig gut draufdrücken, richtig gut Kilometer machen.
- 27:07Und ich glaube da, also in der Nacht, in der ich aufgewacht bin in Serbien, habe ich gesehen, oh, der Christoph kommt ganz schön nah.
- 27:14Das wäre jetzt peinlich, wenn ich mit einem Tag Vorsprung mir die Butter noch vom Brot nehmen lasse.
- 27:19Und es ist immer peinlich, wenn man gegen den Straßen verliert.
- 27:22Nein, nein, nein.
- 27:24Und dann habe ich ordentlich draufdrücken müssen und dann habe ich richtig Glück gehabt, dass meine Route das auch zugelassen hat.
- 27:30Und da, im Nachhinein habe ich gesehen, ganz, ganz viele sind die Route gefahren.
- 27:34Aber da zu dem Zeitpunkt nur Victor, du, David und ich, da in dem Bereich waren, der Manu und der Justiner sind dann glaube ich auch südlich gefahren.
- 27:46Ich glaube, das war die richtig guten Wahl.
- 27:49Hast du bei der Route dann irgendwo Erlebnis gehabt, was du gedacht hast, oh mein Gott, was du wie du für ein Blödsinn gemacht.
- 27:56Ehrlich gesagt, vielleicht ein, zwei Kleinigkeiten.
- 28:01Aber also ich fahre mit Vauhu und manchmal habe ich, wenn ich so Wegpunkte gesetzt habe, also ich glaube letztendlich habe ich auch alles bei Komut hochgeladen
- 28:08und bei Komut setzt der manchmal ganz eigenartige Wegpunkte.
- 28:11Aber man sieht das dann am Navi selber.
- 28:13Also ich verwende auch nicht die abbiege Hinweise, sondern ich schaue eigentlich immer auf die Karte
- 28:16und habe das dann eigentlich ad hoc gut ausbessern können.
- 28:20Also eigentlich hatte ich solche Momente.
- 28:21Ich habe mich bestimmt ein, zwei Mal verfahren, weil ich nicht aufmerksam hingeschaut habe.
- 28:24Aber dass ich so richtige Routenbox drin hatte, kann ich mir nicht erinnern.
- 28:28Das ist halt der Klassiker, ich glaube, das kennt jeder irgendwo.
- 28:31Ab irgendein Wegpunkt, leicht neben der Strecke, dann schickt er die runter von der Straße, dann steht "Bitte wenden" und dann fahrst du auf die gleiche Straße wieder zurück.
- 28:40Meistens, ich habe auch immer die Karte auf dem Sichtmeer, dass der Strich da weitergeht und dass man da nicht abbiegen muss.
- 28:48Aber wenn man halt einmal ein bisschen...
- 28:50Ja, und diverse Verfahrer passieren ja manchmal, wenn du einfach zu müde bist und unkonzentriert.
- 28:54Und eigentlich hast du richtig geplant und das Gerät sagt dir alles Richtiger und du bist einfach im Kopf grad abwesend
- 28:59und bist irgendwie so in einer Müdigkeit drinnen oder machst grad was anderes, suchst grad was zum Essen oder irgendwas
- 29:05und plötzlich übersiehst du den Hinweis und bist drei Kilometer später kommst drauf,
- 29:09du bist jetzt falsch gefahren.
- 29:11Das wäre dann auch kein Planungsfehler, das ist ein Hopperlau unterwegs, das ist immer wieder mal passiert.
- 29:15Ich bin in Spanien auf einer Autobahn gewesen und ich bin da wirklich auf einer graden Bundesstraße gefahren.
- 29:24Am ersten Tag, das war noch wahrscheinlich zwölf bis 14 Stunden im Rennen, ich muss das einmal genau nachschauen.
- 29:32Ich hab der Rennleitung dann auch sofort auf Foto geschickt und gesagt "schuldigung, ich bin auf der Autobahn, weil das soll man so machen"
- 29:38und ich hab sofort jetzt die Straße verlassen und bin wieder retturt.
- 29:43Dann soll ich es hoffentlich auch kein Penalty geben, wenn es wirklich auf Versehen ist und nur vielleicht ein paar hundert Meter.
- 29:48Aber ich bin da tatsächlich von der geraden Bundesstraße, wo mir Route geplant war, in einem Kreisverkehr rechts abgehoben,
- 29:54bin einen Kilometer bergauf gefahren, die Autobahn aufwahrt und hab erst dann gemerkt, ich bin komplett falsch
- 30:00und ich weiß nicht, wie das passieren kann.
- 30:02Aber solche Dinge, so Blackouts hat man halt hin und wieder.
- 30:05Und dann, wie bist du wieder runtergekommen?
- 30:07Ja, zu Fuß und quasi dann auf die andere Straßenseiten und dann die Abbiegespur von der Autobahn wieder langsam runter
- 30:16und dann denke ich, ich bin sicher viertel Stunde verloren für nichts.
- 30:20Das kann passieren, soll nicht passieren.
- 30:24Du hast die Route an den Checkpoint in Albanien gescoutet.
- 30:28Wofür hast du dich entschieden für die Gravel-Variante oder für die Umfahrung?
- 30:32Für die Umfahrung.
- 30:33Ich bin damals mit dem Gravel-Rad in Albanien gewesen und ich war so fertig nach diesem Gravel-Stück.
- 30:39Außerdem ist meine Radel-Hype auseinandergeflogen.
- 30:42Also ich bin wirklich schlechter Off-Road-Fahrer, muss man dazu sagen.
- 30:45Ich glaube, im Rennen hätte ich mir, weil ich grundsätzlich da eine ganz andere Konzentration hatte,
- 30:51vielleicht nicht ganz so schlecht durchgekommen, aber ich wollte es nicht riskieren.
- 30:55Ich hatte den zweiten Platz zu verlieren und ich bin die Sicherheitsversion gefahren außenrum.
- 31:01Ich habe dann trotzdem ein paar Platten bekommen, aber manchen.
- 31:05Hast du die Fähre auch gescoutet?
- 31:08Also die Lail hat das zum Beispiel gemacht, die ist mit der Fähre von Bari nach Dürres gefahren,
- 31:13einfach um die Fähre mal zu sehen.
- 31:15Ich bin andersrum gefahren von Dürres nach Bari.
- 31:18Wir waren damals beim Giro in Tirana und sind dann weiter zum Giro nach Siena.
- 31:25Und haben im Zwischenstück die Fähre aber halt andersrum genommen.
- 31:29Und ich habe eine andere Fähre letztendlich gebucht, als ich jetzt im Rennen gebucht habe,
- 31:32weil im Rennen nur noch auf der, ich weiß nicht mehr, GNV-Fähre eine Kabine frei war.
- 31:39Und ich dann letztendlich halt auf eine anderen Fähre gefahren bin.
- 31:42Aber geärgert habe ich mich, als ich in Bari im Hafen zum falschen Hafeneinfahrt gefahren bin.
- 31:47Das hätte ich echt wissen können.
- 31:49Ich glaube das haben wir alle gemacht, oder?
- 31:52Ich glaube nicht alle.
- 31:54Aber wir drei definitiv.
- 31:56Ich glaube auch.
- 31:57Ja, der Victor war auch bei der falschen Einfahrt.
- 31:59Und bei uns beiden hätte es ja wirklich kosten können, wenn ich dann jetzt...
- 32:03Ich habe nämlich immer das Flo, das werden wir dann in unseren ausführlichen Episoden noch genau besprechen.
- 32:07Ich habe einfach nicht geglaubt, dass ich die Fähre noch erwischt gehe.
- 32:11Und ich will quasi schon einen halben Tag vor quasi, wie soll ich sagen...
- 32:15Die Reißleine gezogen.
- 32:16Ja, die Reißleine zogen.
- 32:17Und für mich war es in dem Moment nicht mehr realistisch.
- 32:19Da war ich schon zwei, drei Stunden hinter euch.
- 32:21Und ich habe gewusst, ihr werdet das probieren.
- 32:23Das hat man gesehen.
- 32:24Und ihr werdet das wahrscheinlich knapp nicht schaffen.
- 32:26War meine Vermutung.
- 32:27Und dann habt ihr es hier am Ende doch geschafft.
- 32:30Und es war so knapp.
- 32:31Und dann schaue ich am Tracker.
- 32:33Und ihr wart im Hafen und setzt einfach noch hin und her.
- 32:36Von einem Hafen Ende zum anderen Ende.
- 32:38Und jetzt braucht er noch ein Dicket.
- 32:40Hat er die Passkontrolle?
- 32:41Was ist da los?
- 32:42Warum ist er noch nicht am Schiff oben?
- 32:44Und vielleicht geht es ja doch nicht.
- 32:45Und ich wusste, wenn ihr zwar die Fähre erwischt,
- 32:47dann bin ich draußen.
- 32:49Und wenn ihr die Fähre nicht erwischt,
- 32:51dann bin ich noch mit dabei.
- 32:53Ich hoffe, das ist dann natürlich erwischt.
- 32:56Aber es war dieser Moment, wo er schon im Hofengelände war.
- 32:59Das war extrem spannend.
- 33:01Also, das war a thriller.
- 33:03Den Moment, wo ich im Hafen angekommen bin, habe ich...
- 33:08Ich war fix und foxy.
- 33:10Ich habe zum Veranstalter gesagt,
- 33:12ich weiß nicht, ob ich morgen noch Rad fahren kann.
- 33:14Es war ein bisschen am überlernen.
- 33:16Ich bin als Erstes in diesen Hafen reingekommen.
- 33:18Als Führerinner vom TCA.
- 33:20Ich müsste eigentlich glücksüberwältigt sein.
- 33:22Und ich habe zum Veranstalter gesagt,
- 33:24I'm not sure if I have to scratch tomorrow.
- 33:26Hast du Gott sei Dank nicht.
- 33:28Aber...
- 33:30Der Victor hat dieses Rennen zur Fähre weggeschickt.
- 33:34Er hat sie besser erholt.
- 33:36Der hat dann richtig aufgetreten auf den letzten 1.000 Kilometern.
- 33:40Ja, ich habe mich...
- 33:42Also, für mich war diese Fahrt zur Fähre,
- 33:44dieser Barris-Dint.
- 33:46Ich habe in der Nacht in Davor, also von Freitag auf Samstag,
- 33:51in Pisa übernachtet.
- 33:53Und habe mich schon zur Unterkunft nach Pisa geschleppt.
- 33:55Ich habe dann in Pisa, ich glaube, effektiv 2 Stunden geschlafen,
- 33:59wenn es hoch kommt.
- 34:01Weil ich wusste, ich darf mir jetzt nicht zu viel Zeit lassen.
- 34:05Ursprünglich hatte ich auch geplant,
- 34:07irgendwo vom 4B-Checkpoint zu übernachten.
- 34:10Aber das wusste ich dann schon,
- 34:12das wird sich nicht mehr ausgehen.
- 34:14Der Veranstalter hat mich während des Cienapagus,
- 34:16also auf der Strahle Bianchi hat er mich interviewt,
- 34:18hat gefragt, hey, hast du schon eine Fähre gebucht?
- 34:20Und ich sagte, nein, es gibt keine Kabinen mehr.
- 34:23Ich weiß auch nicht, ob ich jetzt schon eine buchen kann.
- 34:25Und danach habe ich angefangen zu denken und nachzudenken.
- 34:28Und habe überlegt, ja,
- 34:30sollte ich vielleicht jetzt wirklich langsam eine Fähre buchen.
- 34:32Weil sonst stehe ich nach am Hafen und habe keinen Ticket.
- 34:35Das wäre ja noch der blödere Fall.
- 34:37Und dann bin ich die ganze Nacht durchgefahren,
- 34:39habe mir vorhin noch in der Pizzeria mich nochmal ordentlich aufgetankt.
- 34:42Pizza to go, vor einer riesen Portion Pasta.
- 34:45Und war gewappnet für die Nacht.
- 34:47Ich war voll da vom Kopf.
- 34:49Und wie gesagt, ich war vorbereitet psychologisch von Robert Hipser.
- 34:52Wochen vor dem Rennen hat mir jede Stunde der Nacht praktisch beschrieben.
- 34:57Ich habe mich von Highlight zu Highlight gehangelt,
- 34:59bis zum ersten Café morgens bin dann am Checkpoint eingekommen.
- 35:02Und natürlich war ich beflügelt davon,
- 35:04dass ich da in Position 1 bin,
- 35:06dass die Option besteht,
- 35:08dass ich die Fähre erwische, eventuell kein anderer.
- 35:10Ich habe am Tracker gesehen, der Victor hinter mir, der holt es unglaublich auf.
- 35:13Aber zack, auf einmal war er weg, hat er sich schlafen gelegt, wie immer.
- 35:17Der Junge fährt einfach...
- 35:19Ja, ich bin in der, also nach dem Siener Parkour,
- 35:22wo ich knop behind am Victor und knop behind am Nicolas,
- 35:26also aber innerhalb von fünf Minuten oder so.
- 35:28Und dann waren die beiden einkaufen in der ersten möglichen Stadt nach Siener,
- 35:31also nach dem Stradipianke Parkour.
- 35:34Habt ihr da den Radeladen gefunden mit der Waschstraße?
- 35:37Keine Ahnung.
- 35:39Genau in der Stadt war ich im Radeladen
- 35:41und habe mein Radel sogar gewaschen,
- 35:43habe gefragt, ob er eine neue Kette hat.
- 35:45Hat er leider nur eine Elfachkette gehabt,
- 35:47deswegen habe ich die Kette nicht noch wechseln können,
- 35:49das wäre noch mal Gamechanger gewesen, glaube ich.
