Latest / Rambo Zambo – Der Merz-Podcast / Warken, Weidel und Wagenknecht
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- 0:00Wie groß könnte die Krise von Friedrich Merz in Berlin werden,
- 0:05nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt und dann den danach folgenden Landtagswahlen
- 0:11in Mecklenburg-Vorpommern,
- 0:12und in Berlin, wenn eben die CDU schlecht abschneidet und wenn es eben vor allen
- 0:19Dingen der AfD gelingt, in Sachsen-Anhalt
- 0:21am Ende tatsächlich einen Ministerpräsidenten zu stellen, im,
- 0:26krassesten Fall auch noch mit absoluter Mehrheit.
- 0:31Wir haben diese Bundestagswahl 2025 gewonnen. Jetzt darf auch mal Rambo Zambo im Adler aus.
- 0:41Das ist Rambo Zambo, der Merz-Podcast. Das Format, das ihr vielleicht nie wolltet, aber jetzt braucht.
- 0:48Mit Carlotta Richter und Julia Emrich. Hallo und herzlich willkommen zu einer
- 0:54neuen Folge von Rambo Zambo, dem Podcast, in dem wir immer einmal in der Woche
- 0:58über unseren Bundeskanzler Friedrich Merz sprechen und seine Regierung.
- 1:02Mein Name ist Julia Emmerich und mir gegenüber, yippie, yay,
- 1:06yay, sitzt endlich wieder Carlotta Richter.
- 1:10Schön, dass du wieder bei mir bist, Carlotta. Ich freue mich auch sehr schön,
- 1:13dich zu sehen, Julia. Schön, dass wir hier wieder zusammensitzen können.
- 1:17Du hast drei Wochen lang das gemacht, was Friedrich Merz im Moment noch macht,
- 1:20nämlich Urlaub. Es war dir sehr vergönnt. Ich glaube, wir gönnen es ihm auch ein bisschen.
- 1:26Möglicherweise sogar noch nächste Woche so ein bisschen unklar.
- 1:28Kabinettssitzung wird noch nicht stattfinden. Also im besten Fall liegt Friedrich
- 1:32Merz jetzt auch mal in der Hängematte und liest Dinge, die ihn vielleicht weiterbilden
- 1:36oder starrt mal ein Loch in die Luft.
- 1:39Im Moment ist es aber so, dass wenn man aus einem Urlaub, aus einer längeren
- 1:44Phase Abwesenheit zurückkommt, tatsächlich etwas sieht, was man vorher nicht gesehen hat.
- 1:50Man sieht plötzlich Frauen in dieser Bundesregierung.
- 1:53Nicht, dass es gar keine gegeben hätte, aber jetzt sind plötzlich relativ viele
- 1:57neue Frauen an relativ wichtigen Stellschrauben.
- 2:01Wie ist das, zurückzukommen und plötzlich hat Friedrich Merz Frauen an seiner Seite? Ein Schock.
- 2:06Normalerweise, wenn man im Sommer als Politikjournalistin oder Politikjournalist
- 2:10Urlaub macht, dann hat man ja zumindest eine relativ hohe Wahrscheinlichkeit,
- 2:13dass diese Wochen, in denen man nicht da ist und den Politikbetrieb so ganz
- 2:17genau beobachtet, relativ ruhig sind.
- 2:20Jetzt war aber diese drei Wochen wirklich absolut überhaupt nicht ruhig.
- 2:24Also da ist so viel passiert. Ich habe versucht, wenig auf mein Handy zu gucken
- 2:30im Urlaub. Aber es klingte die ganze Zeit.
- 2:32Es klingte die ganze Zeit, weil die ganze Zeit irgendwelche Eilmeldungen reinkamen
- 2:35mit dem ganzen Kabinettsumbau und allem, was noch passiert ist.
- 2:38Also erst mal fand ich das irgendwie schon bemerkenswert.
- 2:43Also das ist auf jeden Fall eine Veränderung. Zwei Frauen, die jetzt schon mal
- 2:46so in den engen Machtzirkel vorgerückt sind, bei Friedrich Merz mit Nina Wagen
- 2:52und Franziska Hoppermann, das finde ich schon spannend.
- 2:56Die Frage ist jetzt natürlich, was für eine Veränderung kann dadurch dann am Ende entstehen?
- 3:03Beide haben schon so ein bisschen den Sprung ins kalte Wasser wagen müssen.
- 3:09Nina Warken, die neue Kanzleramtschefin, Kanzleramtschefs sind auch für die
- 3:14Geheimdienstkoordination zuständig.
- 3:16Das weiß man oft nicht, weil das gar nicht auch so sichtbar wird.
