Latest / BZ am Ohr / Christian Günter vom SC Freiburg zum Konkurrenzkampf: "Es geht wieder bei Null los"
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- Jahrelang war Christian Günther beim SC Freiburg unangefochtener Stammspieler. Die linke Abwehrseite, das war ganz klar Günthers Revier. Zum Ende der vergangenen Saison war das nicht mehr ganz so klar. Ein paar Mal musste der 32-Jährige auf den Bankplatz nehmen, Jordi Makengo bekam den Vorzug. Was macht das mit Günther und wie geht er damit um? Das habe ich ihn in dieser Folge von BZ am Ohr gefragt. Der SC Freiburg befindet sich nämlich gerade in Österreich im Trainingslager. Schon zum 19. Mal ist der Sportclub dafür nach Schrunz gefahren. Im Mannschaftshotel konnte ich mit Christian Günther für eine knappe halbe Stunde über das Trainingslager, die kommende Saison und den Konkurrenzkampf im breiten Kader sprechen. Günther will die Vorbereitung nutzen, denn er sagt, da gehe es wieder bei Null los. Mein Name ist Christoph Giese, ich bin Redakteur der Badischen Zeitung. Viel Spaß beim Zuhören und schöne Grüße aus Schruens. Christian, wir sitzen hier im Teamhotel in Schruens, wo der SC Freiburg schon zum 19. Mal sein Trainingslager stattfinden lässt, also in Schruens. Ist es für dich auch schon so ein bisschen Tradition geworden, hier jeden Sommer hinzufahren? Komplett. Ich glaube, ich bin mittlerweile das 15. Mal hier. Da habe ich also nur viermal verpasst. Wirklich tolle Bedingungen hier, tolle Gegend, super Plätze, tolles Hotel. Ich habe mittlerweile schon drei Hotels hier mitgemacht, waren alle richtig, richtig gut und auch jetzt hier fühlen wir uns total wohl. Was verbindest du mit Schruens? Gut, hauptsächlich Vorbereitung, ich glaube wenn man die Fußballer fragt, dann gibt es auf jeden Fall Tolleres wie Vorbereitung. Man will natürlich direkt in den Wettkampf am liebsten einsteigen, aber es gehört natürlich dazu. Und was verbinde ich damit? Ja, Vorbereitung, Teamgedanke, Teambuilding, lange Zeit miteinander verbringen, sich nochmal richtig kennenlernen, gerade auch mit den Neuzugängen, also eigentlich fast nur Positives. Wird es nicht irgendwann mal langweilig, immer in den selben Ort zu fahren? Also würdest du auch mal gerne woanders ins Trainingslager oder ist es für dich okay, jedes Jahr her zu fahren? Nee, ich finde es sogar eigentlich cool, wenn man sich wohlfühlt irgendwo, warum sollen wir woanders hin? Und ich glaube, das ist hier einfach der Fall. Wir kennen ganz, ganz viele Leute von hier schon, gerade auch die Jungs, die am Platz alles machen. Es ist dann wirklich immer ein nettes Wiedersehen. Im Hotel kennt man die Abläufe. Man weiß, wo man hinfahren muss. Also ich glaube, es ist einfach alles bekannt und das macht es dann auch einfach ein Stück weit leichter, wie wenn man jetzt irgendwo neu hinkommt, erst Dinge erkunden muss. Ich glaube, das frisst dann irgendwo auch Zeit und hier ist einfach ein Herkomme und man kennt alles und man weiß, man fühlt sich wohl, also warum was verändern? Du hast ja schon gesagt, am liebsten würde man direkt in den Wettkampfmodus starten als Fußballer. Macht Trainingslager eigentlich auch Spaß oder ist es vor allem irgendwie anstrengend und viel Arbeit? Es ist anstrengend, viel Arbeit, aber es macht auch total Spaß. Ich glaube, wie ich schon gesagt habe, zum einen lernt man dann auch einfach die neuen