Latest / Brichta & Bell - der Wirtschafts-Podcast / Gold fünfstellig – kommt jetzt die nächste Preisexplosion?
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- 0:00So, und bei uns glänzt es heute wieder, wir sprechen nämlich über Gold und wohin
- 0:06sich dieses so wichtige Edelmetall entwickelt. Wohin geht die Reise,
- 0:08was da eigentlich passiert in den letzten Monaten und ist das eigentlich was
- 0:11für das Depot und wenn ja, wie?
- 0:14Ist einiges passiert, Raimund, das können wir schon mal verraten, oder?
- 0:16So ist es, es ist tatsächlich einiges passiert, wobei ja tatsächlich hintergründig
- 0:21für Gold, meiner Ansicht nach zumindest, gar nicht viel Neues passiert ist.
- 0:25Aber wir wissen ja immer, es werden auch Narrative an den Märkten herumgereicht.
- 0:30Das gilt für Aktien, für alles Mögliche auch, natürlich auch für Gold.
- 0:33Und da bin ich jetzt gespannt auf die Interpretation unseres heutigen Gastes,
- 0:38Robert Fittje, den Goldspezialisten. Schönen guten Tag, Herr Fittje.
- 0:43Lassen Sie mich gleich mit der ersten Frage einsteigen.
- 0:48Tatsächlich wird in letzter Zeit für ein Wiederanspringen des Goldpreises...
- 0:54Der exponentiell wachsende Schuldenberg der Amerikaner genannt.
- 0:58Was ist denn davon zu halten?
- 0:59Ja, ist mir schön. Guten Tag, Herr Brichter, Herr Bell, auch von meiner Seite.
- 1:02Ich freue mich, wieder dabei zu sein und ich teile diese These,
- 1:06um im Prinzip gleich mal mit einer Zustimmung zu starten,
- 1:10wenngleich natürlich kurzfristig immer wieder das Tagesgeschäft,
- 1:16geldpolitische Einflüsse, fiskalpolitische Einflüsse, die Geopolitik,
- 1:21dort die entsprechenden Konfliktherde unserer Zeit selbstverständlich ihre Auswirkungen zeitigen.
- 1:28So ist doch für mich der große rote Faden eigentlich pro Gold,
- 1:33beziehungsweise für die Stärke des goldenen Edelmetalls in der Tat die exponentielle
- 1:39Schuldenentwicklung, die sich jetzt,
- 1:42beim Erreichen der 40 Billionen.
- 1:45Staatsschuldengrenze in den USA manifestiert.
- 1:49Ich gebe Ihnen mal ein Beispiel. Ich bin jetzt seit über 18 Jahren in der Branche
- 1:54tätig, in der Goldbranche.
- 1:55Als wir die Branche betreten haben, hat die USA gerade die 10 Billionen US-Dollar
- 2:01Staatsschuldengrenze erreicht.
- 2:03Das war das Jahr 2009, damals ging es gerade um die Inauguration von Barack
- 2:09Obama und da gab es ja diese Anekdote, die durch die Presse lanciert wurde,
- 2:12dass die Schuldenuhr in New York,
- 2:15nicht genügend Stellen dafür hatte, das Überspringen von 9, auf dann 10 Billionen Staatsschulden.
- 2:24Abzubilden, zu visualisieren.
- 2:26Und man hat sich damals damit beholfen, dass man das US-Dollar-Symbol hinten
- 2:30eliminiert hat, was aus meiner Sicht eine sehr symbolträchtige Handlung ist.
- 2:34Es hat ja insgesamt so mit 230 Jahren gedauert, auf 10 Billionen Staatsschulden zu kommen.
- 2:39Heute sind wir gerade mal 18
- 2:41Jahre später und haben jetzt die 40 Billionen-Dollar-Grenze überschritten.
- 2:45Und auch wenn die 40 Billionen an sich rein numerisch keine höhere Bedeutung
- 2:49haben, so zeigt es doch, dass wir es mit einem exponentiellen Strukturwandel zu tun haben,
- 2:55Und der manifestiert sich aus meiner Sicht allerspätestens seit dem Jahr 2020,
- 3:01seither nämlich auch die Anleiherenditen, die Zinsen am langen Ende angefangen
- 3:06haben, in allen Industrienationen substanziell anzusteigen.
- 3:09Okay, Zinsen sind ein weiterer spannender Faktor, kommen wir gleich noch drauf
- 3:13zu sprechen, aber lassen Sie uns mal bei den Schulden bleiben.
- 3:15Meiner Ansicht nach springt man ein bisschen zu kurz, wenn man das Ganze auf,
- 3:20den amerikanischen Schuldenberg reduziert.
- 3:23Ist es nicht eher so, dass weltweit alle Schulden ansteigen,
- 3:31und zwar exponentiell ansteigen müssen,
- 3:35und zwar sowohl die Staatsschulden, das sind nicht nur die Amerikaner,
- 3:40es sind ja alle anderen Industrieländer.
- 3:43Auch, Japan vorneweg dabei und selbst die Deutschen haben ja ihre Schuldenbremse
- 3:49jetzt durch ein Gaspedal ausgetauscht.
- 3:51Und zum anderen kommt nicht auch noch dazu der Teil der Privatschulden,
- 3:56also derjenigen, die eben nicht staatlich sind. Also insgesamt muss der gesamte
- 4:02Schuldenberg in der ganzen Welt...
- 4:04Exponentiell steigen. Ist das nicht eher einer der Triebfaktoren hinter dem
- 4:09Goldpreis und nicht nur die amerikanischen Staatsschulden?
- 4:12Also selbstverständlich, wobei
- 4:14ich zwischen beiden Ausführungen keinen strukturellen Widerspruch sehe.
