Latest / ntv Wirtschaft / Solar-Förderung vor dem Aus: Was Hausbesitzer jetzt wissen müssen
Transcript
- 0:01Strom vom Dach, Vergütung vom Staat. Damit ist bald Schluss.
- 0:05Was Hausbesitzer jetzt wissen müssen.
- 0:09Der DAX springt weiter von Rekord zu Rekord. Und Autofahrer sollten in dieser
- 0:14Woche besonders auf ihr Tempo achten.
- 0:16In fast ganz Deutschland läuft die Speed Week. Hallo und herzlich willkommen.
- 0:22In diesem Podcast verwandeln moderne KI-Systeme journalistische Inhalte,
- 0:26die auf unseren NTV-Plattformen publiziert wurden, In ein neues Hörformat.
- 0:32Text und meine Stimme wurden mithilfe künstlicher Intelligenz erzeugt.
- 0:37Vor der Veröffentlichung werden alle Folgen nach strengen journalistischen Standards
- 0:41geprüft. Viel Spaß beim Zuhören.
- 0:44Wir starten mit einer Frage, die sich viele Hausbesitzer zurzeit stellen dürften.
- 0:49Soll ich mir noch eine Solaranlage aufs Dach setzen oder lieber warten?
- 0:54Die Bundesregierung stellt die Solarförderung um. Für neue kleine Dachanlagen
- 0:58soll die bisherige feste Einspeisevergütung ab 2027 auslaufen.
- 1:04Dann soll es nur noch eine Übergangszahlung geben. Danach müssen Betreiber ihren
- 1:08Strom grundsätzlich selbst vermarkten, wenn sie Geld dafür bekommen wollen.
- 1:13Bestehende Anlagen behalten ihre zugesagte Einspeisevergütung.
- 1:18Ab wann sich Solaranlagen künftig noch rechnen und was das für die Branche bedeutet,
- 1:23Darüber hat unsere Moderatorin Isabel Körner mit Benjamin Weigel gesprochen,
- 1:27Energieexperte bei Finanztipp.
- 1:30Mit welchen Folgen rechnen Sie jetzt im Rahmen der Änderung?
- 1:33Also es ist ja so, dass sich eine Solaranlage ab dem nächsten Jahr schwerer
- 1:37lohnen kann. Einfach wenn diese feste Einspeisevergütung wegfällt,
- 1:40dann kann man das nicht mehr so genau kalkulieren, ob sich das für meinen Haushalt lohnt.
- 1:45Und ich denke schon, dass es zu einem kleinen Markteinbruch kommen kann oder
- 1:47auch zu einem größeren Markteinbruch. Das wird sich jetzt in den nächsten Monaten zeigen.
- 1:52Oft sind so Unsicherheiten, was die Vergütung betrifft, ja nicht gut.
- 1:57Auch für die Bereitschaft von Privathaushalten zu investieren.
- 2:00Und es kann dann eben durchaus sein, dass sich weniger für die Solaranlage ab
- 2:03nächstem Jahr entscheiden.
- 2:04Aber das kann sich auch ab nächstem Jahr noch lohnen.
- 2:07Wie kompliziert wird das denn dann mit der Direktvermarktung des Stroms?
- 2:10Wie viel Risiko bringt das mit sich?
- 2:12Also grundsätzlich ist es so, dass man momentan eben diese feste Vergütung bekommt.
- 2:16Da muss man selber eigentlich gar nicht viel tun, sondern man bekommt eben die
- 2:19Vergütung vom Netzbetreiber ausgezahlt. Und zukünftig ist es dann anders.
- 2:23Man muss sich ein Unternehmen suchen, was den Strom, also die Stromüberschüsse,
- 2:27die ich vom eigenen Dach habe, was dieser eben vermarktet und dann an der Börse verkauft für mich.
- 2:32Also ich muss erstens mal einen Anbieter finden und zweitens müssen diese ganzen
- 2:36Prozesse sich erst mal etablieren.
- 2:37Also es gibt schon einzelne Anbieter, aber man hört aus der Branche.
- 2:41Dass diese ganzen Dinge im Zusammenspiel mit dem Netzbetreiber,
- 2:44die Anmeldung, die Digitalisierung, diese ganzen Prozesse noch nicht eingespielt
- 2:48werden, noch nicht schnell genug gehen, noch nicht digitalisiert genug sind.
- 2:51Und deswegen kann es sein, dass es da deutlich länger dauert,
- 2:54bis ich eben in diese Direktvermarktung reinkomme.
