Latest / «Call the Boss» / Reto Artusi: Chef und Inhaber Medipack
Transcript
- 0:00Ich denke auch, dass ein guter Chefprozess seine eigenen
- 0:03Prozesse in der Firma einigermassen kennen.
- 0:06Sollte. Ein Format des Schaffhauser
- 0:08Wirtschafts Newsletter Zahltag, unterstützt von der Schaffhauser
- 0:12Kantonalbank, GF und Radio Munot.
- 0:15Karl the Boss Folge 87 Reto Hardusi, Chef und Inhaber
- 0:21medipac. Jede Packung an die Dose.
- 0:29Zahle Reto, Hier ist Robin Blank vom Wirtschaftsnewsetter
- 0:32Zahltag. Hallo.
- 0:33Ja, Hallo Robin. Reto, Deine Firma, die sieht
- 0:37man, wenn man durchs Mühletal fährt, aber man weiss jeweils
- 0:41gar nicht was ich alles mache, wenn man sich da mal informiert,
- 0:43dann wird es also sehr interessant.
- 0:45Ihr verpackt nicht nur Sachen, ihr tut auch Maschinen und
- 0:49Folien herein. Sag mal schnell, was macht die
- 0:53Medipack eigentlich alles? Also wie du gesagt hast, Medi
- 0:57pack ist sehr vielfältig aufgestellt.
- 1:00Wir haben unseren Kundenkreis in der Medizinalindustrie, das
- 1:04heisst das sind Hersteller von Implantaten oder Instrumenten
- 1:08und wir machen dort eine grosse Bandbreite an Verpackungen oder
- 1:13Verpackungsmöglichkeiten zum einen entwickeln wir dann
- 1:16kundenspezifische Verpackungslösungen, das heisst,
- 1:19wir zeichnen dem Kunden auf, wie das aussehen könnte, wir haben
- 1:21dann einen eigenen Werkzeugbau. Den wir so Prototypen als auch.
- 1:26Serienwerkzeuge bauen, wir haben anschliessend die Möglichkeiten,
- 1:31bei uns die Verpackungen herzustellen, in Form von im
- 1:34Tiefziehverfahren, das heisst, wir stellen eine Folie, formen
- 1:39und liefern die fertigen Teile, die sogenannte dann dem Kunden.
- 1:44Wir stellen auch die Folie im Exklusionsverfahren her, das ist
- 1:49eine Folie aus polytellen terre, also PG, wo wir etwa 30 Tonnen
- 1:54Folien pro Woche. Wir haben auch Möglichkeiten
- 1:59kundenprodukte Abzupacken, das heisst, der Kunde schickt uns
- 2:02teile Implantate, wir können diese reinigen, dann verpacken
- 2:07wir den Beutel oder Bleista und dann extern wird es
- 2:09sterilisiert. Wir bauen aber auch Maschinen,
- 2:12das heisst dann zum Weiterverarbeiten zu
- 2:14Verschweissen beginnt zu versiegeln von diesen
- 2:17Verpackungen, wir haben auch seit gut 10 Jahren Maschinen
- 2:21entwickelt, die wir siegeldeckel, aber rollen
- 2:23digital bedrucken und herstellen, also wir haben eine
- 2:26Einzigartigkeit. In unserem Nischenmarkt.
- 2:29Aber das war ja eine Riesenpalette, die wirklich ganz
- 2:32verschiedene Bereiche umfasst. Im Vorgespräch hast du mir mal
- 2:35erklärt, wie es zu dem gekommen ist.
- 2:37Das ist nämlich eigentlich eher getrieben gewesen von der
- 2:40Notwendigkeiten für eure Firma, oder?
- 2:42Also jeder Bereich hat eigentlich so seine eigene
- 2:45Geschichte. Einen Werkzeugbau ist
- 2:48entstanden, weil man einfach lange Lieferfristen hatten bei
- 2:51bestehenden Werkzeugmachern, weil es dann auch so gut
- 2:54gelaufen ist. Dann haben wir einen Mechaniker
- 2:56angestellt und ein Bearbeitungszentrum gekauft
- 2:58gehabt. Wir haben die digitale Druck und
- 3:01Stanzmaschine entstanden, weil wir es mit der
- 3:03Euromindestkursaufhebung ein Problem mit unseren Margen
- 3:06hatten. Und so konnten wir jetzt doch
- 3:09schon mal sehr viel Material einsparen, dass wir wieder ja
- 3:13Marktkonform und Preise anbieten können.