- 35:51Aber ich habe ihn dann fast leer gekauft,
- 35:53ich habe alle Gales und ganz viele Riegel noch eingekauft,
- 35:55da habe ich mich gefreut wie ein Schnitzel.
- 35:57Ja, und ich bin...
- 35:58Ihr habt gesehen, die beiden sind vor mir offensichtlich
- 36:00und Tracker geschaut beim Supermarkt
- 36:02und ich habe beim kleinen Geschäft logisch einkaufen,
- 36:04nach dem Parkour, alle waren leer und für die Nacht.
- 36:07Und ich habe eigentlich noch relativ viel gehabt an Verpflegung
- 36:11und habe mir gedacht, jetzt ist meine Chance,
- 36:14jetzt kann ich die beiden überholen.
- 36:16Ich habe Garmin eingeblendet gehabt, wo die Wasserquellen sind,
- 36:19bin wirklich gezielt hingefahren, war hinter der Ecke,
- 36:22bei einer Kirche war Brunnen, ich habe aufgefüllt mit Wasser
- 36:24und habe mir gedacht, jetzt sowieso 10, 15 Minuten Vorsprung auf die zwei,
- 36:28bis ich dann an Defekt gehabt habe, ich habe vorne an Blotten gehabt,
- 36:32habe Schlauch wechseln müssen
- 36:34und bin dann quasi mit einem Victor parallel gefahren,
- 36:36habe kurz mit ihm geplaudert
- 36:38und er hat gesagt, er muss jetzt Vollgas fahren,
- 36:40die Nacht durch, keine Schlafpause, er wisst die Fähre,
- 36:42er weiß ja ganz sicher, und ich habe gesagt, er wisst auch die Fähre.
- 36:45Und er ist dann aber so schnell gewesen, wie wir wissen,
- 36:48er hat 35 km/h, wenn er am Rad sitzt.
- 36:51Ich glaube, der hat einen normalen Schlafrhythmus,
- 36:53der schläft 6 Stunden oder so, fährt 35 km/h.
- 36:55Und ich habe dann nach einer halben Stunde oder so
- 36:59seinen Tempo nie mehr halten können
- 37:01und ich habe dann in der Nacht einfach
- 37:03einen totalen Müdigkeitseinbruch gehabt,
- 37:05ich habe es nicht durchfahren können,
- 37:07ich bin danach in der Müdigkeit ein bisschen schlecht navigiert,
- 37:09habe einen kleinen Navigationsfehler
- 37:11und dann ist mir ein bisschen so die mentale Stärke kurz einmal zerbröselt,
- 37:14dann habe ich hinlegen müssen
- 37:16und dann habe ich gewusst, ich bin vom Victor einfach zu weit entfernt
- 37:20und von dir sowieso, und ich bin aus dem Fairy Games sozusagen draußen.
- 37:24Das war so mein Mädchen in der Jagd zu Fähre.
- 37:28Die Nacht ging bei mir noch, aber meinen Einbruch, der kam,
- 37:31der kam auf dem Weg zu Fähre, mehrfach noch,
- 37:33aber der kam dann ein bisschen später.
- 37:35Ja genau, bis zum Parkour ging es noch ganz gut,
- 37:38da habe ich mir noch ganz gut hingehangen, den habe ich dann im Morgen,
- 37:41im Morgengrauen ist es übertrieben, es war schon 8 Uhr und 9 Uhr,
- 37:44noch halbwegs meistern können.
- 37:46Oben im Parkour wurden mir das erste Mal schlecht,
- 37:48ich habe grundsätzlich einen ziemlichen Saumagen,
- 37:50aber oben im Parkour habe ich auch immer ziemliche Magenbeschwerden bekommen,
- 37:53habe mich dann irgendwie noch über die Kuppe geschleppt,
- 37:56der Anstieg war ja nicht steil zum Glück.
- 37:59Also ins Pachettrope, nur 4B.
- 38:01Genau, der war wunderschön und dann ging es ja erstmal lange zu Küste runter,
- 38:05wenn man die schnelle Küstenversion gewählt hat.
- 38:09Und auf der Abfahrt ist dann der Einbruch gekommen.
- 38:12Ich meine, das kennt ihr, lange Ebene, gerade Strecken oder lange Abfahrten,
- 38:17wo der Puls abfällt und man übermütet ist, die sind fast das gefährlichste
- 38:22und da bin ich so müde, so schlagartig müde geworden.
- 38:25Schlecht war mir auch noch.
- 38:27Ich habe mich irgendwo in so eine kleine Wiese neben die Straße gelegt
- 38:32und habe versucht irgendwie kurz die Augen zuzumachen,
- 38:34habe an mir schon das ganze Rennen vorbeiziehen sehen,
- 38:36habe frustriert über mich selber, habe mir gedacht, das kann doch nicht sein,
- 38:39du hast jetzt 6, 7 Tage lang geackert ohne Ende,
- 38:41die Fähre die ganze Zeit als manisches, ne, als verrücktes Ziel vor Augen gehabt.
- 38:47Und jetzt bist du vom Kopf nicht mehr da.
- 38:51Ich war sauer auf mich selber.
- 38:53Zum Glück waren die Motorradfahrer, die mich sonst tierisch aufregen
- 38:57bei diesen Bergabfahrten, waren so laut, dass ich einfach nicht schlafen konnte.
- 39:02Und so bin ich dann nach 10 Minuten wieder aufgestanden,
- 39:04habe gesagt, ja, hilft alles nix und bin die Abfahrt runtergefahren.
- 39:08Aber so richtig aufgewacht bin ich erst wieder durch den Motorradfahrer.
- 39:12Ich war hinter einem Auto, konnte nicht überholen
- 39:14und dann kommt zwei Motorradfahrer, die meinten, sie könnten überholen,
- 39:17waren dann aber auch hinter dem Auto, haben sich vor mich gedrängelt,
- 39:20und dann habe ich mich wieder vorein von den beiden gedrängelt,
- 39:24weil ich mir gedacht habe, warum, wieso sollst du jetzt die Poleposition
- 39:27hinter dem Auto haben, bis er dann irgendwann so eine komische Geste gemacht hat,
- 39:32um mich so angedeutet hat, als es bei mich vom Radel treten will
- 39:35und ganz nah an mich rangefahren ist.
- 39:37Und dann war ich kurz ganz, ja, ich war richtig aggressiv und richtig stinkig
- 39:42und dann war ich aber da, dann war ich da.
- 39:44Der Motorradfahrer ist zum Glück davon gezogen, ich dann irgendwann hinterher
- 39:48und dann konnte ich die Abfahrt noch halbwegs meistern
- 39:51und dann finde ich, kam der allerzachste Abschnitt des ganzen Rennens für mich.
- 39:57Das kann ich aus meiner Sicht zwei Tage später auch bestätigen.
- 40:01Also das Stück, wo man als erstes mal an die Küste kommt, an die Adria-Küste,
- 40:05runter bis Bari, die absolute Katastrophe.
- 40:08Schaut auf der Karte so fein aus, der Küste entlang, kaum Höhenmeter,
- 40:12aber das war das absolut schlimmste Stück im ganzen Rennen.
- 40:16Absolut. Also die 20 Kilometer Zugküste hin, das war ja schon so eine Schnellstraße,
- 40:20wo man nur rechts auf dem Seitenstreifen hing, der zwar bereit war,
- 40:24aber nur, ja, klein Müll dort lag und kleine Partikel
- 40:28und man natürlich auch Angst hatte, sich dort irgendwas reinzufahren.
- 40:31Neben einem schießen die Autos vorbei, es war keine Bandroad,
- 40:34aber es war, also es war einfach, das war kein Radfahren,
- 40:37das war einfach nur noch, ja, dahin ziehen und irgendwie überleben.
- 40:40Und dann habe ich gedacht, jetzt komme ich zur Küstenstraße, da wird schön,
- 40:43genau wie du sagst, und dann ist die Küstenstraße genau so zach,
- 40:46nur geradeaus, die ganze Zeit Wind, manchmal von vorne, manchmal von der Seite.
- 40:51Und ich wusste, ich weiß nicht, 280 Kilometer, ich habe knapp 9, 10 Stunden,
- 40:58circa, ich muss jetzt im Prinzip ein 30er-Schnitt fahren, um circa,
- 41:02ich habe mit 11 Uhr grob gerechnet, um spätestens um 11 Uhr in Bari zu sein.
- 41:06Und ich habe mir gedacht, das ist jetzt mein Leben, ich muss jetzt ja einfach
- 41:09in der Kopf runter. - Da muss man auch dazu sagen, du hast noch,
- 41:12du wirst noch mal stehen bleiben müssen, mindestens ein, zwei Mal
- 41:15jetzt mal auffühlen und noch tanken.
- 41:16Unter 30er-Schnitt ist bis so am Rennen noch eine Woche eigentlich,
- 41:19eigentlich kaum machbar, weil du musst 35-Schnitt fahren,
- 41:22damit du hier und da auf fünf Minuten stehen bleiben kannst,
- 41:24um auffühlen. - Genau.
- 41:25Es war brutal heiß, ich habe versucht, mich einzugreben, wo es ging,
- 41:30aber meine Haut ist schon aufgeschwollen gefühlt.
- 41:33Ich habe mir ein Energy-Drink nach dem anderen rein gepfiffen,
- 41:38also gesund war das auf jeden Fall nicht.
- 41:41Und ich wusste einfach, ich mag nicht mehr, das sind jetzt zehn Stunden,
- 41:44einfach nur Quälerei, es ist kein schöner Bergmoment dabei,
- 41:47es ist einfach nur noch Kopf runter, kurz stehen bleiben, zum auftanken.
- 41:51Und an der Stelle bin ich mich ganz ehrlich bei meiner Freundin bedanken.
- 41:55Die Sabrina hatten mir nicht nur die schönen Momente abbekommen,
- 41:58die die meisten Play-Instagram haben mitbekommen,
- 42:00wo ich meist irgendwie halbwegs gut gelaunt war,
- 42:02sondern die hat dann ein paar wehleidige Momente von Martin mitbekommen.
- 42:07Und dann hat sie eine Sache gesagt, die hat, glaube ich, meinen Rennen gerettet.
- 42:12Und dann hat sie gesagt, als ich gesagt, ich will nicht mehr, ich will nicht mehr,
- 42:15ich packe das nicht mehr, ich mag einfach nicht mehr fahren.
- 42:17Ich sehe keinen Sinn drin, der Nikolai, der hat die richtige Route gewählt.
- 42:21Das macht überhaupt keinen Sinn, ihr Rad zu fahren, das ist einfach nur eine Quälerei.
- 42:27Und dann hat sie gesagt, Martin, wenn du es nicht für dich machst,
- 42:30dann mach es für all die Menschen, die momentan zu Hause vom Browser hängen
- 42:34und alle fünf Sekunden auf Refresh drücken.
- 42:36Und so sehr hoffen, dass du diese verdammte Fähre erwischt.
- 42:40Ja, dann hatte ich ein bisschen Pipi in den Augen und dann musste ich drauf drücken.
- 42:44Danke, Sabrina.
- 42:45Ja, ja, sehr cool.
- 42:49Hast du die dann, also nach der Fähre, nachdem du gemerkt hast,
- 42:54was der Victor für ein Tempo hinlegt,
- 42:57hast du dich dann konzentriert, den zweiten Platz zu verteidigen,
- 43:01wolltest du dein schnellstmögliches Finish, hast du nach hinten geschaut,
- 43:05dass von hinten keiner mehr kommt, oder hast du nach Ambitionen,
- 43:08nach vorne auch noch gehabt sogar?
- 43:10Und eine Zusatzfrage noch.
- 43:12Du hast dir dann die Fähre erwischt, ich glaube am Schluss,
- 43:15ob sie dann glücklicherweise noch ein bisschen Rückenwende kriegt, oder?
- 43:18Ah ja, genau.
- 43:19Also wie beschrieben, als etwas ein Gift von den Gottes.
- 43:22Das stimmt, absolut.
- 43:23Also ich habe jetzt gerade gesagt.
- 43:24Wie erzählst du dann, wie du in der Fähre,
- 43:25weil du das hast du uns vorher unten am Strand nochmal erzählt,
- 43:27wie es dir ging, als du in der Fähre einschätzt hast.
- 43:30Also stimmt, genau.
- 43:32Am Anfang gab es ein bisschen Seitenwind und Gegenwind,
- 43:35aber grundsätzlich bin ich sehr optimistisch.
- 43:38Und ich denke mir, es geht sich schon noch aus.
- 43:41Meine Arbeitskollegen werden ein Lied davon sehen können,
- 43:43die verfluchen mich schon, wenn ich immer ein bisschen sehr knapp komme.
- 43:46Aber in dem Fall war das vielleicht nicht die richtige Einstellung.
- 43:49Und ich habe trotzdem immer irgendwie geglaubt, wenn ich fahre,
- 43:52dann erreiche ich die Fähre, bis ich dann halt mental gebrochen war.
- 43:56Und dieser Brina mich hat aufheitern lassen.
- 43:58Aber genau, es ging halt irgendwie langsam dahin,
- 44:01mit ein bisschen Rückenwind, ein bisschen Gegenwind.
- 44:03Und dann ab Foggia, glaube ich, so heißt die Stadt,
- 44:05gab es einen kleinen Knick in der Route.
- 44:07Und man ist den Stiefel praktisch gewissermaßen weiter nach Südosten gefahren,
- 44:11wenn ich das gerade richtig im Kopf habe.
- 44:13Und zack, auf einmal hatten wir den Rückenwind, also Wahnsinn.
- 44:17Man musste ja fast die Füße hochnehmen können
- 44:19und wir sind 40 gefahren.
- 44:21Und dann sind wir dahin und die Straße ging wirklich von Foggia,
- 44:24ich glaube, 90 Kilometer Schnurrstags,
- 44:26geradeaus bis zum Hafen mehr oder weniger.
