Latest / Rambo Zambo – Der Merz-Podcast / 10:1 für die Männer
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- Wir haben diese Bundestagswahl 2025 gewonnen. Jetzt darf auch mal Rambo Zambo im Adler aus. Das ist Rambo Zambo, der März-Podcast. Das Format, das ihr vielleicht nie wolltet, aber jetzt braucht. Mit euren Hosts Carlotta Richter und Julia Emrich. Herzlich willkommen zur dritten Folge von Rambo Zambo, Dem Podcast, in dem wir uns einmal in der Woche über Friedrich Merz unterhalten. Wie schön, dass ihr wieder eingeschaltet habt und uns zuhört. Und Julia, wie schön, dass du auch wieder dabei bist. Mein Name ist Carlotta Richter und mir gegenüber sitzt Julia Emmerich. Und Julia, wie viele Jahre ist es her, dass du dein Abitur gemacht hast? Oh mein Gott, ich müsste rechnen. Es ist jedenfalls nicht ganz so lange her wie Friedrich Merz Abi. Also unter 50 Jahre? Unter 50 Jahre. Hey, ja, unter 50 Jahre. Wie bist du denn drauf? Ja, ich bin nicht so alt wie Friedrich Merz. Bei mir sind es jetzt 10. Bei dir sind es 10? Oh, wie süß. Da sage ich jetzt nichts zu. Aber Merz, Tatsache, 50 Jahre und das war am letzten Freitag. Das war am letzten Freitag und er hat sich trotz seiner ganzen Kanzleraufgaben Zeit genommen, um zum 50-jährigen Abiturtreffen nach Warstein-Beelecke zu fahren. Ja, dahinter gibt es ja so eine kleine Geschichte, also dass er aus der Ecke kommt, das wissen wir ja alle. Aber die Truppe, mit der er da Abi gefeiert hat und jetzt auch Abi-Jubiläum gefeiert ist, ist nicht seine Ursprungsstufe gewesen. Er hat das Abi in einer Schule gemacht, zu der er sozusagen erst hingeflohen ist, nachdem es in seinem Gymnasium in Brilon, in seiner Heimatstadt, nicht so gut gelaufen ist. Ich habe nochmal ein altes Interview gefunden. Er war nämlich gar nicht so der Musterschüler, den man sich vorstellt. Nee, gar nicht, offenbar. Er hat vor 25 Jahren. Ein Interview gegeben und darin findet sich eine wunderbare Beschreibung, wie Friedrich Merz so als Schüler war. Das Briloner Gymnasium und ich haben uns getrennt, hat er da nämlich erzählt, bevor er nämlich dann auf das andere Gymnasium gegangen ist. Ja, ja. Und das klingt immer noch wie bei einer Scheidung. Wegen einiger unüberbrückbarer Meinungsverschiedenheiten, insbesondere in disziplinarischer Hinsicht. Zum Bruch kam es 1971. Mein Vater, der Amtsrichter war, unterrichtete an unserer Schule Rechtskunde und fand es nicht sonderlich angenehm, ständig auf die Verfehlung, und jetzt kommt mein Lieblingswort, des Sohnemanns angesprochen zu werden. Entschuldigung, wer nennt sich denn noch Sohnemann? Das ist ein Umarwort. Also musste ich wechseln. Er wechselte und machte dann sein Abi eben in einem Nachbarort. Das sind alles keine Entfernung. Und genau, mit der Truppe hat er jetzt Abi-Jubiläum gehabt und ja, ganz ehrlich, ich finde es irgendwie smart, dass jemand, der gerade versucht, mal eben die Welt zu retten, Zeit sich nimmt für so ein Abi-Treffen, also vollkommen okay. Also Daumen hoch, würde ich eher sagen. Finde ich jetzt auch sympathisch. Und abgesehen davon war ja auch diese Woche wieder ziemlich viel unterwegs. Es war wieder eine außenpolitische Woche. Man muss ja sagen, unsere Woche beginnt nicht immer am Montag. Das ist uns aufgefallen, müssen wir vielleicht nochmal kurz dazu sagen. Stimmt. Rambo-Zambo beginnt natürlich vorm Wochenende, ist ja klar. Also wir gucken immer auf sieben Tage zurück, kann man sagen. Genau. Und in der vergangenen Woche warst du