Latest / ntv Wirtschaft / Nvidia unterbewertet? Warum sich ein Einstieg beim wertvollsten Konzern der Welt lohnen könnte
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- Die EU-Kommission halbiert ihre Wachstumsprognose für Deutschland, Nvidia wächst rasant und die Deutsche Post warnt vor Abzocke bei Nachsenderaufträgen. Hallo und herzlich willkommen. In diesem Podcast verwandeln moderne KI-Systeme journalistische Inhalte, die auf unseren NTV-Plattformen publiziert wurden, in ein neues Hörformat. Text und meine Stimme wurden mithilfe künstlicher Intelligenz erzeugt. Vor der Veröffentlichung werden alle Folgen nach strengen journalistischen Standards geprüft. Viel Spaß beim Zuhören. Wir beginnen mit schmerzhaften Zahlen. Die EU-Kommission hat ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum in Deutschland halbiert. Die Experten erwarten jetzt nur noch einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 0,6 Prozent. Das liegt vor allem an den hohen Energiepreisen durch den Iran-Krieg. Auch in der EU insgesamt dürfte die Entwicklung schwächer verlaufen als gedacht. Astrid Fronja hat darüber mit Marc Schattenberg gesprochen. Er ist Volkswirt bei Deutsche Bank Research. Herr Schattenberg, schön, dass Sie bei uns sind. Ist Deutschland das große Neusorgenkind also in Europa? Wir sind durch den relativ starken Anteil des Industriesektors natürlich dem aktuellen Energiepreisschock besonders ausgesetzt. Zusätzlich drohen ja auch Lieferkettenengpässe und da muss man auch sehen, wie es mit den angebotsseitigen Reformen weitergeht. Andere Länder in der Eurozone beziehungsweise in der EU sind stärker binnenwirtschaftlich orientiert. Da läuft es besser. Liegt es also an den neuen geopolitischen Problemen, die wir haben, Energieprobleme, vor allem wegen dem Krieg in der Ost? In der Tat ist das ein großes Problem für unsere deutsche Volkswirtschaft. Einerseits für die Industrie, die Energiepreise. Dann haben wir schon den Inflationsdruck, der die Kaufkraft der privaten Haushalte hier in Deutschland dämpft. Auch die Unsicherheitswahrnehmung ist natürlich entsprechend groß. Das Konsumklima ist sehr schwach und im Vergleich zu anderen Mitgliedsländern, wie gesagt, haben wir einen sehr ausgeprägten Industriebereich noch, während andere Länder durch ihre stärkere Dienstleistungsorientierung den Gegenwind von den globalen Energiepreisen nicht so stark spüren. Man hat den Eindruck, im Moment steht bei uns wirklich alles still. Der Außenhandel funktioniert nicht, die Menschen konsumieren nicht mehr, halten ihr Geld zusammen, haben Sorgen um ihren Arbeitsplatz. Aber das sind doch auch ausgemachte Probleme. Also was braucht es jetzt? Wir brauchen jetzt natürlich eine Beschleunigung in der Umsetzung der finanzpolitischen Maßnahmen der Bundesregierung. Hier waren wir anfangs auch optimistischer, aber es wird etwas passieren. Das sieht man schon in den Fiskaldaten, in den Ausgabenplänen, auch im Auftragseingang beim verarbeitenden Gewerbe. Aber aktuell sind wir eben in der Konjunktur tatsächlich durch diese außenwirtschaftlichen Gegenwinde besonders betroffen. Und mittelfristig natürlich bedarf es struktureller, angebotsseitiger Reformen, um einfach unser Potenzialwachstum auch zu stärken. Sie klangen gerade so ein bisschen optimistisch und sagten, es wird was passieren. Viele Wählerinnen und Wähler sehen das ja anders. Ein Jahr ist die Regierung jetzt im Amt. Hohe Erwartungen hat sie geschürt. Und jetzt sehen wir nach den neuesten Umfragen, wenn wir auf die Landtagswahlen zum Beispiel schauen, dass die Leute mittlerweile 30 Prozent nach jüngsten Umfragen ihr Kreuz bei der AfD machen. Sie werden sich das Wirtschaftsprogramm von dieser Partei auch mal angeschaut haben. Kann die AfD Wirtschaftspolitik? Hier muss man ganz klar sagen, dass erst mal abzuwarten wäre, was da umgesetzt wird. Ein wichtiger Punkt, der auffällt, ist die kritische Einstellung gegenüber der expansiven Finanzpolitik. Die kritische Einstellung gegenüber Migration, was wir vor dem Hintergrund unserer demografischen Entwicklung natürlich brauchen. Die Zuwanderung von Fachkräften, um einfach gegen den Gegenwind, den