Latest / Gin And Talk / Patrik Muff über Schmuck, Schädel und Handwerk
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- 0:00Speaker 1: Wir waren drei Goldschmiede und haben uns so anerbar irgendwo mal gedacht.
- 0:05Speaker 1: Wieso verdienen wir unser Geld nicht mit jedem, was jeder Kölner macht?
- 0:09Speaker 1: Nämlich trinken, trinken... Dann habe ich mich hier verliebt und bin hingewiesen.
- 0:14Speaker 1: Das war die Weltreise.
- 0:16Speaker 1: Als ich dann in München angekommen bin, wo ich schon alles wieder verkauft hatte, habe ich angefangen Schädel zu sammeln.
- 0:23Speaker 1: Da habe ich mir gedacht, konzentriere dich ein bisschen!
- 0:27Speaker 1: Und seitdem sammle ich eigentlich Schädel und das ganze Atelier hängt jetzt halt mit Geweihen und Schädeln einfach voll.
- 0:35Speaker 0: Herzlich willkommen, mein Name ist Daniel Vöck und bevor wir gleich rüber in den Badresen gehen möchte ich kurz unseren heutigen Gast vorstellen Patrick Muffer.
- 0:44Speaker 0: dem gebürtigen Schweizer war schon früh klar dass sein Herz für Schmuck schlägt.
- 0:48Speaker 0: Er machte eine Ausbildung zum Goldschmied und studierte anschließend als Meisterschüler freie Kunst an der TH Köln.
- 0:55Speaker 0: Mitte der neunziger Jahre wollte er eigentlich eine Weltreise machen, blieb dann aber ungeplant in München hängen und eröffnete ein eigenes Atelier.
- 1:03Speaker 0: Heute gehört er zu den bekanntesten Schmuck-Designern mit deutschsprachigen Raum und hat sich längst auch international einen Namen gemacht.
- 1:10Speaker 0: Ich freue mich auf ein Gespräch über Schmugg, Kunst, Inspiration und Handwerk.
- 1:15Speaker 0: Viel Spaß beim Zuhören und danke dass ihr alle wieder dabei seid!
- 1:24Speaker 1: Und eine Menge Zeit für ein persönliches Bargespräch.
- 1:28Speaker 1: Herzlich willkommen an unseren Bartresen!
- 1:32Speaker 1: Herzlich Willkommen zu einer neuen Folge Gin & Talk.
- 1:37Speaker 1: Mach es dir gemütlich, lehne dich zurück und tauche ein in die verrucht düstere Atmosphäre unserer
- 1:45Speaker 0: Studio-Bar.
- 1:59Speaker 0: gestolpert, weil ich ... Ich war tatsächlich ... Das ist jetzt eine ganz lustige Geschichte.
- 2:05Speaker 0: Weil ich war ewig auf der Suche nach einem Ring.
- 2:08Speaker 0: Also ich wollte immer irgendwie einen coolen Siegelring haben.
- 2:11Speaker 0: tatsächlich und unsere Liebe Nina, unsere Grafikerin die übrigens auch dieses Gin & Talk-Logo gemacht hat.
- 2:18Speaker 0: Die hat uns für das Festival vier so Icons gemacht, für die verschiedenen Themenbereiche, die wir haben.
- 2:27Speaker 0: Mein liebster Themenbereich ist Society in Politics und da hat sie uns so eine Hand gemacht.
- 2:34Speaker 0: Und die wollte ich auf so einem Ring drauf haben, dann bin ich über ein zwei drei Fehlkäufe.
- 2:43Speaker 1: Kann man auch machen?
- 2:44Speaker 0: Dinge, die mich nicht so hundertprozentig überzeugt haben, bin ich dann irgendwie bei dir gelandet weil Freunde von mir gemeint haben geht doch mal zum Patrick schau dir doch mal an was der so hat.
- 2:56Speaker 0: Und ja, dann war ich eines Tages bei dir und dann haben wir uns vor ein paar Wochen kurz mal kennengelernt beim Ring anprobieren.
- 3:03Speaker 0: Dann dachte ich mir, ich lad dich mal ein und fand es einfach super spannend was du da so machst.
- 3:09Speaker 1: Ja danke!
- 3:10Speaker 1: Also gerade Siegelringe was du ansprichst ist natürlich ein Thema das momentan einfach totalen Spaß macht.
- 3:16Speaker 1: die Leute beschäftigen sich mit mehr Mitringen wieder auch die Männer vor allem.
- 3:21Speaker 1: Und Siegelring ist halt ein Top-Einstieg, weil man was Persönliches machen kann.
- 3:26Speaker 1: Persönliche Gravure von Wappen bis eben du sagst ein Logan, Eiken und es passt einfach gut in die Zeit wo alle wieder gerne so einen persönlichen Dreh zu den Sachen haben wollen.
- 3:38Speaker 1: Das können wir, weil wir irgendwie Handwerker sind recht gut bedienen.
- 3:42Speaker 1: Es ist einfach perfekt für uns.
- 3:44Speaker 1: Man hat Gespräch mit dem Kunden, das macht einfach großen Spaß auch zu checken, wo will der hin?
- 3:51Speaker 1: Was haben wir im Angebot?
- 3:54Speaker 1: und dann sind wir von der Schmucksprache schon auch recht speziell.
- 3:59Speaker 1: Durch das dass wir schon sehr lange machen und eigentlich alles ich mache also es ist in meiner Person immer das Modell und die Ausführung die mache immer Ich und nachher habe ich schon Leute die mir das dann sozusagen nochmal reinigen verputzen schönmachen polieren weil ich die Zeit schon gar nicht mehr hab das Endprodukt dann fertig zu machen, aber ich mache wirklich jeden Entwurf selber.
- 4:22Speaker 1: Es ist einfach niemand dazwischen und es hat riesen Vorteile.
- 4:26Speaker 0: Jetzt habe ich dir gerade im Vorgespräch schon von meinen zwei linken Handwerkerhänden erzählt.
- 4:30Speaker 0: Ich hab mir so zwei drei Videos von dir angeschaut wie du mit einer wahnsinnigen Präzision die kleinsten Details an diesen Ringen oder Schmuckstücken teilweise machst grade wenn du auch diese Käfer zum Beispiel hast Ganz filigrane Sachen.
