Latest / Rheinpegel - der Düsseldorf-Podcast / Aktuelles aus der Redaktion und Kunstpalast-'Grumpy Guide' Carl Brandi im Gespräch
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- Ich hatte einen Tag, der irgendwie das momentane Wetterfeeling in a nutshell, wie man so schön sagt, beschreibt. Ich hatte einen Lunchdate in der milden, aber doch recht kühlen Mittagssonne, so mit leichtem männlichen Ahnen, ihr versteht schon. Dann war ich am Nachmittag im Garten im Teichschwimmen, weil es so heiß war. Und abends habe ich dann im dicken Pulli Suppe gegessen, irgendwie sehr herbstlich. Was ich sagen will, wer soll denn da noch durchblicken? Geht's euch auch so, also dass ihr drei verschiedene Jahreszeiten an einem Tag durchmacht? oder bin ich irgendwie übersensibel? Das würde mich ja mal interessieren. Also versteht mich nicht falsch, das war alles für sich wirklich sehr schön, aber irgendwie, ich weiß auch nicht. Und auch, dass das Wetter mal ein Thema ist, über das ich so ausführlich nachdenke und rede, ob das dann doch mit dem Alter kommt. Naja, ihr könnt ja mal berichten, wie das bei euch so ist. Zu berichten hat meine liebe Kollegin Marlene Kess heute auch das ein oder andere. Sie hatte zum Gespräch nicht nur zwei aktuelle Fälle aus den Düsseldorfer Gerichten im Gepäck, sondern erzählt auch davon, wie die erste Woche mit dem Badeverbot im Rhein abgelaufen ist und warum so viele Leute Probleme mit den QR-Codes auf den Briefwahlzetteln zur anstehenden Kommunalwahl hatten und haben. Im Kunstpalast hält gerade ein ganz besonderer Guidehof und der ist, naja, nicht unbedingt gut gelaunt, so viel soll verraten. Karl Brandy führt als Grumpy Guide durch die Sammlung. In seiner Rolle als Josef Langeling macht er sein Publikum auf die für ihn völlig offensichtlichen Missstände im hiesigen Museumsbetrieb aufmerksam. Im Gespräch erzählt er, wie das Konzept entstanden ist und warum es ausgerechnet in Düsseldorf so gut funktioniert. Und damit herzlich willkommen zum Rheinpegel. Ihr hört Folge 383 und der Rhein steht bei 1,17 Meter. Music. Rheinpegel, Der RP-Podcast für alle, die Düsseldorf lieben. Hallo zum Rheinpegel, dem Podcast, in dem wir jede Woche darüber sprechen, was Düsseldorf bewegt, was die Bewohnerinnen und Bewohner umtreibt. Kurz und gut, was geht. Mein Name ist Tosja Kormann und diese wirklich schöne Aufgabe darf ich übernehmen. Wenn ihr uns etwas mitteilen wollt, dann könnt ihr das gerne tun unter rheinpegel.podcast at rheinische-post.de oder 0160 80 844 erreicht ihr uns. Und ihr könnt uns schreiben, wenn euch Themen unter den Nägeln oder auf der Seele brennen, wenn ihr Lob oder Kritik habt, wenn ihr Veranstaltungen wisst, auf die wir hinweisen dürfen oder wenn ihr einfach mal was loswerden wollt, schreiben könnt ihr uns auch, wenn ihr was gewinnen möchtet. Das Alturs Open Air Kino am Rheinufer ist noch bis Ende August am Start und heute verlosen wir 2x2 Tickets für Vajana 2 am 30. August. Und mittlerweile you know the game. Ihr schreibt an podcasts at rheinische-post.de und mit etwas Glück hört ihr von uns. Marlen Kess stellt mir und uns heute wieder zwei aktuelle Prozesse an den Düsseldorfer Gerichten vor. Und es ist mir wichtig, darauf hinzuweisen, dass es in den ersten fünf bis sechs Minuten des Gesprächs um einen Fall geht, in dem sich drei Männer wegen sexualisierter Gewalt und versuchtem Totschlag an einer 19-Jährigen verantworten müssen. Um den Prozess zu beschreiben, gehen wir auf die Vorwürfe und den wahrscheinlichen Tathergang ziemlich genau ein. wenn das ein Thema ist, mit dem ihr nicht so gut umgehen könnt. Skippt diesen Teil besser oder hört ihn nicht alleine. Der zweite Fall, den wir besprechen, ist in dieser Form vielleicht der erste seiner Art. Eine junge Frau zieht gegen die Kunstakademie Düsseldorf vor Gericht, weil sie dort nach der Eignungsprüfung zum Studium nicht zugelassen wurde. Dagegen geht sie vor, möchte mit ihrer Klage unter anderem erreichen, dass offengelegt wird, was ihrem Werk in den Augen der Prüfungskommission fehle, dass ihr von dieser Seite die notwendige künstlerische Eignung für das Studium abgesprochen wurde. Wie die Aussichten sind und ob die Klage erfolgreich war, das berichtet Marlen. Seit einer Woche greift in Düsseldorf am Rhein das Badeverbot und fast wie zu erwarten wurden bereits die ersten Bußgelder verhängt und auch sonst hat sich die Debatte um die Neuerung noch immer nicht ganz gelegt. Wie der aktuelle Stand ist und auf welchen Wegen die Stadt weiter versucht, das Verbot publik zu machen, darüber sprechen wir. Am 14. September sind Kommunalwahlen. Wer da nicht in der Stadt ist oder es sich terminlich ein bisschen entspannter machen will, beantragt jetzt schon Briefwahl. Das ist momentan leichter gesagt als getan. Viele Menschen meldeten, dass sie sich auf dem eigentlich als vereinfacht angedachten Weg über die QR-Codes auf den Bescheiden nicht anmelden konnten, weil die Smartphones diese nicht erkennen können. Marlen erzählt, was die Gründe sein könnten, wie die Stadt reagiert und warum man sich trotzdem gut zur Briefwahl melden kann. Ihr mögt das alle nicht über mich wissen, aber ich bin ja ein richtig effizienzliebender Mensch und in diesem Fall hier gerade, in dieser Situation kann ich mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen. Mir gegenüber sitzt Marlen Kess. Hallo! Hallo! Schön, dass du auch mal wieder da bist. Und nicht nur werden wir heute unsere Rubrik, was passiert eigentlich an Düsseldorfer Gerichten so bedienen, sondern auch führst du uns durch die präsenten Themen der Woche. Deswegen mehrere Fliegen mit einer Klappe. Lese auch den Rest der Zeitung. Genau. Wir fangen aber mal an mit den Gerichten. Du warst mal wieder unterwegs und das nicht so knapp. Es war irgendwie in letzter Zeit. Also Sommerloch ist da nicht so zu spüren. Nicht so wie das Dezember-Weihnachtsloch auf jeden Fall. Das finde ich tatsächlich auch. Es ist schon weniger und vor allen Dingen auch die Pausen zwischen den Terminen sind zum Teil sehr lang, weil die dann da eben zum Beispiel drei Wochen Urlaub reinlegen, weil es ja drei Wochen Pause maximal sein dürfen. Und das merkt man schon, es zieht sich alles so ein bisschen, aber die Themen an sich werden jetzt nicht unbedingt so viel weniger wie zu erwarten worden. Ja, und vor allem auch, ja, neue Themen. Also wir sind das ja auch gewohnt, dass irgendwie Prozesse länger gehen, die begleitest du dann natürlich auch und dann kannst du hier immer so ein bisschen updaten. Aber tatsächlich gibt es jetzt auch, darum habe ich das Gefühl, es ist gerade jeden Tag lese ich eine neue Zeile mit irgendwas, was hier schon wieder vor Gericht steht. Genau, und am Montag hat auch was Neues angefangen. Sehr unschön, muss man direkt dazu sagen. Es geht um Vergewaltigung und versuchten Totschlag. Und zwar sind drei Männer angeklagt aus Siegen zwischen 28 und 32 Jahren, die eine 90, also damals 19-Jährige, das ist jetzt drei Jahre her, also heute müssen sie ungefähr 22 sein. In einem Club kennen. Also einer von denen soll die in einem Club am Hafen kennengelernt haben, dann, da war sie wohl schon relativ betrunken, dann hat er sie laut Staatsanwaltschaft zum Cannabiskonsum animiert, dadurch war sie dann auch noch berauscht und nicht mehr Herr in ihrer Sinne. Dann soll er sie in ein Hotel auch am Hafen geführt haben, wo nicht nur er sich an ihr vergangen hat, sondern eben auch zwei andere, die er dazu gerufen hat, explizit auch mit sehr unschönen Worten, die ich hier nicht zitieren möchte. Das ist soweit das, was bekannt ist und dieser Prozess hat am Montag angefangen und das war in zweierlei Hinsicht ganz spannend. Und zwar das erste war, dass diese drei Männer von den zwei, also einer sitzt in Untersuchungshaft, der andere sitzt tatsächlich in Strafhaft, weil der wegen Drogendelikten sowieso schon einsetzt in Anführungszeichen und einer ist auf freiem Fuß. Und als die reinkamen, waren die Angehörigen, waren