Latest / Augstein & Blome / Ich habe Angst vor dem Krieg mit Russland
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- 0:03Lieber Kollege Augstein, ich begrüße Sie zu diesem Podcast, dem letzten vorm
- 0:07Weltuntergang im Osten. Das ist so wie die letzte Tankstelle vor der Ausfahrt.
- 0:12Nein, das ist die letzte Tankstelle in der Galaxie. In dieser Galaxie der uns
- 0:16Bekannten, die am Sonntag in Sachsen-Anhalt unterzugehen oder zu implodieren droht.
- 0:23Wie auch immer. Dazu wird es am Montagmorgen einen frisch gebrühten Sonderpodcast geben.
- 0:30Und darum werden wir heute wahrscheinlich eher etwas weniger über die AfD reden,
- 0:35sondern über das andere Übel dieser Welt. Das kommt auch aus dem Osten.
- 0:40Sehr witzig. Über Russland. Kleiner Spaß. Das war Wimit Putin und die Antwort
- 0:44von Friedrich Merz auf einen hybriden Angriff.
- 0:47Und jetzt das Intro bitte in getragenen Tönen.
- 1:15Herzlich Willkommen Blome, diese Woche leider ohne Ivy, die in den Ferienwald.
- 1:21Grüße gehen also an dieser Stelle raus zu Ivy und ihrem Land Rover Defender
- 1:27irgendwo in der Wüste. Ich bin gespannt auf die Abenteuerberichte.
- 1:31Fährt sie durch Sachsen-Anhalt? Sie fährt durch Sachsen-Anhalt mit einer gepanzerten Limousine.
- 1:37Jetzt mal Spaß beiseite. Unser geliebter Bundeskanzler hat in der vergangenen
- 1:40Woche gesagt, Die Bundesregierung erlegt Urhebern hybrider Angriffe einen Preis
- 1:46auf sie, werden dafür bezahlen.
- 1:49Wir kennen diese Rhetorik aus sehr vielen Actionfilmen, die gucke ich mir gerne
- 1:52an. In der Realität stehe ich nicht so auf solche martialischen Worte.
- 1:55Ja, praktisch mein Pisolino ist länger als dein Pisolino.
- 1:58Darauf kann ich ganz gut verzichten. Was ist Pisolino, bitte für die nicht italienisch
- 2:02kündigen? Dazu äußere ich mich jetzt nicht vor Zuhörerinnen und Zuhörern.
- 2:06Das besprechen wir mal privat, sie und ich alleine.
- 2:09Und am 1. September, ausgerechnet am 1. September, wurde dann nachgelegt,
- 2:15das hat dann nicht mehr Merz selber gemacht, sondern Innen- und Außenminister
- 2:18und haben gesagt, die Russen waren es.
- 2:20Also die Russen haben praktisch diese Blechbüchse mit dem Sprengstoff,
- 2:23die nicht explodiert ist, in Leipzig dahin gelegt.
- 2:251. September, Sie erinnern sich, da ist der Zweite Weltkrieg,
- 2:28ich möchte gar nicht sagen ausgebrochen, weil das klingt wie ein Naturereignis,
- 2:31sondern er ist ausgebrochen worden von den Deutschen.
- 2:33Übrigens mit einer False Flag Aktion, in dem sie so getan haben,
- 2:38als hätten die Polen und so weiter. Googlen Sie es, wenn Sie es nicht wissen.
- 2:42Jetzt fragen wir uns natürlich, haben hier auch die Russen das wirklich gemacht
- 2:46oder hat nur so einer getan, als seien es die Russen gewesen?
- 2:48Aber Merz ist überzeugt. Sie auch Blume?
- 2:51Ja, es gibt keine Smoking Gun.
- 2:55Es gibt aber, wie ich finde, eine überzeugende Beweisführung der Bundesregierung,
- 2:59die die einzelnen Beweise nicht hat sehen lassen.
- 3:02Aber, und da unterscheide ich mich dann vielleicht von anderen Menschen,
- 3:05auch von Ihnen vielleicht, so viel Vertrauen habe ich zur Bundesregierung noch,
- 3:10dass sie das nicht frei erfindet, sondern aus dem Muster, aus einzelnen rückverfolgbaren
- 3:15Teilen dieser Bombe oder dieser Drohnen,
- 3:20und offenkundig auch zwei, wie soll man sagen, Personifizierungen.
- 3:25Also die Hinweise auf konkrete Personen, Täter,
- 3:30zum Schluss kommen, dass für die Verantwortung Russland zuständig ist,
- 3:35dass wahrscheinlich einer der vielen Geheimdienste der russischen Seite dafür
- 3:41verantwortlich zu machen ist.
- 3:42Und ich fand den Ton, in dem die beiden Minister, Wadefuhl und Dobrindt,
- 3:47das vorgetragen haben, sehr ernst, aber sehr ruhig auch.
- 3:52Und insofern ja glaube ich, dass das stimmt, jetzt ist aber die entscheidende
- 3:57Frage ja, was macht man jetzt daraus und sie haben mit einem Punkt recht,
- 4:02Das, was dann an diplomatischen Reaktionen, wir machen ein Kulturhaus zu,
- 4:07wir schließen das letzte Konsulat Russlands auf deutschem Boden in Bonn, etc. pp.
- 4:13Das sind so auf der diplomatischen Skala ziemlich scharfe Maßnahmen.
- 4:16Gemessen an den Worten, sie werden dafür bezahlen, ist es dann seltsam lauwarm.
- 4:22Und dazwischen ist ein Gap, über den wir uns unterhalten müssen.
- 4:25Gut, daraus schließe ich, dass es Ihnen auch ruhig noch etwas härter ist.
- 4:28Wir hätten vielleicht auch gleich irgendwie so an der Ostflanke,
- 4:30ich finde es auch schön, das Wort heißt jetzt immer Ostflanke,
- 4:33liebe Zuhörerinnen und Zuhörer. Früher hat man von der Ostfront gesprochen,
- 4:36heute wird immer Ostflanke gesagt, finde ich interessant.
- 4:39Klingt irgendwie, als könnte man es essen. Also vielleicht ist der Kollege Blum
- 4:41in der Meinung, wir hätten schon an der Ostflanke die Panzer aufmarschieren
- 4:45lassen sollen als Reaktion auf diese Blechbüchse voll Sprengstoff,
- 4:48die nicht explodiert ist, weil ein Kabel gefehlt hat, ganz kurz.
- 4:50Ich würde gerne eine Frage zur Geschäftsordnung stellen.
- 4:53Erstens, warum klingelt Ihr Handy? Und zweitens, Wollen wir das jetzt auf einer
- 4:58Billo-Polemik-Ebene machen? Kann ich auch, weiß aber nicht, ob es so interessant
- 5:02ist. Naja, Entschuldigung.
- 5:06Sie haben recht, Entschuldigung, pass auf. Also erstens, Sie haben recht,
- 5:09Entschuldigung, meine ich ernst, weil der Sarkasmus hilft nicht weiter,
- 5:13Polemik hilft nicht weiter.
- 5:14Es fällt mir bloß in diesem speziellen Thema so schwer, weil es mir so nahe
- 5:19geht und immer wenn mir Sachen nahe gehen, versuche ich sie mir mit Ironie,
- 5:23Sarkasmus und blöden Witzen möglichst vom Leib zu halten.