Jungs noch besser kennen, wenn man wirklich zehn Tage rund um die Uhr miteinander zusammen hier im Hotel ist. Man kann als Mannschaft, glaube ich, noch enger zusammenwachsen. Man kann auch insgesamt natürlich auf dem Platz noch intensiver arbeiten, noch mehr arbeiten. Ich glaube, das ist toll an einem Trainingslager und das gehört dazu und hilft einer Mannschaft, glaube ich, enorm. Neuzugänge hast du schon angesprochen, es sind ja sechs neue dabei, das sind gar nicht so wenige. Wie ist es so am Anfang im Trainingslager? Muss man sich dann noch so ein bisschen kennenlernen? Auf der einen Seite ja, aber die Jungs sind jetzt auch schon ein paar Tage hier. Ich glaube, bei uns ist es tatsächlich so, dass wir sie wirklich versuchen, so schnell wie möglich einzubinden, ins Gespräch zu kommen, interessiert sind und ich glaube, das ist uns jetzt auch schon wieder sehr, sehr gut gelungen, dass man sich wirklich mit jedem auch schon mal eine längere Zeit austauschen konnte. Aber natürlich, die Zeit hier im Trainingslager ist noch mal viel, viel länger. Wie gesagt, ansonsten ist halt der übliche Trainingsmodus, aber hier hat man dann auch viel private Zeit, die man miteinander verbringt. Und ich glaube, das tut einer Truppe ganz gut und natürlich auch den einzelnen Verbindungen sozusagen. Was macht man denn noch so im Trainingslager, also außer trainieren? Ja, wie gerade schon gesagt, wir haben auch eine Team-Building-Maßnahme, wo wir uns aber überraschen lassen, was wir dieses Jahr machen. Ah, das wisst ihr noch nicht? Nein, das wissen wir tatsächlich noch nicht. Wir haben dann auch einen Abend, wo wir dann zusammen essen gehen und miteinander verbringen. Ansonsten schon hauptsächlich Training, Videositzungen. Wie gesagt, es sind neue Jungs da. Da gibt es viele Dinge, die man auch nochmal neu besprechen muss, die die Jungs kennenlernen müssen. Unsere Abläufe mit Ball, gegen den Ball. Eine intensive Zeit mit vielen Videos, viel Training. Und wie gesagt, man verbringt dann einfach auch außerhalb des Platzes viel Zeit miteinander. Wir spielen mal Billard, spielen Karte, all diese Dinge, was dann Jungs halt so tun. Also auch ein bisschen tatsächlich einfach richtige Freizeit so. Ja, wie gesagt, wir trainieren ja nicht 13 Stunden am Tag, also da ist auf jeden Fall auch noch Zeit für was anderes. Ist es so, dass wir, wie gesagt, auch privat dann Zeit miteinander verbringen und mal einen Kaffee da trinken und zusammen ins Wellness gehen, zusammen ein bisschen schwimmen, wie gesagt, Karten spielen. Und wie seid ihr hier untergebracht? Hat jeder ein Einzelzimmer oder teilt ihr euch ein Zimmer? Es gibt Jungs, die sich Zimmer teilen und manche Jungs, die in einem gewissen Alter sind, die kriegen ein Einzelzimmer. Das heißt, du hast ein Einzelzimmer? Ich habe ein Einzelzimmer. Ich bin mittlerweile jetzt leider in dem Alter angekommen, wo man auch ein Einzelzimmer dann hat. Ja, aber wie gesagt, auch da, glaube ich, mischt sich das Ganze bei uns toll durch, dass jeder einfach auch Interesse an jedem zeigt. Auch beim Essen etc. Man einfach mit jedem mal ein bisschen ins Gespräch kommt und einfach enger zusammenwächst. Das, was man ja so ein bisschen kennt von manchen Videos auch, das Vorsingen für 90er, gibt es das bei euch auch? Das wird auch auf jeden Fall stattfinden, ja. Okay. Das wird ja dann ein richtiges Festival mit sechs