sehr viele Angehörige und Bekannte da, die sich auch teilweise sehr, ich sag mal, offensiv verhalten haben. Also Angehörige des Opfers? Nein, der Angeklagten. Interessanterweise der Angeklagten, was man jetzt ja vielleicht bei so einem Vergehen nicht unbedingt erwartet. Und dann dauerte die Verhandlung auch ungefähr zwei Minuten, weil die Kammer, also auf Anregung der Kammer, was auch schon relativ selten ist, die Öffentlichkeit ausgeschlossen wurde, schon nach, ja also vor Anklageverlesung, also wir haben eigentlich gar nichts mitbekommen, außer, dass wir die halt einmal gesehen haben, wie die reinkommen, dann wurde die Anwesenheit protokolliert, ähm. Von denen und ihren Verteidigern und diese junge Frau lässt sich als Nebenklägerin vertreten, also die hat auch eine Anwältin, die da schon saß und dann war aber eigentlich auch schon Schluss, also vor Anklageverlesung alle raus, weil die Sachen, um die es da geht, den persönlichen und vor allen Dingen auch den intimen Lebensbereich dieser Frau eben so stark betreffen und es gibt soll oder es gibt wohl auch Tatvideos, also die sollen das gefilmt haben und so. Und das wird natürlich alles eine Rolle spielen in diesem Verfahren und deshalb wurde dann eben die Öffentlichkeit ausgeschlossen, was aber trotzdem, wenn man sich so umhört, relativ selten ist, auch bei solchen Delikten. Also ich habe jetzt ja schon auch mehrere, haben wir auch schon drüber gesprochen, mehrere auch Vergewaltigungsdelikte begleitet und das war bisher nie so und vor allen Dingen nicht so früh und vor allen Dingen auch nicht auf Antrag der Kammer, sondern wenn dann ja eigentlich eher auf Antrag der Opfervertreter. Oder zum Beispiel, dass dann gesagt wird, während der Aussage dieser Frau wird die Öffentlichkeit rausgebeten oder während diese Videos gezeigt werden. Aber da wurde von Anfang bis Ende. Also es ist auch, dass die komplette Hauptverhandlung nicht öffentlich stattfindet. Es kann sein, dass das Urteil öffentlich verkündet wird. Das steht aber noch nicht fest. Das hat jetzt eben am Montag angefangen und geht bis Oktober. Und es geht eben um diese Vergewaltigung und umversuchten Totschlag, weil sich diese junge Frau, Nämlich wegen dieser ganzen Geschichte mehrfach übergeben hat und die, die dann einfach in diesem Hotelzimmer in ihrem Erbrochen haben liegen lassen oder sollen liegen lassen haben und quasi in Kauf nehmend, dass sie sich nochmal erbricht und daran erstickt. Genau und deshalb ist eben auch der Vorwurf versuchter Totschlag und ja, das sind natürlich sehr heftige Vorwürfe, eine sehr, sehr krasse Geschichte und als dann die Öffentlichkeit rausgebeten wurde, haben sich diese bekannten Angehörigen, wie auch immer, war auch nochmal sehr lautstark darüber, nicht beschwert, aber sind so Sachen gefallen wie die Gerechtigkeit wird siegen oder auch bleib stark Bruder mit so erhobener Faust. Es war wirklich alles etwas kurios. Aber gut, der Prozess hat angefangen. Er wird auch zu Ende gehen. Es ist, glaube ich, nicht bekannt, ob sich die Angeklagten dazu einlassen werden. Ich glaube, bisher sagen sie nichts. Die junge Frau wird auf jeden Fall auch aussagen. Aber eben alles. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Ohne uns und auch ohne alle anderen. Weil du gerade gesagt hast, dass vielleicht das Urteil dann öffentlich verkündet wird. Ist das dann wie so eine... Also, weil es dann eh schon gelaufen ist, damit quasi auch Medienvertreter in Presse und so, damit es quasi auch einen Abschluss gibt für Außen. Ich meine, eigentlich geht es uns ja alle nichts. Also ich habe ja kein Recht darauf zu erfahren, wie dieser Prozess ausgegangen ist. Aber ist das so ein bisschen wie so ein Kompromiss, wenn man sagt, okay, die Öffentlichkeit wird ausgeschlossen, aber Anfang und Ende. Es steht ja noch nicht fest, ob es tatsächlich so sein wird. Was er ja schon gesagt hat, ist für die Schlussvorträge auf jeden Fall auch die Öffentlichkeit ausgeschlossen. Also für die Plädoyers, was auch schon eher ungewöhnlich ist. Also es ist schon ein ungewöhnlicher Vorgang, so umfassend auszuschließen. Und grundsätzlich sind ja Verhandlungen in Deutschland öffentlich und grundsätzlich hat die Öffentlichkeit ja das Recht zu erfahren, was dabei rausgekommen ist. Insofern könnte man im Zweifel, wenn die jetzt sagen würden, die Urteilsverkündung ist auch nicht öffentlich, könnte ich aber trotzdem als Pressevertreterin beim Landgericht anfragen, was rausgekommen ist und das müssen die mir glaube ich auch sagen. Verstehe. Und du darfst das dann auch berichten. Und ich darf das dann auch berichten. Das finde ich spannend. Vielleicht können wir da in einem anderen, in einer anderen Folge unseres Specials mal drauf eingehen, also was tatsächlich so die Regeln sind oder so. Weil das, wenn wir jetzt darüber reden, man sagt das so selbstverständlich, aber ich denke so, ja, warum, also eigentlich, genau, ich habe ja gar nichts damit zu tun, warum habe ich ein Recht darauf zu erfahren oder warum, genau, das fände ich sehr, sehr spannend. Das war jetzt wirklich sehr harter Stoff zu Beginn. Deswegen machen wir jetzt eine kleine Zäsur, damit es nicht irgendwie so ineinander überläuft. Du hast noch eine andere Begebenheit aus dem Gericht mitgebracht. Da geht es um was ganz anderes. Es geht um Kunst, das Studium und quasi die Frage, ob Kunst bewertbar ist, messbar ist. Und wie man Kunst bewerten kann. Genau, und zwar gab es letzte Woche schon am Verwaltungsgericht eine Verhandlung. Da hatte einer, Frau geklagt gegen die Kunstakademie Düsseldorf, weil sie abgelehnt worden ist, als sie wollte freie Kunst studieren mit Schwerpunktmalerei, hatte sich dafür 2023 beworben mit einer Mappe mit glaube ich 23 Arbeitsproben und hat daraufhin einen Ablehnungsbescheid bekommen und hat sich dann dazu, hat sich dagegen schon gewehrt sozusagen. Dann hat diese Prüfungskommission der Kunstakademie sich das nochmal angeguckt, hat sie wieder abgelehnt und dagegen hat sie dann geklagt und das wurde eben jetzt verhandelt. Und was ich ganz spannend fand, ich bin in dieses Verfahren mit der Erwartung reingegangen, dass es ihr vor allen Dingen darum geht, an der Kunstakademie angenommen zu werden und dass sie das eben auf Biegen und Brechen durch diese Klage erreichen will. Das war letztlich aber nicht so der Fall, sondern es ging ihr vor allen Dingen darum, wie sie sagt, und ich nehme mir das auch ab, dass sie sich gewünscht hätte, dass irgendwie nachvollziehbare Kriterien angelegt werden, warum ihre Malereien, ihre Kunst, die sie da eingereicht hat, eben nicht ausreichend ist. Gerade auch im Vergleich, wie sie sagte, im Verfahren zu Abschlussarbeiten, die man ja bei den halbjährlichen Rundgängen sich angucken kann. Und dass sie eben meinte, das sei nicht nachvollziehbar und die Kunstakabie machen da überhaupt keine Vorgaben. Das stimmt auch, machen die wirklich nicht. Außer wie viele Werke es sein müssen so ungefähr. Aber die sagen jetzt nicht, es muss irgendwie was aus dem, muss was Gezeichnetes sein und was Gemaltes und was mit Öl oder so, sondern das ist alles sehr, und ein Akt oder was weiß ich. Was ja per se, finde ich, also ich finde das gar nicht schlecht, weil, also ich muss dazu sagen, ich habe ja auch Aufnahmeprüfungen gemacht für Musik. Da ist es, also ich kenne den Vorgang und ich kenne auch, es gibt verschiedene Hochschulen mit verschiedenen Anforderungen. Und ich fand auch immer die irgendwie am leichtesten, mich drauf vorzubereiten und auch am angenehmsten zu spielen, wo ich quasi machen konnte, was mich auch ausmacht. Weil am Ende, klar, in so einem Studium füllt man den Handwerkskasten auf. Aber wenn ich jetzt schon weiß, ich möchte irgendwie, also ich habe Jazzgesang studiert, das wird jetzt ein bisschen spezifisch, aber ich skatte nicht gerne. Das ist vokale Improvisation, das ist einfach nicht mein Ding. Natürlich kann ich das, ich muss das können, wenn ich einen Abschluss habe, wo