Latest / DAZWISCHEN Der Sachsen-Anhalt-Podcast / Wie fährt Sachsen-Anhalt in Zukunft?
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- 0:03Ich gebe Ihnen gleich so ein Ding in die Hand. Damit navigieren Sie.
- 0:08Wenn ich Ihre Hand anfassen darf, dann würde ich das auf den Daumen gleich draufsetzen.
- 0:12Erstmal, wenn Sie hier reinkommen, dann fliegen Sie.
- 0:17Und erst wenn Sie losgehen, dann landen Sie einmal auf dem Boden.
- 0:19Okay, gut. Und damit können Sie sich entlasten. Jetzt bin ich gelandet.
- 0:24Ja, da bin ich gelandet. Und zwar in der Zukunft. Ich dachte,
- 0:28du warst eigentlich nur im Urlaub, aber offensichtlich hast du eine Zeitreise
- 0:31gemacht. Ja, ich gebe zu, das wäre vielleicht noch ein bisschen cooler
- 0:34gewesen. Aber indirekt stimmt das irgendwie schon. Ich war zwar ganz real
- 0:38im Hier und Jetzt, im Wissenschaftshafen in Magdeburg, aber unterwegs in einer
- 0:43virtuellen Realität. Und die ist Teil eines richtig großen Forschungsprojekts der Universität
- 0:48Magdeburg. Am Wissenschaftshafen wird nämlich jetzt schon ganz real und im virtuellen
- 0:54Raum die Mobilität der Zukunft geplant. Und das ist super relevant, gerade
- 0:58im Land der Pendler, der Frühaufsteher, wo der öffentliche Nahverkehr oft leider
- 1:03nur halb so gut funktioniert, wie man sich das so wünschen würde.
- 1:06Und viel zu viele sind natürlich auch aufs Auto angewiesen. Und die
- 1:09Mobilität der Zukunft, die soll genau das verbessern. Ja, und wie sie
- 1:14das verbessern soll und ob sich diese Ergebnisse aus Magdeburg auch auf
- 1:18andere, vielleicht sogar ländliche Regionen übertragen lassen, darum geht es heute bei
- 1:22Dazwischen. Bevor wir aber in die Zukunft reisen, mit Katja noch ein
- 1:37kleiner Blick zurück. In unserer letzten Folge haben wir uns ja mit
- 1:40der ungleichen Vermögensverteilung in Ost und West beschäftigt. Ein Thema, das auch
- 1:44euch umtreibt. Im Newsletter gab es ja die Umfrage von Christian und
- 1:47darauf hat uns Sebastian Maybe Mastodon geschrieben. Und zwar ein Hinweis: Vermögen
- 1:52direkt besteuern stand nicht zur Auswahl. Also zur Wahl hat er genau
- 1:55gesagt: Das stimmt, danke für den Hinweis. Gucken wir uns bei der
- 1:59nächsten Umfrage vielleicht nochmal die Antwortoptionen an. Und Friedrich Vossberg schrieb ebenfalls
- 2:04bei Mastodon: Wieso ist die Verteilung ungerecht? Sie ist ungleich, da gehe
- 2:09ich mit. Aber an welchem Maßstab ist sie ungerecht? War es ungerecht,
- 2:13dass die Sohne von den Russen (und den von ihnen
- 2:17sowjetisch unterjochten Völkern) besetzt und kommunistisch versklavt wurde, während im Westen Demokratie
- 2:22und unternehmerische Freiheit für Wohlstand sorgten? Oder ist das schlicht Schicksal oder
- 2:27Zufall? Ja, Friedrich schreibt uns ja bei Mastodon ziemlich regelmäßig und sorgt
- 2:31da auch immer für viel Gesprächsstoff, viel Diskussion. Das macht auf jeden
- 2:34Fall auch immer Spaß. Also vielen, vielen Dank an dieser Stelle. Vielen
- 2:37Dank auch Marie, dass du diese ganzen Reaktionen mitgebracht hast. Und ohne
- 2:41die wäre unser Podcast einfach auch nicht das gleiche. Ohne eure Nachrichten,
- 2:46ohne eure Anmerkungen, euer Lob, aber auch natürlich konstruktive Kritik. Also schreibt
- 2:50uns bitte weiterhin entweder eben wie das gerade gehörte Feedback bei Mastodon
- 2:54oder einfach eine Mail an dazwischen at detektor.fm. Und für alle
- 2:59die vielleicht, naja, so ein bisschen schreibfaul sind, ihr könnt uns auch
- 3:03einfach eine Sprachnachricht schicken und zwar an unsere WhatsApp-Nummer. Und die
- 3:07findet ihr in den Show Notes. Liebe Marie, bevor wir jetzt ins
- 3:18Thema Mobilität der Zukunft starten, lass uns mal vielleicht so ein bisschen
- 3:22auf den Status Quo schauen. Was würdest du sagen, ist das größte
- 3:26Problem, das wir zurzeit in diesem Bereich haben? Ich würde sagen, schlecht
- 3:31vernetzte Transportmittel, was den öffentlichen Nahverkehr in verschiedensten Weisen betrifft. Und für mich
- 3:38ist das ein großes Problem, dass wir in diesem Bereich für meinen
- 3:38Geschmack einen zu großen Fokus auf vor allem in Städten, also aus
- 3:44meiner Stadtperspektive jetzt in Leipzig, aufs Autofahren haben. Denn Leipzig ist jetzt
- 3:48zum Beispiel eine Stadt, in der man wahnsinnig gut Fahrrad fahren kann,
- 3:51aber die Radwegsituation lässt doch echt zu wünschen übrig, finde ich.
- 3:54Ja, ich finde es auch total schwierig, da so das eine Problem
- 3:57herauszukristallisieren. Es ist eine ziemlich komplexe Gemengelage, aber für mich
- 4:02gibt es schon so einen Zirkel, von dem aus man loslaufen kann.