Leuten gleich. Ja, tatsächlich. Ich glaube, letztes Jahr waren es nicht so viele. Das Jahr davor waren es auch ein paar mehr. Ja, da kommt ja immer wieder noch der ein oder andere Junge aus der A-Jugend dazu oder aus der U23, die dann zu dem Zeitpunkt hier sind. Die dürfen dann natürlich auch noch ihre gesangliche Künste zur Schau stellen. Und ja, immer wieder witzig und wird auf jeden Fall ein witziger Abend. Bevor wir zum Sportlichen kommen, habe ich noch so ein paar kurze Schnellfragen oder es sind eher Sätze, die ich anfange und du darfst sie dann beenden. Also gerne mit einem Wort oder auch ein bisschen länger, je nachdem, wie du möchtest. Am Trainingslager am besten, finde ich? Die Abende mit Karte spielen, Würfelspiele spielen, Zusammensitze, ja. Verzichten könnte ich im Trainingslager auf? Ganz anstrengende Einheiten. Was ist eine sehr anstrengende Einheit? Ja, wir haben schon so zwei Hauptbelastungstage und da ist es an beiden Tagen sehr knackig. Also da kommt man körperlich dann schon an seine Grenze. Viel laufen? Viel laufen, viel Sprinten. Es macht auch total Spaß, aber hinterher merkt man schon, dass man was getan hat. Wenn ich an die vergangene Saison denke, dann? Denke ich an eine wunderbare Zeit, eine erfolgreiche Zeit, mit einem tollen Ergebnis, dass wir wieder international spielen dürfen. Mein Sommerurlaub war? Sehr erholsam, sehr lange, viel unterwegs und richtig toll, einfach Zeit mit der Familie zu verbringen. Ganz besonders freue ich mich in der neuen Saison auf? Die Auswärtsspiele in der Europa League, die Heimspiele in der Europa League. Es werden wieder sehr, sehr spezielle Abende. Und der SC Freiburg wird im Mai 2026. Hoffentlich den Ligaverbleib haben, so weit wie möglich in der Europa League gekommen sein und so weit wie möglich im Pokal gekommen sein. Das sind doch schöne Ziele für die nächste Saison. Dann lass uns doch mal hinschauen. Was glaubst du, was wird das für eine Saison? Ihr seid wieder in drei Wettbewerben, es kommen zwei Aufsteiger hoch, die vom Namen her zumindest ziemlich groß sind, also der HSV und der SFC Köln. Was erwartet denn SC da in der nächsten Saison? Es ist ja kein komplettes Neuland für viele von uns, die Dreifachbelastung, aber trotzdem wieder eine sehr große Herausforderung. Ja, ich glaube, es sind immer so ein paar Fragezeichen vor der Saison. Ich glaube, man kann einfach nichts mit der Saison davor vergleichen. Wie gesagt, wir haben ein paar neue Jungs dabei. Es gibt jetzt schon den ein oder anderen Abgang, deshalb wird sich da auch wieder ein bisschen was verändern. Ich glaube trotzdem, dass wir sehr gut gewappnet sind. Und wir wollen uns die Liga auch für das nächste Jahr wieder hart erarbeiten. Und wie ich es gerade schon gesagt habe, in allen Wettbewerben so gut wie möglich und so lange wie möglich dabei sein. Und dann werden wir am Ende sehen. Aber wie gesagt, vor einer Saison jetzt ein tabellarisches Ziel auszurufen, finde ich immer schwierig. Weil ich denke, nach so 10, 12, 15 Spielen kann man da mal in eine gewisse Richtung schauen. Aber ansonsten finde ich es schwierig zum Einschätzen, weil eben viele andere Mannschaften auf dem Transfermarkt noch sehr aktiv sein können. Es sind wieder Mannschaften dabei, die wirklich auch richtig Power haben, wie Köln und Hamburg. Also von dem her freuen wir uns auf die Saison, aber vorher sind es