- 4:48Speaker 0: Hat dich das schon immer so fasziniert?
- 4:50Speaker 0: War diese Leidenschaft für Handwerk, für Dinge machen die man irgendwie anfassen kann wo du dich selbst ausleben kannst?
- 4:59Speaker 0: handwerklich war es schon immer da?
- 5:01Speaker 1: Ja das war ganz früher.
- 5:02Speaker 1: als Kind habe ich wirklich wahnsinnig gebastelt mein Vater ist Möbelschreiner und war dann ein leichter Hippie so Brettchen verkauft und bemalt.
- 5:14Speaker 1: Meine Mutter ist Keramikmalerin, die hat also Keramiken gemalt und gemacht.
- 5:19Speaker 1: Also der Haushalt war ein bisschen wild und eher sehr handwerklich.
- 5:24Speaker 1: Kunsthandwerk, so wunderschön.
- 5:26Speaker 1: Und so bin ich einfach aufgewacht mit Kips gearbeitet und alles und dann eben mit vierzehn halber aus der Schule gekommen Und da ging es dann auch direkt in eine Lehre rein, also direkt Goldschmieden.
- 5:37Speaker 1: Da gab's ein Daniel Keller, der ist leider schon verstorben, mein damaliger Lehrmeister, bei dem durfte ich einen Tag arbeiten und da hatte ich das Glück, dass er das Gefühl hatte, dass sich gute Hände zum Arbeiten habe nach einem Tag.
- 5:50Speaker 1: Da durfte die Lehre anfangen.
- 5:52Speaker 1: So ging es immer weiter und weiter.
- 5:55Speaker 0: Dann bist du irgendwann aus der Schweiz in Deutschland gelandet?
- 5:58Speaker 0: Da bin ich in Köln
- 6:00Speaker 1: gelandete!
- 6:01Speaker 1: wilde Stadt gegenüber von München, ein bisschen anders gebaut.
- 6:06Speaker 1: Nicht ganz so hübsch aber ich bin da mit dreiundzwanzig hingekommen um Kunststudien zu studieren.
- 6:13Speaker 1: Da gibt es eine Fachklasse beim Peters Kubik damals für Schmuck und da ging's direkt los.
- 6:20Speaker 1: Habe ich irgendwie im Fahrrad mitgenommen in der Jugendherberge wohnt und studiert Kunst.
- 6:25Speaker 1: das war natürlich ne wilde Zeit!
- 6:27Speaker 1: Und da hatte ich auch direkt ne Bar Und die Bar hieß Königswasser.
- 6:32Speaker 1: Königswasser ist das säurige Misch, was im Prinzip Gold auflöst.
- 6:35Speaker 1: und wir waren drei Goldschmiede und haben uns so an der Bar irgendwo mal gedacht, sagen wir, wieso verdienen wir unser Geld nicht mit jedem, was jeder Kölner macht?
- 6:45Speaker 1: Nämlich trinken, trinken!
- 6:48Speaker 0: Witzigerweise hatte übrigens Charles Schumann, der hier gerade vor ein paar Tagen da war.
- 6:51Speaker 0: Ein Cocktail uns ins Gästebuch geschrieben den wir noch nicht so ganz wieder entziffern können weil die Hand schrift nicht ganz so einfach ist.
- 6:59Speaker 0: aber der Drink heißt Reihenwasser.
- 7:01Speaker 0: also das schließt sich
- 7:03Speaker 1: der Kreis.
- 7:05Speaker 1: und das war muss ich sagen eine legendäre Bar wo sich eigentlich wahnsinnig viele Künstler getroffen haben und auch Galeristen.
- 7:13Speaker 1: Und in Köln geht es wirklich ums Trinken, und wir hatten glaubst das Einzige was wir hatten waren Erdnüsse.
- 7:19Speaker 0: Und viel Kölsch!
- 7:20Speaker 1: Ja genau.
- 7:23Speaker 1: Da war's natürlich auch schön weil man mit den Künstlern vielen Verbindungen kam.
- 7:27Speaker 1: also da war Handkippenberger die Ölenbrüder alles was in Köllendama der Penck, alles was im Kölnen damals noch so end achtziger Jahre war der Kölner noch viel Galerien.
- 7:39Speaker 1: Die waren halt immer da und haben sich sehr betrunken.
- 7:42Speaker 1: Dadurch habe ich auch relativ viel schöne Kunst zu Hause, weil ich öfters mal so als Barkeeper gesagt hab okay komm kannst du mir hier noch was reinschreiben und malen?
- 7:52Speaker 1: Ich hatte immer so das Kitzendbücher mit und dann habe ich noch ein paar sehr schöne Bilder zuhause.
- 7:57Speaker 1: Das finde ich, weil die ja auch emotional natürlich an der Bar gekoppelt sind.
- 8:01Speaker 0: Ja absolut!
- 8:03Speaker 0: Und dann bist du irgendwann in München gelandet.
- 8:05Speaker 0: Ja,
- 8:07Speaker 1: das war eine sehr schöne Geschichte auch wieder mal.
- 8:09Speaker 1: Da habe ich relativ wild in Köln gelebt und wohnte über einer Kneipe und mir wurde es dann irgendwann alles ein bisschen zu viel, sag' ich mal des Guten.
- 8:18Speaker 1: Dann habe ich mir einen VW-Bus gekauft, wo man's Dachhoch tun konnte, hab alles verkauft was ich hatte, hab in den Bus einen Goldschmiede Platz gebaut und wollte auf Weltreise gehen.
- 8:31Speaker 1: Und dann habe ich also keine Wohnung mehr gehabt, nur einen gelben Postbus mit einem Hochdach und bin losgefahren kurz nach Amsterdam.
- 8:40Speaker 1: Holland ein bisschen war ganz nett und dann zum Freund hier nach München.
- 8:44Speaker 1: Dann hab' ich mich hier verliebt und bin hängen geblieben.
- 8:46Speaker 1: Das war die Weltreise.
- 8:47Speaker 1: Die
- 8:48Speaker 0: ging ja sehr bald!
- 8:48Speaker 0: Bus wieder
- 8:49Speaker 1: verkauft, wieder eine Wohnung geholt und es war sehr schön.
- 8:53Speaker 1: Ich war wirklich drauf und dran.