drinsteht, dass ich das studiert habe. Aber wenn ich doch von Anfang an weiß, ich gehe eher in eine Richtung, die, weiß ich nicht, das nicht so beinhaltet, dann finde ich das auch okay, da frei zu sein in der Präsentation, wie ich mich zuerst mal darstelle. Also das wollte ich nur sagen. Ich finde das keinen großen Kritikpunkt, dass die nicht spezifisch sagen, was man machen soll. Genau, ihr Argument war quasi zu sagen, wenn die das nicht machen, wie wollen die dann überhaupt hinterher sagen, das ist nicht gut sozusagen so. Und dann ging es eigentlich so ein bisschen wirklich um die Frage, wie ist Kunst eigentlich zu bewerten und was ist Kunst eigentlich und was ist vor allen Dingen auch freie Kunst und welche Möglichkeiten haben da eben zum Beispiel auch Gerichte da überhaupt irgendwie reinzuwenden. Und letztlich ist dabei rausgekommen, dass die Richterin, die das gemacht hat, man muss dazu sagen, am Verwaltungsgericht läuft das ja so, dass die Richterin den Sachstand erklärt, wie sie ihn Stand jetzt bewertet. Dann haben beide Seiten die Möglichkeit zur Stellungnahme. Und dann kommt schon relativ klar raus, was dabei rauskommt. Und dann gibt es zum Beispiel die Möglichkeit, dass eine Klage zurückgenommen wird. Und so war das auch in diesem Fall, dass die Richterin das erläutert hat und eben aus ihrer Perspektive ganz klar gesagt hat, Kunst liegt im Auge des Betrachters, das stimmt. Es gibt eben keine objektiven Kriterien, die man an Kunst anlegen kann. Gerade bei freier Kunst ist das vielleicht nochmal verstärkt so. Und an der Akademie, also im Studium geht es eben darum, dann auch Handwerk zu verfeinern, Techniken zu verfeinern, auch Wissen über Kunstgeschichte, Kunstwissenschaft. Das ist aber eben alles nicht Teil dieser Aufnahmeprüfung, sondern da geht es wirklich um diese sogenannte künstlerische Eignung oder die hervorragende künstlerische Eignung, die man eben nachweisen muss. Und sie sagte, und die Betrachter in diesem Fall sind eben die acht Mitglieder dieser Prüfungskommission. Und sie sagte auch, die Kunstakademie nimmt eben deshalb auch acht oder es sind deshalb eben auch acht Mitglieder und zum Beispiel jetzt nicht drei oder so, um sich natürlich weniger angreifbar zu machen, um auch zu sagen, es ist eine gewisse Bandbreite an Menschen, die da diese Entscheidung trifft. Und es war bei dieser klagenden Frau eben so, dass sieben von acht in dieser zweiten Prüfungskommission ihr diese künstlerische Eignung abgesprochen haben. Und einer hat gesagt, sie hat eine künstlerische Eignung, aber das reicht eben nicht. Die brauchen so einen bestimmten Schnitt. Also es gibt eine Bewertung von eins bis drei. Eins ist, ich muss gerade überlegen, doch genau, eins ist hervorragend geeignet, zwei ist geeignet und drei ist nicht geeignet. Und sie hatte insgesamt, glaube ich, einen Schnitt von 2,88 oder so. Also auf jeden Fall grundsätzlich nicht ausreichend für ein Studium. Und die Richterin hat ihr deshalb dann eben nahegelegt, weil sie gesagt hat, gerade bei freier Kunst und, sind die gerichtlichen Eingriffsmöglichkeiten sehr, sehr gering. Also da kann das Gericht quasi nicht sagen, das ist eben doch schön sozusagen, weil das eben im Auge der Betrachter in dem Fall liegt. Ja, und auch der Dozierenden, ne? Genau. Also die, die quasi dann mit dir über lange Jahre, ja, ja, ich verstehe schon. Und sie hat dann auch gesagt, ich kann mir vorstellen, dass das für sie nicht zufriedenstellend ist, aber so ist die Rechtslage. Und dann hat diese Frau, die heute 30 ist, hat dann eben auch zurückgezogen, hat dann um kurze Pause gebeten, hat sich, glaube ich, kurz beraten. Die war auch alleine da, hat sich nicht anwaltlich vertreten lassen und hat dann eben ihre Klage zurückgezogen. Und genau, so war dann das Verfahren beendet. Und ich habe dann aber nachher noch kurz mit ihr gesprochen und sie hatte da auch völlig ihren Frieden mitgefunden und hat gesagt, ja, es wäre natürlich irgendwie schade, das schon. Aber es würde sie jetzt nicht umwerfen. Sie würde natürlich weitermalen. Sie macht das immer schon, das ist ihr Ding. Sie wird das auch weitermachen. die ist gelernte Ergotherapeutin und arbeitet auch in dem Bereich und macht ihre Kunst sozusagen nebenher und sie dachte eben so ein Studium wäre vielleicht gar nicht schlecht, weil sie auch mal überlegt hatte so Kunsttherapeutin zu werden zum Beispiel. Aber es ist jetzt auch nichts, wo sie sagt, wo sie jetzt das um jeden Preis erreichen will, sondern es sei ihr vor allen Dingen darum gegangen auf diesen Vorgang, ein Licht zu werfen, sozusagen ein Schlaglicht zu werfen, der ihrer Meinung nach, da hat sie natürlich die Kunstakademie sehr stark kritisiert, elitär und sehr subjektiv eben ist. Genau, dann gab es noch eine zweite Geschichte, dass sie uns einfach mal ihre Bilder gezeigt hat. Also ich hatte auch erwartet, dass diese Bilder schon im Parfum eine Rolle spielen, dass die vielleicht sogar gezeigt werden. Das war aber tatsächlich nicht der Fall, weil die noch bei der Kunstakademie lagen zu dem Zeitpunkt. Die hat sie jetzt inzwischen abgeholt, die hat sie uns gezeigt. Davon gibt es Bilder und sie sagt eben, sie würde jetzt an dieser Akademie sowieso nicht mehr studieren wollen und auch grundsätzlich glaube ich nicht. Die Kunstakademie hat sich das noch der Vollständigkeit halber mir gegenüber gar nicht geäußert. Ich hatte die angefragt zu dem Verfahren, aber die haben sich nicht, Dazu geäußert, genau, das war eben einmal eine ganz spannende, ganz, ganz andere spannende Geschichte über die Frage, kann man Kunst bewerten und juristisch irgendwie einordnen. Spannend und ja, sie wird sicher ihren Weg gehen. Den Eindruck hatte ich auch. Weg vom Gericht, wir gehen jetzt auch unseren Weg, weg vom Gericht, zurück in die Disserva-Lokalredaktion, wo ja auch in der letzten Woche noch viele andere Themen präsent waren und be- und verarbeitet wurden. Und natürlich knüpfen wir jetzt noch einmal an und lassen dann auch langsam gehen das Badeverbot. Das ist jetzt seit einer Woche, ich wollte schon sagen online, mein Gott. Es ist Gen Z, du weißt. Genau, es gilt jetzt seit einer Woche und wie zu erwarten und von Alexander Esch und mir schon antizipiert, haben natürlich Leute protestiert, es haben Leute gesagt, das macht die ganze Stadt kaputt, keine Ahnung. Und sie gehen trotzdem schwimmen. Sie gehen trotzdem schwimmen, also alles eigentlich, wie wir uns das gedacht haben. Aber kannst du mal ein paar Kernsachen uns trotzdem mal hier rauspicken, was mit diesem Badeverbot in der letzten Woche los war? Was ich zum Beispiel ganz spannend fand, war, dass tatsächlich am ersten Tag direkt auch Bußgelder verhängt worden sind. Also schon am Donnerstag sozusagen gab es erste Bußgelder und auch wie ja wirklich im Moment sehr, sehr häufig einen Einsatz wegen Personen im Rhein in Oberkassel. Genau, also es ist so ein bisschen, hat sich direkt an diesem Tag gezeigt, warum sie es erlassen haben. Also ihr seht das alle nicht da draußen, aber ich schüttel gerade schon wieder den Kopf und schmeiße die Hände in die Lofa. Ich verstehe es einfach nicht, aber hey, gut. Genau, also die Stadt hat jetzt glaube ich nicht gesagt, wie hoch die Bußgelder waren. Und das hängt ja auch immer davon ab, was für ein Verstoß es geht und was derjenige vielleicht auch vorher, wie oft das dann schon vorgekommen ist und so. Die gehen ja bis 1000 Euro, aber, genau, und ich glaube, es wurde auch ein Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet, wenn ich das richtig verstanden habe. Genau, außerdem ist tatsächlich ja auch noch neu, dass jetzt die Stadt, darüber wird ja seit gestern relativ viel diskutiert, die Bezeichnung Paradiesstrand bei Google hat löschen lassen, also sie hatten das wohl schon länger vor, weil sie sagen, dieser Begriff führt in die Irre, das ist ein, ist eben kein Paradies, wenn da Leute ins Wasser gehen und nicht mehr wiederkommen, wie es ja in diesem Sommer schon zweimal der