- 44:28Und das war wirklich, wie der Victor sagt, ein Geschenk der Kötter.
- 44:33Und da sind wir dahin gebraust.
- 44:35Und da habe ich dann richtig Hoffnung natürlich geschöpft,
- 44:39dass wir das locker schaffen werden.
- 44:41Bis dann, weiß ich nicht, 2, 3 Stunden, 2 Stunden vor Bari,
- 44:46auf einmal, es war Sonntagabend, das pure Leben in den Städten,
- 44:50wir eine Stadt nach der anderen durchquert haben.
- 44:53Die Lette ging einander über und man dann durch den Verkehr
- 44:56sich hangeln musste und natürlich bei jeder runden Ampel stehengeblieben ist.
- 45:01Hosebora Eintruder, Race Director, erwähnt.
- 45:04Er hat mir erzählt, er hat euch gesehen.
- 45:06Sie haben ja kein Auto, das gekennzeichnet ist.
- 45:09Also das Auto der Rennleitung erkennt man nichts.
- 45:12Und er sagt, er war wirklich quasi live dabei,
- 45:16wie ihr am Schluss durch die Städte gefahren seid.
- 45:18Und er hat auch gesagt, sie sind mit den roten Ampen gestanden.
- 45:20Ja, ich habe sogar einmal durch irgendeine Vorstadt,
- 45:22habe ich auf einmal, das war ein ganz komischer Moment, das war,
- 45:25ich war gefühlt so auf dieser Aufhulljagd oder dieser Jagd der Fähre.
- 45:31Wild zieht alles an mir vorbei, ich völlig im Delirium, völlig übernächtigt,
- 45:36jage durch diese Straßen und auf einmal links von mir ist ein Fotograf
- 45:39und schießt ein Foto von mir, wie ich durch diese Straßen fahre.
- 45:42Und ich habe den Fotografen nach dem Rennen gesehen
- 45:44oder gefragt, ob er das war.
- 45:46Und tatsächlich haben die uns da aufgelauert anscheinend
- 45:48und haben uns eher uns fotografiert
- 45:50und die Rennleitung uns zufällig an der Ampel gesehen.
- 45:53Ja, bin ich froh, dass das so gepasst hat.
- 45:55Auf jeden Fall ging es dann weiter durch diese Straßen, pure Leben,
- 45:57Konzerte auf der Straße, durch Fußgängerzonen wurde man geführt
- 46:01und da habe ich die Chancen schon wieder dahin streichen sehen,
- 46:06weil ja, durch so verkehrsreiche Straßen,
- 46:09da verliert man ja gerne mal sehr viel Zeit.
- 46:12Dann ging es weiter nach Bari und die Straßen,
- 46:15bitte fahrt sie nie mit dem Rad nach Apulien.
- 46:17Das ist kein Spaß dort.
- 46:19Man wird halb von der Straße gedrängt.
- 46:21Speedpumps sind ein Witz dagegen, also der Straßenbelag.
- 46:24In dem Zustand, in dem ich dort war, ja, ich habe sehr gelitten.
- 46:28Ich bin an einer Fähre angekommen.
- 46:30Da hat der Veranstalter mich auch kurz noch interviewt.
- 46:33Und wie gesagt, ich war mir nicht sicher, ob ich weiterfahren kann.
- 46:36Ich habe den Veranstalter vorgeschlagen,
- 46:38aber den anderen Teil nehmen wir nicht in eine Zugfahrt.
- 46:40Ich weiß nicht, was da in mich geritten ist.
- 46:42Ich habe den Veranstalter vorgeschlagen,
- 46:44weil ich diese Straße so grausam in Erinnerung habe.
- 46:47Ich habe mir dann noch versucht, irgendwas zu essen, zu organisieren,
- 46:50weil ja, die Fähre ja bald fährt.
- 46:52Ich bin dann auf die Fähre.
- 46:54Auf der Fähre gab es zum Glück etwas zu essen.
- 46:56Ich bin wie ein Zombie durch die Gassen dort gelaufen.
- 46:59Ich habe noch kurz mit meiner Freundin telefoniert.
- 47:02Und habe mir gedacht, wenn ich mich jetzt sehen würde,
- 47:05ich würde mich einmal nachdenken, was ist das für ein komischer Couch,
- 47:08der da völlig zerstört.
- 47:10Ich habe im viel zu knappen Radle-Outfit
- 47:12halb humpelnd auf diese Fähre gekommen.
- 47:15Was will der hier?
- 47:17Ich bin dann in die Kabine.
- 47:19Ich habe zum Glück noch eine Kabine buchen können mit Dusche.
- 47:22Ich bin dann in die Dusche rein.
- 47:24Ich habe versucht, mich und meine Sachen zu duschen.
- 47:27Die Fähre ist dann schon losgefahren.
- 47:30Ich bin rechts und links von Wand zu Wand in der Dusche geknallt.
- 47:33Geknallt es übertrieben, aber gestoßen.
- 47:36Nur so bin ich überhaupt wieder aufgewacht.
- 47:38Das habe ich die ganze Nacht in der Dusche verbracht.
- 47:41Ich war so hinig.
- 47:43So habe ich es dann nach 1,5 Stunden duschen geschafft,
- 47:46doch ins Bett zu kommen.
- 47:48Meine Sachen, halbwegs gewaschen.
- 47:51Vorher vielleicht noch darauf hast du vielleicht eingespielt.
- 47:54Ich tu das eben vorher oder gestern.
- 47:57Du hast alles nur verschwommen gesehen.
- 47:59Du bist in der Dusche drin fast kollabiert.
- 48:01Du bist in der Dusche drin gehängt an der Wand.
- 48:04Ich bin in der Dusche schon fast eingeschlafen,
- 48:07völlig neben mir.
- 48:09Vorher hat man einen Aufzug zu seinen Koyen gefahren.
- 48:12Oder auf die Ebene, wo seine Koyen waren.
- 48:15Dort war ein Plakat.
- 48:17Links neben einem aufzugenden Analog.
- 48:20Ein ganz normales, altes Plakat.
- 48:23Mit den Anschriften der Etagen.
- 48:26Ich schaute das Plakat an und denke mir,
- 48:29was ist das für eine digitale Anzeige?
- 48:31Rechts und links hat sich alles bewegt.
- 48:33Das ist wie eine optische Illusion.
- 48:36Dann schärft man die Vision normalerweise.
- 48:39Dann erkennt man das ja und realisiert das.
- 48:42Aber ich habe es nicht scharfstellen können.
- 48:45Mein Fokus hat sich völlig von dem, was ich sehe, gelöst.
- 48:48Da habe ich gemerkt,
- 48:50Martin, das ist ein Zustand,
- 48:52in dem willst du vielleicht nicht verweilen.
- 48:55Dann habe ich zum Glück ein bisschen schlafen dürfen.
- 48:58Jetzt hat der Fluggerät gefragt,
- 49:00wie es nach der Fähre weitergegangen ist.
- 49:02Ob du noch Platz 2 verwaltet hast.
- 49:05Ob du noch gedacht hast, du kannst mit dem Weg mitfahren.
- 49:08Wir kommen jetzt gerade vor.
- 49:10Das ist ja das Schöne, weil wir spontan reden.
- 49:13Bis zur Fähre des Rennens,
- 49:16wie es bei dir die ersten Tage gelaufen ist,
- 49:19sind wir übersprungen.
- 49:21In einem Satz erwähnt.
- 49:23Wollt man das jetzt noch ein bisschen nachholen?
- 49:26Können wir es gerne machen.
- 49:28Ich glaube, das war in einem Transcontinental-Beitrag.
- 49:31Oder du hast das bei dir auf Social Media erwähnt.
- 49:34Aber du hast dir noch gesagt, du hast ein Marschblank gehabt.
- 49:37Und du hast 4 Stunden schneller als gedacht.
- 49:39So bei Checkpoint 1.
- 49:41Genau, beim ersten Checkpoint.
- 49:43Und wie war das zu der Zeit?
- 49:45Dann hast du gedacht, ich soll vielleicht ein bisschen runter vom Gas.
- 49:48Vielleicht habe ich mich gerade übernommen.
- 49:50Und ich fühle mich noch sehr gut.
- 49:52Oder ich bin 4 Stunden vorne und bleibe am Gas.
- 49:55Ich habe gesehen, es waren auch noch viele andere,
- 49:58die ich nicht so weit vorne erwartet hätte.
- 50:01Und ich habe gesagt, da wären sie wahrscheinlich wieder einig.
- 50:04übernehmen, aber es war bei dir nicht so, du hast ja eigentlich dein Dampo extrem hochgekäuten.
- 50:07Ja, ein bisschen bin ich schon eingegangen, aber also ich weiß im Start-Pakur und wie das bei jedem
- 50:14Rennen ist. Im Start-Pakur alle ballern sie los und ich habe mir gedacht, ich möchte auch altwegs
- 50:19zügig da vorne wegkommen und wir sind ja alle gleichzeitig gestartet. 400, circa Starter aus
- 50:23Santiago, die Kompostella raus, will man natürlich auch nicht irgendwie ganz hinten hängen, damit man
- 50:28nicht zu viel Zeit verliert, einfach durch den Stau. Deswegen bin ich auch halbwegs vorne mit
- 50:34raus, da haben wir uns auch noch kurz gesehen. Und dann ging es ja relativ bergig los und ich hatte
- 50:39sehr viele Carps dabei, ich hatte wirklich fully loaded und im Start-Pakur habe ich schon sehr
- 50:45gelitten, obwohl ich wusste, obwohl ich eigentlich mittlerweile ein bisschen Erfahrung habe und weiß,
- 50:49dass es unnötig ist, so schnell loszufahren, habe aber Rückenschmerzen bekommen nach zwei,
- 50:54drei Stunden, wie ich sie normal erst nach Tagen bekomme und habe mir gedacht, das kann doch
- 50:58nicht sein. Ich habe so lange darauf hingefiebert und jetzt kriege ich jetzt schon Rückenschmerzen,
- 51:02habe dann aber im Mittel rausgenommen, habe dann versucht, meine Stärken auszuspielen. Ich
- 51:07glaube, ich habe ein relativ optimiertes Set-up. Vielen Dank daran, die Bike-Schnaderei und Felix.
- 51:12Wir haben wirklich das Radel sehr schnell gemacht. Wir haben beim Unknown Race über
- 51:23einen Aufleger gesprochen und haben gesehen, dann hast du jetzt noch mal Upgrade mit 3D-Druck,
- 51:27der sehr beeindruckend ausschaut. Genau, auch vom Robert Hübser, der hat wirklich Stunden da in
- 51:34den Prototypen und dann auch eine spätere Modell gelegt, so dass ich mein Licht dort montieren
- 51:39könnte und auch die Radcomputerhalterung und ich habe lange überlegt, ob ich eine Tasche
- 51:47noch unter die Aerobar gebe, so wie du das auch jedenfalls, Christoph, bei dir weiß ich gar nicht.
- 51:52Ich glaube, das sehen wir gleich. Also ich mag da vorne nichts haben. Ich mag mein Lenker so frei
- 51:58wie möglich haben. Ich fühle mich sicherer, wenn ich so agil wie möglich bin und auch wenn es
- 52:04vielleicht aerodynamische Vorteile bringt, war ich froh, dass ich da vorne nicht noch irgendwas hatte,
- 52:08was mich irgendwie beim Lenken potenziell stören kann. Und so habe ich dann im Start-Pakur,
- 52:15halt in den flacheren Passagen oder in diesen Wellen gefühlt.
- 52:19Da hat man nicht auf und ab, Spanien war niemals floch, es war bis 7000 Höhenmeter glaube ich,
- 52:25auf die ersten 600 Kilometer. Ja genau, bei mir hat am ersten Tag, da habe ich knapp 700 Kilometer,
- 52:31hat da 10.000 Höhenmeter ausgespuckt. Ich weiß nicht, ob das stimmt oder ob das Traber übertreibt.
- 52:35Ich habe auch gar nicht so viele Erinnerungen an die erste Nacht und den ersten Tag. Ich weiß,
- 52:38dass diese Küstenstraße später unglaublich schön war und dass ich da voll in den Flow
- 52:42gekommen bin. Das war wie so eine Go-Kart-Strecke, wo man im Aufleger rechts und links fahren konnte,
- 52:46das Klima war nicht zu warm, es hat manchmal leicht genießelt, was ich sehr gefeiert habe.
- 52:52Es war eigentlich perfektes Wetter für den ersten Tag. Und nach dem Start-Pakur bin ich auch nach und
- 52:56nach in den Tritt gekommen und ich habe am Anfang gar nicht auf den Tracker geschaut und habe dann
- 53:01irgendwann im Folge des ersten Tages gemerkt, ich bin eigentlich fast ganz vorne und obwohl es die
- 53:07Rückenschmerzen sind weniger geworden, ich bin selbst wuster geworden, ich habe Radfahren einfach
- 53:12unglaublich genossen. Ich habe noch nicht mal das Musik auf den Horn gehabt und habe den ersten Tag
- 53:17einfach gut vollbracht und war dann beim ersten Checkpoint. Der ziemlich miese 20% Rampen hoch
- 53:24hatte für, glaube ich, 1,5 Kilometer oder so. Der war richtig brutal und dann sind sie in den
- 53:30voll feinen Airbnb, der Checkpoint auf ihrer Terrasse, sind gesessen und haben Kaffee geschlüpft.
