Latest / Der Google Ads 1x1 Podcast - Insights & Tipps vom SEA Experten Daniel Rakus / #36 Google Ads 1x1 Podcast: Customer Match: So gewinnst du Kunden zurück
Transcript
- 0:00Google Ads, die zuverlässig Kunden und Umsatz bringen.
- 0:04Das ist das, was alle Unternehmen möchten. In diesem Podcast erfährst du,
- 0:09wie du Google Ads rentabel für dich und dein Unternehmen einsetzt.
- 0:13Der Google Ads 1x1 Podcast.
- 0:17Insights und Tipps vom SEA-Experten. Mit deinem Gastgeber Daniel Rakus.
- 0:24Willkommen zurück bei Google Ads 1x1, dem Podcast für deine Google Ads Kampagnen.
- 0:30Ich bin wie immer euer Host Daniel Rakus und heute sprechen wir über eine der
- 0:35mächtigsten und gleichzeitig datenschutzsensibelsten Funktionen in Google Ads,
- 0:40das Customer Match oder einfacher gesagt die Kundenlisten.
- 0:45Es geht darum, eure bestehenden Kunden oder Leads über Google Ads wieder anzusprechen.
- 0:50Starten wir bei diesem Thema am besten ganz von Anfang an. Was sind Kundenlisten
- 0:55und wann setzt man sie eigentlich ein?
- 0:58Eine Kundenliste oder auch Customer Match List ist ein Targeting-Tool in Google
- 1:02Ads, mit dem ihr Listen von Kundeninformationen, wie zum Beispiel E-Mail-Adressen,
- 1:08Telefonnummern oder auch Postadressen, in Google Ads hochladet.
- 1:12Gleichzeitig gleicht Google diese Daten anonymisiert mit seinen eigenen Nutzerdaten
- 1:18ab und erstellt so eine Zielgruppe aus euren eigenen und bekannten Kontakten.
- 1:23Wann ist das Ganze dann eigentlich sinnvoll zu nutzen? Das werde ich auch immer
- 1:27wieder von unseren Kunden gefragt, wenn ich diese Option vorstelle und die fragen
- 1:31mich dann einfach, was sind die Vorteile?
- 1:33Und da gibt es drei beziehungsweise eigentlich vier wirkliche Vorteile,
- 1:38was man mit diesen Kundenlisten erreichen kann.
- 1:40Punkt Nummer 1 ist die sogenannte Retention oder eben auch Kunden,
- 1:45die bei euch schon mal gekauft haben, etwas wieder zu verkaufen,
- 1:49Upselling zu betreiben etc.
- 1:50Ihr könnt also ehemalige Käufer gezielt ansprechen, um ihnen Ergänzungsprodukte
- 1:56oder höherwertige Services, sogenannte Upsells, anzubieten.
- 2:00Das geht natürlich auch im Dienstleistungsbereich, wenn jemand bei euch eine
- 2:03Dienstleistung erworben hat, dass ihr noch Zusatzdienstleistungen anbietet bzw. bewerbt.
- 2:09Diese Leute kennen eure Marke ja bereits und die Conversion-Wahrscheinlichkeit ist daher relativ hoch.
- 2:15Ein Beispiel dazu, jemand hat vor drei Monaten einen Drucker gekauft.
- 2:20Da er jetzt über die Liste hochgeladen ist in euer System und ihr dafür Werbung
- 2:24schaltet, wird ihm jetzt zum Beispiel eine Anzeige für neue Tinte immer wieder vorgesetzt.
- 2:30Punkt Nummer zwei, für was man die Kundenlisten einsetzen kann,
- 2:34ist das sogenannte Cross-Selling oder auch exklusive Angebote machen.
- 2:38Ihr bietet euren zum Beispiel besten Kunden exklusive Rabatte oder neue Produkte
- 2:43an, bevor sie für eine breite Masse verfügbar sind.
- 2:46Das heißt, ihr könnt in diesen Kundenlisten auch selektieren,
- 2:49welchen eurer Kunden ihr quasi die Werbeanzeigen zeigt und welchen nicht.
- 2:54Kommen wir jetzt zu Punkt Nummer 3 und der ist aus meiner Sicht vor allem in
- 2:58der B2B-Lead-Generierung zum Beispiel wirklich extrem spannend.
- 3:02Und das ist das sogenannte Lead-Nurturing oder auch die Pflege von Leads.
- 3:06Hier geht es also quasi nicht um Kunden, sondern es geht um Interessenten,
- 3:10die ihr erneut bespielen könnt.
