Latest / Berlin Booth / Steven Shade über Kommerz, Underground und Politik in der Techno-Szene
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- 0:08Steven Hallöchen herzlich Willkommen.
- 0:11Ja, vielen Lieben Dank. Ich hab ich gleich ne große
- 0:16Frage. Horror.
- 0:18Am Anfang wie wie geht es denn der Szene, wie geht es denn der,
- 0:23der der hiesigen, der hiesigen Landschaft, der hiesigen
- 0:25Musikwelt, der hiesigen Clubkultur?
- 0:29Gute Frage. Also ich denk mal.
- 0:33Wenn man jetzt so 10 Jahre Zurückschaut vor Corona, es war
- 0:37ja ist ja so, dieser große Tag, ex, dieser dieser.
- 0:41Ja ist echt krass, ne. Egal mit wem man redet.
- 0:44Immer noch wieder zurück. Das war wieso ne Sachen
- 0:46Auswirkung haben? Ich hab das Gefühl, dass es
- 0:49jetzt gerade genauso ist wie vor Corona.
- 0:52Also es war vor Corona, war es auch schon nicht einfach, also
- 0:55man hat halt gesehen, die und die Läden.
- 0:59Ging es nicht gut, den Großen? Denen ging es gut und kurz
- 1:04nachdem wieder alles so normal wurde, weil dieser große Hype
- 1:09alle sind feiern gegangen, überall Schlangen, alles voll,
- 1:13jeder hat mal gerade richtig gut Geld verdient, aber es hat sich
- 1:17dann jetzt wieder normalisiert. Ja, Katerstimmung dann ne.
- 1:20Ja, so n bisschen so n bisschen ja und?
- 1:26Ich hoffe es normalisiert sich soweit, dass die Leute checken.
- 1:30OK, das sind auch die realistischen Einnahmen, die
- 1:33jetzt unsere Musik generiert und so wirtschaften wir dann auch
- 1:38langfristig und passen uns dann da einfach wieder an.
- 1:41Ja ja. Was wahrscheinlich nicht so
- 1:43einfach ist. Nee, mein, Wer irgendwie auf dem
- 1:46hohen Rost saß, der will da auch nicht mehr runter, ja.
- 1:50Wie, wie lange bist du? Bist du in der Szene schon
- 1:53aktiv, also sowohl in der organisatorischen Ebene, du hast
- 1:57ja auch ne eigene Agentur, Betreust, betreust
- 2:00Künstlerinnen, bist selber aktiv, ja, wie lange bist du
- 2:05schon schon hier? Ich würd mal sagen, so 1920
- 2:12Jahre. Also ich hab früher angefangen,
- 2:15also ich war halt schon in meiner Jugend in irgendwelchen
- 2:17Undergroundszenen unterwegs, illegale Rave communities, das
- 2:21war halt so mein Ding damals gewesen und fand schon immer so
- 2:25diesen Mainstream nicht so wirklich wohlfühlend und hab
- 2:30dann halt so ja in Bunkerpartys mein Zuhause gefunden und kam
- 2:36dann durch Zufall. In die Jungle drum bass 10 mit
- 2:4018 rein und hab dann Partys veranstaltet.
- 2:43Also hab dann selber erstmal wie fast jeder coole Kit damals in
- 2:49antifaschistischen Jugendzentren Partys gemacht, das war ja so
- 2:53wenn man so in kleinen Orten aufwuchs da das waren so die
- 2:56einzigen Orte wo man halt hingehen konnte wenn man so n.
- 3:01Jetzt nicht. Nicht so wirklich für
- 3:02Schlagermusik und sowas interessiert, hat halt so und da
- 3:05hab ich lange drum Bass Partys veranstaltet, wurd dann
- 3:09irgendwann auch seriös, hab dann n Unternehmen gegründet, hab
- 3:13dann für ja altma gemacht, bin dann halt von zu Konzerten ab
- 3:19Hip Hop Konzerte, Dance Soul also wirklich.
- 3:22Alles und hab dann irgendwann dann jede Möglichkeit dann auch
- 3:27für mich so gegriffen und gesagt, cool, ich mach das jetzt
- 3:30einfach mal so und war dann auch kurzzeitig stellvertretender
- 3:33Geschäftsführer von der Venue, war dann irgendwie subbooker von
- 3:38Paros Stella und solche Sachen. Also mal hier, mal da.
- 3:42OK, was mich an der an an der an der Stelle immer so n bisschen
- 3:46fasziniert ist. So diese Vorstellung.
- 3:48OK, man produziert selber Musik oder man muss ja selber
- 3:51auflegen, das ist ja, damit verbinden sich ja immer
- 3:55Wunschvorstellungen, wo man ja nicht mal so hin möchte.
- 3:58Wenn man dann aber in den organisatorischen Teil geht, was
- 4:01ist denn da der, was ist denn da der Wunschkosmos so, weil ich
- 4:06sag es jetzt mal andersrum, du hast.
- 4:09Du musst strukturieren, du musst Leute organisieren, du musst mit
- 4:12den Charakteren klarkommen, die da in irgendeiner Form aktiv
- 4:15sind, du musst dich sozusagen mit dem ganzen Alltagsballast
- 4:18beschäftigen, der wenn du ne ich sag jetzt mal erfolgreiche
- 4:23Musikkarriere hast, nicht so hast.
- 4:26Was ist denn dann sozusagen der Rahmen der einen da interessiert
- 4:28und der einen dann da auch vielleicht hält?
- 4:31Mhm, ich glaube, jede Generation hat da andere Vorstellungen.
- 4:37Früher, wo wir. Angefangen haben also ich hab
- 4:40vor vor 10 Jahren mit Auflegen und Mucke produzieren
- 4:43angefangen. Ich fand es einfach geil Mucke
- 4:46zu spielen die irgendwie n Gefühl erzeugt hat so und ich
- 4:53fand dieses ganze Drumherum cool zu reisen, im Club zu sein,
- 4:58Menschen zu bespaßen, all das und.
- 5:02Man merkt halt so, dass die heutige Zeit oder die
- 5:05Generation, die heute ist, den hat ja dieses ja, diesen
- 5:08Einstieg, den hat den, die ich damals hatte, die haben den ja
- 5:13heute gar nicht mehr so, die weil damals gab es noch kein
- 5:16Social Media in der Hinsicht, oder es war schon vorhanden,
- 5:18aber die Mittel, die man damals benutzt hat.
- 5:22Waren halt andere wie heute. Du hast wahrscheinlich deine
- 5:25myspace Seite damals immer noch gepflegt.
- 5:27Normal. Das war das Beste, was so
- 5:31myspace und dann Studi VZ, was es da alles gab so, aber es war
- 5:38nie so wirklich. Im Interessenbereich von
- 5:43Underground Künstlern da massiv einzusteigen, weil es gab damals
- 5:48ne massive rote Linie zwischen kommerziellen Künstlern und
- 5:53kommerzieller Musikkultur und Underground Kultur.
- 5:56Ja, und wer damals schon, sagen wir mal als Underground Künstler
- 6:03sich so beworben hat wie n Mainstream Künstler, der hat
- 6:07sofort an Glaubwürdigkeit verloren.
- 6:09Also das war dann schon für viele Booker n
- 6:11Ausschlusskriterium. OK, ja ja, ich hab ja am Anfang
- 6:18gefragt, wie es der Szene geht. Ja.