- 3:18Aber jetzt haben wir gerade eine große Reform der Geheimdienste gehabt,
- 3:22die sie schon mit vorstellen musste. Also sie ist schon aufgetreten.
- 3:24Franziska Hoppermann, die neue CDU-Generalsekretärin, musste ebenfalls schon in die Bütt.
- 3:30Es gab mit dem Sachsen-Anhalt-Wahlkampf Sven Schulze, der dortige Spitzenkandidat, und Didi Hallervorden,
- 3:38der Komiker, der dort ein bisschen beim Wahlkampf helfen muss,
- 3:41sind so ein bisschen in schwere See geraten, weil Didi Hallervorden bei seiner
- 3:46Kritik an der israelischen Regierung, glaube ich, über das hinausgeht, was.
- 3:51In der CDU als gängig gilt.
- 3:53Also da gab es schon für Franziska Hoppermann schon ein bisschen Sachen zu glätten
- 3:56und gerade zu ziehen. Also beide sind schon richtig da.
- 3:59Was mich interessieren würde, ist, glaubst du, dass mit diesen beiden Frauen
- 4:03an echten Schlüsselstellen, also in der Partei und im Kanzleramt,
- 4:10sich die Politik anbieten?
- 4:12Auf eine Weise verändern könnte, die diesen Kanzler wieder in ein besseres Licht
- 4:16stellt oder die eine gewisse Abnahme von Katastrophenmeldungen erzeugt.
- 4:22Wird es besser mit den Frauen?
- 4:24Was würdest du sagen? Also grundsätzlich würde ich auf jeden Fall sagen, es ist ein gutes Signal.
- 4:29Also wir haben ja auch hier schon im Podcast über diesen Boys Club gesprochen,
- 4:33der da so um Friedrich Merz existiert hat.
- 4:35Also dieser ganz enge Machtzirkel um ihn herum, der einfach super krass männlich
- 4:39besetzt war. Wir hatten den Koalitionsausschuss, beim allerersten Koalitionsausschuss
- 4:43haben wir darüber geredet.
- 4:45Eine einzige Frau, damals Bärbel Baas, ansonsten nur Männer.
- 4:48Also das waren ja auch Signale auch an die Menschen und vor allem auch die Frauen
- 4:52in Deutschland, finde ich. Und das ist auf jeden Fall ein gutes Signal,
- 4:56dass es jetzt Frauen geschafft haben in diesen engeren Machtzirkel,
- 5:00so um Friedrich Merz herum.
- 5:03Ich finde aber gleichzeitig, dass das irgendwie so ein bisschen einen Beigeschmack hat.
- 5:09Also dass jetzt zu diesem Zeitpunkt diese beiden Frauen in diese Schlüsselpositionen
- 5:14gehoben wurden, weil irgendwie habe ich so ein bisschen den Eindruck, es ist auch so,
- 5:18die Krise ist da und die Krise ist wirklich groß und das hat irgendwie eine
- 5:21Krise gebraucht, um Frauen dahin zu befördern, wo sie jetzt sind.
- 5:25Und also es war ja vom Anfang an nicht so. Wir hatten am Anfang diesen ganz
- 5:28männlichen Zirkel. Und dann haben wir jetzt diese Krise in der Friedrich Merz
- 5:32ist. Wir haben schon wirklich ganz oft hier darüber gesprochen.
- 5:35Die Umfragewerte, es läuft alles nicht gut. Jetzt kommen die Landtagswahlen.
- 5:39Es ist einfach so insgesamt eine sehr angespannte Situation.
- 5:41Und dann kommen die Frauen und müssen es quasi in Anführungszeichen retten.
- 5:46Und vor allen Dingen bedeutet das ja auch, das ist jetzt ja keine leichte Aufgabe, vor der die stehen.
- 5:51Also entweder läuft es gut und dann müssen sie sich aber natürlich auch erstmal
- 5:55beweisen, aber wenn es nicht gut läuft, also wenn die Landtagswahlen in die Hose gehen, wenn,
- 6:01dann danach eine richtig große Krise in der Regierung da ist,
- 6:04dann müssen natürlich auch Hoppermann und Wacken dafür gerade stehen.
- 6:08Es kann natürlich auch sein, dass es richtig gut läuft, weil sie es richtig
- 6:10gut machen und dann müssen sie trotzdem gehen.
- 6:13Das haben Frauen schon mal erlebt nach 1945. Die haben das Land halbwegs wieder
- 6:16aufgebaut und als sie dann fertig waren damit, nein, das ist jetzt ein bisschen
- 6:19übertrieben, kamen die Männer zurück und haben gesagt, so Entschuldigung,
- 6:23rücken Sie doch bitte mal zur Seite. Das wäre jetzt natürlich der Worst Case.