Fall gewesen ist. Sondern das heißt jetzt bei Google Rheinstrand, glaube ich, wenn ich es richtig gesehen habe. So ein bisschen eingebettet, vielleicht in die Kampagne der Stadt, die ja auch schon zuvor so bei Social Media und auch auf Plakaten eben von diesem, auf diese erste, den dringenden Hinweis nicht zu baden und jetzt eben das Verbot nicht zu baden hingewiesen hat. Und trotzdem gibt es dann natürlich über diese Aktion mit dem Paradiesstrand natürlich ziemlich viele Meinungen. Ich glaube, die meistgeteilte ist so ein bisschen, dass das ja irgendwie so gar nichts bringt. Weil natürlich die Leute das weiter trotzdem sagen werden. Das ist ja auch kein offizieller Begriff. Der heißt ja nicht so, sondern der ist ja einfach so. In der Stadt sagt man eben Paradiesstrand. Und das wird sich auch nicht ändern, weil man ja nicht mehr baden kann sozusagen. Und das hat sich ja auch angesichts von Todesopfern in den vergangenen Jahren nicht geändert. Und es sei dann eben wahrscheinlich sinnvoller, das Badeverbot durchzusetzen, als irgendwie bei Google rumzufuhrwerken. Aber gut, es ist ein Versuch. Ich habe gelesen, dass natürlich, wenn jetzt auf einer Straße ein tragischer Unfall passiert, ein tödlicher Unfall, dass ja dann die Straße auch nicht umgenannt wird. So ein bisschen die Parallele, die gezogen wird. Ich verstehe das, ich finde es ist trotzdem ein Unterschied. Steht, also tatsächlich haben mich auch schon Leute in der Vergangenheit, die nicht aus Düsseldorf sind, vielleicht war das auch ein Zufall, irgendwie gefragt sind, warum heißt denn das Paradiesstrand, wenn man halt nicht, also wenn das kein, ne, ganz viele dachten, das sei eh eine Bar oder irgendwie also so was Offizielles. Also ich verstehe das schon gar nicht mit der Assoziation, dass da tragische Sachen passiert sind, sondern einfach so, warum heißt denn das Paradiesstrand, wenn man heißt, wenn es keine Bar gibt und wenn es, wenn man nicht schwimmen darf. Weil es schön ist wahrscheinlich. Ich verstehe den Impuls so. Ich stelle mir halt unter Paradies eh ein bisschen was anderes vor als diesen Strand, aber gut. Und ich kann mir vorstellen, dass das jetzt wahrscheinlich so eine Sache wird. Das passt natürlich jetzt gut in den Flow mit Badeverbot und unsere Badewanne wird uns entrissen und so. Es gibt ja auch andere Orte in dieser Stadt, die mal hießen und jetzt anders heißen. Und man sagt trotzdem noch Philippshalle. Ja, zum Beispiel. Irgendwie, weiß ich nicht. Aber es ist eben auch ein Stadion von der Stadt sozusagen. sagen, dass es nochmal unterstreicht, was sie da wollen, warum sie das machen, was sie da machen. Du hast aber eben schon gesagt, es gibt natürlich Stimmen, die sagen lieber, dass beide Verbote es setzen, als jetzt irgendwie da bei Google rum zu vorwerken, aber es wird ja auch viel daran gesetzt, dass es viele Leute erreicht. Also nicht nur die mediale Berichterstattung ist wirklich sehr, sehr, sehr ausführlich und sehr flächendeckend. Social Media ist involviert. Es gibt eine neue Schockbilderkampagne der Polizei, die auch nochmal auf die großen Gefahren des Rheinbadens hinweist. Also da sind zum Beispiel, ich habe die tatsächlich auch schon bei Instagram gesehen, da gibt es zum Beispiel ein Bild von einem jungen Mann, der irgendwie gerade sein Handy in der Hand hat und ein Selfie macht und dann steht da irgendwie so, die Story ging noch online, aber er tauchte nicht mehr auf. Er ist für immer offline. Genau, irgendwie so. Und dann gibt es so einen Teddy, der am Rheinufer verlassen sitzt und irgendwie so, Emma hat eben noch mit ihm gespielt und jetzt eben nicht mehr. Also das ist natürlich so ein bisschen, genau, so Schockbilder. Bisschen wie an der Autobahn, ne? Genau, oder beim Rauchen. Also so die drastischen Folgen, die dieses Badenleben zur Folge haben kann. Ich frage mich da immer, auch bei diesen Schildern an der Autobahn, die ist man ja fast schon gewöhnt, wie auch auf Zigarettenpackungen. Ich finde das gut. Ich frage mich halt, wie viel Effekt die tatsächlich haben, weil ich ja immer denken kann, ja, ich aber nicht. Vielleicht geht es irgendwie so zu uns zusammenwirken und vieler Faktoren. Schilder, Social Media, Paradiesstrand umbenennen. Also auf jeden Fall ist da... Ja, gut, Action drin und wir werden auch sicher irgendwann nochmal darüber sprechen und vielleicht ein etwas langfristigeres Resümee ziehen, aber for now, es ist jetzt verboten, wir hoffen und drücken die Daumen, dass es endlich irgendwie mal ankommt in den Köpfen. Und wie wir auch letzte Woche gesagt haben, bis zu den Knöcheln kann man ja noch rein, also wenn man es gar nicht aushält, keinen Körperkontakt mit dem rein zu haben, dann haltet eure Zehen rein, aber bleibt irgendwie am Ufer sitzen, bitte. Bitte. So, das nächste Thema, was auf jeden Fall präsent ist und auch jetzt in den nächsten Wochen immer präsenter werden wird, ist die Kommunalwahl und der dazugehörige Wahlkampf. Da haben wir schon ein bisschen drüber gesprochen, auch über die Plakatierung. Jetzt ist es ja so, ich muss ja gar nicht immer selber erscheinen im Wahllokal, sondern ich kann das ja auch anders machen, wenn es denn geht. Genau, du kannst zum Beispiel Briefwahl machen. Wenn es denn geht, liebe Wahlein. Genau, und diese, oder ich glaube, in den vergangenen Tagen haben die Wahlbenachrichtigungen die Düsseldorferinnen und Düsseldorfer erreicht und diverse davon, ich eingeschlossen tatsächlich, habe dann beim Versuch über einen aufgedruckten QR-Code die Briefe zu beantragen festgestellt, dass das nicht so funktioniert, wie es funktionieren sollte. Wie sollte es funktionieren und was hat nicht funktioniert? Also es sollte so funktionieren, dass man diesen QR-Code mit seinem Handy scannt, wie man das so kennt mit der Kamerafunktion, Und dass man dann auf eine Seite, auf das Online-Formular zur Beantragung der Briefwahl weitergeleitet wird. Und dass da eben schon eingetragen sind die Daten aus deiner Benachrichtigung. Aha, also hast du einen personalisierten QR-Code. Genau, also das sollte so funktionieren. In der Realität war es dann aber so, auch bei mir tatsächlich, dass ich da mit meinem Smartphone, was jetzt auch gar nicht ist, auch kein ganz altes Gerät, sondern ist relativ neu, das einfach nicht hinbekommen habe, diesen QR-Code zu öffnen. Und dann näher ran und weiter weg und dann nochmal und dann irgendwie von schräg oben und so. Und dann hat mein Mann das auch versucht und der hat es dann irgendwann hingekriegt, aber es hat bestimmt 20 Versuche gebraucht. Ähm. Und das haben eben auch viele andere, also bei uns haben sich Leser gemeldet und Leserinnen haben gesagt, das funktioniert irgendwie nicht und tatsächlich haben wir dann bei der Stadt nachgefragt und die Stadt hat auch gesagt, bei ihnen hätten sich eben auch, ich glaube, was haben sie gesagt, 260 Bürgerinnen und Bürger gemeldet, bis einschließlich Freitag letzter Woche, die eben gesagt haben, ja, das funktioniert nicht, da ist irgendwas nicht in Ordnung und jetzt versucht die Stadt zu klären, was da schiefgelaufen ist, spricht mit dem Druckdienstleister und dann wird mal geschaut. Es ist aber natürlich auch wichtig zu sagen, dass das jetzt natürlich nicht heißt, dass man keine Briefwahl beantragen kann. Sondern man kann dieses Formular, das da eben vorausgefüllt sein sollte, natürlich ganz normal trotzdem aufrufen und selber ausfüllen. Ich frage mich jetzt schon wieder tausend Sachen. Also das heißt, es können wahrscheinlich, wenn es 260 Leute sich gemeldet haben, finde ich, kann man schon mal davon ausgehen, dass es doppelt so viele waren, bei denen es auf jeden Fall nicht geklappt hat. Beziehungsweise so wie bei euch, dass ihr dann einfach dranbleibt und weiterprobiert. Also die Zeit wird ja viel höher sein. Liegt es an der Drucksache oder liegt es an der dann digitalen Ebene? Weil ich finde, wenn es an der Drucksache liegt, das wäre schon wieder sowas, das wäre für mich eine Anekdote, die man noch