Latest / Amtsallerlei / #09 | Macht – warum gute Führung sie braucht
Transcript
- 0:03SPEAKER_00: Herzlich willkommen zu Amts allerlei, ein Podcast für Führungskräfte der Verwaltung mit Laila Achemy.
- 0:11SPEAKER_02: In dieser Folge geht es um das Thema Macht.
- 0:14SPEAKER_02: Und da spreche ich mit meiner Kollegin Carmen Kaufmann darüber, die darin auch Expertin ist.
- 0:21SPEAKER_02: Und wir unterhalten uns auch darüber, weshalb in unserer Kultur das Thema Macht oft so negativ besetzt ist und weshalb wir dringend umdenken sollten.
- 0:31SPEAKER_02: Denn Macht bedeutet nicht automatisch Machtmissbrauch, sie bedeutet auch Verantwortung zu übernehmen, Orientierung zu geben und vor allen Dingen ins Handeln zu kommen.
- 0:39SPEAKER_02: Oder auch anders gesagt, in dem Wort Macht steckt ja auch das Wort Machen drin.
- 0:44SPEAKER_02: Wenn wir wollen, dass sich etwas verändert, braucht es Menschen, die bereit sind, Verantwortung zu tragen und auch mal, so nennt es jetzt die Carmen in unserem Podcast, ins All in zu gehen.
- 0:55SPEAKER_02: And damit meint sie, dass Macht eben nicht nur auf dem Papier stattfinden soll, sondern dass es auch wichtig ist, auch körperlich, also embodied, Macht zu präsentieren oder auch zu repräsentieren.
- 1:09SPEAKER_02: And Carmen Kaufmann is seit vielen, vielen Jahren auch schon Trainerin.
- 1:14SPEAKER_02: Sie ist die Gründerin der Akademie für Frauen.
- 1:16SPEAKER_02: Sie hat auch eine ähnliche Ausbildung wie ich.
- 1:18SPEAKER_02: Wir haben auch einen gemeinsamen Lehrer, nämlich den Dr.
- 1:20SPEAKER_02: Gutha Schmidt.
- 1:21SPEAKER_02: Und sie ist schon lange auch als Coachin und Trainerin unterwegs.
- 1:26SPEAKER_02: Sie ist mehrfache Buchautorin und ja, hört rein, lasst euch inspirieren.
- 1:30SPEAKER_02: Und wie immer würden wir uns über Kommentare freuen.
- 1:34SPEAKER_02: Wie geht es euch mit dem Thema Macht?
- 1:37SPEAKER_02: Und leitet gerne auch die Info des Podcasts weiter.
- 1:42SPEAKER_02: Vielen Dank fürs Reinhören.
- 1:43SPEAKER_02: Eure Laila.
- 1:47SPEAKER_02: Ach, was für ein schöner Tag es heute.
- 1:49SPEAKER_02: Ich freue mich so sehr, wie ich bereits schon angekündigt habe, ist die liebe Carmen Kaufmann heute, meine Expertin für mein Podcast-Gespräch.
- 1:58SPEAKER_02: Hallo, liebe Carmen.
- 1:59SPEAKER_02: Hallo Leida! Es ist so schön, dich wiederzusehen, liebe Carmen.
- 2:05SPEAKER_02: Und wir hatten ja schon ein kleines Vorgespräch und wir haben schon gemerkt, wir hätten jetzt noch ewig weiter schwätzen können, aber wir wollen natürlich jetzt auch unsere Zuhörerinnen und Zuhörer damit teilhaben lassen.
- 2:16SPEAKER_02: Die Carmen und mich, das muss man nämlich wissen, verbindet schon eine sehr lange Freundschaft.
- 2:21SPEAKER_02: Wir haben eine gemeinsame Leidenschaft, nämlich das Tanzen.
- 2:24SPEAKER_02: Und wir haben gerade festgestellt, wir kennen uns aus Tübinger Kreisen schon um die 30 Jahre.
- 2:30SPEAKER_02: Und das ist natürlich auch etwas, was ganz Herz aller Liebst ist.
- 2:34SPEAKER_02: Und ja, immer wieder schön, wenn ich dich, liebe Carmen, als Kollegin und Freundin immer wieder treffen und sehen darf, mich mit dir austauschen darf, haben ja auch schon gemacht, dass wir dann vielleicht auch mal, wenn wir eine Frage hatten, ja, ist es auch etwas sehr, sehr Kostbares, wenn man mal kurz eine Kollegin anrufen kann.