- 6:21Dann wäre find ich der interessante Punkt ist die ist
- 6:25das was Underground ist, was auch vielleicht illegal ist, die
- 6:30ist das. Anders, anders, gut rausgekommen
- 6:33aus diesem, aus diesem Coronakonstrukt, als das die
- 6:36kommerzielle Szene ist, weil das, worüber heutzutage ja viel
- 6:39gesprochen wird, ist ja der kommerzielle Bereich, ne, dass
- 6:42Clubs so n krassen Struggle haben.
- 6:43Berlin, Wir haben nicht mehr so viele Touristen, wir haben
- 6:47weiterhin ne starke Konkurrenz, es ist, die Preise sind
- 6:50angestiegen in ganz vielen Bereichen, die Leute
- 6:52interessieren sich auch nicht mehr so für Clubkultur, sondern
- 6:56sind fokussiert auf Kollektive. Ja.
- 6:59Was hat denn das also, was heißt was, was, was ist in der Zeit
- 7:02mit der Underground Szene passiert, die ja unabhängiger
- 7:04ist in vielen Bereichen. Ich glaube, dass einer der
- 7:10positiven Dinge, die während Corona entstanden war, dass die,
- 7:17sagen wir mal, diese Trennung gerade musikalisch aufgelöst
- 7:22wurde. Also es gab zum Beispiel n
- 7:26bestes Beispiel im Hard Techno. Fingen an, Leute aus anderen
- 7:31Genres Sample zu benutzen. Es gab Side Trans Elemente, also
- 7:35die Rolling Baselines Hardcore Kicks im Breakdown und genauso
- 7:41auch im Trends, dass man mit Rappern zusammenarbeitet, es gab
- 7:45nicht mehr diese klare Abgrenzung einzelner Genres,
- 7:49sondern es wurde alles vermischt und das war irgendwie cool und
- 7:51das war auf einmal auch OK und diese Vermischung.
- 7:57Blieb dann aber nicht nur auf musikalischer Ebene, sondern
- 8:00halt auch auf ökonomischer Ebene, sodass zum Beispiel
- 8:07Menschen angefangen haben, völlig normal sich kommerziell
- 8:13zu vermarkten, obwohl sie in der Subkultur zu Hause waren.
- 8:18Es war. Irgendwann stand es dann so,
- 8:21dass diese Subkultur dann extremst hoch professionalisiert
- 8:24wurde. Also das, was wir früher
- 8:26eigentlich immer gehasst haben, diese Fragilität, so werde ich
- 8:29bezahlt, ja oder nein, so findet die Party statt, ja oder Nein,
- 8:34das wurde natürlich alles mit dieser Professionalität
- 8:36genommen, aber im Umkehrschluss ist alles dadurch auch teurer
- 8:40geworden und das dann die Umsätze oder die Kosten ähnlich
- 8:45wie mit dem Mainstream waren, und das ist dann.
- 8:48Dieser Punkt gewesen, wo vermutlich die Underground, wenn
- 8:52wir es vergessen oder verpasst haben zu sagen, Stopp, wir
- 8:56können nicht mehr mitgehen, ihr macht jetzt euren Kommerz, wir
- 8:59gehen wieder zurück in den Underground und dadurch gab es
- 9:04dann diese Vermischung und dadurch hat der Underground
- 9:07massive Probleme bekommen, weil er einfach so gesehen von
- 9:12kommerziellen Interakteuren. Besiedelt wurde aber dafür gar
- 9:16nicht ausgelegt ist, sondern die müssten eigentlich mehr wieder
- 9:19im Mainstream sein. Aber diese Grenzen, die Frickeln
- 9:25sich gerade wieder so n bisschen auseinander, aber das ist so.
- 9:28Und aber, was zum Beispiel also gerade Verteuerung betrifft, so
- 9:31also das ist so, fängt ja beim Equipment an, fängt dann bei der
- 9:35Bespielung von Avenue geht es weiter auch so, die ganzen
- 9:39Sachen, dass dort so. Preise nicht 1 zu 1
- 9:42weiterzugeben an die, die da feiern wollen.
- 9:43So das sind ja wahrscheinlich auch alles äußere Faktoren.
- 9:49Ja, die Underground feiern erschweren, oder?
- 9:52Absolut. Wenn man damals sich die Preise
- 9:57anschaut, was hat damals n Rave gekostet?
- 9:595 oder 10€ Eintritt so, das heißt du bist dann auf 45 Partys
- 10:04in der Nacht gegangen, so konntest dir das leisten und.
- 10:08Dadurch war, sagen wir, das Ausgehverhalten der Raver auf
- 10:12weniger Headline fokussiert. Und weil die einfach da
- 10:15hingegangen sind, wo einfach Leute sind oder wo irgendwie es
- 10:18gerade passt. So und jetzt inzwischen liegen
- 10:23ja die Eintrittspreise bei 2030, manchmal sogar 40.
- 10:29Euro 2030 sind glaub ich schon n relativer Standard.
- 10:31Voll und die Menschen verdienen aber nicht mehr so im.
- 10:37Beziehungsweise sie haben selber weniger sogar zum Leben, weil
- 10:41wir wissen ja alle, dass die Nebenkosten seit den letzten 3
- 10:46Jahren massiv gestiegen sind. Dementsprechend.
- 10:52Ja, es ist natürlich in der Hinsicht ja schwierig, ja.
- 10:59Hat hat der ganze Prozess die Illegalität befruchtet?
- 11:02Positiv also so das. Also so jetzt auch den Wunsch,
- 11:07vielleicht jetzt mal den Fokus auf Partygängerinnen, dass
- 11:12sozusagen auch wieder der Wunsch da ist, da n bisschen
- 11:14grenzenloser zu agieren und sich so ne Sachen auch zu suchen und
- 11:18Teil von von so so so kleinen illegalen Communities zu sein.
- 11:22Voll. Ich liebe die illegale Szene
- 11:26sehr und immer, wenn ich es kann, unterstützt ich sie auch.
- 11:30Spiel dann auch gerne für die will auch kein Geld, dann haben
- 11:34so oder wenn es Geld gibt, dann sollen die das Geld lieber in
- 11:37für sich investieren, neue Technik oder für politische
- 11:40Zwecke. Das Problem ist nur mit der
- 11:44Digitalisierung, die wir natürlich alle jetzt miterlebt
- 11:48haben, ist diese illegale Race Szene nicht so wie wir sie
- 11:52früher kannten, früher war es dann so Stille Post.
- 11:55Du hast die Leute in den. Wichtigen Szeneorten Record
- 11:59Stores, Modegeschäfte angetroffen so, die haben dir
- 12:02gesagt, Ey nächste Woche da und da soll was Cooles sein.
- 12:07Mit der Digitalisierung wurden natürlich auch alle fauler, ja
- 12:10und haben dann irgendwelche Telegramgruppen eröffnet oder
- 12:15ist über Social Media beworben und wir wissen alle natürlich
- 12:18auch, dass unsere netten Herren von der Polizei und von
- 12:23jeglicher anderer Institution natürlich auch solche.
- 12:27Telegramgruppen Einblicken können und dadurch wird leider
- 12:32auch vieles natürlich wieder schnell gesprengt, was es
- 12:34erschwert, natürlich so, aber es gibt sie immer noch und ich bin
- 12:41ein großer Bevorwürter auch dass man darüber öffentlich nicht
- 12:45redet und da auch nie ne Story zu macht.
