Latest / Gin And Talk / Constantin Schreiber über Nachrichten, Journalismus und Vielfalt
Transcript
- 0:00Speaker 1: Wenn eine Muslime kandidieren würde, also es wäre nicht keine Frage.
- 0:04Speaker 1: Ich glaube natürlich wird es nur Rolle spielen aber das ist nichts was ausgeschlossen wäre.
- 0:07Speaker 1: Also wenn Anna-Lena Baerbock jetzt muslimen wäre, wäre das glaube ich nicht der hinternisgrund für ihre Kandidatur gewesen.
- 0:14Speaker 1: Es ist irgendwie auch so in Mode gekommen eine Quote zu fordern.
- 0:17Speaker 1: Was bedeutet das eigentlich?
- 0:18Speaker 1: Welche Verwerfungen bringt das mit sich?
- 0:20Speaker 1: und ich meine was ist wenn jede Gruppe ne Quote fordert?
- 0:23Speaker 1: Ich persönlich würde sagen, dass diese gesellschaftliche Spaltung und die große Gefahr, das glaube ich wirklich Teile auch unserer Gesellschaft verahmen.
- 0:32Speaker 1: Also abgeschnitten werden von sozialstaatlichen Strukturendefakten oder dort nur noch ganz wenig an Leistung bekommen können, dass das die große Frage eigentlich ist.
- 0:44Speaker 0: Herzlich willkommen!
- 0:45Speaker 0: Mein Name ist Daniel Fürg und bevor wir gleich rüber an unseren heute coronabedingt wieder virtuellen Bar-Tresen gehen, möchte ich kurz unserem heutigen Gast vorstellen.
- 0:55Speaker 0: Konstantin Schreiber ist Journalist und Autor – er isst das neue Gesicht der Tagesschau!
- 1:01Speaker 0: Seit Januar sehen wir ihn regelmäßig in den zwanzig Uhr Nachrichten In seinem neuesten Roman.
- 1:06Speaker 0: die Kandidatin hat es sich mit Vielfalt in unserer Gesellschaft beschäftigt Und mit der Frage, was denn passiert wenn Vielfalt auf einmal zur Start-Stop drehen wird.
- 1:17Speaker 0: Der Ausnahmejournalist spricht fließend arabisch ist Medienstar in Ägypten und Grimmepreisträger.
- 1:24Speaker 0: Ich freue mich auf ein Gespräch über Journalismus den Islam und Vielfalten unserer Gesellschaft.
- 1:30Speaker 0: Bevor wir aber gleich an das Gespräch starten noch eine Bitte Wenn dir Genintalk gefällt klicke bitte auf den Abonnieren Button bei Spotify Apple Podcast oder wo auch immer du uns gerade zuhörst gerne auch bei Instagram.
- 1:43Speaker 0: Nun aber viel Spaß beim Zuhören und schön, dass ihr alle wieder mit dabei seid!
- 2:21Speaker 0: Konstantin Schreiber, ich freue mich sehr dass es klappt und wir uns heute hier virtuell zugeschaltet haben.
- 2:28Speaker 0: Ich gerade in Berlin sieg glaube ich in Hamburg also immerhin virtuell.
- 2:32Speaker 0: dann wird grad schon gesagt das mit der Bar holen wir mal nach wenn Corona vorbei ist.
- 2:38Speaker 1: Da komme ich gerne mal nach München, da ist ja auch eine schöne Stadt
- 2:40Speaker 0: Absolut.
- 2:41Speaker 0: Waren Sie ja, glaube ich auch mal eine Zeit lang richtig?
- 2:44Speaker 0: Näh
- 2:44Speaker 1: in Bayern!
- 2:45Speaker 1: Also ich habe in Passau studiert, Jura studiert und von da aus... naja gut war München schon dann irgendwie der nächstgrößte Bezugspunkt würde ich sagen aber trotzdem ganz um die Ecke war es dann irgendwie auch wieder nicht.
- 2:55Speaker 1: ne also ich glaub so zweisweinhalb Stunden hat man immer gebraucht.
- 2:57Speaker 1: vom Passau aus nach München ist halt man am Wochenende einmal gemacht aber nicht mal eben kurz zwischendurch Aber klar, also da war ich häufig da.
- 3:04Speaker 0: Jetzt war ja eigentlich ihre Karriere gar nicht so vorbestimmt.
- 3:07Speaker 0: Also Journalismus war ja jetzt nicht das Thema, dass sie ihr ganzes junges Leben sage ich mal als Jugendlicher... also viele spätere Journalisten haben ja schon irgendwie als Kind und Jugendlicher diese Faszination für Medien- und Journalismus.
- 3:23Speaker 0: aber sie haben ja erst einmal was ganz anderes gemacht.
- 3:25Speaker 0: Sie haben Jura studiert, sie haben bei einer Bank gearbeitet.
- 3:28Speaker 0: Gab es diese Faszination trotzdem schon davor für Medien, dass sie gesagt haben das könnte mich irgendwie mal interessieren.
- 3:35Speaker 0: oder war das dann wirklich so eine Zufallsbegegnung?
- 3:38Speaker 0: Ich glaube ein bekannter von ihnen hat sich ja dann angesprochen weil er gehört hat, dass jemand gebraucht wird mit ihren Fähigkeiten also vor allem auch der der Fähigkeit die arabische Sprache sprechen zu können.
- 3:49Speaker 0: Also
- 3:49Speaker 1: ihr habt davon wahnsinnig viel Medien konsumiert durchaus auch Nachrichtsendungen politische Magazine.
- 3:55Speaker 1: ich habe immer den Spiegel gelesen und die Zeit.
- 3:59Speaker 1: Ich war sehr journalistisch, breit aufgestellt als Konsument und habe das immer ganz eng aufgesogen an die Informationen und Weltgeschehen.
- 4:11Speaker 1: Also die Idee das selber zu machen, hatte ich interessanterweise bis zu dieser Zufallsbegegnung, die sie ja gerade geschildert haben.
- 4:17Speaker 1: Tatsächlich nicht!
- 4:18Speaker 1: Es ist mir nicht in den Sinn gekommen, sondern ich war Konsument und war gut informiert aber habe nicht gedacht dass ich selber mal Journalist werde.
- 4:27Speaker 0: Seit Januar, spätestens seit Januar kennst du ja quasi ganz Deutschland weil Sie... die Hauptausgabe der Tagesschau moderieren.
- 4:40Speaker 0: Wie kam es zu diesem Schritt und was hat das für Sie auch nochmal bedeutet, wirklich diese Ausgabe dann auch moderiert zu dürfen?
- 4:47Speaker 1: Gut ich war vorher ja schon ein paar Jahre da und hab also früh-und Wochenende ausgaben der Tageschau moderierend oder sprechen dürfen.
- 4:54Speaker 1: wie wir sagen habe auch das Nachtmagazin gemacht, also das heißt ganz von außen bin ich jetzt nicht geholt worden und dahingestellt worden.
- 5:02Speaker 1: Es gab schon diese Phase davor wo ich mich auch an die Umgebung in diesem Studio gewöhnen konnte weil es ist Verglichen auch mit anderen Fernsehstudios ist eine ganz besondere Umgebung.
- 5:14Speaker 1: Es ist eben kein virtuelles Studio, es ist ein richtiges Studio.
- 5:17Speaker 1: Die Wante ist real der Tisch ist real Der Boden ist real Und dadurch wirkt das auch wenn man dort steht ein bisschen imposanter als eben vom Blue oder Green Screen.