- 53:35Das war richtig gemein. Und ich hatte gedacht, dass ich dorthin komme. Ich habe vorher, ich tue mir
- 53:41sehr schwer bei solchen langen Distanzen mit der genauen Zeitplanung, aber ich hätte nicht gedacht,
- 53:46dass ich so schnell dort bin. Komut gibt mir immer eine gute, grobe Vorstellung, wenn man da die
- 53:50verschiedenen Profile auswählt, von der Geschwindigkeit, ob man moderat, schnell oder Profi
- 53:56Geschwindigkeit fährt. Und da habe ich mir ungefähr ausgerechnet, dass ich dort vier Stunden später
- 53:59sein werde. Deswegen war ich da schon hellhaft begeistert, dass das jetzt ohne übertriebene
- 54:04Kraftaufwand eigentlich so gut lief bis dorthin. Dann war die Frage, ob man die Abkürzung nimmt
- 54:10zum ersten Parcours oder ob die hat jeder genommen. Hattest du irgendwelche gähmte Außenfahrt?
- 54:14Mir sind drei entgegengekommen, aber ich war ein bisschen weiter hinten. Aber da hat sie für
- 54:20mich die Frage gar nicht gestellt. Das war eigentlich so eindeutig klar.
- 54:23Sogar ich habe die Abkürzung da hin fast gewundert.
- 54:26Ja, sogar der Christoph Strasser, die Gregor hat das so eindeutig und hat da auch einige
- 54:31Infos gegeben auf Komut, dass das doch fahrbar ausschaut und vielleicht ein paar ganz kurze
- 54:35Passagen ein bisschen böse sind. Ich fand es dann aber zacher, als du auf Komut ausgeschaut
- 54:39hast, als die Fotos ausgeschaut haben. Aber ich meine...
- 54:4210-15 Prozent bergab. Und Days of Gravel, da bist du auf Komutes Rad. Bin ich abgestiegen
- 54:46für Sicherheits. Aber es war trotzdem nur so kurz, dass du jetzt, wenn du fünf Minuten
- 54:51zu Fuß gehst, bist du immer noch um wahrscheinlich eine Stunde schneller, als wenn du außen fährst.
- 54:54Und die Straße war wirklich lustig. Dann ein bisschen ein paar Kur rein. Die ist wirklich
- 54:58alle 100 Meter ein Stück besser geworden. Er ist ganz grober Gravel, wo man wirklich
- 55:02ein, zwei Mal schieben hat müssen. Das haben bestimmt nicht alle geschoben. Aber dann
- 55:05ist es besser, wenn wir geworden sind. Dann kamen irgendwelche Flecken an der Tär und
- 55:10dann irgendwann wurde es zur Straße. Also es ist wirklich kontinuierlich.
- 55:12Die Kugata? Bist du wahnsinnig?
- 55:14Die waren brutal. Die erste habe ich übersehen. Da bin ich drüber gefahren noch. Die anderen
- 55:21zwar haben wir dann drüber geschoben, aber das erste habe ich so spät gesehen. Dann hat
- 55:24sie irgendwie fahrbar ausgeschaut und dann haben sie die einfach angefangen zu drehen.
- 55:27Ich glaube, das war ein Kugata. Es ist ja, glaube ich, so dimensioniert, dass das eine Kuh
- 55:32oder ein Rind, wenn es da drüber geht, deswegen nicht drüber geht, weil es ja in die Spalten
- 55:40runterfallen würde. Es würde sie verletzen und deswegen haben sie Respekt davor. Da waren
- 55:45die Spalten so dick oder so breit. Ich glaube, das waren Elefanten-Gatter.
- 55:49Vor allen Dingen waren die längst, oder? Die waren mit der Fahrrichtung.
- 55:53Nein, sie waren schon quer, aber die waren ja so richtig fette Eisenrollen. Die waren
- 55:58ja beweglich und die Abstände zwischen, die waren, also da fährst du mit deinem Fuss
- 56:03locker durch. Also wenn du drüber gehst oder drüber fährst, ihr hat Angst gehabt, dass
- 56:07man den Lenker quer schlägt und dass ich mit dem Lenker fahren runterfahre und dann
- 56:11Vorrei zahlt noch mache. Also es vorbei geht. Ich bin da drüber gegangen bei allen. Bist
- 56:15du gefahren? Ich weiß es ehrlich gesagt nicht mehr. Ich glaube, ich bin über zwei gefahren
- 56:19beim dritten. Mache ich wahrscheinlich, ich glaube, beim ersten oder ich war so schnell,
- 56:23dass ich nicht mehr absteigen konnte. Ich habe die Erinnerung ein bisschen über Vollbremse
- 56:28gemacht und mir gedacht, jetzt ist es lebensgefährlich. Aber ist sie so offensichtlich bei niemandem,
- 56:32wo es passiert? Ja, aber es war halt schon brutal. Ja. Ja, und dann, genau, da war ich
- 56:38hellauf begeistert, dass ich den Parkour sogar noch im Hellen machen konnte, weil ich eben
- 56:41schneller war, als ich eigentlich gedacht habe. Dann bin ich in der Unterkunft angekommen,
- 56:45die ich im Vornein gescoutet hatte und dann halt irgendwann am Nachmittag gebucht hatte.
- 56:48Die waren dann schon wieder unten an der Küste. Da ging es dann nur noch ein paar Kilometer
- 56:52back up, hatte mega Glück, weil gegenüber von dem Hotel, was so eine 24-Stunden-Rezession
- 56:58hatte, war noch so eine typisch spanische Bar und ich bin rein, habe mir gleich irgendwie
- 57:03alle Tapas bestellt, die es dort gab und habe so schnell in mich reingespachtelt, dass
- 57:07ich erst mein Kreislauf-Kollaps bekommen habe. Nicht vom Radeln, bis den ganzen Tag wie wild
- 57:11gemacht habe, sondern vom Essen. Dann ist ja echt mein Kreislauf weggekippt. Ich lag
- 57:15in diesem Lokal kurz auf dem Boden, habe meine Beine hochlegen müssen auf dem Sessel und
- 57:20die Gäste haben sich wieder gedacht, was ist das mit verrückter Typ. Aber es zum Glück
- 57:25schnell vergangen und eine Minute später bin ich dann ins Hotel und habe mich schlafen
- 57:30legen können. Cool. Dann zu Parkour 2, Tumale, hast du den vorher, hast du den schon gekannt,
- 57:40bist du da schon mal unterwegs gewesen in der Gegend? Ich war noch nie in den Pyrenäen
- 57:43und das war wirklich einer der, oder das war der Parkour, auf dem ich mich mit Abstand
- 57:47am meisten gefreut habe. Wobei ich von den Picos die Europa, also vom Parkour 1 und
- 57:51der ganzen Gegend ringsherum unglaublich begeistert schon war. Dann habe ich mich sehr auf den
- 57:55zweiten Parkour gefreut. Das Transferstück fand ich sehr zach, die Küste entlang durch
- 57:59Bilbao, durch San Sebastian, war wieder sehr viel Großstadt, sehr viel Verkehr, wo man
- 58:04immer wieder Startstopp, wo man einfach nicht in den Tritt kommt, wo, ja das ist irgendwie
- 58:08unglaubliche Rampen mit Bilbao. Ja. Also das erinnert an die Appellachen. Also das ist
- 58:14total brutal, wie es da plötzlich vom Ende vor sich aufstehen. Ja. Aber ist der Großamerika
- 58:18reden, diese Jure Robich-Etappe nach Hancock, wo der King of the Mountains mituntergekürt
- 58:24wird. Genauso was tut nur jetzt, irgendwie tut 150 Kilometer lang, was beim Rame ein
- 58:30kleiner, ein kleiner Segment ist. Also wirklich, wer, wer mal wissen möchte, wie die Appellachen
- 58:35in den USA sind forts von Bilbao nach San Sebastian, genauso wie das. Und ich glaube, die Städte
- 58:41sind ja wunderschön, aber es ist so schade, man fährt da durch und kann sich nichts anschauen.
- 58:45Mein Bruder hat immer von San Sebastian geschwärmt und ich sage, ich will ja gerne was anschauen,
- 58:49man fährt sogar direkt am Strand vorbei, also man kann es erahnen. Aber und dann ging es
- 58:53weiter nach Frankreich zu den Surferstrennen, da ganz im Südwesten. Alle sind super relaxed
- 58:58und getschildet und stehen im Stau und ich denke, ich muss sie durch. Ja. Und ich denke,
- 59:03ich muss sie durch, ich muss sie durch. Und wieder im Feierabendverkehr, das war irgendwie
- 59:07sehr unbefriedigend. Und dann ging es irgendwann mit der Abendsonne so ein bisschen ins Landesinnere.
- 59:11Und dann hat man am Horizont schon die Pyrenäen erahnen können und dann wird es auch Nacht.
- 59:16Dann habe ich vor mir immer mal wieder Autos stehen sehen, die angehalten haben, weil der
- 59:20Victor schon mehr näher gekommen ist von hinten. Und da habe ich gemerkt, okay, jetzt kommen
- 59:23die französischen Fans, die werden jetzt ihn, der ein paar Minuten hinter mir dann durchfährt,
- 59:27ordentlich anfeuern. Und dann habe ich, genau, dann bin ich den Anfang des Parcours noch
- 59:31gefahren und habe mich im Parcours aber schlafen gelegt. Also ich habe mir da so ein Airbnb gecheckt
- 59:36oder einen booking, irgendein Apartment. Im Skigebiet oder? Ja, am Fuße des Ubiisk, habe das in
- 59:43Prinzip auch ein Skiort schon gewesen. Und die vermieten das anscheinend, die sind nicht vor Ort
- 59:48anscheinend die Vermieter dort, denn alles, was ich gefunden habe, ist ohne Bettwäsche und ohne
- 59:52Handtücher gewesen. Das Handtücher habe ich dann irgendwie mit dem Vermieter noch raus
- 59:56verhandeln können und dann habe ich mich so ein paar Handtücher gekuschelt. War eine sehr schöne
- 1:00:00Nacht. Die Waschmaschine hatte kein Spülmittel, kein Waschmittel, da habe ich dann irgendwie
- 1:00:07Spülmittel von der Spüler genommen. Hauptsache, die Sachen sind ein bisschen sauber geworden.
- 1:00:12Du nimmst die Waschmaschine, auch ein Spruchbörn, Pause, die nur zwei, drei Stunden dauert? Auf jeden
- 1:00:17Fall. Und kurz Waschboden ran? Wenn du schläfst, ist die Maschine dann fertig oder wo hat das du
- 1:00:24bis sie fertig ist, bevor du schlafen kannst? Nein, also ich lasse die laufen, während sie, also ich
- 1:00:27habe das ganze Rennen, ich hätte es gern häufiger genutzt, aber das war das einzige Mal, wo ich
- 1:00:31eine Waschmaschine nutze. Du bist so ein komplett nasse, genau, aber Bekleidung, wenn du weiter
- 1:00:35vorst. Aber ich finde die, also erstens trocken seinem Körper ja sehr schnell, dann habe ich
- 1:00:41sehr dünne, also ich habe glaube ich ein bisschen Luxus-Equipment dabei, ich hatte zwei Hosen und
- 1:00:48zwei paar Socken, liebe große Roman, und zwei Jerseys. Die habe ich dann alle zwei Tage sozusagen
- 1:00:56gewaschen und die sind aber so dünn, dass ich die ersten fünf Minuten gefroren habe, aber dann ist
- 1:01:01es eher im Körper getrocknet. Mein Rezept gegen Einheizen ist "Futtern, futtern, futtern". Und
- 1:01:08deswegen, wenn die im Schleudergang diese Sportwäsche sich befindet, dann ist das eh nach,
- 1:01:13dann ist es trockener, als wenn ich es mit der Hand wasche und irgendwie versuche auszuwinnen.
- 1:01:18Tour Malé, wir sind, ich kann mir erinnern, die ersten sechs, glaube ich, waren nach dem Tour Malé in
- 1:01:28etwa einer Stunde. Da ist das Ganze schon relativ knapp zusammengerügt. Du warst du auf eins oder
- 1:01:34zwei? Zwei. Ja, da hat der Nikolas einmal vorübergehend überholt. Nein, der Nikolas war eigentlich
- 1:01:39immer vor mir, oder fast immer vor mir. Genau. Du hast von dem vor noch nichts gehört, oder?
- 1:01:45Nee, ich habe ihn dann im Rennen auch das erste Mal, glaube ich, ungefähr bei Montpellier gesehen.
- 1:01:51Genau. Tour Malé und Obisque, also Obisque bin ich dann in der Morgensonne hochgefahren. Das war
- 1:01:58unglaublich schön. Das war ein wichtiges Highlight. Also das ist ein unglaublich schöner Pass. Der macht
- 1:02:04richtig was her. Tour Malé lebt, glaube ich, mehr von seinen Namen. Der ist jetzt nicht so beeindruckend,
- 1:02:11aber der Obisque war wunderbar. Und der kleine Schubfahrt dazwischen. Ich habe den Namen leider
- 1:02:15vergessen, der fand ja auch unendlich. Der Gegenanstieg nach dem Obisque, oder? Ja, genau. Wo so viel Schafe
- 1:02:19und Ziegen und Kühe und so weiter auf der Strasse gestaunt, das war so unglaublich schön. Ja. Und da
- 1:02:25bin ich, da habe ich wirklich mit die schönsten Momente des Renns gehabt. Also an diesen drei
- 1:02:29Anstiegen. Also wie gesagt, die Bergmomente sind immer, finde ich, ein absolutes Highlight. Da
- 1:02:36habe ich richtig, man spricht ja gerne vom Runners High. Ich glaube, in manchen Ultra-Ausdauer-Rennen
- 1:02:43bin ich so High, wie man auf manchen Trips nicht sein kann. Ich kann es, glaube ich, nicht beurteilen,
- 1:02:51aber also so High wie beim Street Peaks letztes Jahr, bei diversen Bergen oder wie am Tour Malé
- 1:02:57dieses Jahr war ich in meinem Leben noch nicht. Und ich könnte da die ganze Welt umarmen und kurz
- 1:03:05vorab bin ich noch in französische Boulangerie eingekehrt. Das ist dann natürlich die beste
- 1:03:08Kombi, wenn man gut ernährt ist. Sugar High hat Bergmoment, bestes Wetter, danach eine coole Abfahrt.
