Latest / ntv Wirtschaft / WM als Wettmaschine: Wie das Geschäft mit Sportwetten boomt – und wo die Sucht droht
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- Die Fußball-WM ist für die Anbieter von Sportwetten ein Milliardengeschäft. Suchtforscher warnen vor den Risiken. Der DAX setzt seine Rekordjagd fort. Und Handelsverbände fordern, nicht nur Bäckereien, sondern alle Geschäfte sollen sonntags öffnen dürfen. Hallo. In diesem Podcast verwandeln moderne KI-Systeme journalistische Inhalte, die auf unseren NTV-Plattformen publiziert wurden, in ein neues Hörformat. Text und meine Stimme wurden mithilfe künstlicher Intelligenz erzeugt. Vor der Veröffentlichung werden alle Folgen nach strengen journalistischen Standards geprüft. Viel Spaß beim Zuhören. Bei der Fußball-WM in Nordamerika wird nicht nur auf den Plätzen um viel gespielt. Für die Sportwettenanbieter hier bei uns ist es das wichtigste Ereignis des Jahres. Der Deutsche Sportwettenverband rechnet rund um das Turnier mit Wetteinsätzen von rund einer Milliarde Euro. Rund zwei Drittel davon sollen bei legalen Anbietern landen. Der Rest könnte in den Schwarzmarkt fließen, warnt der Verband. Suchtforscher warnen derweil, dass Turniereuphorie, Live-Wetten und allgegenwärtige Werbung riskantes Spielverhalten begünstigen können. Verena Fels hat darüber mit Hendrik Gerstung gesprochen. Er ist Sprecher des Deutschen Sportwettenverbandes. Was tut denn Ihre Branche, Herr Gerstung, um manche Menschen vor sich selbst zu schützen? Ja, Glücksspielsucht ist tatsächlich ein ernstzunehmendes Problem. Das sehen wir auch so. Und gerade deswegen gibt es einen legalen, regulierten Markt mit staatlicher Aufsicht und klaren Spielerschutzmaßnahmen. Also wir haben heute ein Spielerschutzniveau in Deutschland, was wir vor vielen Jahren noch nicht hatten. Das ist heute so sicher wie möglich, wenn man im legalen Markt spielt. Also es gibt Limitierungssysteme, das heißt es gibt ein Einzahlungslimit. Man darf in Deutschland grundsätzlich erstmal nur 1000 Euro im Monat einzahlen. Dann gibt es dieses Frühwarnsystem, dieses Monitoring-System, dass genau jedes Wettverhalten geguckt wird und dass Einsätze erhöht werden, dass plötzlich eben nicht mehr nur auf die Fußball-Sportart, sondern auf ganz viele Sportarten gewettet wird. Dann ist das eins von diesen Warnsignalen, die hat der Staat festgelegt, was sind Kriterien, nach denen man guckt. Und dann gucken die Anbieter sich das an und dann werden diese Spieler, die sich so verhalten, also ein problematisches oder auffälliges Spielverhalten zeigen, Die werden angesprochen, die werden auf Hilfsangebote aufmerksam gemacht, die werden vielleicht limitiert, sodass sie nur noch ein, zwei oder drei Euro auf ein Spiel setzen können oder vielleicht sogar gesperrt. Denn eines der zentralen Elemente im Spielerschutz in Deutschland seit 2021 ist Oasis, das ist ein zentrales Sperrsystem. Da kann man sich selber eintragen lassen, wenn man das Gefühl hat, man entwickelt ein Problem. Es gibt aber auch sogenannte Fremdsperren, wo der Anbieter einen sperren kann. Und dann ist es so, wenn man dort eingetragen ist, dann kann man bei keinem legalen Anbieter Sportwetten oder auch andere Online-Glücksspiele in Deutschland überhaupt mehr spielen. Und das ist sicher dann der beste Spielerschutz, den es gibt. Und das ist für Sie dann das Hauptargument zu sagen, ja, wetten schon, aber eben bei den legalen Wettanbietern und eben nicht bei den illegalen. Ja, absolut. Also der Punkt ist der, es gibt diese Nachfrage. Also Millionen Menschen wetten gerne, weil es eben das Spiel spannender macht. Und das muss man akzeptieren. Und da geht es eben nicht darum, dass man diese Nachfrage verbietet, sondern dass man diese Nachfrage lenkt. Gerade eben nicht in den Schwarzmarkt, wo es keine