Latest / Gin And Talk / Annahita Esmailzadeh über Vielfalt, Vorurteile und alte weiße Männer
Transcript
- 0:00Speaker 0: Ich hab eine relativ große Klappe, also ich bin sehr ungefiltert.
- 0:04Speaker 0: Wenn mir irgendwas nicht gefällt, dann bringe ich das auf den Punkt schon immer und wenn man damit nicht umgehen kann ... Dann wird man mit mir im privaten Kontext in dem Aspekt auch nicht so gut umgehen können.
- 0:17Speaker 0: Dieser Widerstand, den viele Menschen haben sich mit Dingen auseinanderzusetzen die sich außerhalb der eigenen Komfortzune befinden hat aus meiner Sicht auch viel damit zu tun dass es wie unbequem es sich damit auseinanderzusetzen, wie privilegiert man selbst vielleicht teilweise ist und wie benachteiligt andere Menschen potentiell sind.
- 0:40Speaker 0: Und welche Verantwortung man selber übernehmen könnte wenn man denn wollen würde.
- 0:45Speaker 0: Status-Symbole sind jetzt heutzutage.
- 0:47Speaker 0: eher habe ich Flexibilität in dem was ich tue, finde ich Sinnhaftigkeit vor in meiner Arbeit.
- 0:56Speaker 1: Herzlich willkommen!
- 0:57Speaker 1: Mein Name ist Daniel Fürg und ich freue mich sehr, euch heute zu einer neuen Episode Genant Talk begrüßen zu dürfen.
- 1:03Speaker 1: Mein heutiger Gast ist Anahita Ismailzadeh.
- 1:06Speaker 1: Sie hat eigentlich einen normalen Job bei Microsoft – ist nebenher aber auch noch Bestseller-Autorin und erfolgreiches Speakerin!
- 1:14Speaker 1: Ihr aktuelles Buch von Quotenfrauen und alten weißen Männern stürmte sofort die Bestselle-Listen und beschäftigt sich ganz intensiv mit Vorurteilen in der Arbeitswelt wie wir sie abbauen können Welchen Einfluss das am Ende auf Chancengleichheit und Diversity hat?
- 1:31Speaker 1: Ich wollte von ihr wissen, wie wir mit unseren eigenen Vorurteilen besser umgehen können.
- 1:35Speaker 1: Wie wir vor Verurteilungen vermeiden können Und wie wir am Ende so zusammenleben und arbeiten können dass jeder die gleichen Chancen hat und niemand in Schubbladen gesteckt wird.
- 1:48Speaker 1: Wenn euch diese Episode gefällt dann folgt uns bei Spotify Apple Podcast oder wo auch immer ihr gerne Podcasts hört.
- 1:54Speaker 1: Diese und viele weitere Episoden findet ihr auch als Videointerview auf unserem YouTube-Channel.
- 2:01Speaker 1: Jetzt aber viel Spaß beim Zuhören, schön dass ihr alle wieder mit dabei seid!
- 2:09Speaker 1: und tauche ein in die verrucht düstere Atmosphäre unserer Studiobahn.
- 2:39Speaker 1: Liebe Anahita, ich freue mich sehr, dass wir uns heute hier zusammensetzen können um ein wenig über Ungleichheit, über Chancengleichheit ,über Diversity, über dein Buch, über Karriere, über Arbeit, über all diese vielen Themen im Lebenskosmos sprechen können.
- 2:57Speaker 1: Herzlich willkommen!
- 2:57Speaker 1: Danke,
- 2:58Speaker 0: dass ich hier sein darf.
- 2:59Speaker 0: Super coole Studio Übrigen Sie.
- 3:02Speaker 1: Vielen Dank!
- 3:04Speaker 1: Ja, du hast ein Buch geschrieben und ging ziemlich durch die Decke – obwohl es noch gar nicht so lange auf dem Markt ist in der jetzt ein paar Wochen –.
- 3:12Speaker 1: wie fühlst Du Dich mit dem Erfolg?
- 3:14Speaker 1: Hast Du damit gerechnet?
- 3:16Speaker 1: Das ist immer eine fiese Frage.
- 3:17Speaker 1: aber wie geht's Dir damit dass Du damit ja auch ziemlich viel Medienecho generiert hast und viele Menschen darüber reden was Du da auch geschrieben hast.
- 3:27Speaker 0: Gute Frage also.
- 3:29Speaker 0: jeder der selbst Ein Buch gestieben hat weiß, wie aufregend dieser Moment ist.
- 3:34Speaker 0: Wenn man weiß, okay jetzt ist der Erscheinungstermin und ab heute kann jeder Mensch meine Gedanken
- 3:40Speaker 0: lesen.".
- 3:41Speaker 0: Und ich war total aufgedeckt und habe mich sehr auf diesen Tag gestreut.
- 3:46Speaker 0: Umso glücklicher macht es mich, dass die Resonanz so positiv ist und dass Medial auf so ein großes Interesse da ist für das Thema, weil ich das Thema wahnsinnig ... wichtig finde und zugleich im Kontext der Arbeit viel zu unterschätzt.
- 4:04Speaker 0: Und vernachlässigt, deswegen find ich es ziemlich cool dass ich da den Fokus jetzt umso mehr auf diese Thematik richten kann.
- 4:13Speaker 1: Ist ja auch dein erstes.
- 4:14Speaker 1: was du ganz alleine geschrieben hast macht das auch nochmal einen Unterschied.
- 4:17Speaker 1: also ist man da so ein bisschen noch angespannter weil man ja auch die ganze Verantwortung total
- 4:23Speaker 0: exakt.
- 4:23Speaker 0: also es ist genau das was du sagst.
- 4:27Speaker 0: Das letzte Buch, da war ich ja co-Herausgeber drin.
- 4:29Speaker 0: D.h.,
- 4:30Speaker 0: da waren wir einige Menschen die David gemacht haben und da ist es genauso wie du sagst so dass man hier nicht die alleinige Verantwortung trägt.
- 4:38Speaker 0: d.h.
- 4:38Speaker 0: wenn das Buch schlecht ist oder schlecht ankommt dann weiß man okay das ist blöd.
- 4:43Speaker 0: aber wir haben das quasi gemeinsam verbrochen mit einem Buch, das man ganz alleine geschrieben hat.
- 4:51Speaker 0: Obwohl ich auch in diesem neuen Buch unterschiedliche Perspektiven eingebracht hab, ist es so okay?
- 4:57Speaker 0: Wenn's schlecht ist, dann stehst du ganz alleine dafür gerade und deswegen total ... Ich war bei diesem Buch jetzt viel angespannter und viel nervöser, würde ich schon sagen wie jetzt die Resonanz sein wird.
- 5:15Speaker 0: Und das Buch war für mich auch ... tatsächlich mehr ein Herzensthema, weil es für mich auch ein sehr persönliches Buch ist.
- 5:25Speaker 0: Wo ich auch sehr viele Dinge teile, die ich vorher noch nicht so geteilt habe öffentlich.
- 5:29Speaker 0: Und das andere Buch handelt ja über eine Generation und ist auch sehr wichtig.
- 5:35Speaker 0: aber dieses Buch handelte ja über Vorurteile, über Benachteiligungen und was das mit Menschen und Schicksalen anrichten kann.
- 5:43Speaker 0: Deswegen hat's für mich ne ganz andere ... Emotionalität und Tiefe als das andere Buch ohne die Wichtigkeiten ab, die wir stellen zu wollen.
- 5:53Speaker 0: Aber für mich persönlich ist es einfach das bewegende Buch.
- 5:57Speaker 1: Du bist ja jetzt nicht hauptberuflich Autorin sondern hast eigentlich einen ziemlich vollgepackten Tag ... ziemlich vollgepackte Woche mit deinem Job, mit all den Dingen die du drum herum noch machst.
- 6:10Speaker 1: Jetzt ist das ja auch ein Buch wo du wie du schon sagst ganz viele verschiedene Perspektiven rein bringst.