- 3:11Ihr habt also Leads gesammelt, die noch nicht gekauft haben.
- 3:14Ihr könnt sie mit speziellen Anzeigen
- 3:16im Kaufprozess begleiten oder mit vertrauensbildenden Inhalten versorgen.
- 3:22Als ein Beispiel, jemand hat euer E-Book heruntergeladen und ihr zeigt ihm jetzt
- 3:26eine Anzeige, die ihn zur kostenlosen Demo einlädt.
- 3:30Das ist vor allem, wie gesagt, im Dienstleistungsbereich, wenn es um B2B-Dienstleistungen
- 3:34geht, wo der Verkaufsprozess oder der Überlegungsprozess des Kunden auch mal
- 3:38etwas länger sein kann, eine perfekte Methode,
- 3:41um genau diese Kunden erneut regelmäßig mit Anzeigen zu bespielen.
- 3:45Kommen wir nun abschließend zum vierten Punkt und das ist die sogenannte Ausschlussliste
- 3:49oder Ausschlüsse zu machen, Das heißt, ihr könnt eine Liste hochladen mit Personen
- 3:54oder Daten, die ihr eben nicht bespielen wollt.
- 3:57Also quasi das Gegenteil von den ersten drei Punkten.
- 3:59Ihr könnt also bestehende Kunden
- 4:01allgemein von eurer Akquise-Kampagne ausschließen, um Kosten zu sparen.
- 4:05Und das macht natürlich Sinn bei Kunden, die zum Beispiel schon gekauft haben
- 4:09und für die ihr kein weiteres Produkt habt und die ihr nicht weiter bespielen wollt.
- 4:12Also als Beispiel schließt alle bestehenden Kunden von eurer Neukunden 20% Rabattanzeige
- 4:18aus, um unnötige Klicks zu vermeiden und eure Marge zu schützen.
- 4:22Nachdem ihr nun wisst, für was so eine Kundenliste eigentlich gut ist,
- 4:26kommen wir nun zum nächsten Punkt und da geht es darum, wie ihr erstellt und
- 4:29verwendet ihr eigentlich so eine Kundenliste.
- 4:32Der Prozess an sich ist standardisiert und funktioniert ganz klassisch über
- 4:36die Google Ads Oberfläche.
- 4:38Punkt Nummer 1 ist, die Daten erstmal zu sammeln und zu formatieren.
- 4:42Ihr benötigt dafür Kundendaten wie E-Mail-Adressen, die ihr in einer CSV-Datei
- 4:46speichert und stellt auf jeden Fall sicher, dass die Daten auch aktuell sind,
- 4:49weil es bringt euch nichts, so eine Datei hochzuladen mit Daten,
- 4:52die vielleicht Jahre alt sind.
- 4:55Zweitens, die Daten dann hochladen und gleichzeitig das Hashing durch Google.
- 4:59Im Google Ads Zielgruppenmanager ladet ihr die CSV-Datei hoch.
- 5:03Google verschlüsselt dann die E-Mail-Adressen lokal auf eurem Rechner,
- 5:06bevor sie übertragen werden.
- 5:08Das heißt, Google erhält nie die Klartext-E-Mail-Adressen, sondern nur die verschlüsselten
- 5:13Codes, um den Abgleich durchzuführen.
- 5:15Das ist aus Datenschutzgründen natürlich extrem wichtig.
- 5:18Punkt Nummer drei ist dann der Abgleich und die Zielgruppenbildung.
- 5:21Google gleicht diese verschlüsselten Codes mit seinen eigenen Nutzerdaten ab.
- 5:26Je nach Qualität und Menge eurer Liste können ungefähr meistens 40 bis 70 Prozent
- 5:31der Kontakte erfolgreich zugeordnet werden.
- 5:34Wenn Google zu einer E-Mail-Adresse zum Beispiel gar keine Daten hat und auch
- 5:37kein Google-Konto findet, dann kann er logischerweise auch nichts zuordnen.
- 5:40Aber wie gesagt, in 40 bis 70 Prozent, also in der Regel ungefähr der Hälfte
- 5:44der Daten, ist das schon erfolgreich.
- 5:47Und abschließend beim Punkt Nummer 4 geht es darum, dass ihr diese Liste,
- 5:50die dann da ist und die auch schon abgeglichen ist, auch verwendet.
- 5:53Und da gibt es natürlich dann verschiedene Anwendungszwecke.
- 5:56Ein paar davon nenne ich jetzt einfach mal die Gebotsanpassung.