Schutzmechanismen gibt, sondern dass man die Nachfrage lenkt in den legalen Markt. Das heißt, man soll den Leuten, wenn sie Spaß haben am Wetten, dieses ermöglichen, aber eben verantwortungsbewusst und in einem Umfeld, was eben geschützt ist. Das Risiko für eine Glücksspielstörung ist im Schwarzmarkt signifikant höher und da liegt die eigentliche Gefahr. Okay, also die legalen Anbieter verweisen auf ihre Schutzmechanismen und sehen das große Problem bei illegalen Angeboten. Verena hat auch noch mit dem Glücksspielforscher Tobias Heyer von der Uni Bremen gesprochen. Er schaut etwas skeptischer auch auf die großen Anbieter und auf deren Werbung. Die Wettunternehmen erst mal das, was gesetzlich vorgeschrieben ist. Manchmal ganz gut, manchmal gibt es Defizite und Lücken. Freiwillige Impulse sehe ich dort nicht. Das Problem ist, die wirklich scharfen präventiven Maßnahmen, die an den Umgebungen und Strukturen ansetzen, wie zum Beispiel Verfügbarkeitsbeschränkungen oder auch Werberestriktionen, ein bisschen zu Werbeverboten, da stehen die Anbieter denen skeptisch gegenüber diesen Maßnahmen. Warum? Es geht um ganz viel Geld und effektiver Spielerschutz bedeutet auch immer, dass die Anbieter bereit dafür sein müssten, dass Umsätze zurückgehen. Und das sehe ich nicht. Herr Heyer, gibt es Alarmsignale? Wann muss ich hellhörig werden? Also woran kann ich merken, dass eine Grenze überschritten ist? Weg vom fröhlichen Tippspaß unter Freunden hin zu einer Tippsucht. Die Entwicklung einer Sucht ist immer ein schleichender, ein dynamischer Prozess, der sich über mehrere Jahre hinwegzieht. Wir haben die klassischen Suchtsymptome, Dosissteigerung, Abstinenzunfähigkeit, das Glücksspiel wird zum zentralen Lebensinhalt. Nicht Sie kontrollieren die Sportwette, sondern das Sportwettengeschehen kontrolliert Sie. Das sind klassische Suchtmerkmale. Ich breche das immer auf einen ganz einfachen Faktor herunter. Wenn sich bei Ihnen schon mal ein schlechtes Gewissen eingestellt hat, weil Sie länger gezockt haben, häufiger, riskanter, Mehrwetten platziert haben oder Geld für Wetten ausgegeben haben, was eigentlich für den Einkauf oder für den Urlaub vorgesehen war, Spätestens dort sollten sie achtsam sein, spätestens dann sollten die Alarmgörden schrillen. Jetzt gehen wir an die Börse. Der DAX hat zum Wochenstart die nächste Rekordmarke geknackt und ist zwischenzeitlich über 25.900 Punkte gestiegen. Die 26.000 sind also weiter fest im Blick. Wie viel geht da in der nächsten Zeit noch? Darüber hat Nancy Lanzendörfer mit dem Anlagestrategen Christian Subbe gesprochen. War das jetzt der Befreiungsschlag? Geht es jetzt weiter oder müssen wir erst mal sagen, okay, wir holen nach? Ja, schauen wir mal, wie das wird. Wir hatten schon mal Vorschusslorbeeren. Ich glaube, das hängt jetzt die jüngste Entwicklung schon ein bisschen damit zusammen, dass wir das Reformpaket, Paketchen, muss man ja wahrscheinlich eher sagen, verabschiedet haben. Es waren schon mal sehr große Vorschusslorbeeren, als die aktuelle Regierung ins Amt kam. Ich würde es ein bisschen vorsichtiger sehen. Wir haben jetzt anstehend auch eher so eine Sommerflaute möglicherweise. Zumindest die Autobahnen sind schon recht leer. Kam heute Morgen auch gut hierher durch. Also schauen wir mal. Dann sprechen wir über das Reformpaket. Das hat geholfen, den DAX nach oben zu treiben. Bei dünnen Umsätzen muss man auch dazusagen. Aber zu Recht, frage ich mich, bringt das den Unternehmen der Wirtschaft hierzulande viel? Es ist, glaube ich, ein Schrittchen in die richtige Richtung. Es zeigt dorthin, wo die Probleme liegen und was man angehen muss. Das ist, glaube ich, ganz klar. Aber das reicht bei weitem nicht aus. Also da müssen noch viel mehr Schritte kommen. Wir müssen die Wirtschaft entlasten, in Deutschland