- 5:25Die Wahrheit ist, dass ich natürlich auch echt Angst habe. Ich finde,
- 5:28dass der Weg der Politik, der hier bestritten wird, der Eskalation ist.
- 5:34Und mich interessiert jetzt auch gar nicht, wer damit angefangen hat.
- 5:36Ich bin sicher, dass die Russen diese Eskalationsphase begonnen haben und die,
- 5:42lange jetzt vor der Blechbüchse von Leipzig sozusagen gehen diese Aggressionen
- 5:47zweifellos auch von Russland aus.
- 5:48Daran habe ich also wie gesagt gar keinen Zweifel. Die Frage ist nur, was nützt das?
- 5:52Und machen wir da immer weiter und reagieren wir auf jede Eskalation mit einer
- 5:56Gegeneskalation und auf die dann mit einer Gegeneskalation und wieder mit einer
- 5:59Gegeneskalation und wo endet das?
- 6:01Aber bevor wir dazu kommen, ich möchte hier nicht Abkürzungen machen,
- 6:04will ich nochmal eine Sache festhalten, lieber Kollege Blome.
- 6:08Der Irak-Krieg wurde mit einem stichhaltigen Beweis begonnen,
- 6:13dass der Irak Massenvernichtungswaffen hat. Die wurden im UNO-Sicherheitsrat sozusagen vorgezeigt.
- 6:20Wir haben Beweise dafür, dass der Irak Massenvernichtungshafen hat.
- 6:23Und wir haben einen Krieg dann angefangen, in den uns unser damaliger Bundeskanzler
- 6:27Gerhard Schröder nicht hineingezogen hat. Danke nochmal dafür an dieser Stelle. Und wissen Sie warum?
- 6:35Da war ich nämlich dabei, bei der Vorstellung von Colin Powell,
- 6:38dem damaligen Außenminister, wenn ich mich recht erinnere, in der UNO.
- 6:41Und da war auch Joschka Fischer natürlich als deutscher Außenminister in der Runde.
- 6:45Und der kam dann hinterher raus und sagte, das hat mich nicht überzeugt.
- 6:49Also diese Beweise, Hinweise, wie auch immer, haben mich nicht überzeugt.
- 6:54Und das war die Basis letztlich für den Beschluss der Bundesregierung der damaligen,
- 6:58nicht sich zu beteiligen.
- 7:02Und die Leute, die jetzt sagen, es waren auf jeden Fall die Russen,
- 7:07waren auch die, die gesagt haben, die Nord Stream Pipeline ist auch von den
- 7:10Russen gesprengt worden. Das waren dann aber nachher die Ukrainer.
- 7:13Ich will damit nur sagen, ich sage jetzt gar nicht, es waren nicht die Russen.
- 7:16Ich sage nur, ich weiß nicht, ob es die Russen waren.
- 7:18Und ich finde, wenn man bedenkt, dass man es nicht genau weiß,
- 7:21finde ich sozusagen die Entscheidung, in die Eskalationslogik einzusteigen, riskant und falsch.
- 7:29Ich glaube, Sinn, lieber Augstein, macht das Ganze nur verstehbar,
- 7:33wird das Ganze nur im größeren Kontext. Also offenkundig ist es nicht das erste
- 7:37Mal, dass so etwas passiert.
- 7:40Offenkundig ist es nicht das erste Mal, dass die Spuren und Hinweise eindeutig
- 7:44in eine Richtung führen. Die geht nicht nach Luxemburg, die geht eher in die
- 7:47andere Richtung, nach Osten.
- 7:51Und offenkundig, angeblich, mutmaßlich, ist es hier der Fall,
- 7:55dass man noch detaillierter, noch wenn man so will, forensischer und gerichtsfest.
- 8:01Nachweisen kann, dass bestimmte Teile des Sprengstoffes, der Baugruppe,
- 8:06der Machart, des Vorgehens mit ganz klarer Handschrift und Absenderschaft tragen,
- 8:12sodass man sich ja sogar traut zu sagen, es war ein Geheimdienst der Russen.
- 8:16Nicht irgendwie eine vorfeldgelagerte Unterstützertruppe, Mitarbeiter-Truppe.
- 8:20Entschuldigung, ich muss jetzt nochmal fragen, jetzt muss ich dann wirklich,
- 8:23Entschuldigung, ich will es wirklich nicht vergecken, aber es war eine Konservenbüchse
- 8:27mit Sprengstoff, wo ein Kabel fehlte und das ganze Ding ist nicht explodiert.
- 8:31Glücklicherweise, ich bin froh, dass es nicht explodiert. Das sind so,
- 8:33nur ist das sozusagen die ganze Macht.
- 8:36Da sind Sie jetzt nicht vollständig informiert. Nein, deshalb enlighten me, enlighten me.
- 8:40Es waren offenkundig jetzt drei Flugobjekte und alle drei,
- 8:45und das zeigt dann schon eine gewisse, das Level, das Niveau des Vorgehens an,
- 8:50nicht aus dem Baumarkt gesteuert, sondern mit Telefonchipkarten,
- 8:55was nur heißt, die können sie von rund um die Welt über ein Handynetz steuern.
- 9:00Kriegt nicht jeder hin. Es waren drei und keine einzigen explodiert.
- 9:02Und das ist sozusagen, deshalb müssen wir jetzt den Kampf gegen die Russen entschlossen.
- 9:06Entschuldigung, ich will es wirklich nicht polemisieren, aber Sie merken schon,
- 9:08dass das erklärungsbedürftig ist.
- 9:09Das heißt, die Russen, was ist jetzt? Nein, Spaß beiseite.
- 9:12Wollten die Russen dieses Ding in die Luft sprengen oder wollten sie uns nur
- 9:15zeigen, dass sie es in die Luft hätten sprengen können?
- 9:18Oder haben es irgendwelche, das checke ich einfach nicht. Sachlich verstehe
- 9:20ich es nicht. Das ist ja, dass sie daraus einen Unterschied machen, Augstein.
- 9:24Also eine richtige Reaktion hätte es nur verdient, wenn es gebummst hätte.
- 9:29Finde ich schon, macht einen Unterschied. Also ob es Tote und Verletzte gibt und riesige Schäden.
- 9:33Oder ob irgendwie ein Busfahrer auf die Drohne draufgetreten ist.
- 9:37Die ganze Geschichte ist ja wie bei Mr. Bean.
- 9:39Ich meine, er ist auf die Drohne draufgetreten, um sie unschädlich zu machen.
- 9:43Ich gebe Ihnen noch ein Beispiel, August Stein, weil wir den zeitlichen Kontext
- 9:46etwas weiter aufziehen wollten.
- 9:48Da waren doch die Pakete, die in ein, auch in Leipzig, DHL-Frachtflugzeug geladen
- 9:53werden sollten, was dann irgendwie glücklicherweise nicht passierte,
- 9:56beziehungsweise sie sind nicht explodiert.
- 9:58Wenn diese Maschine pünktlich gestartet wäre, was sie zum Glück,
- 10:02Zufall, nicht getan hat, wenn diese Maschine pünktlich gestartet wäre,
- 10:06wäre sie in der Luft beim Start explodiert und über einen deutschen Großstaat runtergeregnet.
- 10:11Und jetzt können Sie sagen, ist doch nichts passiert. Ich bitte,
- 10:14es war doch zu spät, typisch Deutsche Bahn, ist doch klar.