- 12:48Was aber passiert so ne? Also es ist lustig, ich verfolg
- 12:50es ja auch immer, also Telegram ja sowieso bei Telegram, warum
- 12:53auch immer, immer noch so als so n Kanal.
- 12:55Für da kann man Illegales machen, was auch stattfindet,
- 12:58wenn man sich jetzt mal die Drogenkonsum posibility
- 13:02anschaut, die da in irgendeiner Form da ist.
- 13:04Aber ansonsten bedeutet Social Media Öffentlichkeit.
- 13:07Genau. Ja, was gut sein kann, aber auch
- 13:10schlecht ist. Gut in der Hinsicht.
- 13:14Künstler haben super. Haben jetzt gerade super
- 13:18entspannte und auch effektive Wege sich selbst zu vermarkten
- 13:22und möglichst schnell ne Höhe Hörerschaft irgendwie zu
- 13:26erreichen. Der Nachteil an dieser gesamten
- 13:29Sache ist leider die, das sieht man auch, hat man auch ganz gut
- 13:33an vorherigen Hypes gesehen, man ändert sich nur an Dubstep, das
- 13:38kam ganz schnell und war dann auch ganz schnell wieder weg
- 13:42sobald n Underground Thema. Öffentlich sichtbar ist, sodass
- 13:49dann theoretisch auch Menschen, die keinen Bezug dazu haben, die
- 13:56eigentlich auch immer so n bisschen als Fremdkörper auf
- 13:59diesen Orten wahrgenommen werden, davon erfahren.
- 14:02Verliert es an Glaubwürdigkeit und schlussendlich an Interesse
- 14:09und dadurch ist das Thema dann auch wieder ganz schnell weg vom
- 14:12Fenster bis n neues Thema kommt. Das sehen wir jetzt.
- 14:16Mit Anfang Corona war Industrial Techno der neue rebellische
- 14:20Sound der Gegenpult. Zu diesen ganzen melodischen
- 14:23Warmsound. Dieses ganze angepasste, so
- 14:26schwiegermutters Liebling. So, und dann waren auf einmal
- 14:30alle rebellisch, es war hart, es war industriell, zeitgleich
- 14:34entstanden dann so Plattformen wie Unreal, die das natürlich
- 14:37sehr kommerziell aufgebaut haben, es war riesig.
- 14:42Dann ist die Blase geplatzt. Es kam auf einmal wieder was
- 14:45Neues, dann war es auf einmal dieser hybride Hardtechno mit
- 14:50Hardcore Keks und aus diesem ganzen holländischen Kontext,
- 14:55diese Blase ist dann natürlich irgendwie nach einem Jahr auch
- 14:57wieder geplatzt, man muss sich überlegen, ursprüngliche
- 15:00Musikgenres hatten immer ne Lebenszeit von 1215 Jahren, ja
- 15:04heute rechnet man in Jahren und. Jetzt ist es Euro Dance und
- 15:12beziehungsweise Hardbounce Hard Trance und man merkt jetzt
- 15:16schon, dass da auch wieder n ökonomischer Peak erreicht
- 15:18wurde, weil alle die Halt vorher diese anderen Themen gemacht
- 15:21haben, sich jetzt auf dieses Thema schmeißen, weil sie wollen
- 15:24natürlich in erster Linie Geld verdienen, was auch legitim ist,
- 15:28aber dadurch verlieren diese Themen unglaublich schnell an
- 15:34Bedeutung und an Interesse am Ende.
- 15:37Ja. Und Sachen brauchen ja meistens
- 15:40auch, um sich in irgendeiner Form zu etablieren.
- 15:42Ja auch vielleicht auch so n paar Regeln, Rituale und
- 15:44Strukturen ja für sich zu entdecken um die da mitzunehmen.
- 15:48So ne. Also wenn ich jetzt mal n ganz
- 15:50banales Beispiel machen kann, keine Ahnung.
- 15:51Also früher diese ganze Wegwerfmode die wir heutzutage
- 15:53hatten, da hattest du ne Sommer und ne Winterkollektion, die
- 15:56wären glaub ich sowas also die großen Marken bespielen ihre
- 15:59Häuser so mit 4 oder 5 Kollektionen im Jahr so ne also
- 16:02du wirst so. Mal auf die diese Musikindustrie
- 16:06und das, was du gerade erzählt hast, bezogen.
- 16:11Ist man dann irgendwann nicht auch mal kaputt diesbezüglich?
- 16:14Also dieses oder ausgelaugt in irgendeiner Form ist, man denkt
- 16:17so OK wo, erstens wo finde ich denn jetzt überhaupt noch meinen
- 16:20Platz, wenn wenn ich jetzt was anfange, ich weiß es ist in dem
- 16:23nächsten Jahr sowieso dann schon wieder acta gelegt, ich brauche
- 16:25aber gewisse Strukturen, ich brauche gewisse, also Künstler
- 16:28brauchen ne gewisse Zeit um n Renommee aufzubauen so.
- 16:33Es ist nicht, es ist nicht n auswirkender Prozess.
- 16:35Extrem und man merkt halt auch das gefühlt mindestens 2 Drittel
- 16:42der Menschen die ich in dieser Branche auch kenne ne extreme
- 16:46Identitätskrise haben, weil die sich selber auch fragen, was bin
- 16:50ich ja eigentlich weil sie sich von einem Trend zum anderen
- 16:53Stürzen und heute bin ich cool, ich spiel.
- 16:58Im Tresor. Ich spiel Loop Techno, Hypnotic
- 17:01Techno, Detroit, Techno, Groove oder wie man das auch heutzutage
- 17:04framt nächsten Tag aber merken sie, oh, alle meine Leute
- 17:08spielen auf einmal fangerboy Edits und spielen die großen
- 17:11Hallen OK, dann muss ich das jetzt auch machen, so und wenn
- 17:16sie diesen Prozess halt auch wie viele andere jetzt dreimal
- 17:20durchgespielt haben, die letzten 3 Jahre.
- 17:23Fragen Sie sich dann immer, was bin ich überhaupt so was mach
- 17:25ich denn und das führt dann auch beim vielen zu einer massiven
- 17:29psychischen Belastung. Also ich kenn viele, die dadurch
- 17:31sehr depressiv geworden sind, weil sie immer wieder kurz sind
- 17:34sie da, sie haben die Aufmerksamkeit nächsten Tag
- 17:38beantwortet keiner mehr ne Nachricht für die so und dieser
- 17:43Prozess ist extremst auslaufend, aber ich versuch es den Menschen
- 17:48noch mal so beizubringen oder zu vermitteln.
- 17:52Bleibt einfach bei einem Sound, macht euer Ding und schaut
- 17:55nicht, was andere machen, weil die anderen gucken es auch nur
- 18:01bei anderen ab. Also man ist so gesehen eine
- 18:03Kopie einer Kopie, aber man ist nicht selbst und dementsprechend
- 18:13kann ich es wirklich nur jedem mitgeben so.
- 18:16Macht euer Ding. Spielt das, was ihr mögt, was
- 18:19ihr auch fühlt, weil wenn ihr nur das Macht, was andere cool
- 18:23finden, ja, seid ihr ja so gesehen wieder Dienstleister
- 18:28geworden, sondern keine Künstler und das führt dazu, dass man
- 18:33einfach auch kein bisschen glaubwürdig ist, sondern halt so
- 18:38gesehen auf einer Augenhöhe wie jetzt.