- 4:05Also unser ÖPNV hat große Schwächen oder auch große Bereiche, die sehr
- 4:10schlecht angebunden sind. Gerade haben wir auch schon viel darüber gesprochen, eben
- 4:14im ländlichen Bereich. Ja, und da planen wir auch noch eine Extra
- 4:19Folge zu mit Selbstversuch: Marie und Katja auf großer ÖPNV-Reise durch
- 4:24das Land. Das wird, glaube ich, sehr unterhaltsam. Aber diese Frage, fairerweise,
- 4:28wie man von A nach B kommt, die ist ja essentiell. Und
- 4:31was passiert, wenn der ÖPNV eben nicht gut ausgebaut ist? Das ist
- 4:35ja irgendwie auch logisch, finde ich. Dann sind nämlich die Menschen aufs
- 4:39Auto angewiesen. Und dadurch entsteht dann wieder mehr Autoverkehr und natürlich auch
- 4:44so eine Infrastruktur, die darauf angepasst ist. Ja, und das ist der
- 4:48Zirkel, von dem ich spreche. Wenn die Infrastruktur sehr gut auf den
- 4:51individuellen Autoverkehr angepasst ist, dann fahren auch mehr Menschen Auto. Und diese
- 4:55Effekte verstärken sich halt immer gegenseitig. Ja, und das wird natürlich
- 4:58zum Problem für all jene, die eben noch kein Auto oder nicht
- 5:02mehr Auto fahren können oder die sich auch vielleicht nicht mehr so
- 5:06leisten können, ein Auto oder auch den Führerschein. Die sind ja, also
- 5:10all diese Menschen, die es betrifft, die sind ja gerade auf den
- 5:13ÖPNV angewiesen. Genau, und wenn es dann wenig Angebot gibt, man einfach
- 5:17schlecht von A nach B kommt, dafür vielleicht auch besonders viel bezahlen
- 5:20muss oder eben sehr lange Zeit unterwegs ist, um von A nach
- 5:23B zu kommen, dann hat das auf verschiedenen Ebenen Folgen. Unter anderem
- 5:27leidet dadurch die soziale Teilhabe. Da haben wir ja, glaube ich, auch
- 5:30an der einen oder anderen Stelle schon drüber gesprochen. Und dieses Phänomen
- 5:33wird in der jüngeren Forschung Mobilitätsarmut genannt. Also das ist ein Riesenproblem,
- 5:38da muss sich dringend was verändern. Und das zweite große Problem in
- 5:42diesem ganzen Themenbereich sind natürlich die Folgen fürs Klima. Während andere Bereiche
- 5:48ihre Emissionen seit 1990 deutlich reduziert haben, ist beim Verkehr vergleichsweise wenig
- 5:52passiert. 2024 verursachte der Verkehr rund 22 Prozent der deutschen Treibhausgasemissionen. Also
- 5:59es ist ein Riesenanteil. Und nicht zu vergessen: Autos brauchen einfach enorm
- 6:04viel Platz. Wenn man auf dem Land wohnt, ist es vielleicht nicht
- 6:07so relevant, weil ich habe da mein Grundstück, da stelle ich die
- 6:09Karre irgendwo ab, fertig. Aber in jeder mittelgroßen, größeren Stadt ist das
- 6:14ein Problem. Also alle kennen die Straßen, die gefühlt nur aus Autos
- 6:17bestehen. Hier konkurrieren die Straßen und Parkplätze mit einer anderen Nutzung. Also
- 6:23entweder versiegeln Parkplätze eine Fläche, auf der auch Wohnungen entstehen könnten, die
- 6:27dringend gebraucht werden, oder sie versiegeln Grünflächen, die wir auch dringend brauchen
- 6:31zur Erholung, für Spielplätze, für Cafés oder Restaurants oder auch ganz einfach
- 6:35für den Fuß- und Radverkehr. Da gibt es ja hier in
- 6:39Leipzig zum Beispiel ganz spannende Projekte, wo Straßen in Wohngegenden für Autos
- 6:43gesperrt werden und dann da so richtige Begegnungsorte entstehen. Also mit so
- 6:47Bänken, da kann man da zusammensitzen und so. In Sachsen-Anhalt wird
- 6:50das auf jeden Fall in Halle diskutiert. Mehr Infos dazu haben wir
- 6:53in eurem Newsletter für euch zusammengestellt. Falls ihr den noch nicht abonniert
- 6:57habt, dann macht das unbedingt noch. Den Link dazu findet ihr in
- 7:00den Show Notes. Okay, Katja, ich glaube, wir haben jetzt alle ganz
- 7:03gut verstanden, warum es wichtig ist, über diese Mobilität der Zukunft zu
- 7:07sprechen. Aber wie kann sie dann jetzt aussehen? Genau, diese Frage stellt
- 7:11man sich an der Otto von Giericke Universität Magdeburg in einem richtig
- 7:15großen Forschungsprojekt. IMIG heißt das: Intelligenter Mobilitätsraum im Quartier. Gott sei Dank
- 7:21gibt es diese Abkürzung, da können wir uns heute ein bisschen Zeit
- 7:24sparen im Podcast. Ziel von diesem Forschungsprojekt ist es herauszufinden, wie Mobilität
- 7:29künftig nachhaltiger, flexibler, individueller und trotzdem eben für viele Menschen nutzbar werden
- 7:35kann. Im Grunde geht es darum, Mobilitätsservices anzubieten, die Mobilität einfacher, zuverlässiger
- 7:43und gleichzeitig auch nachhaltiger machen. Das ist Carolin Heinrich. Sie ist vereinfacht gesagt
- 7:48die Projektmanagerin des Forschungsprojekts. Wir wollen Menschen nicht umerziehen, sondern sie da
- 7:54abholen, wo sie sind. Das wird häufig auch missverstanden, dass Leute denken,
- 7:59wir wollen autonom Shuttlebusse einführen. Das heißt, wir wollen Autos verbieten. Das
- 8:03wollen wir auf gar keinen Fall. Wir wollen einfach gute Alternativen schaffen
- 8:07für Leute, die aus Gründen zum Beispiel kein Auto nutzen wollen oder
- 8:10können. Oder das ist jetzt nur auf den Shuttlebus bezogen. Oder generell
- 8:14den Raum eröffnen, daran zu denken, dass Mobilität, wie wir sie jetzt
- 8:18haben, wie wir uns jetzt bewegen und wie unsere Waren sich bewegen,
- 8:21dass das noch nicht fertig ist. Das kann noch weiterentwickelt werden. Es
- 8:25gibt neue Ideen, die unser Leben in der Stadt vielleicht sogar schöner
- 8:29machen und die unsere Lebensqualität verbessern. In diesem Forschungsprojekt arbeiten Sie also
- 8:35daran, wie eine Kombination von verschiedenen, zum Teil auch neuen Erfindungen die
- 8:40Mobilität verbessern könnte. Zum Beispiel gehören dazu selbstständig fahrende Lastenräder, Lieferroboter,
- 8:47Shuttlebusse ohne Fahrer, die vielleicht so ein bisschen wie Rufbusse funktionieren und im
- 8:52besten Fall sogar intelligent ihre Routen planen können, wenn sie eben Fahrgäste
- 8:56aufsammeln. Und dafür arbeiten bei IMIG ganz verschiedene wissenschaftliche Disziplinen zusammen. Also
- 9:02natürlich Mobilitätsforschung und Logistik, Informatik, Sensorik und Data Engineering. Aber eben auch,
- 9:08das fand ich besonders spannend, Kognitionswissenschaft und Umweltpsychologie. Also so ganz verschiedene
- 9:14Blickwinkel auf ein großes Thema. Und das heißt natürlich auch, da sind
- 9:18locker fast 30 Leute am Projekt beteiligt, die man irgendwie koordinieren muss
- 9:22und bezahlen. Das klingt nach einem recht kostenintensiven Forschungsprojekt. Ja, ganz genau.