- 10:16Die Deutsche Bahn hat uns mal wieder gerettet oder DHL.
- 10:20Aber ist es denn wirklich kein Unterschied, dass so etwas hätte passieren können,
- 10:23dass jemand offenkundig mindestens mal gewollt haben könnte,
- 10:27beziehungsweise das Signal geben könnte, jederzeit, wenn ich will, mache ich das.
- 10:30Okay, aber dann merken Sie aber schon, und das ist das, was mich in dieser ganzen
- 10:36Geschichte so stört, aber da verstehe ich sie auch nicht.
- 10:38Wenn das so ist, massive Bedrohung von deutschen Zivilistinnen und Zivilisten.
- 10:45In einer Stadt, massive Schäden, die sozusagen jederzeit eintreten können.
- 10:49Und dann ist die Reaktion der Deutschen, dass sie das russische Haus schließen,
- 10:52hier an der Friedrichstraße, wo draußen im Grunde so ein Riesenschild schon
- 10:56dran steht, praktisch so KGB, Hauptquartier.
- 10:58Das ist eben, und deshalb ärgert es mich auch so, weil in Wahrheit ist es so,
- 11:02dann wird so gesagt, ja, das ist der hybride Krieg und wir sind zwar nicht im
- 11:06Krieg, aber auch nicht mehr im Frieden und sie werden bezahlen.
- 11:09Und irgendwie ist es wie in so einem beknackten Videospiel und was einem Wahrheit
- 11:14passiert ist, dass eine Logik beschritten wird,
- 11:17die dann irgendwann eben doch bitter ernst wird, wo man die Leute daran gewöhnt
- 11:21hat an die Eskalation, man hat sie daran gewöhnt, dass die Russen die Feinde
- 11:24sind, man hat sie gewöhnt an diese Sprache des Konfliktes.
- 11:27Und wenn dann irgendwie so das erste russische grüne Männchen irgendwie so in
- 11:31Lettland über die Grenze geht, dann haben wir halt den dritten Weltkrieg.
- 11:35Und zwar weswegen nochmal? Ganz genau, weil die Ukrainer den Donbass nicht hergeben
- 11:39wollen? Nein, jetzt war ihm ohne Spaß. Das ist so...
- 11:42Ich würde gerne auf den Anfang Ihrer Argumentation... Ich erwarte von unserer
- 11:44Politik eine Deeskalation. Ich erwarte von unserer Politik, dass sie tut,
- 11:47was sie kann, um den Frieden zu bewahren.
- 11:49Denn der Frieden ist in diesem Land die Voraussetzung für alles andere.
- 11:53Das ist Ihnen schon klar?
- 11:54Darüber könnte man sich sehr lange unterhalten, denn dieser Satz erinnert mich an lieber rot als tot.
- 11:59Aus den 80er Jahren kommen wir vielleicht noch drauf. Ich bin auch so rot und nicht tot.
- 12:04Also das kann man auch freiwillig, also verstehe ich nicht. Das kommt ganz gut
- 12:07klar. Stimmte Leute können das freiwillig, aber sie gehören zu einer kleinen
- 12:10verschwindenden Minderheit in diesem Land und das ist auch ganz gut so.
- 12:13Nee, lieber Augstein, nochmal zurück.
- 12:16Jetzt haben sie am Anfang gesagt, wenn das so schlimm war, dann hätte er doch
- 12:19viel schlimmer reagieren wollen.
- 12:20Und gleichzeitig fordern sie Deeskalation von der Bundesregierung.
- 12:25Und könnte es sein, kann ich sie für den Gedanken erwärmen, dass möglicherweise
- 12:29diese Bundesregierung versucht hat, genau auf dem Grad dazwischen zu wandern.
- 12:34Also zu zeigen, dass man das nicht komisch findet, dass man das sich auf Sicht
- 12:40und nicht länger bieten lassen möchte und aber zugleich nicht den Dritten Weltkrieg auslösen möchte.
- 12:46Könnte es sein, dass genau auf dieser diplomatischen Skala abgemessen diese
- 12:50Schritte deswegen so gegangen worden sind, die für sich genommen,
- 12:53auf diplomatischem Paket noch einmal, durchaus hart und entschlossen sind,
- 12:58und nur deshalb so ein bisschen lame wirken, weil der Bundeskanzler in seiner
- 13:01unnachahmlichen Bundeskanzlerart vorher halt einen rausgehauen hat und das Ball
- 13:05ist bis aus dem Stadion raus.
- 13:05Aber es ist doch lächerlich, es ist doch inkommensurabel. Wenn Sie wirklich
- 13:08der Meinung sind, ich verstehe Sie auch nicht, das passt doch überhaupt nicht
- 13:10zusammen, das sind sozusagen kategorial völlig verschiedene Handlungen.
- 13:15Der eine sagt irgendwie so, ja, vielleicht spreng ich deine Großstadt Magdeburg
- 13:19mit so einem Flugzeug in die Luft oder nicht, mal gucken, ob es klappt.
- 13:21Oh, hat gar nicht geklappt.
- 13:22Hey, Pech gehabt. Und dann sagt der andere, aber jetzt schließe ich ja bei dein
- 13:25russisches Haus und der Generalkonsul in Bonn, der muss auch weg.
- 13:29Das ist doch Unsinn. Und deshalb verstehe ich nicht, warum...
- 13:31Also wir hätten lieber Gleichkrieg. Nein. Nein, lieber Kollege Blume.
- 13:35Ich glaube, dass diese Logik falsch ist, aber in ihrer Logik, sie,
- 13:39müssten eigentlich sagen, aber Hockstein, es hätte fast Magdeburg nach dem 30-jährigen
- 13:44Krieg, wäre Magdeburg fast das zweite Mal vollständig zerstört worden und die
- 13:48Russen sind doch schuld und so, deshalb müssen wir jetzt das russische Haus
- 13:50schließen. Da merken sie doch, dass da irgendwas nicht stimmt.
- 13:52Das heißt, sie selber sind nicht konsistent in ihrer Eskalationslogik,
- 13:57anstatt dass man einfach sagt, wir wissen nicht, ob es die Russen waren.
- 14:01Wenn es die Russen waren, wissen wir nicht, ob es sozusagen aus Moskau gekommen
- 14:05ist oder ob es einer der vielen, vielen konkurrierenden Geheimdienste,
- 14:07denn das ist in Russland auch so übrigens wie in vielen, naja,
- 14:11sorry. Der Führer hat nichts davon gewusst?
- 14:13Okay, hatten Sie eben gesagt, wir wollen das jetzt ohne Polemik machen oder nicht?
- 14:17Wenn Sie sich ein bisschen mit der Sachlage auseinandersetzen,
- 14:20stellen Sie fest, dass es in Russland viele verschiedene Dienste gibt,
- 14:23die miteinander konkurrieren, die auch gucken, wer hat das beste,
- 14:27in Anführungsstrichen, Ergebnis und so weiter.
- 14:29Das heißt, worauf ich hinaus will, ist, hier ist so vieles im Unklaren,
- 14:33dass ich von einer vernünftigen, abgewogen handelnden Regierung erwarten würde,
- 14:38dieses Ding so klein zu halten, wie es geht. Und zwar in Wahrheit,
- 14:41weil nämlich nichts passiert ist.