- 8:54Speaker 1: jetzt kommt mein... Jetzt geht's los, jetzt fahre ich Richtung Griechenland und endlich Und dann war das sehr, sehr lustig, dass ich dann hier einfach stopp Ende München.
- 9:07Speaker 0: Und dann hast du dich dann hier direkt selbstständig gemacht mit einem Eigen oder?
- 9:12Speaker 0: Ich habe
- 9:12Speaker 1: dann immer sofort ein eigenes Atelier gesucht und auch hab dann über eine Firma die hieß Sevignier Renate Schrems für die habe ich dann relativ... Über die habe ich in Prinzip meinen Schmuck verkaufen dürfen, in München mittendrin am Promenadeplatz.
- 9:28Speaker 1: Da bin ich so ein bisschen mit reingerutscht und dann habe ich aber sehr schnell eine eigene Geschäft aufgemacht.
- 9:33Speaker 0: Wie ist denn also wenn man deinen Schmück kennt oder sich mal ansieht?
- 9:37Speaker 0: Dann stößt man sehr schnell über Totenköpfe, über Insekten, über Käfer, ja schon so'n bisschen... Ich will jetzt nicht sagen den martialischeren Look, aber schon eher genau.
- 9:56Speaker 0: Ja
- 9:57Speaker 1: viel natürlich über Symboliken.
- 9:59Speaker 1: also das fing an mit dem Totenkopf.
- 10:02Speaker 1: Das fing so ein bisschen an.
- 10:04Speaker 1: ich war kannte in Köln Tourmanager von Linard Skinner hat Motorhead, all diese härteren Sachen.
- 10:12Speaker 1: Und da hatte ich als Goldschmied immer Tickets gekriegt für hinter die Bühne und hatte immer zehn Ringe an und habe das den Jungs verkauft also auch Lemmy und so alle.
- 10:21Speaker 1: die Jungs haben dann mal irgendwie einen abgekauft damals halt für zweihundertfünfzig Thema oder so ja?
- 10:28Speaker 1: Das war dann so ein bisschen diese Rockerzeit und da kommt es auch mit den Totenköpfen her oder hat nicht viel gemacht.
- 10:35Speaker 1: Und das hat sich jetzt schon sehr geändert, weil ich habe im Ganzen fifteenhundert Formen und Stücke verschiedene.
- 10:43Speaker 1: Das ist recht viel.
- 10:44Speaker 1: Also das heißt es ist bei Glaube liebe Hoffnung Fenster an also Totenkopfherz Anker Kreuz und dann geht die Schiene offen.
- 10:53Speaker 1: Und jetzt haben wir gerade so ein Sehnsuchtskatalog gemacht, dass der mit ... Jetzt komme mir jetzt... hab' ich kleine Liegestühle gemacht einfach eine kleine Luftmatratze aus Silber, um diese Sehnsucht wieder zu finden und mit so ein bisschen mehr Spaß und Joke ranzugehen.
- 11:12Speaker 1: Und da hatte ich jetzt viel Zeit sehr konzentriert zur Arbeit im Atelier weil nichts los war.
- 11:18Speaker 0: Das glaube ich ja!
- 11:20Speaker 0: Wo nimmst du denn deine Inspiration her?
- 11:24Speaker 0: Was machst Du, um dir neue Ideen zu holen?
- 11:28Speaker 1: Eigentlich recht einfach, dass mein Leben diese Grenze von Arbeit und Leben, Kinder und nicht wirklich hat.
- 11:36Speaker 1: Weil ich einfach mein ganzes Leben verniemann arbeite, sondern immer nur für mich.
- 11:42Speaker 1: Und ich bin sehr optischer Mensch also ich ziehe eigentlich die ganze Zeit rein!
- 11:47Speaker 1: Also und wenn dann das Schmuck dein Thema ist, dann bist du... also da ist eine alte Schreitmaschine zum Beispiel bei euch hier auf der Theke.
- 11:55Speaker 1: Da weiß ich sofort habe ich mal irgendwann diese... hab' ich auch mal einige gehabt und hab aus diesen Buchstaben einfach Ringe gemacht oben mit wie ein Anfangsbuchstaben.
- 12:05Speaker 1: Also irgendwo ist es immer so optisch ja?
- 12:07Speaker 1: Und du sagst okay das könnt dich machen und bei Sehnsucht war das jetzt natürlich schon so.
- 12:13Speaker 1: Eine Schwalbe ist die Sehnsucht der Seefahrer, also endlich das Land.
- 12:17Speaker 1: Und die Schwalber hat Jesus auch die Dornen aus der Krone geholt und das sind dann immer schöne Geschichten.
- 12:24Speaker 1: Das heißt wenn jemand eine Schwalpe mag und zu mir kommt, dann hat jedes Stück irgendwie so eine Geschichte.
- 12:31Speaker 1: Es macht natürlich Spaß den Leuten das so zu erzählen weil es eben nicht ein sehr architektonischer Schmuck ist sondern Punkie-Barock ein bisschen frecher, Rafa nicht so poliert.
- 12:48Speaker 0: Ich habe gerade schon gesagt, ich habe ein paar Videos gesehen wo du da sehr filigran arbeitest.
- 12:54Speaker 0: vielleicht für diejenigen die sich das auch gar nicht so richtig vorstellen können wie lang dauert es denn eigentlich wirklich?
- 13:02Speaker 0: Von der ersten Idee, bis du dann wirklich dieses Modell quasi machst.
- 13:08Speaker 0: Hast du da so eine Einschätzung?
- 13:10Speaker 0: Wie lange du da dran sitzt eigentlich?
- 13:12Speaker 1: Also mein Professor Peters Kubik hat immer gesagt, wofr du nervst total wenn ich ein Stück mache hast du zehn fertig.
- 13:19Speaker 1: das heißt also bin echt schnell.
- 13:22Speaker 1: Ich habe einfach schon eine super Routine in meiner Sprache im Schmuck und dann dauert es schon mal so dass sich wenn man so richtig perfekt arbeitet, dass locker auf so einen Ring ein Tag dauert.
- 13:36Speaker 1: Das hört sich jetzt nicht sehr lange an aber man muss dann schon sehr konzentriert arbeiten und es ist im Prinzip wie ein Bildhauer der in Ton arbeitet und ich arbeite in Wachs.
