Latest / ntv Wirtschaft / Wird es bald richtig teuer? Was das neue Heizungsgesetz für Haushalte wirklich bedeutet
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- Schwarz-Rot dreht das Heizungsgesetz deutlich zurück. Öl und Gas bleiben beim Heizungstausch wieder erlaubt. Aber die Kostenfrage verschwindet damit nicht. Außerdem, der Staat rutscht 2025 tiefer ins Minus. Und Verbraucher müssen für ihr Smartphone immer tiefer in die Tasche greifen. In diesem Podcast verwandeln moderne KI-Systeme journalistische Inhalte, die auf unseren NTV-Plattformen publiziert wurden, in ein neues Hörformat. Text und Stimme der Sprecherin wurden mithilfe künstlicher Intelligenz erzeugt. Vor der Veröffentlichung werden alle Folgen nach strengen journalistischen Standards geprüft. Viel Spaß beim Zuhören. Beim Heizungsgesetz setzt die Koalition auf mehr Entscheidungsfreiheit. Die besonders umstrittene Vorgabe fällt weg, nach der neue Heizungen grundsätzlich zu 65 Prozent mit erneuerbaren Energien laufen sollten. Öl und Gas bleiben beim Neueinbau grundsätzlich möglich. Klingt nach Spielraum, aber was heißt das ganz praktisch? Dazu haben wir mit Sandra Dewey gesprochen. Sie ist Expertin für energetische Sanierung bei Finanztipp. Eigenheimbesitzer haben also mehr Spielraum durch diese Entscheidung bekommen. Aber was mache ich jetzt, wenn ich heute eine neue Heizung brauche? Macht es wirklich Sinn, sich nochmal einen Ölkessel in den Keller zu stellen? Das ergibt keinen Sinn. Wir haben schon mehrfach durchgerechnet, welche Mehrkosten auf Verbraucher zukommen, die sich nochmal für eine fossile Heizung wie eine Gas- oder Ölheizung entscheiden. Und die Kosten sind über eine Vollkostenrechnung von 20 Jahren deutlich höher, als wenn ich mich jetzt für eine klimafreundliche Heizung entscheide. Führt also an der Wärmepumpe auf lange Sicht kein Weg vorbei, weil Gas zum Beispiel, sind wir jetzt mal da, durch CO2-Abgaben immer teurer wird? Oder kommt da womöglich doch Entspannung rein, weil wir jetzt auch LNG beziehen? Also die Gaspreise sind tatsächlich aktuell relativ stabil. Die CO2-Kosten sind ja erstmal etwas verschoben worden auf dem europäischen Markt. Trotzdem ist absehbar, dass die CO2-Kosten einfach, um die Klimazität zu erreichen, deutlich steigen werden müssen bis 2045. Da kommen wir nicht drum herum. Und hinzu kommen natürlich auch die steigenden Kosten für die Netzentgelte, die immer teurer werden, je mehr Leute sich auch aus den Versorgungsnetzen vom Gas verabschieden. Wie sieht es demnächst mit der Förderung aus? Die soll ja erstmal weiter gesichert sein. Das heißt, ich muss mich jetzt nicht groß beeilen, weil ich Angst habe, irgendwas zu verpassen. Genau, die Förderung ist bis 2029 laut der Bundesregierung erstmal durchfinanziert. Wie die Förderung ausgestattet sein soll, jetzt in Zukunft, das wird bis zum Sommer beschlossen. Aktuell läuft sie erstmal weiter, wie bekannt, also bis zu 70 Prozent Zuschuss zur neuen klimafreundlichen Heizung. So, jetzt fragt man sich aber natürlich trotzdem, was heißt das für alle Anbieter und auch für die Hersteller am Ende, die nach diesem Heizungsgesetz alle auf die Wärmepumpe gesetzt haben? Was machen die jetzt? Tja, ich glaube, das ist jetzt ein großes Kommunikationsthema. Die Menschen müssen beim Heizungstausch begleitet werden. Die Bundesregierung hatte gesagt, dass auch die Beratungspflicht entfällt. Das halte ich für durchaus schwierig, weil dieser Heizungstausch muss eben kommunikativ begleitet werden. Denn die Menschen müssen verstehen, dass das vermeintliche günstige Investment erstmal in eine Gasheizung eben über die nächsten 20 Jahre teuer wird. Das heißt, das ist absolut ein Kommunikationsthema aller beteiligten Parteien. Sprechen wir mal einen Preis. Es hieß ja, dass jetzt, weil das Angebot steigen wird, aus Asien dann vor allem auch viele Wärmepumpen zu uns kommen und dann der Preis runter geht. Wird das jetzt erstmal nicht so kommen? Also vermutlich wird der Preis schon in Zukunft sinken. Das liegt auch nicht nur an