ja auch wieder mit Friedrich Merz unterwegs, nämlich in Litauen. Wie war das und wie hast du ihn da so erlebt? Genau, wer den Podcast schon länger verfolgt, müsste den Eindruck kriegen, wir sind nur auf Reisen, aber das ist tatsächlich so. Diese Kanzlerschaft ist mit Reisen gestartet, ganz intensiv, auch ungewöhnlich intensiv und diese Reise nach Litauen, die war insofern was ganz Besonderes, weil das eine Premiere ist. Die Bundeswehr wird zum allerersten Mal eine stabile Panzerbrigade in Litauen einrichten mit am Ende 5000 Bundeswehrsoldatinnen und Soldaten. Früher gab es natürlich auch immer Varianten, wo Bundeswehrsoldaten zeitweise im Einsatz bei europäischen Nachbarn in anderen NATO-Ländern waren. Aber hier gibt es jetzt eine stabile Panzerbrigade. Und was mich bei diesem Besuch wirklich berührt hat, das muss ich ehrlich sagen ... Das war in der Hauptstadt Vilnius. Dort hat Merz zusammen mit dem Verteidigungsminister Pistorius, der ihn begleitet hatte auf der Reise, sozusagen den Startschuss für diese Panzerbrigade gegeben. Das ist ein militärisches Ritual, das kann man gut oder schlecht finden. Aber in einer Stadt, in der ja vor 80 Jahren noch die Deutschen als Besatzer waren. Hatten wir jetzt so ein Bild, wo deutsche Panzer, deutsche Sani-Fahrzeuge. Sehr, sehr viele deutsche Soldaten in voller Kampfmontur rumliefen. Und die Litauerinnen und Litauer fanden es cool, schwenkten deutsche Fahnen, stellten sich dazu. Es kam dann so ein Platzregen, aber so richtig, kannst du dir vorstellen. Und es gab ganz viele Litauerinnen und Litauer, die dann den deutschen Soldaten immer so den Schirm drüber gehalten haben. so, hey, wir sind nun mal gerade zufällig auch hier und ihr solltet nicht nass werden. Also es war so ein ganz kleiner, berührender Moment, wo du dachtest, so 80 Jahre danach, damals waren wir die Aggressoren und wir, die wirklich mit dramatischen Entwicklungen dort zugange waren. Und jetzt freuen die sich. Also irgendwie ein ganz schönes europäisches Bild. Ein total schönes europäisches Bild. Und ich muss das auch für mich ganz persönlich sagen, man sieht diese Bundeswehrsoldatinnen und Soldaten da und denkt, man ist ihnen dankbar, dass sie das auf sich nehmen, denn für Jahre mit Familie, mit Kindern, schulpflichtigen Kinder mal nach Litauen umzuziehen, ist ja auch ein Ding und die tun das und. Die nehmen da was auf sich und ich bewundere das. Um die Frage, wie man mit Russland umgehen muss, umgehen soll, ging es ja auch noch bei März nächster Reise, die ja auch noch stattgefunden hat, ein paar Tage später, nämlich seine Reise nach Finnland. Da war er ja Montag und Dienstag. Was war da das Ziel? Das war jetzt ein Treffen. Bei dem Staats- und Regierungschefs Ostsee-Anrainer, das sind vor allem die Skandinavier, da waren und im Grunde ist immer wieder dasselbe Thema, nämlich wie können wir uns vor Putins Aggressionen schützen, die zum Teil jetzt schon im Sinne so einer Triggernummern passieren. Also mal geht ein russisches Kampfjet in den NATO-Luftraum, mal gibt es hier eine Attacke, mal da ein Cyber-Eingriff. Also das ist eine permanente Aggression, die da stattfindet, aber eben noch nicht der tatsächliche Ernstfall. Nur die Gespräche laufen natürlich und die Sorge ist groß, dass dort, wo Verteidigung, weil Meer, weil Ostsee, weil komplexe Küstensituationen nicht mehr so einfach ist, die Sorge ist groß, dass das das Einfallstor eines Tages sein könnte. Während Merz unterwegs war, Anfang der Woche, hat