- 9:28Das Forschungsprojekt hat eine Laufzeit von 2024 bis 2028, also auch ein
- 9:33relativ langer Zeitraum. Und die Gesamtkosten von circa 14 Millionen Euro, die
- 9:38stammen aus dem EFRE, dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung. Also die
- 9:51Rahmenbedingungen von IMIG sind klar, würde ich sagen. Jetzt bin ich aber
- 9:56gespannt, wie man jetzt genau an dieser Mobilität der Zukunft in Magdeburg
- 10:00forscht. Ich versuche es bildlich zu machen oder zumindest nachvollziehbar. Also dieses
- 10:06Forschungsprojekt besteht aus zwei Säulen. Es gibt das sogenannte Reallabor. Das ist
- 10:11so ein Bereich zwischen Wissenschaftshafen und Campus in Magdeburg. Da passiert sozusagen
- 10:17Forschung zum Anfassen. Also da werden Systeme, zum Beispiel ein autonomer Shuttlebus,
- 10:23ein autonomer Lieferroboter, ein autonomes Lastenrad, aber eben auch so smarte Mobilitätsstationen
- 10:29oder Verkehrskameras mit KI ganz real getestet. Da erzähle ich dir gleich
- 10:33noch ein bisschen mehr dazu. Die zweite Säule ist ein sogenannter digitaler
- 10:38Zwilling. Da bauen die Forschenden ein virtuelles Abbild des Quartiers, in dem
- 10:42Verkehrsdaten, Sensordaten, Informationen über die Bedürfnisse der Menschen, aber vielleicht auch einfach
- 10:48so etwas wie Wetterdaten zusammenlaufen. Und mit diesem digitalen Zwilling können sie
- 10:53dann beispielsweise simulieren: Ja, was passiert denn, wenn wir zum Beispiel so
- 10:57einen autonomen Shuttle einsetzen? Wie verändert sich dann der Verkehr? Wo brauchen
- 11:01Menschen denn so einen On-Demand-Verkehr überhaupt? Wie eben zum Beispiel
- 11:04Rufbusse oder welche Kombinationen aus Straßenbahn, Shuttle, Fahrrad und Mitfahrgelegenheit funktioniert denn
- 11:11tatsächlich am besten? Und diese Ergebnisse können sie dann wiederum anschließend in
- 11:16die reale Welt zurückspielen und dann da eben testen. Also es spielt
- 11:19eben immer so miteinander einher. Weißt du, was mir da gerade so
- 11:22ein bisschen in den Sinn kam? Also dass sie da an was
- 11:25forschen, das wird bestimmt Gründe haben und die wirst du mir gleich
- 11:27erzählen. Und ich war ja, das klingt jetzt total komisch, aber ich
- 11:31war ja vor ein paar Wochen in Los Angeles arbeiten. Und dort
- 11:36gibt es autonom fahrende Taxis. Und ich habe das im ersten Moment
- 11:39wirklich nicht gecheckt. Ich dachte, weil die standen so am Straßenrand, war
- 11:43so krass. Ich sehe voll oft diese Autos. Da hast du auf
- 11:45die Gene alle Currywurst essen. Ja, wirklich, da sind die Männer geparkt.
- 11:48Und dann hat mir quasi jemand vom Team gesagt, mich eigentlich gefragt,
- 11:51ob ich damit schon gefahren bin. Und ich so: Hä, ne? Und
- 11:54die so: Ja, also dann haben sie mir erklärt, dass die quasi
- 11:56ohne fahrende Personen sind, dass die selbstfahrende Taxis sind. Ich fand
- 12:00es super spooky. Und dann habe ich aber das beobachtet, als ich
- 12:02dann unterwegs bin, habe dann natürlich noch mal ganz anders bewusst das
- 12:04im Raum aufgenommen. Und das ist ja eine absurde Stadt mit einem
- 12:08absurden Straßenverkehr. Und da gibt es das schon. Deshalb bin ich wirklich
- 12:12gespannt, was du jetzt hier, wie und ob sich das übertragen
- 12:15lässt. Weil ich mir gerade so denke, ja, im ländlichen Raum, was
- 12:17soll denn da passieren? Schickst du einen Bus los? Ja, also du
- 12:21machst auf jeden Fall einen richtigen Punkt, denn es ist jetzt nicht
- 12:23so, als würde Deutschland jetzt das Rad ganz neu erfinden. Es gibt
- 12:26andere Länder, die sind da viel, viel weiter. Auch in China ist
- 12:28man da sehr viel weiter. Das hat auch ein bisschen was damit
- 12:31zu tun, dass wir natürlich ein paar andere Anforderungen an sowohl Sicherheit
- 12:36als auch Datenschutz und so, das haben wir ja bei ein paar
- 12:39Themen, ist auch hier ganz, ganz wichtig. Ist aber auch interessant, weil
- 12:42wir natürlich auch die Beteiligten in diesem Forschungsprojekt aus den anderen
- 12:47Ländern, also sowohl aus den Staaten als auch aus China zum Beispiel,
- 12:50schon auch ein paar Sachen ableiten können. Also das ist für die
- 12:53schon auch relevant. Das heißt, wo steht denn dieses Forschungsprojekt jetzt, wenn
- 12:57sie natürlich auch auf Erfahrungswerte aus anderen Ländern greifen können und gleichzeitig
- 13:00dass wir unsere Bedürfnisse und Anforderungen irgendwie anpassen und dazu forschen. Genau.