- 2:52SPEAKER_02: Hey, wie siehst du das?
- 2:53SPEAKER_02: Wie so eine Art Intervision.
- 2:56SPEAKER_01: Ja, die Freude ist ganz meinerseits, liebe Laila.
- 2:58SPEAKER_02: Liebe Carmen, wir haben uns heute auf das Thema Macht geeinigt.
- 3:02SPEAKER_02: Und das Thema Macht, genau, da verändert sich gleich schon die Körperhaltung, wie ich sehe.
- 3:08SPEAKER_02: Genau.
- 3:09SPEAKER_02: Das Thema Macht ist ja so im mitteleuropäischen Raum oder vielleicht auch deutlicher gesagt, auch in Deutschland als Wort nicht immer so sehr gerne gesehen.
- 3:19SPEAKER_02: Ich erlebe das beispielsweise, wenn ich Seminare gebe und ich mit den Teilnehmenden das Diskmodell durchsprechen.
- 3:25SPEAKER_02: Dann ist ja der sogenannte rote Typ der dominante Typ.
- 3:29SPEAKER_02: Und dann erlebe ich immer wieder, wie Leute sagen, wenn die einen hohen Rotanteil haben, aber ich bin eigentlich gar nicht so.
- 3:37SPEAKER_02: Ja, und natürlich ist es so, wenn wir über Führung sprechen, kommen wir an dem Thema Macht nicht vorbei.
- 3:44SPEAKER_02: Und da bist du Expertin darin.
- 3:46SPEAKER_02: Du gibst schon sehr lange in dem Bereich Seminare, Workshops und jetzt interessiert es mich natürlich, braucht es dafür ein Reframing?
- 3:56SPEAKER_02: Oder wie gehst du mit dem Begriff der Macht in Sachen Führung, Führungskompetenz um?
- 4:04SPEAKER_01: Ja, genau.
- 4:04SPEAKER_01: Also wir haben natürlich in Deutschland vor allem diese Geschichte, weswegen Macht so eine wirklich negative Konnotation hat.
- 4:11SPEAKER_01: Ich finde manchmal da den Blick in den englischsprachigen Raum, wenn es hilfreich weiter heißt, macht ja einfach Power.
- 4:17SPEAKER_01: Power ist viel neutraler bis positiv.
- 4:20SPEAKER_01: Und ich erlebe genau das Gleiche, was du auch sagst, hast die Leute, ich lasse die dann so einen Motivationskuchen malen.
- 4:25SPEAKER_01: Macht ist für mich einfach auch einer von drei großen Motivatoren und dann malen ganz viel am Anfang ihren Machtanteil ganz klein.
- 4:32SPEAKER_01: Und dann sage ich, ja, das ist so eine typische Selbsteinschätzung, auch im Übrigen noch mehr bei Frauen als bei Männern.
- 4:39SPEAKER_01: Gut.
- 4:39SPEAKER_01: Dann lasse ich sie als nächstes mal so quasi den Vorhang lüften und sage so, jetzt mal unter uns, was sind denn eure geheimen Machtstrategien?
- 4:47SPEAKER_01: Wie macht ihr es denn, wenn ihr euch irgendwo durchsetzen wollt, wenn euch was wichtig ist und jetzt mal nicht nur das fachlich referenzierte, ich bereite mich gut vor, Zahlen dakenfakt, nicht machen eine Präsentation, sondern wie macht ihr es wirklich, wenn ihr alle Hebel in Bewegung setzt?
- 5:04SPEAKER_01: So dass es auch wirklich ankommt, gell?
- 5:07SPEAKER_01: Dass es auch wirklich ankommt und denkt auch mal an was ihr zu Hause macht und denkt auch mal an so ein paar kleine Manipulationen, Hitten-Agendas und Sachen, die ihr vielleicht eher nur hinter vorgehaltenen Hand tut.
- 5:19SPEAKER_01: Und dann gibt es auf einmal ein Gelächter und dann verliert das Ganze, ganz schnell auch so sein Bäh.