- 1:03:14Parkisch sich reingepfiffen hat vorher, dann noch irgendwie in der Tato-Schokolade. Ah, herrlich.
- 1:03:19So muss radeln. Und dann kommt aber das Kontrastprogramm oder diese laungezogene Region von den
- 1:03:30Pyrenäden bis Richtung Alpen. Fläche, Wind, Verkehr, Städte, Hitze, strückhinter, Schwühle, Luft,
- 1:03:40irgendwie. Das war, ja, das fand ich auch zach. Auf der anderen Seite finde ich da ging es noch,
- 1:03:46weil man jetzt eben so viel Energie vorher getankt hatte durch die Berge und irgendwie war ich
- 1:03:50darauf gefasst. Und ich habe es fast heißer erwartet rund um Karkasson. Ich habe, ja, ich meine, wir
- 1:03:56haben eigentlich mega Glück gehabt jetzt. Ich glaube vor zwei, drei Tagen, vielleicht, ich hoffe sie
- 1:03:59wüten nicht mehr, aber in Südfrankreich sind ja extremer Waldbrände gerade am Wüten. Und ich
- 1:04:05glaube bei uns war es noch verhältnismäßig kühl. Und wir hatten ziemlich viel Rückenwind. Das habe
- 1:04:11ich dann halt, ja, im Endeffekt habe ich damit gerechnet und habe dann, habe sogar fast genießen
- 1:04:17können, weil ich dann wieder in einer Eroposition lag. Ich wusste, ich bin schnell, wenn ich, wenn ich,
- 1:04:21wenn ich am Radl liege, dann hatte ich den Nikola vor Augen sozusagen am Tracker und habe mir gedacht,
- 1:04:27so, jetzt, jetzt will ich doch auch mal erster sein. Und dann habe ich versucht ihn aufzuholen und
- 1:04:31irgendwann kurz vor Montpellier, also mit Einbruch der Nacht, habe ich ihn, glaube ich,
- 1:04:36eingeholt. Dann gab es ein bisschen Katzenmauspiel oder eher Hase und Igel, wo er mir immer wieder auf
- 1:04:42die Schulter geklopft hat, weil er sich verfahren hat, aber eigentlich schneller unterwegs war als
- 1:04:45ich. Da habe ich mir gedacht, fängt er jetzt schon mit Psychospielchen an, aber anscheinend hatte
- 1:04:49ich einfach nur Verfahren und dann habe ich ihn immer wieder. Ihr wohnt aber in der Gegend. Genau,
- 1:04:53ja, da habe ich mich auch sehr gewundert. Aber anscheinend hat dann die Route nicht perfekt
- 1:04:58ausgeplant, ich weiß es nicht. Und so, ja, ging es dann eigentlich ziemlich langweilig dahin bis
- 1:05:03südöstlich von Montpellier. Ich habe mir tagsüber immer wieder so Eissticks gekauft und mir hinten
- 1:05:10ins Trikot gelegt. Das war für mich so ein bisschen Game Changer, dass ich einfach ganz viel, ja, ganz
- 1:05:15viel Eis ins Trikot getan habe. Aber kein Kalippo oder was war ein Eis-Sticks? Kalippo habe ich auch
- 1:05:20gekauft, wo es das gab und Kalippo hinten rein. Oder es gibt diese Kinder-Eist-Sticks, die man nur
- 1:05:24ganz schwer aufreißen kann. Ich weiß nicht, ob ihr die kennt, die gibt es in Frankreich sehr
- 1:05:28viel. Ich habe es später in Bulgarien auch wieder gefunden. Aber wenn es geschmolzen ist,
- 1:05:31dann hast du es ausgetrunken, oder? Genau, ja. Dann war es richtig picksüßes Zuckerwasser einfach.
- 1:05:35Genau. Und durch den Fahrtwind, finde ich, ging es noch halbwegs mit der Hitze. Ja, und dann bis
- 1:05:44Montpellier, da unten südöstlich von Montpellier an die Küste. Da habe ich mir dann wieder ein Airbnb
- 1:05:48genommen, wo die Waschmaschine leider nicht ging. Da war ich ein bisschen frustriert. Und dann ging
- 1:05:53ich es ja noch mal flach dahin, bis dann endlich es in die Alpen ging. Hat die das dann irgendwie
- 1:05:57beschäftigt? Weil ich glaube, das hat die Nacht von der Nikolaus einfach durchgefahren ist. Der
- 1:06:01ist mitten im Rennen eine Nacht komplett durchgefahren. Ich habe das auch von hinten irgendwie
- 1:06:05gesehen und die macht, ja, meine Taktik war ja so, ich möchte jetzt dann langsam den Turbotshünden
- 1:06:12oder den Strasserexpress starten und halt weiter nach Fuhren kommen, wo es eh funktioniert hat,
- 1:06:16aber ich bin nicht an dich und nicht an Nikolaus herangekommen. Und plötzlich sehe ich dann,
- 1:06:21ich habe dann auch dort irgendwo noch Kaka-Sun, meine Nachtpause gemacht, und dann sehe ich
- 1:06:25am nächsten Tag, der Nikolaus ist jetzt immer, ich weiß nicht mehr, statt zwei Stunden vor mir,
- 1:06:30irgendwie sechs Stunden vor mir, was ist da los? Und das hat mich schon ein bisschen beschäftigt,
- 1:06:34wobei ich habe bis heute nicht verstanden, was er da gemacht hat. Ich glaube, ich wollte wirklich
- 1:06:40den nächsten Parkour nur am Abend erreichen bei Lichtgern und Zestriere. Ja, ich habe das sogar
- 1:06:45kurz mit ihm geredet, weil wir uns da zu der Situation ein, zwei Mal gesehen haben und ja,
- 1:06:51es war kurz bevor ich meinen Hotel sozusagen erreicht hatte in, ich habe den Namen vergessen,
- 1:06:55irgendwo südöstlich von Montpellier. Da ist er dann mal wieder an mir vorbeigefahren, wo ich dachte,
- 1:07:02ja, wie kann das sein? Ich fahre doch schnell und dann fragt er so, are you tired? Und ich so, ja,
- 1:07:09schon. Und ja, dann habe ich gesagt, ja, ich habe mir den Hotel genommen und ja, ich werde jetzt
- 1:07:16schlafen gehen. Und er so, dann habe ich ihn gefragt, ja, bist du denn nicht müde? Er so, no, I'm just
- 1:07:22gonna continue until I'm tired. Und dann habe ich gesagt, okay, Respekt, ja, gut, dann fährt er weiter
- 1:07:27und dann bin ich am nächsten Morgen aufgewacht und dann war ja fünf Stunden oder so vor mir. Dann
- 1:07:31habe ich gedacht, na boom, der ist die ganze Nacht durchgefahren, dann habe ich mir auch schon gedacht,
- 1:07:35ob er die Assetta irgendwie bei Tageslicht noch erreichen wird, aber ich habe mir eigentlich
- 1:07:38gedacht, das ist unmöglich, das ist zu weit noch bis dann, vor allen Dingen, weil die letzten Bergstraßen
- 1:07:44sich unglaublich ziehen, bis Brinosaurus und Zestria hoch. Aber ja, ich habe mir gedacht, der ist so
- 1:07:50stark bisher gefahren, der wird schon wissen, was er tut. Und da war ich schon auch ein bisschen
- 1:07:54gefrustriert und du bist uns schon näher gekommen, Christoph, also du bist ja am ersten Checkpoint,
- 1:07:59ich glaube, da war es 90 Kilometer teilweise oder drei bis vier Stunden hinter uns. Und da zu dem
- 1:08:04Zeitpunkt war es schon deutlich, deutlich näher. Ich war am zweiten Segment die schnellere Zeit
- 1:08:08gehabt oder die schnellste Zeit gehabt, wo wir am dritten wieder. Und das hat alles irgendwie für
- 1:08:12mich recht gut gepasst, ja. Trotzdem, so richtig nahe bin ich nicht gekommen. Es war immer schon
- 1:08:17noch ein ordentliches Stückchen dazwischen. Und ich habe mir gedacht, okay, jetzt wird es dann Zeit,
- 1:08:24dass du nennst der Nikolas, weil von dem ich überhaupt noch nix wusste, dass er langsamer
- 1:08:27wird und er ist im Prinzip immer schneller geworden. Das war für mich schon so plakopf,
- 1:08:32akribel Momente. Ja, ich habe mir auch gedacht. Ich war sehr gespannt, was er machen wird und habe
- 1:08:38auch versucht, einfach mich da auf mich zu besinnen. Aber ja, das beschäftigt einen schon, wenn man
- 1:08:41lange mit dem mithält und dann auf einmal fährt er einfach die Nacht davon. Und mein Plan war es,
- 1:08:48Inzestria zu übernachten und wirklich ganz, ganz früh mit dem Morgengrauen sozusagen in den
- 1:08:53Parkour, in den Travel Parkour zu starten. Vor dem hatte ich wirklich am meisten Respekt im
- 1:08:57ganzen Rennen. Und bin dann ein bisschen ins Bummel gekommen, einfach auch, weil es da oben viel zu
- 1:09:03schön war. Der Nikola hatte am Abend vorher, als ich ihn gesehen habe, bei Montpellier, hat er,
- 1:09:08hat er mich überholt, hat er die ganze Zeit einen Dürren in seinem Trikot gehabt. Und ich habe so
- 1:09:13Hunger auf den Dürren bekommen, dass er am nächsten Tag irgendwo bei M. Brunnen, also kurz von Brina
- 1:09:18Sohn, in diesem Bergdorf bin ich an Dönermann vorbeigefahren und da habe ich gesagt, jetzt ist
- 1:09:23Zeit für einen Dürren. Und da war ich beim besten Dürrenmann überhaupt, Dönermann überhaupt. Der
- 1:09:27hat mir dann schnell zwei Dürren bereitet und während er die bereitet hat, habe ich gesehen,
- 1:09:31ah, da gibt es auch noch Krepp. Und da habe ich gesagt, da könntest du mir noch ein Hotelerkrepp
- 1:09:35machen. Hatte mir ein Hotelerkrepp gemacht, wollte mir aber noch nicht geben. Ich sage,
- 1:09:39könnte ich den schon, könnte ich den schon haben. Ja, aber die Dürren sind nicht fertig.
- 1:09:42Ja, ich esse ihn schon vorher. Du isst die Vorspeise vor der, du isst die Nachspeise vor der Vorspeise,
- 1:09:47oder vor dem Hauptgang. Ich so, ja, heute ist eine Ausnahme, bitte sag es niemandem. Und dann habe
- 1:09:53ich den besten Hotelerkrepp gegessen und danach die Dürrens noch bis auf den Berg hochgezahlt
- 1:09:59und dort noch in Brina Sohn, Cestria, eine nächtliche Speise gehabt. Wie ist dir gegangen mit der
- 1:10:07gesperrten N94? Also es hat dann eigentlich, nachdem die Brücke dann freigegeben wurde,
- 1:10:14nur eigentlich eh nur mehr eine Route geben. Das war dann quasi ein Parkour, oder? Da hat es dann
- 1:10:19eigentlich Ausformer fort über Grenoble, wie der Justino ist. Das habe ich tatsächlich auch
- 1:10:24überlegt, im Kern. Karariante mehr geben, oder? Ja, letztendlich bin ich froh, dass ich nicht über
- 1:10:29Grenoble gefahren bin, weil ich das da unten einfach noch nicht kannte, dieses Tal, nach Brina Sohn.
- 1:10:32Ich meine, die Anfahrt war super zach, bis ungefähr, ja, bis man auf der Höhe von der N94 war. Aber
- 1:10:38dann diese Umfahrung, diese kleinen Bergstraßen, da ich ja dann wusste, alle müssen die fahren,
- 1:10:42habe ich es sehr genossen. Man hatte einen wunderschönen Ausblick auf die Alpenringes rum gehabt.
- 1:10:47Unglaublich, oder? Unglaublich. Da kommt das mit dem Flachland und plötzlich stehst du da kurz
- 1:10:53vergab, irgendwie, und rundherum die ärgsten Berge und die Abendsonne und Sonnenuntergang,
- 1:10:58das war so, das war magisch. Das Moment ist so unfassbar und das ist ja, wie so aus dem Nichts
- 1:11:02kommen. Du kämpfst dir dort durch die Hügeln und so. Und wenn man dich das zwei Tage lang in dem Alpen
- 1:11:07Panorama, genau, und wenn man dich das gewissermaßen zwei Tage lange erarbeitet, habe ich das Gefühl,
- 1:11:11man kann das Ganze noch viel mehr genießen. Dann geht die Sonne noch unter und es wird
- 1:11:16alles rot angeleuchtet, der See unten glitzert. Also, dann hat man noch ein Dürre mehr in der Hand.