er ja zwei Aussagen getätigt, die sehr lange für Diskussionen gesorgt haben in Deutschland. Ja, das ist so eine Situation, die wir beim letzten Mal glaube ich auch schon hatten. Er reist durch die Welt und versucht... Stadt- und Regierungschefs zusammenzukriegen, Gespräche zu führen, Deutschland wieder sichtiger zu machen, aber die eigentlichen Debatten, die löst ja manchmal fast so mit Nebensätzen aus, ist ja auch ein Phänomen, das wir von Friedrich Merz schon kennen, die dann in Deutschland, in der Innenpolitik, irre Wellen schlagen. Ich weiß auch gar nicht, ob ihm das so bewusst ist, in dem Moment, in dem er das sagt, dass er damit so eine Debatte auslösen wird. Ich glaube, manchmal passiert ihm das einfach auch. Das passiert ihm, aber ich würde ihn jetzt nicht so weit in Schutz nehmen, zu sagen, das ist total verstolpert. Ich glaube, es sind schon auch klare Signale, die er setzen will. Es waren jetzt zwei Themen, die er mit diesen berühmten Halbsätzen angesprochen hat. Das eine ist eine Neujustierung im Grunde der Position Deutschland mit Blick auf die israelische Regierung. Und das andere ist eine scheinbare Neupositionierung, was den Gebrauch von weitreichenden Waffen in der Ukraine angeht. Lass uns nochmal ganz kurz auf die konkreten Zitate schauen. Das war ja sogar bevor er losgeflogen ist nach Finnland. Das war am Montag auf dem WDR Europa Forum 2025 auf der Digitalkonferenz Republika, bevor er dann nach Finnland geflogen ist, wenn ich es jetzt richtig sage. Mir zeitlich überlegt habe. Und da hat er gesagt. Die Zivilbevölkerung derart in Mitleidenschaft zu nehmen, wie das in den letzten Tagen immer mehr der Fall gewesen ist, lässt sich nicht mehr mit einem Kampf gegen den Terrorismus der Hamas begründen. Das ist der Israel-Satz. Das ist der Israel-Satz und das war ja schon, kann man so sagen, das erste Mal das März, die israelische Regierung kritisiert hat. Das ist ja schon ein anderer Ton, der da jetzt angeschlagen wurde. Es ist ein anderer Ton und ich glaube, ganz wichtig ist immer zu unterscheiden, stellt sich da jemand gegen Israel oder gegen ganz konkrete Handlungen der israelischen Regierung. Für Deutschland ist es, glaube ich, immer richtig, da ganz präzise zu unterscheiden. Aber ja, natürlich, in der Klarheit Kritik zu äußern, das ist neu. Und er hat es ja auch nochmal bestätigt dann am nächsten Tag, nämlich dann in Finnland, hat er auch nochmal gesagt, er sehe das sehr, sehr kritisch, was da in den letzten Tagen geschehen ist. Die Frage, die sich daraufhin natürlich stellt, ist, was folgt daraus? Also März selbst hat jetzt ja keine konkreten Konsequenzen genannt, aber in der SPD gibt es jetzt immer lauter werdendere Forderungen, die Waffenlieferungen nach Israel einzustellen. Also unter anderem vom früheren SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich, der sich jetzt dafür ausgesprochen hat, grundsätzlich von Waffenlieferungen an Israel abzusehen. Das wiederum hat aber Dobrindt heute auch abgelehnt, aber es ist zumindest jetzt wieder eine Debatte da. Die zweite Äußerung, die du ja auch schon gerade kurz genannt hattest, die war ebenfalls beim WDR Europa Forum in Berlin. Die bezog sich dann auf die Ukraine und hat auch wieder eine Debatte ausgelöst. Da hat er gesagt, es gibt keinerlei Reichweitenbeschränkung mehr für Waffen, die an die Ukraine geliefert worden sind. Weder von den Briten, noch von den Franzosen, noch von uns, von den Amerikanern auch nicht. Was heißt das