- 3:15Wir haben eine volle Explosion aufgebaut, weil unser Hersteller
- 3:18von der Schweiz nach Portugal gegangen ist, die vorher
- 3:23explodieren, und wir haben dann zusammen mit denen.
- 3:26Mit Fachleuten aus der Schweiz haben wir dann die die
- 3:28Volleexplosion aufgebaut, hier in Schaffhausen.
- 3:30Du hast vorher gesagt, ihr habt eigentlich nie ein Ziel gehabt.
- 3:34Als Firma, aber ihr seid trotzdem immer gewachsen, weil
- 3:37die äusseren Umstände erforderlich haben, könnte man
- 3:39das so sagen. Ja, das stimmt.
- 3:41Verschiedene Kernkompetenzen, wo dazu gekommen sind und der Markt
- 3:46ist gewachsen und so sind wir doch relativ konstant gewachsen,
- 3:50ist. Gerade letzte Woche ist mein
- 3:52Vater vor 27 Oktober und dort sind wir noch 11 Leute gewesen
- 3:55und jetzt sind wir so um die knapp 250 Mitarbeiter.
- 3:58Genau. Also das ist jetzt eine wirklich
- 3:59grosse Firma und du bist ja mit deiner Medi pack.
- 4:04Der grösste Arbeitgeber, der grösste private Arbeitgeber in
- 4:07der Stadt, die nicht. Innerhalb einer Konzernstruktur
- 4:10ist das haben. Wir mal herausgefunden, das ist
- 4:13auch richtig. Ja genau, also.
- 4:14Das ist. Doch schon bei mir, das war nie
- 4:15das Ziel, dass wir jetzt da der grösste sein sollte, sondern es
- 4:18hat sich einfach zugegeben. Aber wenn du jetzt auf das
- 4:22schaust, wo liegt denn jetzt der nächste?
- 4:24Der nächste Schritt für die Medienpacke ist da schon etwas
- 4:27angedacht, was ist das nächste nächstes step Thema bei dir
- 4:30also? Momentan ist Nachhaltigkeit bei
- 4:33unseren Kunden ein grosses Thema.
- 4:35Wir stellen Verpackungen her, die wir irgendwann so.
- 4:39Im Wald. Aber irgendwann muss entsorgen
- 4:40und aber sie haben eine Funktion, auch dass ein Produkt
- 4:43steril bleiben. Die Nachhaltigkeit bei uns wir,
- 4:46wir haben jetzt, wenn die Produkte entwickelt, die wir zum
- 4:49Beispiel in die Mittelschicht der Folie, eine gewisse
- 4:52Wertstoff aus der eigenen Produktion wieder einbauen
- 4:55können. Wir sind das am Testen, am
- 4:56Validieren, und so könnte ein auch ein kleiner Beitrag dazu
- 5:00leisten, dass die verpackt nachhaltiger.
- 5:02Wird, und das braucht dann wieder zusätzlich Leute und
- 5:05zusätzliche Flächen oder machst du das mit den bestehenden
- 5:08Kapazitäten? Momentan ist man da Entwicklung,
- 5:11das ist eine Idee, wie der Kunde dann auch annimmt als solches
- 5:15und das das sehen wir dann. Aber wir haben immer die
- 5:19Möglichkeit gefunden, dass wir irgendwo ein Eckstück gefunden
- 5:22haben, um noch eine solche Produktion dann weiter zu bauen.
- 5:27Reden wir mal über dich, Reto, Du hast eine Ausbildung gemacht,
- 5:29hast du mir gesagt, als Elektromechaniker in der SEG
- 5:33hast du dich aber immer wieder kaufmännisch weitergebildet.
- 5:36Ich nehme auch an, vieles ist on the Job gegangen, wie du dann ja
- 5:39auch die Firma von deinem Vater übernommen hast, oder?
- 5:42Das ist richtig. Also in der SRG haben wir
- 5:44Verpackungsmaschinen zusammengeschraubt und montiert,
- 5:47in dem Sinn, und ich bin schon seit jeher in dieser.