- 5:25Speaker 1: Also vor so einer digitalen oder einem digitalen studio die meistens dann nicht so groß sind und auch nicht nur so eindrucksvoll Wenn man als Moderator da drin steht.
- 5:34Speaker 1: also das ist schon eine besondere umgebung Und ich hatte diese Vorbereitung, was heißt Vorbereitungen?
- 5:40Speaker 1: Also es war auch da nicht klar.
- 5:42Speaker 1: Es sind ja viele Menschen oder einige Kolleginnen und Kollegen die auch mit mir diese anderen Ausgaben vormoderiert haben das Nacht-Bagazin gemacht haben.
- 5:51Speaker 1: also ganz klar dass ich nun von vielen oder einigen anderen das Privileg habe würde auch dieser zwanzig Uhr ausgabe sprechen zu dürfen.
- 6:00Speaker 1: Das war nicht vorbestimmt würde ich sagen.
- 6:05Speaker 1: Ich weiß auch gar nicht genau, wie das jetzt gekommen ist.
- 6:09Speaker 1: Also ich habe mich jetzt nicht noch mal offiziell beworben oder so sondern... ...ich glaube das ist ab einem gewissen Punkt tatsächlich so dass entweder jemand oder der Sender das will oder nicht.
- 6:19Speaker 1: da ist es glaube ich nicht so, dass man sich wirklich drauf bewirbt.
- 6:22Speaker 1: Ich habe aber auch jetzt gar nicht anschließend gefragt Wie war denn das jetzt?
- 6:27Speaker 1: Wie seid ihr auf mich gekommen?
- 6:29Speaker 1: Sondern hab' mich da jetzt einfach gefreut dass es wirklich so ist.
- 6:35Speaker 1: Und ja klar, also ich bin mit Dagmar Berghoff zum Beispiel groß geworden.
- 6:39Speaker 1: die hat mir als Kind die Welt erklärt und Nachrichten nahe gebracht.
- 6:43Speaker 1: Also das finde ich bis heute irgendwie doch ganz krass zu sehen, wo sie früher stand Es war ein anderes Studio aber sozusagen der Sendeplatz und die Marke Dass ich das mache jetzt und anderen Menschen Nachrichten uns halt geschehen vermittelt Das find' ich ganz toll.
- 7:00Speaker 0: Ja, Sie haben in dieser speziellen Rolle.
- 7:03Speaker 0: Also gerade in den Nachrichten des öffentlich-rechtlichen Fernsehens wenn man dann diese Kategorie so aufmachen möchte, haben sie ja auch eine ganz spezielle Rolle weil in der Moderation ist ja auch so eine gewisse Grundneutralität erst mal gefragt also Meinung hat.
- 7:21Speaker 0: Also ihre persönliche Meinung hat ja in der Moderation erst mal nicht so viel zu suchen, sage ich mal.
- 7:27Speaker 0: Es wird da
- 7:27Speaker 1: gar nichts zu suchen in der Tage, schaut tatsächlich.
- 7:29Speaker 0: Genau!
- 7:30Speaker 0: Jetzt sind sie aber sonst durch die ganzen vielen anderen Sachen, die Sie machen, sind sie ja schon sehr tief auch in ganz vielen Themen drin, wenn wir gleich nochmal darüber sprechen und Sie haben ja da auch vertreten ja durchaus klare Meinungen.
- 7:44Speaker 0: Fällt Ihnen das manchmal schwer diese Neutralität dann auch zu haben?
- 7:48Speaker 0: In der Modération?
- 7:49Speaker 1: Nein, gar nicht.
- 7:51Speaker 1: Ganz unterschiedliche Dinge.
- 7:53Speaker 1: Das ist ja dem Nachrichtenjournalismus gemein, also ob das jetzt bei der Tagesschau ist oder bei MTV oder den Kollegen des ZDF.
- 8:00Speaker 1: Also wenn es wirklich um Nachrichtensendungen geht dass es da schon Konsens gibt wie man Sachen formuliert, wie man auch Themen auswählt, dass man verschiedene Vertreter zu Wort kommen lässt, dass die Sprache möglichst ausgewogen ist Also das ist ja eine ganz andere, eben tatsächlich ne ganz andere Rolle.
- 8:20Speaker 1: Ich schreibe die Texte im Übrigen ja auch tatsächlich nicht.
- 8:23Speaker 1: also ich bin ja wirklich in der Rolle bei der Tagesschau um zwanzig Uhr ein Sprecher.
- 8:26Speaker 1: Die Texte werden von den Kolleginnen in der Redaktion von Korrespondenten usw.
- 8:32Speaker 1: angefertigt und ich muss sie halt gewestmöglich präsentieren so.
- 8:36Speaker 1: Das ist so!
- 8:40Speaker 1: Auch diese Rolle der persönlichen Haltung... also ich muss nicht alles kommentieren.
- 8:47Speaker 1: Wenn gibt es da ja Möglichkeiten, dass ich mich jemand Journalist mit meinem Fokus und mit meinem Spezialwissen irgendwie an das einbringe?
- 8:55Speaker 1: Sei's eben zum Beispiel über Bücher oder wenn ich in irgendwelchen Runden eingeladen bin um da was beisteuern soll.
- 9:01Speaker 1: Also das existiert nebeneinander und das fällt mir überhaupt nicht schwer, das voneinander zu trennen.
- 9:07Speaker 0: Jetzt ist der nahe- und mittlere Osten ganz großes Thema in ihrem Leben.
- 9:12Speaker 0: Sie sind als Jugendlicher nach Syrien und haben dort auch die Sprache gelernt, was hat das damals mit ihnen gemacht?
- 9:20Speaker 0: Also war diese Faszination für diese Region direkt schon da oder hat sich das über die Zeit dann auch vor Ort entwickelt?
- 9:29Speaker 1: Es war schon da, als ich dann da ankam.
- 9:30Speaker 1: Das war so ein bisschen zufällig weil es jetzt nicht von langer Hand zu sagen geplant gewesen ist sondern Bekannte von meinen Eltern, die mich eingeladen haben bei ihnen sozusagen als Gastfamilie zu leben.
- 9:40Speaker 1: Dort hingekommen und das war schon... Von der Landung in Damaskus am Flughafen sofort dass ich das wahnsinnig... Dass es mich wahnsinnige Beschlag genommen hat und fasziniert hatte.
- 9:51Speaker 1: Ich wusste davor jetzt nicht so unglaublich viel über die Region und die Kultur und auch die politischen Zusammenhänge Und da bin ich eingetaucht in eine Welt, die ja doch eigentlich geografisch relativ nah ist aber eben noch bei uns tatsächlich aufgrund der Vielfältigkeit und des Facettenreichtums, auf einem Ebene vielleicht nicht so ganz realistisch greifbar ist für viel.
- 10:14Speaker 1: Und dass ich auch ein bisschen meine Rolle als Journalist dazu beizutragen das mit möglichst vielen Perspektiven verständlich zu
- 10:20Speaker 1: machen.".
- 10:21Speaker 0: Ich habe das Amiri in einer der letzten Folgen schon gefragt, weil ich gesagt hab wir haben gerade hier im Westen wenn man das dann so sagen möchte immer so einen leicht verschobenes Bild von dieser Region, weil gerade die Problemländer dort in Anführungsstrichen kennen wir eigentlich vor allem aus den Nachrichten.
- 10:44Speaker 0: Wir kennen vor allem die großen Probleme, die dort immer wieder auftreten.
- 10:54Speaker 0: Diktaturen und ähnliches.
- 10:56Speaker 0: Also wir kennen eigentlich immer nur die unschönen Seiten dieser Regionen aus den Nachrichten, es sei denn – wir fahren mal selber hin und schauen uns das an – lernen mehr über Land-, Leute- und Kultur kennen.