jetzt, Julia? Das ist eine sehr gute Frage und wer sie wirklich komplett bis in alle Details beantworten kann, kriegt einen Preis heute. Was man dazu wissen muss, ist, dass diese Aufhebung der Reichweitenbeschränkung für britische und französische Waffen längst gilt. Er hat also an der Stelle etwas beschrieben, was längst Fakt ist. Bei den deutschen Waffen muss man wissen, dass wir im Moment in der Ukraine keine Waffen haben, die überhaupt diese Reichweiten haben. Das heißt, durch den Satz, den er gesagt hat, ändert sich de facto für die Ukraine erstmal nichts. Aber das Wort Reichweiten aufheben elektrisiert natürlich alle, weil dahinter ein Triggerwort steht und das ist Taurus. Das ist also Marschflugkörper aus deutscher Produktion, die sich die Ukraine wünscht, weil sie damit Ziele weit im Landesinneren in Russland treffen könnte. Die haben eine maximale Reichweite von über 500 Kilometern. Das ist nochmal eine ganz andere Nummer, die wir haben. Da gibt es aber massive Bedenken. Es gibt natürlich Bedenken, weil diese Waffen im Moment nicht von den Ukrainern bedient werden könnten. Die müssten aktuell von Deutschen bedient werden oder man müsste ukrainische Militärs erstmal ausbilden daran. Würden sie von Deutschen bedient, hätten wir eine problematische Lage, weil das natürlich dann auch als Kriegseintritt gewertet werden könnte. Und deshalb, das, was Merz da gesagt hat, war keine Aussage in Sachen, ab jetzt kommt Taurus. Das war erstmal eine Aussage zu dem, was jetzt Stand ist. Aber, und das ist das, worauf du hinaus willst, natürlich tritt das immer wieder diese Debatte los. Und sofort glauben die einen, ah, er meint Taurus. Und die anderen sagen, nein, aber er darf doch jetzt nicht Taurus meinen. So, er hat gar nicht Taurus gesagt. Heute ist, während wir diesen Podcast aufnehmen, das ist der Tag, an dem Wladimir Silensky in Berlin war und natürlich haben die beiden über weitreichende Waffensysteme gesprochen, natürlich will Wladimir Silensky nach wie vor den Taurus und natürlich kann Merz ihm den nicht zusagen im Sinne von morgen kriegst du ihn. Das, was dabei jetzt herausgekommen ist, ist eine Zusage, dass Deutschland die Ukraine bei der Produktion von weitreichenden Waffen deutlich stärker als bisher unterstützen will. Das kann in Deutschland, das kann auch in der Ukraine stattfinden, aber es geht um Produktion. Es geht nicht darum, jetzt direkt was zu liefern. Er ist dann auch in der anschließenden Pressekonferenz im Bundeskanzleramt von meiner, ich meine, ukrainischen Kollegin gefragt worden und was heißt das jetzt für den Taurus und er hat darauf nicht geantwortet und zwar nicht im Sinne, dass er nichts gesagt hat, sondern nur nochmal wiederholt hat, wir reden über weitreichende Waffen und wir reden nicht über Details. Am Ende ist es ja auch schlau, denn was immer tatsächlich an Planungen da ist, man sollte die nicht öffentlich machen, dann ist klar, wer als erster davon profitiert, nämlich Putin in Moskau. Und ich würde auch Stand heute nicht ein für alle Mal ausschließen, dass nicht irgendwann doch auch ein Taurus vielleicht zum Einsatz kommt, über welchen Weg auch immer, in welcher Variante auch immer. Ich halte es für maximal unwahrscheinlich. Aber ich glaube, es gibt niemanden, der sagt, auf gar keinen Fall, das wird niemals passieren. In diesem Krieg ist so viel schon passiert und in den Konstellationen kann so viel passieren. Aber im Moment geht es nicht darum. Das ist, glaube ich, ganz