trotzdem immer noch so ein paar Ungewissheiten. Man hat in der Vergangenheit, hoffe ich mal, gesagt, der SC Freiburg ist halt ein relativ kleiner Verein, deswegen haben die Gegner vielleicht nicht so auf dem Schirm. Eigentlich kann das ja mittlerweile nicht mehr der Fall sein, so oft wie der SC zuletzt in die Europa League gekommen ist. Also man muss den SC ja wirklich total auf dem Schirm haben und kann ihn nicht unterschätzen. Wie nimmst du das wahr von den gegnerischen Teams? Wie wird der SC Freiburg als Gegner da eingeschätzt? Ja, ich glaube, das hat sich natürlich über die Jahre jetzt ein Stück weit verändert. Also der absolute Underdog sind wir natürlich nicht mehr, da muss man auch ehrlich sein. Die letzten fünf Jahre haben wir, glaube ich, drei- oder viermal international gespielt. Also von dem her war das sehr erfolgreich und die anderen Mannschaften sehen das natürlich auch. Ich wisse aber auch, dass es viele Mannschaften gibt, die einfach auch noch eine wahnsinns Power haben. Und wenn es da dann gut läuft, haben die auch noch mal finanzielle Mittel, die auch noch mal größer sind wie unsere einfach. Ich glaube, da geht es einfach um eine gute Einschätzung. Aber was auf jeden Fall der Fall mittlerweile ist, dass wir, glaube ich, nicht unterschätzt werden. Die Europa League hast du schon gesagt, das wird wahrscheinlich wieder ein Highlight werden. Diesmal sind es ja acht Spiele für euch. Ist das gut oder schlecht oder egal? Ich persönlich finde es eigentlich cool, weil man spielt gegen acht unterschiedliche Mannschaften. Davor hatte man in der Gruppephase natürlich diese drei Mannschaften mit Hin- und Rückspiel. Ich persönlich finde es aber mega cool, gegen acht unterschiedliche Mannschaften zu spielen. Es wird auf jeden Fall zwei, drei richtig, richtig gute Gegner für uns geben. Tolle Auswärtsfahrten. Also von dem her finde ich diese Regelung eigentlich echt ganz cool. Und so belastungsmäßig macht das noch einen Unterschied? Ja klar, natürlich ist es mehr Belastung. Ich glaube aber trotzdem jetzt gerade für Jungs, die dann nicht unbedingt auch mit der Nationalmannschaft noch unterwegs sind oder dann eben keine Klub-WM-Spiele, ich glaube für die Mannschaft ist es natürlich mittlerweile schon brutal. Bayern München, Dortmund, die großen Mannschaften, die dann meistens auch in allen Wettbewerben gefühlt bis zum Schluss fast mit dabei sind. Ich glaube für die ist es mittlerweile tatsächlich so, dass es da an eine Grenze geht, wo es dann auch einfach für die Jungs nicht mehr gut ist, wo es glaube ich auch für den Fußball, Ja, man wünscht sich ja die Jungs alle in einem bestmöglichen Zustand und irgendwann im Laufe der Saison sind sie das dann, glaube ich, nicht mehr. Deshalb muss man da auf jeden Fall drüber nachdenken. Jetzt in unserem Fall wird es sehr, sehr anstrengend, aber ich glaube nichtsdestotrotz, dass es noch alles machbar ist. Hast du das denn selbst auch gemerkt in euren Euroleague-Saisons, dass da dann hinten raus weniger Körner da waren als in der Saison ohne? Ja, auf jeden Fall. Ich glaube, das kann man nicht abstreiten, dass es da, gerade auch wenn man dann am Anfang in der Hinrunde sämtliche Spiele gemacht hat, dass es dann irgendwann Richtung Ende auch mal Spiele gibt, wo, glaube ich, die Körner nicht mehr so da sind. Da gilt es, das einfach als Mannschaft insgesamt aufzufangen. Ich