- 13:47Speaker 1: das sind synthetisches Wachss und das kann man im Prinzip dazu geben aber auch wegnehmen.
- 13:52Speaker 1: Das heißt, wenn ich jetzt eine Skulptur mache, kann ich merke, dass dich zum Beispiel beim Adler den Flügel zu klein habt.
- 14:00Speaker 1: Dann mach' ich den größer oder mach ihn wieder kleiner oder setz' den anders um und so funktioniert das Arbeiten eigentlich.
- 14:09Speaker 1: also
- 14:11Speaker 0: was sich bei dir auch ganz Interessant fand, du hast irgendwann mal angefangen alte Bilder zu kaufen oder aufzusammeln quasi die du irgendwo bei Antiquitätenhändlern und Ähnlichem findest.
- 14:22Speaker 0: Und malst auf diese alten Porträtbilder mit einem weißen Stift so diese Formen, die dich am Ende des Tages wahrscheinlich auch für den Schmuck inspirieren.
- 14:32Speaker 0: Diese Säckenkäferformen genau.
- 14:35Speaker 0: wie kam es denn dazu?
- 14:37Speaker 1: Irgendwann hatte ich einen weißen Stift und so ein altes Bild.
- 14:39Speaker 1: Und habe gedacht, da male ich jetzt mal den Käfer drüber!
- 14:42Speaker 1: Das sind ja sowie Linienzeichnungen.
- 14:44Speaker 1: Wenn du Porträt anguckst und dir einen Käfer überlegst, dann siehst du sehr oft die Haare könnten zu fühler werden... Die Augen umranne dich nur ... Dann sieht es aus als ob das Auge auch eine Insektenauge wäre.
- 14:59Speaker 1: Es ist so ein bisschen spooky.
- 15:02Speaker 1: Das mögen nicht alle Leute, aber ich bin immer wieder selber faszinierter.
- 15:07Speaker 1: und dann machst du die Schultern.
- 15:08Speaker 1: Machst du als Flügeln?
- 15:10Speaker 1: Und es gibt mehrere Künstler, die so arbeiten.
- 15:14Speaker 1: Es gibt so ein Wiener Paar, glaube ich, die auch alte Bilder machen, also nehmen, gemalte richtige Schinken sozusagen vom Porträt um malen den so dass man's nicht wirklich sieht, aber die malen denen halt Tunnel in die Ohren oder so aus dem sechzehnten Jahrhundert-Bilder.
- 15:32Speaker 1: Und wieso hat der ein Tunnel im Ohr?
- 15:34Speaker 1: Total schräg.
- 15:36Speaker 1: Und du siehst es nicht wirklich so und das macht einfach
- 15:38Speaker 0: Spaß,
- 15:39Speaker 1: Sachen zu verfremden.
- 15:42Speaker 0: Ich habe gelesen, es gab sogar eine Ausstellung glaube ich in China.
- 15:45Speaker 0: war das oder?
- 15:45Speaker 1: Ja
- 15:46Speaker 0: Hongkong.
- 15:46Speaker 0: In
- 15:47Speaker 1: einer Galerie.
- 15:48Speaker 0: Wie sind das passiert?
- 15:50Speaker 1: Das waren Kunden von uns die in Hong Kong eine Galerie hatten und von mir mehrere Sachen gekauft haben.
- 15:58Speaker 1: und dann haben die gesagt komm mal rüber.
- 16:01Speaker 1: Und dann habe ich ein bisschen Schmuck verkauft in Hongkong und auch Bilder.
- 16:07Speaker 1: Auf der Inaugente ist eine große Schmuggmesse, durfte ich mal einen sehr schönen Raum machen.
- 16:11Speaker 1: Ich habe dann auch so dreidimensionale Käfer aus Draht gebaut, also eins auf zwei Meter, so richtig große ... Also irgendwo das Thema Kunstsachen in groß oder klein beschäftigt mich schon sehr!
- 16:29Speaker 1: Ich
- 16:29Speaker 0: hab's ja auch nicht spannend.
- 16:30Speaker 0: oder gibt es immer noch eine spannende Zusammenarbeit mit der Porzellanmanufaktur Nymphenburg?
- 16:36Speaker 1: Ja, die
- 16:36Speaker 0: gab's.
- 16:37Speaker 0: Die
- 16:37Speaker 1: machen wir noch.
- 16:38Speaker 1: ein paar Stücke machen wir doch aber wir machen keine neuen Kollektionen mehr.
- 16:43Speaker 1: Die haben sich im Prinzip ein bisschen unorientiert und gehen wieder in andere Bereiche.
- 16:49Speaker 1: Wir machen eigentlich nicht mehr viel Schmuck.
- 16:52Speaker 0: Aber ist auch spannend.
- 16:53Speaker 1: also mit den fünf jahrelang war toll Hat mir großen Spaß gemacht und ich habe immer noch Lieblingsstücke daraus.
- 17:00Speaker 1: Also da gab es schöne Sachen.
- 17:03Speaker 0: Ich finde dieses Korallen-Stück
- 17:05Speaker 1: war echt schön.
- 17:06Speaker 1: Genau, da wollte ich im Prinzip sozusagen umweltfreundlich dass man sowas tragen kann was wie Natur aussieht das natürlich mit Porzellango geht und die Farbe knallt hat er einfach wunderbar
- 17:16Speaker 0: rein.
- 17:17Speaker 0: Bist du also dem einen Film den ich über dich gesehen hab?
- 17:21Speaker 0: Da hatte ich auch so ein bisschen den Eindruck Uff.
- 17:27Speaker 0: Altschreibmaschine, die jetzt vielleicht nicht.
- 17:29Speaker 0: Aber schon ganz gerne Dinge sammelst und die dann auch bei dir so als vielleicht auch als Inspirationsquelle ein bisschen hort ist.
- 17:39Speaker 0: also ob es jetzt Schädel sind oder andere Dinge, die dich irgendwie inspirieren.
- 17:47Speaker 0: Hattest du da schon immer eine Sammelleidenschaft?
- 17:50Speaker 0: Jetzt mal unabhängig vom Schmuck auch war das schon immer was, was dich so ein bisschen fasziniert hat.
- 17:54Speaker 0: Auch alte Dinge gerade?