- 11:06Speaker 0: Wie ging's Ihnen damals?
- 11:07Speaker 0: Hatten Sie auch eine gewisse vorgeprägte Meinung von diesem Land oder dieser Region?
- 11:16Speaker 0: die dann quasi bei ihrem ersten Besuch dann auch relativ schnell ins rechte Licht gerückt wurde sozusagen?
- 11:23Speaker 1: Also ich muss sagen, dass sie von Syrien selbst so als Land, als Staat bevor ich dahin gekommen bin.
- 11:28Speaker 1: Als achtzehnjährige, als irgendwie tatsächlich nicht wirklich eine konkrete Vorstellung hatte also vielleicht kam das mal ein Geschichtsunterricht vor aber dann eher sagen wir aus der Zeit der Antike ja und jetzt nicht als Gegenwartsgeschichte oder Nahrgeschichte.
- 11:46Speaker 1: Vielleicht, wenn wir das ein bisschen weiter in Bezug auf die arabische Welt.
- 11:49Speaker 1: Ich glaube also ich war bei einer christlich-syrischen Familie Die Christen, die zumindest vor dem Bürgerkrieg mindestens zehn Prozent der syrischen Bevölkerung ausmachten.
- 11:59Speaker 1: Das war mir so nicht bewusst dass es doch diese in Ägypten lieber nun in Syrien diese großen christlichen Minderheiten gab und gibt.
- 12:06Speaker 1: Also ich habe verbannt den Nahendosten, also die Arabische Welt doch viel mehr mit dem Islam Ja, da hatte also doch eher die Forschung.
- 12:15Speaker 1: Das ist irgendwie sehr, sehr einheitlich islamisch geprägt und habe durch diesen Aufenthalt bei dieser christlichen Familie auch eine ganz andere Seite kennengelernt.
- 12:23Speaker 1: Also wir sind ja Sonntags auch immer in die Kirche gegangen.
- 12:25Speaker 1: Wir haben ausflügig gemacht zu Klosteren, zu Walfahrtsorten.
- 12:29Speaker 1: Haben uns biblische Städten angeschaut.
- 12:30Speaker 1: Also haben natürlich auch ein muslimisches Leben kennengelernet.
- 12:33Speaker 1: aber das war interessant weil es fühlte sich jetzt nicht muslimisch, arabisch an wie man das vielleicht tatsächlich so ein bisschen clichéhaft im Kopf hat.
- 12:45Speaker 1: Sondern es hätte auch in Süditalien oder Spanien sein können.
- 12:49Speaker 1: also die Frauen natürlich haben sie keinen Schleier getragen.
- 12:51Speaker 1: Sie kleideten sich ganz restlich.
- 12:53Speaker 1: und jetzt habe ich da Syrien ohnehin nicht als besonders religiöses Land erlebt weil Regierung, also die Barfpartei sich als sozialistisches Regime bezeichnet hat und Christen und auch Gleichberechtigung.
- 13:04Speaker 1: Also wenn man so will, dass zumindest auch Frauen in bestimmte Positionen gehoben haben.
- 13:09Speaker 1: Ich war eher überrascht wie Herr Sekular ist auch wieder übertrieben aber wie wenig islamisch geprägt Syrien zu der Zeit, als ich das erste Mal da war und später aber auch noch eigentlich war.
- 13:24Speaker 1: Das war glaube ich wirklich ein Überraschungsmoment.
- 13:27Speaker 1: Aber das ist eben auch Syrien, das glaube ich zum Teil lieber non der Fall.
- 13:32Speaker 1: Als ich dann in Ägypten war später da habe ich zum Beispiel viel mehr gemerkt dass also auch daher gibt es eine große christliche Minderheit aber die ist nicht so präsent.
- 13:43Speaker 1: zumindest hab ich sie nicht als so präsent erlebt als sich dabei wie in Syrien insbesondere in Damaskus wo gerade die Oberschicht sehr christlich geprägt ist und viele Christen sehr wichtige Postennähne hatten.
- 13:55Speaker 1: Also in Ägypten zum Beispiel war ich dann am Anfang doch sehr überrascht, dass im Runde alle Frauen ein Kopftuch getragen haben.
- 14:00Speaker 1: also das hat man in Syrien so.
- 14:02Speaker 1: wie gesagt zu der Zeit wo ich da war waren das Ausnahmen!
- 14:07Speaker 1: Das war nicht so.
- 14:09Speaker 1: Der Normalfall war, dass sich Frauen nicht mit einem Hejar bedeckt haben und es war in Ägypten wesentlich ausgeprägter.
- 14:16Speaker 1: Also sofern ja.
- 14:17Speaker 1: gerade in Syrin habe ich mir so ein paar Vorurteilen aufgeräumt oder Erwartung, die vielleicht bestanden.
- 14:23Speaker 1: Aber ich glaube das ist auch... Da muss man immer sehr schauen über welches Land redet man.
- 14:28Speaker 0: Wie haben Sie damals deren Blick also gerade in Syrien auch den Blick der Menschen dort auf Europa?
- 14:34Speaker 0: Auf Deutschland erlebt?
- 14:36Speaker 1: Ja gut!
- 14:36Speaker 1: Das war ja noch vor vor nine eleven.
- 14:39Speaker 1: Also das habe ich später auch gemerkt sicherlich so ein turning point dann auch mit der zunehmenden Feinschaft zwischen Ost und West, zwischen Orient und dem Westen wenn man so gezeichnen möchte.
- 14:52Speaker 1: Das war zu dem Zeitpunkt als ich dabei Ende der Neunziger wesentlich wohl gesornener und unaufgeregter also eigentlich eine sehr große positiv besetzte Neugierde von Menschen jetzt mich den Deutschen irgendwie kennen zu lernen.
- 15:07Speaker 1: und da kam eigentlich Ja, das war eigentlich eine große Interessierte Offenheit.
- 15:14Speaker 1: Eine Freundlichkeit auch gerade Deutschland gegenüber damals noch aus einem sehr traurigen Grund weil wir eben verassociiert werden als ohne wurden viel stärker als heute heute glaube ich weniger aber Ende der neunziger als feinde der Juden und so also wegen des Holocaust Dass da angenommen wurde, dass es irgendwie eine Form von Verbindung zu gibt.
- 15:32Speaker 1: Also das war zu der Zeit in Syrien noch sehr stark hier gegenüber ausgeprägt.
- 15:36Speaker 1: Das dann schon sprüchig haben wir unsere gemeinsamen Freunde sind ja die Juden und so weiter.
- 15:41Speaker 1: Also Amerikanern gegenüber, man wurde immer gefragt Amerika also ob ich Amerikaner bin.
- 15:45Speaker 1: Wenn ich gesagt habe nein dann war das schon mal gut.
- 15:48Speaker 1: Dann wurde ich gefragt Brite auch nicht Franzosen Nein und wenn ich gesagt hab in Deutsch dann war es also deutsch.
- 15:55Speaker 1: also wunderbar.
- 15:57Speaker 1: Da gab's eine ganz interessante Abstufung von Nationalitäten die abgefragt wurden ganz offensichtlich nach dem Grad der Skepsis, die man grundsätzlich da jemanden gegenüber aufgebracht hat und Deutsch kam da sehr gut.
- 16:12Speaker 0: Sie haben gerade Nine Eleven schon angesprochen.