glaube, das ist eine Mehrfachbelastung. Das wird uns alle dann auch ein Stück weit treffen. Da gilt es dann wirklich, das einfach mannschaftlich geschlossen gut aufzufangen. Das haben wir in den Jahren sehr, sehr gut hinbekommen. Aber natürlich war es so, dass es gegen Ende hin schon auch immer anstrengender wurde. Du hast schon gesagt, es gibt dann acht unterschiedliche Gegner in der Europa League. Gibt es irgendwen, den du dir wünschen würdest oder ein bestimmtes Land oder so für eine Auswärtsfahrt? Gut, ich glaube, wie gesagt, große Mannschaften, ich glaube, die beiden Rohmannschaften sind mit dabei, soweit ich weiß. Ich kann mich jetzt gar nicht mehr ganz genau daran erinnern, wer aus England jetzt alles dabei ist. Aber so in den großen Fußballländern Spanien, England, Italien, da wünscht man sich natürlich den einen oder anderen Gegner. Ich glaube, das sind im Normalfall tolle Städte, wo für die Fans dann nochmal ein schönes Erlebnis ist und ja, einfach die bestmögliche Gegner. Und dann schlussendlich hoffe ich trotzdem, dass wir weiterkommen. Wenn wir jetzt noch mal ganz kurz ein Stück zurückgehen zur letzten Saison, da war das Ende für dich persönlich ja sportlich nicht so ganz zufriedenstellend, weil du häufiger mal auf der Bank gesessen bist und das als langjähriger Kapitän und eigentlich davor unangefochtener Stammspieler. Wie hat sich das für dich angefühlt, da am Ende der Saison häufiger erst mal auf der Bank zu sitzen? Ich glaube, jeder will auf den Platz. So geht es mir und jedem, der im Kader ist. Schlussendlich ist es aber einfach so, es gibt eine Konkurrenzsituation und wenn es dann der Konkurrent sehr gut macht und der Trainer sich dann für ihn entscheidet, dann ist das völlig in Ordnung. Ich glaube, ich bin jetzt schon viele, viele Jahre in dem Geschäft dabei und viele, viele Jahre bin ich immer gefühlt auf dem Platz gestanden. Das war jetzt natürlich eine neue Situation für mich. Da muss man sich auch ein Stück weit damit auseinandersetzen, das ist nicht ganz so einfach. Aber ich habe da tatsächlich versucht, die Mannschaft bestmöglich zu unterstützen, im Training Gas zu geben, mich weiter anzubieten. Und ich glaube, darum geht es. Das ist dann auch einfach, wegen dem sind wir ein Mannschaftssport. Es können dann nur elf anfangen und die anderen sitzen erst mal auf der Bank, aber sind genauso wichtig. Ich meine, das habe ich die Jahre davor genauso gelebt, wo ich gefühlt jedes Spiel gemacht habe. Und da fordert man es ja dann auch irgendwo von seinen Teamkollegen, die auf der Bank sitzen, dass sie dann reinkommen und Gas geben und das Spiel zum Beispiel drehen für eine Mannschaft. Und jetzt war ich in der Situation und da verlange ich von mir selber auch, dass ich da vorausgehe und das total mittrage. Natürlich ist das nicht ganz einfach, aber da habe ich wirklich das Bestmögliche versucht. Ich glaube, jetzt in der Vorbereitung geht es irgendwo wieder bei Null los. Und ja, es ist auch gut. Also wenn in der Mannschaft lauter so Reibungen sind und ein Konkurrenzkampf da ist und jeder ans Maximum gehen muss und das Tag für Tag, dann werden wir alle besser. Dann wird jeder Einzelne besser, dann wird die Mannschaft besser und am Ende haben wir den größtmöglichen Erfolg. Und da geht es einfach darum, dass das jeder Einzelne so mitträgt, ab und zu sein Ego hinter anstellt und komplett für