- 6:26Aber glaubst du denn wirklich daran, dass sich politisch was ändert dadurch,
- 6:30dass wir jetzt zwei Frauen in diesem engeren Zirkel haben?
- 6:33Weil ich muss sagen, ich bin da ehrlicherweise unsicher. Also ich würde es mir
- 6:35sehr wünschen, aber ich bin mir unsicher, inwieweit das tatsächlich so spürbar was ändert kann.
- 6:42Also mein Eindruck ist, dass Nina Wacken und Franziska Hoppermann sich sehr
- 6:45gut kennen, sehr gut verstehen, ein großes Vertrauen miteinander haben.
- 6:48Die kommen beide aus der Frauenunion.
- 6:51Die haben auch, glaube ich, beide im Moment nicht eine eigene Agenda,
- 6:57ein eigenes Ziel darüber hinaus, dass Friedrich Merz gefährlich werden könnte
- 7:02oder dass einem Erfolg gefährlich werden könnte.
- 7:04Ich glaube, beide sind eher pragmatisch und beide sind vor allem.
- 7:09Meine Wahrnehmung, sehr uneitel.
- 7:11Und im besten Fall geben die jetzt 100 Prozent ihrer Energie ins Gelingen dieser Regierung.
- 7:17Und das kann natürlich für alle am Ende Vorteile bringen.
- 7:20Nicht nur für die Frauen, sondern für die Männer. Also gutes Regieren kann eigentlich nur helfen.
- 7:26Die Frage ist, und das ist natürlich auch eine Sache, die sich jetzt glaube
- 7:30ich viele Frauen nach all dem,
- 7:34was du gerade so nochmal im Schnelldurchlauf beschrieben hast,
- 7:36also ein hohes Maß an Personalveränderungen, ein hohes Maß an Reformen,
- 7:41die irgendwie so angestoßen sind, aber ja in sehr vielen Bereichen noch lange nicht im Ziel sind.
- 7:47Wir sind ja in diese Sommerpause, die keine war, gegangen mit großen Versprechungen bei Pflege, bei Rente,
- 7:54bei den Arbeitsmarktveränderungen und die Frage ist, wird die Politik,
- 8:01die sich jetzt daraus ergibt.
- 8:04Einen Profit für Frauen bieten? Oder ist das zwar schön, dass da jetzt Frauen
- 8:10im Koalitionsausschuss sitzen, dass da Frauen in den Schlüsselstellen sitzen,
- 8:14inhaltlich aber verbessert sich für Frauen gar nichts? Wie ist deine Einschätzung?
- 8:19Ich finde das einen spannenden Punkt, weil ich finde, wenn man auf die Reformen
- 8:25guckt, die jetzt ja angestoßen sind, du hast es gerade gesagt,
- 8:28die sind ja noch nicht über die Bühne, aber es sind einige, es ist eine ganze
- 8:31Reihe von Reformen angestoßen, Wenn man da mal so den Blick so ein bisschen
- 8:36weitet, dann ist das natürlich keine einzige von diesen Reformen jetzt per se
- 8:40dafür gedacht, um Frauen zu schaden.
- 8:42Aber ich glaube ehrlicherweise, dass, wenn man sich das so das große Ganz anguckt,
- 8:47dass in diesen ganzen Reformen jetzt einige Punkte drin sind,
- 8:50bei denen Frauen diejenigen sind, die es am Ende ausbaden müssen.
- 8:54Also bei denen sich gar nicht für Frauen was zum Positiven verändert,
- 8:57sondern sogar, dass es da teilweise Dinge gibt, die sich für Frauen eher zum
- 9:01Negativen verändern. Und interessanterweise ja gerade in Bereichen,
- 9:04die von Frauen als Ministerinnen verantwortet wurden.
- 9:07Du hast gerade ein paar Punkte angesprochen, die noch von der Bundesgesundheitsministerin
- 9:12Nina Warken angestoßen wurden und andere, die von Bundesfamilienministerin Karin Prien gemacht werden.
- 9:18Also das hat natürlich auch immer so eine doppelt schwierige Lage.
- 9:23Hast du ein Beispiel, wo du sagst, da merkt man richtig, dass ein Gesetz,
- 9:27das eigentlich ja wie immer für alle Geschlechter gleiche Auswirkungen haben
- 9:31soll, wo es wirklich zulassen der Frauen geht?
- 9:34Also du hast gerade angesprochen, das Gesetz von Nina Wacken zum Beispiel bei der Pflegereform.
- 9:39Da ist es ja so, dass die unbezahlte Pflegearbeit eben zu einem ganz großen
- 9:45Teil von Frauen gemacht wird.
- 9:46Also ungefähr drei Viertel der insgesamt knapp fünf Millionen Menschen,
- 9:51die in Deutschland zu Hause gepflegt werden, werden von Frauen gepflegt.