wir aus der Alterung der Bevölkerung, des Erwerbspersonenpotenzials haben, etwas gegenzusetzen. Für das nächste Thema tauchen wir ein in die Welt der Aktien und schauen auf Nvidia. Der Chip-Konzern ist aktuell das wertvollste Unternehmen der Welt und hat seinen Umsatz im vergangenen Quartal um 85 Prozent gesteigert. Denn die Chips von Nvidia gelten als wichtige Schlüsseltechnologie für die Entwicklung künstlicher Intelligenz. Schon in den vergangenen Jahren ist der Börsenwert des Konzerns auf mehr als das 15-fache gestiegen. Viele Aktionäre fragen sich da, lohnt sich ein Einstieg bei Nvidia überhaupt noch? Astrid Fronja hat das mit dem KI-Experten Theo Pham besprochen. Hallo Herr Pham, geht das Wachstum von Nvidia mit dem Tempo so weiter? 85 Prozent Wachstum für das größte und wertvollste Unternehmen der Welt. Und wenn die noch mehr Kapazitäten hätten, dann hätten sie noch mal deutlich mehr verkauft. Also ich sehe da in den nächsten Jahren erstmal kein Ende. Man muss sagen, dass die Nvidia-Aktie ja in den vergangenen Jahren wirklich so der Superstar an der Börse war. In den letzten sechs Monaten hat die Aktie aber so ein bisschen stagniert und sie ist aktuell sogar unterbewertet. Wenn man sich das Kurs-Gewinn-Verhältnis basierend auf den nächsten zwölf Monaten anschaut, dann ist das sogar unterdurchschnittlich im Vergleich zum S&P 500. Das heißt, der faire Preis der Aktie wäre eigentlich 50 Prozent höher als aktuell. Und das liegt einfach daran, dass Nvidia zwar als sehr profitabel wahrgenommen wird, aber vielleicht im Augenblick nicht ganz so sexy ist und vielleicht nicht ganz so die Schlagzeilen beherrscht, wie vielleicht ein Unternehmen wie SpaceX. Ja, obwohl über Nvidia reden alle und bei Nvidia sagen auch viele, warum sind wir da nicht vorher eingestiegen? Und die meisten stellen sich immer noch die Frage, vor allen Dingen Kleinanleger. Ist da jetzt schon zu viel Luft drin? Kann man bei der Aktie noch einsteigen? Aber ich glaube, Sie haben die Antwort schon gegeben. Sie sagen, die Aktie ist immer noch unterbewertet. Die ist aus meiner Sicht immer noch unterbewertet. Man hat ja auch vor zehn Jahren gesehen, dass auch ein Unternehmen wie Apple mal eine Phase hatte von zwei, drei Jahren, als die Aktie nicht so besonders dynamisch gewachsen ist, als der Markt vielleicht das Geschäftsmodell noch nicht richtig verstanden hat. Und was aktuell eben passiert, ist, dass KI sich gerade im letzten halben Jahr wieder sehr stark verändert hat. Wir sind im neuen KI-Zeitalter, nämlich der agentischen KI. Das bedeutet, dass die KI-Nutzer nicht nur Menschen wie wir sind, die jetzt vor dem Rechner sitzen und vielleicht für 20 Euro im Monat JetGPT oder Cloud benutzen, sondern wir werden eben Agenten haben, Computerprogramme, die ganz autonom natürlich KI-Programme sind, durchführen und dafür natürlich auch wieder Rechenkapazität und eben auch Speicher brauchen. Und davon werden natürlich Player wie Nvidia in Zukunft profitieren, auch deren Zulieferer, wie zum Beispiel auch ein Micron, ein SK Hynix jetzt in Südkorea. Wir sehen, dass Unternehmen wie Samsung wegen ihrer Speicherprodukte auf einmal zu den zehn wertvollsten Companies der Welt gehören. Was ich damit sagen möchte, dieser KI-Kuchen, der wird immer größer, weil KI immer wertvoller wird. Und dann gibt es eben auch einfach Platz für andere Player. Google mit seinen TPUs, vielleicht auch andere Chips von Broadcom. Was aber nichts daran ändert, dass Nvidia nach wie vor die dominante Stellung hat. Schauen wir auf die anderen Player. Anleger sind ja immer auf der Suche nach dem Underdog, der irgendwann mal richtig groß wird. Wo sollte man vielleicht oder welches Unternehmen sollte man sich noch anschauen? Also was ist da spannend noch? Also das größte Thema der letzten sechs bis zwölf Monate waren ja definitiv die Speicheraktien, denn bei dieser agentischen KI, die ich gerade erwähnt habe, da wird einfach immer mehr Speicher benötigt, also Arbeitsspeicher, Festplatten, Archivspeicher. Wir alle benutzen einfach immer mehr KI und dadurch wird natürlich auch nochmal mehr Speicher und Daten eben auch benötigt und produziert. Und eine Firma