- 1:11:21Also, das war schon herrlich, ja. Und dann hat der Nikolas acht Stunden geschlafen. Genau. Und dann
- 1:11:30bin ich sogar als Erster in den Parkour morgens und ich habe mir aus dem Bett gequält. War
- 1:11:34es im gleichen Hotel? Nein, er war sogar ein bisschen auf dem Lautsrecker, glaube ich, ein
- 1:11:37bisschen außerhalb des Ortes. Da habe ich mich auch gewundert. Aber wie wurde beide in
- 1:11:41Sestria sozusagen? Genau. Bei Kursstaats, ob sie genächtigt. Der Victor hat mich noch kurz
- 1:11:46vor ihr überholt. Der hat kurz vor Brio so einen richtig steilen Berg, wo ich echt drauf gedrückt
- 1:11:51habe. Und dann schaue ich nach hinten auf einmal, kurbelt der Victor da an mir vorbei. Sagt nur kurz
- 1:11:56Hallo und sagt, er hat keine Stimme, er war wahrscheinlich auch noch krank zu dem Zeitpunkt,
- 1:11:59kurbelt er an mir vorbei, irre schnell und hat dann aber ein Brio so eingecheckt, anscheinend im
- 1:12:06gleichen Hotel wie du. Bist du auf? Und ich. Und du auch. Ah ja, Herr Schauern. Place to be. Und ich
- 1:12:12bin dann noch weitergefahren. Also mein Strategie ist tendenziell ein bisschen länger in die Nacht
- 1:12:16zu fahren, wenn es vom Hotel möglich ist. Einfach, dass ich gegen Ende des Rends immer noch, also
- 1:12:23tendenziell halt nicht so einen langen Tag habe. Also dann habe ich halt meine, das war mein Vorteil,
- 1:12:28glaube ich, letztes Jahr beim Three Peaks, dass der letzte Stint dann nicht so unendlich lang ist,
- 1:12:31wie derjenige, der früh morgens losfährt. Und ich fahre einfach auch gerne noch ein bisschen in die
- 1:12:36Nacht rein. Was ich überhaupt nicht kann, ist vor dem Sonnenaufgang losfahren. Da tue ich mir so
- 1:12:40schwer. Und wenn ich mit dem Sonnenaufgang losfahre und der Biorhythmus kriege, die Sonne aufgeht,
- 1:12:44dann tue ich mir einfach leichter wieder fit zu werden. Und deswegen tue ich mir auch leicht,
- 1:12:48da in die Nacht reinzufahren, also eher bis 2, 3 Uhr und dann vielleicht um 6 Uhr wieder aufzustehen.
- 1:12:51Und das habe ich dann jetzt dreher auch gemacht und bin mit den ersten Sonnenstrahlen rein in
- 1:12:56Parkour kurz danach erholt mich der Nikolai. Und der ist mir vorbeigezogen. Ich bin wie auf rohen
- 1:13:04Eiern über den Parkour gefahren. Aber ist nichts passiert, kein einziger Platten und habe es sehr
- 1:13:10genossen. Jetzt im Nachhinein betrachtet, also ich habe mega Respekt vom Sestriere Parkour gehabt,
- 1:13:16zu der Strada de la Sietta. Aber wenn ich jetzt zurückdenke, war der bei Weitem nicht so schlimm,
- 1:13:22wie die Stradebärnke. Die war plötzlich viel schlimmer. Die Stradebärnke, die habe ich unglaublich
- 1:13:27abgefeiert. Aber da war ich auch erster, da war ich auf dem High. Ich habe mir dafür viel,
- 1:13:32viel mehr gequält als auf dem. Zu welcher Tageszeit warst du? In den Morgengrauen ins,
- 1:13:39in die Früh hinein. Aber diese Warsports, die waren einfach so brutal, die haben mich...
- 1:13:46Also bergab vor allen Dingen. Bergab, ja, die haben mich so leiden lassen. Weil ich sie ja immer so
- 1:13:53spät gesehen habe, weil es erst im Morgengrauen waren, dann immer Vollgasreihen richtig durchgeschüttelt.
- 1:13:58Also im Nachhinein habe ich die Stradebärnke viel schlimmer gefunden als die Sietta.
- 1:14:04Ich glaube, die Stradebärnke habe ich so genossen, weil ich da einen riesen Radsportfan bin und
- 1:14:10ich es einfach so gefeiert habe da auf diesen Straßen, wo die Profi rennen. Und dieses Jahr
- 1:14:15auch der Giro drüber gegangen sind, fahren zu dürfen. Ich habe so ein kleines Video gemacht,
- 1:14:19wie ich auf den Piazza der Kampo gefahren bin. Einmal erst da am Piazza der Kampo einfahren.
- 1:14:25Leider falsch es rennen, aber... Wie ist es hier, ob man in Siena Radl fahren darf? So am Piazza,
- 1:14:32weil ich habe das Radl geschoben für ein paar Minuten, weil ich die Würze nicht in der Fußgängerzone
- 1:14:36verboten habe, weil ich Radfunde bohre, aber nicht sicher, ob man Radfunde darf oder nicht.
- 1:14:39Ich bin mir auch nicht sicher. Wenn du schrieb den bevorst, wird es schon passen. Aber ich bin
- 1:14:44ganz vorsichtig gefahren und dann standen dort zwei Polizisten neben mir und ich habe sie so
- 1:14:48angeschaut, bin weitergefahren, habe sie angeschaut, sie habe mich angeschaut. Ich habe es ein bisschen
- 1:14:52fragend geschaut, sie haben gutmütig zurückgeschaut und dann bin ich weitergefahren. Das war meine
- 1:14:58Bestätigung, dass es in Ordnung ist. Jetzt müssen wir eine Zeitsprung machen. Bitte holen wir jetzt
- 1:15:06Stehne mal quasi Fuhre schon ins Gespräch. Nein, gesliedet. Und wenn wir jetzt die Hunde bellen,
- 1:15:12dann wirst du sie da perfekt übergangen, wieder auf den Balkan oder können wir dann da weitermachen.
- 1:15:21Ja, also du bist jetzt dann quasi zu Fähre geflogen, wie man schon gehört hat, und jetzt am Balkan mit den
- 1:15:26Hunden im Rücken, vor dem Gesicht oder seitlich der Hüfte. Also nach der Fähre, oder auch der Fähre
- 1:15:33noch selber, habe ich eigentlich bemerkt, dass dem Victor, dass es ihm deutlich besser geht mit dem
- 1:15:40Fährensprung selber und natürlich hat das irgendwie schon in mir gearbeitet. Und dadurch, dass er diesen
- 1:15:44Trumpf hat, dass er, wenn er fährt, eigentlich deutlich schneller ist als alle im Rennen, hat er
- 1:15:49einen unglaublichen Hebel. Das heißt, er könnte immer mal die Nacht ein bisschen kürzer machen und
- 1:15:53trotzdem fahren und damit alles kontrollieren. Und diesen Trumpf, der hat mich schon ein bisschen
- 1:16:01eingeschüchtert. Und ich war einfach physisch, ich habe wirklich bezahlt für diesen, ja ich bin
- 1:16:06praktisch in Rennen auf die Fähre gefahren. Und ich bin so froh, dass sich das ausgezahlt hat, weil
- 1:16:11ja, dadurch hatte ich natürlich zeitlich einen Vorsprung, den ich zum Glück noch halbwegs verwalten
- 1:16:17konnte. Ich meine, ich habe unendlich viel Zeit auf euch verloren in den letzten vier Tagen, für
- 1:16:22euch drei Tage. Aber ja, es war es natürlich wert. Ich habe aber dann aufs Balkan einfach wirklich
- 1:16:29dafür zahlen müssen. Bin in Albanien los, da ging es nur noch halbwegs gut. Ich habe mich dann
- 1:16:34tatsächlich deutlich besser erholt, als ich das am Abend gedacht hätte, also die fünf, sechs Stunden
- 1:16:38schlafen, die ich dann doch bekommen habe. Die haben natürlich einen riesen Unterschied gemacht.
- 1:16:42Ich konnte wieder Radfahren. Aber ich hatte schon am Parkour, ist mir der Victor schon entgegengekommen
- 1:16:48im Parkour, da hat er schon 7, 8 Kilometer Vorsprung gehabt. Und da war mir schon klar, okay, ich muss
- 1:16:55jetzt erstmal, ich muss mich voll auf mich selber konzentrieren, dass ich überhaupt erst mal wieder
- 1:16:58ins Radfahren komme. Ich habe dann noch einen Mitbringsel von einem Hafen gehabt, einen Schleicher
- 1:17:08im Prinzip, also einen Platten, den ich nach dem Parkour erst, der dann nach dem Parkour erst
- 1:17:12wirklich platz geworden ist. Ich bin mir sicher, dass das noch eine Glasschäbe aus dem Hafen war,
- 1:17:17aber ich auf der Fähre unfähig war, meinen Rad noch zu kontrollieren und habe dann den ersten
- 1:17:24Platten geflickt oder den Schlauch gewechselt, den zweiten Schlauch, glaube ich, ein bisschen falsch
- 1:17:28installiert bzw. eingezwickt. Also ich glaube, die ersten zwei, drei Platten, die ich dann hatte
- 1:17:33gleich in Albanien, waren eher meiner Schuld. Den dritten war, weil ich nicht gescheit aufgebummt
- 1:17:37hatte und auf der Umfahrung, die du wahrscheinlich dann auch hattest, gab es ja auch ein, zwei kleine
- 1:17:41Gravel-Sections mit Hunden, wo ich dann ein bisschen unaufmerksam gefahren bin und da habe
- 1:17:46ich einfach einen Doppeldoppel-Durchschlag bekommen, also ein Snakebite. Und diese gerne Gravel-Stücke
- 1:17:53bei der Umfahrung, das war wegen der Autobahn, die man nicht fahren dürfen, obwohl eigentlich in
- 1:17:58Albanien die Autobahnen befaden werden dürfen mit Rädern. Wir haben es nicht fahren dürfen wegen
- 1:18:04den Bandroads, aber das habe ich vor zwei Jahren auch schon das ganz gleiche Stück gekauft. Das
- 1:18:08irgendwie wusste ich, wie schön es dort ist, aber dann diese Schlucht auch hinein, noch borell,
- 1:18:11also wirklich eines der schönsten Platzarteln in Albanien. So ein Dückheesblauer Fluss und
- 1:18:17Überreu wird gebadet und geraftet und da gibt es Hängebrücken über das Tal, also wirklich
- 1:18:21geile Gegend. Und da wird diese Bohrhundertmeter Gravel schon gekannt und da ist der Recykel
- 1:18:27geschoben, weil das ist wirklich unglaublich ungemütlich zum Fahren. Ja, ich habe danach auch
- 1:18:31ein bisschen geschoben und genau nachdem ich dann den dritten Platten gepflegt habe, bin ich zum
- 1:18:35Checkpoint gekommen, aber beim Checkpoint habe ich mich beim Veranstalter nur entschuldigt,
- 1:18:38dass ich so spät bin, dass ich anscheinend keinen Duell liefern kann. Hab mir dann auch
- 1:18:44bewusst Zeit gelassen, hab gescheit was gegessen und bin dann dann im Anschluss weitergestiefelt,
- 1:18:48dann wurden die Straßen auch nochmal deutlich angenehmer. Da war ich echt froh,
- 1:18:51darum, weil davor habe ich schon, hat mein Sitz Fleisch - passend zum, so einem Namen - schon
- 1:18:56ordentlich gelitten. Umso schöner war es dann, dass man da wieder smoothen Belag unter sich hatte.
- 1:19:02Genau und dann habe ich sogar noch in Albanien übernachtet und am nächsten Tag bin ich zwar
- 1:19:07langsam in Tritt gekommen, aber nachdem ich dann meine ersten Cafés hatte und mir endlich
- 1:19:13Kopfhörer gekauft habe, weil meine normalen Kopfhörer nicht mehr funktioniert haben,
- 1:19:19habe ich dann endlich Bluetooth Kopfhörer gekauft und das hat dann natürlich das Radeln
- 1:19:24zukünftig sehr erleichtert und dann bin ich nach und nach wieder in Tritt gekommen. Nordmazedonen
- 1:19:29habe ich mich eigentlich super in den Verkehr eingefügt, fand die Leute super nett und hat
- 1:19:33wieder richtig Lust am Radeln und dann haben wir wieder einen Platten gefahren und dann wurde
- 1:19:38ich irgendwann ein bisschen übermütig, bin über ein Speedbump gesprungen, wollte gerade im
- 1:19:43Verkehr jemand überholen und gleichzeitig Speedbump überspringen. Dann hat sich ein paar
- 1:19:48Schrauben meiner Satteltasche gelöst oder meiner Tailfin und die Tailfin ist dann zwischen
- 1:19:54Hinterradeln und Rahmen gerutscht und hat damit das Hinterradel blockiert. Ich bin ein bisschen
- 1:20:00gestürzt, lag auf der linken Seite, habe ein paar Schürfunde davon getragen, habe mir nur gedacht,
- 1:20:04Martin, wie dumm bist du eigentlich? Jetzt bist du hier vorne im Rennen dabei und bist übermütig
- 1:20:08und riskierst damit wirklich deinen Rennen zu verlieren und habe aber Glück gehabt,
- 1:20:15habe die Tailfin relativ schnell wieder reparieren können, eine Sattschraube gefunden und hatte
- 1:20:20eigentlich selber auch nur oberflächliche Blessuren und bin dann in die Nacht weitergefahren nach
- 1:20:26Serbien, habe eine schöne Unterkunft oben an so einem Bergseger gehabt, wo meine Route schon
- 1:20:30abgewichen ist von deiner Route Christoph, wo ich sozusagen schon auf die bergige Version Richtung
- 1:20:35Bulgarien abgebogen bin und dann war ich mir sicher, da ich die ersten zwei Tage, ich glaube,
- 1:20:40in Albanien bin ich nach der Fähre 200 Kilometer gefahren, am nächsten Tag 300 Kilometer,
- 1:20:44weil ich dann so zurückgeschaut habe auf die erste Woche, wo ich fast 500 Kilometer jeden
- 1:20:48Tage gefahren bin, da habe ich gedacht, das ist unvorstellbar, wie soll ich das jetzt nochmal
- 1:20:52fahren? Also das waren wirklich zwei verschiedene Rennen für mich. Aber am zweiten Abend am Balkan
- 1:21:00war ich mir sicher, dass der nächste Tag da muss ich wieder performen und da will ich und da kann
- 1:21:05ich auch wieder fahren und so war es dann auch. Du warst schon ein bisschen so, dass von hinten also
- 1:21:11der Fünferblock mit dem hier auf der Fähre, ich habe hier Fünf richtig Druck gemacht. Wir waren
- 1:21:15schon fast in Reichweite von dir, also wir haben uns schon wahrscheinlich alle ein bisschen gedacht,
- 1:21:20wenn der Martin jetzt da vorne wirklich, wir haben nicht genau gewusst, was los ist, aber wenn
- 1:21:24der jetzt sonst eigentlich wirklich so komplett eingeht, dann war für alle irgendwie so der zweite
- 1:21:28Platz auf einem normalen Reichweite und... Absolut, ich habe mich schon gemerkt, dass du die Leute
- 1:21:35näherkommst. Ja, du hast vor allen Dingen richtig, du bist richtig abgegangen und du warst schon,
- 1:21:39ich glaube, in Serbien zu dem Zeitpunkt. Ich habe mir gedacht, wie geht das? Wie kann der mir innerhalb
- 1:21:43von 24 Stunden, 18 Stunden abnehmen? Da habe ich gedacht, jetzt muss ich mal wieder, jetzt muss
- 1:21:49Klick machen. Ich habe leider mein Runnerside, mein Riderside nicht durchziehen können bis zum
- 1:21:54Schluss. Ja, du hattest ja glaube ich auch noch ein bisschen Pech gehabt, mit Materialtechnisch.