wichtig. Und das ist ja schon auch ein bisschen eine Änderung des Tonfalls gegenüber Russland, zumindest jetzt im Vergleich zu Olaf Scholz, der ja einen anderen Ton hatte. Ich frage mich so ein bisschen, was ist sein Beweggrund? Was möchte er mit diesen beiden Aussagen zu Israel und auch zu Russland, zu den Reichweiten im Ukraine-Krieg, was möchte er damit bezwecken? Hat er da einen Beweggrund? Ich glaube, es ist immer schwierig, bei so zwei maximal unterschiedlichen Konflikten das Verbindende zu suchen. Aber du hast natürlich vollkommen recht mit deiner Frage. Und die liegt in Merz Natur und in Merz Verständnis seiner Rolle. Und diese Rolle heißt vor allem, Deutschland soll wieder sichtbarer sein als internationaler Player. Und Deutschland will Taktgeber sein und Deutschland will sichtbar auch für die europäischen Partner, vor allem die Franzosen und die Briten, ein Partner sein, der auch mal nach vorne geht und der sichtbar macht. Wir üben Druck aus. Die Waffengeschichte ist natürlich auch ein Signal an Putin, der sich in diesem ganzen absolut stockenden Verhandlungsprozess überhaupt nicht bewegt, sondern es ist so ein, Leute, wir werden hier alles tun. Wir werden auch durchaus das russische Territorium in den Blick nehmen. Die Russen wissen auch, dass das längst passiert, aber es ist ein klares Signal. Das gleiche ist natürlich auch dieses Signal in Richtung der israelischen Regierung, dass man sagt... Deutschland hat eine ganz klare Position, eine ganz klare Verantwortung und die Staatsräson steht in keiner Weise in Frage durch die Merz-Regierung. Das muss man, glaube ich, auch sagen. Hat er ja auch betont. Also dennoch ist Merz an der Stelle etwas sichtbarer, tritt mehr in Erscheinung und sagt, ja, die Staatsräson ist das eine und da weichen wir keinen Millimeter zurück, aber wir werden dennoch die israelische Regierung, da wo wir es für richtig halten, in einzelnen Schritten auch kritisieren. Und das ist natürlich eine Linie, die die Franzosen und die Briten schon längst halten. Und damit ist es ein Schulterschluss. Es ist ein europäischer Schulterschluss. Wir sind da, wir sind auf der Bühne, wir sprechen Dinge auch an und wir sind als Europäer sichtbar. Wir nehmen die Dinge wieder in die Hand. Ganz am Ende ist es auch ein Signal nach Washington. Und sind uns natürlich auch einig in unserer Position. Total. Du hast gerade schon gesagt, heute der Tag, an dem wir aufnehmen, Mittwoch, Selensky, war in Berlin. und es war auch sonst ein ziemlich voller Tag für Friedrich Merz. Er hatte morgens erst Kabinettssitzung, dann den Besuch von Selensky und jetzt heute Abend, während wir aufnehmen, glaube ich ungefähr, kommt der Koalitionsausschuss das allererste Mal zusammen. Julia, was genau macht überhaupt dieser Koalitionsausschuss? Und vor allen Dingen, er soll ja wichtiger sein, er wird ja wichtiger in dieser Regierung. Warum? Also wenn ich jetzt Markus Söder wäre, würde ich sagen, es ist das wichtigste Gremium in dieser Regierung, viel wichtiger als das Kabinett und der Kanzler und so weiter. Ich meine natürlich, Markus Söder dabei ist. Du sagst es. Koalitionsausschuss ist aber keine Erfindung dieser Regierung, sondern es ist natürlich eine Institution, die es auch in den vergangenen Regierungen gab. Das ist im Grunde eine Gruppe, die sich zusammensetzt aus den Parteichefs und den Fraktionschefs. Und das ist dann jedes Mal ein bisschen anders, noch andere, die dabei sein dürfen. In dieser Regierung gibt es