- 4:18Wir leben in einer US-Dollar-zentrischen Welt. Das heißt, wenn der Emittent
- 4:21der Weltleitwährung in einer solchen Schuldeneskalationsspirale gefangen ist,
- 4:28dann sagt das doch insgesamt sehr viel aus über unseren aktuellen Zustand.
- 4:32Des Kreditgeldsystems.
- 4:34Und das genau ist auch der springende Punkt, auf den Sie jetzt hingewiesen haben.
- 4:39Herr Brichter, in der Tat seit 1971 befinden wir uns in einem Geldsystem,
- 4:44bei dem Geld als Kredit emittiert wird.
- 4:47Und das führt finanzmathematisch dazu, dass die Geldmenge entsprechend steigen muss.
- 4:53Wenn die Geldmenge steigt, steigt aber eben exponentiell die Schuldenmenge,
- 4:57weil die Schulden das einen eben das Guthaben des anderen darstellen in diesem System.
- 5:02Und somit ist es völlig richtig, das Gesamtaggregat sozusagen an Schulden beziehungsweise
- 5:07an Geldmenge muss zwingend exponentiell steigen.
- 5:11Das passiert auch und exponentielle Verläufe haben eben tatsächlich
- 5:15die Eigenschaft, erstens können wir sie uns nur sehr, sehr schwer vorstellen,
- 5:19weil unsere Gehirne sind nicht für exponentielle Faktoren gemacht und Entwicklungsverläufe
- 5:24gemacht, sondern eben eher für lineare Extrapolation.
- 5:28Und zum Zweiten ist es eben so, dass man an einem gewissen Punkt mathematisch
- 5:32sozusagen einen gewissen Kontrollverlust erleidet und somit nicht mehr in der
- 5:38Lage ist, diesen Gesamtverlauf strukturell zu steuern.
- 5:42Sprich, man ist als Investor nicht mehr in der Lage, sogenannte sichere Anlagen
- 5:48innerhalb von nominal rentierenden,
- 5:51Anlagen zu tätigen und muss zwingend, um noch eine reale Rendite zu erwirtschaften,
- 5:56entsprechend in Sachanlagen investiert sein, um diesen exponentiellen Schuldenverlauf zu kompensieren.
- 6:02So und jetzt haben Sie diesen hohen Schuldenberg angesprochen und dabei auch
- 6:05das Wort Zinsen erwähnt.
- 6:06Inwiefern können Sie das vielleicht nochmal ausführen, wird das zum Problem,
- 6:10springen wir wieder in die USA.
- 6:12Auf lange Sicht und inwieweit kann das den Goldkurs positiv beeinflussen?
- 6:17Ja, schauen Sie, vermeintlich wird immer von der Korrelation oder von der inversen
- 6:21Korrelation gesprochen von vielen Finanzanalysten, die da lautet,
- 6:25wenn die Zinsen steigen, wird der Goldpreis fallen, weil eben die Opportunitätsprämie zunimmt.
- 6:32Das heißt, man hat also einen positiven Renditezugewinn, wenn man in Staatsanleihen
- 6:38beispielsweise investiert und Gold eben als nicht rentierliche, als,
- 6:43ohne Dividende, ohne Zinscoupon ausgestattete Anlage gerät dann relativ in einen Anlagenachteil.
- 6:51So, das ist aber, wenn man sich es historisch mal anschaut, in Zeiten,
- 6:55inflationärer Entwicklung oder in Zeiten, wo die Investoren anfangen,
- 7:00die Schuldentragfähigkeit zu hinterfragen, wo man in stagflationäres Marktumfeld
- 7:06eintritt, so wie wir es in den 70er Jahren beispielsweise
- 7:10hatten, dann ist diese Korrelation außer Kraft gesetzt und man stellt fest,
- 7:15dass die Zinsen zeitgleich zu steigenden Goldkursen ebenfalls anziehen.
- 7:22Wenn ich kurz unterbrechen darf, lässt sich ja ganz klar auch in den jüngsten
- 7:27Jahren nachvollziehen.
- 7:28Und Sie haben es ja auch schon direkt angesprochen. 2020 ein Zinssatz von Null,
- 7:33bei einem Goldpreis von, das wissen Sie besser, wo der damals stand,
- 7:362026 ein Zinssatz von 5% in den USA bei einem Goldpreis von 4.000 plus Dollar.
- 7:44Ganz genau, darauf wollte ich hinaus. Wir haben diese historische Parallele
- 7:47in den 70er Jahren gehabt. Wir hatten sie in den Nullerjahren von 2003 bis 2008
- 7:51ähnlich gesehen. Auch da sind beispielsweise im Euro-Raum die Zinsen von 2%
- 7:54auf 4,5% angestiegen. Der Goldpreis ist ebenfalls dynamisch angestiegen.
- 7:57Und seit 2020, und das ist in der Tat sozusagen der Paradigmenwechsel,
- 8:01den wir attestieren, den wir beobachten an den Märkten.
- 8:05Wir hatten bunteren Läden beispielsweise, die waren noch negativ 2020.
- 8:09Heute die zehnjährigen Staatsanleihen rentieren irgendwo bei 3,5, 3,6 Prozent.
- 8:14In den USA sehr ähnliche Verläufe. Trotzdem haben wir es mit einer annähernden
- 8:18Verdreifachung zu tun gehabt.
- 8:19Zwischenzeitlich beim Goldpreis. Jetzt hat es sich mal um 25 bis 30 Prozent
- 8:24abgekühlt. Hat eine Korrektur stattgefunden zwischen Januar und August,
- 8:28wie Sie alle wissen. Und wie auch die Zuhörer entsprechend beobachten konnten.