- 18:43DJ Justin, der in Bad Oeynhausen in so einer Großraumdüse 90er
- 18:49Musik auflegt, ja, so vom Prinzip ist es beides das
- 18:52gleiche. Du hast ja, wie lange hast du
- 18:54deine, wie lange führst du deine Agentur schon?
- 18:57Oh, ich hab früher in anderen Agenturen gearbeitet, hatte die
- 19:05beste Idee 6 Monate vor Corona ne eigene Agentur zu machen.
- 19:12Es war also, das war meine. Also ich glaube, so mitunter war
- 19:15das die beste Idee meines Lebens zu diesem Zeitpunkt einfach
- 19:20alles bei 0 anzufangen und genau, hatte halt eben aber auch
- 19:27schon Erfahrung im Booking, gewissermaßen auch im Artist
- 19:32Management, weil je erfolgreicher der Künstler ist,
- 19:36desto mehr verdient man am Ende natürlich auch.
- 19:38Also ne logische Schlussfolgerung.
- 19:40Also ich würd sagen ja seit 4 oder ich weiß nicht warum ich
- 19:43jetzt. Ja genau, warum ich die Frage
- 19:46gestellt habe. Hau raus, du hast oder weil wir
- 19:50gerade beim Thema Künstlerinnen waren.
- 19:53Dieses brauchen Künstlerinnen heutzutage jemanden aus einer
- 19:57Agentur um erfolgreich zu sein oder gibt es überhaupt noch die
- 20:01Möglichkeit als Künstler sich selbstständig Netzwerk
- 20:05aufzubauen und damit erfolgreich zu sein?
- 20:09Mhm. Ein guter Freund von mir, der
- 20:12hat auch eine Agentur und der ist aber auch sehr erfolgreich
- 20:16in einem Halbthema tatsächlich, der Macht Trance.
- 20:20Ich fand seine Aussage ziemlich geil, ich würde auch gerne
- 20:25seinen Namen sagen, aber vermutlich würde ihm das jetzt
- 20:28nicht gefallen, deswegen lass ich es sein.
- 20:30Er meinte zu mir Steven. Wir brauchen eigentlich nur ne
- 20:35Agentur, wenn wir so viele Anfragen haben, dass wir nicht
- 20:38mehr fähig sind, sie selber zu bearbeiten.
- 20:41Alles drunter kann ein Künstler auch selber und da kann ich aus
- 20:48eigener Erfahrung auf beiden Seiten, sei es in Kuration, Club
- 20:52Booking, aber auch als Talent Booker.
- 20:56Es gibt eine Sache, womit sich gerade deutsche Veranstalter.
- 21:01Am meisten schwer tun, und das ist mit Künstleragenturen zu
- 21:05reden, also Agenturen sind so gefühlt so gesehen so n rotes
- 21:09Tuch für alle, weil viele Bookings Auftritte gerade im
- 21:16semiprofessionellen Bereich, wo ja Underground ja auch zu Hause
- 21:19ist, entstehen durch Freundschaften, durch
- 21:22Bekanntschaften After Hour Situation, Man trifft den
- 21:27Veranstalter im Backstage. Man trinkt n Schnäpschen
- 21:31zusammen, der meint, Hey du bist nett, hast mal Bock
- 21:33vorbeizukommen. So läuft das Geschäft, so läuft
- 21:38das Game gerade als Newcomer und ich weiß nicht wer denen das mal
- 21:45allen so erzählt hat, aber das Game ist so und nur weil man
- 21:52vielleicht nach einem Jahr. In einer Agentur denkt so, ich
- 21:56geh jetzt in der einen Agentur heißt es nicht, dass man
- 21:59automatisch dann auch Auftritte bekommt, das ist sehr
- 22:01hinderlich, weil die Gagen, die so n kleiner Act bekommt sind,
- 22:10viel zu umständlich um da so NE Mail Verlauf zu machen, Vertrag
- 22:15zu unterschreiben, ethery auszufüllen, 20 e Mails mit dem
- 22:20Booker Hinterherzuschreiben ich mein welcher Booker.
- 22:23Tut sich das bitte auch für 60€ an?
- 22:25Ich mein so wirklich come on und was ich halt auch interessant
- 22:31war die Tatsache, dass es Menschen gibt, die Denken, dass
- 22:38das DJ Game identisch mit dem Model Game ist.
- 22:42Also man ist dann man ist n man ist so n Portfolio in einer
- 22:46Kartei und Veranstalter. Blättern da jetzt durch diesen
- 22:51Katalog und denken, Oh, das sieht gut aus, das wirklich so
- 22:54so läuft das Game gar nicht so, das ist alles Networking hier am
- 22:58Start sein, nett sein, auch mal umsonst auflegen, weil jeder
- 23:02jeden Gig den man spielt ist eine Möglichkeit sich zu zeigen,
- 23:10zu zeigen was ich mache ist geil was ich mache ist cool, ich
- 23:13passe hier auch rein, ich unterstütze den Laden und es ist
- 23:17nicht. Es funktionierte so 20 Jahre und
- 23:24es wird auch die nächsten 20 Jahre wieder so funktionieren.
- 23:26Das zieht man ja jetzt schon raus so und aber es gibt
- 23:31natürlich auch Ausnahmesituationen, wo man zum
- 23:37richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort war, Glück hatte.
- 23:42Und die, sagen wir mal, die ganzen Dynamiken, die da jetzt
- 23:45sich gerade im Hintergrund bewegt haben, dazu führen, dass
- 23:48es n Mehrwert hat. Es ist aber super selten, das
- 23:50ist so von 100 Fällen vielleicht 3 oder 4 mal größer, größere
- 23:56Künstler brauchen ne Agentur, gerade im sagen wir mal höheren
- 24:00Umsatzbereich ab 1000€ Gage macht es dann schon Sinn.
- 24:04Und wenn man viel international spielt, weil ne Agentur dann
- 24:07auch so n bisschen so den die Position des Rechtsschutzes
- 24:11einfach ein und so man wir kümmern uns um den Teil, womit n
- 24:14Künstler da nichts zu tun haben will.
- 24:16Wir handeln die Gagen aus, wir sorgen dafür, dass die Vorkasse
- 24:19geleistet wird, wir sorgen dafür, dass auch die richtigen
- 24:22Flüge gebucht werden, so. Genau so n bisschen künstlerkehr
- 24:27an der Stelle. Genau, genau.
- 24:28Man ist n Sekretär. Genau, aber.
- 24:31Es ist ja trotzdem so, dass wir in einer, dass wir in der
- 24:34heutigen Zeit leben, wo Agenturen ja schon ne
- 24:36Wirkungsmacht auch haben. Sowohl.
- 24:39Vielleicht auch. Also es ist jetzt wahrscheinlich
- 24:40auch sehr unterschiedlich zu dem, was sozusagen im nicht
- 24:42kommerziellen Bereich stattfindet, als zu dem, was im
- 24:45kommerziellen Bereich stattfindet.