- 14:42Ich verstehe schon, dass man anders hätte handeln müssen, wenn es da Tote und
- 14:45Verletzte gegeben hätte.
- 14:46Hat es aber nicht anders. Das übrigens bei dem Anschlag der Ukraine in Monaco,
- 14:51wo neulich so eine Familie in die Luft gejagt worden ist, da habe ich gar nicht
- 14:54gehört, dass Frau Kallers die EU-Außenbeauftragte gesagt hat,
- 14:57das sei ein Akt von Staatsterrorismus gewesen.
- 14:59Die Wahrheit ist, dass der ukrainische Krieg immer weiter eskaliert.
- 15:02Und wir werden mit reingezogen in diesen Krieg, genauso wie diese armen Leute
- 15:05in Monaco da mit reingezogen werden.
- 15:07Und das ist die Wurzel des Problems. Dazu sagt Herr Merz aber leider gar nichts.
- 15:11Also lieber Augstein, ich nehme immerhin zur Kenntnis, dass Sie jetzt nicht
- 15:15wild bestreiten, die Russen wären.
- 15:16Sondern es ist zumindest ja auch für Möglichkeiten, wir also immerhin schon
- 15:19einen gemeinsamen Schritt weiter sind,
- 15:22und nun der Frage nachgehen, welche Eskalation ist die angemessene oder eben
- 15:26nicht angemessene, welche führt uns direkt im Moment geradewegs in den Dritten
- 15:29Weltkrieg und welche eben nicht.
- 15:32Ich glaube, dass es an der Zeit war, auch mit den Amerikanern,
- 15:37die ihren CIA-Chef nach Moskau geschickt haben, um eine bestimmte Botschaft
- 15:40da loszuwerden und bestimmt keine ganz freundliche Botschaft.
- 15:45Russland nochmal zu versuchen, eine rote Linie in den Sand zu malen,
- 15:49um zu zeigen, dass das so nicht weitergeht. Denn es hat ja eine Vorgeschichte,
- 15:53es ist ja nicht das erste Mal, wie gesagt.
- 15:57Und natürlich bedeutet das, die Spannung zu steigern. Das würde ich ja gar nicht bestreiten.
- 16:02Und nicht nur, weil sie lieber rot als tot sagten, also die Reminiscenz an die
- 16:0780er Jahre, lieber sich von der Sowjetunion übernehmen zu lassen, als im Krieg zu sterben,
- 16:12Sind wir vielleicht genau in so einer Eskalations-Wettrüsten-Lage und das Wettrüsten,
- 16:17wenn man so will, findet auf ukrainischem Boden statt.
- 16:19Insofern hat es natürlich was mit dem Ukraine-Krieg zu tun.
- 16:23Und ich glaube, dass es richtig ist, Russland immer weiter unter Druck zu setzen,
- 16:29in der Hoffnung, dass entweder Wladimir Putin selber einlenkt oder dass er eingelenkt wird.
- 16:35Gut, wir haben jetzt das 22. Sanktionspaket. Ich habe extra nochmal nachgeguckt
- 16:39gegen Russland infolge des Ukraine-Kriegs.
- 16:42Bei dem G20-Treffen der Finanzminister war die deutsche Delegation so mutig,
- 16:48dem russischen Kollegen nicht die Hand zu schütteln und auch das gemeinsame
- 16:52Foto mit ihm zu verweigern. Also die Deutschen kämpfen dann schon, wenn es sein muss.
- 16:58Ehrlich gesagt, es bringt bloß halt alles nichts. Und was mich so wundert...
- 17:02Darf ich da was Frisches ergänzen? Es bringt nichts. Neuere Erkenntnisse zeigen, dass.
- 17:09Die Wirtschaft in Russland schrumpft, dass Firmen massiv aus dem zivilen Bereich
- 17:14schließen. Die zivile Wirtschaft ist klar in der Rezession, als sie sich schrumpft.
- 17:19Das Wachstum kann nicht mehr allein über militärische Rüstung generiert werden.
- 17:23Der Staat ist komplett pleite.
- 17:25Ich kann das nicht mehr hören. Ich muss sagen, ich kann das nicht mehr hören.
- 17:28Nein, Entschuldigung, ich muss sagen, ich lese ja auch. Nein,
- 17:30können Sie nicht, weil Sie haben mich ja unterbrochen. Jetzt hole ich mir mal ein Wort zurück.
- 17:33Der Economist schreibt seit drei Jahren, Russland ist militärisch und wirtschaftlich
- 17:37vollkommen am Ende. und sie sind kurz davor, dass es nicht mehr funktioniert
- 17:40und das machen sie jetzt auch weiter.
- 17:42Sie machen im Grunde die so eine Durchhalteparode, jetzt kurz davor,
- 17:44die Russen können nicht mehr, die Wirtschaft der Russen ist vollkommen am Ende und so.
- 17:47Warten sie nur ab und dann geht es doch noch weiter und es geht doch noch weiter.
- 17:51Oxstein, wenn ich kurz noch ergänzen darf, was ich ergänzen wollte.
- 17:54Mein Kronzeuge ist ja nicht irgendjemand oder der Economist,
- 17:57sondern der Moskauer Bürgermeister Sergej Sobyanin.
- 18:01Der sagte, eine weitere Umstellung der russischen Wirtschaft auf reine Kriegswirtschaft,
- 18:07wird das Land zerstören.
- 18:09Wenn also die Nomenklatura sich langsam aber sicher anfängt,
- 18:12öffentlich, Achtung, da spielt man ja schnell mit seinem Leben,
- 18:15oder mit einem Fenstersturz in Moskau, gegen Putin zu stellen,
- 18:19gegen diese Eskalationslogik von Wladimir Putin, dann tut sich doch irgendwas.
- 18:23Ich finde es irre, aber gut, es ist halt magisches Denken und wir können es
- 18:28auch an der Stelle dann auch selber wenden haben lassen damit.
- 18:31Ich kann einfach nur allen Hörerinnen und Hörern empfehlen, auf die Worte des
- 18:34Kollegen Blome zu hören.
- 18:36Es ist wie Magie, weil sie sind einfach seit zwei, drei Jahren der Meinung,
- 18:39die Russen sind kurz davor aufzuhören.
- 18:41Wir müssen nur noch ein bisschen weiter durchhalten. Wenn wir noch ein bisschen
- 18:43durchhalten, dann haben wir die Russen irgendwie bis an ihr Ende gekämpft.
- 18:48Deshalb auch immer die Analogie mit dem Kalten Krieg, der durch das Wettrüsten
- 18:52beendet wurde, wo eben die Amerikaner die Russen zu Ende gerüstet haben.
- 18:57Tatsächlich aber ohne hybride oder andere Kriegsführung jedenfalls,
- 19:00also wenn wir mal die Stellvertreter Kriege außen vor lassen,
- 19:03aber über die reden wir jetzt nicht.
- 19:06Es ist halt magisches Denken, was sozusagen kontrafaktisch ist,
- 19:09aber das stört sich auch gar nicht, weil sie sagen, ja in der Vergangenheit
- 19:11war es nicht so, aber morgen wird es so sein.
- 19:13Mir macht das Angst, weil ich das Gefühl habe, dass mein Schicksal,
- 19:16das Schicksal meiner Kinder ist in den Händen von im Prinzip Lunatics,
- 19:20Spielern oder Leuten, die irgendwie so Fantasiegespinzen hinterherhängen,
- 19:24wie hier der Kollege Blume.