- 13:06Also das ist jetzt mitnichten so, dass man sich so vorstellen kann,
- 13:10dass am Magdeburger Wissenschaftshafen schon überall so autonom fahrende Autos und Fahrzeuge
- 13:15unterwegs sind und dass man da permanent irgendwie gucken muss, dass man
- 13:18nicht vom autonom fahrenden Lieferroboter quasi angestupst wird oder so. Also so
- 13:23ist es noch nicht. Ich glaube, das wird auch noch ein bisschen
- 13:26dauern, denn es ist ja, wie gesagt, ein Forschungsprojekt. Da gibt es
- 13:29auch noch ein paar Einschränkungen. Aber vielleicht sprechen wir mal kurz darüber,
- 13:34was da entstehen soll in dieser Zeit, die das Forschungsprojekt eben dauern
- 13:38soll. Herz dieses Reallabors wird eine sogenannte smarte Mobilitätsstation. Und die konnte
- 13:46ich mir in der virtuellen Realität schon mal anschauen. Wenn Sie sich
- 13:49ein bisschen an die Navigation gewöhnt haben, können Sie auch in die
- 13:52Mobilitätsstation reingehen. Hier sieht es erst mal aus wie eine relativ normale
- 14:05Fußhaltestelle. Aber hier sieht man, glaube ich, dann schon: Hier habe ich
- 14:09zum Beispiel so einen großen Bildschirm, wo ich zumindest schon mal sehe,
- 14:15wie mein Wetter aussieht und wann der nächste Tattel kommt. Da könnte
- 14:21ich wahrscheinlich jetzt, wenn es dann fertig ist, auch Touchpad-mäßig Dinge
- 14:28ausprobieren. Das können Sie auf jeden Fall. Mindestens drin. Sie können nämlich
- 14:32links auch noch reingehen in den Innenraum. Da ist eine Tür offen.
- 14:38Aber genau darauf könnte man Interaktivprodukte buchen. Wenn ich jetzt Lust hätte,
- 14:44mir hier so einen E-Roller zu nehmen, um sozusagen zum Café
- 14:49Traktor zu fahren, könnte ich das jetzt hier auch direkt machen. Wenn
- 14:53wir das mit dem E-Roller-Anbieter vereinbart bekommen, dann wäre das
- 14:57möglich. Ja, aber zum Beispiel einen Bus buchen sollte man können, hier
- 15:01drin beschützt warten sollte man können. Und bei sowas kann man zum
- 15:06Beispiel, das haben wir auch gemacht, dass Testpersonen durch die Mobilitätsstation gegangen
- 15:11sind und ihre Eindrücke geteilt haben. Würde ich mich jetzt trauen, mich
- 15:15da hinzusetzen und den angemoteten Anspruch zu nehmen, welche Informationen bräuchte ich?
- 15:20Das ist alles noch nicht fertig, was wir jetzt gesehen haben, aber
- 15:23alles gerade im Stand, mit dem zwischendurch mal getestet werden kann. Also ich
- 15:29stelle mir jetzt so eine Mischung aus Busseitestelle und Reisezentrum vor, wo
- 15:34ich dann einfach irgendwie überdacht, also im Trockenen warten kann, aber gleichzeitig
- 15:39auch dort meine Reise planen und buchen kann. Ja, das trifft es
- 15:44eigentlich ganz gut. Und außerdem stehen zum Beispiel an dieser Mobilitätsstation eben
- 15:48auch Leihräder oder auch E-Scooter, mit denen du dann quasi weiterfahren
- 15:52kannst, wenn du eben zum Beispiel aus diesem Shuttlebus aussteigst. Das hat
- 15:56man ja heute auch schon an so ein paar Bahnhöfen. Also Mobilitätsstation
- 15:59eben wirklich so eine Kombi, genauso wie du es gerade beschrieben hast.
- 16:02Du hast aber auch gerade gesagt, du hast sie dir virtuell angesehen.
- 16:05Das heißt, diese Mobilitätsstation gibt es so noch nicht. Genau, sowohl diese
- 16:10Mobilitätsstation als auch der autonome Shuttlebus, die müssen nämlich ausgeschrieben werden. Wir
- 16:16sind ja immer noch in Deutschland und sollen 2027 dann zum Einsatz
- 16:21kommen, also im nächsten Jahr. Und dazu hat mir Carolin Heinrich vom
- 16:25IMEG auch Folgendes erzählt: Das ist ein Midibus, bis zu 20 Plätze.