insbesondere, um auch in Europa und im internationalen Umfeld wettbewerbsfähig zu bleiben und wettbewerbsfähiger zu werden. Wir wissen die Probleme, die ist weitläufig gesprochen. Da muss noch viel passieren. Auch in der Automobilbranche, wir haben heute wieder gehört, Porsche womöglich mit mehreren Stellen, Streichungen, VW-Aufsichtsratssitzung mit Sparpaket in dieser Woche. Also da tut sich einiges in dem Sektor. Ja, aber ich glaube, da müssen wir uns auch warm anziehen, weil die Konkurrenz schläft nicht. Und gerade was die Elektrifizierung betrifft, da sind natürlich andere Länder und Regionen uns um Meilen voraus. Jetzt in dieser Woche steht bis auf VW-Aufsichtsratssitzung ein paar andere Termine jetzt nicht so viel auf dem Plan vor der Berichtssaison. Wie stellen Sie sich da momentan auf? Also wir nutzen die Zeit jetzt auch. Es ist ein bisschen ruhiger, um strategisch zu überlegen, wie kann das dritte, vierte Quartal weitergehen. Wir fühlen uns mit unserer aktuellen Positionierung eigentlich noch ganz wohl. Wir sind ein bisschen Aktien untergewichtet, haben aber auch Schwellenländer tendenziell übergewichtet und den Asien-Pazifik-Raum, einfach auch um die hohen Gewichte in den USA ein bisschen runterzunehmen. Im USA sind wir beispielsweise eher untergewichtet, sind wir vorsichtig. Da ist schon viel passiert. Und wir fragen uns ja da auch, ob das jetzt vielleicht eine Gewinnblase ist, die dort entstanden ist. Warum Gewinnblase, muss ich noch mal fragen? Ja, die Gewinne sind, also was ja fantastisch ist, im ersten Halbjahr haben die Unternehmen ordentlich geliefert. Die haben fantastische Gewinne gezeigt, aber eben sehr konzentriert auf bestimmte Industrien, gerade die Halbleiterbranche etc. Wir haben also eine gewisse Übertreibung, die möglicherweise im Markt ist. Und da könnte es sein, dass die Gewinnerwartungen nach vorne blickend vielleicht doch zu hoch sind. Und jetzt gehen wir einkaufen. Nach dem Willen von Handelsverbänden soll das bald auch sonntags ganz normal möglich sein. Die Bundesregierung will zum kommenden Jahr die Sonntagsöffnungszeiten für Bäckereien und Konditoreien verlängern. Und jetzt fordern die Verbände, dann bitte gleich für alle Geschäfte. Sie argumentieren, freiere Öffnungszeiten würden die Innenstädte attraktiver machen und den Geschäften helfen, mit dem Onlinehandel Schritt zu halten. Kritiker dürften dagegen vor allem auf die Belastung des Personals und den Arbeitsschutz schauen. Unsere Börsenkorrespondenten diskutieren drüber. Nancy, jetzt im Gespräch mit Raimund Brichter. Raimund, die Diskussion wieder auf dem Tisch, nicht neu, aber wieder da. Gleich mal zu Beginn würdest du sagen, ja, auf jeden Fall machen? Ich bin ein strenger Befürworter der Möglichkeit, sonntags einzukaufen. Kann man sagen, auch wenn ich mir hier einige Feinde vielleicht machen werde. Aber es ist ja so, dass wir jeden Tag reden, zum Beispiel über Bürokratieabbau. Hier könnte Deutschland schon morgen damit anfangen. Oder Reformstau, das wäre eine Reform. Und wir wären dann auch tatsächlich vor vielen anderen Ländern. Wir wissen ja, USA und Kanada, die haben sowas. Da kann man am Sonntag einkaufen, aber viele europäische Nachbarländer nicht. Wir werden also ganz vorne mit dabei. Der Sonntag, muss man ja auch sagen, ist ja, das Sonntagsverkaufsverbot ist ja auch kein Wirtschaftsgesetz, sondern es ist ein Relikt aus wirklich vergangener Zeit. Es ist ja religiös bedingt gewesen, ganz am Anfang. Aber wer ist heutzutage noch religiös? Und die Leute, die religiös sind, die müssen ja am Sonntag nicht einkaufen. Und sie müssen auch am Sonntag nicht verkaufen, wenn sie das nicht wollen. Ich könnte es mir auch gut vorstellen, dass am Sonntag die Läden aufmachen. Ich kenne es aus den USA, da sind die offen. Aber ich kann mir auch vorstellen, dass