- 6:00Nutzt die Liste in eurer bestehenden Kampagne, um Gebote für diese hochwertige
- 6:04Zielgruppe zu erhöhen, zum Beispiel um plus 20, plus 30 Prozent.
- 6:08Ihr könnt also sagen, die Personen aus dieser Liste sollen bevorzugt bespielt
- 6:12werden mit eurer Werbung.
- 6:13Dann gibt es natürlich eine zielgerichtete Kampagne, die man einrichten kann.
- 6:16Also eine extra Kampagne, die nur diese Kundenliste anspricht,
- 6:20vielleicht auch mit entsprechenden Creatives und Bildmaterial.
- 6:23Oder ihr macht eine ähnliche Zielgruppe, die sogenannte Look-A-Like-Liste,
- 6:27die es ja auch in Meta-Ads gibt.
- 6:28Und das ist so wirklich der Turbo oder die Hauptfunktion, die man da nutzen kann.
- 6:33Ihr könnt Google quasi anweisen, ähnliche Nutzer zu finden, wie die Nutzer, die in der Liste sind.
- 6:38Die quasi das gleiche Profil haben, die für euch dann auch relevant als Kunden sein könnten.
- 6:43Und das ist natürlich hervorragend für die Neukundenakquise.
- 6:46Nachdem ihr nun so gut wie alles über den Einsatz dieser Kundenlisten wisst,
- 6:50gibt es noch einen sehr wichtigen Punkt, den ich euch auf jeden Fall auch mitgeben möchte.
- 6:54Und hier vorweg, ich bin kein Anwalt. Die Punkte, die ich hier nenne,
- 6:58gebe ich ohne rechtliche Garantie.
- 7:00Das sind einfach die Punkte, die man auch bei Google nachlesen kann und das
- 7:03Recht kann sich auch immer wieder ändern.
- 7:05Von daher gebe ich euch quasi den aktuellen Stand mit.
- 7:07Aber bitte prüft es nochmal, bevor ihr diese Kundenlisten auch bei euch in der
- 7:11Realität verwendet. Bei Kundenlisten gibt es nämlich diese kritischen Punkte,
- 7:15die ihr unbedingt beachten müsst.
- 7:17Und das ist A, der Datenschutz nach DSGVO und natürlich Googles Richtlinien.
- 7:22Es braucht eine explizite Zustimmung. Ihr müsst also die ausdrückliche Zustimmung
- 7:26eurer Nutzer haben, ihre Daten für Marketingzwecke an Dritte,
- 7:29wie zum Beispiel Google, weiterzugeben.
- 7:31Ein einfacher Hinweis in der Datenschutzerklärung, dass ihr Google Ads nutzt, reicht oft nicht aus.
- 7:37Und dann noch die Google-Richtlinien. Google selbst hat strenge Richtlinien.
- 7:41Ihr müsst diese Kundenlisten verwenden, um mit euren Kunden Kontakt zu treten
- 7:45und nicht, um sie anzugreifen.
- 7:48Also ein Missbrauch ist somit durch Google ausgeschlossen. Das Ganze ist natürlich
- 7:52jetzt sehr vereinfacht formuliert, aber was ich damit sagen will,
- 7:55es gibt doch relativ hohe Hürden.
- 7:57Vor allem was die Zustimmung angeht, prüft dann nochmal in euren Datenschutzerklärungen
- 8:01etc., ob ihr die Daten wirklich für Marketingzwecke verwenden dürft und auch
- 8:06an Dritte weitergeben dürft, wie zum Beispiel Google.
- 8:08Das ist auf jeden Fall ein wichtiger Punkt in der ganzen Geschichte.
- 8:11Kommen wir nun zum zweiten Punkt und zwar den technischen Voraussetzungen.
- 8:15Die Mindestgröße für so eine Customer Match Liste in Google Ads wurde kürzlich
- 8:19für Suchkampagnen erst von 1000 auf 100 Nutzern gesenkt und das ist natürlich
- 8:23super, denn bei vielen unserer Kunden war diese 1000 einfach zu hoch.
- 8:27Die hatten gar nicht so viele Kundendaten, gerade wenn sie am Anfang standen.
- 8:31Diese Anzahl wurde jetzt auf 100 gesenkt und bei 100, glaube ich,
- 8:35können die meisten von euch mitspielen, sage ich mal, und haben da einfach genug
- 8:39Kundendaten, um mit so einer Liste auch mal zu arbeiten.