wie SanDisk, da hat sich die Aktie im letzten Jahr ver-40-facht. Eine Aktie wie Micron hat sich im letzten Jahr ver-8-facht. Das heißt, diese Titel sind nochmal deutlich dynamischer gewachsen als zum Beispiel ein Nvidia. Ein Micron oder ein SK Hynix sind ja auch Zulieferer von Nvidia. Das heißt, die profitieren an diesem Wachstum eben noch mit. Und die, würde ich jetzt nicht unbedingt sagen, dass die jetzt so unentdeckt sind, weil die ja schon sehr stark gewachsen sind, aber die haben eben ein sehr geringes Kurs-Gewinn-Verhältnis und die sind noch stärker unterbewertet als aktuell ein Nvidia. Von Nvidia geht es jetzt ab ins All. Elon Musks Weltraumfirma SpaceX macht sich offenbar startklar für den größten Börsengang der Geschichte. Mit einem erwarteten Volumen von 75 Milliarden Dollar würde SpaceX den bisherigen Weltrekord des Ölkonzerns Saudi Aramco deutlich übertreffen. SpaceX strebt nach Medienberichten eine Bewertung von rund zwei Billionen Dollar an. Aktuelle Zahlen zeigen allerdings auch, dass der Konzern zuletzt einen Milliardenverlust gemacht hat. Unser Börsenexperte Frank Mayer ordnet das ein. Es spielt ja keine Rolle, ob die da Verluste machen. Umsatz 19 Milliarden ist eine ganze Menge. Aber die Botschaft ist eigentlich die. Elon Musk hat ein Gespür für Zeitfenster. Klar, bei Weltraumtechnik ist das so. Er hat etliche Visionen gehabt und einige davon umgesetzt. Und diese SpaceX ist ja mehr als eine Raumfahrtfirma. Da hat man zum Beispiel Starlink. Das ist der einzige Bereich, der profitabel ist. Und für den Rest hat man eben Visionen. An der Börse ist im Moment die Stimmung sehr, sehr gut. Die Gear sehr, sehr groß, sodass man das Zeitfenster wahrscheinlich auch nutzt, um die Aktien zu verkaufen. Letztendlich wird Elon Musk 85 Prozent der Stimmrechte bei sich behalten. Und wenn man mal so schaut, es gibt im Moment 10.000 Satelliten im All. Da redet ja immer über Rechenzentren, über Telekommunikation, über sonst was. Es gibt ja Anträge auf eine Million Satelliten da oben. Ich weiß gar nicht, ob es so viel Platz ist. Aber das ist eine Vision, dass eben der Weltraum künftig so eine große Rolle spielt. Und mal ehrlich, man hatte ja früher von KI auch nicht so sehr viel gehalten. Kommt das wirklich? Und schwupps, da ist es und überholt uns. Diese Vision verkauft er und das wird dann an der Börse in Aktienkurse ausgerechnet. Elon Musk wird dann höchstwahrscheinlich der reichste Mensch der Welt. Und zum Schluss noch dieses Thema. Die Deutsche Post warnt vor Abzocke bei Nachsenderaufträgen. Dieser Service ist zum Beispiel für Menschen, die umgezogen sind oder für längere Zeit woanders leben. Mit einem Nachsenderauftrag werden Briefe automatisch an eine Wunschadresse weitergeleitet. Das Problem, im Netz gibt es mehrere Drittanbieter, die einen solchen Service ebenfalls anbieten, aber deutlich mehr Geld dafür nehmen. Die Deutsche Post erklärt deshalb jetzt, dass jedes Jahr etwa 350.000 Nachsenderaufträge bei überteuerten Drittanbietern landen. Und warnt vor einer Preisfalle. Auch Eroi Burak Tergek von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen kennt das Problem. Die meisten denken, es ist wirklich die Post. Dafür sieht die Seite einfach zu ähnlich aus. Und wenn man im Netz nach den Keywords sucht, dann landet man meistens auch auf diesen Seiten, weil sie die ersten Seiten sind, die einem vorgeschlagen werden. Die Anbieter, die Unternehmen, die schalten Werbung extra, um weiter oben angezeigt zu werden. Und dann sind die ersten drei, vier oder fünf Seiten von diesen Dienstleistungsanbietern und nicht von der deutschen Post. Da muss man wirklich genau hinsehen und am besten auch in das Impressum immer schauen. Im Impressum steht dann, wer die Dienstleistung anbietet. Und wenn das jetzt nicht die deutsche Post ist oder die jeweilige Behörde ist, sondern wenn das ein unbekanntes Unternehmen ist, mit teilweise auch Sitz im Ausland, das kommt auch oft vor, dann weiß man, man ist auf der falschen Seite. Das war unser Blick auf die aktuellen Nachrichten aus der Wirtschaft für den Moment. Wir hören und lesen uns wieder bei NTV, in der App, im TV oder hier im Podcast.