- 2:56Und was auch noch ein großer Punkt ist, die Kosten. Und die Kosten sind aktuell
- 3:00noch sehr hoch, gerade für kleine Anlagen.
- 3:02Also gerade für die auf den Hausdächern, da sind die Kosten unverhältnismäßig
- 3:05hoch und mindern dann eben die Erträge in der Direktvermarktung.
- 3:08Können Sie für unsere Zuschauer ein Rechenbeispiel aufmachen?
- 3:11Was darf so eine Anlage unter welchen Bedingungen kosten?
- 3:15Also aus heutiger Sicht ist es so, dass wir bei Finanztrip ganz klare Faustregeln
- 3:18haben, die wir so an die Hand geben, wo wir sagen, wenn die Anlage gut geplant
- 3:22ist von der Dimensionierung her, dann zahlen Sie bitte nicht mehr als 1.600 Euro pro Kilowatt Peak.
- 3:27Das würde also für so eine typische 10-Kilowatt-Peak-Anlage 16.000 Euro bedeuten.
- 3:32Und wenn man dann noch einen Batteriespeicher dazu nimmt, was heute noch eher
- 3:35optional ist, ab nächstem Jahr dann zwingend, dann sagen wir maximal 600 Euro
- 3:40pro Kilowattstunde zahlen. Also da kommt dann für den 10er-Kilowattstundenspeicher,
- 3:44würden nochmal 6.000 Euro obendrauf kommen.
- 3:47Wie sich das ab nächstem Jahr darstellt, ist ein bisschen unsicher,
- 3:49weil man eben diese Einnahmen in der Direktvermarktung sehr schwer kalkulieren
- 3:53kann, weil das auch sehr vom Direktvermarkter und von der persönlichen Anlage
- 3:56abhängt. Also da sind die Einnahmen einfach nicht mehr so gut kalkulierbar.
- 3:59Und jetzt von der Solaranlage aufs Börsenparkett. Der DAX läuft weiter heiß.
- 4:06Der Deutsche Leitindex hat ein neues Rekordhoch erreicht, nachdem er schon gestern
- 4:10die 26.000-Punkte-Marke geknackt hat.
- 4:13An der Börse hilft gerade vor allem die Hoffnung, dass sich der Konflikt im
- 4:17Nahen Osten etwas entspannen könnte.
- 4:20Denn wenn die Ölpreise nicht weiter nach oben schießen, nimmt auch die Sorge
- 4:24vor neuer Inflation und höheren Zinsen etwas ab.
- 4:28Wie Anleger jetzt sinnvoll vorgehen können und über die Hintergründe,
- 4:32spricht unsere Börsenmoderatorin Nancy Lanzendörfer mit Oliver Roth,
- 4:37Kapitalmarktstratege bei der Oddo BHF Bank.
- 4:40Die Stimmung ist in den letzten Tagen zumindest gut.
- 4:43Wir haben eine Deeskalation im Iran, wir haben sinkende Ölpreise und wir haben
- 4:47eine Berichtssaison, die ganz besonders, vielleicht sogar nur in den USA besonders gut läuft.
- 4:52Da ist die Stimmung großartig, auch in den USA. Das schwappt rüber und wir fahren
- 4:55da so ein bisschen in der Fahrräne der US-amerikanischen Börsen mit.
- 5:00Und Sie haben angesprochen, Iran-Krieg beispielsweise, auch die fallenden Ölpreise.
- 5:04Das hat ja zuletzt geholfen. Inwieweit spielt das eine Rolle?
- 5:09Das spielt eine ganz große Rolle, ist ja logisch. Wir reden über steigende Zinsen.
- 5:13Das ist ja für die Aktienmärkte meistens nicht vergnügungssteuerpflichtig.
- 5:19Hängt natürlich dann mit der Inflation zusammen, die wiederum exportiert über
- 5:22einen steigenden Ölpreis.
- 5:23Das ist alles relativ eng miteinander zusammenliegend. Und da müssen wir praktisch
- 5:28auf Tagesbasis bewerten, wie die Börsen letztendlich einzupreisen sind,
- 5:34wie diese Situation einzupreisen ist. Und wir fahren hier auf Sicht.
- 5:38Und die Sicht ist schlecht. Deswegen müssen wir ganz kurz immer reagieren.