- 8:42Für die Gültigkeit der Liste ist es notwendig, dass in den letzten 540 Tagen
- 8:46mindestens 100 Nutzer zur Liste hinzugefügt oder aktualisiert wurden.
- 8:50Macht ja auch Sinn, ihr wollt ja nicht mit einer komplett veralteten Liste arbeiten.
- 8:54Und dann noch ein kurzer Hinweis zur API. Um Abgleichsraten zu sehen,
- 8:58müsst ihr beim Hochladen über die neue Google Ads API mindestens 100 Zeilen
- 9:02mit Nutzerdaten hochladen.
- 9:03Nur dann seht ihr auch, wie hoch die Abgleichsrate ist.
- 9:07Abschließend würde ich euch gerne noch ein paar strategische Hinweise geben,
- 9:10die bei uns in der Praxis immer wieder eine Rolle spielen und die auf jeden
- 9:13Fall sinnvoll sind, von Anfang an diese zu kennen.
- 9:16Das ist zum Beispiel das Listen-Segmentieren.
- 9:19Mischt in euren Listen nicht Top-Kunden mit Leads, zum Beispiel,
- 9:22die nur eine Visitenkarte hinterlassen haben, sondern erstellt immer separate
- 9:26Listen, wie zum Beispiel Käufer, die über 1000 Euro gekauft haben,
- 9:31Leads ohne Kauf oder auch Kunden der letzten 90 Tage.
- 9:35Also untergliedert diese Liste immer, soweit es für euch Sinn macht.
- 9:39Jede Liste braucht im Endeffekt dann aber auch eine eigene Botschaft,
- 9:41eine eigene Kampagne oder was auch immer.
- 9:43Es bringt nichts, wenn ich diese Liste unterteile, die Unterteilungen dann aber
- 9:46mit der gleichen Message quasi bespiele.
- 9:49Und ein zweiter strategischer Hinweis aus der Praxis, was häufig vorkommt,
- 9:53lass diese Liste nicht stagnieren.
- 9:55Also lass die nicht einfach einmal hochladen und dann denken,
- 9:59es passt schon so auf die Art, sondern eigentlich muss diese Liste ja immer
- 10:02wieder automatisiert werden.
- 10:04Also die Kundenlisten sind statisch, wenn ihr die hochladet und wenn ihr sie
- 10:08nicht regelmäßig aktualisiert, idealerweise wöchentlich oder per API automatisiert,
- 10:13werden sie halt schnell nutzlos, weil sie einfach veraltet sind.
- 10:16Also kümmert euch darum, dass ihr zumindest wöchentlich oder im schlimmsten
- 10:19Fall einmal im Monat zumindest eure Kundenliste aktualisiert,
- 10:22damit auch immer die neuesten Daten, auch die neuesten Käufer,
- 10:25die neuesten Leads und so weiter drin sind.
- 10:27Kommen wir abschließend zu meinem Fazit.
- 10:30Die Customer Match Lists sind auf jeden Fall eine Art High-End-Tool,
- 10:34das euch hilft, eure Conversion Rates zu verbessern und die Akquisekosten zu
- 10:38minimieren, indem ihr eure wertvollsten Assets, also quasi eure Kundendaten, dafür nutzt.
- 10:44Aber merkt euch dabei, Datenschutz geht immer vor.
- 10:47Klärt ab, ob eure Einwilligungslösung im Unternehmen den Einsatz von Kundenlisten abdeckt.
- 10:52Wenn ihr das sauber im Griff habt, dann sind Kundenlisten der schnellste Weg
- 10:56zu effizienterem Wachstum in Google Ads.
- 10:58Das war es für heute mit dem Google Ads 1x1 Podcast.
- 11:02Ich hoffe, diese Folge hat euch gefallen und ihr werdet jetzt direkt mit den
- 11:05Kundenlisten loslegen, falls ihr die Kundendaten natürlich GSGVO-konform eingesammelt
- 11:10habt, das nochmal am Rande erwähnt.
- 11:12Und ich freue mich auf euer Feedback, wie das Ganze bei euch funktioniert.
- 11:16Wir haben das schon länger im Einsatz. Bei uns funktioniert es wunderbar.
- 11:18Auch bei vielen von unseren Kunden funktioniert es sehr, sehr gut.
- 11:21Und von daher würde ich den Einsatz von diesen Kundenlisten auf jeden Fall empfehlen.
- 11:26Und ja, ich wünsche euch jetzt noch eine schöne Restwoche und bis zum nächsten Mal. Euer Daniel.