irgendwie länger erzählt. Wie viele Briefe werden rausgeschickt in dieser Stadt mit Wahlbelach? Ich habe übrigens zwei bekommen, ich weiß nicht warum. Auch spannend. Die nächste Frage. Ja, vielleicht ist nämlich dann jetzt da der richtige QR-Code. Das weiß ich natürlich nicht, weil ich mache keine Briefe, weil deswegen bin ich da. Warte mal, ich habe die dabei. Sollen wir mal live hier probieren? Wir können es gerne mal probieren. Also man muss natürlich auch dazu sagen, dass die Stadt gesagt hat, es sind irgendwie schon über 40.000 Anträge auf Briefe eingegangen und davon die Hälfte per QR-Code. Also es betrifft lange nicht alle rausgeschickten Briefe. Es könnte natürlich auch an den Kameras liegen und so am Licht. Pech, die das bekommen haben, aber genau. Ja, also hier klappt es auch nicht jetzt schon mal. Genau, also auf Anhieb nicht. Und ich glaube, die Idee dahinter ist ja schon, um das zu vereinfachen, diesen Prozess, sollte das ja schnell gehen. Der Gedanke dahinter ist ja, dass das schneller geht. Witzigerweise, ja, nee, es geht gar nicht. Genau. Und entweder geht es halt gar nicht oder es dauert einfach so lange, dass man in der Zeit schon alles hätte ausfüllen können. Aber witzigerweise wird mir alles andere angezeigt. Hier vorne gibt es auch noch einen, der geht. Aber das ist was anderes, ne? Ich glaube schon, ne? Der heißt auch ganz komisch. Also da vorne ist ein QR-Code drauf, der funktioniert gar nicht. Ja gut, okay, also Also auch heute am 20. August geht es nicht. Weil das fände ich schon, genau, es kann natürlich verschiedenste Gründe haben. Genau, da sind die jetzt eben noch dran, was jetzt genau der Grund ist. Ich meine, der ist ja auch relativ klein. Also ich habe das Gefühl, das liegt am Druck. Genau, also ich glaube, die Stadt hat auch diesen Eindruck, sonst würden die da wahrscheinlich nicht mit dem Druckdienstleister in Kontakt gehen. Und das ist natürlich irgendwie sowas, wo ich denke, das... Probiert man doch vorher mal aus, ob man da gut draufkommt. Also ich meine, bei vielen Leuten hat es ja auch geklappt. Deshalb habe ich mich auch zwischendurch gefragt, so bin ich das Problem? Aber es sollte natürlich auf keinen Fall die Leute davon abhalten, wählen zu gehen oder Briefwahl zu beantragen. Man kann ja auch jetzt schon Briefwählen sozusagen. Es gibt ja zwei Direktwahlstellen, das kann man jetzt schon machen. Man kann der statt eine E-Mail schreiben an briefwahl.duesseldorf.de. Man kann eben diesen Online-Briefwahl-Antrag ausfüllen. Also es gibt viele verschiedene Möglichkeiten. Und es wäre einfach wichtig, dass alle Leute, die möchten, wählen gehen. Das stimmt. Vielen Dank, dass du mich und uns hier durch diese mannigfaltigen Themen geführt hast. Sehr gerne. Wir bleiben bei allem dran. Wie gesagt, das Badeverbot ist das Badeverbot. Briefwahl, meldet euch irgendwie anders, wie Marlen gerade schon gesagt hat. Ihr kriegt das schon hin. Vielleicht noch ein kleiner Hinweis in eigener Sache und zwar für alle, die noch nicht wissen, wen sie und was sie eigentlich wählen sollen. Es gibt ja nächste Woche noch eine kleine Wahlarena unserer Redaktion mit den drei OB-Kandidaten von CDU, SPD und Grünen. Das ist am Dienstag, am 26. August. Das wird bestimmt spannend. Ja, also genau, da könnt ihr euch auf dem Laufenden halten und euch dann gegebenenfalls melden. Und vielen Dank, bis zum nächsten Mal. Sehr gerne, bis bald. Tschüss. Kurze Pause. Vielleicht mit etwas Werbung. Music. Wer schon mal eine Führung in einem Museum gemacht hat, weiß, dass es sehr gute gibt, stellenweise vielleicht ein bisschen trocken, immer mal welche zu einem ganz bestimmten Thema, dass man aber gescheucht, streng angeguckt, zurechtgewiesen und manchmal sogar leicht beschimpft wird, sollte vielen neu sein. Der Düsseldorfer Künstler Karl Brandy macht in seiner Rolle als Grumpy Guide Josef Langelink im Düsseldorfer Kunstpalast mit seiner, ich zitiere, höchst unangenehmen Tour durch die Sammlung genau das. Nach trotzdem sehr unterhaltsamen und auch lehrreichen 60 Minuten habe ich mich mit Karl darüber unterhalten, wie er auf das Konzept kam, was die Rollenspielszene in der Stadt damit zu tun hat und warum die Tour gerade in Düsseldorf so erfolgreich Anklang findet. Ich bin wieder einmal unterwegs, wie man wahrscheinlich unschwer hören kann im Hintergrund. Es plätschert ein Springbrunnen, es weht ein laues Sommerabendwindchen. Ich sitze vor dem Museum Kunstpalast auf einer dieser eindrucksvollen Steinbänke und Karl Brandy ist zu Gast. Hallo! Hallo Tosja! Ich habe dich gerade schon eineinhalb Stunden erleben dürfen in deiner Rolle als Josef Langeling. Als dieser führst du durch die, naja, jetzt auch noch nicht schon so ewig wieder eröffnete Sammlung, als Grumpy Guide. Ich weiß ja jetzt, was das heißt. Vielleicht kannst du in eigenen Worten mal beschreiben, was das eigentlich bedeutet. Grumpy Guide bedeutet eine Führung, in der die führende Person, der Guide, die BesucherInnen, die Art und Weise wie vom Museum Kunst präsentiert wird und in Teilen auch die Kunstwerke oder KünstlerInnen selber einfach komplett gefressen hat. In der Figur Josef Langeling manifestiert sich das insofern, dass er ein frustrierter Kunstgeschichtler ist. Der glaubt, dass die Vermittlung von Kunst und der Anspruch, den Leute an sich selbst, aber auch an die Kunstwerke haben, einfach völlig vor die Hunde gegangen ist. Und es an seiner und an seiner alleinigen Verantwortung hängt, irgendwie den Karren aus dem Dreck zu ziehen und der Welt wieder Kultur beizubringen. Und wieder ein bisschen Ordnung in die ganze Sache zu bringen. Wie alt ist der? Der ist wahrscheinlich ein bisschen älter als ich. Ich bin 33 und der ist irgendwas zwischen drei und acht Jahren älter als ich. Also im besten Alter. Wahrscheinlich, ja. Und wie bist du auf diese Figur gekommen? Also du hast ja selber einen künstlerischen Hintergrund. Vielleicht kannst du das nochmal ganz kurz umreißen. Du bist schon absolvierter Student der Kunstakademie. Genau. Ja, Akademiebrief im Gerade eines Diploms. Wunderbar. Heißt ja dieses Fantasiepapier, das wir da verliehen bekommen. das ich 2021 glaube ich bekommen habe. Und dann kann man dazu noch den Meisterschüler machen, das habe ich in dem Fall auch noch mitgenommen bei meinem Professor Andreas Schulze, also eigentlich ein Malerei, also ein Maler der auch eine Klasse hatte die bis er jetzt vor ein, zwei Jahren in den Ruhestand gegangen ist sich vor allem mit Malerei beschäftigt hat aber ich habe so durch die Hälfte nach der Hälfte des Studiums angefangen mich vor allem mit Performance zu beschäftigen und habe dann auch zwei Jahre währenddessen Juniorprofessur bei Johannes Paul Räther studiert, bevor ich dann wieder beim Schulze Abschluss gemacht habe. Das heißt, diese beiden Welten, also Performance und Kunst, vor allem Malerei, schlummern sowieso in dir und die konntest du jetzt gut verbinden. Wie ist diese Zusammenarbeit zustande gekommen? Also wie genau hast du dir einfach diese Figur ausgedacht, weil du hier zum zigsten Mal in der Sammlung warst und dachtest, boah Leute, was ist hier los? Ist ein bisschen her, dass ich das letzte Mal hier in der Sammlung war, bevor ich angefangen habe, hier die Touren zu geben. Das war auf jeden Fall noch vor dem Umbau, während des Studiums irgendwann. Ich habe dann letztes Jahr hier bei der Großen, die ja auch gerade wieder läuft, eine Performance gezeigt, die spielmechanische Anleihen bei Videospielen genommen hat. Und habe darüber mit der Jennifer Lapuck hier vom Kunstpalast connected, weil ich immer nicht so genau weiß, bei solchen Arbeiten, wie viel muss ich den Leuten erklären über Rollenspiele, über spielmechanisches Performen. Und die sagte sofort, say no more, ich bin auch ein Gamer. Und dann habe ich eine kurze Zeit später mitbekommen, dass es hier im Kunstpalast ein Gaming- Event geben würde. Beat the Pro hieß das. Da konnten Leute gegen die FIFA, darf man ja nicht