- 9:55Also da sind einfach die Frauen diejenigen, die den größten Teil der Arbeit machen.
- 9:59Und jetzt sieht aber die Reform vor, dass ja eben für pflegende Angehörige die
- 10:05Rentenbeiträge gekürzt werden sollen.
- 10:06Und das ist zum Beispiel was, was dann, wenn man sich einfach die Statistik
- 10:09anguckt, eben vor allem Frauen trifft, die ja sowieso schon eine geringere Rente
- 10:13haben und dann aber eben den größten Anteil der pflegenden Angehörigen stellen,
- 10:18und dann natürlich auch diejenigen sind, die da jetzt darunter leiden.
- 10:23Und dann gibt es natürlich auch noch die Punkte, über die ja schon ausführlich
- 10:27diskutiert wurde. Also einerseits der Punkt Unterhaltsvorschuss,
- 10:30die Reform beim Unterhaltsvorschuss.
- 10:33Der soll jetzt nicht mehr bis zum 18. Lebensjahr, sondern nur noch bis zum 16.
- 10:36Lebensjahr des Kindes gezahlt werden.
- 10:39Das trifft natürlich auch Frauen, die möglicherweise auf dieses Geld angewiesen
- 10:42sind. Und auch da ist es so, dass Alleinerziehende eben in ganz vielen Fällen Frauen sind.
- 10:49Und beim Elterngeld ist es ja zum Beispiel auch so, dass jetzt insgesamt,
- 10:52wenn die Monate zurückgehen, der eine Elternteil und das ist eben dann häufiger
- 10:56die Frau, maximal neun Monate nehmen kann und dann eben nochmal drei weitere Monate
- 11:02da sind, die dann in der Regel die Väter nehmen können.
- 11:05Aber was ist dann eben, wenn du zum Beispiel einen Partner hast,
- 11:09der freiberuflich ist, der.
- 11:13In Familien, in denen sich das finanziell überhaupt gar nicht ergibt,
- 11:16dass eben der Vater, der das höhere Gehalt hat zum Beispiel,
- 11:20so lange Elternzeit nimmt und dann entsteht da eine Betreuungsdücke, die am Ende
- 11:25meiner Meinung nach wahrscheinlich auch wieder Frauen füllen müssen. Ja.
- 11:30Da gab es jetzt irgendwie so bei diesen Reformen so ein paar Punkte,
- 11:34wo man, wenn man mal so aus der frauenpolitischen Perspektive drauf guckt,
- 11:39zumindest so ein bisschen Bauchschmerzen bekommen kann.
- 11:43Ich finde das hochinteressant, was du sagst. Und es trifft ja tatsächlich genau,
- 11:47die Realität in diesem Land.
- 11:49Es sind die Frauen, die die Care arbeiten. Es sind die Frauen,
- 11:51die in der Regel zu Hause bleiben.
- 11:53Und ich finde es immer hochinteressant, ich beobachte Familienpolitik jetzt
- 11:56schon verdammt lange und es ist immer so, dass es Leute gibt,
- 11:59die sagen, wir müssen das,
- 12:01gleichberechtigtere Strukturen schaffen und in den Gesetzen darf es natürlich,
- 12:05auch nur gleichberechtigte Formulierungen geben, also dass es um Partner geht,
- 12:09die Dinge tun und so weiter.
- 12:11Es gibt daneben aber immer diese Realität des Alltags. Frauen treffen Entscheidungen und dafür,
- 12:17haben sie dann Konsequenzen zu erleiden und dann sind Gesetze,
- 12:21die eigentlich von gleichen Grundvoraussetzungen ausgehen, am Ende doch zu ihrem Nachteil.
- 12:28Das Problem ist, wenn man das je ändern will, müssen wir eigentlich Dinge tun,
- 12:31die Frauen da stärker rausholen.
- 12:34Das sind dann auch Sachen, die Frauen aber auch irgendwann entscheiden müssen.
- 12:37Und da wird es dann schwierig. Also ich glaube, ein Rat wäre immer zu sagen,
- 12:41Augen auf bei der Partnerwahl. Also sucht euch Männer, die weniger verdienen
- 12:44als ihr. Und schon ist es finanziell günstiger, wenn ihr weiterarbeitet.
- 12:48Aber das sind natürlich...
- 12:49Oder vielleicht auch an alle Arbeitgeber bezahlt Frauen besser.
- 12:53Oder so, verhandelt besser Frauen. Also es gibt viele, viele Momente,
- 12:57glaube ich, wo viele Stellschrauben sind.
- 13:00Aber ich glaube, es wird immer da schwer, wo eine gelebte Realität ist.