- 6:15Speaker 1: Das heißt du kannst es nicht irgendwie im stillen Camerlein so vor dich hinschreiben und bist dann vielleicht irgendwann mal fertig sondern du brauchst ja auch diesen Input von außen um diese Perspektive reinzubringen.
- 6:26Speaker 1: Das heisst jetzt eigentlich ganz schön aufwendig.
- 6:29Speaker 1: Wie hast du das irgendwie noch unterbekommen?
- 6:31Speaker 1: Hast du da so eine für dich eigene Disziplin entwickelt, wo du gesagt hast okay ich habe fixe Zeiten, wo ich mich hinsetze und mich dann irgendwie versuche zu disziplinieren dieses Buch auch zu schreiben.
- 6:42Speaker 0: Also das Buch selber an dem saß ich so neun bis zehn Monate aber ich würde sagen neunzig Prozent des Buches ist in vier Wochen entstanden.
- 6:52Speaker 0: Das heißt die Idee, die Gliederung wie es inhaltlich aufgebaut werden sollte stand für mich schon sehr früh fest und das hilft immer sehr wenn man für sich selber einen Rahmen hat.
- 7:04Speaker 0: Für mich stand auch schon sehr schnell fest wen ich in den jeweiligen Kapiteln sehe also welche Perspektiven ich jeweils mit einbringen will.
- 7:13Speaker 0: und der Steibprozess per se von Von dem Großteil von dem Buch hat dann in vier Wochen stattgefunden, wo ich mir wirklich Freie genommen habe.
- 7:21Speaker 0: Von der Arbeit, also wo ich quasi meinen ... fast meinen kompletten Jahresurlaub genommen hab und nun höre ich dann von acht bis zwanzig Uhr.
- 7:30Speaker 0: jeden Tag da saß und nichts anderes gemacht hab, umgestiegen habe.
- 7:34Speaker 0: Viele haben mich gefragt, was hast du gemacht?
- 7:36Speaker 0: Warst du zumindest in Bali und hattest von der Hängematte ausgemacht?
- 7:39Speaker 0: Nee tatsächlich nicht!
- 7:40Speaker 0: Ich war die ganze Zeit daheim im Büro gesessen, hab nix anderes gemacht und wirklich nur gestiegen und dann auch sehr effizient, schon sehr fokussiert auf das Thema ... Und Generdale ist es ja bei mir so, damit geh ich auch sehr offen um, dass ich sehr ... effizient arbeite, aber natürlich auch sehr stark priorisiere.
- 8:01Speaker 0: Aber dennoch sehr wenig Freizeit habe.
- 8:03Speaker 0: Das heißt ich hab in dieser Phase sonst für mich nicht viel gemacht und es war für mich auch völlig fair Es für mich von Anfang an klar war, das ist ein Buch.
- 8:17Speaker 0: Das ist nicht ein Blockpost oder einen LinkedIn-Artikel.
- 8:22Speaker 0: Du hast dafür dich selber einen gewissen Anstruch in die Qualität und da musst du halt zeitlich auch Opfer bedenken, dass es gut
- 8:28Speaker 0: wird.".
- 8:29Speaker 1: Zeitliche Opfer bringen und wenig Freizeit?
- 8:31Speaker 1: Das ist ja so ein Thema was ich bei dir schon seit ein paar Jahren durchziehe und du bist da ja auch sehr konsequent und sehr diszipliniert.
- 8:40Speaker 1: Was bedeutet denn Arbeit und Erfolg eigentlich für
- 8:43Speaker 1: dich?".
- 8:45Speaker 0: Ja, also erstmal muss man ja so bisschen differenzieren.
- 8:47Speaker 0: Ich habe ja mein Hauptjob bei Microsoft und dann hab ich Dinge die mache ich nebenher wie zum Beispiel Keynotes oder meine Aktivitäten auf Social Media oder jetzt wie z.B das Buch oder Podcast auftrittet wie jetzt gerade.
- 9:02Speaker 0: Das heißt für mich meinen Hauptjob den ich hab der ist für mich auch viel persönliches Lernen, wachsen.
- 9:14Speaker 0: Ich hab das wahnsinnige Privileg in einem Arbeitsumfeld arbeiten zu dürfen wo sehr viele Menschen sind die unfassbar smart sind von denen ich Tag für Tag viel lerne, wo ich mir viel abschauen kann, wo mich das Gefühl habe ich kann auch an meinem eigenen Team sehr stark wachsen und meinen Pier sehr stark Wachsen.
- 9:36Speaker 0: Und diese Dinge die ich nebenher mache es ist für mich ihr... Es hört sich jetzt seltsam an aber Das ist für mich eher meine Art von Freizeit.
- 9:47Speaker 0: Also, wenn ich irgendwo bin und eine Kinot halte, dann denke ich mir nicht ... Oh, du hast jetzt einen Urlaubsack genommen und musst da die Kino halten?
- 9:55Speaker 0: Sondern ich denk mir eher, wie cool ist das, dass du die Möglichkeit hast auf einer Bühne, die Botschaften zu senden, die dir am Herzen liegen.
- 10:06Speaker 0: Und es sind Menschen, die dich zuhören.
- 10:09Speaker 0: Da sind Unternehmen, dir diese Bühne geben, weil sie deine Themen als gesellschaftlicher Levante achten.
- 10:16Speaker 0: Und deswegen aus meiner Sicht hat es immer sehr viel mit dem eigenen Framing zu tun von Dingen.
- 10:22Speaker 0: Weil wenn ich mir jetzt denke, boah du hast echt eine ... sehr anspruchsvolle Position in einem IT-Konzern und du musst noch soviel nebenher machen, dann ist das für mich ja vom mentalen ganz anders als wenn ich mich denke hey okay du hast einen anspruchsvollen Job bei Microsoft, den du dir aber ausgesucht hast.
- 10:44Speaker 0: Keiner zwingt dich, den zu haben und es ist super cool dass du diesen Job haben darfst weil du in einem echt coolen Umfeld arbeiten darfst das dir Spaß macht Und du hast die Möglichkeit nebenher mit deiner Stimme so viele Menschen zu erreichen.
- 10:58Speaker 0: und für mich ist es tatsächlich so dass es für mich ein wahnsinniges Privileg ist Dass ich Mit meiner stimme so viel Menschen erreichen kann.
- 11:05Speaker 0: zugleich will Ich Aber nicht kleinreden dass ich schon sehr oft auch körperlich an ... mein Limit komme.
- 11:16Speaker 0: Es ist schon so, dass ich zwar als Person sehr desilient bin.
- 11:21Speaker 0: Ich brauche kurze Ruhephasen, um wieder voll durchstarten zu können.
- 11:25Speaker 0: Aber ich bin jemand wie ein Hund, der total begeistert ist von einem und so bin ich immer von einem begeistered.
- 11:33Speaker 0: Deswegen sage ich zu mehr Dingen ja, als ich sollte!
- 11:37Speaker 0: Und ähm... macht dann einfach sehr, sehr viel und manchmal übertreibe ich es auch bisschen.
- 11:43Speaker 0: Deswegen finde ich's gut, dass ich Menschen in meinem Umfeld hab, die mich drauf hinweisen, wenn's ein bisschen viel
- 11:48Speaker 0: ist.".
- 11:49Speaker 1: Ich kann das ganz gut nachvollziehen, weil mir ging's auch immer so, als ich gesagt habe, na ja ... Die ganzen Sachen, die ich so nebenher und irgendwie sehr alles miteinander vernetzt, aber die stressen mich nicht.
- 12:00Speaker 1: Und das macht mir Spaß und irgendwie alles gut.
- 12:04Speaker 1: In meinen ... sozusagen in meinen zwanzigern war das auch alles ganz easy.
- 12:09Speaker 1: Da hatte ich irgendwie nie den Moment, dass ich mal gemerkt habe, oh jetzt wird es aber zu viel.
- 12:14Speaker 1: und dann kam irgendwie so dieser Cut und dann kommen die dreißiger und dann hab' ich gemerkt, oh das sind ja doch irgendwie limitierte Ressourcen.
- 12:22Speaker 1: Also geht's da ähnlich?
- 12:26Speaker 1: Und wie lernst du vielleicht auch damit umzugehen?