mehr sagen, EAFC, also Virtual Football Profis von der Fortuna spielen. Im Kunstpalast. Genau, es hatte mit Kunst also gar nichts zu tun, außer dass es hier im Kunstpalast stattgefunden hat und natürlich man viele Argumente führen konnte für wieso Fußball oder Videospiele Kunst sind. Aber da ging es in erster Linie darum, dass Leute, die zu Hause schon immer gedacht haben, boah, ich bin voll gut in EAFC, ich könnte voll Pro werden, dann hier hinkommen konnten, sich 10.0 abledern lassen konnten und wieder nach Hause gehen konnten und dann vielleicht auch mal Hausaufgaben gemacht haben. Also das Publikum oder die Teilnehmenden waren vor allem jugendliche Kinder, ein paar junge Erwachsene. Das wusste ich aber noch gar nicht, als ich von der Veranstaltung gelesen habe. Und dann die Jennifer angeschrieben habe und gesagt habe, hey, braucht ihr nicht jemanden, der sozusagen den Stadion-Kommentar dafür macht. Diesen Live-Kommentar von diesen Virtual-Football-Spielen haben hier nicht nur die Leute aus der kulturellen Bildung, sondern auch Direktor Krämer selbst gesehen. Und die waren schon, also Alina Fuchte und Johanna Hummel aus der kulturellen Bildung, waren vorher schon auf die Idee gekommen, lass uns doch mal eine Führung mit schlechter Laune machen und haben dann nach dem Virtual Football Event mich angefragt, ob ich dafür zur Verfügung stehen würde, ob ich da Lust drauf hätte. Dann haben die mir schon ein bisschen was darüber erzählt, was sie sich vorstellen. Eben auch, dass sie eine Anleihe sehen für so eine Figur in Dienstleistungen mit schlechter Laune, wie zum Beispiel hier im Rheinland der Köbbes als schlecht gelaunter Dienstleister in der Gastronomie. Dass das auch was wäre, was man auch biografisch in der Figur, wenn man eine erfindet, wieder aufgreifen könnte. Und das ist aber natürlich auch, um... Die entsprechende Fachkenntnis spielen zu können, einen kunstgeschichtlichen Hintergrund geben sollte. Und auf der Basis dieser Anregungen habe ich dann Josef Langeling erfunden. Josef Langeling ist ein Koffername aus den Namen dreier ehemaliger Vorsitzender der ehrwürdigen Düsseldorfer Gemäldegalerie. Damals zur Zeit von Jan Wellem als die hier, als ich glaube eine der ersten, wenn nicht sogar die erste öffentliche Galerie, der in den deutschen Ländern, Deutschland kann man ja in dem Zeitraum noch nicht so richtig sagen, gegründet wurde. Und von denen, entweder von allen auf einmal oder zumindest von einem von denen, muss man nicht genau erklären, glaubt Josef Lange Link auch abzustammen. Also der hat einen dynastischen Anspruch, hier die Sachen wieder in die rechte Bahn zu lenken und nimmt auch das, was er hier für vernachlässigt, für zu auf die leichte Schulter genommen, für zu sehr verwässert wahrnimmt, sehr persönlich, weil es für ihn immer auch ein Angriff auf sozusagen das Erbe seiner Vorfahren ist. Verstehe. Jetzt möchte ich noch einmal ganz kurz ein bisschen zurückgehen, weil du gesagt hast, dass die Idee, Kunst mit schlechter Laune zu verbinden, sowieso schon irgendwie im Raum stand. Das ist ja eigentlich was, was man, also ich würde das jetzt in erster Linie nicht so zusammenbringen. Also ich würde immer denken, dass Kunst doch eher damit assoziiert wird und vielleicht auch assoziiert werden soll, dass ich inspiriert werde, dass ich emotional werde im besten Sinne, dass ich berührt werde, dass ich irgendwie abschalten kann von der Welt, die ja schon schlecht gelaunt genug ist. Also was hast du für ein Gefühl oder was hast du erfahren oder dir auch selber gedacht, warum das eine gute Mischung ist? Kunst hat diesen Moment der sinnlichen Loslösung, des sich Verlierens in der Arbeit, die man anschaut oder die man erlebt. Aber Kunst ist gerade im musealen Kontext natürlich auch mit einer großen Ernsthaftigkeit verbunden. Und es gibt, glaube ich, oft bei BesucherInnen so ein Gefühl, gar nicht genau zu wissen, warum dieses Kunstwerk oder jenes Kunstwerk jetzt diese Ernsthaftigkeit zugesprochen bekommt. Und meistens schlägt das dann, oder oft schlägt das dann, glaube ich, in ein Gefühl der eigenen Unzulänglichkeit, um dass man selbst irgendeinen Referenzrahmen nicht versteht, irgendwas nicht gelesen hat, nicht verstanden hat und jetzt nur sozusagen gesenkten Hauptes weiter schreiten kann zu einem nächsten Kunstwerk und hoffen, dass man da irgendwie einen Zugang findet. Und diese Ernsthaftigkeit in der Präsentation von musealer Kunst ist ja was, was viel verhindert, was viel mit Hemmungen zu tun hat, wo glaube ich Besucher oft das Gefühl haben, die. Die intuitive Gefühlsregung ist jetzt möglicherweise fehl am Platze, weil ich habe gar nicht den Referenzrahmen, um zu verstehen, ob das hier angemessen ist oder nicht, was ich fühle. Und wenn man dann einfach mal so richtig vom Leder zieht und sich offenkundig einfach super inappropriate benimmt, dann hoffentlich kommt es ein bisschen durch oder kriegt man ein Gefühl dafür, dass es eigentlich nicht viele Gefühlsregungen gibt, die in der Begegnung mit Kunst wirklich unangemessen sind. Jetzt ist es ja so, dass du zum einen, wie ich auch eben schon erwähnt habe und auch erleben durfte. Die Leute, die mitmachen, natürlich mit einbindest und auch das ein oder andere Mal zurecht weißt, wenn es nicht schnell genug geht, wenn jemand irgendwie nicht die richtige Antwort weiß auf eine Frage, die du stellst, wer da jetzt abgebildet ist oder in welchem historischen Kontext das steht. Aber du machst ja auch sehr deutlich, dass du in der Figur mit der ganzen Kuration nicht zufrieden bist, mit der Art und Weise, wie es angeordnet ist, mit der Reihenfolge und so. Und da habe ich mich gefragt, wir haben ja eben schon ganz kurz ein bisschen vorher gesprochen, dass es natürlich auf der einen Seite interessant wäre zu beleuchten, warum Leute ja quasi am Ende dafür Geld bezahlen, sich anschnauzen zu lassen. Ich glaube, das ist vielleicht in gewisser Hinsicht sogar relativ nachvollziehbar, weil man halt einfach mal ein bisschen was anderes erleben will. Aber ich habe mich dann gefragt, ob das nicht auch irgendwie was, und du hast es ja eben selber schon erwähnt, so die Rheinländischkeit da dran oder die Kürbisse. Wie gesagt, wir zahlen ja auch Geld dafür, dass uns jemand richtig schlecht gelaunt ein Bier vor die Nase stellt und wenn man irgendwie einen Kartoffelsalat bestellt, sagt, nee, fühle ich nicht, kriegst du nicht oder was soll denn das? Also steckt da vielleicht auch so ein bisschen die Lust am Revoluzertum drin oder so, dass man Hierarchien aufbrechen kann und sozusagen die angeht und das wird dann aber alles unter dieser rheinischen Übellaunigkeit, in der ja immer auch Herz steckt oder Wärme irgendwie so hingenommen. Also empfindest du das auch so, dass du das in dieser Rolle auch ein bisschen ausleben kannst? Das Machtgefälle ist in dem Fall wahrscheinlich das zwischen der Institution selbst und den BesucherInnen und Besuchern. Es würde nicht funktionieren, ein Grumpy Guide durch eine freie Szene Offraumausstellung zu machen, weil dieses Machtgefälle dann einfach nicht existiert, sondern da sind dann Leute, die selber versuchen, irgendwie in mühevoller Arbeit ein Bein auf den Boden zu kriegen und eine geile Ausstellung zu machen und die nicht die Mittel haben, die so ein Museum hat, nicht das Standing haben, das so ein Museum hat, sondern sich das alles hart erkämpfen müssen. Und in so einem Museum wird es aber vorausgesetzt und auch zum Teil nicht so wirklich erklärt, wieso das jetzt was ist, was man geil finden soll. Und dieses Machtgefälle umzudrehen, das ist, glaube ich, ein großer Reiz von der Figur und von der Führung. Und findest du auch, dass da was Rheinisches drinsteckt? Und ich verrate hier vielleicht nicht zu viel, wenn ich sage, du kommst ja gebürtig aus dem Ruhrgebiet. Da ist ja eine ähnliche Stimme. Also da gibt es ja auch so ein bisschen dieses Aufmüpfige und dieses Meckerige, was ja aber auch immer mit einer Wärme irgendwie