- 8:32Aber auch jetzt sehen wir wieder diesen parallelen Verlauf von steigenden Anleiherenditen
- 8:38und gleichzeitig steigenden Zinsen und gleichzeitig steigenden Goldpreisen.
- 8:44Und das ist doch ein ganz eindrückliches Signal dafür, dass Investoren insgesamt
- 8:49mittlerweile die Risikoprämie wieder neu bewerten, um das.
- 8:54Kontrahentenrisiko des Schuldners, in dem Fall beispielsweise der USA,
- 8:59bei einem Schuldenstand von über 125 Prozent des Bruttosozialprodukts der Wirtschaftsleistung,
- 9:05um entsprechend noch adäquat kompensiert zu werden.
- 9:08Und jetzt kommen wir wirklich an einen ganz, ganz spannenden Punkt.
- 9:12Ich habe von vielen schon gehört, auch von Gästen bei uns bei NTV.
- 9:19Die sagen, ja, Moment, jetzt ein Zinsniveau von jetzt dreieinhalb Prozent bei
- 9:23uns für fünf Prozent in den USA, was die Staatsanlage anbelangt.
- 9:27Ja, das ist doch normal. Wir sind zurück in der Normalität, denn solche Zinsen
- 9:33hatten wir ja in früheren Jahrzehnten öfter und wir haben sogar höhere Zinsen gehabt.
- 9:38Jetzt sage ich aber, Moment mal, tatsächlich gibt es aber einen wesentlichen
- 9:44Unterschied und da sind wir zurück bei den Schulden.
- 9:48Damals waren die weltweiten Schulden viel, viel geringer.
- 9:53Jetzt aber sind die weltweiten Schulden viel, viel höher. Sie sind exponentiell gestiegen.
- 9:59Das heißt, so hohe Zinsen sind auf Dauer für dieses hohe Schuldenniveau gar nicht tragbar.
- 10:08Und jetzt kommt es eben, dass ich zumindest sage, ja irgendwann muss dieser
- 10:13Schuldenberg wieder reduziert werden, aber nicht durch Schuldentilgung,
- 10:17was ja gar nicht geht, sondern,
- 10:18ja was auch immer durch einen Reset, durch ein Streichen von Schulden,
- 10:23Stichwort Währungsreform.
- 10:25Was halten Sie davon?
- 10:28Also ich stimme Ihnen zunächst einmal zu, dass die Zinsen in der Höhe.
- 10:35Mit Betrachtung der aktuellen Schuldenniveaus dauerhaft nicht tragfähig sind.
- 10:39Machen wir mal einen Vergleich. Wir sind in den USA jetzt bei 125 Prozent Verschuldungsquote
- 10:45gemessen an der Wirtschaftsleistung angelangt.
- 10:47In den 70er Jahren, als schon einmal die Inflation sozusagen starkflationär
- 10:51wegzugaloppieren drohte, hat damals der Notenbankchef Paul Volker die Zinsen
- 10:58über Nacht an die 20 Prozent angehoben.
- 11:01Damals hatten wir es mit einer Verschuldung von rund 60 Prozent gemessen an
- 11:06der Wirtschaftsleistung zu tun.
- 11:08Das heißt, es ist zwingend notwendig,
- 11:10dass wir eine sogenannte finanzielle Repression durchlaufen werden.
- 11:16Das heißt, dass Investoren real an Renditen sozusagen einbüßen und somit sich
- 11:22der Staat à la longue versucht und vermutlich wird es der Weg,
- 11:26sein, den man wählen wird, um aus dieser Malaise zu entkommen,
- 11:30um sich auf Kosten seiner Gläubiger,
- 11:33schleichend durch negative, reale Renditen, durch Geldmengenausweitungen,
- 11:38durch massive fiskalpolitische Stimuli.
- 11:41Denken Sie nur beispielsweise an das Versprechen, was da letzte Woche durch
- 11:45den US-Präsidenten in den Raum gestellt worden ist, dass wenn er die Zwischenwahlen
- 11:49gewinnt, dann doch jeder Erwachsene einen.
- 11:53Scheck über 5000 US-Dollar bekommen könnte von staatlicher Seite.
- 11:58Das ist also Helikoptergeld und insgesamt wird es darauf hinauslaufen,
- 12:02dass die Geldmengen und damit nochmals, wir befinden uns in einem Kreditgeldsystem,
- 12:07damit auch die Schuldenmengen massiv ausgeweitet werden.
- 12:10Und somit der reale Wert der Schulden auf Kosten der Gläubiger gemindert werden wird.
- 12:15Ob das zu einem monetären Reset führt, das sei mal dahingestellt,
- 12:19das ist durchaus im Bereich des Möglichen, weil natürlich auch geopolitisch
- 12:22die großen Rivalen, insbesondere China,
- 12:25diese Entwicklungen beobachten und versuchen, Vorkehrungen zu treffen.
- 12:29Sie wissen ja, dass China beispielsweise jetzt seit über 20 Monaten konstant
- 12:34Gold kauft, jeden einzelnen Monat. Sie tun das im Prinzip schon seit dem Jahr 2008.
- 12:39Das heißt, auch dort wird Vorkehrung getroffen, ähnlich wie auf Ebene der privaten
- 12:44und der institutionellen Investoren weltweit.
- 12:47Einfach weginflationieren, so wird es ja oft gesagt, und das haben Sie jetzt
- 12:51angesprochen auch mit dem Ausweiten der Geldmengen. Aber lässt sich das Problem
- 12:55damit tatsächlich lösen, ohne eben diesen Schuldenschnitt, diesen Reset?
- 13:01Wir haben ja in Deutschland auch schon die Erfahrung gemacht in den 20er Jahren
- 13:07des vorigen Jahrhunderts.