- 12:29Speaker 1: also, dass du vielleicht selbst reflektierst fest... Okay, das ist jetzt ein Wahnsignal wo ich merke.
- 12:34Speaker 1: Ich muss mal so ein bisschen vom Gas geben und vielleicht mal wieder irgendwie einen Wochenende irgendwas ganz anderes machen oder in die Natur oder wie auch immer?
- 12:43Speaker 0: Also ich muss sagen bei mir war es nicht so dass nach dem Ende der zwanziger und mit Beginn der dreißiger ich gemerkt habe okay ich bin jetzt weniger mental aufnahmefähig oder ich kann weniger machen als vorher.
- 12:54Speaker 0: also mir fällt jetzt mental und körperlich keinen Unterschied auf, der für mich total visibel wäre.
- 13:01Speaker 0: Was ich aber Gott sei Dank immer wirklich merke sind die Warnsignale meines eigenen Körpers wenn ich sie übertrieben habe und die sind sehr einläutig.
- 13:11Speaker 0: das eine ist zum Beispiel dass ich bei Gesprächen nicht so Aufmerksam bin wie sonst und ich bin eigentlich jemand sehr nah am gegenüber ist.
- 13:25Speaker 0: Also für mich... ...ist die Zeit, die mir meinen Gegenüber schenkt immer sehr wichtig und deswegen versuche ich auch immer gedanklich, sehr nah an meinem Gesprächspartner zu sein.
- 13:36Speaker 0: Und wenn ich dann merke dass ich gedanklig abschweife also das ich mich mit dir unterhalte und während du mir etwas erzählst irgendwie meinen eigenen Film im Kopf ab, dann ist es für mich immer so ein Warnzeichen.
- 13:50Speaker 0: Und im gleichen Zuge auch wenn ich nicht wirklich fokussieren kann auf Dinge also nicht nur auf Konversationen sondern auch wenn Ich eine Aufgabe habe zum Beispiel in beruflichen Kontext und da für meine eigenen Verhältnisse viel länger brauche um das ganze zu durchdringen und da merke ich immer okay Das ist so ein Wahnsignal, du solltest mal bisschen weniger machen.
- 14:19Speaker 0: Und dann habe ich für mich selber wirklich ganz klare Mechanismen.
- 14:24Speaker 0: Ich bin dann auch jemand ... Ich bin unter der Woche sehr viel unter Menschen.
- 14:30Speaker 0: Ich hab im Arbeitskontext sehr viel mit unterschiedlichsten Personen zu tun.
- 14:35Speaker 0: Bin viele auf Veranstaltungen und mag das auch.
- 14:39Speaker 0: Aber ich nutze Wochenenden zum Beispiel ganz gezielt um auch meine soziale Batterie wieder aufzuladen, indem ich auch viel Zeit für mich nutze.
- 14:50Speaker 0: Also so was wie das, was wir jetzt machen ist ... Für mich nicht die Regel an einem Sonntag jetzt einen Podcast aufzunehmen.
- 14:58Speaker 0: Das mache ich ja zum Beispiel nur, weil ich da Bock drauf hab.
- 15:01Speaker 0: Weil es mir keine Energie zieht.
- 15:03Speaker 0: in dem Sinne und was ich auch mach is', achte ganz stark auf die Menschen im privaten Umfeld die ich mir selbst aussuchen kann.
- 15:14Speaker 0: Im beruflichen Kontext ist das ja nicht immer so, da ist es oft vorgegeben mit wem wir zusammenarbeiten und wir können uns selber aussuchen, mit welcher Intensität wir zusammen arbeiten wollen.
- 15:26Speaker 0: Da haben wir hier manchmal einen gewissen Rahmen in dem wir uns bewegen können.
- 15:31Speaker 0: aber im privaten bin ich unglaublich selektiv.
- 15:35Speaker 0: Ich schaue zum Beispiel nichts drauf.
- 15:37Speaker 0: okay hat diese Person jetzt Social Media Reichweite oder hat sie eine Position in dem Unternehmen, das für mich einen potenziellen Mehrwert hätte.
- 15:47Speaker 0: So was war mir schon immer sehr egal.
- 15:49Speaker 0: Ich schaue eher drauf, was wir für eine Energie hatten Mensch und tun wir uns gegenseitig gut.
- 15:56Speaker 0: Und ... Das sind so die zwei Punkte, die ich beachte um mental leistungsfähig zu bleiben.
- 16:07Speaker 0: also dass ich mich mit Personen umgeben, denen ich gut tue.
- 16:11Speaker 0: Dass ich mich auch immer wieder rausziehe.
- 16:14Speaker 0: Ich wohne selber in München nach Oberland und bin sehr viel in der Natur.
- 16:18Speaker 0: Versuche auch vielen in den Bergen zu sein oder mit meinem Hund drauszugehen.
- 16:21Speaker 0: Also wirklich mir Zeit für mich selber zu nehmen, um nicht digital die ganze Zeit zu konsumieren.
- 16:28Speaker 0: Weil das für mich selbst toxisch ist, wenn ich es zuviel mache.
- 16:32Speaker 0: Und was ich zusätzlich mach ... Ich achte sehr stark auf eine Ernährung, die mich leistungsfähig bleiben lässt.
- 16:43Speaker 0: Also ich esse zum Beispiel auch mal kurzkettige Kohlenhydrate wenn ich irgendwie Bock hab.
- 16:50Speaker 0: also es ist jetzt nicht so dass ich mich selbst kasseier aber im Alltag esse ich nur Dinge die mich Leistungsfähig bleiben lassen.
- 17:01Speaker 0: Ich würde mir niemals einfach so ne Käse semmel oder so holen auf die ich keine Lust habe, einfach nur was zu essen.
- 17:09Speaker 0: Also, ich priorisiere wirklich gute Lebensmittel sehr stark hoch, weil das für mich so etwas ist.
- 17:17Speaker 0: Das ist ein Hebel der mir hilft um diesen Pace diese Geschwindigkeit im Leben hab oft euch zu erhalten.
- 17:25Speaker 1: Wie wichtig ist es eigentlich dass wir da auch ein bisschen offener mit dieser ja nennen wir's vielleicht eigenen Verletzlichkeit oder der eigenen dass wir alle eben nicht irgendwelche Superhelden sind, sondern das wir alle auch irgendwie unsere Grenzen haben und es wichtig ist darauf zu achten.
- 17:41Speaker 1: Wie wichtig ist dann, dass wir da offen drüber sprechen?
- 17:44Speaker 1: Und nicht immer so tun als wäre die Welt super shiny und alles toll und rosig?
- 17:50Speaker 1: Ich
- 17:50Speaker 0: find's unglaublich wichtig weil soziale Netzwerke ja oft diesen Eindruck so herdieren.
- 17:56Speaker 0: also ob allen Menschen alles sehr leicht fällt Und dann sitzen wir davor und wenn wir diese Inhalte sehr unreflektiert konsumieren, geben sie uns oftmals das Gefühl, jeder Person fällt alles leicht.
- 18:11Speaker 0: Ich bin die einzige Person, die mit sich hadert.
- 18:14Speaker 0: Deswegen finde ich es persönlich zum einen als Konsumentin sehr wichtig, sich immer wieder vor Augen zu führen ... Das, was man gerade sieht auf sozialen Netzwerken die Inhalte, die jemand teilt.
- 18:28Speaker 0: Die sind zum einen wirklich nur ein Bruchteil dessen, was in dem Leben dieser Person passiert und das ist genau dieser Anteil den die Person mit uns teilen will.
- 18:36Speaker 0: Und diese Anteil kann entweder genauso stimmen oder er kann bisschen besser dargestellt sein als es tatsächlich ist im gleichen Zuge fehlender auf die Stattenseiten.
- 18:48Speaker 0: Deswegen ist es mir persönlich auch sehr wichtig Creator-Sicht, also als Person die Inhalte teilt auf sozialen Netzwerken immer wieder sehr offen damit umzugehen dass ich selbst zum Beispiel auch auf sehr viel Freizeit verzichte.