neun, die ständig dabei sind, also drei von der SPD, drei von der CDU, drei von der CSU und noch zwei, die jetzt aus Gründen dazugekommen sind. Wir können die jetzt alle aufzählen. Wir können aber auch sehr schnell auf einen einzigen Namen kommen. Denn das Problem ist, und das ist glaube ich das, was an dieser Runde bereits jetzt dramatisch problematisch ist, ist, dass in dieser 9 plus 2 Runde, also diesen 11, es genau eine einzige Frau gibt. Saskia Essen? Im Moment ist Saskia Essen, die SPD-Co-Vorsitzende und die. Und da Saskia Esken nicht nochmal antreten wird, wird es demnächst eine andere SPD-Co-Vorsitzende sein. Das ist vermutlich Bärbel Baas. Wir haben also auf CDU-Seite Friedrich Merz als Kanzler, Carsten Linnemann als Generalsekretär, Jens Spahn als Fraktionschef. Wir haben auf CSU-Seite, wir haben es gerade schon gesagt, Markus Söder, der sich freut, dass er bei einem Gremium in Berlin aktiv dabei ist. Den Landesgruppenchef Alexander Hoffmann und interessanterweise Alexander Dobrindt, der ja als Innenminister eine maximal starke Position hat, aber eigentlich in dieser Systematik so gar nicht vorkommt. Und bei der SPD sind es eben die beiden Parteichefs Lars Klingbeil und im Moment noch Saskia Esken und der Fraktionschef Matthias Miersch. Dazu kommen dann noch jeweils von beiden Parteien nochmal einer. Aber ja, es gibt elf Männer, nein, zehn Männer und eine Frau. Geht gar nicht, oder? Geht gar nicht und vor allen Dingen, also meiner Meinung nach nicht, und vor allen Dingen, wir wollen hier ja immer auch darüber sprechen, worüber in den sozialen Medien sehr viel diskutiert wurde in dieser Woche. Und das war unter anderem ein Video, in dem es genau darum ging. Es war nämlich ein Video aus der Bundespressekonferenz, in dem der stellvertretende Regierungssprecher Sebastian Hille genau danach gefragt wurde. Wir können es mal einspielen. Nachfrage. Hat der Bundeskanzler weniger Vertrauen in Frauen? Davon gehe ich nicht aus. Er hat selber eine, er hat mehrere Töchter. Der Bundeskanzler arbeitet gut und gerne mit Frauen zusammen. Okay, wir halten fest, wir haben ein Machtzentrum in dieser Regierung. Und wir verweisen darauf, dass es alles kein Problem ist, weil es gibt ja eine Tochter oder es gibt Töchter und es gibt eine Frau. Also irgendwas läuft schief. Und ich erinnere dich daran, wir hatten vor ein, zwei Wochen ein Interview mit der März-Stellvertreterin und jetzigen Bundesbildungsministerin Karin Prien. Du erinnerst dich, wir waren bei ihr und wir haben sie auch gefragt, wie findet sie das, also so eine wirklich maximal miese Quote. Sie hat ein Wort gesagt. Bitter. Das ist die Realität. Wir haben eine zweite wichtige Unionsfrau jetzt dazu angefragt. Das ist die neue Vorsitzende der Frauenunion. Ist ja auch kein ganz unbedeutendes Gremium. Das ist interessanterweise die neue Bundesgesundheitsministerin, Nina Warken. Und deren Quote ist mindestens genauso kritisch. Sie versucht es ein bisschen freundlicher zu formulieren, aber auch da merkt man, sie sagt, Frauen müssen politisch sichtbar sein und Gestaltungsmacht haben. Jetzt kommt es, die weibliche Perspektive muss im Koalitionsausschuss abgebildet werden. Das kann man natürlich nicht bei einem 1 zu 10 Verhältnis. Man merkt, die Frauen in der Union sind not amused. Aber mein Gefühl ist im Moment so ein bisschen so eine Stimmung. Frauenfragen sind einfach nicht oben auf der Tagesordnung. Und solche Quotenfragen sind angesichts dessen, was da draußen in