- 13:08Da gab es sogar Hyperinflation. Aber an diesem Reset, an dem Währungsschnitt,
- 13:14an der Währungsreform hat das auch nichts geändert. Der war letztendlich doch nötig.
- 13:19Das ist, wie gesagt, im Raum des
- 13:21Möglichen. Ich will das überhaupt nicht schönreden oder in Abrede stellen.
- 13:25Ich will aber auch gleichzeitig nicht dieses Szenario einer unmittelbar nahenden
- 13:29Hyperinflation befeuern, was sicherlich zu erwarten ist, dass die Inflation
- 13:34insgesamt strukturell der Inflationsdruck zunehmen wird.
- 13:38Auch die aktuellen geopolitischen Verwerfungen, Ölpreissteigerungen,
- 13:42die Verengung und die Verknappung auch der Öllieferungen aus dem Nahen Osten
- 13:45beispielsweise sind ja eindrückliche Indizien dafür.
- 13:49Das heißt, wir werden es sicherlich weiterhin mit strukturell steigender Inflation
- 13:53zu tun haben, mit Teuerungstendenzen. Da sollten sich die Verbraucher,
- 13:56die Investoren darauf einstellen.
- 13:59Ob das schlussendlich dann dazu führt, dass das Vertrauen derart massiv leidet,
- 14:04in die heutigen ungedeckten Kreditwährungen unserer Zeit, dass anschließend
- 14:09an eine Hochinflationsphase dann auch eine Neuausrichtung erfolgt.
- 14:13Entweder wieder durch eine indirekte Kopplung an Gold, beispielsweise durch
- 14:18die Emissionen langlaufender Staatsanleihen mit Einlöseversprechen in Gold.
- 14:23Das könnte eine Möglichkeit sein.
- 14:25Oder dass man tatsächlich Schulden streicht.
- 14:27Das ist alles mathematisch denkbar und wir sind in exponentiellen Prozessen.
- 14:31Die beschleunigen sich sehr, sehr schnell und für uns unvorstellbar.
- 14:35Ob es allerdings dazu jetzt in den nächsten Jahren kurzfristig kommen mag,
- 14:38das vermag ich nicht zu prognostizieren.
- 14:40Interessanter Punkt nur noch ganz nebenbei. Sie haben gesagt,
- 14:42dass die realen Renditen sinken müssen.
- 14:45Im Moment ist ja das Gegenteil der Fall. Die realen Renditen,
- 14:48also die Renditen abzüglich der momentanen Inflationsrate, die steigen sogar.
- 14:53Ja, das ist insofern richtig, insofern man sozusagen die staatlich ausgegebenen
- 14:57Inflationsraten zugrunde nimmt.
- 15:02Das sind Verbraucherkörbe, die zusammengesetzt werden, die doch relativ willkürlich
- 15:06bürokratisch sozusagen konzipiert sind.
- 15:09Ich denke, alle Ihre Zuschauer oder zumindest der Zuhörer, beziehungsweise zumindest,
- 15:14ein Großteil, wird damit übereinstimmen, dass die tatsächliche Teuerung, die im eigenen.
- 15:20Geldbeutel als Investor, als Bürger ankommt, doch deutlich oberhalb dieser statistischen
- 15:26Warenkorb-Inflation sich befindet.
- 15:29Deswegen halte ich mich persönlich immer, wenn ich von Inflation spreche,
- 15:32an der ursprünglichen Definition, die kommt aus dem Lateinischen,
- 15:36es ist der Begriff inflare, aufblähen. Und da geht es um die Aufblähung,
- 15:41um die Ausdehnung der Geldmenge.
- 15:43Und diese wächst mit Raten zwischen 7 und 10 Prozent, je nachdem,
- 15:47welche Aggregate man sich anschaut.
- 15:49Die M2-Geldmenge beispielsweise in den USA wächst momentan mit Rekordtempo.
- 15:54Und das ist für mich eben immer die Ursache, die monetäre Inflation.
- 15:58Und das, was wir dann schlussendlich beobachten, ist nur die Teuerung,
- 16:01nämlich ein Symptom der vorangegangenen Geldmengenausweitung.
- 16:05Und wenn man sich an dieser ursächlich orientiert, dann haben wir es über die
- 16:08letzten Jahre konstant mit negativen Realrenbieten zu tun, jedenfalls gemessen
- 16:13an den Geldmengenausdehnungsraten.
- 16:15Super, dass Sie das erwähnen mit dem Inflare, das sage ich nämlich auch schon
- 16:18hier im Podcast des Öfteren, aber gut, dass das auch mal jemand anderes sagt.
- 16:23Aber ich glaube, jetzt ist Edjen wieder mal dran, sonst gibt es hier nur ein Zwiegespräch.
- 16:27Ich würde gerne nochmal auf die Geschichte mit Donald Trump und den 5000 Euro
- 16:30eingehen, Herr Fittier, das hatten Sie ja eben erwähnt.
- 16:33Ein Beispiel, wie dort quasi mit Geld um sich geschmissen wird,
- 16:37Sie haben das Wort Helikoptergeld genommen, also von oben wird beregnet und
- 16:41herabgeworfen und viele,
- 16:43bringen ja genau diesen Punkt an, dass Trump aber auch sein Finanzminister im
- 16:46Prinzip die Glaubwürdigkeit der amerikanischen Finanzpolitik gefährden dadurch.
- 16:50Und viele warnen dann auch vor möglichen Beben an den Anleihemärkten,
- 16:53dass die Finanzkrise von 2008 quasi in den Schatten stellen würde.
- 16:58Wo stehen wir da gerade und halten Sie das für realistisch?