- 16:14Speaker 0: ich habe mich vor ein paar Wochen mit einem Bekannten unterhalten, der deutsch-afgane ist, der seinen Abschluss damals gemacht hat um den elften September zwei tausend eins herum in Deutschland Und dann mit all diesen Vorurteilen kämpfen musste bei der Jobsuche, bei der Wohnungssuche und so weiter.
- 16:35Speaker 0: Also als deutscher Afghane, der sich einen Job gesucht hat nach Nine Eleven in Deutschland – das war sehr schwierig!
- 16:43Speaker 0: Wie haben Sie diesen Turning Point wie Sie ihn gerade beschrieben haben auch danach erlebt?
- 16:49Speaker 0: Es hat ja sehr viel gemacht zwischen der Beziehung des Westens und der arabischen Welt großen Teilen der Arabischen Welt.
- 16:58Speaker 1: habe ich in den Eleven fast gar nicht mitbekommen.
- 17:00Speaker 1: Das war auch irgendwie ganz komisch, weil ich nehme hier am nächsten Tag auch mein juristisches Staatsexamen hatte und ich hab einen Tag davor mich einkaserniert haben.
- 17:08Speaker 1: und also juristische Staatsexaminer sind tatsächlich auch relativ nervenaufreibende Geschichten, weil es eben doch recht komplex ist und sehr viel was man dafür lernen muss usw.. alle Telefone ausgestoppt und hat versucht mich irgendwie nicht ablenken zu lassen.
- 17:26Speaker 1: Also ich habe das Telefon ausgestopt, aber permanent klingelt er es weil alle Leute wollten mir sagen Mensch schaut mit dem Fernseher ein!
- 17:31Speaker 1: Das ist ja verrückt was da passiert und ich hab abends dann erst irgendwann mal den Fernsehr angemacht und habe das also zu einem sehr späten Zeitpunkt erst mitbekommen.
- 17:40Speaker 1: Ja also das unmittelbar so.
- 17:41Speaker 1: was sich dann irgendwie ein bisschen Abstand gemerkt haben ist dass es auf einmal so ein großes Interesse und Bedarf gab an Leuten, die dann irgendeiner Weise einen Zugang hatten.
- 17:49Speaker 1: Also davor hat es ehrlicherweise kein interessiert ob ich irgendwie arabisch gelernt habe oder nicht.
- 17:55Speaker 1: also das war eher so.
- 17:55Speaker 1: die Frage wenn man das sagte warum den arabischen und chinesisches?
- 17:58Speaker 1: was willst du denn damit?
- 18:00Speaker 1: Das war vor allem die Leffen die die Standort Antwort fast oder so ein bisschen lustig sondern kannst ja Autos in Saudi Arabien verkaufen deutsche Autos haha.
- 18:12Speaker 1: Aber davor gab es kein gesteigertes Interesse an Menschen, die da irgendwie... Wozu auch?
- 18:17Speaker 1: Also das gespannt jetzt nicht in dem Maße statt.
- 18:20Speaker 1: Ja Israel-Palestiner ja aber da brauchte man nicht diese Form von kulturellen und sprachlichen Zugang notwendigerweise Und das hat sich dann schlagwärtig verändert.
- 18:30Speaker 1: also so bin ich auch durch Zufall der Nachrichten Redaktion gelandet weil auf einmal hatte man ist mit ganz anderen großen Flächenbranden Polarisierung dazu tun und mit kriegerischen Auseinandersetzungen, denn insbesondere im Irak die begonnen hat.
- 18:48Speaker 1: Wo man auf einmal gab es auch arabische Quellen, die wichtig waren das war da vor jetzt so audio bedingter Fall Nachrichten Journalismus über Fernsehen und Satellite ausgestrahlt bekam eine ganz neue Bedeutung.
- 18:58Speaker 1: also man muss doch irgendwie wissen was berichten die da und was findet der statt?
- 19:01Speaker 1: Also das hat für mich sicherlich ohne ein Elevent wäre ich vielleicht gar nicht im Journalismus gelandet wenn man so will.
- 19:07Speaker 1: Und man sieht ja auch, dass seitdem tatsächlich sich unglaublich viele Menschen, also junge Menschen damit auseinandersetzen und zum Beispiel Arabistik oder Islamwissenschaft studieren.
- 19:15Speaker 1: Soweit ich das weiß war es davor nicht so gefragt wie es seitdem ist.
- 19:20Speaker 0: Würden Sie im Rückblick sagen, dass Nine Eleven quasi bei uns gesellschaftlich ein Stück weit dieser Turning Point war um das Wort nochmal zu benutzen?
- 19:32Speaker 0: diese Vorurteile gegenüber muslimischer Kultur und die damit verbundenen Anfeindungen, die es ja immer wieder gibt auch noch mal wirklich angeheizt hat oder dann auch wirklich erst so richtig losgetreten hat?
- 19:45Speaker 1: Naja gut.
- 19:45Speaker 1: Es hat zumindest auch in Deutschland irgendwie die Wahrnehmung und die Angst vor einem islamistischen Terror akut gemacht.
- 19:54Speaker 1: also andere Länder wie Frankreich, aber auch die Großbritannien.
- 19:58Speaker 1: Die haben eine ganz andere durch ihre Kolonialgeschichte Auseinandersetzung mit der Region was dort auch glaube ich ja eben dann schon länger dazu geführt hat dass man sich da auf politischer gesellschaftlicher und nachrichtlicher Ebene ein bisschen mehr miteinandergesetzt hat und manche Dinge auch schon er kannte als bei uns.
- 20:18Speaker 1: also die glaube ich die Zuwanderung die davor im Fokus stand war eher die von türkischen Migranten und weniger die von Arabischen, ja.
- 20:28Speaker 1: Und das ist auch etwas was sich danach eigentlich erst nochmal zahlenmäßig beschleunigt hat.
- 20:31Speaker 1: also wir haben der eines andere davor eine ganz andere Einwanderungs-Historie gehabt eben verglichen mit unseren Nachbarstaaten und einen ganz anderen, ganz anderen kolonialen Bezug als.
- 20:43Speaker 1: ich glaube deswegen muss man sagen in Deutschland hat es sicherlich eine besondere Stellung eingenommen.
- 20:47Speaker 1: nein ihr lasst mal dass tatsächlich die Beschäftigung Ja, Ost-West, Orient, Occident und Islam.
- 20:55Speaker 1: Islam ist das schon Terror erst richtig entfachtert davor waren wir nicht betroffen.
- 21:01Speaker 1: also und war das etwas was höchstens woanders irgendwie eine Rolle spielte?
- 21:05Speaker 1: Gut natürlich punktuell abgesehen.
- 21:07Speaker 1: also wenn man jetzt von München so weiter redet ja aber ich glaube so als wenn man das grundsätzlich annimmt dann dann war das für uns sicherlich ein Turning Point sicherlich dazu geführt auch, dass die Religion des Islam zunächst eine wesentlich negativere Konnotation bekommen hat.
- 21:29Speaker 0: Sie haben sich ja auch in ihren Büchern, auch in den Sachbüchern diese geschrieben haben.
- 21:35Speaker 0: zu dem Roman komme ich gleich nochmal genauer aber in den sachbücher haben sie sich ja sehr intensiv mit dem islam beschäftigt und auch versucht unterstelle ich jetzt zumindest mal und versuche so ein bisschen Aufklärung zu betreiben, was auch die Unterscheidung zwischen dem Islam- und radikaleren Ausprägungen davon oder islamistischen Ausprägungen davon angeht.
- 22:01Speaker 0: Ist das etwas wo wir uns immer noch sehr, sehr schwer tun zu verstehen wo man da auch Grenzen zieht.
- 22:07Speaker 0: Weil weil wir uns einfach viel zu wenig damit beschäftigen hier gerade auch in Deutschland.