- 5:27SPEAKER_01: Und wenn ich dann sage, dass es uns auch in unserer Natur liegt, weil es gibt ja Studien, die sagen, mit einem halben Jahr, also mit sechs Monaten, fangen Kinder an, auszutesten, wie sie andere Leute beeinflussen können, wie sie zu der Aufmerksamkeit kommen, die sie haben wollen.
- 5:43SPEAKER_01: Also das ist ganz natürlich.
- 5:46SPEAKER_02: Gehört quasi zum Survival-Mode mit dazu.
- 5:49SPEAKER_02: Genau.
- 5:50SPEAKER_02: Und wir sprechen ja auch immer auf Neudeutsch von Empowerment.
- 5:54SPEAKER_02: Du hast es gerade schon gesagt.
- 5:55SPEAKER_02: Power im Englischen, im Spanischen Poder ist auch die Macht, ja, aber auch die Ehe als Kraft, so genannt.
- 6:04SPEAKER_02: Wie können wir denn diese Kraft vielleicht auch in Zukunft für uns im Alltag nutzen, sodass es nicht nur so in Richtung Machtspiele geht und ich mache das so heimlich, ja, das höre ich dann auch immer wieder aus.
- 6:16SPEAKER_02: Ja, die machen am Ende ja dann schon, was ich will, aber wie kann Macht denn da vielleicht auch ein bisschen offener gelebt werden?
- 6:27SPEAKER_01: Weißt du, wie ich meine?
- 6:29SPEAKER_01: Ja, also ich finde immer ganz wichtig, dass wir uns Vorbilder suchen, weil natürlich haben wir im Moment gerade auf der ganzen Welt eher Urbilder, was Macht betrifft, die wahrscheinlich eher zu Ungunsten der Welt nutzen.
- 6:44SPEAKER_01: Und was ich sehr machtvoll finde, ist zu gucken, wo in deinem Umfeld gibt es denn Menschen, die Macht auf eine Art und Weise nutzen, die dir dienlich ist, die du anerkennen kannst, hinter deren Wertesystem steckt, das für dich relevant ist, weil Macht heißt ja einfach auch die Fähigkeit, Dinge zu gestalten.
- 7:01SPEAKER_01: Und wenn ich Macht verweigere, verweigere ich auch die Fähigkeit zu gestalten und ich bringe mich in diese ohnmächtige Situation.
- 7:09SPEAKER_01: Und diese Gradwanderung finde ich den Menschen immer wieder to sagen, du, das Gegenteil ist Ohnmacht.
- 7:15SPEAKER_01: Das Gegenteil ist nicht Frieden und das Gegenteil is nicht Liebe, das Gegenteil is Ohnmacht.
- 7:19SPEAKER_01: And guck mal, ob du nicht mehr positive Impact in the world bringst, when you to death stays.
- 7:28SPEAKER_02: We spread from empowerment, sich selbst zu ermächtigen.
- 7:32SPEAKER_02: That was ja häufig dann im Führungskontext so erwähnt, wie vorhin schon angedeutet.
- 7:38SPEAKER_02: Da kommen ja gleich mehr Gedanken dazu, aber vielleicht auch damit ich mich sortiere.
- 7:43SPEAKER_02: Mich würde doch auch interessieren, kann man Machtspiele eigentlich lernen?
- 7:49SPEAKER_02: Ist es denn lernbar?
- 7:52SPEAKER_02: Wir hatten es ja gerade eben auch von Frauen, die dann eh sagen, ah, das ist aber nicht so meins oder ich bin eher nicht so rot oder ja, was kann man denn da darunter verstehen?
- 8:04SPEAKER_01: Kann man das lernen?
- 8:05SPEAKER_01: Also meine Erfahrung ist, es geht vor allem erstmal um das Erkennen, um zu erkennen, wie allgegenwärtig macht Spiele sieht.
- 8:14SPEAKER_01: Man sagt halt immer, geh mal auf den Gehweg, wer weicht wem aus?
- 8:17SPEAKER_01: Setz dich mal ins Flugzeug, wer kriegt wie viele Armee, setz dich in den Zug, wer kriegt, wie viel Raum im Fußraum.
- 8:23SPEAKER_01: Ich sag erstmal, es ist sowieso allgegenwärtig.
- 8:26SPEAKER_01: Und dann eben wirklich immer wieder das Erkennen und vor allem aufzuhören, das zu bewerten.