- 5:41Deswegen ist die Stimmung zwischenzeitlich vor zwei Wochen auch richtig schlecht
- 5:44gewesen. Und jetzt sehen wir neues Allzeithoch. Ja, so schnell geht es.
- 5:48Die Anleger hoffen ja auch auf eine diplomatische Lösung. Donald Trump äußert
- 5:51sich ja dementsprechend. Aber das haben wir ja schon in den letzten Wochen und
- 5:55Monaten öfter gehört und gesehen. Warum reagiert der Markt dennoch?
- 5:59Der Markt reagiert, weil die Unternehmen nichtsdestotrotz sehr gut verdienen.
- 6:04Sie verdienen sehr gut weltweit. Deswegen auch der DAX mit seinen 4,5%,
- 6:09die er in diesem Jahr bisher gemacht hat, jetzt vielleicht eher sogar knapp
- 6:115% hinzugewonnen hat, repräsentiert er die Weltkonjunktur.
- 6:16Die deutschen Unternehmen sind da eben international sehr stark aufgestellt.
- 6:20Es repräsentiert nicht die deutsche Wirtschaft, nicht die Stärke der deutschen
- 6:23Wirtschaft und auch nicht die konjunkturelle Situation in Europa.
- 6:27Aber da schließt sich natürlich die Frage an, jetzt wenn man das sieht,
- 6:29DAX im August, neues Rekordhoch. Eigentlich sind die Umsätze ja auch eher geringen in den Sommermonaten.
- 6:34Sollte ich vielleicht jetzt noch einsteigen oder kann ich noch einsteigen?
- 6:39Also ich persönlich glaube, wir haben gerade über die Auswirkungen der Golfregion
- 6:43gesprochen, der Eskalation dort.
- 6:44Man kann auf die nächste Krise eigentlich schon wieder warten.
- 6:46Donald Trump hat keinerlei Exit-Strategie. Wir werden also wiederum nicht in
- 6:51allzu langer Zeit, vielleicht zu ein paar Tagen sogar, schon wieder Eskalation
- 6:54sehen. Dann steigt der Ölpreis, dann geht der DAX wieder runter.
- 6:56Also man sollte meines Erachtens nicht auf dem Allzeithoch einsteigen,
- 6:59sondern man sollte eben auf die kleinen Dellen warten, die wir momentan fast
- 7:02auf wöchentlicher Basis haben.
- 7:04Grundsätzlich ist das Engagement in Aktien immer zu empfehlen.
- 7:08Wenn man es sich leisten kann und wenn man sich auch ein Stück weit die Zeit
- 7:12nimmt und damit eben auch das Risiko aus dieser Geldanlage herauszunehmen.
- 7:16Und jetzt geht es auf die Straße.
- 7:19In Deutschland und vielen Nachbarländern läuft die europaweite Speedweek,
- 7:23also der Blitzer-Marathon über mehrere Tage.
- 7:26In Deutschland machen laut ADAC 13 Bundesländer mit. Bayern,
- 7:30Sachsen und das Saarland beteiligen sich nicht.
- 7:33Geblitzt wird nicht nur irgendwo am Straßenrand. Die Behörden wollen vor allem
- 7:38an unfallträchtigen Strecken kontrollieren, aber auch an sensiblen Orten,
- 7:42also in der Nähe von Schulen, Kindergärten, Baustellen, Altenheimen oder Krankenhäusern.
- 7:48Gerade mitten in den Sommerferien kann das viele treffen. Wer wann ein Bußgeld
- 7:53zahlen muss und wie oft Bußgeldbescheide fehlerhaft sind, darüber hat unsere
- 7:57Moderatorin Isabel Körner mit Rechtsanwalt Arndt Kempkins gesprochen.
- 8:01Also viele von uns kennen ja dieses Gefühl, der Blitz erscheint,
- 8:05wir zucken, sitzen hinter dem Steuer, warten dann auf Post. Und was empfehlen Sie ab dem Moment?
- 8:11Naja, zuerst mal bitte etwas beruhigen, etwas entspannter bleiben.
- 8:16Denn oftmals ist das, was auf dem Blitzer dann rauskommt, viel weniger als das,
- 8:21was ich auf dem Tacho abgelesen habe.
- 8:22Das liegt auch daran, dass Toleranzen abgezogen werden.
- 8:25Und wenn ich dann Post bekomme, wird ja der Halter angeschrieben und nicht der
- 8:29Fahrer oder die Fahrerin.