- 13:05Und für Frauen in Deutschland ist es so. Sie kümmern sich in der Regel um die
- 13:08Kinder und sie kümmern sich in der Regel um die alten Menschen.
- 13:12Das wird sich auch in den nächsten drei Jahren nicht ändern durch eine andere
- 13:14Gesetzgebung. Und dann passt diese tatsächlich nur schlecht darauf und benachteiligt sie dann de facto.
- 13:20Auch wenn sie im Gesetz nicht benachteiligt sind. Absolut.
- 13:23Beim Elterngeld ist ja auch die Idee dahinter, dass man mehr Partnerschaftlichkeit
- 13:27schaffen möchte dadurch.
- 13:28Dadurch, dass eben dann die Männer dazu gezwungen sind, mehr Monate Elterngeld
- 13:35zu beantragen und Elternzeit zu machen. Aber die Frage ist eben,
- 13:37was passiert in der Realität?
- 13:40Und vor allen Dingen, wenn wir uns dann auch noch anschauen,
- 13:42dass es ja auch einen Anspruch auf einen Kita-Platz erst ab zwölf Monaten in
- 13:48der Realität sogar noch später gibt.
- 13:50Also dann haben wir da ja auch eine Betreuungslücke, wenn der Vater jetzt,
- 13:53sagen wir mal, wirklich gar keine Elternzeit nimmt und Frauen nur noch neun
- 13:57Monate nehmen können. Was ist dann mit den weiteren Monaten? Ja, guter Punkt.
- 14:03Wir reden schon die ganze Zeit über Frauen, über Frauen, die sich Friedrich
- 14:06Mert ins Kabinett geholt hat, über die Frauen, die...
- 14:11Jetzt hätte ich fast gesagt, Opfer seiner Politik sind, das ist zu hart,
- 14:14die aber zumindest mit den Folgen seiner Politik leben müssen.
- 14:19Es gibt zwei Frauen, die Friedrich Merz umgekehrt gerade sehr aktiv das Leben schwer machen.
- 14:25Ich sage jetzt im Moment, aber das tun sie eigentlich schon ziemlich lange,
- 14:27aber im Moment wird es gerade besonders krass.
- 14:30Alice Weidel von der AfD und Sarah Wagenknecht vom BSW und die beiden stehen
- 14:34natürlich jetzt ein bisschen pass pro toto für ihre beiden Parteien.
- 14:37Wir nehmen heute am Donnerstag auf und es gibt sehr viel Musik,
- 14:42gerade politische Musik, gerade im Sachsen-Anhalt-Wahlkampf mit der großen Frage,
- 14:48welche Rolle wir dort das BSW,
- 14:51also die Wagenknecht-Partei spielen, mit Blick auf Machtoptionen,
- 14:55die wiederum die AfD hat.
- 14:57Also, um es mal ganz abgekürzt und zugespitzt zu sagen, hilft Sarah Wagenknecht
- 15:02Alice Weidel zur Macht und sei es nur zunächst mal in Sachsen-Anhalt.
- 15:08Das ist gerade eine Debatte und ich glaube, wir sollten diese Folge nicht beenden,
- 15:11ohne einmal auf diese beiden Frauen zu gucken, die gerade für ziemlich viel
- 15:15Unruhe sorgen. Wie siehst du es?
- 15:18Also jetzt sind es nur noch fast drei Wochen, ein bisschen mehr.
- 15:22Und ich meine, es ist ja am Ende wirklich auch eine Wahl. Ich glaube,
- 15:25das kann man eigentlich nicht genug sagen. Es ist einfach wirklich so,
- 15:28die entscheidend ist für ganz Deutschland und am Ende auch für Friedrich Merz.
- 15:34Die Rolle, die Sarah Wagenknecht da jetzt spielt, finde ich ganz spannend,
- 15:37weil sie es ja auch geschafft hat, jetzt plötzlich wieder Schlagzeilen zu machen.
- 15:41Also sie war ja gefühlt eigentlich schon weg und jetzt ist sie aber nochmal
- 15:46irgendwie rausgekommen und plötzlich wieder in aller Munde und in den Schlagzeilen.
- 15:53Ich weiß nicht, wie siehst du das? Also ist das am Ende jetzt ein PR-Gag,
- 15:57den sie da irgendwie macht? Oder steckt da doch irgendwie was Ernsteres dahinter?
- 16:02Das Ernstere ist, dass sie unbedingt
- 16:03versuchen will, dass das BSW in Sachsen-Anhalt in den Landtag kommt.
- 16:07Das ist praktisch die letzte Chance, dieser Partei noch Relevanz zu verschaffen.
- 16:12Wenn die dort rausfallen, ist die Partei mehr oder weniger als bundespolitisch
- 16:17relevante Partei weg vom Fenster.