- 22:12Speaker 0: also ich habe immer das Gefühl es hat sich eigentlich noch nie wirklich jemand mit dem Islam auseinandergesetzt außer jetzt Menschen, die das aus beruflichen oder persönlichen Gründen tun.
- 22:23Speaker 0: Aber in der Breite der Gesellschaft haben wir eigentlich keine Ahnung was der Islam wirklich ist und werfen alles irgendwie so in einen Topf und fühlen uns dann so nach dem Motto Was Wir Nicht Kennen Das Mögen Wir Nicht Und Dann gibt es da ja auch noch diese Attentäter und Alles Ist IrGwie So Ein Topf.
- 22:41Speaker 1: Ja, das weiß ich.
- 22:42Speaker 1: Das würde ich schon viel schichtiger sehen.
- 22:45Speaker 1: also... Ich meine was jetzt in allgemeinen Kenntnisstand über die Religion des Islam angeht?
- 22:50Speaker 1: Also was Suren sind und wie viele es gibt und was da drin steht und was Glaubensgrundsätze sind Und wie Muslime was den wichtig ist oder keine Ahnung Das kann man, glaube ich, in der Tat bei einer Minderheit der Menschen abfragen und wird irgendwie eine Form von... Ich habe einen stichfesten Antwort bekommen.
- 23:08Speaker 1: Das glaube ich aber ist bei anderen Religionen ja genauso, also selbst beim Christentum.
- 23:13Speaker 1: Also wenn man sich teilweise mit Leuten unterhält die vielleicht sogar getauft sind und dann was... Also ich war auf einer katholischen Schule, ich bin hier selber nicht wirklich religiös Aber ich glaube dadurch hab' ich ein bisschen etwas mitbekommen.
- 23:24Speaker 1: Und wenn man da manchmal mit so Leuten aus dem Umfeld Freunden spricht kann man sich auch wundern, wie wenig Kenntnisse da auch über christliche Dinge fahnden ist.
- 23:32Speaker 1: Also ich glaube das ist eher eine Sache, dass Religion bei uns doch in der Breite insgesamt doch sehr also sekularisiert ist bis dahin, dass es einfach sehr viele Menschen gibt die mit Religion sehr wenig Kontakt haben oder relativ wenig mit anfangen können.
- 23:47Speaker 1: Ist meine Wahrnehmung.
- 23:49Speaker 1: und dann gibts ja aber natürlich schon Menschen damit beschäftigen oder die zumindest medial auch Dinge konsumieren und aber sehr schnell, das ist so meine Wahrnehmung.
- 23:58Speaker 1: Und das habe ich ja zum Beispiel auch in dem Roman jetzt eher dann verarbeitet.
- 24:03Speaker 1: dazu neigt irgendetwas wie soll man sagen pauschal schlecht zu finden?
- 24:07Speaker 1: Ja Oder Pauschal irgendwie sehr gut zu finden und mögliche Probleme und Widersprüche er auszublenden?
- 24:15Speaker 1: Das also dass es Ja, also vor dem Hintergrund eben auch einer gesellschaftlichen Polarisierung zwischen links und rechts zunehmend irgendwie schwieriger wird da auch eine bringen, also dass man irgendwie schon sagen kann keine Ahnung.
- 24:32Speaker 1: Also ja der Islam ist da es auch Teil unserer Gesellschaft.
- 24:36Speaker 1: aber Ja, also viele sind säkular Es gibt viele Formen des Zusammenlebens und Begegnungen die sind positiv Aber es gibt auch einige Dinge da muss man darüber sprechen weil das ist nicht irgendwie hilfreich so.
- 24:47Speaker 1: also so ein Satz zu sagen dann bekommt man schon ganz ganz viel.
- 24:52Speaker 1: soll man sagen was eigentlich finde ich unverfänglich ungefährlich eine Grundlage für eine fruchtbare Diskussion sein könnte.
- 25:01Speaker 1: Da bekommt man schon in der Regel ganz allergische Reaktionen von verschiedensten Seiten, weil es eben diese Annahme gibt.
- 25:08Speaker 1: also man darf doch jetzt nicht bei vielen wenn man da Sachen thematisiert und problematisiert dann liefert man islamfeindlichen Menschen Argumente.
- 25:18Speaker 1: andererseits dann wenn man das nicht tut also wenn man positiv Beispiele bringt was Wir und was ich auch durchaus schon mache in meiner Arbeit, dann heißt es wir würden irgendwie Probleme ausblenden.
- 25:30Speaker 1: Also es ist ein schwieriges Feld um sich da journalistisch tatsächlich zu betätigen.
- 25:35Speaker 1: aber wie gesagt, ich glaube inzwischen so... Es ist nicht so dass es keinen Deutschland gibt der sich mit Islam oder also auch viele Menschen im Alltag nicht auskennt oder sich damit nicht beschäftigen.
- 25:44Speaker 1: Aber ich stelle fest das es immer mehr die Tendenz gibt, dass manche da eine ganz klare Haltung zu haben Und Dialog immer schwieriger wird.
- 25:52Speaker 0: In ihrem Buch, die Kandidatin beschreiben sie eine Zukunft in der es eine muslimische Kanzlerkandidatin gibt.
- 25:59Speaker 0: Sie beschreiben aber auch eine Gesellschaft, in der's ja sehr viele Probleme gibt.
- 26:03Speaker 0: also wir haben ein...sie beschreiben einen sehr stark gespaltene Gesellschaft.
- 26:08Speaker 0: Es gibt eine starke Radikalisierung in den extremen.
- 26:13Speaker 0: Es gibt auch eine gewisse Gewaltbereitschaft an der einen oder anderen Stelle Wenn sie diese Gesellschafts-Vision quasi diese in diesem Buch beschreiben sich so anschauen.
- 26:23Speaker 0: Wie weit sind wir denn von einer Gesellschaft in Deutschland tatsächlich entfernt heute?
- 26:30Speaker 0: Welche Parallelen würden Sie ziehen zu dem, was wir heute schon
- 26:34Speaker 0: sehen?".
- 26:34Speaker 1: Also ich habe an anderer Stelle mal gesagt, man hat ja heute schon das Gefühl die Heizung ist auch vier und ich drehe sie in dem Roman auf fünf.
- 26:40Speaker 1: Ich drehe schon Dinge weiter über Spitze Sie auch teilweise mit satirischen Zügen aber es ist eben nicht Lichtjahre davon entfernt Es ist schon relativ nah dran.
- 26:50Speaker 1: Aber es kommt sicherlich auf die einzelnen Aspekte an wo die man aus dem Roman nehmen kann.
- 26:55Speaker 1: also es ist einerseits natürlich diese Figur der muslimischen Kanzlerkandidaten.
- 26:58Speaker 1: da würde ich zum Beispiel sagen Das wäre schon heutiger keine Frage mehr, glaube ich.
- 27:02Speaker 1: Also wenn eine Muslime kandidieren würde... Es wäre nicht keine Frage!
- 27:07Speaker 1: Ich glaube natürlich wird es ne Rolle spielen aber das ist nichts was ausgeschlossen wäre.
- 27:10Speaker 1: Wenn Anna-Lena Baerbock jetzt Muslimin wäre, wäre das glaube ich nicht der Hinternisgrund für ihre Kandidatur gewesen.
- 27:17Speaker 1: Da ist er der Grund dass es noch nicht so weit ist, wenn man will, durch die Einwanderungsgeschichte, die ja jetzt noch nicht lange zurückreicht und noch nicht zu viele Menschen muslimischen Glaubens letztlich hierarchisch an der Stelle sind, dass sie jetzt diesen Schritt machen können.
