Latest / Anonym Suchthilfe – KI-gestützte Selbsthilfe / Suchtdruck und Entzug: Durchhalten in dunklen Zeiten 🫂
Transcript
- 0:00Herzlich Willkommen zu unserer heutigen Vertiefung.
- 0:02Schön, dass du wieder dabei bist.
- 0:04Hallo, auch von meiner Seite. Wir haben heute ein ja wirklich
- 0:07intensives Thema auf dem Tisch, den Kampf gegen Suchtdruck und
- 0:12die gefürchteten Entzugserscheinungen.
- 0:14Genau und als Grundlage dient uns da ein sehr, sehr
- 0:17persönlicher Artikel, der es von Gabriel Metz, erschienen auf
- 0:21seiner Webseite Clean mit Neelix, Berlin.
- 0:25Und das ist auch gleich n wichtiger Punkt, den man wissen
- 0:27muss, oder? Der Autor Gabriel Metz, der ist
- 0:29selbst betroffen. Ganz genau erkennt
- 0:31Suchtprobleme, erkennt psychische Probleme aus eigener
- 0:34Erfahrung und teilt das sehr offen.
- 0:37Also keine Theorie von außen, sondern ja aus dem echten Leben.
- 0:41Gegriffen. Seine Mission, so schreibt es ja
- 0:43auch, ist es aus diesen echt miesen Erfahrungen irgendwie was
- 0:46Gutes zu machen für sich, aber eben auch für andere.
- 0:49Ein starker Antrieb, finde. Ich absolut.
- 0:51Also was wir heute machen wollen, wir schauen uns an, was
- 0:55diese Phasen, also Entzug und suchtdruck, was die so brutal
- 1:00macht, warum es sich aber trotzdem lohnt, dranzubleiben
- 1:03und ganz wichtig, wo man Unterstützung findet.
- 1:07Lass uns das mal auseinandernehmen.
- 1:09Ja genau, aber kleiner Hinweis vorweg.
- 1:12Wir sprechen hier über wirklich schwere Themen, Depression, auch
- 1:16Suizidgedanken kommen zur Sprache.
- 1:18Also wenn ich das gerade triggern könnte, Pass bitte gut
- 1:21auf dich auf. Okay also der Artikel, der fängt
- 1:24ja direkt an mit dem, was Gabriel Metz die Hölle des
- 1:28Anfangs nennt, die körperlichen Qualen.
- 1:30Ja, das beschreibt ja ziemlich eindrücklich diese
- 1:33Schlaflosigkeit, die innere Unruhe, zittern, schwitzen.
- 1:38Also der Körper und irgendwie auch der Kopf rebellieren da
- 1:41total, oder? Absolut.
- 1:43Dem Körper fehlt halt der Stoff, an den er sich gewöhnt hat und
- 1:46das Nervensystem spielt verrückt.
- 1:48Das ist reiner Stress für den Organismus.
- 1:50Und der Schlafmangel, der wird ja als extremer Verstärker
- 1:53beschrieben. Kann ich mir gut vorstellen,
- 1:55wenn du nächtelang nicht schläfst.
- 1:57Das zermürbt doch total. Total.
- 2:00Das macht alles andere die Unruhe, die Ängste, die
- 2:03Schmerzen noch viel, viel schlimmer.
- 2:05Man ist ja kaum noch widerstandsfähig.
- 2:07Und genau da lauert dann wahrscheinlich die Falle, von
- 2:10der er auch schreibt. Die Selbstmedikation, der
- 2:13Gedanke, Ach komm, nur n bisschen was, damit der Schmerz
- 2:16aufhört. Ja, die Verlockung ist riesig.
- 2:19In dem Moment, aber der Artikel warnte eindringlich, das ist der
- 2:23Turbo Rückfallknopf, wie er es nennt.
- 2:26Turbo Rückfallknopf das trifft es wahrscheinlich ziemlich gut.
- 2:29Ja, weil es eben oft nicht bei dem bisschen bleibt.
- 2:33Und dann kommt zum körperlichen Elend noch das Gefühl des
- 2:36Versagens dazu. Ich hab s wieder nicht
- 2:38geschafft, das zieht einen oft noch tiefer runter, ein echter
- 2:42Teufelskreis. Puh, und neben dem körperlichen
- 2:45ist da ja noch die Psyche. Er beschreibt diese
- 2:48Entzugsdepression. Richtig.
- 2:51Und er erklärt das auch sehr nachvollziehbar als Folge des
- 2:53Hormonchaos im Gehirn. Dopamin, Serotonin, das ganze
- 2:56System ist ja durcheinander, das ist keine Charakterschwäche, das
- 2:59ist Chemie. Das ist ne wichtige
- 3:01Unterscheidung glaube ich. Das nimmt vielleicht auch n
- 3:03bisschen von der Schuld, die viele empfinden.
- 3:06Hoffentlich. Und er spricht ja auch ein
- 3:08extrem sensibles Thema an Suizidgedanken.