- 16:19Das versuchen sie. Sie stehen in Umfragen im Moment bei 5 Prozent.
- 16:22Das kann klappen, das kann nicht klappen.
- 16:25Und jetzt versuchen sie gerade Dinge zu tun, die das ganze Spiel nochmal ein bisschen aufmischen.
- 16:29Sarah Wagner, aber auch die Co-Vorsitzenden der Partei haben jetzt angedeutet,
- 16:34man könnte doch einen Weg gehen,
- 16:36einen unabhängigen, parteiübergreifenden Ministerpräsidenten zu wählen.
- 16:40Natürlich mit den Stimmen des BSW, natürlich mit den Stimmen auch der AfD.
- 16:46Und dieser Ministerpräsident könnte sich dann der wechselnde Mehrheiten suchen
- 16:49und so weiter. Das sind so Versuche zu sagen, hey, wir sind doch konstruktiv,
- 16:52wir haben doch Ideen und so weiter.
- 16:56Und immer natürlich auch der AfD auf eine Weise die Hand zu reichen und zu sagen,
- 17:01guck mal hier, wir sind nicht Opposition, wir würden euch auch helfen und lass uns doch mal zusammen.
- 17:05Denn es gab einen Nebensatz und der hieß, wenn sich die anderen Parteien,
- 17:09in Klammern die CDU, die mit Sicherheit drin sein wird, auf so ein Modell nicht
- 17:13einlassen würden, dann würde man im dritten Wahlgang für den Ministerpräsidenten,
- 17:19im ersten gibt es vielleicht keine Mehrheit, im zweiten gibt es vielleicht keine
- 17:22Mehrheit, aber im dritten, würde man sich dann der Stimme enthalten.
- 17:26Das hieße, dass es nur noch eine einfache Mehrheit braucht und damit wäre der AfD-Kandidat gewählt.
- 17:32Das heißt, im Hinterkopf haben sie schon, okay, wir geben jetzt hier mal so
- 17:36ein paar Modelle rein, wären aber auch fein damit, wenn am Ende ein AfD-Ministerpräsident gewählt wird.
- 17:43Jetzt hat natürlich der AfD-Spitzenkandidat gesagt, ja, schönen Dank,
- 17:46ich brauche eure Stimmen nicht, ich schaffe das auch alleine.
- 17:48Die sind über 40 Prozent in den Umfragen und die können davon träumen,
- 17:52und zwar relativ realistisch davon träumen, dass sie sogar alleine die absolute Mehrheit schaffen.
- 17:57Der stellt sich natürlich jetzt nicht hin und sagt, oh ja, bitte,
- 17:59bitte, bitte, Sarah Wagenknecht, helft mir. Sondern sagt, Leute, wir sind stark genug.
- 18:04Und jetzt kommt der nächste Move,
- 18:06heute, am Donnerstag, kommt ein anderer AfD-Mann, nämlich Björn Höcke.
- 18:11Parteichef in Thüringen, also anderes Bundesland, aber ähnlich relevant und
- 18:18sagt, ja, wie wäre das denn, wenn Sarah Wagensknecht, also die BSW-Vorsitzende
- 18:23in Thüringen, jetzt wird es langsam witzig kompliziert,
- 18:26Ministerpräsidentin werden könnte.
- 18:28Ich würde ihr wohl die Hand reichen, sagt er, im Sinne von, wir würden sie wohl
- 18:32wählen und die Stimmen hätten sie dann.
- 18:35Was hat das jetzt damit zu tun, ist der erste Reflex. Warum will die AfD jetzt
- 18:39in Thüringen Sarah Wagenknecht zur Ministerpräsidentin wählen?
- 18:44Vor allem, weil das Thüringer BSW niemals eine Wagenknecht sozusagen promoten
- 18:50würde und niemals mit der AfD etwas zusammen machen würde. Das Thüringer BSW
- 18:54ist relativ klar, anders als das Sachsen-Anhalt-Hinische Wies. weh.
- 18:59Sarah Wagenknecht sagt jetzt aber auch, Entschuldigung, ist durchschaut,
- 19:03geht nur um euch am Ende, um einen AfD-Move, machen wir nicht.
- 19:08Aber zwei, drei Tage lassen wir durchs Land ziehen und dann gucken wir auf diese
- 19:12Situation zurück und denken, die AfD tut Dinge.
- 19:17Und das BSW wuschelt rum. Wenn ich jetzt Protestwähler wäre und sagen würde,
- 19:23also die ganzen Mitte-Parteien kann ich nicht wählen.
- 19:26Ich habe so eine Wut im Bauch und ich will jetzt mal richtig und so weiter.