- 19:06Speaker 0: Es kommt ja Menschen oft zuvor, als ob man einfach Auszeichnungen bekommt, gutes Geld verdient eine gewisse Reichweite auf sozialen Netzwerken und man macht das alles so nebenher.
- 19:18Speaker 0: Mit dem ist nicht so, also im gleichen Zuge hab ich persönlich zum Beispiel viel weniger Zeit für soziale Kontakte, als ich es gerne hätte.
- 19:26Speaker 0: Ich habe viel weniger zeit für Sport, für mich als Personen.
- 19:31Speaker 0: Und ... ich mach da gar keinen Held draus, weil ich immer will, dass man das Big Picture sieht.
- 19:38Speaker 0: Das ist halt nicht so shiny wie's oftmals auf sozialer Netzwerk nachgestellt wird.
- 19:43Speaker 1: Jetzt verbindet uns ein Thema, wo ich auch lange lernen musste.
- 19:47Speaker 1: Dass es mir tatsächlich so wichtig ist.
- 19:51Speaker 1: Grüße an meinen Coach an der Stelle lieber Pablo, der irgendwann mal zu mir gesagt hat eigentlich bist du die ganze Zeit auf der Suche nach Authentizität also dieses authentisch sein und eben nicht sich zu verstellen sondern einfach ja offen zu sein und da nicht irgendeine Maske vor sich herzutragen.
- 20:12Speaker 1: Ich hab ein paar Gespräche auch mit dir gehört, da hast du immer wieder über Authentizität gesprochen.
- 20:16Speaker 1: Und wie wichtig dir das ist?
- 20:18Speaker 1: Ist es was, was du erst lernen musstest, dass es dir so wichtig ist?
- 20:22Speaker 1: oder war es dir schon immer irgendwie klar?
- 20:25Speaker 0: Also ich für mich selber als Person mir war's immer sehr wichtig authentisch zu sein, weil ich persönlich es als sehr anstrengend empfinde, mich zu verstellen.
- 20:35Speaker 0: Es gibt ja Menschen, denen fällt das einfacher und mir fällt es unglaublich schwer.
- 20:39Speaker 0: Wenn ich mir vorstelle ... Ich als Person, die stark in der Öffentlichkeit steht.
- 20:44Speaker 0: Wenn ich die ganze Zeit eine Persönlichkeit fäken müsste, die ich nicht hab?
- 20:49Speaker 0: Das würde ich gar nicht aushalten.
- 20:52Speaker 0: Also dahingehend ... Ich bedenke da die Fähigkeiten gar nicht mit, um dauerhaft unauthentisch zu sein.
- 20:59Speaker 0: und im gleichen Zuge je länger ich in dieser Social-Media-Bubble unterwegs bin, desto schlimmer finde ich's auch wenn ich Personen dann kennenlerne die ich kenne über soziale Netzwerke, die dann live ganz anders sind als das was sie vorgeben zu sein.
- 21:19Speaker 0: Und ich weiß noch, dass ich selber nicht so die Reichweite hatte wie man gesehen hat und zum Beispiel auf Events oder Veranstaltungen wie unterschiedliche Menschen mit dir umgehen je nachdem, ob sie Indien in potenziellen Mehrwerts sehen oder nicht.
- 21:35Speaker 0: Das ist etwas, das finde ich persönlich ganz scheuslich.
- 21:38Speaker 0: Wenn man mich auf einer Veranstaltung kennenlernt, dann ist es mir völlig egal, wer diese Person ist.
- 21:45Speaker 0: Ich denke mir, hey, das ist cool, dass eine Person die will sich mit mir unterhalten, wenn ich gerade die Zeit habe, unterhalte ich mich super gerne und dieses ... vorgeben gewisse Werte zu haben, die man dann in Wirklichkeit nicht hat.
- 22:00Speaker 0: Das ist etwas, das finde ich persönlich sehr abstoßend und ... find's auch jedes Mal ganz schlimm, wenn ich das dann live miterlebe, dass Personen so sind.
- 22:10Speaker 0: Und deswegen liegt es mir immer persönlich sehr fern.
- 22:13Speaker 0: Wenn ich gewisse Eigenschaften hab, die ich auf sozialem Medien transportiere, den man nicht mag, bin ich halt auch live so.
- 22:21Speaker 0: Ich bin zum Beispiel jemand, eine relativ große Klappe, also ich bin sehr ungefiltert.
- 22:27Speaker 0: Wenn mir irgendwas nicht gefällt, dann bringe ich das auf den Punkt schon immer und wenn man damit nicht umgehen kann ... Dann wird man mit mir im privaten Kontext in dem Aspekt auch nicht so gut umgehen können.
- 22:40Speaker 0: Aber im gleichen Zuge die Dinge, die ich darstelle auf sozialen Netzwerken, das bindere ich wirklich Dinge, die man vielleicht positiv findet und auch mit all den Dingen, wie man vielleicht negativ findet.
- 22:55Speaker 1: Du schreibst in deinem Buch ja ganz viel über Vorurteile?
- 22:59Speaker 1: Was sind denn so Vorurteilungen, mit denen du selbst zu kämpfen hattest also dir gegenüber entgegen gebracht worden sind wo Leute irgendein Bild von dir hatten dich in irgendwelche Schubladen gesteckt haben und wo du dich immer ein bisschen rauskämpfen musstest?
- 23:17Speaker 1: Wie sind diese Momente entstanden, wo du gemerkt hast, oh, wieder so einer der oder eine die Schublade aufgemacht hat?
- 23:24Speaker 1: für mich?
- 23:25Speaker 0: Ich muss nur kratzlachen.
- 23:26Speaker 0: Das ist glaube ich die Frage, die mir im Kontext vom Buch am öftersten gestellt wurde.
- 23:30Speaker 0: Deswegen muss ich lachen!
- 23:32Speaker 0: Mir begegnen ganz unterschiedliche Verurteile.
- 23:35Speaker 0: Generdale bekomme ich sehr oft das Feedback, wenn man mich kennenlernt irgendwie auf einer Veranstaltung oder so, dass man sagt, boah, du bist ja total bodenständig und hey, du bist ja voll nett... Ich hätte jetzt gedacht, dass du voll abgehoben bist oder voll ... voll adrogant bist.
- 23:51Speaker 0: Und das ist zum Beispiel so was?
- 23:54Speaker 0: Ich muss sagen, ich persönlich, mir gibt es nichts, irgendwelche Auszeichnungen zu bekommen oder eine gewisse Followerzahl auf Social Media zu haben.
- 24:04Speaker 0: Mich ehrt das natürlich massiv wenn ... Menschen meine Inhalte gerne konsumieren und wenn sie das inspiriert.
- 24:11Speaker 0: Und mich errt es auch, neben anderen tollen Menschen ausgezeichnet zu werden.
- 24:16Speaker 0: aber dass ist nichts was mein Selbstwert tangiert.
- 24:19Speaker 0: also es ist nicht etwas meinen Selbstvertrauen erhöht sage ich nur weil ich ganz genau weiß Dass sehr viele menschen die auch Auszeichnungen verdienen Nichts auf diesen Listen sind und Das oft unterschiedliche Faktoren zusammenspielen müssen, dass du eine gewisse Deichheit weiter hast zum Beispiel.
- 24:42Speaker 0: Dass das nicht immer ein Qualitätsmerkmal für dich selber als Person ist und deswegen liegt es mir persönlich sehr fern abzuheben.
- 24:49Speaker 0: Und ich selber weiß immer ganz genau wo ich herkomme.
- 24:55Speaker 0: Deswegen würde ich mich nie über andere Menschen stellen und irgendwie das Gefühl haben, ich bin was besser, da wäre ich das ganz absurd.
- 25:03Speaker 0: finde wenn ... Ich menschen beobachte die dann sich verändern wegen, da ich weiter... Also das ist so ein Vorurteil dass mir immer begegnet und wo Menschen dann sehr überrascht sind.
- 25:15Speaker 0: Dass es bei mir nicht so der Falle ist.