- 17:57Speaker 1: Ja, ich war natürlich wahnsinnig gerne auf Flohmärkten schon in der Schweiz auch gerne und habe auch leider zu meiner Eltern sehr wahrscheinlich viel zuviel gehortet.
- 18:06Speaker 1: Und zu der Zeit habe ich mir gedacht, ich sammel Toaster zum Beispiel.
- 18:10Speaker 1: dann hatte ich irgendwann zwanzig Toaster und dann dachte ich mir ach was sammle ich noch?
- 18:15Speaker 1: dann hab ich irgendwelche Holsteile gesammelt und irgendwann als ich dann in München angekommen bin, wo ich schon alles wieder verkauft hatte.
- 18:24Speaker 1: Habe ich dann angefangen Schädel zu sammeln?
- 18:27Speaker 1: Da habe ich mir gedacht okay konzentriere dich mal ein bisschen und seitdem sammel' ich eigentlich Schädl und das ganze Atelier hängt jetzt halt mit Geweihen und Schädeln einfach voll!
- 18:39Speaker 1: Und meine Frau ist mehr oder weniger nicht genervt oder genervt aber sie ist eben so.
- 18:44Speaker 1: Zuhause sieht's eher aus wie bei den Schäkern also aufgeräumt, ein bissel klarer Ehr-Kirschholz-Möbel Was aber großen Spaß macht, weil dadurch kann ich im Laden sammeln wie ein Wilder und da sieht es auch so aus.
- 18:59Speaker 1: Also ich habe glaube ich jetzt hängt so einen sechs Meter Brot auf an der Decke Ich hab einfach kein Platz mehr und jede Wand ist voll Einfach jeder glaub' ich.
- 19:13Speaker 0: Deshalb habe ich mir hier irgendwann ein Studio eingerichtet.
- 19:16Speaker 1: Genau und jetzt haben mich halt nur noch Kleinkram, als ich sammle wahnsinnig geehrte alte afrikanische Perlen.
- 19:24Speaker 1: das sind im Prinzip Sachen die entweder in Venedik gemacht worden sind früher oder in Deutschland so Glasperlen.
- 19:34Speaker 1: Die finde ich wahnsinnig schön.
- 19:36Speaker 1: Und die sammle ich so ein bisschen und mache immer wieder so Ethnobänder draus, also sammeln geht weiter.
- 19:42Speaker 1: Und als Goldschmidt kannst du einfach auch schöne kleine Sachen sammlen weil man die dann irgendwie in den Kistchen hat.
- 19:48Speaker 1: Ich weiß nicht wie viele Schubladen ich habe bei uns.
- 19:51Speaker 1: Viele!
- 19:53Speaker 0: Sind Materialien natürlich auch ein Riesenthema für dich?
- 19:59Speaker 0: für jemanden, der sich jetzt wie ich damit wirklich wenig auskennt.
- 20:03Speaker 0: Aber gibt es zum Beispiel dann auch wirklich Unterschiede?
- 20:07Speaker 0: Wo du also klar, ich meine das ist irgendwie Gold gibt und verschiedene Regierungen und dass es Silber gibt und Weißgold und Rosei und wie auch immer.
- 20:17Speaker 0: Das leuchtet mir irgendwie ein.
- 20:19Speaker 0: aber gibt's da auch wirklich so Unterschiede wo du sagst Du musst da irgendwie Du hast bestimmte Bezugsquellen oder irgendwelche bestimmten, wie auch immer.
- 20:28Speaker 0: Also gibt es da irgendwas wo du besonders dann Wert drauf legst?
- 20:32Speaker 0: Wo du auch wirklich ja vielleicht hier und da bestimmte Dinge hast die dir besonders am Herzen liegen?
- 20:41Speaker 1: Ja also zum Beispiel seit Jahrzehnten arbeiten wir mit einer Firma zusammen die eigentlich zum Beispiel recyceltes Gold anbietet.
- 20:48Speaker 1: Das heißt du kaufst Gold was wieder eingeschmolzen worden ist und dadurch Hast du schon mal den Vorteil, dass du im Prinzip nicht unbedingt die Industrie unterstützt, die das jetzt wieder neu ausgräbt?
- 21:01Speaker 1: Machen wir aber schon automatisch immer.
- 21:03Speaker 1: Das ist zwar gut so, aber ich finde es toll, dass man das kann.
- 21:10Speaker 1: Bei Silber ist es ähnlich – da weiß man's nicht immer!
- 21:13Speaker 1: Es ist relativ schwierig, weil du das Material theoretisch ... ... nicht kontrollieren kannst.
- 21:19Speaker 1: Also du kannst nichts, nicht ein Gold nehmen und sagen das ist in Afrika... ...in zehnhundertzehn oder es ist siebzehnhunderte im Peru geklaut worden oder sowas.
- 21:27Speaker 1: Das ist einfach nicht möglich und dadurch ist es ein bisschen schwierig.
- 21:31Speaker 1: Ein bisschen wie mit den Diamanten.
- 21:33Speaker 1: Kannst du auch glaube ich nicht genau sagen dann wo kommen die her?
- 21:38Speaker 1: Also es ist auch ein Produkt was manchmal ein bisschen schwieriges heutzutage auch immer wieder natürlich.
- 21:42Speaker 1: aber gold ist Also das Material, was man da alles machen kann.
- 21:47Speaker 1: Wie dünn die Trähte?
- 21:48Speaker 1: Wie toll das leuchtet!
- 21:51Speaker 1: Es ist ein faszinierendes Material.
- 21:53Speaker 1: Silber genauso.
- 21:53Speaker 1: Jetzt haben wir angefangen viel noch in Platin zu machen.
- 21:56Speaker 1: Ein weißeres Material ist so zäh es kämpft ein bisschen lässt sich nicht so wahnsinnig nett verarbeiten sag ich mal.
- 22:04Speaker 1: Das wehrt sich gegen Polieren und so.
- 22:07Speaker 1: Ja es ist so cäh aber gerade das ist schön.
- 22:09Speaker 1: und sie ist nochmal so einen heller grauer Farbtron.
- 22:13Speaker 1: Also du merkst, man kann viel machen und natürlich Gold ist momentan sehr teuer.
- 22:19Speaker 1: Aber trotzdem also in letzter Zeit mag ich Gold sehr.
- 22:27Speaker 0: Ist ja auch nicht die schlechteste Idee momentan vielleicht so ein bisschen in Gold zu investieren?