- 1:21:58Ich habe in ganzen Rennen nur zwar Defekte gehabt, trotz dem Schläuchen. Aber mit dem Mantel, oder?
- 1:22:04Ja genau, jetzt habe ich den Mantel aufgeschnitten und ich habe dann in Serbien besorgen, in eine Radlgeschäfte,
- 1:22:09in einen neuen Reifen besorgen. Aber ich bin trotzdem in Albanien und Serbien und Nordmazedonien
- 1:22:16halt dazwischen und da noch das Stügel Polgaren bis Rumänen alles in An, aufwarschend durchgefahren,
- 1:22:21ohne irgendwie Pause. Und weil ich mir gedacht habe, ich muss, wenn ich nochmal, zumindest den
- 1:22:27dritten, ich war eigentlich nur an den dritten Platz gedacht, dann muss ich auch auf die anderen
- 1:22:29einen Abstand rausfahren und dass ich am Schluss vielleicht ein kleines Pustel habe, was absolut
- 1:22:34nicht funktioniert hat. Der Manu und der David, die waren so stark, die haben sich einfach nur ganz,
- 1:22:38ganz wenig Rückstand aufbrummen lassen. Und wie ich dann quasi in der zweiten Nacht nach der
- 1:22:44Fähre für zwei Stunden Pause gemacht habe, waren die dann beide vor mir. Und da ist mich dann spätestens
- 1:22:50mental noch mal geknickt, weil ich mir gedacht habe, ich bin jetzt, war es nicht über 40 Stunden
- 1:22:54durchgefahren, nach der Fähre. Und habe alles gegeben und habe gerade eine Anstungvorsprung
- 1:23:00rausgefahren. Auf die bin ich mir näher gekommen, aber auf die anderen um Platz 3 heute habe ich
- 1:23:04nicht viel herausgefahren können und da sind die wirklich eine Hürbe an den Gedacht. Aber das
- 1:23:08finde ich mit das bewundernswerteste überhaupt. Ich meine, mit Deiner Palmaris, du hättest so viele
- 1:23:12Ausrinnen finden können, um dieses Rennen irgendwie anders zu finnischen oder, sorry, nicht zu finnischen,
- 1:23:17gerade mit den Sachen, die passieren. Und es dann trotzdem durchzuziehen und trotzdem die Größe
- 1:23:23zu haben, dass du sagst auch, auch mit dem Platz bist du zufrieden und mit Deiner Leistung bist
- 1:23:28du zufrieden, obwohl du natürlich einen anderen Anspruch hast und auch im Vorhinein einer von
- 1:23:32sehr wenigen bist, der das auch formulieren kann und sagen kann, hey, ich fahre hier um den Sieg mit und
- 1:23:35ich will das. Und das ist mein Anspruch. Da habe ich viel größere Respekt vor, als wie von meiner
- 1:23:41Leistung, wo man sagen kann, ja, ich schau mal, wie ich fahre. Ich habe ja nichts zu verlieren,
- 1:23:45eigentlich. Über deine Wartungen zuvor ist immer angenehmer. Aber ich denke, es ist Schluss
- 1:23:52und eigentlich geht es schon darum, einfach egal, was passiert zu finnischen. Es ist mir
- 1:23:58einfach auch irgendwie sich selbst schuldig. Ich glaube, wenn man nachher nicht zurückblickt,
- 1:24:01würde man sich die Frage stellen, war das wirklich gut, dass ich da jetzt vielleicht aus
- 1:24:06trotz Reaktion wie ein kleines Kind gesagt habe, ich mag nicht mehr und ich will nicht mehr und ich
- 1:24:11will nach Hause. Ich glaube, spätestens ein bisschen Abstand nach dem Rennen würde man sich
- 1:24:17selber vielleicht nicht verzeihen, dass man jetzt aus einer Emotion heraus das alles wegwirft und
- 1:24:21das ist ein guter Fall. Es war ja für dich auch frustrierend zwischendurch, oder? Und es läuft
- 1:24:27gut. Du denkst, das war vielleicht, kann ich es jetzt doch in dem Haie durchziehen irgendwie und
- 1:24:32schneller sein, als wenn ich auftape, dann kommt wieder der Hammer und die böse Realität und du
- 1:24:38gehst komplett ein und stößt alles in Frage und durchfahren ist dann doch das Wichtigste. Genau.
- 1:24:45Und umso mehr ist man dann auch glücklich, wenn man es gefinischt hat. Und unglaublich stolz,
- 1:24:51vor allen Dingen die Wochen danach. Hoffe ich. Also für mich ging es dann nach, nach dem Bulgariens
- 1:24:58Dint, der wirklich super lief und Bulgarien hat mir sehr getaugt. Also wunderschöne Straßen im
- 1:25:04Nordwesten, sehr wenig Verkehr, sehr neueres Falt. Du hast schon gesagt, wie dein Planungszustand
- 1:25:12gekommen ist, hast du die Variante Nordufer Donau überhaupt ernsthaft angeschaut und dir gedacht,
- 1:25:21ja dann entweder die Friendship Bridge riskieren oder nicht riskieren oder mit einer Fähre dann
- 1:25:28wieder zurückfahren oder wofür dich immer klar du fasst die Südufer Variante? Also ich habe sie
- 1:25:34geplant gehabt, aber ich wollte sie eigentlich überhaupt nicht fahren und ich habe sie sehr
- 1:25:37stiefmütterlich behandelt. Ich habe da glaube ich zwei Wegpunkte gesetzt. Also für mich war klar,
- 1:25:41wenn es irgendwie, wenn nichts großes dagegen spricht, fahre ich auf jeden Fall die Südroute,
- 1:25:46auch weil ich die Option habe, dann, ja da gab es so eine Feldweg Abkürzung über oder nicht
- 1:25:52Abkürzung, sondern Feldweg Variante, die fahren musste, um eine Bandrode zu meiden. Das war der
- 1:25:58einzig knifflige Punkt, aber man hatte dort, die dann sehr gut auf Komot eingezeichnet war,
- 1:26:05Alternative Route zur E 65 als Highlight zur E 85 sogar als Komot Highlight. Das habe ich gar nicht
- 1:26:13gesehen. Google Maps wurde nämlich nicht zu sehen, der ist wirklich nur auf Komot gesehen. Ja Google Maps
- 1:26:17hat noch nichts gesehen, aber mit Satellitenbilden. Also es gab glaube ich drei Versionen, ich bin
- 1:26:21glaube ich die südlichste Version gefahren, es war aber ein Kilometer Astreiner Feldweg,
- 1:26:25dann gab es eben glaube ich noch die nördliche Version, dann gab es eine, die so ganz parallel
- 1:26:30war zu der Straße, so ein Doppeltrack, aber sie haben halt alle die Straße gemieden und kurz
- 1:26:36davor gab es bei mir dann noch eine ziemliche Wendung und da sind meine Nachrichten am Handy
- 1:26:41wieder verrückt gelaufen und da muss ich nochmal ganz großes Dank an ja gleichweit aussprechen,
- 1:26:45die sich in der Zeit um mein Social Media Kanal gekümmert hat und der durch die Deckel gegangen
- 1:26:51ist und ich immer noch immer noch völlig überfordert damit bin, denn auf einmal hat sich, hat sich
- 1:26:57gegeben, dass wenn ich die Nacht durchfahren würde, da der Victor eben nicht mehr über diese
- 1:27:02Friendship Brücke fahren durfte bei Russe, Russe, ich weiß nicht genau wie ihm das ausspricht,
- 1:27:06er ziemlich so wahrscheinlich auf der Nordseite hängenbleiben wird und die Fähre, die halt bis
- 1:27:12abends um halb neun, ich weiß es nicht genau, spätestens fährt nicht erwischen wird und ich,
- 1:27:18wenn ich, obwohl ich massiv Stunden Rückstand hatte, wenn ich die Nacht nochmal bereit bin,
- 1:27:23durchzufahren, ich praktisch 1 bis 2 Stunden vor ihm im Schlussbakuhe sein kann und ich war aber
- 1:27:29gleichzeitig in einem, also ich habe den ganzen Tag gut draufdrücken können, mir hat es wieder
- 1:27:33richtig getaugt, ich war voll im Radlmodus, aber meine Sattelstütze ist nach und nach weiter
- 1:27:37abgerutscht und ich habe das teilweise bemerkt, teilweise nicht, habe dann immer wieder das
- 1:27:42verstellen können, aber mit Multi-Tool kann man auf ein Talk-Schrauben ja auch nur bedingt Druck
- 1:27:46ausüben, sodass ich irgendwann die Schraube auch durchgenudelt habe, keine Ahnung wie man es nennt.
- 1:27:50Abgenudelt. Abgenudelt. Und so saß ich dann eigentlich über Kilometer lang zu tief am
- 1:27:58Radl und irgendwann hat mein Oberschenkel komplett zugemacht, sodass ich ja nicht nur Krämpfe
- 1:28:03bekommen habe, sondern richtig bei jeder Umdrehung eigentlich ein ziemlich Muskelschmerz und das
- 1:28:08wurde leider immer, immer schlimmer und ich hätte diesen Kampf einfach super gern angenommen,
- 1:28:12dieses Duellen auch mal mit Victor, was mir da irgendwie auf einmal, ja, es war ein Geschenk,
- 1:28:16ich habe mir gedacht, der Fanster, der will, dass ich gewinne, das kann doch nicht sein,
- 1:28:19dass ich ihn jetzt da nicht rüberfahren lasse. Wir haben in der offiziellen DCR Riders Group
- 1:28:23einfach die Info bekommen. Es war lustig, die letzten Jahre hat sie mir wieder Infos geben,
- 1:28:28tut Warnung und so ist was gefährliches und da bitte drauf achten, Waldbrände hat sie mir
- 1:28:33gegeben und in diesem Jahr hat das ganze Rennen keine einzige Info geben in der Gruppe außer.
- 1:28:37Es hat drei Nachrichten gegeben. Den Flo, das so tagt. Die eine Nachricht nicht den Fotografen zuwinken,
- 1:28:44die zweite Nachricht "Friendship Bridge" nicht benutzen und die dritte Nachricht "Schlussparkour"
- 1:28:52wurde geändert. Und so laufe ich mir Kommunikation, weil nur wenn es wirklich nötig ist,
- 1:28:57nur wenn es wirklich wichtig ist. Wichtigste Info nicht winken, wenn du fotografiert wirst.