- 24:46Im kommerziellen Bereich ist es doch aber auch schon so, dass
- 24:49vor allen Dingen auch Agenturen schon auch darüber
- 24:53mitentscheiden, wer wo wie wirklich spielt so ne ja, also
- 24:57sozusagen auch ne Deutungsmacht hinzu Richtung Veranstaltern
- 25:00haben, genau. Viele Agenturen sind auch
- 25:07Managements, und die haben dann so einen gewissen Plan, wie sie
- 25:11die Künstler positionieren wollen, um einen fortlaufenden
- 25:17Prozess zu gewährleisten. Also viele.
- 25:21Künstler und Agenturen, die auch jetzt gerade am Start sind,
- 25:25machen es eher aus einer ökonomischen Interesse heraus.
- 25:29Also Sie wollen Geld verdienen, sie wollen vermögend sein, und
- 25:34dort gibt es radikale Businesspläne, weil diese ganze
- 25:40Branche natürlich auch n Stück weit, sehr exklusiv ist.
- 25:45Die Booker von den einzelnen Clubs interessieren sich.
- 25:51Zum gewissen Teil auch nicht wirklich für nen musikalischen
- 25:55Output, sondern um den Drumherum des Künstlers.
- 25:58Wo hat er im Vorfeld gespielt, zu welcher Community gehört er?
- 26:04Manche Club Booker gehen noch n Schritt weiter und gucken was
- 26:08für ne Fanbase hat er überhaupt sind es passend seine Fans in
- 26:11unserem Laden und ne Agentur weiß das und trägt dafür Sorge.
- 26:20Dass es nie zu einem Konflikt zwischen der Vision des
- 26:26Künstlers und der Vision des Clubs gibt.
- 26:29Und man hat da so ne gewisse Verantwortung auch und ich weiß,
- 26:34dass es manchmal auch sehr unangenehm für Veranstalter ist,
- 26:38zum Beispiel auch einer meiner anderen Berufungen, dass sie
- 26:43dann keine Reaktion von einer Agentur bekommen.
- 26:47Oder zu sehr, sehr, sehr utopischen Preisen abmoderiert
- 26:52werden. Ich find's manchmal legitim,
- 26:59aber auch manchmal ein Stück weit überzogen, gerade wenn es
- 27:02darum geht. Es ist ein neuer Künstler, wieso
- 27:09sollte er keine Underground Clubs, Beispiel oder kulturelle
- 27:12Spielstätten? Bespielen.
- 27:14Klar, es gibt jetzt vielleicht nur die Hälfte des Geldes, aber
- 27:17es sind dann oft auch Erfahrungen, die ein Künstler
- 27:21eigentlich für seine Karriere braucht.
- 27:24So oder auch so n Stück weit noch weiterhin seine
- 27:26Glaubwürdigkeit zu bewahren. Also ich meine der Punkt ist ja.
- 27:32Weil du das gerade angesprochen hast mit ich, ob man es jetzt
- 27:35Fanbase nennt oder ne oder Crowd im Gefolge eines Künstlers.
- 27:42Da muss man ja auch erstmal hinkommen.
- 27:43Ja ne also und dieser Weg, der ist ja auch nicht jetzt von Mai
- 27:472024 bis also doch es gibt einige bei denen er 3 Monate
- 27:51umfasst. So.
- 27:52So, da kann man aber auch fragen, wie nachhaltig das dann
- 27:55in in gewisser Form. Aber Kunst ist ja auch immer ne
- 27:57gewisse Form von Ausdruck und Ausdruck, erarbeitet man sich
- 28:01durch. Spielen durch Spielen ne also
- 28:05und durch Werkzeug erlernen. Also jetzt nicht unbedingt.
- 28:08Ich meine jetzt damit nicht das Auflegen, sondern auch Werkzeuge
- 28:11für sich als Künstler zu arbeiten um den Ausdruck zu
- 28:13haben, den man haben will, sind da Agenturen in der Form die
- 28:18dann so agieren, nicht vielleicht auch hinderlich für
- 28:20Nachwuchs? Also wer ist denn sozusagen die
- 28:22Person, die Nachwuchs die nach wird, die den Raum für Nachwuchs
- 28:25geben kann? Ja, Agenturen sind dann leider
- 28:30sehr hinderlich, gerade wenn es jetzt um wirklich Locals Mini
- 28:35Headliner geht. Beispiel bei mir, ich hab ne
- 28:42Reihe in Hamburg im Wahlsaal n Wahlsaal bin ich seit 1000
- 28:47Jahren, das ist ne ne wir sind unzertrennbar so mein Bestreben
- 28:53ist es marginalisierte Menschengruppen.
- 28:57Eine Visibilität durch Bookings zu geben, queere Menschen,
- 29:02flinters Beepox, auch israelische Menschen genauso wie
- 29:08palästinensische. Und das sind dann oft aber auch
- 29:13Newcomer, die so gesehen kaum bis jetzt wirklich spielen,
- 29:18sondern musikalisch aber sehr stark sind.
- 29:20Wir produzieren sehr geile Musik, die ich selber auch
- 29:23spiele, was natürlich in diesem Prozess sehr einwirkt.
- 29:26Und wenn ich dann sage, Hey, hast du Bock vorbeizukommen,
- 29:30dann bei der Hälfte ist so ja klar schick Datum was was ist
- 29:34Budget so passt perfekt. Die anderen sagen ja gerne hier
- 29:39das ist der Kontakt meiner Agentin wo ich mir denke so ey
- 29:42sorry digger ich hab gar keinen Bock mit deiner Buckerin zu
- 29:45reden so ich sag dir jetzt wieviel du Christ und gut ist.
- 29:48So sag deiner Buckerin halt so, das kriege ich ist das fein ja
- 29:51nein, aber ich habe keine Lust aus.
- 29:55Den Gründen, die ich ja jetzt gerade erwähnt habe im
- 29:58mikroragen Bereich mit einer Agentin zu reden.
- 30:01So, und das ist und diese Ansicht, die Teilen eigentlich
- 30:06alle Veranstalter in Europa, die ich kenne, ja, und das sind ne
- 30:11Menge natürlich durch meine diversen Berufungen und es ist
- 30:17ne Sache, das kann ich wirklich nur vielen mitgeben, so zieht
- 30:21durch, macht es selbst. Halt auch mal selbst auf den
- 30:25Arsch. Jede Sache, ob positiv oder
- 30:31negativ, sind Erfahrungen, die einem späteren Verlauf seiner
- 30:35Karriere massiv helfen. Ich mein damals, als ich
- 30:39angefangen habe. So nach einem Jahr war ich froh,
- 30:42dass ich mal n Fuffi bekommen habe oder dass ich jetzt mal
- 30:45meine Fahrt aus Gedecke bekam, den Best Case mir noch n
- 30:49Hamburger bei mcdonald's am Bahnhof holen, das war so für
- 30:52mich schon was super Besonderes, so aber viel besonderer war es
- 30:57einfach irgendwo zu spielen und mich beweisen zu können, zu
- 31:01zeigen. So Hey das ist bin ich, das ist
- 31:03mein Sound und über diese ganze Stufe.
- 31:11Hat man so eine krasse Erfahrung auch bekommen, so mein das
- 31:16letzte Mal auf einen illegalen Reif in Hamburg, das weiß ich
- 31:22noch, das machen die aber auch extra, weil sie nämlich genau
- 31:25auf solche Personengruppen keinen Bock haben, bei denen
- 31:30sind die Player nicht gelenkt. OK, hätte es Funktionalität
- 31:36gegeben. Ja, ja.