- 3:11Ja, das fand ich auch bemerkenswert offen.
- 3:13Er sagt, man muss das Ernst nehmen als Hilfeschrei der
- 3:16Seele, aber eben auch, wie wichtig absolute Ehrlichkeit
- 3:20gegenüber Helfern ist. Auch wenn Scham und Angst riesig
- 3:23sind. Das ist wirklich ein Kernpunkt
- 3:25im Artikel. Diese Ehrlichkeit, sagt er,
- 3:27ermöglicht erst echten Schutz. Wenn Ärzte, Therapeuten
- 3:31nahestehende Personen Bescheid wissen, können Sie handeln.
- 3:33Können Sie da sein? Und er beschreibt diese Gedanken
- 3:36ja auch als Symptom, als Folge dieses chemischen
- 3:39Ungleichgewichts im Gehirn, nicht als freien
- 3:43Willensentschluss. Genau das versucht er zu
- 3:46vermitteln. Das nimmt der Sache nichts von
- 3:48ihrer Gefahr überhaupt nicht, aber es kann helfen zu
- 3:51verstehen, was da passiert und dass es eben ein Symptom ist,
- 3:54das behandelt werden muss und nicht ein endgültiger Zustand.
- 3:58Aber, und das ist ja das wichtige, der Artikel bleibt
- 4:01nicht bei dieser Dunkelheit stehen.
- 4:03Es gibt das große aber. Ja, zum Glück.
- 4:06Die zentrale Botschaft ist, es wird besser, diese extreme
- 4:10Intensität, die hält nicht ewig an.
- 4:13Das ist wahrscheinlich schwer zu glauben, wenn man mittendrin
- 4:15steckt. Absolut.
- 4:17Aber der Artikel argumentiert ja, dass diese heftigen Symptome
- 4:20eigentlich Zeichen sind, dass Körper und Geist für einen
- 4:23Arbeiten, dass das System versucht, sich wieder
- 4:26einzupendeln, ins Gleichgewicht zu kommen.
- 4:28Das ist eine interessante Perspektive, nicht als Kampf
- 4:31gegen den Körper, sondern als Zeichen, dass der Körper für
- 4:35einen kämpft. Genau und jede Welle von
- 4:38Suchtdruck, die man übersteht ohne nachzugeben, die Macht
- 4:41einen stärker. Man lernt damit umzugehen, man
- 4:43baut Widerstandskraft auf. Warum lohnt sich das durchhalten
- 4:47also komplett? Konkret laut Gabriel Metz na.
- 4:49Ja, die Liste ist lang und motivierend finde ich.
- 4:51Der Druck wird leichter, er kommt seltener, der Schlaf kehrt
- 4:54zurück, irgendwann, die Stimmung stabilisiert sich, man fängt
- 4:58wieder an, Dinge zu fühlen, auch Freude, man kann wieder lachen.
- 5:01Das klingt nach nach Leben. Ja, genau darum geht's.
- 5:05Um ein selbstbestimmtes Leben, um Freiheit von der Substanz.
- 5:10Das ist das Ziel. Der Artikel hat ja auch so eine
- 5:12Art FAQ teil wo er auf typische Fragen eingeht.
- 5:16Zum Beispiel die Frage, ob Suizidgedanken im Entzug normal
- 5:20sind. Normal im Sinne von häufig ja,
- 5:23leider nicht selten normal im Sinne von harmlos, absolut nicht
- 5:28immer extrem gefährlich. Das betont er auch sehr stark.
- 5:31Ja, und er sagt ganz klar sofort Hilfe holen, Notruf 112 Wählen,
- 5:36Krisenhotlines anrufen. Er nennt ja auch nur man im
- 5:39Artikel. Wichtig ist wieder diese
- 5:41Einordnung. Es wird als Symptom des
- 5:43chemischen Chaos beschrieben, das dringend behandelt werden
- 5:46muss. Das entlastet vielleicht vom
- 5:48Schuldgefühl, aber nicht von der Notwendigkeit zu handeln,
- 5:52sofort. Verstanden?
- 5:53Zweite Frage, wie lange dauert denn so eine richtig schlimme
- 5:58akute Suchtdruckwelle, die fühlt sich ja sicher endlos an.
- 6:01Ja, subjektiv fühlt sie sich endlos an.
- 6:04Aber objektiv betrachtet, so schreibt er, ist eine akute
- 6:07Welle oft nach 15 bis 30 Minuten vorbei.
- 6:10Nur OK, das ist kürzer als gedacht.
- 6:12Ja, aber in diesen 15 bis 30 Minuten spielt sich halt das
- 6:16ganze Drama ab. Das Ziel ist, genau diese Zeit
- 6:20zu überstehen, ablenken, Skills anwenden, Unterstützung anrufen,
- 6:25was auch immer hilft und die gute Nachricht ist ja, mit der
- 6:29Zeit werden diese Wellen seltener und auch flacher,
- 6:32weniger intensiv. Das ist schon mal ne
- 6:34Perspektive. Und dann die dritte Frage, die
- 6:36viele sicher kennen, was tun gegen die Scham sich Hilfe zu
- 6:40suchen sucht ist ja oft so mit Isolation verbunden.