- 19:25Und übrigens in Ostdeutschland sehen das ja offensichtlich auch ganz viele Leute
- 19:28so, denn Migration hin oder her. Ich bin nach wie vor überzeugt,
- 19:32dass die Haltung zu Russland, die Haltung zum Ukraine-Krieg ein ganz,
- 19:35ganz, ganz wesentlicher Erfolgsfaktor für die AfD ist.
- 19:41Das BSW macht ganz stark, Bündnis Sarah-Wagenknecht, Wahlwerbung.
- 19:46Damit ja, das ist ein Thema, das ist offensichtlich in Ostdeutschland viel größer
- 19:50und brisanter, die Angst vorm Krieg, als in Westdeutschland, wie mir scheint.
- 19:57Und darum, um zurückzukommen auf Friedrich Merz, beziehungsweise die Bundesregierung
- 20:02und ihre klare Zuordnung, wer ist das wohl gewesen da in Leipzig,
- 20:08finde ich trotzdem es richtig, den Leuten reinen Wein einzuschenken und zu sagen,
- 20:13das sind unsere Erkenntnisse, wir glauben, das Russland zuordnen zu können.
- 20:17Und wenn es deswegen ein paar Stimmen mehr für die AfD gibt, dann ist das eben so.
- 20:21Es ist aber aufrichtig. Es ist, wie soll man sagen, es macht den Ernst der Lage
- 20:28deutlich, der in Ostdeutschland offenkundig in der Form nicht wahrgenommen wird
- 20:33oder nicht wahrgenommen werden will.
- 20:35Weil, daran kann ich nichts ändern,
- 20:39die AfD-Wähler, viele von ihnen, setzen sich noch über ganz andere Erkenntnisse
- 20:45und Wahrheiten hinweg, dann ist es eben so, das muss man akzeptieren,
- 20:49vielleicht sogar respektieren.
- 20:52Aber deswegen wird ein Appeasement gegen Russland ja nicht besser.
- 20:57Und wenn Sie sagen, naja, wir können sie doch einfach machen lassen und man
- 21:02kann das ja auch wegignorieren, kann ich nur sagen, das hat bislang nicht so
- 21:05richtig gut funktioniert.
- 21:06Denn man hat die Übernahme der Krim 2014 wegignoriert.
- 21:10Man hat den geflissentlichen Einmarsch, das Eindringen in die Ostukraine wegignoriert
- 21:16und versucht es mit irgendwelchen diplomatischen Mitteln einzuhägen.
- 21:19Und es hat jedes Mal nicht viel gebracht. Am Ende ist es ein echt offener Krieg
- 21:22geworden, den nur Wladimir Putin so verharmlosend Spezialoperationen genannt hat.
- 21:29Also wo ist jetzt die Grenze? Bis wohin sollen die kommen? Auf die Friedrichstraße?
- 21:34Wie gesagt, ich bin der Meinung, wenn man den Russen gesagt hätte,
- 21:37die Ukraine kommt nicht in die NATO, in die EU vielleicht als assoziiertes Mitglied,
- 21:42aber nicht in die NATO, dann wäre sicherlich ein großer Teil des Drucks vom Kessel weggenommen.
- 21:46Aber das ist jetzt ehrlich gesagt vergossene Milch, denn da hat der Westen und
- 21:50der Osten gleichermaßen, also die Russen und der Westen, diese Situation vor die Wand gefahren.
- 21:55Mich wundert nur, dass Sie einfach so locker darüber hinweggehen,
- 21:58dass ein großer, also das Wählervotum praktisch, also zumindest im Osten sind
- 22:02es dann ja da jetzt in Sachsen-Anhalt irgendwie so 40 Prozent,
- 22:05im Westen wird man dann sehen, wie viele es sind, wenn dann die nächsten Wahlen sind.
- 22:09Aber wenn das Wählervotum der Leute ist, ey wir wollen eine andere Ukraine-Politik,
- 22:13wir wollen eine andere Russland-Politik, würden Sie dann immer noch sagen,
- 22:16ja scheißegal, was die Wähler wollen, wir machen das hier einfach weiter,
- 22:19weil wir so viel mehr davon verstehen als die, um nochmal Angela Merkel zu zitieren?
- 22:23Also Augstein, das anstehende Wählervotum von 40% für die AfD in Sachsen-Anhalt,
- 22:28das sind 40% von 1,5 Millionen Leuten, also irgendwas um,
- 22:33und bei 700.000 Menschen, bei 84 Millionen Einwohnern. Ich glaube...
- 22:40Die bundespolitischen Auswirkungen auf die Außenpolitik in die Punkto Russland-Frage
- 22:45würde ich dann in der Tat wegignorieren.
- 22:47Bis dass wir in einer Bundestagswahl so eine Auseinandersetzung kriegen.
- 22:51Und dann mag es sich ändern oder auch nicht.
- 22:53Und wenn die Mehrheit es so will, dann ist das so. Aber das ist jetzt noch kein
- 22:56Ausweis, der so groß wäre, dass man sagen müsste, ja hier stimmt, ihr habt recht.
- 23:00Dann lassen wir mal die Ukraine von den Russen auffressen.
- 23:03Weil der sachsen-anhaltinische Wähler es so wollte. Sie haben doch eine Schraubenlöcke.
- 23:09Schraube locker. Ich kenne natürlich Kollegen Blome schon länger. Schraube locker.
- 23:16Sie meinen, so wie bei VW eine Schraube locker.
- 23:19Augstein, das Schöne ist, nach
- 23:21all den Jahren, man legt Ihnen einen Ball hin und Sie machen ihn rein.
- 23:25Der Ball war sehr groß. Das Tor war ganz, ganz klein und lag direkt davor.
- 23:30Das Bild ist so schief, wie es schief ja nicht sein könnte. Aber egal.
- 23:34Schraube locker. VW. Pass auf.
- 23:37Im ersten Halbjahr hat VW eine operative Rendite von 2,4 Prozent,
- 23:43reicht jedenfalls für Volkswagen und der Gesamtkonzern 3,8 Prozent.
- 23:47Also VW verdient noch Geld, so ist es nicht, aber es wird immer weniger.
- 23:51Und bei VW brennt die Hütte und sind eine Menge Schrauben locker und es spitzt
- 23:57sich zu, der Großkampf, möchte ich mal sagen, zwischen,
- 24:01der Gewerkschaft, dem Betriebsrat auf der einen Seite, dem Land Niedersachsen
- 24:05auf der nächsten Seite und den Privataktionären, das sind jede Menge sehr,
- 24:10sehr reiche Einzelfiguren und Familien und dem Vorstandsvorsitzenden auf der anderen Seite.
- 24:16Vielleicht eine Ergänzung zur Verklarung, das Land Niedersachsen ist auch Eigentümer.
- 24:21Ja, das ist schon klar, dass das Land Niedersachsen, wissen wir hoffentlich
- 24:24alles, heißt ja Volkswagen.
- 24:26Deshalb ist das Land Niedersachsen Eigentümer.
- 24:29Es ist also ein Großkonflikt und der Kollege Blum und ich haben ein bisschen
- 24:34darüber nachgedacht, ob wir jetzt hier darüber reden oder nicht,
- 24:36denn fairerweise muss man sagen, wir sind jetzt beide nicht so Vollexperten,
- 24:40in der Automobilpolitik, aber ich glaube, das hier schwappt über in Politik,
- 24:45Politik, Gesellschaftspolitik, Wirtschaftspolitik, letztlich sogar auch Geopolitik
- 24:49und deshalb sollten wir jetzt darüber reden.