- 16:30Wir wissen noch nicht genau, welcher das wird, weil der in Ausschreibung
- 16:34ist. Und es hängt dann eben davon ab, wer sich auf die
- 16:36Ausschreibung bewirbt. Die Route steht jetzt erst mal fest. Später ist denkbar,
- 16:40dass der irgendwann on demand fährt, also da, wo er hinbestellt wird
- 16:44und dann verschiedene gebuchte Strecken zusammenlegt. Was man aber heute schon macht,
- 16:49man testet zum Beispiel diese Mobilitätsstation in der virtuellen Welt, um mit
- 16:54ganz realen Menschen zu schauen, was erwarten die eigentlich? Also was brauchen
- 16:58sie, damit sie diese Form der Mobilität dann auch wirklich nutzen? Wir
- 17:02haben ein Forschungspanel mit über 800 Teilnehmenden, vor allem hier aus dem
- 17:06Stadtgebiet, die wir regelmäßig einbeziehen bei der Entwicklung der Produkte, um sicherzustellen,
- 17:12dass das ist, was die Menschen auch tatsächlich brauchen und dass das
- 17:16deren Bedürfnisse erfüllt. Von Datenschutz über der Lieferroboter fährt mir zu dicht
- 17:21auf. Also so ganz praktische Fragen, um eben die Bedürfnisse auch abbilden
- 17:24zu können in diesem virtuellen Stadtquartier. Und die ganzen Daten, um die
- 17:29auszuwerten und um anhand der Daten auch Simulationen durchzuführen, benutzen wir eben
- 17:33dann auch günstige Intelligenz. Okay, aber nochmal für mich zum Verständnis: Diese
- 17:37Teilnehmenden testen das, also echte Teilnehmende testen das, aber in der virtuellen
- 17:41Welt? Jein, also sie testen es auch in der digitalen Welt. Aber
- 17:45natürlich geht es zum Beispiel auch darum, welche Mobilitätsbedürfnisse die überhaupt haben.
- 17:51Denn man will ja bei IMEG auch herausfinden, wie man eben sinnvolle
- 17:55Lösungen entwickelt, die dann auch genutzt werden. Also nur mal zum Beispiel
- 18:00zu bringen: Wenn du jetzt zum Beispiel deinen Weg zur Arbeit planen
- 18:05müsstest, wie bewegst du dich eben von deinem Zuhause zur Arbeit? Was
- 18:08wäre dir dabei wichtig? Welche Faktoren? Schnell, trocken und zeiteffektiv, um auf die
- 18:17Arbeit zu kommen. Also ich will nicht irgendwo 15 Minuten rumstehen, damit
- 18:21ich auch noch zeitiger aufstehen muss, um auf Arbeit zu kommen, das
- 18:25alles gemütlich zu schaffen. Genau, und ich meine, so ein paar Sachen
- 18:29machen ja alles, was so Google Maps, Apple, was auch immer, Maps
- 18:34also alle Routingprogramme machen die ja heute schon. Also die bieten dir
- 18:38verschiedene Varianten an, zum Beispiel zu Fuß, mit dem Rad, mit den
- 18:41Öffis, mit dem Auto. Beim Auto manchmal sogar noch so verschiedene Varianten,
- 18:46welche die besonders nachhaltig sind oder der schnellste Weg oder der Feldweg.
- 18:50Manchmal oder der Feldweg, der wird dann meistens nicht angezeigt, man merkt
- 18:54es erst, wenn man draufsteht. Bei IMEG möchte man da aber
- 18:56wirklich noch einen Schritt weiter gehen, das noch individueller gestalten. Zum Beispiel
- 19:01gehen wir mal davon aus, du hättest dir jetzt vorgenommen, du möchtest
- 19:03jeden Tag deine 10.000 Schritte schaffen. Machen ja manche von uns
- 19:07schaffen dann das auch doch oft nicht. Da würde also dein Routing-
- 19:11Tool das jetzt immer so bauen, dass du eben am Tag diese
- 19:1410.000 Schritte schon mit eingeplant bekommst. Oder du sagst zum Beispiel,
- 19:18ich bin nicht so verträglich mit heißen Temperaturen. Wenn ich da also
- 19:23zu Fuß unterwegs bin, brauche ich eine Route, die im Schatten liegt
- 19:26oder so. Also das ist sozusagen etwas, was sie ganz individuell planen
- 19:31in diesem Forschungsprojekt. Dafür braucht es ganz viele Daten, dafür braucht es
- 19:35Sensoren, die man eben nach und nach auch am Wissenschaftshafen implementiert und
- 19:39testet. Aber es geht eben genauso um die Frage: Ja, würdest du
- 19:43zum Beispiel, du hast ja deine Geschichte vorhin mit dem autonom fahrenden
- 19:47Taxis in Los Angeles erzählt. Ja, würdest du so einen autonomen Shuttlebus
- 19:51überhaupt benutzen? Hättest du dabei ein gutes Gefühl oder welche Bedingungen gäbe
- 19:56es dafür, dass du damit ein gutes Gefühl hast? Also das sind
- 19:59so Dinge, die das Panel testet. Aber die testen auch so ganz
- 20:03handfeste Dinge, zum Beispiel eben das autonome Lastenrad oder auch den autonomen
- 20:08Lieferroboter. Der hat zum einen die Funktion, dass er komplett autonome Sachen
- 20:12liefern kann, zum Beispiel Pizza oder Einkäufe. Der kann aber auch unterstützen
- 20:17mit einer Follow-me-Funktion. Das heißt, er kann hinter einer Person
- 20:21herfahren und zum Beispiel die Einkäufe nach Hause tragen oder andere schwere
- 20:27Lasten, auch im Handwerk. Man kann sich das auch als Arbeitsgerät vorstellen.
- 20:33Ja, und diesen Lieferroboter, den gibt es schon. Das darf man sich
- 20:36jetzt nicht so vorstellen, dass der jetzt schon einfach am Wissenschaftshafen rumfährt.
- 20:40Allerdings vor allem deswegen, weil er noch nicht gegen Vandalismus versichert ist.
- 20:45Das heißt, wenn er testweise eine Pizza ausliefern würde, dann, naja, hat
- 20:49er keine Sicherheitsvorrichtung, dass ich mir nicht doch die Pizza schnappen kann.
- 20:52Ja, das wäre jetzt natürlich nicht so besonders nett für denjenigen, der
- 20:55sich die Pizza bestellt hat. Aber es wäre eben im Moment noch
- 20:58möglich. Also der läuft im Forschungsbetrieb, um eben genau solche Situationen mal
- 21:02durchzuspielen, auch zu schauen, wann und wofür würden Menschen diesen Lieferroboter nutzen.