der Welt passiert, werden ganz schnell zu, ja, kümmern wir uns, ist ein echtes Problem, aber vielleicht Freitagabend dann. Ja, also erstmal muss ich aber auch sagen, wenn wir 2025 wirklich noch als Argument verwenden, der Kanzler hat ja selbst eine Frau und er hat zwei Töchter, also wo sind wir denn? Denn das ist wirklich das letzte Argument. Aber es ist doch hilflos, oder? Es ist total hilflos. Denn was willst du denn sonst sagen? Ja, aber dann lieber nicht das sagen. Also ich finde, das macht es echt nochmal schlimmer. Dann zu sagen, nee, er mag Frauen. Er hat ja eine Tochter oder er hat zwei Töchter und eine Frau. Er hat gar nichts gegen Frauen. Er hat gar nichts gegen Frauen. Also was ist das bitte für ein Argument? Da fand ich ja noch das Argument von Linnemann besser, der gesagt hat, naja, was wollen wir denn machen als Union? Wir haben halt historisch gewachsen, einfach ganz wenige Frauen in der Partei. Ich finde, er redet sich da raus. Es klingt so, als könnte die Union jetzt daran selbst nichts ändern, als könnten die Männer in der Union daran nichts ändern. Finde ich auch nicht richtig. Zumal bei einer Partei, die 16 Jahre die Kanzlerin gestellt hat. Richtig. Und dass man dann sagt, wir können nichts machen, wir haben keine Frauen. Ich finde, da müsste die Union sich auch mal überlegen, was die Partei vielleicht anders machen könnte, damit mehr Frauen der Union beitreten und eben auch Frauen anders fördern könnte, damit sie Spitzenämter besetzen. Wenn das ist ja tatsächlich der Fall, da hat er recht. Der Koalitionsausschuss wird nach Spitzenämtern besetzt. Das sind einfach bestimmte Ämter und auf all diesen Ämtern sitzen eben bei der Union Männer. Ja, das ist ein weites Feld. Auch der SPD gelingt es ja nicht optimal. Auch da sehen wir ein starker Parteichef, ein starker Fraktionschef. Ja, es gibt eine Co-Parteivorsitzende. Ich glaube, das Thema Frauen- und Spitzenpolitik ist sehr komplex. Und manchmal, jetzt sage ich was ganz gefährliches, habe ich das Gefühl, dass die Frauen viel zu klug sind, um sich das anzutun. Das ist natürlich bitter, weil, das sagt ja auch Karin Prien so schön, paritätische Teams arbeiten besser. Keine gute Prognose dann für den Koalitionsausschuss. Also der könnte besser arbeiten, als er das tut. Aber. Dennoch, meine Lebenserfahrung und vielleicht auch ein bisschen das, was man da draußen gerade so sieht, ist, viele kluge Frauen gehen andere Wege. Ja, traurig. Traurig. Ich glaube, wir müssen darüber nochmal in Ruhe sprechen, ist mein Gefühl. Denn da würde mich auch interessieren, was du denkst und was die, sagen wir mal, in deinem Umfeld dazu denken. Also gibt es da noch viele junge Frauen, die sagen, Spitzenpolitik, ganz mein Ding. Will ich und gehe ich und ich bin so hart und gehe den Weg. Ich bin mir gar nicht sicher, dass die... Es ist auf jeden Fall kein Vorbild, es ist keine Vorbildfunktion, wenn man sich dann einen Koalitionsausschuss anguckt, in dem zehn Männer sitzen und eine Frau, das motiviert ja auch nicht junge Frauen zu sagen, okay, ich habe jetzt voll Bock da dabei zu sitzen, weil ich sehe ja, dass Frauen voll weit kommen, wenn es dann heißt aus der Union, naja, aber die sind ja Staatssekretärinnen, das ist ja toll, aber halt leider nicht Parteichefinnen. Total, total. Wir können an dieser Stelle einen Cliffhanger einbauen. Ja, den müssen wir einbauen. Sagen wir reden darüber nochmal nächste Woche ausführlich, weil man muss ja auch sagen, es ist nicht nur