- 24:51Ich glaube nämlich, das wäre jetzt mal meine These, der Konflikt wird in der
- 24:55Öffentlichkeit falsch verstanden.
- 24:56Eigentlich geht es hier gar nicht darum, ob Herr Blume recht behält oder ob
- 25:00am Ende die IG Metall recht behält, sondern hier geht es eigentlich darum.
- 25:05Welche Rolle soll VW spielen im Industriestandort Deutschland oder im Industriestandort
- 25:12Europa in der Zukunft und welche Rolle soll der Staat dabei eigentlich spielen.
- 25:16Also ich meine, die Frage sozusagen, welche Rolle spielt der Staat,
- 25:19welche Rolle spielt der Markt, ich glaube, dass die heute anders ausjustiert
- 25:23werden muss, als ich das zum Beispiel meinerseits in den 90ern an der Uni gelernt habe.
- 25:28Also um es mal klarer zu sagen, ich glaube, der Staat muss bei VW viel stärker
- 25:32eingreifen und gleichzeitig viel weniger konservieren, als vielleicht die IG
- 25:38Metall das hätte. Gerne.
- 25:40Blume, was sagen Sie dazu? Ist ganz schön bright von mir jetzt so,
- 25:42oder? Es ist sehr komplex, lieber Kollege Augstein.
- 25:46Aber interessant an der Frage ist, müssen wir tatsächlich, auch unter dem Eindruck
- 25:51des chinesischen Beispiels, am Beispiel VW die Rolle von Markt und Staat neu vermessen.
- 25:59Das würde bei mir beginnen mit einer Analyse, mit dem Befund, woran ist jetzt...
- 26:05VW so sehr in die Bredouille gekommen, sage ich mal, weil es zu wenig,
- 26:10zu viel Staat hatte, weil es zu wenig, zu viel Markt hatte und dann würde ich als erstes sagen,
- 26:16wenn eine Autofirma namens Volkswagen kein Auto im Zukunftssegment hat,
- 26:23das sich das Volk leisten kann, hat dieses Unternehmen namens Volkswagen ein sehr großes Problem.
- 26:28Wenn es zudem die Veränderung aus seinem größten, renditereichsten Absatzmarkt
- 26:34verschläft, hat es auch ein Problem und es sind beides marktwirtschaftliche
- 26:38Probleme, weil man den Markt falsch eingeschätzt hat bzw.
- 26:42Nicht auf die Signale desselben in China, aber auch in Europa,
- 26:46in der ganzen Welt reagiert hat.
- 26:49Wenn also die Firma zu blöd war, auf den Markt zu reagieren,
- 26:52muss dann der Staat einspringen?
- 26:55Ja, aber anders gefragt, kann es sich der Staat leisten, einen solchen industriellen
- 26:59Standort mit all seinem Know-how und seinem gebündelten Wissen,
- 27:04seinen gebündelten Strukturen einfach zu verlieren?
- 27:06Und wenn er einmal weg ist, kommt er halt nicht wieder. Ich meine,
- 27:10jetzt wird der Konflikt sozusagen in der Öffentlichkeit und auch vor den Werkstoren
- 27:14von VW so ausgetragen, dass VW sagt, wir müssen irgendwie drei oder vier Werke
- 27:18erschließen in Deutschland.
- 27:21Hier gehen 50.000 Arbeitsplätze oder ich weiß nicht was auf Dauer verloren,
- 27:24weil die alle nicht mehr rentabel produzieren. Und dann kommen die einen,
- 27:29die sagen, ja die deutschen Lohnkosten sind ja viel zu hoch,
- 27:32die müssen eben runter, damit hier rentabel produziert werden kann.
- 27:37Und die Wahrheit ist aber, sie können die Lohnkosten noch so weit senken,
- 27:41das was die Chinesen machen, also wie kurz sie brauchen, um ein Modell zu entwickeln,
- 27:46welche Fertigkeiten sie inzwischen haben,
- 27:48in dieser Elektrotechnik, in der Batterietechnik und so weiter,
- 27:52wie sie in der Lage sind, sozusagen die Produktion zu organisieren,
- 27:56zu beschleunigen und voranzutreiben,
- 27:58das hat mit dieser alten Frage irgendwie, sind hier unsere Sozialabgaben zu
- 28:02hoch oder nicht schon längst nichts mehr zu tun.
- 28:04Worauf ich hinaus will, ich habe das Gefühl, dass in diesem Konflikt ein Kampf
- 28:08geschlagen wird, eine Debatte ausgefochten wird,
- 28:11die in Wahrheit längst vorbei ist und man aber so das Gefecht der Zukunft noch
- 28:15gar nicht begriffen hat, genauso wie man eben auch gar nicht begriffen hat,
- 28:19dass man irgendwie so auf E-Mobilität setzen muss.
- 28:21Das ist so ein bisschen irre, dem so zuzugucken. Ich glaube, Sie,
- 28:25sollten das gar nicht gegeneinander schneiden, die zu hohen Kosten,
- 28:29zu denen auch Bürokratiekosten gehören, zu denen Umweltschutzkosten gehören,
- 28:33zu denen ich weiß nicht was gehört und die inneren schlecht organisierten Abläufe bei VW.
- 28:40Zu groß, zu verkarstet, zu viel Verwaltung. Natürlich müsste und könnte ein
- 28:46deutsches Unternehmen auswählen.
- 28:49Genauso schnell wie ein chinesisches ein neues Auto entwickeln. Warum denn nicht?
- 28:54Das müsste doch möglich sein. Und ob es dann billiger oder teurer ist entlang
- 28:58der Kosten, das würde man dann ja sehen. Aber warum kann ein chinesisches Unternehmen
- 29:02ein Auto schneller auf den Markt bringen, ein neues Auto oder eine Weiterentwicklung
- 29:07als VW? Dafür gibt es überhaupt keinen Grund.
- 29:10Also da müsste eigentlich VW besser sein, weil es viel mehr Know-how in der
- 29:14Frage hat. Aber offenkundig sind die Strukturen bei VW.
- 29:18Zu kompliziert, keine Ahnung was, zu langatmig, zu bedenkenträgerisch, ich weiß es nicht.
- 29:24Aber noch einmal, löst dieses Problem jetzt der Staat, kann der es dann besser organisieren?
- 29:30Naja. Und welche Rolle hat eigentlich der Staat in China für die Autoindustrie?
- 29:35Schreibt er denen die Produkte vor oder subventioniert er sie nur so billig
- 29:40runter, dass sie hier auf den Markt gedammt werden?
- 29:42Es ist anders. In China gibt es ja sehr, sehr viele Elektrohersteller,
- 29:47die auf eine gewisse Weise alle vom Staat,
- 29:50unterstützt und subventioniert werden, direkt oder indirekt,
- 29:53die aber trotzdem untereinander in einem total harten Wettbewerb sind und sich
- 29:57auch gegenseitig sozusagen dann aus dem Markt kicken.
- 29:59Das ist ja das Interessante, dass Sie oder viele Leute hier immer nur in so
- 30:03einem Gegensatz von Markt und Staat denken können, obwohl das eh Unsinn ist,
- 30:06weil das gab es ja hier in Wahrheit auch nicht.