- 25:17Speaker 0: Dann oft alles so was ich auf das äußerte Erscheinungsbild bezieht also dass das dann Mir kommuniziert wird okay.
- 25:27Speaker 0: Ich hätte gar nicht gedacht dass du etwas technisch studiert hast oder dass du in einem Tech-Konzern Führungskraft bist.
- 25:36Speaker 0: So schaust du ja gar nicht aus, also optisch so schahst du nicht aus wegen deinen Fingernägeln oder so schausst du gar nicht auf weil du jung aussiehst oder weil du ne Frau bist oder eine Kombination aus all diesen Dingen.
- 25:51Speaker 0: Ja, ich würd sagen das sind die Vorurteile.
- 25:54Speaker 0: Also einen Sammelsurium aus Geschlecht im Kontext meines Jobs Alter ... und äußertes Erscheinungsbild.
- 26:08Speaker 0: Und das alles in der Comedy, das passt halt für Menschen irgendwie nicht an die Schublade vor allem nicht wenn sie mich dann persönlich kennenlernen und ich dann charakterlich anders bin als ich es erwartet
- 26:16Speaker 0: hätten.".
- 26:17Speaker 1: Jetzt sind wir ja alle nicht ganz frei von Vorurteilen und ganz viele passieren ja auch unterbewusst weil wir gar nicht wirklich richtig darüber nachdenken und dass ist irgendwie ja auch normal und uns angeboren und in uns verankert.
- 26:30Speaker 1: Wie gehst du denn damit um?
- 26:33Speaker 1: Selbst in eine Situation kommst, wo du merkst, oh Mist.
- 26:37Speaker 1: Jetzt hat mein Kopf da irgendwie bewusst oder unbewusst irgendjemanden in irgendeine Schublade gesteckt und hat eben selbst einen Vorurteil erzeugt was vielleicht gar nicht zutrifft.
- 26:48Speaker 0: Also ich selber merke immer dass ich meinen eigenen Vorurteilen auf den Leim gegangen bin wenn sich Menschen auf einmal ganz anders verhalten als ich es von ihnen erwartet hätte also wenn sie quasi dieser Zielzustreibung der Schublade nicht entsprechen, in die ich sie vorher ohne es zu merken eingesteckt habe.
- 27:07Speaker 0: Und dieses Überraschungsmomentum ist für mich dann immer so ein Impuls um mal innezuhalten und zu überlegen okay wieso bist du denn gerade überrascht?
- 27:16Speaker 0: Das hab' ich in unterschiedlichen Aspekten immer wieder... Ich hab das immer wieder, wenn mich Personen positiv überraschen weil ich ihnen eine gewisse Kompetenz allein basierend auf dem Erscheinungsbild nicht zugetraut hätte.
- 27:32Speaker 0: Was eigentlich so fatal ist, weil ich selber sollte ja wissen, dass man nicht auf Basis des äußerten Erscheinungbildes irgendwelche Schlüsse ableiten sollte.
- 27:42Speaker 0: aber dennoch passiert es mir immer wieder.
- 27:44Speaker 0: Mir passiert das zum Beispiel auch immer wieder und das erzähle ich auch im Buch wenn sich bei mir Leute bewerben, dass ich sie sehr ... unterschiedlich wahrnehme, je nachdem welchem Geschlecht sie zugehörig sind.
- 27:55Speaker 0: Also wenn ein Mann mir zum Beispiel erzählt ja und ich code am Wochenende umdruckt er mir Apps denke ich mir hey coole Sache.
- 28:02Speaker 0: und wenn der Frau mir genau dasselbe erzählt denke ich mich wie cool ist das dann?
- 28:06Speaker 0: Und im gleichen Zuge Wenn eine Frau mir erzählt Ja und ich will jetzt in Teilzeit arbeiten weil ich habe zwei kleine Kinder daheim und wenn einen Mann mir erzählt Ich würde gerne in Teilzeitarbeiten aufgrund meiner Kinder und ich planen übrigens noch eine lange Elternzeit, denke ich mir.
- 28:24Speaker 0: Boah wie cool!
- 28:25Speaker 0: Das ist wie ein progressiver Mann also ich selber obwohl ich sehr informiert bin was Vorurteile angeht.
- 28:34Speaker 0: Ich habe ja im Buch gestiegen darüber und hab mich viel mit meinen eigenen Vorurteilungen und diesen Konzepten auseinandergesetzt.
- 28:40Speaker 0: Bin dennoch nicht frei davon und das macht sehr deutlich wie tief Frank hat dieses Phänomen in uns allen.
- 28:49Speaker 1: Du schreibst ja auch schon im Titel das Buches über Quotenfrauen, über alte weiße Männer.
- 28:53Speaker 1: Also so diese super Stereotype von Dingen die uns im Arbeitsleben vor allem immer wieder begegnen.
- 29:03Speaker 1: Wir gehen immer in diese Extreme, wir haben immer Schwarz und Weiß aber ganz wenig Grau irgendwie dazwischen und versuchen Dinge mit dem anderen Extrem zu lösen.
- 29:13Speaker 1: Warum fällt uns das so schwer, einen guten Mittelweg zu finden mit dem am Ende alle gut leben können und wo wir dann tatsächlich diese Diversity die Chance im Gleichheit hinbekommen?
- 29:24Speaker 1: Weil es bringt ja auch nichts.
- 29:26Speaker 1: Böse gesagt haben wir uns aufregen auf einer Veranstaltung über ein Dinner bei dem nur Männer sitzen und gleichzeitig findet ein paar hundert Meter weiter aber eine Veranstaltung für Frauen statt.
- 29:39Speaker 1: Das bringt uns beides nicht.
- 29:41Speaker 1: so richtig weiter, sondern schafft ja wieder nur einen Graben dazwischen.
- 29:45Speaker 1: Warum fällt uns das so schwer diesen Mittelweg zu finden?
- 29:48Speaker 0: Also ich glaube die Antwort ist einfach aus meiner Sicht weil es aus meiner persönlichen Perspektive viel einfacher ist in Schwarz und Weißzudenken.
- 29:59Speaker 0: Also Trautöne erfordern eine gewisse mentale Anstrengung.
- 30:08Speaker 0: weiß, ich nehme jetzt eine Position ein.
- 30:10Speaker 0: Die ist entweder schwarz oder weiß und ich verteufel die andere Positionen und ich negier die ganzen Grautöne dazwischen.
- 30:18Speaker 0: Dann ist es für mich viel einfacher weil ich mich ja dann überhaupt nicht mit diesen Zwischentönen auseinandersetzen muss.
- 30:25Speaker 0: Und das ist auch so ne gesellschaftliche Entwicklung, die ich persönlich kritisch finde Weil sie die Konsequenz hat dass wir gar nicht mehr in den Dialog miteinander gehen Feindbilder haben und jeder weiß, okay das ist jetzt meine politische Position.
- 30:44Speaker 0: Das ist meine gesellschaftliche Position und ich will mich gar nicht mehr mit Leuten austauschen die nicht komplett deckungsgleich sind zu den Meinungen in denen ich habe.
- 30:57Speaker 0: Und deswegen ist es mir persönlich immer sehr wichtig Brücken zubauen.
- 31:01Speaker 0: Das mache auch stark in dem Buch um deutlich zu machen, es macht keinen Sinn beispielsweise den alten weißen Mann als Feindbild zu konstruieren und zu sagen alle Männer oder noch schlimmer.
- 31:19Speaker 0: Alle Männer mit weißer Hautfarbe, mit fortgestrittenem Alter.
- 31:26Speaker 0: Es interessiert sich nicht für Nachhaltigkeit und würden am liebsten für immer das Patriarchat aufdechterhalten weil Wir es uns damit aus meiner Sicht zu leicht machen und genau das Gegenteil tun von dem, was wir eigentlich wollen auf unserem Weg zur mehr gelebter Gleichbedächtigung und Diversität.
- 31:46Speaker 0: Weil wir Gleichbedechtigungen und Diverseiten nur erreichen indem wir uns die Hände reichen und in den Dialog miteinander gehen und gemeinsam schauen wie wir diese ganzen gesellschaftlichen Herausforderungen anpacken können die uns auf diesem Weg blockieren.