- 8:34SPEAKER_01: Weil das ist ja so, ich spreche gern von diesen zwei Systemen, horizontales System, wo es mir um Kooperation und Integration geht und das Vertikale, wo es halt immer um Status und auch um Macht geht.
- 8:45SPEAKER_01: Und die arbeiten leider gegenseitig viel mit Abwertung.
- 8:48SPEAKER_01: Also die Horizontalen werten das Statusdenken ab und die Statusmenschen werten das Horizontale ab.
- 8:55SPEAKER_01: Und ich finde beides schade und auch unter uns gesagt ein bisschen dumm, weil es ist so immer beides da.
- 9:01SPEAKER_01: Und meine Erfahrung ist, wenn man den Menschen aus dem Horizontalen sagt, the andere is.
- 9:06SPEAKER_01: Und das ist was, was ihr nicht verändern könnt.
- 9:10SPEAKER_01: Also auch deswegen, this horizontale Führung, sag ich, yeah, it's wonderful, so long all the horizontal are.
- 9:16SPEAKER_01: But I wish um die in the understanding.
- 9:20SPEAKER_01: I send the Ballett and the other is Fußball.
- 9:23SPEAKER_01: Was überhaupt nicht stimmt, Ballett is auch viel hierarchischer, but we stellen uns mal eine gemeinsame Vorführung vor.
- 9:30SPEAKER_01: And when ich im Tüt auf den Fußballplatz gehe, dann darf ich mich nicht wundern, wenn ich gefault werde und kein Tor schieße.
- 9:37SPEAKER_01: Also wenn ich mich entscheide, ich gehe auf den Fußballplatz, das heißt, wenn ich mich entscheide, ich gehe in eine bestimmte Rolle, in eine bestimmte Position, in eine bestimmte Verantwortung, dann braucht es, dass ich die Spielregeln kenne und mich dann entscheide, welche Rolle denn auf diesem Spielplatz meine oder auf diesem Spielfeld.
- 9:53SPEAKER_01: Vielleicht bin ich eher die Verteidigerin oder vielleicht bin ich eher der Torwag.
- 9:58SPEAKER_01: Aber ich muss mich entscheiden, ich muss die Spielregeln kennen.
- 10:01SPEAKER_01: Und das kann man lernen.
- 10:02SPEAKER_01: Und da ist meine Erfahrung, wenn man den Menschen mal die Augen öffnet und ihm diese Bewertung wegnimmt und sagt, nein, das ist nicht böse.
- 10:09SPEAKER_01: Es ist eine Realität, dass sich dann manchmal wie befreit plötzlich loslegen.
- 10:13SPEAKER_01: Absolut.
- 10:14SPEAKER_02: Und wenn ich in Teamentwicklung unterwegs bin.
- 10:17SPEAKER_02: Und dann höre ich im Vorgespräch von den entsprechenden Führungskräften, ach, wir haben ja ganz flache Hierarchieebenen.
- 10:23SPEAKER_02: Wir sind hier, ja genau, kaum lacht schon.
- 10:26SPEAKER_02: Wir sind hier alle gleich und wir sind auch per Du und so.
- 10:30SPEAKER_02: Meine Tür, ne Open Door Policy, meine Tür steht immer offen und so weiter.
- 10:35SPEAKER_02: Sobald die Chefs dann draußen sind oder Chefinnen, ja, dann sieht es auf einmal ganz anders aus.
- 10:40SPEAKER_02: Da sagen die Nein oder die kommen tatsächlich in der Pause zu mir und schütteln den Kopf und sagen, nein, das ist überhaupt nicht so.
- 10:47SPEAKER_02: Entweder das ist die eine Variante oder die andere, also da wird Macht eben auf eine subtile Weise auch gespielt, sage ich jetzt mal.
- 10:54SPEAKER_02: Die findet sehr wohl statt, ja.
- 10:56SPEAKER_02: Und die andere Weise ist aber auch, wenn ich in Teams dann immer wieder feststelle, wenn Macht im Sinne von Führung, im Sinne von Klarheit, im Sinne von ich gehe voran, ich gebe vor, ich gebe auch eine Struktur vor.