- 27:32Speaker 1: Aber wie gesagt also ich glaube jetzt die Tatsache das jemand einen bestimmten Glauben hat oder Muslim oder Muslime wäre heute schon kein Grund zu sagen der oder die kann nicht kandidieren.
- 27:41Speaker 1: Also das ist insofern nicht besonders weit oder abstrakt und auch einzelne Andere Aspekte sind ja nur, wenn man so will, eben leicht weitergedreht.
- 27:58Speaker 1: Also auch diese Polarisierung zwischen links und rechts wird da auf die Spitze getrieben – es gibt eigentlich gar keine Mitte mehr!
- 28:03Speaker 1: Entweder ist man links mit den politischen Themen, die da wichtig sind also Zuwanderungsgeschichte, Kampf gegen Rassismus, Islamophobie, Gender-Themen
- 28:12Speaker 1: usw.,
- 28:13Speaker 1: oder man ist rechts wo man dann tatsächlich aber auch wirklich sehr stark in der Nazi im Grunde Nazi Ideologie oder sehr schnell da drin ist, rechtsextrem die rechten mörderische Anschläge versuchen sich in eigenen staatsähnlichen Gebilden abzukapseln.
- 28:28Speaker 1: Also auch das noch mal ein Stück weit weiter geht aber nicht viel.
- 28:31Speaker 1: Die Anschlägen gibt es ja und die Mörderischen oder die Morde, die von der Seite begangen wurden Aber diese Mitte ist eben komplett weg.
- 28:39Speaker 1: Und dazu inspiriert hat mich so einen Bild was ich im Fernsehen gesehen habe bei den Nach den Ausschreitungen von Chemnitz gab es ja Demonstrationen zwischen rechts und links, jetzt so runtergebrochen gesagt.
- 28:51Speaker 1: Und da wurde eine Frau von einem Reporter gefragt die stand bei den rechten also sie stand sich auch fast gegenüber.
- 28:57Speaker 1: Da hat er sich gefragt wieso stehen Sie denn hier bei den Rechten?
- 28:59Speaker 1: Also das war so eine freundliche ältere Dame und die war auch ein bisschen konsterniert und sagte sie wollte eigentlich gar nicht wirklich demonstrieren.
- 29:06Speaker 1: Sie ging jetzt hier gerade und da war der Polizist und fragte es nur links oder rechts Und da musste sich entscheiden und plötzlich war sie rechts.
- 29:13Speaker 1: Also, dass es gar nicht mit die Möglichkeit gibt zu sagen, weder noch ich bleibe hier in der Mitte stehen nein Sie musste sich entscheiden.
- 29:22Speaker 1: und auch da muss man sagen ja das sieht man so... Das ist jetzt eine besondere Situation gewesen.
- 29:27Speaker 1: aber ich fürchte, dass wir da nicht mehr soweit von entfernt sind dass die Neutralität der Mitte, das ist ja so der Begriff, der dem inherent ist.
- 29:37Speaker 1: Dass die irgendwann gar nicht mehr möglich ist sondern immer gefragt wird wo stehst du?
- 29:40Speaker 1: Also ich kann jetzt auf zehn weitere Themen natürlich weiter ausführen.
- 29:45Speaker 1: also es geht auch zum Beispiel um Quotenregelungen und ein ganz hitziges Thema in der Gegenwart Frauenquote bzw.
- 29:52Speaker 1: Migrantenquote in Berlin.
- 29:53Speaker 1: also eine bestimmte Quote für die öffentliche Verwaltung gelten sollte, dass dort Migrantinnen entsprechend eingesetzt werden.
- 30:00Speaker 1: Wo ich schon denke, naja also es ist irgendwie auch so in Mode gekommen eine Quote zu fordern.
- 30:05Speaker 1: Was bedeutet das eigentlich?
- 30:07Speaker 1: Also welche Verwerfungen bringt das mit sich?
- 30:09Speaker 1: und was ist wenn jede Gruppe ne Quote fordert?
- 30:12Speaker 1: Also keine Ahnung Frauen mit Kopftuch die ja auch eben alle rein was wir wissen minder unterprivilegiert sind.
- 30:19Speaker 1: Komm aus Angel brauchen auch Ne Quote um Empower zu werden.
- 30:21Speaker 1: Menschen mit Behinderung Tatsächlich irgendwie sehr wenig sichtbar, ja.
- 30:25Speaker 1: Also wie so?
- 30:26Speaker 1: dann nur eine Frauenquote?
- 30:27Speaker 1: Wieso nicht deine Mensch an die Quote für Menschen mit Behinderung?
- 30:30Speaker 1: also das ist zwischen finde ich gar nicht mehr so.
- 30:35Speaker 1: die Frage Ja was bedeutet das denn Dann?
- 30:37Speaker 1: also ganz konkret wer beschreibt den oder zwei Dinge?
- 30:42Speaker 1: Was ist denn, wenn ich einfach behauptlich habe Migrationshintergrund?
- 30:45Speaker 1: Will man mir denn nachweisen dass ich keinen habe.
- 30:47Speaker 1: Ich jetzt.
- 30:48Speaker 1: Wird dann im Stammbaum geguckt wird ein Gentest gemacht.
- 30:53Speaker 1: Also wie weit wird da die Person dann analysiert und dem Nachgang zu sein?
- 30:58Speaker 1: du hast aber kein Migrations-Hintergrund ja.
- 31:00Speaker 1: Ist das dann strafbar?
- 31:01Speaker 1: was passiert dann?
- 31:02Speaker 1: also?
- 31:03Speaker 1: weil sehr richtig gesagt haben ich hab mal Jura studiert und es tatsächlich eigentlich so bei Bewerbungen dürfen solche persönlichen Aspekte keine Rolle spielen.
- 31:11Speaker 1: Also wenn gefragt wird, welche sexuelle Orientierung haben sie da können Sie lügen oder können sagen dazu sage ich nichts?
- 31:17Speaker 1: Oder wenn Sie da keine Ahnung?
- 31:19Speaker 1: also solche Dinge sollen ja gerade explizit wirklich persönliche Fragen zur Identität und so sollen wir eigentlich gerade keine Rolle spielt.
- 31:28Speaker 1: plötzlich sollen sich diese Rolle spielen.
- 31:30Speaker 1: also im Grunde müsste man da auch sicher mit ausnahssetzen was passiert denn also?
- 31:33Speaker 1: wie will man das feststellen?
- 31:35Speaker 1: und naja Was ist mit den Osteuropäern
- 31:40Speaker 1: z.B.,
- 31:40Speaker 1: die ja auch weiß gelesen werden, wie es so schön heißt?
- 31:43Speaker 1: Wo ist jetzt schon eine leichte Tendenz gibt zu sagen, na gut, die Hand zwar Migrationshintergrund aber reicht ja nicht so wirklich weil sie sind ja nicht von Diskriminierung so sehr betroffen.
- 31:54Speaker 1: also in der Hierarchisierung innerhalb dieser Migrations-Hintergrund-Charakterisierung.
- 31:58Speaker 1: Also da hängen eine Menge Fragen und Probleme zusammen, die finde ich gar nicht diskutiert werden, die aber ganz konkret sind.
- 32:04Speaker 1: wenn Menschen sich entsprechend kategorisieren sollen, um dann möglicherweise in der Berliner Verwaltung einen Job zu bekommen oder nicht dreht es ganz konkret.