- 17:01Also erstmal sind wir ja schon mittendrin. Das US-Dollar-zentrische Geldsystem,
- 17:06die heutigen Fiat-Währungen sind ja im Kern Schuldgeldwährungen, wie erwähnt, bei denen,
- 17:12das Hauptreserve-Medium die US-Staatsanleihe gewesen ist seit 1971.
- 17:19Und wenn man sich jetzt mal die Kursentwicklung dieser länger laufenden Anleihen,
- 17:25anschaut, da gibt es einen Index, den sogenannten TLT-Index, der misst alle.
- 17:32Staatsanleihen mit einer Laufzeit von über 20 Jahren.
- 17:35Der hat in den letzten fünf Jahren bereits 68 Prozent Kurswert eingebüßt.
- 17:40Das heißt, wir sehen ja schon eine, ich nenne es immer eine Remonetarisierungstendenz des Goldes.
- 17:46Das heißt, dass eben das Schuldenvehikel der US-Staatsanleihe schleichend abgelöst
- 17:51wird, wiederum durch Gold als neutrales und eben nicht inflationierbares zentrales Reserveasset.
- 17:59Und deswegen würde ich statt von einer Krise eher von einer Zäsur sprechen,
- 18:02die seit schon vielen, vielen Jahren stattfindet und spätestens seit dem Jahr 2020
- 18:08ihre sichtbare Beschleunigung bekommt, die aber eben von vielen,
- 18:10vielen Investoren auch heute noch im großen Bilde nicht gänzlich erkannt wird.
- 18:15So, dann kommen wir mal auf einen anderen Punkt, der uns auch schon beschäftigt hat in diesem Podcast.
- 18:20Es geht darum, dass die niederländische Zentralbank jetzt den Abschluss von
- 18:25einer großen Umschichtung der nationalen Goldreserven bekannt gegeben hat.
- 18:28Da wurde das Gold aus den USA tatsächlich
- 18:31zurückgeholt, aber nicht in die Niederlande, sondern nach London.
- 18:35Also es wurde Gold 86 Tonnen im Wert von 11 Milliarden US-Dollar abgezogen.
- 18:41Da gab es ja schon ganz viele...
- 18:43In diese Richtung, Forderung, dass das auch mit dem deutschen Gold passieren
- 18:47solle. Bisher ist das nicht passiert, aber jetzt machen die Niederlande vor,
- 18:51wie es theoretisch gehen könnte. Was steckt denn da hinterher, Fittchen?
- 18:53Ja, auch das sind Zeichen der geopolitischen Fragmentierung.
- 18:59Des Misstrauens, das man mittlerweile hat, auch gegen den Hegemon,
- 19:03gegen den Herausgeber der Weltleitwährung,
- 19:07wo ja in den letzten 50 Jahren der überwiegende Großteil westlichen Goldes,
- 19:12also nicht nur seit den letzten 50 Jahren, sondern eigentlich seit dem Zweiten
- 19:14Weltkrieg, am Handelsplatz New York gelagert worden ist bei der FED.
- 19:20Und Sie haben es richtig angesprochen, auch die Bundesbank lagert dort weiterhin
- 19:24rund 37 Prozent ihrer Staatsgoldreserven.
- 19:27Und man hört ja immer wieder in dieser disruptiven Politik, die jetzt spätestens
- 19:32durch US-Präsident Trump an die Tagesordnung gelangt ist, dass man sich natürlich
- 19:37auch vor solchen Verwerfungen schützen möge und,
- 19:41das Lagerkonzept, das internationale Diversifikationskonzept des gelagerten
- 19:45Staatsgoldes von verschiedenen Nationen neu bewertet.
- 19:49Und in diese Richtung interpretiere ich auch die von Ihnen zitierte Nachricht,
- 19:53wonach jetzt eben die niederländische Zentralbank gut 80, 86 Tonnen Gold repatriiert hat, umgelagert hat.
- 20:02Das heißt, es ist ein dynamischer Prozess, der viele andere Nationen sicherlich
- 20:06auch beschäftigt, wo es einfach darum geht.
- 20:10Welches Lagerkonzept das für die aktuelle geopolitische Lage,
- 20:15sinnvollste ist und wo man auch dem Aspekt, dass man persönlichen oder direkten
- 20:21Zugriff für gewisse Szenarien haben
- 20:23möchte und auch Erpressungspotenziale möglicherweise reduzieren will.
- 20:27Das ist ja die andere Seite der Medaille, denn es gibt ja dieses vielsagende,
- 20:33Zitat, das auch Präsident Trump häufiger mal aufgegriffen hat.
- 20:38Whoever has the gold makes the rules. Und das könnte man ja auch übersetzen,
- 20:43dass derjenige, der sozusagen die Hand auf dem Gold hält,
- 20:47in der Lage sich befindet, das größte Leverage sozusagen, den größten Verhandlungshebel,
- 20:53am geopolitischen Tisch, wo momentan sehr viele Grundsatzverhältnisse wieder neu austariert werden.
- 21:01Dieses Faustpfand sozusagen zu hebeln und geltend zu machen.
- 21:05Und insofern ist das ein nachvollziehbarer Schritt und ich gehe durchaus davon
- 21:08aus, dass diese Diskussion nicht ersticken wird, sondern auch eher an Dynamik zunehmen wird.
- 21:14Und wie Sie wissen, hat ja auch die Bundesbank in den Zehnerjahren ja auch einen
- 21:19substanziellen Anteil ihres Goldes seinerzeit von New York über vier Jahre nach
- 21:25Frankfurt zurückgeholt.
- 21:26Insofern ist das auch für die Bundesbank kein völlig oder gänzlich neues Thema.
- 21:31Womit wir bei der auch wieder spannenden Frage wären, gibt es überhaupt all
- 21:36dieses Gold, das die Staaten, die Notenbanken vorgeben, dass es es gibt?