- 11:12SPEAKER_02: Und ich gehe nicht nochmal in dieses reine, demokratische und spürt doch mal da rein oder soll es vielleicht so oder hält ihr es lieber gern so oder soll der Kaffee, die Kaffeemaschine lieber dastehen oder da, dann verliert sich was, da entsteht eine Eigendynamik vom Allerfeinsten, weil dann irgendwann jeder fragt, wer ist eigentlich hier die Führungskraft?
- 11:35SPEAKER_02: Also das sind jetzt nur so banale Beispiele, aber wenn Führung nicht stattfindet, weil Führung meint, nein, nein, wir sind ja alle gleich, dann fliegt einem der Laden von sowas um die Ohren.
- 11:47SPEAKER_02: Und fast immer, wenn ich in Teams hineingehe und ich vorher im Vorgespräch höre, oh, bei uns ist gerade wirklich die Kacke am Dampfen.
- 11:56SPEAKER_02: Da finden auch übrigens viele tolle Machtspiele untereinander nochmal statt.
- 12:00SPEAKER_02: Ja, von wegen bei uns ist das Thema Macht völlig außen vor.
- 12:05SPEAKER_02: Aber wenn ich da hineingehe, brauche ich nur den Blick einmal nach oben, also wirklich gesprochen zu heben.
- 12:11SPEAKER_02: Und ich sehe, in der nächsten Führungsebene herrscht eben keiner, sondern da ist eine Unklarheit, da ist ein Macht- und Führungsdefizit da.
- 12:21SPEAKER_02: Das ist leider so.
- 12:22SPEAKER_01: Ein Vakuum, ja.
- 12:24SPEAKER_01: Genau.
- 12:25SPEAKER_01: Und das finden die meisten Leute nichts schlimmer, als entweder Menschen, die ihre Position nicht ausfüllen oder Menschen, die sich für nicht mächtig halten, aber unglaublich viele Spielchen spielen.
- 12:37SPEAKER_01: Ja, so ist es.
- 12:38SPEAKER_01: Weil es gibt kaum was Blöderes, finde ich, als seine eigene Macht zu leugnen.
- 12:42SPEAKER_01: Das macht einen gefährlich.
- 12:43SPEAKER_01: Weil jemand dazu steht, das will ich und ich weiß, ich kann das durchsetzen.
- 12:47SPEAKER_01: Ich habe die um die Werkzeuge, ich habe die um die Restriktionen, das sind meine Grenzen, weil das möchte ich mit meinem Wertesystem so nicht machen.
- 12:54SPEAKER_01: Es ist ja auch das Lustige, ich habe ja auch schon Macht, wenn ich weiß, ich könnte jetzt.
- 12:58SPEAKER_01: Ich könnte jetzt das und das und das.
- 13:00SPEAKER_01: Und ich könnte dieser Person das und das und das.
- 13:02SPEAKER_01: Und jetzt entscheide ich ja, will ich so jemand sein?
- 13:06SPEAKER_01: Passt das zu meinem Wertesystem und dann kann ich mich entscheiden, mache ich oder mache ich nicht.
- 13:11SPEAKER_01: Aber ich fühle mich dann halt nicht ohnmächtig.
- 13:14SPEAKER_01: Das heißt, ich bin voll in der Selbstwirksamkeit.
- 13:16SPEAKER_01: Ganz, ganz wichtiger Aspekt.
- 13:19SPEAKER_02: Was ist in deiner Meinung nach so die raffinierteste Falle, die du beim Spiel um die Macht so kennst und wo man vielleicht auch so reintappen kann.
- 13:29SPEAKER_02: Sachorientierung.
- 13:31SPEAKER_02: Bitte.
- 13:32SPEAKER_02: Sachorientierung.
- 13:34SPEAKER_02: Sachorientierung.
- 13:35SPEAKER_02: Das habe ich verstanden.
- 13:37SPEAKER_01: Sachorientierung.
- 13:38SPEAKER_01: Und zwar ist das ja oft, dass die Menschen, die so aus dem horizontalen System kommen, entgegen aller Klischees, sind die ja viel sachorientierter als die, die aus dem Vertikalen kommen.
- 13:47SPEAKER_01: Und die gehen dann oft in so Kreise rein und kommen mit ihren guten Ideen und mit ihren gut vorbereiteten Zahlen, Daten, Fakten und kommen rein und knallen das zuerst auf den Tisch.