die Mannschaft da ist. Da, glaube ich, konnte ich vorausgehen. Und wie gesagt, ich bin heiß auf die Vorbereitung und wenn es losgeht, dann werden wir sehen, wie der Julian sich schlussendlich entscheidet. Hast du da als Kapitän nochmal eine besondere Verantwortung, da dann mit gutem Beispiel voranzugehen und dann zu sagen, okay, jetzt sitze ich halt auf der Bank, aber ich gebe trotzdem erst recht viel Gas? Ich glaube, es hat jeder in der Mannschaft so eine Verantwortung, aber natürlich als Kapitän im Speziellen, würde ich sagen, auf jeden Fall. Ich glaube, da geht es darum, wie gesagt, wenn es dann während der Saison auch mal für manche Jungs schwer ist, dann habe ich für die auch ein offenes Ohr und versuche sie da maximal zu unterstützen. Weil über das Jahr hinweg einige dann auch mal eine Zeit lang auf der Bank sitzen, manche ganz, ganz lange. Und es ist immer mal wieder auch dann gut, so eine Erfahrung zu machen, um sich vielleicht noch mehr in die Jungs dann hineinzuversetzen. Und diese Verantwortung habe ich, wenn ich das Kapitänsamt habe. Und wie gesagt, das trage ich gerne mit und versuche da trotzdem mein Bestmögliches zu geben. Hat sich da die Art und Weise, wie du vorangehst oder deine Führungsrolle wahrnimmst, verändert sie sich da ein bisschen, wenn du dann nicht mehr auf dem Platz bist, sondern erst mal auf der Bank? Ja, ich glaube, also schlussendlich, ich habe 29 Spiele von Anfang an gemacht, also von dem her. Ich mache jetzt nicht alles anhand von den fünf letzten Spielen aus. Nichtsdestotrotz hat sich da nicht groß was verändert, außer dass ich nicht von Anfang an auf dem Platz bin. Die ganze Trainingswoche, vor dem Spiel, auch während dem Spiel, versuche ich trotzdem, die Mannschaft genau gleich zu unterstützen, wie wenn ich auf dem Platz stehe. Der Einfluss auf dem Platz selber ist da natürlich nicht so da. Kann ja nicht da sein, wenn man auf der Bank sitzt. Aber trotzdem versucht man da, dass man den größtmöglichen Einfluss hat. Wenn es vielleicht auch gerade auf dem Platz nicht leuchtet, in der Halbzeit den einen oder anderen vielleicht auch noch versuche, Ratschläge zu geben, die Mannschaft zu pushen. Das verändert sich vielleicht minimal am Spieltag, aber ansonsten ändert sich da für mich meine Rolle nicht, weil man kann in jeder Situation vorneweg gehen. Also bei dir waren es jetzt am Ende der Saison ein paar Spiele, bei ein paar Kollegen waren es ein paar mehr. Nikolaus Höfler zum Beispiel war es ja ein bisschen ähnlich. Lukas Hüller hatte auch so eine Phase letzte Saison, wo er dann einfach mal ein bisschen, das sind ja viele Spieler, die jetzt die letzten Jahre echt richtig geprägt haben und immer, immer gespielt haben, so wie du auch. Habt ihr euch da ein bisschen zu ausgetauscht? Also weil, ihr seid jetzt ja alle, wie du schon gesagt hast, etwas älter geworden. Dann ist es vielleicht auch ein bisschen normal, dass man ein bisschen weniger spielt? Ich würde es nicht aufs Alter schieben. Ich glaube, das ist auch was, wo der Julian, glaube ich, uns von Anfang an vermittelt hat, ihm geht es nicht ums Alter. Ich glaube, wie schon gesagt, ich war auch 31 und Anfang 32, als ich jedes Spiel gemacht habe. Und gegen Ende hin nochmal, wir sind in einer Konkurrenz-Situation und wenn es der Jordi richtig, richtig gut macht und der Julian dann sagt, okay, für mich ist der Jordi jetzt