- 32:06Speaker 0: Und das funktioniert nicht, indem wir mit dem Finger aufeinander zeigen und sagen hey du bist jetzt mein Feindbild und mit dir will ich gar nicht
- 32:13Speaker 0: ersprechen.".
- 32:14Speaker 1: Das ist ja eben auch diese enorme Vereinfachung, die wir da machen.
- 32:17Speaker 1: also wir sind ja alle wahnsinnig komplex.
- 32:20Speaker 1: man könnte jetzt sagen Du bist eine Frau Ich bin Mann Wir sind beide irgendwie Arbeiter Kinder Ganz andere Wege genommen.
- 32:27Speaker 1: du hast studiert, du hast Corporate Karriere sozusagen gemacht.
- 32:32Speaker 1: Ich habe irgendwie nie studiert ich hab mein Abi abgebrochen und ich habe irgendwie mit fünfzehn angefangen Unternehmen aufzubauen.
- 32:40Speaker 1: also diese ganzen Komplexitätsstufen sind ja viel viel umfangreicher als diese Vereinfachung zu machen.
- 32:47Speaker 1: Du bist eine frau ich bin Mann und fertig Ist das vielleicht auch einfach zu komplex für uns manchmal weil wer ohnehin schon so eine gewisse überforderung haben die uns.
- 33:01Speaker 1: Die ganze arbeitswelt bringt die vielleicht auch noch krisen die obendrauf kommen wie wir sie die letzten jahre erlebt haben die es noch schwieriger machen überhaupt kapazität irgendwo freizuräumen, für komplexere denkvorgänge dann vielleicht auch in feldern mit denen wir uns nie so richtig beschäftigt haben weil sehr eben so einfache war alter weißer mann guten frau.
- 33:22Speaker 0: Also die Komplexität ist aus meiner Sicht ein sehr wesentlicher Aspekt.
- 33:28Speaker 0: Im gleichen Zuge ist ein weiterer wichtiger Aspekt aber auch, dass wenn wir uns auseinandersetzen mit Dingen, die außerhalb unserer eigenen Blase stattfinden das wir über vieles reflektieren müssen was für uns potenziell vielleicht unbequem ist.
- 33:50Speaker 0: und wenn ich selber beispielsweise eine sehr privilegierte soziale Herkunft habe, dann ist es für mich viel einfacher diesen Leistungsmythos auf dich zu erhalten und zu sagen hey du kannst das gesellschaftlich zu einbringen ganz egal wer deine Eltern waren und was für ein finanzielles Polster oder was für einen Netzwerk du vom Elternhaus mitbringst oder nicht.
- 34:14Speaker 0: Und wenn ich da in dem Bereich zum Beispiel auch verkenne unterschied macht, wer deine Eltern sind und wo du geboren wirst und welche finanziellen Startbedingungen du hast.
- 34:29Speaker 0: Und wenn ich einfach verkenne dass soziale Mobilität gesellschaftlich in Deutschland echt ein Thema ist dann mache Ich mir die Welt auch so ein bisschen einfacher und dann nehme ich mir selber auch Die Verantwortung zugleich weg das ich mir Gedanken mach muss über meine eigenen Privilegien und darüber wie ich meine eigene Privilegen teilen kann mit Menschen die weniger privilegiert sind.
- 34:53Speaker 0: Und wenn ich jetzt selber beispielsweise Führungskraft bin und sage, ich stelle Menschen einfach nur nach Leistungen ein und gar nicht über Konzepte deflektieren will die ich zum Beispiel in meinem Buch ansprechen das Affinitätsprinzip dass Menschen, die natürlich einen Hang dazu haben eher Menschen einzustellen, denen selbst ähnlich sind.
- 35:15Speaker 0: Wenn ich mich dem versperre, dass ich mich mit solchen Phänomen auseinandersetze weil ich einfach sag Ich mach das eh schon richtig, dann mache ich mir damit ja meine eigene Welt auch so ein bisschen einfacher.
- 35:27Speaker 0: Deswegen glaube ich, Komplexität ist definitiv ein Punkt.
- 35:30Speaker 0: aber dieser Widerstand den viele Menschen haben sich mit Dingen auseinanderzusetzen die sich außerhalb der eigenen Komfortzunnel befinden hat aus meiner Sicht sehr viel damit zu tun dass es unbequem ist sich damit auseinandersetzen wie privilegiert man selbst vielleicht teilweise ist und wie benachteiligt andere Menschen potenziell sind.
- 35:57Speaker 0: Und welche Verantwortung man selber übernehmen könnte, wenn man denn wollen würde?
- 36:02Speaker 1: Was hilft dann eigentlich wirklich am Ende das wir da besser werden?
- 36:06Speaker 1: also wenn wir jetzt gerade auch mal in die Arbeitswelt hineingehen was würdest du den sagen?
- 36:11Speaker 1: müsste passieren dass das wird er wirklich einen Unterschied hinbekommen und zwar So, dass eben nicht jeder auch total genervt irgendwie davon ist.
- 36:21Speaker 1: Weil man ja oft dann auch das Gefühl hat... Also gerade die, die ja so angefeindet werden auf beiden Seiten sozusagen sind ja irgendwann noch total generft von diesem ganzen Thema weil es immer irgendwie immer diese Vereinfachung ist.
- 36:35Speaker 1: Was würde denn wirklich helfen?
- 36:36Speaker 1: Ist es Aufklärung?
- 36:38Speaker 1: Sind es Trainings Coachings?
- 36:41Speaker 1: Ist ein besseres Zusammenmixen von Teams, ein Zusammenwachsen von Menschen die in Unternehmen arbeiten.
- 36:52Speaker 1: Also dieses Thema Unternehmenskultur und wie wir auch miteinander im Unternehmen vernetzt sind.
- 36:57Speaker 1: also was sind Dinge dir aus deiner Sicht helfen?
- 36:59Speaker 0: Also das was ich beobachte ist dass wir seit einigen Jahren sehr viel über Themen sprechen die vorher nicht so wirklich Raum eingenommen haben gesamtgesellschaftlichen Diskussion oder im gesamten gesellschaftlichen Diskurs, also zum Beispiel Nachhaltigkeit.
- 37:17Speaker 0: Zum Beispiel Diversität, die Wichtigkeit einer gesunden Unternehmenskultur und das ist aus meiner Sicht eine sehr positive Entwicklung weil nur wenn wir uns über Dinge unterhalten haben wir die Möglichkeit zu deflektieren.
- 37:32Speaker 0: allerdings sollte es nicht bei Lippenbekenntnissen bleiben finde es persönlich sehr schade, wenn alles was ein Unternehmen tut im Bereich Diversität.
- 37:45Speaker 0: Zum Beispiel das ist, dass sie einmal im Jahr ihre Unternehmenslogos umändern in die Regenwogenfarben und tolle Social Media Posts machen.
- 37:55Speaker 0: Und in Wahrheit weiß jeder Mitarbeiter jede Mitarbeiterin der oder die in diesem Unternehmen arbeitet, dass da nicht wirklich etwas dahinter ist.
- 38:03Speaker 0: Das find ich kritisch und das ist auch etwas, was sich Unternehmen ... im heutigen Zeitalter nicht leisten können, weil Unternehmen immer gläsern werden in Zeiten des Internets.
- 38:17Speaker 0: Heutzutage ist es sehr einfach sich mit Menschen zu vernetzen die in einem Unternehmen arbeiten oder dort gearbeitet haben.
- 38:22Speaker 0: Es gibt diverse Plattformen wo man lesen kann was behind the scenes abgeht und Deswegen, ich finde es sehr positiv dass über Themen gesprochen wird aber es darf nicht das passiert was du eben gesagt hast und zwar Das ist so ein buzzword bingo wird.
- 38:40Speaker 0: Und was wir wirklich tun Sollten um etwas tatsächlich zu verändern ist aus meiner Sicht eines und zwar Dass wir in den Dialog miteinander gehen und das funktioniert Nicht mit erhobenen Zeigefinger.