- 13:57SPEAKER_01: Da sind die anderen aber noch gar nicht bereit, weil die müssen vielleicht noch die Hackocknung ausrammeln.
- 14:02SPEAKER_01: Und dann sind die total frustriert, weil die steigen in Medias Res ein, haben eine geile Idee, keiner reagiert.
- 14:08SPEAKER_01: Und nachher sagt die Person, die dann jetzt heute mal die Nummer 1 ist, ist genau das gleiche und alle sagen, eine geile Idee machen wir.
- 14:16SPEAKER_01: Und das ist die größte Falle, wo ich sage: Leute, denkt daran, wenn die Hackockung nicht da ist und alle haben einen ähnlichen Rang und es sind lauter Leute, die von ihrem Wesen her eher in der Vertikalen ticken, dann groove locker mit, kriegt mit, wer die Nummer 1 ist, weil am Ende müsst ihr nur noch die Nummer eins überzeugen und dann habt ihr ganz leichtes Spiel.
- 14:40SPEAKER_01: Aber das gilt es zu durchschauen.
- 14:42SPEAKER_02: Ja, sehr spannend, da auch nochmal differenziert hinzuschauen.
- 14:46SPEAKER_02: Lohnt sich mit Sicherheit.
- 14:49SPEAKER_01: Und von Statusmenschen kommt ja ganz oft zu den Spruch, wie Logik wird völlig überbewertet.
- 14:55SPEAKER_01: Ja.
- 14:57SPEAKER_01: Und das finden die Sachorientierten natürlich eine Provokation.
- 15:02SPEAKER_01: Aber es gibt ja auch so Stufen der Wirksamkeit, die sagen, Logik ist irgendwie die schwächste Stufe der Wirksamkeit.
- 15:08SPEAKER_01: Und was ich auch immer noch wichtig finde, ist zu sagen, Macht ist embodied.
- 15:12SPEAKER_01: Macht hat einen ganz starken körperlichen Aspekt und eine ganz starke körperliche Komponente.
- 15:17SPEAKER_01: Ich brauche die Bereitschaft, auch wirklich, ich sage so gerne, all in zu gehen und auch körperlich mich an den Tisch zu bringen und mich körperlich zu zeigen und auch mal nicht erschreckt zu reagieren, wenn mir jemand auf die Schulter klopft, sondern vielleicht zurückklopfen oder so.
- 15:32SPEAKER_01: Also auch der Aspekt, zu gucken, was hat das mit meinem Körper zu tun, auch dass ich mich körperlich in einen guten Zustand bringen muss, wenn ich da präsent sein will und bestehen möchte, das ist auch was, wo ich finde, dass die Leute noch sehr blind sind.
- 15:47SPEAKER_02: Absolut.
- 15:48SPEAKER_02: Das erlebe ich sehr häufig auch im Coaching-Kontext, gerade wenn es um Konfliktthemen geht oder herausfordernde Situationen.
- 15:55SPEAKER_02: Ich nehme die Rolle als Führungskraft ein, gerade in Konfliktsituationen.
- 15:58SPEAKER_02: Und da zeigt sich ja auch, welches Instrumentarium ich da so gewohnt bin.
- 16:02SPEAKER_02: Und sehr häufig erlebe ich dann auf die Frage hin, wenn du dir jetzt mal so deine Lebensbühne vorstellst, wo stehst du gerade auf der Bühne?
- 16:13SPEAKER_02: Total.
- 16:14SPEAKER_02: Und manche sagen dann, wenn ich es dir zeigen, genau, wenn ich es zeigen durfte, ich hatte eine Klientin, die ist aus dem Raum rausgegangen.
- 16:23SPEAKER_02: Genau.
- 16:25SPEAKER_02: Ja, gut, die war ehrlich.
- 16:27SPEAKER_02: Und das ist ja ein guter Ansatz.
- 16:28SPEAKER_02: Ja, genau.
- 16:29SPEAKER_02: Also ich will das eigentlich gar nicht und ich bin eigentlich dann raus.
- 16:34SPEAKER_02: Und dann wundert man sich, wenn dann alles einem so um die Ohren fliegt.
- 16:39SPEAKER_02: Und das hat natürlich auch eine ganz hohe Chance der Persönlichkeitsentwicklung, die es dann mit sich bringt.