- 19:29Was denke ich nach diesen Tagen? Ich denke möglicherweise eben nicht mehr,
- 19:33ich könnte die AfD oder das BSW wählen, sondern denke, nee, also das BSW,
- 19:37da weiß ich jetzt überhaupt nicht mehr.
- 19:40Dann kann ich auch gleich die AfD wählen.
- 19:42Mein Gefühl ist, dass genau sowas gerade passiert, Dass die AfD alles macht,
- 19:47damit dieses Milieu von Leuten, die sagen, ich habe die Faust in der Tasche und so weiter,
- 19:53dass sie A wählen und dann auch bei ihnen das Kreuz machen. Und das macht die Sache hochgefährlich.
- 20:01Sarah Wagenknecht sagt ja, in dem Moment, in dem in Sachsen-Anhalt Sven Schulze
- 20:07weg ist und dann eben Siegmund Ministerpräsident ist, in dem Moment fällt auch
- 20:14Friedrich Merz in Berlin.
- 20:16Würdest du sagen, damit könnte sie einen Nerv getroffen haben und das könnte
- 20:21am Ende tatsächlich so kommen?
- 20:23Also was ist so deine Prognose, wie groß
- 20:26könnte die Krise von Friedrich Merz in Berlin werden nach der Landtagswahl in
- 20:32Sachsen-Anhalt und dann den danach folgenden Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern
- 20:37und in Berlin, wenn eben die CDU
- 20:41schlecht abschneidet und wenn es eben vor allen Dingen der AfD
- 20:45gelingt, in Sachsen-Anhalt am Ende tatsächlich einen Ministerpräsidenten zu stellen.
- 20:50Im krassesten Fall auch noch mit absoluter Mehrheit?
- 20:54Also wenn es einen AfD-Ministerpräsidenten in Sachsen-Anhalt gibt,
- 20:58also der Worst Case in unserer Variante, würde ich sagen, das singuläre Ereignis
- 21:03ist kein Problem für Friedrich Merz.
- 21:04Das ist ein Problem für uns alle, damit auch für Friedrich Merz,
- 21:07aber es ist kein machtpolitisches Problem für ihn, weil ich glaube,
- 21:10dass dann eher eine solche Alarmlage ist, dass es.
- 21:15Für viele wahrscheinlich viel überzeugender ist, zu sagen, wir müssen jetzt
- 21:19hier wirklich die Reihen schließen und wir müssen jetzt hier Stabilität machen.
- 21:22Ich glaube, das ist nicht der Punkt.
- 21:24Viel gefährlicher würde es für ihn, wenn dieser AfD-Ministerpräsident mit Stimmen
- 21:29aus der CDU gewählt würde.
- 21:30Und wenn sich dann plötzlich eine Debatte in der CDU entwickeln würde,
- 21:34die hieße, ja, aber warum denn auch nicht? Und wir müssen doch auch mal in Mehrheiten
- 21:38denken und auf diese Weise können wir Einfluss nehmen. oder,
- 21:44Sven Schulz würde es nie machen, aber wenn jemand anders aus der CDU-Fraktion
- 21:48sich mit Stimmen der AfD zum Ministerpräsidenten wählen lassen würde, dann.
- 21:54Brennt es in der CDU und dann kriegt er ein Problem.
- 21:59Er kriegt natürlich auch dann
- 22:00ein Problem, wenn alle drei Landtagswahlen schlecht für die CDU ausgehen.
- 22:05Das weiß man aber erst zwei Wochen später, wenn auch Berlin gewählt hat und
- 22:09Mecklenburg-Vorpommern gewählt hat.
- 22:11Im Norden ist es so, dass es eine Wahl, die schon abgeschrieben ist.
- 22:15Berlin kann die CDU noch gewinnen. Das ist im Moment noch sehr offen.
- 22:19Also drei Landtagswahlen kaputt gegangen für die CDU und dann noch eine unklare
- 22:23Gemengelage in Sachsen-Anhalt, wo CDU-Politiker Dinge tun, die sie eigentlich nicht tun sollten.
- 22:28Dann kann es gefährlich werden. Es kann aber auch noch aus einem anderen Grund
- 22:32gefährlich werden, weil natürlich sein Koalitionspartner möglicherweise sehr strugglen könnte.
- 22:38Dann hat er eine wirkliche Regierungskrise, weil dann nicht klar ist,
- 22:41was wird aus Bärbel Baas und Lars Klingbeil, also immer gesetzter Fall,
- 22:46die SPD schmiert richtig ab.
- 22:49All das kann passieren. Also die Wochen nach diesen Landtagswahlen werden maximal spannend.