- 30:07Wir hatten ja hier immer einen staatlich sozusagen unterstützten oder geschützten Markt.
- 30:13Trotzdem machen die Chinesen natürlich etwas anderes. Und ganz kurz,
- 30:17ich bin jetzt wirklich nicht so der Technikfreak, aber der Witz ist,
- 30:19dass die Chinesen langfristig in ihre Infrastruktur investiert haben für.
- 30:26Eben diese Elektromobilität, Das heißt, die ganzen Leitungen,
- 30:29die ganzen Produktionskapazitäten für Batterien und so weiter.
- 30:33Und das waren staatliche Investitionen. Und das haben wir hier natürlich nicht gemacht.
- 30:36Wir haben es in der Vergangenheit nicht gemacht. Und wir können es im Prinzip
- 30:40auch heute nicht machen, weil wir das Mindset gar nicht haben.
- 30:44Wir haben das Mindset nicht, dass der Staat sagt, wir schaffen heute die industriellen
- 30:49Grundlagen, die wir im Jahr 2035, 2036 brauchen. So wird hier überhaupt nicht gedacht.
- 30:55Und ich glaube, dass das das Hauptproblem ist, deshalb nochmal,
- 30:58führen wir hier Diskussionen aus den 90ern, versuchen Industrien aus den 90ern
- 31:02zu retten, anstatt die Grundlagen für die Industrien irgendwie der 30er, 40er zu bauen.
- 31:10Ich glaube, die Industrien der 90er hätten selber erkennen müssen, was sich in China tut.
- 31:16Und sie waren alle vor Ort. Sie produzieren ja schon seit Jahrzehnten vor Ort
- 31:20aus guten Gründen. Sie sehen ja, in welcher Geschwindigkeit auch chinesische
- 31:24Firmen das adaptiert haben.
- 31:26Und wie die Autos aus chinesischer Produktion, also von chinesischen Firmen,
- 31:31sukzessive besser wurden.
- 31:32Der Unterschied zwischen China und Deutschland in der Stelle ist doch,
- 31:36China hat einen so großen Markt, dass sie sagen können, verkauft,
- 31:40wo ihr wollt, bei uns verkauft ihr nur noch das und das.
- 31:43Und das bedienen wir jetzt. Die können tatsächlich für die Welt einen Standard
- 31:47setzen, weil ihr Markt so asig groß ist.
- 31:49Und darum wäre die einzige Antwort des Staates in Europa darauf,
- 31:54jetzt nicht anzufangen, Mercedes-Benz zu erklären, wie man Autos baut oder VW,
- 31:59sondern endlich auch einen richtig großen Markt mitzuschaffen.
- 32:03Und wir haben 450 bis mehr Millionen Konsumenten und alle sehr,
- 32:07sehr wohlhabend im Vergleich zu China.
- 32:11Und kriegen es aber nicht hin, diesen Binnenmarkt wirklich voll auszuklappen.
- 32:16Das fände ich wäre die wichtigste staatliche Rolle, das endlich hinzukriegen.
- 32:20Zum Beispiel einen europäischen Kapitalmarkt wirklich hinzustellen,
- 32:24der den Namen verdient. Dann könnte man mit China auf eine Art mithalten.
- 32:28Dann wäre man auch nicht so abhängig von diesem Markt.
- 32:31Man könnte ganz anders als Block agieren, als man derzeit agiert.
- 32:35Noch ist es ja eine Geschichte, VW, das Land Niedersachsen, gegen China.
- 32:42Warum ist es nicht EU gegen China? Es ist komisch, Ihnen zuzuhören,
- 32:46weil Sie im Grunde an einer Ideologie festhalten, auch wenn Sie sehen,
- 32:51dass sie in der Realität nicht mehr funktioniert.
- 32:53Ich glaube, diese Idee des freien Marktes mag mal funktioniert haben.
- 32:57Ich bin da nicht sicher, ob man das überhaupt so nennen kann.
- 32:59Ich weiß nicht, ob Sie jetzt Lust haben, darüber zu reden, was der freie Markt
- 33:02sozusagen nach dem Zweiten Weltkrieg unter amerikanischer Dominanz eigentlich
- 33:06war, also wie frei der in Wahrheit war, aber ist jetzt auch egal.
- 33:09Nur heute sehen sie, dass den Chinesen gelungen ist, einen erfolgreichen Staatskapitalismus
- 33:15aufzubauen, der langfristig nach vorne plant und etwas macht,
- 33:19was die Industrie nicht machen kann.
- 33:22Keine Ahnung, vielleicht könnte sie, aber sie tut es halt nicht,
- 33:25weil sie nicht bereit ist, die Risiken zu tragen.
- 33:27Der Grund, warum die Automobilkonzerne in Deutschland viel zu spät auf E-Mobilität
- 33:33gesetzt haben, liegt doch nicht daran, dass die alle so doof sind,
- 33:36sondern weil hier die Regierung nicht die richtigen Weichenstellungen
- 33:39getan hat und weil sie selber zu ängstlich waren, die Risiken einzugehen,
- 33:43die das bedeutet hätte. In China war das immer anders, weil der Staat das entschieden hat.
- 33:48China ist ein autoritäres System und vielleicht irgendwie gesellschaftspolitisch
- 33:53für uns offensichtlich kein Vorbild,
- 33:56aber wirtschaftspolitisch sollte sich jemand, der ein Interesse hat an Arbeitsplätzen,
- 34:01der ein Interesse daran hat, dass wir weiter ein Player bleiben,
- 34:05also Europa, in diesem internationalen Konzert natürlich ein Vorbild an China nehmen, ist doch klar.
- 34:11Mehr China wagen. In bestimmten Punkten bestimmt, nur...
- 34:16Selbst wenn wir davon ausgehen, dass China, also diese 10, 15 greisen Herren
- 34:22in der Spitze, die wirklich diese Entscheidungen fällen, dieses Mal bei den
- 34:27Autos, wenn sie so wollen, es richtig gemacht haben.
- 34:29Und bei der Solarenergie, Entschuldigung, man muss dazu sagen,
- 34:31das ist aber ein super zentraler Punkt, weil die Chinesen die Solarenergie inzwischen
- 34:35weltweit beherrschen, die Technologie und das ist natürlich die Technologie
- 34:39der Zukunft, denn wir brauchen immer mehr Strom, KI, E-Mobilität und so weiter.
- 34:43Letztlich geht es ja um die Solarenergie und ich meine, dann gucken Sie sich
- 34:47mal die deutsche Solarpolitik in den letzten Jahren an und Frau Reiche,
- 34:50wie sie sich jetzt dazu verhält, dass man auch denkt, ihr seid alle in den 80ern
- 34:54hängen. Augstein, danke für die Unterbrechung.
- 34:57Zurück zum Auto. Also, da hat der Staat in China, die 7 bis 12,
- 35:02keine Ahnung wie viele, 15 alten Herren, haben da offenkundig mal richtig entschieden.
- 35:08Nichts aber hätte die deutsche Industrie gehindert, darauf auch einzusteigen.
- 35:13Insbesondere, wenn sie ja gesehen hat, wo ihr Hauptabsatzmarkt hingeht.
- 35:19Und im Übrigen, wohin die politische Reise in Deutschland ja auch geht.