der Koalitionsausschuss. Es gibt einfach auch generell in Merz sehr engem Umfeld sehr wenig Frauen. Das ist im Kanzleramt zum Beispiel ja auch nicht anders. Das stimmt. Und die Frage ist, worin besteht dann eigentlich genau das Problem, außer in den Bereichen, die du gerade genannt hast, Vorbild sein und so weiter. Oder beraten Männer anders? Ist seine Politik anders, weil er sich fast nur mit Männern umgibt? Ich würde fast sagen, ja. Ja, es fehlen auch Perspektiven. Aber genau. Also eigentlich fehlen nicht nur weibliche Perspektiven. Wenn man sich das ganze Team mal anschaut, dann sind wir auch von Diversität extrem weit entfernt. Es fehlen auch andere Perspektiven, aber es fehlen eben auch weibliche Perspektiven. Definitiv. Carlotta, welches Emoji bekommt Friedrich Merz nach dieser dritten Woche von dir? Also für Letzteres, für diesen Koalitionsausschuss, der gerade Tag, der hauptsächlich aus Männern besteht, bekommt er von mir dieses Emoji, was ich sehr gerne verwende, so ein bisschen sarkastisch. Ich weiß nicht, ob es alle so verwenden. Das ist das, was so lächelt und währenddessen so schmilzt. Das ist so ein bisschen gute Miene zum bösen Spiel. So fühle ich mich, wenn wieder ein entscheidendes Gremium hauptsächlich mit Männern besetzt ist. Aber du lächelst immerhin. Also es gibt Hoffnung. So, okay. Also ich habe lange überlegt und du kennst diesen Muskelarm, diesen Kraftarm, den kriegt die Frau im Koalitionsausschuss. Das ist jetzt das Geessen und das wird demnächst Bärbel Bas sein und Bärbel Bas, glaube ich, hat diesen Muskel verdient und sie muss das jetzt reißen. Sie muss jetzt die weibliche Perspektive in dieser Männerrunde sein und... Ich glaube, Bärbel Bass kann das und darüber werden wir auch nochmal sprechen. Das glaube ich auch und sie braucht auf jeden Fall sehr viel Kraft. Kriegt sie. Und ihr könnt ja uns gerne mal in die Kommentare schreiben auf YouTube oder auf welchem Kanal auch immer ihr uns gerade schaut oder hört, was ihr so darüber denkt und wie ihr das findet, dass der Koalitionsausschuss aus zehn Männern und einer Frau besteht und was euch vielleicht sonst noch so beschäftigt bei der Regierung Merz. Und ihr dürft uns natürlich auch immer gerne schreiben. Und wir haben uns sehr über... Oh ja, das musst du erzählen. Die allererste Mail, die wir bekommen haben. Vielen Dank für die vielen Zuschriften, die wir sonst... Die allererste Mail, die wir bekommen haben auf unserer E-Mail-Adresse rambuzambu at funkemedien.de war ein Bild von einem Rambuzambu-Likör aus dem Sauerland. Woher sonst? Und uns interessiert jetzt natürlich vor allen Dingen auch, wie schmeckt der? Also mich zumindest. Unbedingt. beim nächsten Mal. Ein Cranberry-Dicure, wir würden gern wissen, wie der schmeckt und wir freuen uns natürlich auch sonst, wenn ihr uns Bilder schickt, wenn ihr uns Beobachtungen schickt oder was auch immer euch so auffällt, Fragen, die ihr vielleicht zu Friedrich Merz habt. Wir freuen uns natürlich vor allen Dingen über positive Einsendungen und ihr könnt uns eine Mail schreiben oder ihr könnt auch gerne auf unseren Social-Media-Kanälen in unsere DMs sliden, auf Instagram, auf unserem Kanal Funke News oder auf TikTok, auf unserem Kanal Funke, darüber freuen wir uns sehr. Auf jeden Fall. Und ich freue mich schon drauf, Carlotta, wenn wir nächste Woche die Männerwelt des Friedrich Merz nochmal ein wenig sezieren. Das wird schön. In diesem Sinne, Julia. Vielen Dank. Schöne Woche. Bis dann. Music.