zu diesem Zeitpunkt vor mir, weil er das und das besser kann, Arbeit an dem und dem. Alles in Ordnung, völlig legitim. Für das war der Jordi dann am Anfang, glaube ich, in viele enge Entscheidungen, die sind dann für mich getroffen worden. Und so geht es den anderen Jungs genauso. Ich glaube, das hat nichts mit dem Alter zu tun, sondern da geht es einfach darum, dass es um Leistung geht und der Trainer stellt nach Leistung auf und nicht nach Alter. Und wenn er in manchen Situationen den einen oder anderen vorne sieht, glaube ich, dann muss das uns pushen, einfach noch härter an uns zu arbeiten, noch mehr zu tun. Und ich glaube, das hängt nicht mit dem Alter zusammen. Natürlich ist das nicht so einfach, wenn man über Jahre hinweg jedes Spiel gefühlt gemacht hat. Aber ich glaube, jeder von uns ist trotzdem professionell genug, damit umzugehen. Und ja, wie gesagt, weiter Gas zu geben und sich immer wieder anzubieten. Das hast du auch schon beim Trainings Off-Plug gesagt, dass du im Urlaub Gas gegeben hast, richtig fit bist und dich maximal anbieten willst. Das klingt ja schon auch ein bisschen nach so, also jetzt erst recht, ich will wieder auf dem Platz stehen. Absolut, ich glaube jeder von uns, der hier im Kader ist, hat den Anspruch auf dem Platz zu stehen. Ich glaube, es ist niemand hier, der sagt, jetzt legen wir mal ein bisschen die Füße hoch und ich schaue mir das Ganze gern von der Bank oder gern von der Tribüne an. Jeder möchte weiterkommen, jeder möchte auf den Platz und wie gesagt, im, Verein wie der SC Freiburg, der mittlerweile auch einfach ein richtig guter, breiter Kader zusammen hat, gibt es sehr harte Entscheidungen und die muss dann das Trainerteam treffen. Aber es geht darum, dass jeder Einzelne sich trotzdem maximal anbietet, auch wenn es vielleicht für vier, fünf, sechs Wochen schwierig ist. Irgendwann kann sein, kommt die Chance, wo man halt dann einfach da sein muss. Das ist immer am Anfang von der Vorbereitung so, dass jeder da maximal Gas gibt. Das war für mich Jahr für Jahr so. Es war nie so, dass ich glaube ich in der Vorbereitung bin. Oder das gab es noch nie, dass ein Trainer dann gesagt hat, du wirst jetzt auf jeden Fall spielen. Das gab es nicht. Also man muss Leistung bringen. Ich glaube, ich habe auch die letzten Jahre nicht gespielt, weil ich der Christian Günther bin oder weil ich lange da bin, sondern weil ich Leistung gebracht habe. Genau so, darum geht es jetzt auch wieder. Und schlussendlich ist dann das erste Pokalspiel. Da steht eine Elfe auf dem Platz, die es in der Vorbereitung dann zu dem Zeitpunkt wahrscheinlich am besten gemacht hat. Und dann geht es weiter. Und da muss dann insgesamt einfach die Mannschaft da sein. Wie gesagt, es kommt eine Dreifachbelastung. Wir werden jeden Braucher, jeden Einzelnen in einer maximal guten Verfassung. Und da muss sich jeder hinbringen und dann können wir erfolgreich sein. So etwas wie es jetzt auf deiner Position gibt, mit dir und Jordi Makengo, gibt es ja auch auf anderen Positionen. Es ist ein breiter Kader, der qualitativ auch gut ausgestattet ist, wo es viele Positionskämpfe geben wird. Wie kriegt man denn diesen Spagat hin zwischen, das ist mein Teamkollege und wir verstehen uns super gut und wir sind vielleicht sogar befreundet, aber gleichzeitig sind wir die Konkurrenten um diese eine Position. Wie macht man das? Ich