- 31:37Und manchmal haben die auch so ne Yux und Dollerei gemacht und
- 31:41den Mixer auseinander gebaut und die Polis um 180 Grad gedreht,
- 31:45so dass du halt eben andersrum drehen musstest.
- 31:47Um den aber so wie oft habe ich vor schrottiger Technik
- 31:52gespielt, wo nichts funktioniert hat und wo ich dann so totale.
- 31:57So für ne Sekunde ne Schockstarre hatte wo du
- 32:00spielst, stehst da so vor 400 Leuten, alle starren dich an und
- 32:03auf einmal hast du nur noch so n Emergency Loop auf den einen
- 32:07Player so und das sind so Sachen, die muss man erleben
- 32:12oder du bist in was weiß ich in irgendeiner Komischen Kreisstadt
- 32:17gebucht und hast n Deal. Und gehst holst dein Geld aus
- 32:25dem Büro und auf einmal stehst du dann da mit ominösen
- 32:28Großkriminellen so und die dir dann dein dein Bargeld geben, so
- 32:32das klar. Also man muss jetzt nicht so was
- 32:35jedes Mal erleben, aber das sind alles Dinge, die einem so n
- 32:41krass guten Erfahrungswert geben, womit man zum Teil gut
- 32:47überlebt so und. Mager im Medizinbereich
- 32:51Resistenzen aufbauen. Genau Resistenz, einfach ne
- 32:54kurze Nance haben. So und mein was wir alles machen
- 32:59müssen als Art ist das kriegt jeder hin so man jeder kann sich
- 33:03n zugticket buchen, jeder kann auch sich n Hotel über
- 33:07booking.com buchen, das ist jetzt keine Raketenwissenschaft
- 33:11und dann gehst du dahin. Spielst dein Set, hast Spaß mit
- 33:14dem Veranstalter und wenn du nett bist und die dich mögen,
- 33:17laden sich noch ein und That's The Game so ja.
- 33:20Ja, weil du es gerade angesprochen hast.
- 33:22Flinta ja, klingt immer so n bisschen doof, wenn man es sagt,
- 33:27aber ne ref Kultur ist inklusive, aber wenn man sich
- 33:32dann doch immer mal Line UPS anguckt, auch gerade für größere
- 33:35Sachen, so ist alles sehr männlich, dominiert so ne.
- 33:39Ist das n Thema wo du sagst da da, da da scheidet sich
- 33:42sozusagen die, die der Anspruch der Kultur da, da scheitert er
- 33:46an sich selbst in irgendeiner Form.
- 33:48Man muss halt sich erstmal fragen, OK, was ist Kultur und
- 33:51was ist Mainstream? So und dann muss man auch, also
- 33:57es ist legitim und super wichtig, Dinge kritisch zu
- 33:59betrachten und auch die Historie von allem zu betrachten und zu
- 34:05sehen. Man muss aber auch natürlich
- 34:07sich immer. So blöd es klingt, aber auch
- 34:13manchmal eingestehen, dass bestimmte Berufsfelder auf
- 34:18dieser Welt in der Vergangenheit für ein Geschlecht eher
- 34:24interessant war als fürs andere. In der Vergangenheit war es so,
- 34:28die Typen, die waren, die Nerds, die haben die Mucke gemacht, so
- 34:31die, die haben sich auch den Scheiß.
- 34:34Abgegeben 4872 Stunden ohne Schlaf irgendwo durch die Welt
- 34:39zu Eiern von einer After Hour kussfrisch gemacht, dann zum
- 34:44nächsten Club, zum nächsten Ort. Die meisten Flinters aus der
- 34:48Generation, die hatten da gar keinen Bock drauf, was die
- 34:53gemacht haben war was ganz anderes, die waren meistens die
- 34:55Managerin oder die Booker, von denen so die waren so gesehen
- 34:58die Schlauen, die zu Hause blieben und halt im Hintergrund
- 35:01das Geld verdient haben und. Es gab irgendwann dann aber
- 35:06irgendeinen Wandel, sodass dann auch flinters und immer mehr
- 35:11queere Menschen das interessant fanden.
- 35:13Und es ist eigentlich voll geil, aufzulegen und Mucke zu machen,
- 35:18und dadurch gab es dann die letzten 5 Jahre unglaublich
- 35:23viele neue Zugänge, was mega cool ist und was ich auch
- 35:26superkrass Supporte gerade im Underground, was ja eigentlich
- 35:31auch. Eine Art Zufluchtsort für diese
- 35:33Menschen ist. Das ist ja auch die Entstehung
- 35:35von dem ganzen find ich es super gut und dementsprechend ist es
- 35:45natürlich klar, dass dann so alte Legenden wie n Ricardo
- 35:49Villa Logos oder Sven Feth, Carl Cox.
- 35:56So dass das war, fanden das Halt nicht klar.
- 35:59Es gab damals auch schon ne Alien Alien, ne Monika Kruse, ne
- 36:02Nina Kravitz, ne Helena Hauf so die gab es auch schon, aber das
- 36:07war halt so oder Sinti so einer der Frauen oder Flinters die ich
- 36:13auch aktuell am meisten respektiere für das was sie
- 36:16schafft, die gab es auch schon, aber es war selten.
- 36:24In diesem Interessenbereich dann gewesen.
- 36:26Das kam erst jetzt dazu und ich find es wichtig, gerade als
- 36:33subkulturelle Institution das zu fördern, das auch als Auftrag
- 36:39anzusehen, weil es ist ja unser Auftrag, Menschen aus queeren
- 36:44Szenen, aus aus flinter Szenen, aus peepox Szenen, aus allen
- 36:50Möglichen. Communities zu fördern, Ihnen
- 36:55ein Salespace zu bieten und Ihnen die Möglichkeit zu geben,
- 37:00sich auszuleben, zu entdecken, all das und wiederum bin ich
- 37:11ehrlich, müssen wir auch immer dafür sorgen, dass dies in einem
- 37:17Rahmen passiert. Dem diese Menschen auch gerecht
- 37:23ist, weil das Problem ist, dass gerade kommerzielle
- 37:31Institutionen das auch gerne aufgreifen.
- 37:36Was auf den ersten Blick natürlich sehr toll und super
- 37:40liebevoll wirkt und so, hey, die setzen sich auch für uns ein,
- 37:44das ist geil, aber. Der Hintergrund bei diesen
- 37:50Menschen ist leider oft der Fall, dass es eher ökonomischer
- 37:53Natur ist, so weil sie wüssten halt die gesamte Branche
- 37:58aufgrund von Social Media, aufgrund dessen, dass Instagram
- 38:01so das Hauptmedium ist. Und Instagram ist ja im Ursprung
- 38:04eigentlich eine Plattform für Bilder.
- 38:06Also das ist eher n visuelles Thema und weniger n akustisches
- 38:10und hat sich natürlich dann auch alles soweit verdreht, dass
- 38:15Ästhetik. Einer der Hauptargumente der
- 38:20Kuration im Mainstream geworden ist.
- 38:23Und diese Menschen wissen das und die gehen halt dort auch so
- 38:31n bisschen so dem Urbewusstsein unserer Menschheit nach und
- 38:36wissen halt OK, wenn wir was Gutaussehendes platzieren,
- 38:40kriegen wir mehr Reichweite und haben dann auch ne höhere
- 38:43Möglichkeit Geld zu verdienen. Und dort wird dann gerne dann im
- 38:49Framing von Feminismus, von Unterstützung von Flinters das
- 38:56so dargestellt und diese Menschen dort platziert.