- 21:07Was kann man überhaupt damit transportieren? Wo stößt er an Grenzen? Wie
- 21:11viel Abstand muss der halten, zum Beispiel in dieser Follow-me-Funktion,
- 21:15damit ich nicht die ganze Zeit denke: Oh, das ist mir aber
- 21:17zu nah. Ja, und beim autonomen Lastenrad ist das im Prinzip also
- 21:20ziemlich ähnlich. Und dann nimmt man eben diese Daten aus dem sogenannten
- 21:24Reallabor, also diese Testdaten, über die wir gerade gesprochen haben. Aber zum
- 21:29Beispiel verfügt der Lieferroboter auch über alle möglichen Sensoren und die kann
- 21:33man sozusagen dann in diesen digitalen Zwilling zurückspielen. Das Reallabor erzeugt quasi
- 21:40am laufenden Band Daten und die füttern den digitalen Zwilling. Und andersrum
- 21:46kann man, wenn man Simulationen und Berechnungen mit den Daten im digitalen
- 21:49Zwilling laufen lässt, Rückschlüsse ziehen, wie die Angebote in der echten Welt
- 21:54funktionieren sollten. Ja, also im besten Fall verbessern dann die Daten aus
- 21:58der realen Welt den digitalen Zwilling und damit kann man dann wieder
- 22:02verschiedene Situationen simulieren und ausprobieren und die dann wiederum im Reallabor erneut
- 22:07testen und diese Mobilitätslösungen so halt immer weiterentwickeln. Das wird alles noch
- 22:12ein bisschen dauern, aber bis 2028, also bis zum Ende der Projektfinanzierung,
- 22:17ist es ja auch noch ein bisschen hin. Es gibt zwei parallele
- 22:21Stränge, könnte man eigentlich sagen. Das ist zum einen die Forschung und
- 22:25dass natürlich bis zum Ende der Projektlaufzeit Forschungsfragen beantwortet werden sollen oder
- 22:32zumindest der Startpunkt gesetzt ist, um dann ein Folgeprojekt damit zu gewinnen
- 22:36oder ja, was veröffentlichen zu können darüber. Das ist das eine und
- 22:41zum anderen möchten wir nicht nur für die Schublade forschen, sondern auch
- 22:45Produkte entwickeln, die dann wirklich einen Mehrwert in der Gesellschaft bringen können
- 22:50und irgendwie auch etabliert werden. Und das ist der andere große Punkt,
- 22:56dass wir den Weg bereiten für Transfer, also für den Übertrag in
- 23:01die Gesellschaft. Was wir in unserem Projekt Meilensteinplan haben, sind, dass wir
- 23:05die Demonstratoren aufbauen und dass wir sie testen und evaluieren und dementsprechend
- 23:11dann auch überarbeiten und feststellen: So funktioniert das nicht oder wir haben
- 23:15einen wichtigen Teil vergessen. Das ist nicht lebensnah, nicht funktional. Forschung in
- 23:26die Gesellschaft übertragen ist ja ein ganz gutes Stichwort, denn mal ganz
- 23:31ehrlich, dieser Wissenschaftshafen in Magdeburg, der ist ja super angebunden. Der Campus
- 23:35eigentlich auch. Da brauchen wir jetzt nicht so sehr innovative Lösungen. Wir 00:23:40.000 --> 00:23:43.000 Wir haben ja am Anfang der Folge gesagt, dass es ja eigentlich auch
- 23:43vor allem um ländliche Regionen geht. Es wäre da ja schon eigentlich
- 23:47ganz cool, wenn man zumindest ein eigenes Forschungsprojekt oder einen Teil Forschungsprojekt
- 23:52hat, das man ja in den ländlichen Raum übertragen kann. Ja, da
- 23:56hast du natürlich total recht. Jetzt muss man natürlich sagen, IMIG ist
- 23:59ein Forschungsprojekt, und Carolin Heinrich hat es ja eben auch schon gesagt:
- 24:03Es geht natürlich auch um das Beantworten von ganz konkreten Forschungsfragen und
- 24:07um Erkenntnisgewinn und natürlich auch um wissenschaftliche Veröffentlichungen. Das müssen ja Wissenschaftler
- 24:13und Wissenschaftlerinnen auch ab und zu mal machen. Und ich finde
- 24:16es wichtig, auch mal ganz kurz festzuhalten, dass das alleine natürlich schon
- 24:20auch etwas wert ist. Ja, und dafür braucht man natürlich auch erst
- 24:24mal so einen gewissen kontrollierbaren Rahmen, sagt Carolin Heinrich. Und ich denke,
- 24:29das hat ein Reallabor so an sich, dass es da ein bisschen
- 24:33optimaler, ein bisschen perfekter ist, als wenn man sich irgendeinen Ort sucht,
- 24:39an dem man das durchführen kann. Das Schöne ist, dass es halt
- 24:42nicht komplett ein Labor ist, sondern dass es schon irgendwie den Kontakt
- 24:45zur echten Welt gibt. Aber ich denke, zwangsläufig wird man immer viel
- 24:50Anpassungsaufwand haben, wenn man das überträgt. Wir denken ja vor allem auch
- 24:55an Gebiete, die im Mobilitätsangebot ein bisschen unterversorgt sind. Und das kann
- 25:00man vom Wissenschaftshafen nicht sagen. Wir haben ja alle zehn Minuten eine
- 25:02Busanbindung. Man kann ja mit dem Rollscooter hinfahren. Es gibt den Elberadweg.