den Geräten selbst, sondern eben auch daran, wie die Handwerksbetriebe auf Wärmepumpen vorbereitet sind. Immer mehr Handwerksbetriebe kennen sich inzwischen gut mit Wärmepumpen aus und bieten den Einbau an. Die Kosten werden sich also allein schon dadurch auch in den nächsten Jahren entspannen. Macht es bei einer Wärmepumpe zwangsläufig Sinn, auch eine PV-Anlage dazu zu installieren oder würde sich das auch so rechnen? Also das rechnet sich bei Wärmepumpen tatsächlich auch ohne PV-Anlage. Wer schon eine PV-Anlage hat, umso besser. Wer eine PV-Anlage installieren möchte, verliert auch grundsätzlich nichts. Gesparter Strom durch die PV-Anlage, auch wenn es nur Haushaltsstrom ist, das rechnet sich. Das berechnen wir bei Finanztip auch regelmäßig. Für die Wärmepumpe bringt die PV-Anlage aber tatsächlich auch was, auch wenn das vielleicht erstmal widersprüchlich erscheint, weil man heizt ja im Winter, wenn die Sonne weniger scheint, aber gerade auch in den Übergangsjahreszeiten im Herbst und Frühjahr ist die Wärmepumpe natürlich auch aktiv und unterschiedliche Berechnungen haben gezeigt, dass man ungefähr ein Drittel des Strombedarfs der Wärmepumpe schon auch mit PV decken kann. Vielleicht klären wir nochmal zum Schluss, für wen macht eine Wärmepumpe Sinn und wer kann jetzt dann auch anscheinend guten Gewissens weiter auf Gas und Öl setzen? Das hängt ja auch immer vom Haus selbst ab, von der Bauzeit, von der Größe. Also tatsächlich sind ein großer Teil der Häuser bereits heute schon vollkommen bereit für eine Wärmepumpe. Es ist keine super teure energetische Sanierung nötig. Da sind ja oft Summen im Raum von hunderttausenden Euro. Das ist tatsächlich überhaupt nicht so. Selbst mit ganz kleinen Maßnahmen wie Dämmung von Heizungsrohren oder hydraulischen Abgleichen kann man Häuser Wärmepumpen ready machen, sage ich mal. Das heißt, die Wärmepumpe ist tatsächlich für viele Häuser in Deutschland absolut eine Option. Eine gute Option. Die Gasheizung möchte ich so ehrlich gesagt nicht sagen, weil wie gesagt die Vollkostenrechnung über 20 Jahre, da ist man dann leider schon eher der Verlierer. Darüber hinaus sieht das neue Heizungsgesetz Folgendes vor. Wer eine neue Heizung einbaut, kann zwar weiterhin fossil wählen, soll aber schrittweise einen Anteil klimafreundlicher Brennstoffe beimischen. Ab 2029 startet das mit 10 Prozent. Die Förderung für klimafreundliche Heizungen soll bis mindestens 2029 abgesichert bleiben. Unser Chefkorrespondent Wirtschaft Ulrich Reitz kommentiert das Vorhaben so. Der Heizhammer der früheren Ampelregierung ist abgesagt. Schwarz-Rot dreht das Gesetz einfach zurück. Öl und Gas bleiben erlaubt und viele Hausbesitzer atmen erst einmal auf. Die Botschaft der Koalition, ihr dürft wieder vollkommen selbst entscheiden. Klingt nach Freiheit, aber das Klima verhandelt nicht mit. Die CO2-Preise steigen trotzdem und Gas wird nicht billiger, nur weil es potenziell politisch momentan bequemer ist. Statt 65% Ökoppflicht gibt es jetzt eine Biotreppe. 10% grüner Brennstoff ab 2029, später mehr. Das klingt nett, aber grünes Gas ist knapp und teuer. Das könnte am Ende heißen, weiter fossile Heizung im Keller, aber mit einem Luxusaufschlag auf der Rechnung, auch für Mieter. Und was ist mit Planungssicherheit? Erst Wärmepumpe pushen, dann wieder Gas erlauben, Die Heizungsbranche weiß langsam selbst nicht mehr, woran sie eigentlich ist. Klar, das alte Gesetz, das war holprig, sehr schlecht erklärt und hat viele verschreckt. Aber Politik nach dem Motto zurück auf Staat ist auch keine Strategie. Unterm Strich verkauft die Koalition das Ganze als Entlastung. Die spannende Frage ist nur, ist das echte Freiheit oder nur eine Pause. Bevor es später richtig teuer wird? Und bei Kosten sind wir schnell beim Staatshaushalt. Und die Stimmung, mit der Verbraucher gerade Entscheidungen treffen. Das Statistische Bundesamt meldet für 2025 ein deutliches Staatsdefizit. 