- 22:31Speaker 0: Klar!
- 22:32Speaker 1: Man investiert dann leider natürlich auch immer ein bissel ins Design... Es ist natürlich nicht nur das Gold, aber du hast – also wenn du dir irgendwo was einbauen lässt.
- 22:41Speaker 1: Wenn du einen Goldring gekauft hast, hast du immer noch ein bisschen mehr als…
- 22:44Speaker 0: Genau.
- 22:44Speaker 1: Also weiß ich nicht.
- 22:45Speaker 1: Das ist halt schon Grundwert
- 22:47Speaker 0: da!
- 22:48Speaker 0: Ja ja, das stimmt.
- 22:51Speaker 0: Gibt's Dinge die du gerne mal noch machen würdest?
- 22:55Speaker 0: Hast du so Ziele-, Ideen-Entwürfe an die du dich vielleicht noch nicht rangetraut hast irgendwelche … irgendwelche Ideen, wo du sagst das würdest du gerne irgendwann mal machen wenn du vielleicht auch mal die Zeit dafür hättest.
- 23:11Speaker 1: Ja also ich mache jetzt gerade wieder so ein paar große Einzelstücke, die es dann immer nur so eins zwei Mal gibt oder in abgeänderter Form, die schon auch ziemlich teuer werden.
- 23:25Speaker 1: aber da bin ich dann schon auch mehrere Tage an so einem Stück dran.
- 23:28Speaker 1: Also das habe ich jetzt lange nicht mehr gemacht.
- 23:30Speaker 1: zu richtig großen Sachen
- 23:33Speaker 0: Was heißt, was bedeutet groß?
- 23:35Speaker 0: Also
- 23:35Speaker 1: Ringe mit Stein die halt mehrere Tausend Euro kosten sag ich mal.
- 23:40Speaker 1: Die man jetzt nicht einfach nur so hin so schnell macht und denkt auch komm locker machen wir ein bisschen sondern wo man sich sehr konzentrieren muss.
- 23:47Speaker 1: wenn man halt einen Stein für fünfzehntausende Euro hat ist es ja auch schön mit Sachen zu arbeiten und dafür wirklich dann das Produkt zu machen was diesen Stein trägt oder was die Frau dann trägt.
- 24:01Speaker 1: Und das macht, das machen wir momentan Spaß.
- 24:04Speaker 1: und sonst bin ich.
- 24:05Speaker 1: jeden Tag gehe ich meistens in Laden und freue mich total weil wir haben wahnsinnig nette Angestellte.
- 24:10Speaker 1: Wir sind zu fünft.
- 24:12Speaker 1: Das sind alles Goldschmiede die verkaufen auch im Laden.
- 24:14Speaker 1: Das heißt sie kennen das Produkt was Sie selber machen um vorne verkaufen.
- 24:20Speaker 1: Es können nicht alle goldschmieder aber wir haben da Glück.
- 24:22Speaker 1: Wir haben irgendwie eine gute Runde und du merkst einfach dass so ein Handwerk top ... ineinanderspielen.
- 24:28Speaker 1: Und dann kommt die Biele, meine Frau dazu und die Grafikerin... ...und die macht die komplette Abwicklung also die Arbeit mit der Presse,... ...mit dem Internet wo ich jetzt nicht so stark bin persönlich.
- 24:43Speaker 1: Die macht den ganzen Fotos für unsere Kataloge,... ...also die macht im Prinzip was ich in Goldschmieden mache, macht sie für die Grafik und wir kommen uns da... ...nicht so in die Quere.
- 24:52Speaker 1: weißt du wenn du jetzt mit einem... Goldschmiedling verheiratet wärst und du bist auch Goldschmidt, dann bist du ja immer ... Du bist so ein Produkt am Produkt.
- 24:59Speaker 1: Und wir können gut miteinander weil ... Wir sind ja dann zu Hause zusammen im Laden zusammen und haben die Kinder zusammen.
- 25:05Speaker 1: also muss man schon miteinander sich verstehen und da trennt es sich aber auch immer wieder ein bisschen Also so.
- 25:14Speaker 1: Aber sonst glaube ich wenn du noch mal auf die Frage zurückzugehen was ich wirklich noch machen möchte am liebsten würde ich So in diese Richtung weiterarbeiten können.
- 25:25Speaker 1: Trotz jetzt Krise und allem, glaube ich wenn wir mit dem Handwerk gut umgehen werden wir das hinkriegen sag' ich mal.
- 25:33Speaker 1: Also ich glaube wenn alles... Man redet doch immer wieder jeden Tag drüber.
- 25:38Speaker 1: also wie du merkst man kann's irgendwie nicht ganz wegschieben ja?
- 25:41Speaker 1: Wenn du fünf Leute hast dann hast du Kurzarbeit.
- 25:44Speaker 1: also haste halt alles und es wird dir sehr wahrscheinlich jeder Gesprächspater.
- 25:49Speaker 1: irgendwann wirst du kurz eine Minute drauf kommen und dann ist auch gut Und dann geht es halt weiter.
- 25:55Speaker 1: und eigentlich leben wir jetzt halt immer so in den Tag und gucken, alles gut zu machen.
- 25:59Speaker 1: Und nicht aufzuhören!
- 26:01Speaker 0: Jetzt ist ja gerade für Kunst oft sind ja für Kunst auch solche Situationen eine Inspirationsquelle, so große Brüche in Gesellschaft Kultur Politik wie auch immer Dinge die Auf einmal zu Situationen führen die einfach was ganz anderes hervorrufen oder eine Situation hervor rufen, die wir noch nie hatten.
- 26:24Speaker 0: Ist es für dich auch also unabhängig davon das natürlich auch ihr wahrscheinlich negative Konsequenzen davon zu spüren bekommt?
- 26:31Speaker 0: Aber ist es vielleicht auch ein Stück weit in irgendeiner Art und Weise Inspirationsquelle wo du sagst da kommt ja vielleicht auch die eine oder andere Idee.
- 26:41Speaker 1: Ja, also das war wirklich diese Sehnsucht sag ich mal.
- 26:45Speaker 1: Wo ich jetzt wahnsinnig viel gemacht habe neue Sachen im Prinzip einfach so Sachen... Ich hab Essstäbchen gemacht.