- 25:07Hier wird es nicht gebraucht. Wenn man ehrlich ist, braucht der Wissenschaftshafen
- 25:12diese Lösungen nicht zwangsläufig. Aber wir können sie eben hier
- 25:15gut ausprobieren, um sie dann irgendwo hin zu übertragen, wo man sie
- 25:18dringend braucht. Also, meine Wunschtransferziele: Die MVB betreibt weiterhin einen autonomen Shuttlebus
- 25:26für Magdeburg. Und gegebenenfalls wird auch einer in Wernigerode, zum Beispiel, betrieben
- 25:31bei der Hochschule Harz. Und wir haben den Grundstein gelegt, dass das
- 25:35Land Sachsen-Anhalt weiß, wie man autonome Shuttlebusse zulässt, wie man diesen
- 25:40Prozess durchläuft. Die Verkehrsbetriebe wissen, wie sie den betreiben und wie sie
- 25:45ihre Mitarbeitenden qualifizieren müssen, damit der einwandfrei laufen kann. Und das ginge
- 25:52natürlich nicht nur in Magdeburg, sondern auch im ländlichen Raum. Und da
- 25:56gibt es dann vielleicht keine so gute Netzabdeckung. Und da gibt es
- 26:00vielleicht keine Radwege und vielleicht keinen Platz für eine Mobilitätsstation. Wir müssen
- 26:04es immer mitdenken, dass wir es übertragen wollen. Aber ich denke, man
- 26:08muss für jeden Anwendungsort, an dem man sie übertragen möchte, trotzdem nochmal
- 26:13von vorne gucken. Ein Kollege von mir, Dr. Sönke Beckmann, hat zum
- 26:18Beispiel einen Indicator entwickelt, nach dem man bewerten kann, ob die Infrastruktur
- 26:22das hergibt, einen autonomen Shuttlebus dort zu installieren. Wir arbeiten in einem
- 26:27Projekt gerade generell an einem Indicator, der verschiedene soziale Dimensionen
- 26:31und Politik sowie die allgemeine Qualität des Transportsystems mit einbezieht, um zu
- 26:37gucken, ob man zum Beispiel den autonomen Shuttlebus dort gut installieren könnte.
- 26:41Und danach würde man dann, glaube ich, schauen, ob das auch funktioniert.
- 26:45Ja, und das ist wirklich spannend, denn ein autonomer und auch noch
- 26:49smarter Shuttlebus, der vielleicht sogar in der Lage ist, wie ein Uber
- 26:53oder so gebuchte Fahrten sinnvoll miteinander zu kombinieren, könnte für viele Regionen ein
- 26:59echter Gewinn sein. Dafür muss man aber im Vorfeld eben wissen,
- 27:03in welchen Regionen macht das überhaupt Sinn. Und dafür haben sie an
- 27:07der Uni Magdeburg eben diesen Indicator entwickelt. Und da muss man eben
- 27:10auch schauen, welche Regularien, Zulassungsverfahren, Wartungen, Schulungen und Anpassungen braucht es eben
- 27:17jeweils. Es klingt auch nach, ich würde sagen, sehr kleinteiliger Forschung, die
- 27:22dann vielleicht doch noch ziemlich in der Zukunft liegt. Gibt es denn
- 27:25irgendwas, wo die sagen können, am IMEC, da können wir jetzt ganz
- 27:29konkret werden, schon in den nächsten Jahren? Ja, wenn auch nicht direkt
- 27:33aus dem IMEC, aber IMEC ist das größte Teilprojekt des interdisziplinären Forschungsverbunds
- 27:39Intelligenter Mobilitätsraum an der Otto von Guericke Universität in Magdeburg. Und da
- 27:43tauscht man sich natürlich auch untereinander aus. Bei vielen Forschungsfragen entstehen da
- 27:48auch einfach so Synergieeffekte, weil die einfach an ähnlichen Dingen forschen, unter
- 27:51anderem beim Thema Pendeln. Und das fand ich ganz spannend. Wir haben
- 27:55festgestellt, dass ein Drittel der Emissionen, die die Otto von Guericke Universität
- 27:58hat, von Pendelmobilität kommt. Und haben dann gedacht, das müssen wir doch
- 28:03irgendwie angreifen können. Alle müssen zum selben Ort. Und wenn man sich
- 28:07die Fahrgemeinschaft teilt mit jemandem, der beim selben Arbeitgeber arbeitet, ist auch
- 28:11schon mal so ein Vertrauensvorschuss da, den man zum Beispiel bei anderen
- 28:14Mitfahrplattformen nicht hat. Und aus diesen Gedanken heraus ist eine eigene kostenfreie
- 28:20Mitfahrplattform für Studierende und Mitarbeitende entstanden. Die nennt sich MOFA, damit eben
- 28:25nicht jeder in einem Auto sitzt, das dann eben pendelt, von wo
- 28:30auch immer, dann eben entweder an die Uni oder eben nach Magdeburg
- 28:33im Allgemeinen, sondern vielleicht sich eben zwei oder drei Menschen zusammenfinden können,
- 28:38sodass man eben Emissionen sparen kann und vielleicht auch ein bisschen mehr
- 28:42in Kontakt kommen kann miteinander. Früher BlaBlaCar oder Mitfahrgelegenheit. Genau, aber der
- 28:46Unterschied ist hier, dass du sozusagen das an einen Arbeitgeber bindest. Aber
- 28:51die Idee klingt danach. Die Idee ist die gleiche, genau, mit so
- 28:54ein bisschen so einem Vertrauensbonus. Also da kannst du sozusagen Leute, die
- 28:57beim gleichen Arbeitgeber sind, können sich zusammenfinden. Und das macht natürlich einen
- 29:01Unterschied, als jetzt so mit random fremden Leuten ins Auto zu steigen.
- 29:05Ja, aber das war auf jeden Fall so ein Ausgangspunkt. Also mittlerweile
- 29:09ist nicht nur die Uni in Magdeburg mit dabei, die Hochschule Harz
- 29:12ist mit dabei, die Stadt Magdeburg selbst ist mit dabei. Als nächstes
- 29:16hat mir Carolin Heinrich erzählt, kommt das Uniklinikum noch mit dazu und
- 29:19auch die Fakultät für Universitätsmedizin. Also schon gar keine so ganz kleinen
- 29:25Bereiche, die eben auch sagen, ihr müsst alle an den gleichen Ort.