untermauert ist. Ja, voll. Ich glaube, es gibt in Deutschland und auf der ganzen Welt viele Gegenden, die sich ihrer besonderen Geschmacksrichtung von schlechter Laune rühmen. Aber das, was du beschreibst, dass man erstmal irgendwie rough zueinander ist und dann aber da drin eigentlich eine ziemliche Herzlichkeit schlummert. Das ist schon was, wo ich nicht viel Vorstellungskraft brauche, um da reinzuteppen. Genau, ich muss dann zum Beispiel an dieses, auch so ein Ruhrgebiet oder in meinem Fall dortmunderischen Satz denken, wenn man jemanden nach dem Weg fragt und die Person dir sagt, was? Ne, da willst du nicht hin, ich sag dir jetzt mal, wo du hin willst. Und das ist auch natürlich, was die Figur Lange Link natürlich mit einem ganz anderen Sprachbild auch sagen könnte. Sie kommen ja ins Museum, um sich dieses und jenes berühmte Meisterwerk anzugucken. Tja, Pech gehabt, wir reden jetzt eine halbe Stunde lang über ein Bild, das sie wahrscheinlich überhaupt nicht interessiert. Kurze Pause. Vielleicht mit etwas Werbung. Wenn wir jetzt mal ein bisschen davon weggehen, der Claim dieses Podcasts ist ja, dass wir darüber sprechen, was Düsseldorf bewegt und was die Bewohnerinnen und Bewohner umtreibt. Und um jetzt mal auf dich wieder als Karl Brandy zu kommen, weg von Grumpy Guide, treibst du dich um in einer Szene, die damit ja dann auch irgendwie wieder den Bogen schließt. Und zwar was Rollenspiele angeht, wie du eben auch schon gesagt hast, diese ganze Gaming-Szene. Und das finde ich auch eine sehr spannende Sache, weil das glaube ich was ist, wenn man da nicht drin ist, kriegt man das ja kaum mit. Kannst du ein bisschen beschreiben und umreißen, wie diese Szene sich hier darstellt und was das bedeutet und wo ihr vielleicht manchmal auftaucht, ohne dass ich es jetzt als Unwissende unbedingt mitbekomme? Also Rollenspiele und Gaming-Szene ist natürlich ein weites Feld. Viel davon findet bei Leuten zu Hause statt, dass Leute am Computer zocken oder zu Hause am Tisch zusammensitzen und Brettspiele oder Pen-and-Paper-Rollenspiele spielen. Aber es gibt natürlich Teile davon, die auch in die Öffentlichkeit reinkommen. Wir hatten jetzt eben das Gaming-Event hier im Kunstpalast, das ich vorhin erwähnt habe. Es gibt aber inzwischen auch, und auch hier in der Gegend, da war ich in Dortmund auf einen, in Essen auf einen, in Düsseldorf glaube ich noch nicht, Public Viewings von Videospielturnieren. Dann gibt es große Veranstaltungen, Messen und Conventions zu Rollenspielen, Rollenspielen, Roleplayverse in Oberhausen, Spielemesse in Essen und dann gibt es für mich vor allem ein Hobby, in dem das Verkleiden, das Rollenspielen, das Geschichten erzählen, der spielmechanische Teil davon alles zusammenkommt und das ist Live-Rollenspiel, Live-Action-Rollplaying oder LARP. Das ist was, was ich als Jugendlicher für ein paar Jahre gemacht habe, dann nicht mehr. Und dann während des Studiums, als ich gemerkt habe, meine performative Arbeit geht jetzt irgendwie langsam in so eine rollenspielerische Richtung, wieder angefangen habe. Also die KollegInnen und Kollegen von früher angerufen habe und gesagt habe, ey macht ihr das eigentlich noch? Ja, turns out machten sie noch. Seitdem fahre ich da auch wieder regelmäßig auf Veranstaltungen. Da gibt es hier welche, Katakomben in Köln oder so, aber das sind dann vor allem Indoor-Veranstaltungen, die eher kleiner sind für einen Abend oder so, weil das natürlich stark davon lebt, dass man in einem Umfeld ist, in dem man die Wirklichkeit nicht wiedererkennt. Also wenn man dann im Fantasy-Mittelalter-Genre spielt, dann geht man gerne in irgendwelche gottverlassenen Gebiete irgendwo im Wald oder wenn man im Endzeit-Post-Apokalypse-Science-Fiction-Genre spielt, geht man auf irgendwelche verlassenen Militärgelände, Truppenübungsplätze oder so. Das ist was, was ich in meiner eigenen performativen Arbeit erforsche ob sich solche Spielformate auch in den öffentlichen Raum, den urbanen Raum zurücktragen lassen ob man auch in der Fußgängerzone auch in einer Tiefgarage ein. Fantastisches Rollenspiel behaupten kann und ob es dann vielleicht sogar Leute gibt die ohne in dem Hobby unterwegs zu sein, die Hobbys sind nämlich in der Regel haben die einen relativ hohen Threshold, da überhaupt erstmal Bock drauf zu haben, die Investitionen an Spielmaterial zu machen, die Leute zu kennen und so weiter. Ob dann auch Leute, die mit dem Hobby gar nichts zu tun haben, spontan Bock haben, in ein Rollenspiel einzusteigen, wenn Performerinnen und Performer oder bereits Spielende ihnen ein Anspiel, ein Angebot machen. Und das ist ja fast wieder ein Bogen zur Grumpy Guide-Führung, weil du machst ja dieses Angebot den Menschen, die mitlaufen. Das sind ja im Schnitt so 15, 20 Leute, ne? Wahrscheinlich. Also wie groß ist so eine Gruppe? Die Anmeldung cappen bei 25 und so zwischen 20 und 25 sind es dann auch in der Regel. Und dann hast du ja quasi 25 leere Blätter Papier und wie du als Grumpy Guide. Sagen würdest, auch leere Gesichter vor dir, den du ja, das habe ich ja heute auch erlebt, den du ja das Angebot machst. Also zum Beispiel, du ernennst ja zum Anfang jemanden, der sozusagen die Zeit im Blick hält und das ist ja auch schon ein Angebot, das kann man ja mannigfaltig ausführen. Ich kann entweder dir alle 10 Minuten sagen, jetzt sind 10 Minuten um oder ich werde grumpy guy death und schnauze ich die ganze Zeit an und sage, mach mal schneller. Also du machst da ja schon ein Angebot. Eigentlich machst du das ja schon, was du quasi erforscht und vorhast. Voll. Deswegen macht mir die Rolle oder macht mir das Format auch so viel Spaß. Weil es in einem Genre, das ich ansonsten eigentlich nicht bearbeite, halt, Fine Art im Museum Spieltechnik und Spielmechaniken aufgreift, die ich auch in meiner eigenen performativen Arbeit benutze. Und jede Frage ans Publikum, jeder Gefühlsausbruch der Figur ist ein Spielangebot und manchmal gibt es Leute, die dann Lust haben, sofort darauf einzusteigen und dann merke ich auch, okay, da ist jemand, mit dem ich spielen kann, wo ich, auch ein bisschen stärker in das Rückspiel sozusagen gehen kann und dann mal gucken kann, wie weit wir uns gegenseitig hochschaukeln und an anderer Stelle merkt man dann auch relativ schnell, das hat jetzt schon viel Überwindung gebraucht auf eine Frage zu antworten, da hacke ich jetzt vielleicht nicht noch viermal hinterher. Aber zum Beispiel in dem Fall, den du gerade meintest, bei den Leuten, die als ZeitansagerInnen auserkoren werden, genau. Das ist eine Möglichkeit, sich als volksame TourteilnehmerInnen hervorzuziehen, Und gleichzeitig eine Möglichkeit, in die Konfrontation mit meiner Rolle zu gehen, wenn man das möchte. Ich stelle mir das übrigens wirklich sehr herausfordernd vor, in dieser Rolle zu bleiben, dann dieses ja fast schon feine psychologische Gespür nicht aus den Augen zu verlieren, genau wen du da vor dir hast und wen du vielleicht auch einfach ein bisschen teasen kannst und wen du aber wirklich in Gritulien bringst. Und dann auch noch dir zu merken, was du für Kunstwerke gerade zeigst, weil das darf man ja auch nicht außer Acht lassen. Also du rennst da ja nicht nur durch und schnauzt irgendwie Leute und Bilder gleichermaßen an, sondern du erklärst ja auch wirklich Hintergründe und führst in die Sammlung ein, wie ja am Ende wahrscheinlich auch eine Führung, die man sonst buchen würde. Wie groß war dieser Part für dich in der Vorbereitung? Also ich stelle mir vor, dadurch natürlich, ich weiß ja auch, ich habe Musik studiert, Ich kann wohl Noten lesen, aber ich wüsste jetzt auch nicht, ob ich dir alle Orchesterpartituren hier vorsingen kann. Also du hast das zwar mitstudiert, aber wie groß war dieser Vorbereitungspart oder ist der jedes Mal? Und hast du schon mal richtig Quatsch erzählt zu einem Bild? Ich habe schon richtig Quatsch erzählt zu einem Bild. Ich habe schon Sachen erzählt, wo dann BesucherInnen danach zu