- 21:44Das gibt ja selbst in den USA Zweifel daran. Ich meine, wir wissen,
- 21:49dass Donald Trump mal angekündigt hatte, damals sogar mit Elon Musk,
- 21:53mal in Fort Knox, das mal zu inspizieren.
- 21:59Was ist eigentlich daraus geworden? Man hört überhaupt nichts mehr davon.
- 22:03Die Bundesbank sagt zwar auch immer, ja es ist alles da, wir kontrollieren das,
- 22:08aber so richtig überzeugend, dass man sagt.
- 22:12Wir prüfen das mal richtig nach,
- 22:14ob jeder einzelne Barren tatsächlich dort liegt, wo er liegen sollte.
- 22:18So richtig überzeugend war das bisher auch nicht und dann wird immer auch davon
- 22:22gesprochen, naja wir vertrauen unseren amerikanischen Partnern und das ist wiederum
- 22:27die New Yorker Zentralbank.
- 22:30Dort soll ja das deutsche Gold liegen in New York, nicht in Fort Knox.
- 22:36Aber trotzdem, wie glaubwürdig ist das alles und vor allen Dingen nochmal zurück
- 22:41zur Frage, was ist eigentlich aus der Ankündigung von Donald Trump geworden?
- 22:46Die Ankündigung von Donald Trump wurde anfangs seiner jetzt zweiten Amtszeit
- 22:51sehr lautstark wiederholt und kolportiert.
- 22:55Dann ist es sehr ruhig darum geworden und jetzt vor zwei, drei Monaten hat er
- 22:58diese Ankündigung nochmals wiederholt. Er wurde einst nochmals über die sozialen
- 23:02Medien geteilt, über True Social, über sein eigenes soziales Medium.
- 23:07Und abermals ist das nicht in die Tat umgesetzt worden. Es gab keine entsprechenden Handlungen.
- 23:13Ich meine, irgendein Senator, Rand Paul, ist mal vor Ort gewesen,
- 23:18gibt das zumindest vor und behauptet, die Goldbestände gesehen zu haben.
- 23:24Und man müsse sich keine Sorgen machen. Es gibt auch ähnliche Verlautbarungen
- 23:29des Finanzministers Scott Besant.
- 23:31Aber in der Tat, in der Substanz wäre es zwingend notwendig,
- 23:35ein vollständiges Audit durchzuführen und nicht nur eine vollständige Zählung
- 23:40mit Veröffentlichung aller Barrennummern, aller
- 23:43gelagerten Bestände, sondern man müsste ja auch ausschließen,
- 23:47indem man sämtliche Bestände aller Goldhalter veröffentlicht,
- 23:51dass es keine Doppel-Eigentumsansprüche gibt.
- 23:54Denn das eine ist ja das physische Vorhandensein der Goldbarren.
- 23:57Und das zweite ist ja, dass sichergestellt ist, dass jeder Goldbarren auch nur
- 24:01buchhalterisch einen einzigen Eigentümer hat. Aber ich glaube,
- 24:04eines können wir auf jeden Fall ausschließen.
- 24:06Das wird ja auch manchmal, was er gefordert oder in den Raum gestellt,
- 24:10dass der Goldbestand der USA, nehmen wir mal an, ihn gibt es jetzt wirklich,
- 24:15unterstellen wir das mal, dass der ausreichen würde, um die Schulden zu decken.
- 24:19Naja, also zu den jetzigen Kursen nicht, aber man muss ja immer überlegen,
- 24:22wenn man sagt, man möchte jetzt die Schulden mit Gold decken, was heißt das denn?
- 24:26Also früher war ja Gold Geld, wie Sie wissen und der US-Dollar wurde nur als
- 24:31eine Gewichtseinheit an Gold definiert, ein 35.
- 24:35Im Jahr 1971 und effektiv ist ja seitdem die Substanz des Dollars,
- 24:40wenn man so will, um den Faktor 100 oder sogar mehr als um den Faktor 100 gemindert
- 24:43worden. Jetzt sind wir irgendwo bei einem 4.300.
- 24:47Das heißt, um eine Schuldentragfähigkeit wiederherzustellen,
- 24:50eine Glaubwürdigkeit, wird am Ende des Tages der Markt eine höhere Goldnotierung in Dollar.
- 24:58Fordern, was nichts anderes aufzeigt, als die eigentlich schon durch Geldmengenausweitung,
- 25:04durch Schulden sozusagen durchgeführte Debasierung des US-Dollars.
- 25:08Und das müsste sicherlich eine Neubewertung in Dollar sozusagen Einheiten je
- 25:15Goldunze ausgedrückt werden zu einem deutlich höheren Kurs als heute.
- 25:19So viel kann man sagen. Wo genau? Da gibt es unterschiedlichste Szenarien.
- 25:23Wenn man irgendwie 40 Prozent der Geldmenge, der Basisgeldmenge erreichen wollte,
- 25:28dann wäre man irgendwo in einem leicht fünfstelligen Region.
- 25:32Je nachdem, wenn man jetzt die M2-Geldmenge um 40 Prozent decken möchte,
- 25:36dann würde man in viel, viel höheren Kursregionen landen.
- 25:39Aber das ist letztlich ja der Trend, der schon seit 25 Jahren stattfindet.
- 25:42Substantiell steigende Goldpreise zeigen an, die Überschuldung fängt an,
- 25:47außer Kontrolle zu geraten.
- 25:49Und um diese Überschuldung dann wiederum irgendwo in kontrollierte oder in vertrauensbildende,
- 25:55Gefilde zurückzuführen, dann wird das schlussendlich deutlich höhere Goldnotierungen erfordern.