- 5:49Verpackungsindustrie zu Hause ich bin nachher zu einem von
- 5:52anderen Verpackungsmaschinenhersteller
- 5:54gegangen und da gibt es natürlich grosse Kenntnisse und
- 5:58ja, von von Möglichkeiten auch, oder?
- 6:00Ja, wenn ich auch weiss von dir. Du bist nicht nur in einem Markt
- 6:03mit deiner Firma tätig, die sehr kompetitiv und und und sehr
- 6:06Technologie getrieben ist und wo sehr viel Innovation braucht.
- 6:09Also es gibt die eine Seite, sondern du hast auch ein Flair
- 6:11für alte Sachen, also hast du Hand gereicht wo es um die
- 6:14Rettung ging von dieser alten GF Werksbahn wo man jetzt immer
- 6:17noch anschauen kann in Mühlethal.
- 6:19Aber ich weiss auch, dass du alte Autos pflegen.
- 6:23Paar von denen. Instand halte und und widerfahre
- 6:27ist das ein Gegensatz. Einerseits der Beruf Hightech,
- 6:32der Innovation immer vorne dabei sein und dann im privat eher das
- 6:36alte pflegen und die Traditionen.
- 6:39Also das mit dieser Werkwahl ist eigentlich dazu entstanden das
- 6:41weil es einfach zum zum Mülletal gehört und und ist auch ein
- 6:44bisschen persönliche Motivation gewesen um das zusammen noch
- 6:47fertig zu sammeln sozusagen. Also ich bin nicht ein
- 6:50Eisenbahner. Per se also.
- 6:53Nicht. Keine Modelleisenbahn.
- 6:58Und, und sie steht da täglich an dieser an dem Gartenzaun.
- 7:01So ist es nicht das mit den alten Autos, das das habe ich
- 7:05auch schon länger gehabt, vielleicht auch bisschen von
- 7:06meinem Vater noch getrieben, so ein bisschen mehr englische.
- 7:09Ich habe gestern wieder das Auto rausgenommen, das ich seit 35
- 7:12Jahren etwa habe, und habe immer noch Freude an diesen Sachen.
- 7:15Was war das, darf ich fragen. Das ist ein ausdehn
- 7:18Neunzehnneunundfünfzig. Hausin Heali ja sehr hübsch.
- 7:21Das Auto kennt man noch aus der SRF Werbung, dort fährt einer so
- 7:25gerade so. Ja, wahrscheinlich.
- 7:28Hört man es auch, oder? Ja genau, der ist ja auch nicht
- 7:31ganz zu überhören. Sag mal Peter, du hast wie
- 7:35gesagt 11 Leute angefangen. Jetzt führst du einen Laden mit
- 7:38250 Personen, das sind deutlich mehr Leute die du musst führen
- 7:43was macht ein guter Chef aus, weil du musst ein guter Chef
- 7:46sein, wenn du die Entwicklung mitmachen konntest.
- 7:48Also. Ich würde mir so sagen, ein
- 7:50guter Chef, so wieder gefragt hast, musst du viel salar
- 7:53Eigenschaften und vielleicht auch Fähigkeiten haben ich jetzt
- 7:57auf mich das heute herunterbrechen ich denke.
- 8:00Man muss sich Zeit nehmen. Für die Mitarbeiter muss er
- 8:02zuhören. Können, Sie vielleicht auch
- 8:04motivieren zu können, aber vor allem auch die Mitarbeiter
- 8:07vertrauen und denen auch mal die Aufgaben delegieren.
- 8:10Denke auch, dass ein guter Chefprozess seine eigenen
- 8:13Prozesse in der Firma einigermassen vielleicht etwas
- 8:16ins Detail. Müsste auch die Finanzen im
- 8:20Griff haben, wenn er von Vorteil und auch Entscheidungen kurz
- 8:25treffen zum zum Wohl sowohl von der Firma als auch zum für den
- 8:29Mitarbeiter. Und das wohl des Chefs ist das
- 8:32Wichtigste. Also wir sind, wir sind ein Team
- 8:37und schauen, dass wir miteinander eigentlich wirklich
- 8:41auch sehr langjährige Mitarbeiter, ja, dass es allen
- 8:44recht gut geht. Ja, ich.
- 8:46Glaube das ist bestätigt worden im Jahr 2020, wo ich ja den
- 8:48Preis von Swiss Venture Club Wirtschaftsraum Zürich bekommen.