- 32:14Speaker 1: Also genau das sind so einige der Themen, die ich dazu erzählt, die in dem Roman jetzt erstmal fiktional in Szene gesetzt werden, so würde ich sagen weil es ist ja eben kein Sachbuch sondern ich habe Charaktere und Figuren, die sich in dieser Gesellschaft, diese neuen nach diesen neuen Koordinaten, nach diesen Regeln funktioniert erschaffen und schaue wie gut oder schlecht.
- 32:35Speaker 1: Und wie gerecht dass das dann tatsächlich letzten Endes funktioniert?
- 32:39Speaker 0: Corona hat ja auch noch mal so ein gewisses Brennglas auf soziale Missstände in diesem Land gelegt.
- 32:52Speaker 0: Wir haben auf der einen Seite diejenigen, ich sage jetzt mal die Privilegierten Wohnungen wohnen mit ihrer Familie, die Homeoffice machen können.
- 33:03Speaker 0: Die im
- 33:04Speaker 1: Garten sitzen und da irgendwie genau die Freizeit genießen.
- 33:08Speaker 0: Genau.
- 33:09Speaker 0: Und dann haben wir die anderen, die irgendwie mit zwei Kindern auf... knappen sechzehn Quadratmetern leben, eigentlich keinen Homeoffice machen können aufgrund ihrer Job-Situation und sich aber im Homeschooling auch um die Kinder kümmern müssen.
- 33:25Speaker 0: Ist das etwas... Und da fehlt irgendwie auch so ein bisschen die Mitte über, die wir gerade schon kurz geredet haben?
- 33:31Speaker 0: Ist es etwas was uns noch nachhaltig beschäftigen wird also dass wir jetzt vielleicht ein stärkeres gesellschaftliches Bewusstsein dafür bekommen, dass wir da eine starke Ungerechtigkeit
- 33:42Speaker 0: haben?".
- 33:42Speaker 1: Also ich glaube schon, dass das Bewusstsein extrem dadurch noch mal gestiegen ist.
- 33:46Speaker 1: Ich bin mir nicht sicher was jetzt sozusagen daraus folgt?
- 33:50Speaker 1: Weil ich glaube und das sieht man ja auch in den letzten Monaten unter dem Zuge dieser Krise, dass die Schere ja nochmal eklatant weiter auseinander gegangen ist.
- 33:57Speaker 1: Wer Aktien hat, der hat jetzt profitiert!
- 34:00Speaker 1: Die Aktien sind höher als je zuvor.
- 34:03Speaker 1: Da hatten die Menschen durch die Krise nicht irgendwie Geld verloren, sondern sie haben gewordet.
- 34:06Speaker 1: und genauso mit Immobilienbesitzern wer etwas hat... der hat jetzt mehr als zuvor.
- 34:13Speaker 1: ja.
- 34:13Speaker 1: und andererseits haben sie Menschen die eben tatsächlich also gerade freischaffende Künstler selbstständige in jetzt nicht sagen wir, also in Berufen die unglaublich viel Geld schon zurücklegen konnten.
- 34:25Speaker 1: Die da ungleich heftigerweise getroffen sind und eben das nicht kompensieren konnten durch sozusagen Gewinne Buchgewinne.
- 34:33Speaker 1: jetzt ich habe gerade Immobilien und Aktien genannt.
- 34:36Speaker 1: Das ist nochmal, ich glaube auf ganz dramatische Weise auseinandergegangen.
- 34:41Speaker 1: In München kennt ihr das ja im Zweifel hier in Hamburg hat man das auch gesehen.
- 34:44Speaker 1: also wie da die Immobiliepreise im vergangenen Jahr in die Höhe geschnellt sind und das aber auch deutlich macht es gibt sehr viele Menschen die sehr viel Geld haben denen nichts ausmacht für hundert Quadratmeter auch irgendwie eins Komma sechs Millionen zu zahlen.
- 34:59Speaker 1: Gleichzeitig haben sie sehr viele die werden sich im Leben keine Wohnung leisten können.
- 35:07Speaker 1: Das war vorher schon tendenziell so, das ist ja noch viel schlimmer geworden.
- 35:10Speaker 1: Ich weiß aber nicht ob daraus jetzt sagen wir sozusagen ein gesellschaftliches Bewusstsein gerade erwächst dass irgendwie wieder zurückzudrehen wäre ja schön wenn man darüber reden könnte was dazu eigentlich notwendig weil da verhärten auch eher die Fronten das gesagt wird.
- 35:26Speaker 1: also man muss Dinge enteignen man muss es wegnehmen und umverteilen.
- 35:31Speaker 1: Ich habe jetzt konkret bei Immobilien etwas differenziertere Sicht zum Beispiel auch drauf, dass man in den letzten Jahren durch staatliche Wohnungsgesellschaften veräußert.
- 35:42Speaker 1: In Berlin zum Beispiel zum Sportpreis und das ist eigentlich finde ich eine ganz urstaatliche Aufgabe auch dafür zu sorgen, dass es ein Wohnungsbau gibt der sich an Menschen richtet die eben nicht Millionen dafür ausgeben können.
- 35:54Speaker 1: Das mag man gut oder schlecht finden, wenn es Luxuswohnungen gibt.
- 35:56Speaker 1: Aber ich finde genauso wie irgendwie Krankenversorgung, Ausstattung von Schulen und so weiter ist das eigentlich in einer sozialen Marktwirtschaft eine politische, staatliche Aufgabe dafür zu sorgen dass es bezahlbaren Wohnraum gibt und zwar nicht durch Enteignungen sondern wir zahlen alle Steuern.
- 36:12Speaker 1: also es gibt ja Geld.
- 36:13Speaker 1: Also es gibt für sehr viele Projekte Geld, wie ich gerade auch wieder sehe.
- 36:18Speaker 1: Das ist eigentlich da eine Aufgabe und eine Herausforderung.
- 36:21Speaker 1: Und gut, bei Aktien kann man auch drüber streiten.
- 36:23Speaker 1: also deswegen funktionieren Aktien dann so gut weil es eine Zinspolitik gibt die eben dafür sorgt dass Aktien so unglaublich attraktiv sind.
- 36:30Speaker 1: aber davon ist es ja auf der anderen Seite auch so.
- 36:35Speaker 1: auch die niedrigen Zinsen sorgen dafür das Menschen auch mit weniger Geld jetzt gar nichts mehr für ihr Geld bekommt.
- 36:40Speaker 1: Also auch sparen lohnt sich nicht.
- 36:41Speaker 1: wenn sie irgendwie Vermögen vermehren wollen konnte man das früher mit viel geringerem Einkommen, weil sie darauf Zinserträge bekommen haben.
- 36:48Speaker 1: Die bekommen Sie heute gar nicht mehr erst.
- 36:49Speaker 1: auch das finde ich ist tatsächlich eher eine Frage sagen wir einer Politik die sicherlich Leute, die schon was haben begünstigt und die eigentlich nur die Möglichkeit haben bisschen Geld zu verdienen und davon irgendwie Zinsen dafür zinsen zu bekommen etwas zurückzulegen, die das furchtbarlich benachteiligt.
- 37:08Speaker 1: also jetzt sind das zwar Anzerespekte und es ist auch so wahnsinnig ausgeführt aber Genau, also ich glaube das wäre schon wichtig darüber zu diskutieren.
- 37:18Speaker 1: Aber die Diskussion, die ich da sehe ist eher sehr genauso wie Mietendeckel aber das will ich jetzt gar nicht durchdeklinieren.
- 37:24Speaker 1: Also sehr plakativ und so dass ich sagen würde ja das vordergründig mag das gut klicken, aber es kittet glaube ich nicht Ungerechtigkeiten sondern kleistet vielleicht Probleme zu, die dann aber sich vielleicht noch verstärken
- 37:37Speaker 0: Diese Schere, die da immer weiter auseinander geht.