es hierzulande schwieriger ist. Zum Beispiel die Arbeitskosten hier sind höher als in den USA. Ja, aber das ist doch kein Argument, das nicht zu probieren, oder? Aber das könnte ja dann wieder auf uns als Konsumer auf die Preise draufgeschlagen werden. Ja, das wird man dann sehen. Dann muss man ja nicht sonntags einkaufen, wenn man nicht will. Und wenn man das vielleicht zu teuer ist, man kann ja vielleicht sonntags auch ein paar Preise erhöhen. Wenn man mehr Geld für die Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen bietet. Und das ist ja eine zweite Chance, finde ich sogar. Es gibt ja schon jetzt die Möglichkeit, Sonntagszuschläge zu haben, auch steuerfreie Sonntagszuschläge. Und schau mal, wenn du für die gleiche Arbeit am Sonntag mehr Geld bekommst, wäre das doch für viele ein Anreiz, auch mehr zu verdienen. Und die können sich dann freiwillig für die Sonntagsarbeit melden. Andere, die das nicht wollen, die müssen das auch nicht. Das stimmt, aber ich habe auch gehört, dass am Anfang, wenn sonntags offen ist, wir sehen es ja bei den verkaufsoffenen Sonntagen, die ab und zu sind, da gehen viele in die Stadt, da gehen doch dann viele anschließend Kaffee trinken und so weiter, dass dann zwar am Anfang viele am Sonntag kaufen, aber dann ebbt das eher ab, weil man weiß, okay, ich kann ja noch am Sonntag einkaufen und dann kauft man unter der Woche weniger. Ja, ich sage auch nicht, dass das dem Einzelhandel jetzt zusätzliche Umsätze bringen würde. Ich sage, es bringt uns die zusätzliche Freiheit, am Sonntag einkaufen zu gehen. Das ist ja das Entscheidende. Längst gar kein Ruhetag mehr, nur der stationäre Handel, der muss noch schlafen am Sonntag. Denn tatsächlich, wir haben so viele Aktivitäten an Sonntagen, warum nicht auch einkaufen? Ja, und wenn es ein Einkaufscenter wäre, könnte man sich da vielleicht auch abkühlen, wenn man keine Klimaanlage zu Hause hat. Vielleicht auch ein Sonntagsvergnügen. Aber Raimund, was würdest du sagen, für die Wirtschaft hier in Deutschland, würde das wirklich so viel mehr bringen? Wir können es probieren. Und wichtig ist ja auch zum Beispiel die Konkurrenz des Internets. Amazon hat am Sonntag immer geöffnet, nur der Einzelhandel vor Ort nicht. Ist das nicht ungerecht? Das ist in gewisser Weise ungerecht, aber dann möchte ich anfügen, online ist vielleicht auch eher so, dass mehr jüngere Leute Online-Käufe tätigen und die Älteren dann doch eher in den Läden gehen. Ja, warum nicht? Dann kann man vielleicht auch am Sonntag in die Läden gehen. Das macht ja durchaus auch Sinn, wenn man älter ist. Aber ich bin auch älter und kaufe gerne an Sonntagen im Internet ein. Die Statistiken zeigen ja auch gerade an langen Wochenenden, um Ostern zum Beispiel, da wird besonders viel geordert. Und nachher sind die Paketdienste voll ausgelastet nach Ostern zum Beispiel, weil eben am Sonntag und auch am Ostermontag so viel gekauft wurde. Also Raimund, ein klarer Fürsprecher für die Sonntagsöffnungen. Ich bin da skeptisch. Vielen Dank. Und zum Schluss gibt es noch Zahlen der Bertelsmann Stiftung, die zeigen, die Firmen in Deutschland sehen unsere Demokratie in Gefahr. In einer Befragung für die Bertelsmann Stiftung haben nämlich neun von zehn Unternehmen gesagt, dass sie etwa gesellschaftliche Polarisierung und einen Vertrauensverlust in Institutionen fürchten. Gleichzeitig sagen etwa genauso viele, Demokratie ist ein wichtiger Faktor für den Standort Deutschland. Was steckt hinter diesen Ergebnissen? Und inwiefern können, wie sollten sich Unternehmen heute positionieren? Antworten jetzt von Matthias Diermeier vom Institut der Deutschen Wirtschaft, das die Studie mit umgesetzt hat. Wie erschreckend ist das Ergebnis Ihrer Studie? Das Ergebnis der Studie zeigt, glaube ich, eine gesunde Portion Realismus. Denn