- 1:29:02Die epischen schwarzen Weißbilder, deswegen sind wir doch alle da, oder? Das sollen keine
- 1:29:07Urlaubsfoto sein, wo man irgendwie fröhlich zuwinkt, sondern wo man möglichst, also nicht
- 1:29:12mit verzerrtem Gesicht kämpfen, wenn du am Radl sitzt. Aber das war halt das Ding. Ich habe
- 1:29:18wirklich auch das dann am Tracker gesehen, der Victor fährt zur Brücke hin. Das Controlcar von
- 1:29:25der Rennleitung ist dort und der Victor fährt von der Brücke wieder weg und ein paar Minuten später
- 1:29:29ist die Info kommen, Brücke ist nicht passierbar. Ich habe da im Vorfeld schon sehr viel recherchiert
- 1:29:35und man hat ein YouTube-Video gesehen, wie brutal die Brücke beinahe ist. Also wirklich,
- 1:29:39das ist ja wie baufällig. Den Fahrbahnstreifen darfst du nicht befahren, logisch, das war eine
- 1:29:44E-Straße und diesen komischen Fußgängerweg, der ist ja einfach lebensgefährlich, da sind
- 1:29:51Löcher, wo du in die Donau stürzt, wenn du da hinstiegst, du da hängen, Eisenträger, irgendwie
- 1:29:57schief drüber. Es raschelt kurz, der Flo greift zur Schokolade und es ist so schmal, dass du
- 1:30:10wahrscheinlich mit dem Lenker links und rechts hängenbleibst. Also das Radl dort zu schieben,
- 1:30:14da ist wenig Platz, du zu fahren, ist gefährlich. Ich habe immer gedacht, über die Brücke würde
- 1:30:19ich nicht fahren. Der Victor hat es probiert und die Rennleitung hat quasi vor Ort das
- 1:30:24erst gesehen und so, sie müssen das auf jeden Fall verbieten, weil es einfach so gefährlich
- 1:30:28ist. Es war halt ein komischer Zeitpunkt, gerade weil Victor gerade in dem Moment dort
- 1:30:32war und sie konnten es natürlich auch vorher nicht scouten. Das kann man ja auch nicht
- 1:30:36vorwerfen, weil das Rennen 5.000 Kilometer, du kannst nicht 5.000 Kilometer Strecke checken,
- 1:30:41vor allen Dingen, wenn jeder Teil nicht mehr irgendwo anders lang plant. Aber zu dem Zeitpunkt
- 1:30:44war das natürlich für uns alle und für mich eine riesige Überraschung und ich habe mir
- 1:30:47gedacht, das kann nicht sein. Ich habe auf der einen Seite gebetet, dass sie ihn drüber
- 1:30:51lassen, weil ich nicht die Nacht durchfahren wollte. Auf der anderen Seite habe ich mir
- 1:30:55gedacht, natürlich, wenn sie ihn jetzt nicht drüber fahren lassen, dann kann es nicht
- 1:30:57sein, dass ich einfach schlafen gehe und das Duell nicht annehme. Aber ich wollte auch
- 1:31:01keinen Geschenkensieg und der Victor hat es absolut verdient. Er war der stärkste Fahrer
- 1:31:05und ich, ja, aber es kam dann eh anders. Ich konnte einfach nicht weiterfahren. Ich war
- 1:31:12physisch nicht in der Lage, noch weiter zu fahren. Ich habe mir, ich glaube, drei Stunden
- 1:31:17vor Russe oder in Russe selber habe ich mir dann noch ein Hotel genommen, habe mich am
- 1:31:22nächsten Tag zum Schlussparkour geschleppt. Nach zwei Stunden fing die Oberschenkelschmerzen
- 1:31:27wieder an und ich habe mich wirklich den Schlussparkour, das war ähnlich wie der Stint nach
- 1:31:32Bari, das war nur, das war kein Radfahren mehr bei mir, das war, also nach Bari war es
- 1:31:36noch Radfahren, aber da, das war nur ein Zielgeschleppe. Und da bin ich so dankbar dafür, dass ich
- 1:31:42so viele aufmunternde Nachrichten bekommen habe und so viel Zuspruch und so viel Begeisterung
- 1:31:48von Freunden und Familie und da noch mal ein fettes Dankeschön stellvertretend an
- 1:31:53die Anja, die das aufbereitet hat und mir, ja, so, so viel Freude damit bereitet hat.
- 1:32:01Und dann möchte ich die Nummer Einhackung, ich hab das bei der Rennleitung schon mal angefragt
- 1:32:05vor zwei, drei Jahren oder so und es ist tatsächlich absolut okay, wenn du deine Online-Geschichten
- 1:32:13von jemandem machen lässt extern, also du darfst von außen keinen Support kriegen, keine
- 1:32:18Infos zur Verpflegung oder keine Hotelbuchungen, aber es ist voll okay, wenn du quasi Fotos
- 1:32:24machst mit dem Handy, Videos, die mit WhatsApp irgendwerem schickst und der das dann für
- 1:32:28dich online stört, es ist kein Support von außen.
- 1:32:30Genau, ich habe während des Rennens eigentlich, also ich wäre völlig überfordert gewesen,
- 1:32:33ich habe im Wesentlichen nur mit zwei, drei Personen Kontakt gehabt und bin jetzt immer
- 1:32:38noch am Aufarbeiten von dem, was da an Reaktionen reinkommt und Anteilnahme und ja.
- 1:32:43Ja, also Schlussbekuh, ich habe, wir sind es doch schon einige Tage dauer, ich habe jetzt
- 1:32:49noch mit niemandem gesprochen, der das genossen hat.
- 1:32:53Ich habe einen Kollegen hier 10 Meter weitersitzen, der ist sehr fluchend ins Ziel gekommen,
- 1:33:01aber mittlerweile kann er auch ein bisschen drüber lachen, aber der Schlussbekuh war
- 1:33:04schon, also es gab noch mal 15 Kilometer Gravel, ich glaube mittlerweile haben sie ihn geändert,
- 1:33:08jetzt ist sogar noch mehr Gravel dabei.
- 1:33:10Mir waren es schon 20, ja.
- 1:33:12Und der Gravel-Teil ging ja noch, aber dann gab es ja so richtige, oder magst du sagen?
- 1:33:19Ja, also es war so richtig verblockteilweise, also es war wirklich brutal mit großen Spitzensteinen
- 1:33:27richtig fest gefahren, also es war wirklich brutal.
- 1:33:31Und vor allen Dingen waren sie mit ziemlicher Wasserlacken, die teilweise richtig heiß ist,
- 1:33:36teilweise richtig kaltes Wasser geführt haben, mit Fröschen, die rechts und links rumspringen,
- 1:33:39wo man sich hier Wasser locken, es war nicht so, du bist 30 Zentimeter tief im Wasser gestanden,
- 1:33:45das ist das Vorderradl, wo du bist zur Mitte der Speiche, du bist zur Narbe im Wasser,
- 1:33:51du bist schon so angemacht, du mein Dynamo und du kannst dann natürlich nicht durchfahren,
- 1:33:56du bist nicht, woß er im Boden ist, bei mir war es stockfinster und ich bin ja durchgegangen
- 1:34:01oder aufs Radl durchgeschoben und du stehst ja nur bis Mitte der Wade in einem tiefen
- 1:34:05Wasserbecken drinnen, 10 Meter lang, dann dem Moment fühlt sich halt schon noch einmal
- 1:34:09irgendwie erniedrig.
- 1:34:10Da denkst du dir fast 5.000 Kilometer an den ganzen Kontinent und jetzt musst du hier irgendwie
- 1:34:13durch solche Sumpflandschaften warten, warum?
- 1:34:17Ich wollte es eigentlich erzählen, wenn der Floh im Detail über alle unsere Erlebnisse
- 1:34:23sprechen, aber ich erzähle es jetzt, weil es gut passt, ich habe vier Mal Transcontinental
- 1:34:28gebraucht, damit ich den Schlussbarkur gelassen hinnehme und ich habe mir wirklich immer eingredet,
- 1:34:34es sind keine schlechten Menschen, sie sind einfach deswegen so in der Planung gewesen,
- 1:34:40weil sie uns von der Hauptstraße fernhalten wollen und das war wirklich, also die Hauptstraße
- 1:34:45dorthin, ich habe das in Blogs gelesen, Reiseberichten von einfach Radreisenden, die irgendwie die
- 1:34:51Donner entlangfahren sind bis Konstanzer, sie sagen die letzten 30 Kilometer nach Konstanzer
- 1:34:56sind die absolute Verkehrshölle, das ist wirklich unmöglich, nur zu vorn, es ist super
- 1:35:00gefährlich und hier mir eingredet, ja wir stapfen durch Wasser, ja wir fahren auf debattten
- 1:35:05Schotter, aber die Veranstalter machen es aus Sicherheitsgründen.
- 1:35:08Und?
- 1:35:09Das ist eine schöne Sicht.
- 1:35:10Ja und ich muss auch sagen, nicht weil ich da jetzt umgehen möchte, die letzten Jahre
- 1:35:14waren die Schlussbarkurs schlimmer.
- 1:35:15Da bin ich froh, dass ich jetzt das erste Mal mitgefahren bin, also die Veranstalter
- 1:35:20sind wirklich, also da muss ich zustimmen, also sind super liebe Menschen und ich habe
- 1:35:25im Nachhinein auch viel mit dem Androh geredet und ich kann ganz, ganz viele Gedanken von
- 1:35:29ihm verstehen und irgendwo gehört es ja auch zu dem TCA und zu dem Ruf des TCA dazu und
- 1:35:35irgendwo sind wir jetzt ja auch stolz darauf, dass wir selbst da durchgestapft sind, also.
- 1:35:40Mir gefällt ja schon die Unknown Race Philosophie sehr gut, sie sagen die schwierigsten und
- 1:35:45die brutalsten Passagen zu Beginn, wo alle noch frisch sind und kräftig und sie auch
- 1:35:50aus Problemen selbst irgendwie befreien können und gar uns am Ende nichts zu schrieben ist
- 1:35:54mehr.
- 1:35:55Das ist beim Transconvent LNAID so auch, da geht es vom Ende schon noch mal zusammen.
- 1:35:59Sehen wir uns nächstes Jahr beim Unknown wieder, oder?
- 1:36:02Schauen wir mal.
- 1:36:03Ja, also danke, dass du uns da jetzt so frisch, deine ganz frischen Eindrücke von deinem
- 1:36:12unglaublichen TCA-Debüt erzahlt hast.
- 1:36:17Und wir haben ja jetzt vorher am Anfang so ein bisschen gesagt, als hätte man die nicht
- 1:36:22so am Schirmkörper war, wir haben ja in der Vorschau-Episode, haben wir ja gesagt, wer
- 1:36:26sind die Geist zu watch, da haben wir dich ja auch genannt.
- 1:36:29Du hast bei der Registration gesagt, ja übrigens danke dafür, no pressure.
- 1:36:33Ja, ich habe mir schon gedacht, oh Gott, wo kommt jetzt mein Arme her?
- 1:36:38Na, vielen, vielen Dank.
- 1:36:40Aber wie ort wäre das Rennen bitte gewesen, immer das Level, das Leistungsniveau ist so
- 1:36:44brutal hoch.
- 1:36:45Und ich stelle dir vor, der Abtula wäre nicht in der ersten Nacht krank ausgeschieden, der
- 1:36:49Justinas hätte nicht so sich ein bisschen verbockert bei der guten Planung und hätte
- 1:36:53sein Potenzial voll ausgeschöpft, ja genau.
- 1:36:57Also, Wahnsinn, es ist Wahnsinn, wie hoch das Level ist bei dem Rennen.
- 1:37:01Und da zweiter Platz ist er einfach unfassbar stark, der Victor war wahrscheinlich nicht
- 1:37:09unschlagbar, natürlich niemand ist unschlagbar, aber er war sehr, sehr schwer.
- 1:37:13Ja, der Victor hat das völlig verdient gewonnen.
- 1:37:15Genau, absolut.
- 1:37:16Und er schläft, fühlt und fort, einfach 35 im Schnitt, gefühlt, unfassbar, bis zum
- 1:37:22letzten Tag.
- 1:37:23Und der Junge ist erst, ich glaube, 23 und er hat uns allen um 9, er ist ein Kind, auch
- 1:37:28vom Kopf weg.
- 1:37:29Ich habe gehört, als ihm gesagt wurde, dass die Brücke gesperrt ist, der hat nicht diskutiert,
- 1:37:33der hat sich nicht aufgeregt, der ist einfach, hat sein Handy rausgeholt, hat die Berechnung
- 1:37:37angestellt, hat geschaut, wo er lang muss, hat die Alternativroute geplant und ist kommentalos
- 1:37:41weitergefahren.
- 1:37:42Er ist mental und psychisch so stark, also physiologisch sowieso, also Wahnsinn.
- 1:37:50Wie sitzt Dein Fazit?
- 1:37:52Ich bin unglaublich glücklich und verdammt stolz und ich werde noch lange brauchen, das
- 1:37:59zu verarbeiten.
- 1:38:00Aber Christoph hat, Christoph ist auch mitgefahren, Pernsteiner ist auch brutal stark in die Top
- 1:38:0710 gefahren.
- 1:38:08Er hat gesagt, Martin, wenn wir das Rennen finnischen, können wir getrost langweilig
- 1:38:10werden.
- 1:38:11Ich hoffe, dass wir das nicht werden, aber das war schon ein unglaubliches Abenteuer
- 1:38:17und ich bin unglaublich dankbar und privilegiert, dass ich so was überhaupt fahren darf, fahren
- 1:38:23kann und mir so viel dafür glatt gelaufen ist, dass ich überhaupt hier sein darf.
- 1:38:33Und momentan überwiegt einfach die Dankbarkeit.
- 1:38:36Ja, sehr schöne Schlusswarte, oder?
- 1:38:39Für alle, die mehr diese Jahre hören wollen und dann auch vielleicht wie es dem Strasse
- 1:38:44und dem Kraschets ergangen ist, die nächsten paar Folgen werden wir uns ausführlich mit
- 1:38:49unseren eigenen Rennen kennen.
- 1:38:50Genau, in einer Woche wird es weitergehen.
- 1:38:53Wir sind jetzt dann bald auf der Heimreise, dann werden wir uns dahin noch kurz sortieren
- 1:38:58müssen und in einer Woche beginnen wir dann mit unserem Transcontinental Special Danke
- 1:39:04Martin, dass du heute so, so viel Einblick gegeben hast und so die ganz, ganz frischen,
- 1:39:11tollen, rohen und ungeordneten Emotionen, das sind immer die besten, wie du uns geteilt
- 1:39:15hast.
- 1:39:16Danke für die Möglichkeit dafür.
- 1:39:17Und sorry, dass es so lange dauert, bis wir uns jetzt zu dem Podcast getroffen haben.
- 1:39:23Du hast dich echt hart dafür qualifizieren müssen, aber unglaublich.
- 1:39:27Also zweiter Platz, nochmal extrem großen Glückwunsch und Respekt und wir sind alle
- 1:39:32irgendwie gespannt, wo es bei dir in Zukunft kommt.
- 1:39:35Ja, oh schon wieder Pressure, ich werde jetzt langweilig.