119,1 Milliarden Euro Minus. Das entspricht 2,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts und liegt nur knapp unter dem, was der EU-Stabilitäts- und Wachstumspakt als Obergrenze vorsieht. Der Großteil des Fehlbetrags entfiel auf den Bund. Und während der Staat mehr ausgibt, als er hat, halten die Bürger ihr Geld dagegen eher zurück. Beim Konsumklima gerät die Erholung wieder ins Stocken. Nach der jüngsten Studie von GfK und NIM ist eine Aufhellung derzeit nicht in Sicht. Die Einkommenserwartungen liegen im Februar zwar leicht höher, gleichzeitig sinkt die Anschaffungsneigung weiter. Und die ohnehin hohe Sparneigung nimmt noch einmal zu. Warum stockt die Verbraucherstimmung? Dazu haben wir mit dem Handelsexperten Ludwig Voll gesprochen. Was muss denn passieren, damit die Deutschen wieder mehr Geld ausgeben? Es gibt ja gefühlt so viele Krisen mittlerweile, die werden sich ja nicht von heute auf morgen alle lösen lassen. Vielleicht bevor wir zu den Lösungen kommen, einmal noch kurz die Würdigung des Problems. Die Situation im deutschen Einzelhandel ist im Moment nicht, dass die Kaufkraft fehlt, sondern sie wird zurückgehalten. Die GfK überschreibt ihren Report in diesem Monat mit dem Titel Die Erholung kommt ins Stocken. Und das trifft es insofern ganz gut, als dass nach einer leichten Erholung im Februar wir jetzt wieder leicht nach unten gegangen sind mit dem Konsumklimaindex. Aber das eigentlich Entscheidende ist nicht der Konsumklimaindex selber, sondern das, was die Treiber dahinter sind. Und Einkommenserwartung ist tatsächlich raufgegangen. Das ist ein gesamtwirtschaftliches Positives Signal. Die Anschaffungsneigung ist leicht runtergegangen. Das ist etwas, was insbesondere größere Investitionen, Big Tickets im Einzelhandel auch betrifft. Aber vor allen Dingen ist die Sparneigung nochmal nach oben gegangen und das ist die Handbremse beim Konsumklima im Moment. Die Sparneigung ist auf dem höchsten Niveau seit 2008 und das ist im Zweifelsfalle der wesentliche Ansatzpunkt. Der wesentliche Ansatzpunkt, der mich zu meiner Frage zurückbringt, wird das zum Dauerzustand? Was können wir tun im Moment? Ich glaube, es sind beide Seiten gefordert, sowohl die Politik als auch der Einzelhandel selber. Es soll nicht missverstanden werden als einen Ruf nach Intervention an der Stelle. Was kann die Politik tun? Sie kann ordnungspolitisch einen Rahmen bieten, der am Ende mehr Vertrauen bringt. Es geht darum, Sicherheit in konjunkturelle Maßnahmen, eine positive Arbeitserwartung, eine positive Wachstumserwartung wieder zu injizieren. Aber gleichzeitig kann der Einzelhandel auch selber wesentliche Signale setzen, um hier in die Sparneigerung zu adressieren. Es geht nicht darum, kurzfristig... Preise runterzuziehen, sondern die Relevanz des Angebots wieder hochzubringen, sowohl was die kurzfristige Preiswürdigkeit bei essentiellen Alltagsausgaben angeht, als auch die Relevanz bei langfristigen Investitionen, um hier eine Sicherheit, ein Vertrauensverhältnis wieder sicherzustellen, dass Investitionen nicht alle aufgeschoben werden müssen. Sondern dass insbesondere im Alltag sowohl Alltagsausgaben gemacht werden können, als dass man auch vielleicht kleine Belohnungen, gerade in solchen Zeiten der Sparneigung, sich wieder gönnen kann. Und das ist ein Aufruf, nicht nur die Rabatte hochzuziehen, sondern auch Inspiration und Erlebnis wieder nach vorne zu stellen. Und wie Anschaffungsneigung im Alltag aussieht, merkt man oft bei einem Produkt, das fast jeder ständig nutzt, beim Smartphone. Smartphones werden teurer. Der Durchschnittspreis werde im laufenden Jahr um 3 Prozent auf 646 Euro steigen. Das prognostiziert der Digitalverband Bitkom. Bitkom sieht als Treiber unter anderem teurere Komponenten, etwa Speicherchips. Viele reagieren darauf eher defensiv. Statt schneller neu zu kaufen, nutzen viele ihr Gerät länger. Bitkom spricht von knapp der Hälfte, die ihr Smartphone zwei Jahre oder länger behält. Das war unser Blick auf die aktuellen Nachrichten aus der Wirtschaft für den Moment. Wir hören und lesen uns wieder bei NTV, in der App, im TV oder hier im Podcast.