- 26:01Dass der Goldpreis fünfstellig wird, das sage ich ja auch schon seit Längerem.
- 26:07Aber trotzdem, das Ganze klingt jetzt so ein bisschen wie sich selbst aus dem Sumpf ziehen.
- 26:11Okay, wir haben 40 Billionen Staatsschulden, dazu reicht jetzt unser Gold nicht
- 26:15zum Decken, dann werten wir das Gold einfach auf, auf diese 40 Billionen und
- 26:20dann reicht es schon wieder. Das ist doch auch nicht so einfach.
- 26:22Ist es doch auch nicht, oder?
- 26:23Ne, so einfach ist es nicht, aber schlussendlich gibt es keinen schmerzfreien
- 26:26Weg mehr aus der jetzt sozusagen,
- 26:29eingetretenen Überschuldungssituation und weil man ja nicht den Goldpreis aufwertet,
- 26:34sondern einfach nur die schon erfolgte Abwertung des US-Dollars dann eingesteht, ist das sozusagen
- 26:40das mathematische Schließen der Gleichung durch das Akzeptieren eines höheren
- 26:45nominalen Goldpreises und das hat natürlich massivste Umverteilungseffekte,
- 26:49von all denjenigen, die nominale Anlagen halten,
- 26:53weil logischerweise die Kaufkraft dann von US-Dollar-Einheiten substanziell
- 26:58gemindert ist gegenüber der heute noch vorhandenen Kaufkraft.
- 27:01So und jetzt gehen wir mal geografisch komplett nach Deutschland und schauen
- 27:05auf das digitale Gold, also den Bitcoin, im weitesten Sinne dann das Thema Kryptowährung.
- 27:11Da gab es nämlich eine ganz spannende Entwicklung, dass es Pläne gibt,
- 27:15dass Kryptowerte ab 2027 besteuert werden sollen.
- 27:19Bisher ist das ja nach einer Haltefrist von zwölf Monaten steuerfrei das Ganze,
- 27:25was man da an Gewinn erzielen kann, aber das soll sich jetzt ändern und wirft
- 27:29natürlich bei vielen die Frage auf.
- 27:31Okay, welche Folgen hat das möglicherweise auch für Gold? Herr Fittje, wie beurteilen Sie das?
- 27:37Ja, also zunächst einmal ist es ja so, dass diese Neuregelung hier für die Kryptowährungen,
- 27:43für Bitcoin beispielsweise, gelten soll für alle ab 1.
- 27:47Januar 2027 erworbenen Kryptoeinheiten.
- 27:53Das heißt, man hat zumindest einen Bestandsschutz gewährt.
- 27:57Der Kabinettsbesschluss ist, meine ich, jetzt vor einigen Monaten schon erfolgt.
- 28:01Es steht aber noch aus, dass Bundestag und Bundesrat diesen bestätigen.
- 28:04Nein, es ist noch in der Schwebe.
- 28:08Ich glaube, es gibt auch noch Widerstand aus dem Bundeskanzleramt.
- 28:10Die Pläne sehen das tatsächlich vor des Finanzministers Klingbeil.
- 28:14Aber da ist noch nichts in trockenen Tüchern. Aber es wird darauf hinauslaufen,
- 28:18dass die Kryptowährung... Das lässt sich annehmen, dass es darauf hinausläuft.
- 28:21Und es gibt ja auch international einige Vorreiter, die ähnliche Gesetzgebung
- 28:25schon verabschiedet haben.
- 28:27Nehmen wir mal Österreich zum Beispiel, vor einigen wenigen Jahren ein ähnliches
- 28:30Gesetz eingeführt. Dort ist allerdings weiterhin das Gold ausgenommen.
- 28:34Nichtsdestotrotz, mittelfristig betrachtet, lässt sich natürlich nicht ausschließen,
- 28:38dass die fiskalische Gier oder auch die Überschuldung, die Notwendigkeit,
- 28:43die fiskalischen Zwänge, wie auch immer man das bezeichnen möchte,
- 28:46auch vor Goldanlagen möglicherweise keinen Halt macht.
- 28:49Zum gegenwärtigen Zeitpunkt gibt es dazu aber keine Indikation.
- 28:53Das heißt, weiterhin bleibt Gold als privates Veräußerungsgeschäft anderer Wirtschaftsgüter
- 28:59sozusagen klassifiziert.
- 29:01Und nach zwölf Monaten Haltedauer bleibt, Stand heute, bleiben Kursgewinner
- 29:06aus dem Halten von Gold weiterhin steuerfrei für Privatinvestoren in Deutschland.
- 29:10Aber ist das nicht in Stein gemeißelt, oder?
- 29:12Ganz genau. Also mittelfristig ist, glaube ich, generell auch die historische Parallele.
- 29:19Staaten, die unter Schuldendruck geraten, werden natürlich immer einfallsreicher,
- 29:25um neue Steuereinnahmen zu generieren.
- 29:27Und deswegen hatte ich ja eben auch gesagt, es ist nicht auszuschließen,
- 29:31dass auch hier mittelfristig ein Umdenken stattfindet.
- 29:34Ich kann jetzt keine konkrete Prognose abgeben, das wäre auch nicht seriös jetzt
- 29:37darüber zu spekulieren, aber
- 29:39die Faktenlage ist, dass jetzt aller Voraussicht nach für Kryptoanlagen.
- 29:45Diese Steueränderung kommen wird mit Wirkung dann 01.01.2027 und für Gold stand
- 29:50jetzt eben keine ähnlich gelagerten Steuerpläne bekannt sind.
- 29:54Dann gucken wir doch mal auf die Begründungen.