- 22:54Es gibt aber Szenarien, bei denen Merz vielleicht nicht gestärkt,
- 22:59aber doch stabilisiert rausgeht, auch wenn man auf den ersten Blick denkt,
- 23:02es sind schlimme Dinge passiert.
- 23:04Weil natürlich irgendwann auch sich eine Union fragt.
- 23:09Was heißt das denn jetzt für die Stabilität des Landes und welches Signal wollen
- 23:13wir den Bürgerinnen und Bürgern in allen anderen Bundesländern eigentlich geben?
- 23:17Da gibt es so ein Land mit plus minus zwei Millionen Einwohnern,
- 23:21die machen Sachen, die uns nicht gefallen und dann stürzen wir unseren Kanzler?
- 23:26Glaube ich nicht. Glaube ich ehrlich nicht.
- 23:30Dann hoffen wir auf jeden Fall mal, würde ich sagen, dass, um nochmal zum Anfang
- 23:34der Folge zurückzukommen, dass der Umbau des Machtzirkels um Friedrich Merz
- 23:40herum und die zwei Frauen, die darin jetzt teilgeworden sind,
- 23:44da dann zumindest irgendwie so ein bisschen so ein stabilisierender Faktor sein könnten. Hoffentlich.
- 23:51Und jetzt die Zahl der Woche.
- 23:54Julia, drei Wochen konnte ich dich das jetzt nicht fragen, aber jetzt kann ich
- 23:57dich endlich wieder fragen. Hast du denn am Ende dieser Folge noch eine Zahl der Woche für uns?
- 24:03Ja, das ist die 13 und diese Zahl... Das ist nie eine gute Zahl.
- 24:06Das ist nie eine gute Zahl. Heute ist der 13. August. Ich nehme die Zahl 13 und insgesamt...
- 24:11Immerhin ist heute noch nicht Freitag. Immerhin.
- 24:16Nur noch 13 Prozent der Bundesbürgerinnen und Bürger halten die Arbeit von Friedrich Merz für gut.
- 24:22Die Zustimmung ist noch mal wieder weiter gesunken.
- 24:25Mehr möchte ich dazu einfach gar nicht sagen. Es ist ein neuer Tiefpunkt.
- 24:28Es ist ein neuer Tiefpunkt. 13 Prozent.
- 24:31Alle anderen schütteln den Kopf über diesen Kanzler.
- 24:35Carlotta, jetzt hast du die einmalige Chance, uns die Laune so richtig zu heben mit einer Zahl.
- 24:42Die Frage, ob meine Zahl die Laune hebt, hängt, glaube ich, davon ab,
- 24:45aus welcher Perspektive man drauf schaut.
- 24:48Aus meiner Perspektive würde ich sagen, ja. Das reicht mir.
- 24:51Denn wir wissen ja, der Kanzler möchte, dass wir alle mehr arbeiten.
- 24:55Und da gibt es ja immer dieses Bild, dass vor allen Dingen die Gen Z besonders
- 24:59faul ist und irgendwie keinen Bock mehr hat zu arbeiten, sondern Work-Life-Balance
- 25:03möchte und die vier Tage Woche. Hey, du warst gerade drei Wochen im Urlaub.
- 25:07Genau, so offensichtlich bin ich da gerade bei Spielen.
- 25:12Jetzt gab es aber eine neue Studie, die genau das Gegenteil bewiesen hat.
- 25:18Und das ist eine Studie vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung.
- 25:22Und die haben den Mikrozensus ausgewertet und sich angeschaut,
- 25:26wie denn eigentlich die Erwerbsbeteiligung der Gen Z aussieht.
- 25:30Und die sind zu dem Ergebnis bekommen, dass die Generation Z im Arbeitsmarkt
- 25:36so häufig aktiv ist, wie junge Leute seit Jahrzehnten nicht.
- 25:40Und das führt mich zu meiner Zahl. Meine Zahl ist nämlich 76,8.
- 25:45Das ist die Zahl der Erwerbsbeteiligung der Gen Z.
- 25:50Und da gab es auch einen relativ hohen Anstieg. Also um 7,1 Prozentpunkte ist
- 25:58die Zahl gestiegen zwischen 2015 und 2025.
- 26:02Also, wenn der Kanzler eins nicht machen kann, dann behaupten,
- 26:06dass die junge Generation nicht mehr arbeiten möchte, weil zumindest wenn man
- 26:09auf die Zahlen schaut, dann ist das nicht wahr.
- 26:13Sehr schön. Ich freue mich drauf, demnächst hier wieder mit dir auf Zahlen und
- 26:19unseren Kanzler zu gucken.
- 26:20Vielen Dank erstmal für heute, vielen Dank euch fürs Zuschauen,
- 26:23Zuhören und bis zum nächsten Mal. Tschüss.
- 26:33Ein Podcast von Funke.