- 37:39Speaker 0: Das ist ja ein Prozess der uns seit vielen Jahren in dieser verschärften Form beschäftigt, wenn nicht gar seit Jahrzehnten.
- 37:47Speaker 0: Glauben Sie denn das es eine realistische Chance gibt diesen Prozess irgendwie wieder in den Griff zu bekommen?
- 37:54Speaker 0: Oder sind wir da nicht eigentlich ein Stück weit auf einer Einbahnstraße, die nicht zuletzt dann vielleicht irgendwann auch zu weiteren Verschärfung der Heizungsstufe, von der Sie gerade gesprochen haben zu den Szenarien in Ihrem Buch dann auch führen wird.
- 38:11Speaker 0: Ich würde
- 38:11Speaker 1: sagen das ist eigentlich die größte Herausforderung vor der wir stehen.
- 38:13Speaker 1: also ich will jetzt nicht Klimakrisen und identitätspolitische Fragen herunterspielen.
- 38:17Speaker 1: Also sie haben ja alleine dadurch dass wir sie so intensiv diskutieren Ihre Relevanz.
- 38:22Speaker 1: Ich persönlich würde sagen, dass diese gesellschaftliche Spaltung und die große Gefahr, das glaube ich wirklich Teile auch unsere Gesellschaft verahmen – also abgeschnitten werden von sozialstaatlichen Strukturendefakten oder dort nur noch ganz wenig an Leistung bekommen können, dass das die große, Frage eigentlich ist.
- 38:42Speaker 1: Also auch in der Gesellschaft, die älter wird, Leute, die heute arbeiten mit Zeitverträgen schlecht bezahlt jetzt noch in der Corona-Krise, die ohnehin kein Geld zurücklegen können keine Rentenrücklagen im... was weiß ich?
- 38:54Speaker 1: Pressversorgungswerk oder irgendwelchen Fonds oder so weiter anlegen können.
- 38:57Speaker 1: Was ist denn wenn sie sechzig werden?
- 38:58Speaker 1: Ja, was ist denn mit den alten Umpflegeeinrichtungen und mit den Krankenhäusern?
- 39:02Speaker 1: Wird das irgendwann etwas sein, was sich nur noch Reiche leisten können?
- 39:05Speaker 1: ja eine gute Krankenversorgung.
- 39:07Speaker 1: teilweise ist man hier zum Beispiel über Zahnärzten schon fast so weit, dass man Menschen am Gebiss erkennen kann und einstufen kann ob sie genügend Geld haben oder nicht.
- 39:16Speaker 1: Also das macht mir große Angst.
- 39:18Speaker 1: Das sehe ich glaube auch bei Menschen die man eigentlich als Mittelschicht verorten würde, die das in meinem Umfeld auch umtreibt, dass die sagen ja also wir haben eine solche hohe Abgabenbelastung.
- 39:29Speaker 1: Die Sachen werden irgendwie immer teurer, ob es jetzt zum Beispiel eben auch die Immobilie, die Wester-Altersversorgung sagt man immer für viele eben unerschwinglich.
- 39:38Speaker 1: Die Rotlagen sind irgendwie kaum möglich, die Preissteigerung für viele Dinge ist enorm.
- 39:45Speaker 1: Also ich glaube das ist wirklich wo man in ein paar Jahren Jahrzehnten wesentlich intensiver diskutieren wird weil da die Probleme sich noch mal potenzieren werden.
- 39:58Speaker 1: Ist meine Prognose würde mich freundlich der falsch liege weil ich glaube dass es tatsächlich sehr schwierig für eine Gesellschaft dann wieder rauszukommen.
- 40:04Speaker 0: Vielleicht zum Abschluss noch eine weitere kleine Prognose, nämlich wir merken ja das es eine politische Unzufriedenheit in diesem Land gibt.
- 40:14Speaker 0: Dafür muss man sich ja nur die aktuellen Umfragewerte anschauen und man sieht sehr schnell dass sich die politische Landschaft gerade was die Meinung angeht radikal verändert hat.
- 40:26Speaker 0: Die Grünen sind so stark wie nie, was man jetzt gut oder schlecht finden kann.
- 40:30Speaker 0: Ich glaube da gibt es keine pauschalen Meinung.
- 40:35Speaker 0: das ist ein sehr differenziertes Thema.
- 40:37Speaker 0: aber die Frage ist ja wir laufen auf die Bundestagswahl zu.
- 40:42Speaker 0: im September haben jetzt noch ein paar Wochen.
- 40:46Speaker 0: Glauben Sie, dass sich dieses Meinungsbild wieder ein Stück weit zurückdrehen wird auf ein gewohntes Meinungs-Bild bis dahin?
- 40:58Speaker 0: Also wenn es dann wirklich an die Wahluhrung geht oder das wir da eine nachhaltige Veränderung sehen.
- 41:03Speaker 0: Zumindest bis zur Wahl, also inklusive der Wahl.
- 41:07Speaker 0: Tja,
- 41:07Speaker 1: was ist so mit Zukunft für Herr Sahne?
- 41:12Speaker 1: Ich wage tatsächlich keine Prognose!
- 41:15Speaker 1: Man sieht ja jetzt auch in den letzten Tagen, dass zumindest auch bei Annalena Baerbock nach dem ersten sehr großen halb einige kritische Fragen gestellt werden von Seiten der Journalisten und der Medien.
- 41:24Speaker 1: Was ja auch richtig ist.
- 41:25Speaker 1: also deswegen kann ich so gar nicht abschätzen inwieweit diese Strahlkraft die alleine sie dadurch das sie als junge Frau gegenüber den beiden älteren Mitbewerbern irgendwie auch positiv sicherlich auffällt.
- 41:36Speaker 1: Also allein durch Auftreten und das Profil was sie mitbringt.
- 41:40Speaker 1: Inwieweit daß also diese Strahlkraft Sie jetzt bis September noch so weit tragen wird.
- 41:47Speaker 1: Kommt ihr mit drauf an, welche Fehler machen auch die beiden anderen?
- 41:50Speaker 1: Was passiert denn noch, was passiert mit der Corona-Krise?
- 41:52Speaker 1: ist jetzt wirklich dann im Sommer vorbei?
- 41:53Speaker 1: Ist denn hier da geimpft?
- 41:54Speaker 1: also das sind so viele Faktoren.
- 41:56Speaker 1: ich glaube es wird... Vielleicht der spannendste Bundestagswahlkampf, den es jemals gab.
- 42:01Speaker 1: Weil das ich finde so vollkommen offen ist.
- 42:03Speaker 0: Was ja immerhin Vielstoff für Journalisten bietet und uns alle mit Spannung auf den September blicken lässt?
- 42:11Speaker 1: Genau!
- 42:12Speaker 0: Ich danke Ihnen sehr für die Zeit und die vielen Einblicke.
- 42:16Speaker 1: Danke Ihnen wunderbar.
- 42:18Speaker 0: Das war's leider schon.
- 42:20Speaker 0: Die letzte Runde ist ausgetrunken.
- 42:21Speaker 1: – das
- 42:22Speaker 0: Gespräch zu Ende.
- 42:24Speaker 0: Vielen Dank fürs Zuhören.
- 42:26Speaker 0: Bitten im Rücksicht auf die Nachbarn und sei leise, wenn du die Bar verlässt.
- 42:31Speaker 1: Aber vergiss auf keinen Fall den
- 42:33Speaker 0: abonnieren Button zu klicken!