- 6:43Absolut. Der Artikel sagt es treffend,
- 6:45sucht lebt von Scham und Isolation, das ist quasi ihr
- 6:49Nährboden. Also ist Hilfesuchen der Schritt
- 6:51aus dieser Isolation heraus. Genau, es ist der mutigste Akt
- 6:55dagegen. Und er betont auch Profis zum
- 6:58Beispiel an Hotlines. Die sind geschult, die
- 7:01verurteilen nicht, die sind da, um zu helfen, das ist ihr Job.
- 7:04Aber diese innere Hürde zu überwinden, das ist ja die
- 7:07eigentliche Kunst, oder? Das ist die große
- 7:09Herausforderung. Ja, wie man das ganz konkret
- 7:12schafft, da gibt es kein Patentrezept, aber der erste
- 7:15Schritt ist oft, es überhaupt als Hürde zu erkennen und zu
- 7:19wissen. Es ist okay, sich so zu fühlen,
- 7:22aber es ist notwendig, trotzdem den Schritt zu wagen.
- 7:24Um noch mal auf den Autor zurückzukommen, Gabriel Metz
- 7:27oder nielix Berlin, wie er sich online nennt.
- 7:31Es ist wichtig zu verstehen, dass das alles aus seiner
- 7:33eigenen, ungefilterten Reise kommt, oder?
- 7:36Ja, er schreibt ja auch über seine spezifischen Erfahrungen,
- 7:39zum Beispiel mit der polamidon Abhängigkeit.
- 7:42Sein Blog Clean mit nielix Berlin, das ist wie sein
- 7:46Logbuch. Einen Weg, seine Erfahrungen zu
- 7:48verarbeiten und gleichzeitig eine Stütze für sich selbst zu
- 7:52schaffen. Und eben auch für andere.
- 7:54Das ist ja sein erklärtes Motto, das finde ich ziemlich stark,
- 7:57aus allem schlechten etwas Gutes machen.
- 7:59Genau und deshalb auch dieser Aufruf, den er sich wünscht und
- 8:03den wir gerne weitergeben. Wenn dir diese Einblicke hier
- 8:07oder noch besser die Originalartikel auf seiner Seite
- 8:10geholfen haben, dann Teil das doch.
- 8:13Ja, unbedingt über Social Media, vielleicht auch über Podcast
- 8:16Plattformen. Wenn du selbst einen hast oder
- 8:18jemanden kennst, ein Like, ein Kommentar, das hilft auch schon.
- 8:21Absolut. Man muss wissen, das Projekt
- 8:25Nelix Berlin, das stimmt Gabriel komplett allein, Finanzierung,
- 8:28inhaltserstellung, alles. Jede Form von Unterstützung, sei
- 8:32es durch Teilen oder auf anderen wegen, die auf seiner Seite
- 8:35vielleicht genannt sind, hilft ihm, direkt weiterzumachen.
- 8:38Ja, es hilft ihm, sich selbst zu helfen und damit eben auch
- 8:41anderen. Eine starke Sache.
- 8:43Definitiv. So, wenn wir das jetzt mal
- 8:45zusammenfassen, was bleibt vielleicht am meisten hängen aus
- 8:48diesem Artikel, aus diesem Gespräch?
- 8:50Für mich ist es diese Dualität. Was meinst du genau?
- 8:53Na ja, dieses Gefühl im Entzug, es fühlt sich an wie ein Krieg
- 8:57gegen dich. Alles tut weh, alles ist
- 9:00schlecht. Aber die Perspektive im Artikel
- 9:02ist ja, das sind eigentlich Zeichen, dass dein System für
- 9:07dich kämpft. Ah ja.
- 9:10Dass der Körper und der Geist versuchen, wieder in ein
- 9:12gesundes Gleichgewicht zu kommen, dass der Schmerz quasi
- 9:15ein, ja, ein Nebeneffekt des Heilungsprozesses ist.
- 9:18Genau das ist irgendwie ne, ja ne interessante, vielleicht
- 9:22sogar tröstliche Sichtweise, über die man mal nachdenken
- 9:24kann, auch wenn es sich im Moment selbst natürlich
- 9:27furchtbar anfühlt. Absolut eine Perspektive, die
- 9:31vielleicht ein bisschen Kraft gibt, wenn man mittendrin steckt
- 9:34oder jemanden begleitet, der da durch muss.
- 9:36Ja, damit sind wir für heute am Ende unseres Austauschs.
- 9:40War wieder sehr intensiv, aber wichtig.
- 9:42Fand ich auch. Danke dir fürs Zuhören und dass
- 9:46du dir die Zeit genommen hast für diese doch sehr persönliche
- 9:49Auseinandersetzung. Ja, danke auch von mir.
- 9:53Pass gut auf dich auf, bis zum nächsten Mal.