glaube, das Thema hatte ich ja oft mit der Nationalmannschaft, wenn ich dort war. Ich glaube, mit meinem direkten Konkurrenten habe ich mich sogar fast am besten verstanden. Schlussendlich ist es ja so, wir sind auf dem Trainingsplatz, mir gebe Gas, mir gebe alles, jeder bietet sich an. Der Jordi trifft nicht die Entscheidung, dass ich draußen sitze. Das ist der Julian. Da muss ich auf ihn sauer sein. Deswegen sehe ich da eigentlich 0,0 einen Grund, zum Jordi anders zu sein oder mit dem Jordi nicht auskommen zu können. Sondern ich sehe das eher anders. Ich glaube, wir müssen uns gegenseitig anstacheln, gegenseitig pushen. Und ja, dann soll derjenige spielen, der zu dem Zeitpunkt gerade besser ist oder der vielleicht auch besser in den Matchplan passt. Wir haben, glaube ich, unterschiedliche Stärke. Und wie gesagt, die Entscheidungen trifft das Trainerteam und kein direkter Konkurrent. Deshalb macht es für mich keinen Sinn, dass ich jetzt irgendwie sauer auf den Jordi bin oder ihn anders behandle oder denke, was ist das jetzt für einer. Sondern ich mag ihn genauso, auch wenn er spielt, für mich. Und versuche ihn auch dann maximal zu unterstützen auf dem Platz. Und sitze nicht draußen und denke, hoffentlich macht er jetzt fünf Fehler, dass ich nächste Woche wieder spiele. Ich glaube, das ist dann einfach auch, für das sind wir in einem Mannschaftssport. Jeder, der da nur an sich selber denkt, ist in der falschen Sportart. Du bist ja schon ein bisschen was länger dabei als der Jordi Makenko. Kannst du ihn da irgendwie mit deiner Erfahrung auch unterstützen und ihm weiterhelfen in seiner Entwicklung? Wie ist da so der Austausch zwischen euch beiden? Ja, ich glaube, es gibt immer Dinge, die selbst ich mir bei ihm abschaue kann und die er bei mir abschaue kann. Und wir sind im Training auch ab und zu, natürlich zusammen auch in Übungen, wo wir uns abwechseln. Und auch da, glaube ich, geht es dann einfach darum, sich gegenseitig zu pushen. Und ich glaube, das kriegen wir alles super gut hin. Das kriegen wir insgesamt als Gruppe gut hin, weil nicht nur wir zwei sind in einem Konkurrenzkampf. Da gibt es ja, wie gerade schon gesagt, viele, viele andere Positionen. Und da geht es genauso drum. Und schlussendlich muss jeder das Maximale aus sich selber rausholen. Und dann können wir als Mannschaft auch maximalen Erfolg haben. Was hast du dir für die nächste Saison vorgenommen? Für mich persönlich natürlich, dass ich so viele Spiele wie möglich mache und natürlich für die Mannschaft, dass wir maximal erfolgreich sind. Wie das dann am Ende aussieht, tabellarisch oder in den Wettbewerben, das werden wir sehen, aber dass wir für uns am Ende der Saison sagen können, wir haben alles gegeben, wir haben alles aus uns rausgeholt und was dann schlussendlich dabei rauskommt, das werden wir sehen. Aber dass wir uns auf jeden Fall nicht Vorwerfe hinterher haben, wir hätten irgendwie da und da und da was liegen lassen, das wäre schlimm. Deswegen, das sind schon natürlich Punkte, wo wir erreichen wollen. Und dafür werden jetzt hier noch die Grundlagen gelegt, die nächsten Tage. Und dann sage ich viel Spaß noch im Trainingslager. Vielen Dank für das Gespräch, Christian Günther. Und auf eine gute Saison. Sehr gerne. Vielen, vielen Dank. Das war BZ am Ohr, der Podcast der Badischen Zeitung. Jede Woche ein Thema, das Südbaden bewegt.