- 16:45SPEAKER_02: Gerade dann, wenn es so heikel wird und man dann eher sagt, ich bin nicht so der Alpha-Typ oder ich würde eigentlich am liebsten um das lieben Friedenswillen.
- 16:55SPEAKER_02: Das sage ich immer, da passieren die größten Kriege um das lieben Friedenswillen.
- 17:00SPEAKER_02: Und ich versuche das eher so, ja, mal zu ignorieren oder mal zu umgehen.
- 17:05SPEAKER_02: Heutzutage, meiner Meinung nach, wir haben auch keine Zeit und keine Kapazität mehr für Aussitzen.
- 17:12SPEAKER_02: Früher konnte man das machen.
- 17:13SPEAKER_02: Heutzutage, bei so hoher Taktung und Komplexität, schaffen wir das gar nicht mehr.
- 17:18SPEAKER_02: Und wenn wir das als inneren Anteil in uns entwickeln, auch so etwas wie eine Art Alpha-Typen, was hast du denn da für eine Idee?
- 17:26SPEAKER_02: Wie kann man denn diesen Alpha-Typen in sich, den Anteil in sich?
- 17:31SPEAKER_01: Also ich mag ja das Bild von der inneren Rampensau.
- 17:34SPEAKER_01: Ja, genau.
- 17:36SPEAKER_01: Die innere Rampensau.
- 17:38SPEAKER_01: Und da kann man wirklich auch schön mit Metaphern arbeiten, zu gucken, was haben die Leute denn früher für Filme toll gefunden, welche Rollen fanden sie denn toll, welche Rollen finden sie heute noch toll in Filmen.
- 17:49SPEAKER_01: Und mir ist auch, als du gerade so erzählt hast, wieder dieses Zitat eingefallen, unsere größte Angst ist es, nicht zu versagen, sondern unsere größte Angst ist, es über allermaßen zu leuchten.
- 18:00SPEAKER_01: Und die Menschen zu ermutigen, zu leuchten, weil nur dann können wir einen Impact auf die Welt haben.
- 18:06SPEAKER_01: So ist es.
- 18:07SPEAKER_02: Liebe Carmen, unsere gemeinsame Zeit neigt sich schon dem Ende zu.
- 18:10SPEAKER_02: Ich kenne jetzt schon, ich könnte noch ewig mit dir darüber weiterreden.
- 18:15SPEAKER_02: Und vielleicht ist es aber auch so, was ich immer wieder auch in Wahlkämpfen erlebe, bei Oberbürgermeister und Bürgermeisterwahlkämpfen, da spreche ich nicht nur über das Thema Macht und wie man Macht auch positiv und konstruktiv gestalten kann, sondern ich spreche auch über das Thema der Demut.
- 18:33SPEAKER_02: Und dass Demut auch etwas sehr Machtvolles sein kann.
- 18:37SPEAKER_02: Dieses Gefühl für sich auch mit hineinzunehmen, ich muss nicht nur vorne stehen und hier Attacke und Ansagen, sondern ich darf auch dienen.
- 18:49SPEAKER_02: Ich diene als Meisterin der Bürger oder Meister der Bürger.
- 18:53SPEAKER_02: Und das ist auch durchaus etwas sehr Kraftvolles und Machtvolles, wenn wir das verstanden haben.
- 19:00SPEAKER_02: Ja, meine Liebe.
- 19:01SPEAKER_02: Vielen, vielen lieben Dank und dann bis auf ein ganz schnelles Bald und auf euch ein Tschüss.
- 19:09SPEAKER_02: Vielen Dank auch dir, liebe Laila.
- 19:13SPEAKER_00: Vielen Dank fürs Zuhören.
- 19:15SPEAKER_00: Weitere Informationen finden Sie unter amtsalerlei.de.
- 19:19SPEAKER_00: Wenn Ihnen der Podcast gefällt, abonnieren Sie Amtsallerlei und empfehlen Sie uns gerne weiter.
- 19:24SPEAKER_00: Und denken Sie daran.
- 19:26SPEAKER_00: Bleiben Sie wirksam für die Menschen, für die Verwaltung, für die Zukunft.
- 19:30SPEAKER_00: Denn gute Führung in der Verwaltung bewegt mehr, als man oft auf den ersten Blick sieht.