einer von den kleinen Plaketten gegangen sind, wo die Figur Lange Link immer sehr sauer wird, wenn die Leute das lesen, weil die sollen sich gefälligst mit der Kunst beschäftigen und mit dem, was er ihnen erzählt und nicht mit dem, was es da zu lesen gibt. Was dem einfach geradeaus widersprochen hat. Das habe ich dann aber auch angepasst. Also ich versuche das schon so zu machen, dass die Leute da nicht mit kompletten Falschinformationen rausgehen, aber. Ich habe jetzt auch nicht die Sammlung studiert, sondern es ist eine Gemengelage aus Dingen, die ich aus dem Studium oder aus der eigenen künstlerischen Arbeit weiß. Sachen, die ich aus dem Rollenspiel-Hobby weiß, weil man, wenn man Fantasy-Mittelalter-Rollenspiel als Hobby macht, sich natürlich auch mit der mittelalterlichen Epoche und den Angrenzenden als Quellenarbeit für Darstellungen, Kostüme und so weiter auseinandersetzt. Und der Rest sind Sachen, die ich dann hier zum Teil auch während der Führung lerne. Also beispielsweise, dass auf diesem großen toten Seestern von Immendorf so ein Brandenburger Tor drauf ist das braucht ja dann nicht mehr viel, um daraus zu freestylen, dass es ein, Abbild, der siechend in der Öllache der niederliegenden Bonner Republik ist, wenn man irgendwie aus dem Studium ein, zwei Sachen über den politischen Generalbass von Immendorfs Arbeit weiß. Ob das aber dann genau so ist oder ob da noch andere Bedeutungsebenen drin sind, die ich möglicherweise übersehe, das weiß ich nicht. Aber das ist ja auch dann wieder das Schöne, weil dann sind wir ja wieder fast am Anfang, dass ja auch Kunst oder das Betrachten von Kunst oder Museumsbesuche oder auch Galerie- und Off-Space-Besuche und so, ja doch mich als, anschauende Person dazu anhalten, mir selber auch noch was dazu zu denken. Also ich finde schon, du weißt ja auch ein paar ja, vielleicht auch absurde Paarungen auf und so, aber ich kann mir ja dann selber auch noch überlegen, ob ich da noch was anderes drin sehe. Passiert das eigentlich, dass die Leute, also wenn diese Führung, die ja ungefähr eine Stunde dauert, gehen dann manche nochmal rum und machen es nochmal richtig oder also kriegst du das gefeedbackt? Also nochmal richtig im Sinne von, gehen nochmal in die Räume, die du vielleicht ein bisschen hast liegen lassen oder so. Das passt nicht so richtig mit den Öffnungszeiten leider. Also meistens macht das Museum relativ bald zu, nachdem wir fertig sind. Ich hoffe aber natürlich, dass Leute, und das haben auch Einzelne schon gesagt. Dann irgendwie beim nächsten Besuch auf Sachen nochmal anders achten. Ein Feedback von einer Besucherin fand ich sehr cool, die gesagt hat, wenn meine Rolle ein Kunstwerk besonders runtermacht, dann merkt sie vielleicht erst, warum ihr das so gut gefällt. Und das ist ein bisschen auch das, was wir am Anfang hatten mit dem, wie man durch so eine Performance zu seinen eigenen emotionalen Regungen, die die Kunstwerke in einem Auslösen finden kann. Ja, ich verstehe. Was ich mich gefragt habe und dich jetzt ein wenig zum Abschluss dieses Gesprächs frage und ein ganz kleines bisschen haben wir da schon gestreift, aber vielleicht fällt dir noch was anderes ein. Funktioniert dieses Format hier in Düsseldorf besonders gut? Also ist dieser Grumpy Guide auch ein bisschen Düsseldorf oder hast du die Idee, dass das ist was, was man überall hinsetzen kann? Ich glaube, dass das anderswo auch funktionieren wird, weil wie gesagt alle Regionen der Welt ihre eigene Geschmacksrichtung von schlechter Laune haben, auf die sie besonders stolz sind oder die ihnen besonders viel Spaß macht. Aber es ergibt schon Sinn, dass es hier im Rheinland oder in Düsseldorf im Besonderen die erste Blüte getragen hat. Und wie viel Spaß macht das hier wirklich so richtig schlecht gelaunt durch die Sammlung zu stratzen? Also denkst du dann bei manchmal, ja, das habe ich mir irgendwie vor zehn Jahren schon gewünscht und jetzt kann ich es machen und hier mit meinen Schuhen es richtig, also wie du die Treppe hochstammst, das sucht der Sonntag, also es ist ja wirklich ihresgleichen sucht das. Ja, das macht richtig fett Spaß. Auf jeden. Also auf der einen Seite macht mir der Thrill Spaß davor, immer jedes Mal wieder total aufgeregt zu sein, total Herzklopfen zu haben. Und dann wie bei so einer Achterbahnfahrt, und ich hasse Achterbahnen, also eigentliche, tatsächliche Geschwindigkeit, wenn es ganz rasant wird und man irgendwie das Gefühl hat, die Kontrolle zu verlieren, das finde ich furchtbar, aber in so einem performativ-rollenspielerischen Sinn finde ich auch den Kontrollverlust zwischendurch nicht zu wissen, wie ich jetzt auf die und jene Interjection von einer Besucherin reagieren soll und wie ich jetzt von einer Arbeit zur nächsten erzähle oder so, das finde ich total geil. Und wenn mir zwischendurch was einfällt. Was ich bisher noch nie gesagt oder noch nie gemacht habe und das dann gut aufgenommen wird vom Publikum, dann ist das ein Zuckerschlecken. Du begeisterst ja nicht nur dich selber, sondern auch wirklich alle, die schon da waren und auch die davon hören. Also es ist ja wirklich im Moment auch medial auf allen Kanälen und in aller Munde. Und deswegen sind die Führungen, die bis jetzt angeboten werden, also diese Runde ist eigentlich alles schon voll. Vielleicht hat man manchmal Glück, wenn man das jetzt selber erleben möchte, dass man noch nachrücken kann oder irgendwie so. Man kann natürlich das privat auch buchen. Also wenn ich eine Gruppe zusammenkriege von 10, 15 Leuten, kann ich sagen, ich will heute mal richtig angeschissen werden. Ich gehe ins Museum und frage Grumpy Guide, ob er mich da und uns da durchführt. Und dementsprechend gehe ich davon aus, dass wir hier jetzt nicht so viel verraten, dass das vielleicht auch weitergeführt werden kann. Also dass die Menschen, die das jetzt hören, die Düsseldorferinnen und Düsseldorfer und natürlich alle von überall, die jetzt irgendwie Lust bekommen, sich der Kunst, zumindest hier im Museum Kunstpalast, mal auf diese Art und Weise zu nähern, dass es noch Chancen gibt, auch wenn jetzt unter jeder Veranstaltung steht, ausverkauft. Ja, also ob wir nochmal Termine nachliefern noch in diesem Jahr oder dann Folgetermine im nächsten Jahr, das ist noch nicht zu Ende entschieden, entscheiden wir aber bald und es wird auf jeden Fall weitere Termine geben. Alle, die dann davon gelesen oder gesehen oder gehört haben, kriegen auf die ein oder andere Art und Weise eine Chance. Und ich bin auch, fand es auch klasse die Reaktionen der Leute auf das mediale Echo zu sehen. Von wow geil, will ich auch oder will ich auch machen, bis hin zu finde ich jetzt aber nicht so ganz in Ordnung, weil es gibt auch Leute die sind wirklich grumpy und haben gute Gründe dafür und das wird hier irgendwie durch den Kakao gezogen. Es ist sehr aufregend, auf welche Arten und Weisen das alles besprochen werden kann anscheinend. Also das Sommerloch war ein hart umkämpfter Teich zwischen dem Wels vom Brombachsee und Josef Lange Link. Also ein schöneres Schlusswort kann ich nicht finden. Vielen Dank, Karl Brandi. Gerne, Torsten. A.K.A. Josef Lange Link. Und ich freue mich schon. Also ich komme wieder. Ich fand es toll. Ja, jederzeit. Bis zum nächsten Mal. Tschüss. Tschüss. Music. Das war der Rheinpegel für diese Woche. Wenn ihr uns, wenn ihr mir eine wirklich große Freude machen wollt, dann abonniert diesen Podcast doch einfach überall, wo es ihn zu abonnieren gibt. Und wenn ihr schon dabei seid, dann bewertet ihn doch gleich mit Punkten, mit Sternen, mit Daumen. You know the drill. Lasst uns Kommentare da und teilt diesen Podcast. Erzählt jemandem davon, der Düsseldorf liebt oder noch viel besser, der das gefälligst bald lernen soll. Mein Name ist Tasia Kormann. Ich danke euch fürs Zuhören. Bis zum nächsten Mal. Tschüss. Den Rheinpegel gibt es jeden Donnerstag neu. Folgt dem Podcast jetzt in eurer Podcast-App, um keine Episode mehr zu verpassen.