- 8:30Und der Halter kann dann eventuell beispielsweise, wenn das Familienangehöriger
- 8:34war, dann hat der ein Zeugnisverweigerungsrecht und braucht gar nicht anzugeben, wer gefahren ist.
- 8:40Aber was passiert dann? Also der Sache wird doch dann trotzdem noch irgendwie nachgegangen, oder?
- 8:44Ja, also wir haben ja in Deutschland das reine Täterprinzip und kein Halterprinzip,
- 8:50so wie in anderen Ländern, wie in den Niederlanden beispielsweise.
- 8:53Das heißt nur, der Fahrer, die Fahrerin bekommt eine Knolle,
- 8:57wenn sie denn erwischt und ermittelt wird.
- 8:59Und da braucht man also, wenn man ein Zeugnisverweigerungsrecht hat, nicht mitzuwirken.
- 9:03Und die Behörde versucht dann beispielsweise über Fotos vom Einwohner-Meldeamt,
- 9:08das Foto, was sie geschossen haben, mit einer Person in Einklang zu bringen.
- 9:12Und wenn das funktioniert, dann geht das Verfahren ganz normal weiter.
- 9:15Wenn das nicht funktioniert, wird das Verfahren eingestellt.
- 9:17Wie oft sind denn die Bescheide per se fehlerhaft?
- 9:21Also aus unserer Sicht sehr häufig. Wir gehen immer davon aus,
- 9:25dass wir so etwa ein Drittel aller Verfahren, dass da Fehler vorhanden sind.
- 9:31Und das hört sich jetzt erstmal an, dass man sagt, ja, das ist ja gar nicht so viel.
- 9:34Aber aus meiner Sicht ist das eine erhebliche Fehlerquelle, dass beispielsweise
- 9:40die Messung nicht in Ordnung ist, dass der Fahrer nicht ermittelt werden kann.
- 9:43Die Fahrerinnen, es sind übrigens 75 Prozent Männer, und dass die Personen nicht
- 9:48erkennbar sind. Und dann muss so ein Verfahren eingestellt werden.
- 9:51Oder es sind beispielsweise Messfehler da.
- 9:53Vom Verkehr auf der Straße geht es jetzt zum Verkehr auf dem Wasser.
- 9:58Und der wird für die Wirtschaft gerade zum Problem. Die Flusspegel sinken auf Tiefststände.
- 10:04Für Frachtschiffe heißt das,
- 10:05sie können weniger laden oder auf einzelnen Strecken kaum noch fahren.
- 10:10Das klingt erstmal nach einem Problem für Reedereien, trifft aber viel mehr Branchen.
- 10:15Denn beispielsweise über den Rhein laufen wichtige Transporte für Chemieunternehmen,
- 10:19Stahlwerke und Raffinerien.
- 10:22Auch der Tourismus bekommt die niedrigen Wasserstände zu spüren.
- 10:26Ausflugsschiffe und Flusskreuzfahrten müssen Routen anpassen oder Fahrten streichen.
- 10:32Thilo Schäfer, Experte beim Institut der deutschen Wirtschaft,
- 10:35sagte der Bild-Zeitung, dass das Wachstum der Wirtschaftsleistung um 0,4 Prozentpunkte
- 10:41niedriger ausfallen könnte als erwartet.
- 10:44Der Satz aus dem Verkehrsministerium fasst die Lage ziemlich trocken zusammen.
- 10:48Wenn kein Wasser mehr da ist, sind wir alle mit dem Latein am Ende.
- 10:53Zum Schluss schauen wir noch auf ein Stück deutsche Alltagskultur, das Bier.
- 10:59In Deutschland gibt es so wenige Brauereien wie seit Jahren nicht mehr.
- 11:03Die Zahl der Betriebe ist erneut gesunken, auf 1415.
- 11:08Der Grund ist ziemlich klar. Die Menschen trinken weniger Bier und die Kosten sind hoch.
- 11:13Besonders bitter für die Branche, alkoholfreies Bier wird zwar beliebter,
- 11:18kann die Verluste beim klassischen Bier aber nicht komplett ausgleichen.
- 11:23Manche regionalen Marken verschwinden. Andere setzen stärker auf alkoholfreie
- 11:27Sorten, Spezialbiere oder neue Konzepte.
- 11:32Das war unser Blick auf die aktuellen Nachrichten aus der Wirtschaft für den Moment.
- 11:36Wir hören und lesen uns wieder bei NTV, in der App, im TV oder hier im Podcast.