- 38:57Speaker 0: und es funktioniert nicht indem wir sagen, hey du du du.
- 39:02Speaker 0: Wir brauchen jetzt Frauen und wieso ist das Unternehmen so divers aufgestellt?
- 39:08Speaker 0: Das funktioniert nur indem man das warum erklärt und indem man in den Austausch miteinander geht und erklärt wieso Diversität wichtig ist, wieso Gleichbedächtigung wichtig ist was tatsächlich geändert werden muss, was strukturell angepackt werden muss damit sich ein echter Unterschied ergibt jenseits von Social-Media-Posts.
- 39:35Speaker 0: Und dafür ist es einen Miteinanderausschlag geben und nicht, dass ich immer mehr Bubbles bilden die sich gegenseitig bekriegen und das es Social Media Post gibt wo ganz viele Herren in einem Meeting-Gedrahmen sitzen um man danach sagt oh wie böse aber es dann bei diesem Ohr wie böse belässt und nicht über Lösungen diskutiert, wie wir mehr gelebte Gleichberechtigung bekommen können.
- 40:03Speaker 0: Und was der Grund ist, dass es das noch nicht gibt.
- 40:06Speaker 0: Also ich find's nicht schlimm, dasses diese Beiträge gibt.
- 40:09Speaker 0: Aber diese Beitage sollten nicht nur dem Zweck dienen Menschen gegeneinander aufzustacheln, sondern eher das Wieso zu hinterfragen?
- 40:18Speaker 0: Und danach zu diskutieren, wie eine Lösung aussehen könnte oder wie Lösungen aussehen könnten
- 40:24Speaker 1: hilft da vielleicht auch ein Stück weit mehr Ehrlichkeit und Transparenz an der Stelle, dass wir auch über unangenehmere Wahrheiten mal sprechen.
- 40:34Speaker 1: Also ich kenne es zum Beispiel von uns früher mit unserer Veranstaltung die wir ja einmal im Jahr machen also mit unserem Forty Eight Forward Festival.
- 40:45Speaker 1: Wenn man mal irgendwie so drei, vier, fünf männliche Speaker hintereinander ankündigt bekommt man sofort irgendwie einen über den Deckel und alle sagen ja hier nur Männer.
- 40:55Speaker 1: Und wo sind denn die Frauen?
- 40:58Speaker 1: Dass wir beim Hintergrund schon immer unfassbar viel dafür getan haben dass wir auch spannende Frauen auf die Bühne bringen zum Beispiel.
- 41:07Speaker 1: Wir uns aber tatsächlich und ich kann es tatsächlich belegen wenn ich fünf Männer frage bekomme Vier und halb zu sagen innerhalb von Stunden in der Regel.
- 41:19Speaker 1: Wenn ich fünf Frauen anfrage, dauert es grundsätzlich zum Beispiel länger bis überhaupt eine Reaktion oder eine Entscheidung kommt?
- 41:29Speaker 1: Und ... Ich weiß ganz bewusst mache das gerade weil natürlich dass auch dann wieder so eine allgemeinerung usw.
- 41:38Speaker 1: Es kommen in der regel viel mehr Absagen.
- 41:40Speaker 1: Das hat natürlich alles gute Gründe vielleicht die Lebenswirklichkeit da auch wieder irgendwie komplexer ist und mehr zu organisieren.
- 41:51Speaker 1: Vielleicht ist wie auch immer oder der Kalender ohnehin schon so voll ist, weil... ...die so viele Anfragen bekommen.
- 41:57Speaker 1: und vielleicht kann man auch sagen Männer stehen lieber auf der Bühne als Frauen wenn man ganz tief in die Vorurteilskiste greift,... ...weil sie sich vielleicht mehr präsentieren wollen oder mehr im Mittelpunkt stehen wollen.
- 42:08Speaker 1: Oder wie auch mal das sind jetzt ganz viele Vorurteilungen.
- 42:11Speaker 1: Aber dass wir auch mal irgendwie so offen und ehrlich sind.
- 42:14Speaker 1: Und sagen, es gibt ja eben auch Unterschiede zwischen uns allen.
- 42:20Speaker 1: In manchen Situationen sind die halt so ... Es führt dann zu gewissen Dingen.
- 42:25Speaker 1: Nichts tun das.
- 42:26Speaker 1: wir sagen okay, wir sind alle immer gleich und alles funktioniert in jeder Situation immer gleich.
- 42:33Speaker 0: Also zu deinem ersten Punkt ich bin ja immer der Meinung wenn man ein ... Panel zum Beispiel oder ein Speakerset divers aufstellen will und jetzt mal nur auf die Geschlechtsdimension schaut, wird man das immer schaffen.
- 42:51Speaker 0: Also es gibt für jedes Thema auch eine qualifizierte Trau und es gibt hier jedes Thema noch eine Qualifizierte Trauer Die Bock hat sich auf der Bühne zu stellen weil dass Frauen introvertierter sind als Männer oder dass Männer lieber auf Bühnen stehen, das ist tatsächlich nicht so.
- 43:07Speaker 0: Das schaue ich mir auch im Buch an.
- 43:10Speaker 0: Es ist nicht so, dass Frauen per se das introvertiert hat oder extrovertiert hätte gesteckt sind.
- 43:16Speaker 0: Also das ist wissenschaftlich einfach bewiesen, was dem nicht so ist.
- 43:22Speaker 0: Was ich persönlich immer ein bisschen schade finde, ist, wenn Frauen ... Angefstarkt werden.
- 43:28Speaker 0: für Veranstaltungen ist oftmals so, dass sie sich dann entweder über Vereinbarkeit unterhalten sollen auf Bühnen oder über Diversität.
- 43:36Speaker 0: Und es sind sehr häufig Frauen die zum Beispiel in Finanzthemen ganz stark sind oder in Nachhaltigkeitsthemen ganz, ganz stark sein.
- 43:44Speaker 0: Oder die tolle Naturwissenschaftlerinnen sind und genau diese werden dann für irgendwelche Nebenbühne angefstragt um über Diverzität zu sprechen.
- 43:54Speaker 0: Und dann sagt man quasi, wir haben ja jetzt Strauen auf der Veranstaltung.
- 43:58Speaker 0: Das finde ich sehr kritisch.
- 44:00Speaker 0: Also, Strauen sollten aus meiner Sicht nicht nur für Diversitätsthemen angestrahlt werden.
- 44:05Speaker 0: Genauso wenig wie Männer ... Nicht für Divertidstäben angestragt werden sollten.
- 44:12Speaker 0: Weil das beobachte ich auch immer wieder, dass auf Diversitätspanels gar kein Mann drauf ist und es finde ich absolut absurd.
- 44:19Speaker 0: Wir zum Beispiel keine Vereinbarkeit bekommen können, wenn wir Männer nicht mit einbinden.
- 44:25Speaker 0: Väter nicht mit Einbinden, das funktioniert nicht.
- 44:28Speaker 0: Grundsätzlich aus meiner Sicht müssen wir wie ich schon vorhin gesagt hab einfach in den Dialog miteinander gehen und es bedeutet auch Gespräche miteinander zu führen die vielleicht unbequem sind Und so wie du's eben gemacht hast vielleicht auch mal Dinge anzusprechen, die du denkst meine perspektive Schildern, die von deiner Perspektive abweicht.
- 44:49Speaker 0: Vielleicht findet man den gemeinsamen Nenner oder keinen.
- 44:52Speaker 0: Aber wenn du Dinge nicht adressierst und Angst davor hast, dass sie für mich irgendwie komisch ankommen könnten ... Oder ich etwas nicht sag, weil ich Angst dvor hab, dass Sie bei dir seltsam ankommen können, dann kommen wir gar nicht in diesen Diskurs der Notwendig ist.
- 45:08Speaker 0: Und deswegen auch mal diese Sorge beiseite zu legen.
- 45:12Speaker 0: anzuecken.
- 45:13Speaker 0: Das finde ich sehr wichtig, aber im gleichen zu gewährschätzend und respektvoll zu sein.
- 45:17Speaker 1: Vielleicht zum Abschluss noch ein kurzer Exkurs weil mich das diese Woche ziemlich viel beschäftigt hat?