- 39:00Aber der Hintergrundgedanke ist in den wenigsten Fällen für
- 39:07Support and Flinters, sondern das ist n gutaussehender Mensch,
- 39:11das verkauft sich. Ja, ich finde, weil du das
- 39:13Instagram gerade angesprochen hast.
- 39:15Finde ich das wirklich markant? In den letzten Jahren?
- 39:18Das erstmal so ne Körperfetischisierung
- 39:21stattfindet und auch ne starke Reduzierung, also dieses Sweet
- 39:26sexy so so ne plakativen Elemente so ne immer mit mit
- 39:30Nacktheit spielen finde ich also es ist markant offensichtlich
- 39:35und es ist offensichtlich auch NN harter n hartes
- 39:38Verkaufsprinzip was dahinter steht.
- 39:39Absolut. Und da sehe ich uns in der
- 39:43Verantwortung. Das zu kommunizieren oder auch
- 39:48zu wissen und Flinters dahin oder queere Menschen und Peacock
- 39:57Menschen dahingehend zu unterstützen, dass sie sich auch
- 40:00musikalisch entwickeln können, dass sie n Knowledge aufbauen,
- 40:04dass sie n Wissensstand haben, dass sie empowered sind.
- 40:10Und selbstständig Musik produzieren und diese ganzen
- 40:15Dinge, die ja eigentlich die Basis von allem ist, das ist
- 40:19denen das ermöglicht und dass das langfristig im Fokus ist und
- 40:24nicht die Ästhetik ein. Ein Punkt, der der Subkultur,
- 40:31glaub ich, ich weiß nicht, ob man sagen kann.
- 40:34Unter Stress setzt oder belastet aber einer, der wirklich
- 40:37sichtbar ist. Auch in einer, in einer im, im
- 40:39öffentlichen Rahmen aber wenig kommuniziert wird, aus der aus
- 40:44der Szene heraus ist ja konfliktpalästina und Israel ne.
- 40:51Ja, wir sind eine sehr, sehr, sehr empathische Community, die
- 40:58sich sehr schnell mit Konfliktparteien.
- 41:03Solidarisiert Ukraine war auch n sehr großes Beispiel, wo dann
- 41:09die Branche sofort Menschen die aus der Ukraine geflüchtet sind,
- 41:14hier die Möglichkeit gaben gleich sich zu integrieren.
- 41:18Viele Ukrainerinnen die ich kenne arbeiten im Nachtleben,
- 41:24sie sie arbeiten in den Clubs, sie sind im Booking tätig, sie
- 41:29sind als DJ hier Produzenten hier zu Hause.
- 41:32Und ähm, man muss sich dort prinzipiell die Geschichte oder
- 41:39den Ursprung unserer Community oder von Techno einfach
- 41:46anschauen. Ähm, ich weiß, es gibt viele,
- 41:49die da jetzt sagen, nee, ist nicht so, oder viele sagen auch,
- 41:53ist so, Techno entstand aus einem politischen Kontext.
- 41:59Wir wissen alle die ersten Tage von diesen ganzen Techno
- 42:03entstanden zum unter anderem Detroit, so Kevin Zanderson.
- 42:08Diese Persönlichkeiten waren somit unter die Pioniere und die
- 42:16Technowelt entstand aus Räumlichkeiten, wo politisch
- 42:22Verfolgte. Menschen, weil sie schwarz oder
- 42:28queer waren. Die hatten dort ne Art Safe
- 42:31Space und Heaven ist einer der ersten Clubs, die halt diese
- 42:37Möglichkeiten anbieten und daraus entstand eine sehr krasse
- 42:42politische antikoloniale Entwicklung und ähnlich schwappt
- 42:47es dann auch nach Deutschland rüber.
- 42:50Hier in Berlin war es die Hausbesetzerszene, die die
- 42:53ersten Technoclubs gemacht haben, um halt eben für ihre
- 42:58politischen Räume Geld zu erzeugen.
- 43:02So, das ist n klassischer Business Case und es ist dann
- 43:09die natürliche Schlussfolgerung dem dass dann Kram auf der einen
- 43:19Seite. Menschen sich dann
- 43:22solidarisieren mit der palästinensischen Community,
- 43:26weil sie n ähnlichen, sagen wir mal Problem haben durch
- 43:34Kolonialisierung, all diese Themen, sie sind halt ne
- 43:38Marginalisierte verfolgte Gruppe, aber auf der anderen
- 43:42Seite, wo halt jetzt gerade dieser große Clinch ist, auch.
- 43:50Die israelischen Menschen, gerade die queere Szene, die
- 43:56politisch links eingestellten akademischen Israelis, die
- 44:01natürlich nach Europa flohen oder zogen oder auswanderten, um
- 44:05Halt eben von diesem rechtsradikalen Regime in Israel
- 44:10wegzukommen, oder auch, weil sie einfach keine Lust haben, diese
- 44:13Werflich nachzugehen, weil wir wissen alle, dass jeder Israeli.
- 44:18Außer natürlich die Orthodoxen. Verpflichtet sind, ins Militär
- 44:23zu gehen und wenn sie es nicht tun, dann landen die dort den
- 44:25Knast. Ja, und diese Menschen sind hier
- 44:28auch und die sind dann aber genauso auch in diesen
- 44:32Räumlichkeiten zu Hause, sie haben dort auch ihre Spaces und
- 44:39da ist es. Oft leider gerade durch
- 44:43polarisierende Themen oder emotionsgeladene Themen der
- 44:47Fall. Dass dann es zu Reibungen führt
- 44:51oder die einen beide Seiten wollen den gleichen Frieden,
- 44:58aber die Auslegung auf beiden Seiten ist natürlich
- 45:01unterschiedlich. Die einen sind immer auf der
- 45:02einen, die anderen auf der anderen Seite und das führt
- 45:05natürlich dann zu einem großen Konflikt.
- 45:08Der gerade emotionsgeladen sich immer mehr Aufbau stellt man
- 45:13dann nur mit richtig, richtig viel Geduld.
- 45:21Es schafft irgendwie eine Koexistenz zu haben.
- 45:24Ich hoffe, dass es sich legt und dass man halt versteht, dass
- 45:30beide Seiten irgendwie ihre. Ihre sicheren Räume bei uns
- 45:35haben. Und berechtigte Ansprüche auch
- 45:37haben. Unberechtigte Ansprüche und mein
- 45:41Wunschtraum ist, dass die sich gerade bei uns alle mal in den
- 45:44Arm nehmen und sagen, wir sind Menschen.
- 45:47Ich finde, ich finde, wenn man unabhängig jetzt davon und
- 45:50diesen, ich finde es schwierig, den Kontakt, den Konflikt zu
- 45:53vertiefen in Gesprächen, das fällt mir auch persönlich immer
- 45:55schwer, weil es also wie gesagt, wirklich von beiden Seiten
- 45:59berechtigte Aspekte gibt, wo man sagen kann, das ist das sind,
- 46:01das sind, das sind so Fakten, da kann man nicht rumgehen.