- 29:57Die sind dann nicht so, wie Sie sie genannt haben, sondern offiziell wird dann
- 30:00gesagt, naja, Wertpapiere und so weiter, das muss ja auch besteuert werden und
- 30:04da wollen wir eben bei den Kryptowährungen nachziehen und möglicherweise auch bei Gold, Klammer zu.
- 30:09Aber wäre, wenn man dieser Argumentation folgt und auch gerade immer die,
- 30:14wie soll ich sagen, die Notwendigkeit einer langfristigen Altersvorsorge betont
- 30:18wird, wäre da nicht der umgekehrte Weg der bessere, nämlich die Besteuerung
- 30:23gerade der langfristigen Wertpapieranlagen.
- 30:27Der jetzigen Besteuerung bei Kryptowährungen und Gold anzupassen?
- 30:31Ja, selbstverständlich. Also natürlich wäre die eigenverantwortliche Inzentivierung,
- 30:37von Vermögensaufbau, von Altersvorsorgeguthaben, von privaten Sparvorgängen
- 30:41der fiskalisch richtige und auch aus meiner Sicht notwendige Schritt.
- 30:45Allerdings scheint ja auch da das Handlungsmotiv ein anderes zu sein.
- 30:50Es müssen kurzfristige fiskalische Zwänge beglichen werden.
- 30:54Man braucht höheres Steuersubstrat, wie es doch immer politisch so schön heißt
- 30:58und man hat ja mittlerweile schon angefangen, euphemistisch neue Schuldentöpfe
- 31:04als Sondervermögen zu bezeichnen.
- 31:07Das heißt, auch da sehen wir ja die eingangs diskutierte Schuldeneskalation.
- 31:11Wir leben in einem Kreditgeldsystem.
- 31:15Geldeinheiten, Kreditgeldmenge entspricht sozusagen Schuldenentwicklung.
- 31:20Und je höher die Schulden werden, umso größer auch der Druck auf die Staatshaushalte
- 31:24und umso mehr Notwendigkeit aus fiskalischer Sicht besteht, neue Schulden- bzw.
- 31:31Steuertatbestände zu schaffen.
- 31:34Herr Fittje, Abschlussfrage, wir sind mit dem Goldkurs reingegangen,
- 31:38jetzt wollen wir natürlich Ihre Prognose hören fürs Jahresende,
- 31:41einige Großbanken haben die.
- 31:43Für sich nochmal leicht nach unten korrigiert, zum Beispiel Goldman Sachs 5400
- 31:48hieß es erst, jetzt 4900 Dollar, je fein Unze, wir stehen gerade so bei 4,3
- 31:53ungefähr, wovon gehen Sie aus?
- 31:55Ja, also es dürfte kurzfristig weiterhin volatil bleiben, insbesondere jetzt
- 31:59im Umfeld anstehender Zinsentscheidungen.
- 32:02Es ist ja davon auszugehen, dass die US-Notenbank jetzt einen Zinsschritt machen wird, kurzfristig.
- 32:07Der wird möglicherweise von
- 32:08den Märkten erst noch vom Goldmarkt auch erst noch verdaut werden müssen.
- 32:12Mittelfristig ist aber der Treiber weiterhin intakt. Sowohl die geopolitische
- 32:16Eskalation als auch die Staatsschulden und die Gesamtschuldenentwicklung lassen
- 32:21für mich keinen anderen Schluss zu, als den ich schon seit 18 Jahren proklamiere.
- 32:27Dass dieses Szenario nur mit steigenden Goldnotierungen entsprechend heilbar
- 32:31ist oder ausgleichbar ist.
- 32:33Insofern erwarte ich auch nach einer kurzfristig volatilen Phase weiterhin mittel-
- 32:37und langfristig steigende Notierungen.
- 32:39Dann sagen wir schönen Dank an dieser Stelle, Robert Fittier,
- 32:42mit ganz vielen Einschätzungen und Erklärungen zum aktuellen Geschehen.
- 32:46Beim Gold, Herr Fittje, schöne Grüße an Sie in die Schweiz an dieser Stelle erstmal.
- 32:51Vielen Dank auch an Sie und einen schönen Tag noch an Ihre Zuhörer.
- 32:54Ja, und an die geben wir auch nochmal den Hinweis. brichter-und-bell-at-ntv.de
- 32:57oder gmail.com, das sind unsere E-Mail-Adressen.
- 32:59Wenn ihr uns schreiben wollt, eure Gedanken zum Gold, ob euch das jetzt womöglich
- 33:03erstmal ein bisschen abschreckt, was da an Plänen aus Berlin kommt,
- 33:06auch mit Blick vor allem auf die Kryptos, aber möglicherweise auch aufs Gold,
- 33:09schreibt uns mal. Wir freuen uns sehr auf eure Gedanken.
- 33:11Ja, und an dieser Stelle vielleicht auch mal der Hinweis. Ihr wisst ja,
- 33:15seit September sind wir nur 14-tägig im Rennen, also in 14 Tagen, unser nächstes Thema.
- 33:23Wir haben es jetzt noch nicht festgelegt, aber die Frage, ich habe schon einige
- 33:27Zuschriften, die sagen, wir sollten doch was zum Bitcoin machen.
- 33:30Auch gerade über diese steuerlichen Aspekte nochmal genauer reden,
- 33:33was man da jetzt machen sollte, wie man sich vorbereiten sollte.
- 33:37Da gibt es auch noch viel Erklärungsbedarf generell, was Kryptowährungen anbelangt.
- 33:40Also wenn ihr damit einverstanden seid, dann würden wir das vielleicht für die
- 33:44nächste Folge in 14 Tagen planen. Wenn nicht, schreibt es uns unter berichterunbell.gmail.com.
- 33:50Ciao, ciao auf jeden Fall. Bis zum nächsten Mal.