- 45:23Speaker 1: Ich habe ein langes Gespräch geführt mit einem sehr renommierten Psychologen dieser Woche Und wir haben darüber gesprochen wie sich auch Ansprüche an Generationen verändern.
- 45:36Speaker 1: Jetzt hab' ich vorhin schon gesagt Wir sind beide Arbeiterkinder sind also ich pauschalisiere jetzt mal wahrscheinlich in der welt aufgewachsen wo sich unsere eltern ziemlich anstrengen mussten um erfolgt zu haben ist aber irgendwie dann auch geschafft haben mit ihrem einsatz und daraus dann ganz oft dieses ja du solltest es mal einfacher haben als ich.
- 45:59Speaker 1: Erwächst das heißt gleichzeitig ist es aber auch in der zeit gewesen wo über jahrzehntes immer irgendwie bergauf ging also man hatte immer chancen was daraus zu machen.
- 46:09Speaker 1: Und und man konnte dann auch auf dem erfolgt den die eltern vielleicht irgendwie hinbekommen haben hat man ist dann vielleicht selbst eben auch ein stückweit einfacher gehabt weil man, vielleicht studieren konnte weil man vielleicht irgendwie auch schon einen zwei kontakte irgendwie mitbekomme oder was auch immer wenn ich mir anschaue wie Jetzt Kinder auf die Welt kommen und wenn ich mit deren Eltern Generation anschaue, also Menschen in unserem Alter anschau.
- 46:35Speaker 1: Die jetzt zum ersten Mal mitbekommen.
- 46:38Speaker 1: das ist also zum erst mal seit dem Krieg mit bekommen dass es nicht immer nur berge aufgeht sondern dass da auch große krisen kommen können.
- 46:45Speaker 1: das ist auch mal eine wirtschaftskrise.
- 46:48Speaker 1: gibt das eine finanzkrise gibt dass es kriegt geben kann dass der klimawandel kommt und all diese themen.
- 46:54Speaker 1: was glaubst du denn was verändert das?
- 46:57Speaker 1: mit der Art und Weise, wie dann diese Kinder die aus unserer Generation entstehen.
- 47:03Speaker 1: Mit Themen wie Karriere umgehen und mit Arbeit umgehen.
- 47:07Speaker 1: Und vielleicht auch mit Themen wie Diversity umgehen?
- 47:10Speaker 0: Also grundsätzlich ist es ja so dass wir wenn wir zum Beispiel über die neue Generation Z sprechen hier so eine gewisse Tendenz dazu haben alle Vertreter-Vertreter denn übereinkam zu scheren und dann zum Beispiel zu sagen Boah, die sind ja alle total anspruchsvoll.
- 47:29Speaker 0: Die wollen alle Work-Live-Balance und wollen eigentlich die ganze Zeit nur Workations machen und die wollen auch alle eine vier Tage Woche.
- 47:35Speaker 0: Und in dem gleichen Zuge verkennen wir, dass wir uns in der Betrachtung dieser jungen Menschen häufig nur diejenigen anschauen, die zum einen hochqualifiziert sind und damit einer Arbeitsmarktsituation vorfinden, in der sie es sich tatsächlich aussuchen können oftmals wo Sie arbeiten wollen und wo nicht und dass viele von ihnen auch aus wohlhabenden Elternhäusern kommen.
- 48:00Speaker 0: Aber das ist nicht die Gen Zee, man darf nicht vergessen, dass es in dieser Generation sehr viele gibt, die einen erfolgreichen Einstieg ins Berufsleben gar nicht schaffen.
- 48:12Speaker 0: Die froh drum sind wenn sie irgendwo unterkommen und sich gar nicht Gedanken drüber machen würden.
- 48:20Speaker 0: okay kann ich jetzt vier Tage arbeiten und volles Gehalt bekommen.
- 48:25Speaker 0: Deswegen, diese Skepsis gegenüber jungen Generationen hat schon immer gegeben.
- 48:32Speaker 0: Die hat schon in der Sturm- und Drangepoche gegeben.
- 48:35Speaker 0: Und die gibt's halt jetzt wieder.
- 48:38Speaker 0: Aber da ist mir so eine gewisse Differenzierung sehr wichtig.
- 48:41Speaker 0: Im gleichen Zuge ist es aber natürlich so, dass diese jungen Menschen hier in Deutschland bis zur Corona-Pandemie oder zum Ukraine-Krieg nie wirklich echte ... Krisen erfahren haben.
- 48:56Speaker 0: Und das macht natürlich viel mit Menschen.
- 49:00Speaker 0: und jetzt, wenn man im Hinterkopf behält, dass er viele von ihm mit der Angst aufwachsen um den Planeten, wenn viele von ihnen jetzt geprägt wurden durch die Jade in denen sie stark auch sozial isoliert waren dann ist es schon etwas was viel mit Menschen macht und was auch viel mit der Hoffnung macht, die eigentlich junge Menschen auszeichnet.
- 49:31Speaker 0: Weil wenn es etwas gab, das alle jungen Generationen eigentlich immer ausgezeichnet hat dann war so eine gewisse Hoffnung, mit der man in die Zukunft gesehen hat.
- 49:42Speaker 0: Und in den Generationen vorher eigentlich auch immer der Glaube dass man erst mal mit harter Arbeit besser haben kann.
- 49:53Speaker 0: Und dieser Gedanke, der ist bei den Jungen heutzutage nicht mehr gegeben.
- 49:58Speaker 0: Weil da sehr viel Angst vorherrscht vor der Zukunft.
- 50:02Speaker 0: und das ist natürlich etwas was ganz erschütterndes für junge Menschen auch ganz viel macht in der persönlichen Entwicklung.
- 50:09Speaker 1: Merkst du da vielleicht auch dass sich der Stellenwert von bestimmten Dingen die für uns ganz wichtig waren?
- 50:14Speaker 1: Also Karriere vielleicht auch Geld irgendwie einflussreichweite macht wir auch immer Dinge, die in unserer Generation glaube ich schon noch weit verbreitet sind.
- 50:24Speaker 1: Dass sich das da so ein Stück verschiebt und auf einmal die jungen Menschen heute sagen also keine Ahnung ich habe lieber vielleicht dieses wunderschöne Stereotyp zu bedienen Ich hab lieber mehr Freizeit als Arbeit und achte vielleicht mehr auf mich damit es mir gut geht.
- 50:42Speaker 1: Also gibt's da eine Wertverschiebung die du wahrnimmst?
- 50:45Speaker 0: Total.
- 50:46Speaker 0: Also die Status-Symbole, mit denen wir ... Du bist ja auch millennial?
- 50:50Speaker 0: Mit denen wir aufgewachsen sind... Die sind bei der jungen Generation viel weniger gegeben.
- 50:57Speaker 0: also ob man jetzt einen hochklassigen Firmenwagen hat oder ein tolles Eckbüro oder ein sechstelliges Gehalt da gibt es natürlich immer noch junge Menschen, die genau das als Ambition haben für sich.
- 51:11Speaker 0: aber dass ist jetzt viel viel weniger.
- 51:13Speaker 0: Also, Status-Symbole sind jetzt heutzutage eher.
- 51:17Speaker 0: Hab ich Flexibilität in dem was ich tue?
- 51:19Speaker 0: Habe ich ... finde ich Sinnhaftigkeit vor in meiner Arbeit.
- 51:25Speaker 0: Kann ich's mir leisten, sinnhaftigkeit Vorfinden zu wollen und das hat sich massiv verändert ja.
- 51:31Speaker 1: Ich danke dir sehr für deine Zeit und dass wir über all diese doch sehr komplexen Themen ausführlich sprechen konnten.
- 51:38Speaker 0: Super gerne!
- 51:38Speaker 0: Danke, die hat Spaß gemacht.
- 51:41Speaker 1: Das war es leider schon.
- 51:43Speaker 1: Die letzte Runde ist ausgetrunken, das Gespräch zu Ende.
- 51:47Speaker 1: Vielen Dank fürs Zuhören!