- 35:23Stattdessen dachte man, man könne zweigleisig fahren.
- 35:26Also man könne in Deutschland weiter genügend Verbrenner verkaufen.
- 35:33Und irgendwann vielleicht auch mal an irgendeinem Solarboom in China teilhaben.
- 35:37Und hat halt die Geschwindigkeit der Chinesen drastisch unterschätzt.
- 35:40Und jetzt ist man da fast aus dem Markt geflogen.
- 35:42Irgendwo stand bei Spiegel Online, glaube ich, die Tage so eine Zeile,
- 35:47da war der China-Korrespondent nach zehn Jahren mal wieder zurückgekehrt und
- 35:51beschrieb, dass die Mercedes-Benz oder die großen BMW und Ferraris Benziner
- 35:58im Straßenverkehr Pekings wie Dinosaurier wirken.
- 36:01Die dann noch so rumtapern, kurz bevor sie endgültig umfallen und so staub werden.
- 36:05Aber worauf wollen Sie jetzt hinaus? Was ist sozusagen die Schlussfolgerung?
- 36:08Moment, Moment. Ihre Analyse ist ja, hätten wir bloß mehr Staat,
- 36:14die Zukunft gehört einem stark mehr staatlich angemischten marktwirtschaftlichen System.
- 36:19Also im Verhältnis Privatwirtschaft und Staat muss der staatliche Anteil,
- 36:24der planerische staatliche Anteil größer werden, siehe China.
- 36:28Und ich widerspreche mit dem Argument,
- 36:31Alles das, was der Staat in China mit lauteren und vielfach,
- 36:35muss man sagen, auch brutal unlauteren Mitteln hingekriegt hat,
- 36:39hätte die deutsche Wirtschaft ohne Staat genauso hinbekommen können. Aber hat sie ja nicht.
- 36:43Das ist der eine Punkt. Aber das ist keine systemische Frage,
- 36:47sondern das ist eine Frage von individuellen Fehlentscheidungen.
- 36:50Ja, aber die Frage ist, ob wir uns diese Fehlentscheidungen leisten können.
- 36:53Und da hätten die Chinesen gesagt, das Risiko gehen wir gar nicht ein.
- 36:56Denn es kann ja sein, dass es für VW total vernünftig ist, ein Werk zu schließen.
- 37:01Weil irgendwo anders das Auto für 2.000, 3.000 Euro weniger gebaut werden kann.
- 37:05Dann ist es für VW und für den Markt rational.
- 37:08Für Deutschland kann es aber und auch für Europa kann es aber sozusagen geoökonomisch
- 37:12eine falsche Entscheidung sein, weil man sagt, mit diesem Werk verlieren wir
- 37:17ein technologisches Know-how,
- 37:19in einem geoökonomischen Wettbewerb, wo sozusagen ganz andere Kriterien plötzlich
- 37:24eine Rolle spielen, wo wir uns auch nicht darauf verlassen können.
- 37:26Sie haben es ja eben schon gesagt, dass die Chinesen nach fairen Richtlinien spielen.
- 37:30Ich meine, diese ganze Idee mit dem Markt, diese ganze Vorstellung von Kapitalismus,
- 37:34eigentlich mein Lieblingsthema, weil das habe ich nämlich mal studiert.
- 37:38War ja nur möglich in diesem amerikanisch beschützten System nach dem Zweiten Weltkrieg.
- 37:42In dem Maße, in dem die Amerikaner dieses Welthandelssystem,
- 37:46diesen irgendwie freien internationalen Kapitalismus, mehr oder weniger frei
- 37:50unter amerikanischen Vorherrschaften, wie gesagt, nicht mehr garantieren können oder wollen,
- 37:55wird das sowieso alles hinfällig, weil das funktioniert dann plötzlich gar nicht
- 37:59mehr und wie gesagt, dann können sie sich da hinsetzen. Das ist immer so lustig.
- 38:02In Wahrheit sind sie ein totaler Ideologe in diesem Thema, genau wie bei den
- 38:06Russen. Weil sie setzen sich da immer hin und sagen, ich habe aber Recht,
- 38:09es ist besser, wenn der Markt das macht. Und ich habe Recht,
- 38:11die Russen haben in der Ukraine nichts zu suchen und so.
- 38:14Und dann rauscht die Wirklichkeit sowas von an ihnen vorbei und nichts funktioniert
- 38:18mehr. Die Deutschen bauen keine Autos und die Russen führen den Krieg immer
- 38:22weiter. Aber der kleine Nikolaus sitzt da und sagt, ich habe aber Recht gehabt. Das ist so irre.
- 38:27Das ist wie im Straßenverkehr. Ja, aber es geht nicht um Recht haben.
- 38:29Es ist wie im Straßenverkehr, wo dann auf dem Grabstand steht,
- 38:33er hatte Vorfahrt. Genau. Er hatte Recht. Ja.
- 38:36Es geht nicht darum, sondern es geht darum, dass man weiter klarkommt im Leben.
- 38:40Scheißegal, ob man recht hatte oder nicht. Nein, das sehe ich nicht so.
- 38:42Da bin ich ja doch, ja, wenn Sie das Ideologie nennen wollen meinetwegen,
- 38:46da bin ich irgendwie mehr so wertegeleitet. Denn man darf ja nicht vergessen.
- 38:54Dass es nicht nur am Genie und der staatlichen Weisheit der Planung,
- 39:00China gelegen hat, dass die Autoindustrie so erfolgreich ist,
- 39:03beziehungsweise versucht, hier die deutsche Autoindustrie tot zu machen,
- 39:06sondern auch daran, dass die einfach hemmungslos bereit sind,
- 39:09ihre Waren in den Markt zu dampen.
- 39:11Wenn die zu Preisen arbeiten müssten, die sie wirklich haben,
- 39:14als Kosten, dann sähe das Spiel schon ganz anders aus und damit komme ich auf
- 39:19den Punkt, wo wir uns einigen können.
- 39:21Ich glaube, noch einmal, genauso wie gegenüber Russland, ist es für die EU mal
- 39:25an der Zeit, dagegen zu halten und zu sagen, ihr könnt uns mal.
- 39:29Wir haben jetzt festgestellt, ihr baut tolle Autos, aber ihr werdet sie nicht
- 39:32auf unseren Markt dampen.
- 39:34Ihr werdet sie nicht zu billig subventionierten, staatlich subventionierten
- 39:37Preisen auf unseren Markt drücken, bis VW tot ist und ihr dann endgültig die
- 39:40Suppe hier übernehmen könnt.
- 39:42So nicht. Und die Werkzeuge dafür hat die EU bereits, sie müsste sie halt nur mal anwenden.
- 39:47Übrigens genauso, schöner Zirkelschluss zum Anfang, genauso wie Deutschland
- 39:52die Werkzeuge und die NATO die Werkzeuge hat, zu sagen, liebe Russen,
- 39:55es langt jetzt. Genug ist genug.
- 39:59Okay, liebe Zuhörer, der Kollege Blome hat gerade auf die Uhr geguckt und er
- 40:02will jetzt einfach abbrechen, er will jetzt davonrauschen. Dabei hatte ich so
- 40:05eine fulminante Gegenrede.
- 40:08Das mache ich dann nächste Woche. Ich verabschiede mich an dieser Stelle von
- 40:11Ihnen und vom Kollegen Blome. Bis nächste Woche. Danke und tschüss.