- 8:53Da bekommt man eine innovative Produkte, hat super
- 8:56Dienstleistungen, anbietet eine gute Firmenkultur, also das ist
- 8:59ja eine hervorragende Auszeichnung, wie ist es dann zu
- 9:01dem gekommen? Das ist mehr also nicht per
- 9:03Zufall, aber wir haben uns. Angemeldet bei SVC und nicht
- 9:09einen Anspruch gehabt, dass wir jetzt da so weit nach vorne
- 9:11kommen, weil ich denke, man macht einfach mal wieder mal
- 9:12mit, aber wir sind dann dadurch tatsächlich aus den Tausenden
- 9:17Firmen in den Wirtschaftsraum Zürich als Schaffhauser Firma
- 9:21bei den 6 Finalisten und durften dann den dritten Platz mit nach
- 9:26Hause nehmen. Aber das ist.
- 9:28Schon etwas Besonderes gewesen und das ist eigentlich da im
- 9:30Hallenstadion eine Auszeichnung gewesen, wo ich eigentlich ja
- 9:33sehr, sehr schön gefunden habe. Ja, das kann man, glaube ich,
- 9:35durchaus. Gold sein jetzt du hast hast
- 9:38eine Firma, eine grosse Firma die läuft gut, das konnte man
- 9:41hören. Wie ist denn das Jahr 224 bis
- 9:44jetzt für die Medipacker? Wir haben natürlich bei Corona
- 9:47Zeiten eine gewisse Turbulenzen gehabt, also weil die Spitäler
- 9:50keine Operationen mehr oder weniger Operationen durchgeführt
- 9:53haben. Man hat auch weniger Verpackung
- 9:55entsprechend gebraucht. Nachher sind die
- 9:58Versorgungsprobleme aufgetreten. Das haben wir auch gemerkt.
- 10:02Die Kunden haben dann vor allem auch in den letzten 2 Jahren
- 10:05relativ viel noch bestellt, vielleicht auch sie ihre Lager
- 10:08gefüllt und so ist hat es ein bisschen unterschiedliches
- 10:14Stellverhalten gegeben von unseren Kunden, aber wir sind
- 10:16grundsätzlich sind immer zufrieden das Jahr, wir sind
- 10:18eigentlich auf auf Kurs, trotz trotz allem.
- 10:21Also gut, das sieht nicht so schlecht aus für die 24 jetzt.
- 10:24Nein, es sieht nicht schlecht. Aus, wenn man so eine Firma
- 10:26führt, dann kann man sich oder muss man sich.
- 10:28Ferien gewinnen, ich weiss, aber du gehst wenn du Ferien hast,
- 10:32dann gehst du campen. Du gehst nicht in den
- 10:34Luxusresort 5 Sterne und allem an die Top, das hätte dich da
- 10:39reizt dich nicht du sagst ich will gehen campen.
- 10:42Also ich habe 2 Kinder. Und die sind in einem
- 10:46jugendlichen Jugendlichenalter, und die kommen momentan noch
- 10:49gerne mit. Also ich bin jetzt da, in den
- 10:50Sommerferien bin ich 2 Wochen in Eschenzoben gewesen und habe die
- 10:52Zeit genossen. Sehr schön das einfache Lied und
- 10:56das Gute liegt so oft so nahe, oder?
- 10:59Ja, wir leben in einer schönen Gegend mit einer grossen
- 11:02Lebensqualität und das kann man auch da machen.
- 11:04Also ich muss in das Tessin runterfahren oder irgendwo hin,
- 11:07das haben wir auch schön. Gut, Reto, Das ist ja wunderbar
- 11:10schlussfahrt gewesen. Ich danke dir vielmals und
- 11:12wünsche dir weiterhin viel Erfolg mit deiner Medipack.
- 11:15Der Erfolg. Ja, ich hoffe er bleibt so und
- 11:17alles Gute weiterhin. Danke vielmals Robin für das
- 11:20Telefon. Mach es gut.
- 11:21Alles Gute bis bald, ciao. The Boss, Ein Format vom
- 11:26Schaffhauser Wirtschafts Newsletter Zahltag, unterstützt
- 11:29von der Schaffhauser Kantonalbank, GF und Radio
- 11:33Munot.