die Gefährdung unserer demokratischen Gesellschaft, unserer freieichdemokratischen Grundordnung, die ist natürlich da. Die hängt auf der einen Seite am Aufstieg der extremen Parteien, die hängt auf der anderen Seite aber auch an der Polarisierung, die die Unternehmen, wenn sie aus dem Fenster schauen, beobachten und die natürlich auch langsam, aber sicher in die eigenen Belegschaften hineinsickert. Ein weiteres Ergebnis ist ja, dass Unternehmen sich mit ihrem Engagement für Demokratie etwas zurückhalten, weil sie an knappen Kassen scheitern oder an der Wirkung ihrer Maßnahmen zweifeln. Wäre es denn wichtig, deutlich mehr Zeit, Ressourcen und auch Know-how in den Bereich zu investieren? Was sagen Sie? Also tatsächlich, das größte Hemmnis, was wir in unserer Studie gefunden haben, sind die Ressourcen. Ressourcen bedeutet Zeit, Geld, aber auch Kompetenzen. Für viele Unternehmen ist das gewissermaßen Neuland, sich demokratisch oder gesellschaftspolitisch zu engagieren. Und an der Stelle aber kann man schon Abhilfe schaffen, denn es gibt viele zivilgesellschaftliche Organisationen, die auch niedrigschwellige Angebote machen, die Hilfe bereitstellen. Da müssen sich die Akteure, glaube ich, noch ein wenig sortieren und finden und sicherlich muss auch ein bisschen der kritische Blick aufeinander abgelegt werden. Die Zivilgesellschaft sieht häufig im unternehmerischen Engagement eher so eine Form von Greenwashing und Unternehmen gucken kritisch auf die Zivilgesellschaften. Dabei haben wir eigentlich tolle Netzwerke, in denen man die Dinge angehen kann. Gibt es eigentlich einen Unterschied zwischen Großkonzernen und den kleinen oder mittleren Unternehmen im Umgang mit dem Thema? Also zum Beispiel, wie stark Sie sich jeweils für unsere Demokratie engagieren? Ja, grundsätzlich sind große Unternehmen in der Hinsicht viel professioneller aufgestellt. Sie haben häufig eigene Einheiten, die sich mit diesem Thema befassen, auch befassen können. Das ist in kleineren Unternehmen nicht der Fall. Größere Unternehmen haben auch häufig das Gefühl, in der Pflicht zu sein, weil sie ganz klar adressiert werden von Politik, von Zivilgesellschaft, jetzt aufzustehen, für Vielfalt, Toleranz, Freiheit, Demokratie einzustehen. Unter solchem Druck stehen die kleineren Unternehmen weniger. Das führt aber auch dazu, dass kleinere Unternehmen teilweise kritisch auf die Großen gucken, wenn sie sich insbesondere nach außen engagieren, wenn sie in der Öffentlichkeit stehen, wenn sie Wahlaufrufe für die eine oder andere Partei oder zum Wählen gehen in der Öffentlichkeit machen. Da fragt man sich häufig, ist das wirklich wirksam, wo führt das hin und warum? Was sind letztlich die Gründe, weshalb das getan wird? Gerade von klein zu groß wird da kritisch geblickt. Die Nagelprobe wird die Wahl in Sachsen-Anhalt sein, wenn es denn womöglich einen Rechtsaußenministerpräsidenten dann geben sollte. Wie verhält sich die Wirtschaft dort? Auch dazu haben wir natürlich heute hypothetisch gefragt, was würden sie tun, wenn beispielsweise keine Aufträge mehr vergeben würden an Unternehmen, die sich für Vielfalt und Toleranz einsetzen. Und die Antwort, die wir dort bekommen, ist relativ eindeutig, nämlich die Unternehmen würden dies weiter tun. Ob dann, wenn das in Realität der Druck größer und größer wird, tatsächlich so umgesetzt werden kann. Das wird man sehen, aber so wie es ein Geschäftsführer uns gesagt hat, ich bin nicht umsonst Unternehmer geworden, ich möchte mir eigentlich von niemandem was sagen lassen, das auch nicht zu meiner politischen Meinung, das ist, glaube ich, ganz eindeutig als Statement zu sehen. Das war unser Blick auf die aktuellen Nachrichten aus der Wirtschaft für den Moment. Wir hören und lesen uns wieder bei NTV, in der App, im TV oder hier im Podcast.