- 26:52Speaker 1: man denkt an die Abhand kann nicht hin.
- 26:55Speaker 1: wir sind relativ viel gereist.
- 26:57Speaker 1: wie ihr mit den Kindern.
- 26:58Speaker 1: immer wenn Schulferien ist probieren wir irgendwas zu machen.
- 27:02Speaker 1: Das ist natürlich alles ins Wasser gefallen.
- 27:04Speaker 1: Und jetzt haben wir so eine Sehnsucht-Kollektion gemacht, da sind eben Schifffahrtsteuerräder drin.
- 27:14Speaker 1: Das war natürlich ne totale Reaktion auf das was wir jetzt
- 27:18Speaker 0: haben.
- 27:19Speaker 0: Stimmt glaube ich, Bilder auf Instagram auch gesehen bei euch mit dem
- 27:24Speaker 1: Steuerrad?
- 27:25Speaker 0: Genau!
- 27:27Speaker 0: Merkst du denn Dinge, die sich verändert haben?
- 27:30Speaker 0: Auch in unserer Gesellschaft verändert haben.
- 27:32Speaker 0: In den letzten Wochen und Monaten um nicht immer nur über die negativen Dinge zu sprechen gibt es Dinge oder hattest du positive Erlebnisse oder Erfahrungen in den letzten wochen von denen Du sagst vielleicht gibts auch eine positive Seite dieser ganzen Krise mal wenn man alles ausklammert was schlimm ist aber vielleicht so ein paar Momente wo Du gesagt hast ja irgendwie hat es vielleicht auch einen guten Effekt gehabt, irgendwelche Dinge die vielleicht auch gerne so bleiben dürfen.
- 28:01Speaker 1: Ja, ich glaube sogar dass die so bleiben.
- 28:03Speaker 1: Also zum Beispiel bei uns in der Lederer Straße wo wir sind da sind viele Geschäfte das Cortina also das Hotel und mit den Leuten jetzt die ganzen zwei drei Monate war es wirklich so, dass du eine enge Bindung hattest ja?
- 28:16Speaker 1: Das sind Leute die Friseuse... Friseurin!
- 28:20Speaker 1: Mit denen wissen sie einfach Leute die ein Geschäft haben und die da arbeiten und die Kommunikation war toll.
- 28:26Speaker 1: man hat immer wieder mal draußen gestandet und geredet.
- 28:30Speaker 1: Also das finde ich gut und wir merken auch im Laden, die Leute sind ein bisschen persönlicher geworden.
- 28:35Speaker 1: Und öffnen sich ein bisschen mehr als vorher.
- 28:38Speaker 1: Es ist nicht mehr ganz so dieses Ich kaufe mir halt Schmuck und Geh wieder, sondern es ist ein bisschen bewusster.
- 28:45Speaker 1: Das macht Spaß!
- 28:46Speaker 1: Und dann hatten wir ein wahnsinniges Glück.
- 28:48Speaker 1: Wir wohnen in Ramasdorf und wir sind sozusagen eine Kommune.
- 28:53Speaker 1: Das ist so ein langes Haus mit fünf Gärtchen hinten raus und da treffen sich immer alle Und da haben sie jetzt auch zu Corona-Zeiten einfach am Gartenzaun.
- 29:04Speaker 1: Alle Leute sind in den Gärten geblieben und das war schon sehr spannend, einfach mal Nachbarschaft sehr stark zu noch mehr stärker zu spüren als sonst.
- 29:16Speaker 1: Da hatten wir wahnsinnig Glück!
- 29:18Speaker 0: Man wächst lokal so ein bisschen mehr zusammen.
- 29:24Speaker 0: Du hast ja auch Reisen gerade schon angesprochen, die sind natürlich weggefallen.
- 29:29Speaker 0: Ich hatte jetzt vor zwei Wochen meinen ersten Flug wieder ein paar Tage in Lissabon, was auch mal sehr schön war, mal wieder rauszukommen.
- 29:43Speaker 0: Aber man merkt dann wirklich erst ... ich hatte so einen Moment im Flugzeug, im Landeanflug auf Lissa-Bonn, wo der eine ganz schöne Runde über die Stadt, hatte ich wirklich so einen Moment, wo ich erst mal realisiert habe.
- 29:56Speaker 0: Wie sehr man das verdrängt hat diese Sehnsucht am Ende des Tages?
- 30:01Speaker 0: Man
- 30:03Speaker 1: hat es ja auch nicht mehr so realisiert!
- 30:05Speaker 1: Weil eben es gab Halbflüge für sechzig Euro irgendwo hin und man hat schnell geflogen und halt noch ein Kind mitgenommen hat und das ist jetzt schon weg.
- 30:13Speaker 0: Was sind denn deine größten Sehensuchtsziele, wo du gerne hin würdest?
- 30:17Speaker 0: ... wenn du an Reisen denkst, über Dinge, die vielleicht auch ins Wasser gefallen sind jetzt bei dir.
- 30:22Speaker 1: Gut wir wollten... Wir gehen immer nach Paris in so ein ganz kleines Hotel mit... ...fünfzehn Leuten wo drei Familien sich treffen.
- 30:30Speaker 1: das war schon immer wahnsinnig nett und sowas fehlt einem oder ich weiß nicht gehe gerne nach Asien mal zwei Wochen schon schön fehlt auch.
- 30:43Speaker 1: Also es fehlt viel eigentlich.
- 30:45Speaker 1: also sie kleinen Trips Geht man nach London zwei Tage oder drei Tage, das mache ich jetzt alles nicht.
- 30:52Speaker 1: Also ich bin schon der Meinung dass Abstand nicht so schlecht ist.
- 30:55Speaker 1: also ich würde jetzt nicht in den Club gehen.
- 31:01Speaker 1: Ich müsste es jetzt nicht haben wollen wenn die Leute brauchen und für sie Wahnsinnig wichtig ist fürs Überleben okay?
- 31:09Speaker 1: Ich persönlich bin eher ein bisschen dagegen obwohl es natürlich den Clubbesitzern sauschlecht geht und den Hotels geht schlecht.
- 31:16Speaker 1: Also das sehe ich schon nur, ich sehe natürlich auch das Risiko gerade jetzt wieder so in der Zeit wo man so schön ist draußen und alle können abhängen und man kann sich wieder mit Bier trinken dann fällt halt auch dieser Abstand.