- 46:04Aber wie geht man mit ihnen um? Und die andere Sache aber ist,
- 46:08dass ich auch gemerkt habe, wie stark da oder sind wir wieder
- 46:10bei Instagram oder Social Media, was das so wie wie die, wie die
- 46:15auch Konflikte entflammen, wo du eigentlich in subkulturellen
- 46:19Bereichen Räume haben könntest, die zusammenführen.
- 46:24Ja. Nicht unbedingt heilen und auch
- 46:26nicht immer Konflikte lösen, aber zusammenführen und Social
- 46:30Media ist für mich zum Beispiel so n Aspekt wo ich sage, da wird
- 46:32nur geflammt. In vielen Bereichen, auf jeden
- 46:35Fall auch plakativ, was ich sage, aber so dieses trotz
- 46:43vieler Hemmnisse Verständnis haben und aufeinander zugehen
- 46:46wollen ist so ist wirklich gibt es hab ich keine gibt es keine
- 46:50Antwort drauf, ich seh da nur. Flammen.
- 46:53Prinzipiell finde ich es immer richtig, wenn Menschen auf
- 46:57Probleme aufmerksam machen wollen.
- 46:59Es ist, es ist auch eine gute Art der Demonstration.
- 47:04Wiederum verstehe ich auch, wenn Menschen sich nicht dazu äußern
- 47:08wollen und. Was in der Szene maßgeblich
- 47:11stattfindet, ne. Also zumindest was so n nach
- 47:14außen ist. Also dieses Ich möchte mich
- 47:15nicht äußern, ist n gelebter Standard.
- 47:18Weil viele den Konflikt aus dem Weg gehen wollen, weil je nach
- 47:26Situation kriegt man immer von irgendeiner Seite so gesehen
- 47:36einen auf den Arsch. Ja, und auch wenn man's gut
- 47:41meint und lieb meint, und da verstehe ich natürlich, dass
- 47:43manche Menschen dann sagen okay. Ich sag dazu nichts.
- 47:49Ich hab meine Meinung, ich find es auch scheiße was da passiert,
- 47:54aber ich möchte keine Angriffsfläche bieten und das
- 47:59muss man respektieren und das ist viele haben es natürlich
- 48:05auch aus ökonomischer Sicht diese Entscheidung getroffen,
- 48:09weil Israel Solidarität als auch Palästina Solidarität.
- 48:16Kann potentiellen Auftraggebern natürlich missfallen und dazu
- 48:22führen, dass dann Einkommen riskiert wird.
- 48:27Ja, und du kannst jedenfalls. Und du kannst ja auch wirklich
- 48:29gecancelt werden von absoluteren Gruppen.
- 48:32Absolutes, absolut absolut und deswegen versteh ich natürlich,
- 48:36dass gerade im kommerziellen Segment Menschen.
- 48:40Ne höhere Verantwortung gegenüber ihren Einkünften oder
- 48:43auch gegenüber anderen Menschen haben die sich dann nicht dazu
- 48:46äußern. So was halt ich eigentlich so
- 48:55jeden Menschen irgendwie nahelegen würde.
- 49:00In dieser Situation ist sich einfach auch mal Zeit zu nehmen
- 49:03und sich vielleicht die Hintergründe mal auch näher
- 49:07anzuschauen, so und. Viele Konflikte gibt es ja nicht
- 49:11erst seit jetzt, sondern die Entstehung gehen ja 5000 Jahre
- 49:15zurück und vieles bauscht sich auch auf.
- 49:17Und zum Thema Instagram, um da wieder zurückzuführen, was aber
- 49:25auch nicht alle wirklich mitbekommen oder wissen, ist die
- 49:30Tatsache, dass auf beiden Seiten.
- 49:36Auch mit anderen Konflikten, auch Ukraine.
- 49:38Oder hast du nicht gesehen. Es gibt immer noch Menschen, die
- 49:45auch daran interessiert sind, bestimmte Personengruppen zu
- 49:49triggern um Revolten oder was anderes auslösen beziehungsweise
- 49:57auch unsere Gesellschaft zu destabilisieren und da gibt es
- 50:03auch inzwischen viele. Faktenchecks zu und auch
- 50:06Nachweise, dass dies gezielt auch in diese Personengruppen
- 50:11gemacht wird, wo halt Fake News mit AI oder mit anderen Themen
- 50:16oder auch aus komplett aus dem Kontext herausgerissen
- 50:20Menschengruppen getriggert werden.
- 50:22Sie werden aggressiv gestimmt, einfach um ein Feindbild zu
- 50:29erzeugen oder um unsere Gesellschaft zu destabilisieren,
- 50:32und das ist sehr gefährlich. Ja, so zum Beispiel jede
- 50:42Großdemonstration, die auf Palästina solidarischer Ebene
- 50:48stattfindet, werden gerne bestimmte Gewaltbilder erzeugt,
- 50:55die in erster Linie den Rechtsradikalen in den Händen
- 51:01spielt, das Benutzen sie. Um pauschal migrantische
- 51:06Menschen zu stigmatisieren, um uns auch zu sagen, sie sind
- 51:11nicht Teil unserer Gesellschaft, sie sind gefährlich, ja, und das
- 51:17muss man sich auch leider immer vor Augen halten und was auch
- 51:24sicherlich interessant und wichtig ist zu wissen, während
- 51:30diesen ganzen Konflikten. Das spielt vielen Menschen in
- 51:34den Händen, weil das gerne auch dafür genutzt wird, um von
- 51:41anderen Dingen abzulenken. So kaum einer weiß aber, werden
- 51:47gerade das Hauptthema in den Nachrichten ist, entscheiden
- 51:53gerade die Parlamentarier in der EU zum Beispiel unsere
- 51:58Datenschutzgesetze. Maßgeblich so zu verändern, dass
- 52:05wir bald komplett gläsern sind, also zum Beispiel, dass sie, die
- 52:13wollen jetzt gerade verabschieden, dass jede
- 52:17Institution ohne großen Aufwand die Möglichkeit hat, unsere
- 52:23Schätzen zu lesen, ja. Und würden das die Menschen
- 52:28wissen, dann wäre es, gäbe es hier sofort n aufstand, ja.
- 52:32Da sind wir wieder beim Thema Technokultur ist nicht
- 52:37politisiert, sie ist politisch. Mhm, genau, es ist der Ursprung
- 52:42und man aber je erfolgreicher ein Musikgenre wird, desto
- 52:50kommerzieller wird es und je kommerzieller man ist.
- 52:55Desto mehr ist man auch einfach nur ein Spiegelbild der
- 52:59Gesellschaft. Und es ist natürlich
- 53:05verständlich und auch völlig nachvollziehbar, dass Menschen,
- 53:08die ihren Anspruch darin haben, ökonomisch zu arbeiten und zu
- 53:13agieren, dann auch weniger politisch einfach sind.
- 53:17Das ist ne Logik, einfach, da kann man auch nicht viel machen,
- 53:23aber. Das muss man halt verstehen und
- 53:28auch akzeptieren. Und ich finde es auch wichtig,
- 53:31dass man dann sagt, OK, der Mainstream, der ist so der
- 53:37Underground und die Subkultur ist so und beides kann in
- 53:41Koexistenz miteinander auch funktionieren, man muss nur
- 53:45wieder die roten Linien, die es früher gab, hochziehen.
- 53:51Danke. Steven.
- 53:52Gerne. Damit sind wir bei den Reflex.
- 53:54Dankeschön, dass du da warst. Gerne.
- 53:57Ciao ciao.