- 29:28Es sind relativ viele Mitarbeitende, Studierende und so weiter. Ihr kommt aber teilweise
- 29:32eben von außen, schließt euch einfach zusammen, kommt auch vielleicht ein bisschen
- 29:35mehr in Kontakt. Und das lässt sich natürlich rein theoretisch einfach erweitern.
- 29:39Und jeder größere Arbeitgeber in Sachsen-Anhalt könnte da mitmachen und so
- 29:43richtig Emissionen sparen. Und natürlich auch in ländlichen Regionen. Klingt spannend und
- 29:48stelle ich mir eigentlich eine gute Option vor, wie du schon sagst,
- 29:52für viele größere Unternehmen. Gleichzeitig hängt es natürlich dann, glaube ich, auch
- 29:57oft an der eigenen Bequemlichkeit. Und auch, naja, man kennt es vielleicht:
- 30:01Möchte ich morgens wirklich? Ist ja vielleicht schon schlimm, im Bus zu
- 30:03sitzen. Dann irgendwie im Auto ist der Raum ja noch kleiner. Da
- 30:07muss man sich, muss man in Anführungszeichen, sich auch noch unterhalten. Da
- 30:11hängt ja noch so ein soziales Gefüge dran. Aber trotzdem glaube ich,
- 30:14schon im kleinen Rahmen kann man natürlich damit auch viel beitragen, für
- 30:18weniger Verkehr auf den Straßen und auch weniger Raum, den diese
- 30:22Autos dann auch in Städten einnehmen. Also, spannende Idee. Und ja, insgesamt
- 30:27nehme ich jetzt auf jeden Fall mit, dass da an vielen Dingen
- 30:30geforscht wird in Sachen autonomes Fahren, vor allem gerade im Busbereich, die
- 30:34hilfreich für uns sein könnten. Aber dass es doch eine sehr kleinteilige
- 30:38Forschung ist, gerade mit diesem, was du meinst, Verknüpfen von Fahrten, Planung
- 30:43von welchem Weg gehe ich im Schatten zum Beispiel, dass wir auf
- 30:47da die konkreten Lösungen doch noch ein bisschen warten müssen. Ja, wahrscheinlich
- 30:50ist das so. Und wahrscheinlich wird die Mobilitätswende jetzt nicht an diesem
- 30:54einen Forschungsprojekt in Magdeburg hängen und von da aus vonstatten gehen. Aber
- 31:00ich glaube, da werden auf jeden Fall spannende Fragen behandelt, aus denen
- 31:04das Land Sachsen-Anhalt und auch die Verkehrsbetriebe viel mitnehmen können. Ja.
- 31:18Mobilität ist irgendwie auch ein gutes Stichwort. Denn vielleicht möchte der eine
- 31:23oder die andere, die uns hier hören, ja demnächst mal nach Magdeburg
- 31:27kommen. Katja würde das bestimmt freuen. Unbedingt! Mich in diesem Fall natürlich
- 31:32auch. Denn wir haben eine weitere Veranstaltung dazwischen live. Unser erster Aufschlag
- 31:39war in Halle. Jetzt geht es nach Magdeburg. Wir hatten das ja
- 31:42schon mal angekündigt. Und jetzt wird es wirklich konkret: Am 17. November von
- 31:4719 bis 20:30 Uhr. Und was machen wir da eigentlich? Naja,
- 31:52wir wollen schauen, wie geht es jetzt eigentlich politisch in Sachsen-Anhalt
- 31:55weiter? Wie stellen sich demokratische Parteien künftig auf? Wie geht es vor
- 32:00allem den Akteurinnen und Akteuren aus der Zivilgesellschaft? Es soll ein Abend
- 32:05sein zum Zuhören, zum Mitdenken, zum Mitdiskutieren. Und diesen Abend gestalten wir
- 32:11vom Dazwischenteam und auch detektor.fm nicht allein, sondern zusammen mit dem
- 32:15Tagesspiegel. Die Veranstaltung ist kostenlos. Ihr solltet euch aber anmelden, denn natürlich
- 32:20ist der Platz begrenzt. Wie das geht, das findet ihr verlinkt in
- 32:25den Show Notes, aber auch noch in meinem Newsletter. Es wäre toll,
- 32:28wenn ihr euch bis zum 15. November anmeldet. Und ja, wo machen
- 32:31wir eigentlich das Ganze? In der StudiBar und Eventspace vom ehemaligen Campus
- 32:36Theater Magdeburg. Ich freue mich drauf und hoffe, dass ihr zahlreich kommt.
- 32:40Und Katja freut sich bestimmt auch. Ich finde auch die Frage, wie
- 32:43geht es weiter in Sachsen-Anhalt, die beschäftigt uns ja auch in
- 32:46der nächsten Folge. Denn wir schauen noch mal auf die Zivilgesellschaft in
- 32:50Sachsen-Anhalt. Wir haben ja mit vielen auch schon vor der Landtagswahl
- 32:53gesprochen. Viele hatten Angst vor einer möglichen AfD-Regierung. Jetzt bereiten sie
- 32:58sich ganz konkret vor, um sich eben resilienter zu machen, um zu
- 33:02gucken, wie man eben vielleicht auch ohne Fördergelder weitermachen kann. Fördergelder vom
- 33:06Land zumindest. Wie genau das haben wir mit mehreren Vertretern und Vertreterinnen
- 33:11besprochen. Und ihr hört es dann nächste Woche hier bei Dazwischen. Ja,
- 33:14es wird auf jeden Fall eine sehr vielfältige Folge. Ich freue mich
- 33:18drauf und würde sagen, bis zum nächsten Mal. Dieser Podcast ist eine
- 33:34Kooperation von detektor.fm und dem Media Forward Fund. Podcast Hosts Marie
- 33:40Landes und Katja Schmidt. Podcast Redaktion Leonard Schubert. Cover Design Claudia Dölling
- 33:47und Anja Kriemer von Sisters of Design. Originalmusik Florian Siebers. Audioproduktion Benjamin
- 33:56Serdani, Stanley Beidorf und Tim Schmutzler. Projektleitung Christian Bollert.