- 31:31Speaker 1: ja meine jetzt kennt man sich mit Alkohol langsam aus wenn man lange eine Bar hatte und weiß schon was da alles geht?
- 31:39Speaker 1: Und da ist es, da fällt halt alles ins Wasser kann jeder so ein bisschen halten, wie er will.
- 31:45Speaker 1: Ich bin der Meinung ganz gut wenn man noch vielleicht noch ein bisschen mehr Abstand hält als früher und es geht gut.
- 31:53Speaker 1: also die meisten Leute machen's und wenn mir einer zu nahe kommt zeige ich so ein bissel okay ich möchte das noch nicht kann man ja machen ist ja nicht negativ
- 32:03Speaker 0: absolut Ja, hat ja auch viel mit gegenseitigem Respekt und Rücksichtnahme zu tun.
- 32:09Speaker 0: Auch gar nicht mal den beiden Personen gegenüber die sich da begegnen sondern die Angehörigen vielleicht die älteren Leute in dem Umfeld leben, die man daher nicht vergessen darf und da denke ich mir dann auch oft her.
- 32:22Speaker 0: Also wie gesagt jetzt auch Lissabon.
- 32:26Speaker 0: Ich war wirklich positiv überrascht Wie unfassbar diszipliniert Die leute dort sind.
- 32:32Speaker 0: im vergleich zu uns.
- 32:33Speaker 0: Also da sind wirklich bei über dreißig Grad gehen die Leute mit Gesichtsmaske durch die Straßen zum Großteil.
- 32:40Speaker 0: Also Leute, die wirklich ohne Gesichtsmaske sich auch auf den Straßen begegnen sind eher selten.
- 32:46Speaker 0: Echt?
- 32:47Speaker 1: Es gibt ja Spanier auch jetzt einen...
- 32:49Speaker 0: Machen
- 32:50Speaker 1: Sie es fest, dass man nur
- 32:51Speaker 0: noch draußen ist?
- 32:52Speaker 0: Genau.
- 32:54Speaker 0: Und auch in den ganzen Geschäften und in den Restaurants wird viel mehr desinfiziert als bei uns.
- 33:00Speaker 0: Wir waren in so einem Sonnenbrillenladen drin.
- 33:02Speaker 0: Jede einzelne Sonnenbrile die rausgenommen werden wird sofort desinfiziert.
- 33:06Speaker 0: Die darf man gar nicht mal erst wieder reinlegen in das Fach oder an den Ständer.
- 33:11Speaker 0: Also diese sind schon sehr diszipliniert und ich habe da manchmal immer ein bisschen das Gefühl... Ich war jetzt vor kurzem erst in Berlin.
- 33:17Speaker 1: Da könnte
- 33:20Speaker 0: man meinen, da ist das Ganze gar nicht angekommen.
- 33:25Speaker 0: Also wir
- 33:25Speaker 1: desinfizieren zum Beispiel auch einfach den Schmuck, denn dann die Leute getragen hat einmal drüber machen bis auf Perlen, die sehr schwierig sind, die muss man halt ein bisschen anders behandeln.
- 33:35Speaker 1: aber sonst sind wir der Meinung auch Vorsicht ist super und wir haben ja auch Kunden mehrere Kunden hintereinander immer wieder da Dann finde ich es auch okay Es nervt mit der Maske klar Aber mein Gott Muss man halt durch.
- 33:50Speaker 1: Und wenn wir uns mal ins Gesicht sehen wollen, dann gehen wir mit den Kunden vor die Tür und halten zwei Meter Abstand voneinander.
- 33:57Speaker 1: kann man die Maske runternehmen geht wunderbar bei dem Wetter.
- 34:01Speaker 1: Manchmal ist es ja ganz gut, also wir sehen uns jetzt und man merkt schon da fehlt schon ganz schön viel.
- 34:07Speaker 1: Also dieses Mimik manchmal erkenne ich die Leute nicht mehr.
- 34:12Speaker 1: Es ist echt witzig.
- 34:14Speaker 1: Dann machen sie immer so schnell Maske herunter wieder hoch.
- 34:18Speaker 1: Ah, du!
- 34:20Speaker 0: Hast Du dir die Maske eigentlich selber gemacht?
- 34:22Speaker 0: Ist die auch...
- 34:23Speaker 1: Nee wir haben die mal...
- 34:26Speaker 0: Ich lehste nur gerade diese.
- 34:27Speaker 0: Ach
- 34:27Speaker 1: so da hab ich so ein Gummibändchen damit ich sie nicht hinter die Ohren machen muss sondern ich kann die einfach.
- 34:32Speaker 1: so weißt du.
- 34:34Speaker 1: und dann habe ich eine Maske ohne dass sich da immer rum fummeln muss.
- 34:40Speaker 1: Und klar sowas macht man halt.
- 34:41Speaker 1: also wir wollten das jetzt nicht groß verkaufen aber für sich selbst ist gut.
- 34:46Speaker 1: Und meine Kinder haben das auch, weil Kinder sind wirklich... die haben halt überall die Dinger liegen und meine Tochter hängt jetzt sozusagen am Hals und verliert sie dann nicht.
- 34:56Speaker 1: Also es funktioniert gut!
- 35:00Speaker 0: Ja, vielen Dank dir.
- 35:02Speaker 1: Gerne geschehen!
- 35:02Speaker 1: Dass du
- 35:03Speaker 0: bei uns warst oder bist und danke für die Einblicke.
- 35:08Speaker 1: Danke für die einladung und ich hoffe es geht bei euch gut weiter.
- 35:11Speaker 0: Ja, bei dir hoffentlich auch.
- 35:13Speaker 1: Es geht immer weiter bergauf.
- 35:17Speaker 0: Vielen Dank!
- 35:18Speaker 1: Das wars leider schon... Die letzte Runde ist ausgetrunken.
- 35:23Speaker 1: das Gespräch zu Ende.
- 35:26Speaker 1: Vielen dank fürs Zuhören.
- 35:28Speaker 1: Bitte nimm Rücksicht auf die Nachbarn und sei leise,
- 35:31Speaker 0: wenn du die
- 35:32Speaker 1: Bar verlässt.
- 35:33Speaker 1: Aber vergiss auf keinen Fall den abonnieren Button zu klicken!