Latest / ntv Wirtschaft / Kettenreaktion droht: Wie teuer werden Öl und Benzin noch?
Transcript
- 0:04Der Ölpreis bleibt gefährlich hoch und nährt die Sorgen vor der nächsten Inflationswelle.
- 0:10Apropos, aus den USA kommen jetzt neue Inflationsdaten. Und die werden zunehmend
- 0:16zum Problem für Präsident Trump.
- 0:18Und die Arabischen Emirate wollen derweil neue Milliarden in Deutschland investieren. Hallo.
- 0:24In diesem Podcast verwandeln moderne KI-Systeme journalistische Inhalte,
- 0:29die auf unseren NTV-Plattformen publiziert wurden, in ein neues Hörformat.
- 0:34Text und meine Stimme wurden mithilfe künstlicher Intelligenz erzeugt.
- 0:39Vor der Veröffentlichung werden alle Folgen nach strengen journalistischen Standards
- 0:43geprüft. Viel Spaß beim Zuhören.
- 0:50Ja, leider müssen wir wieder mal über den Ölpreis reden. Denn der bleibt nicht
- 0:54nur über der Marke von 100 Dollar, sondern zeigt einen der stärksten Wochenanstiege seit langem.
- 1:00Angriffe auf wichtige Schifffahrtsrouten im Nahen Osten verstärken die Sorge
- 1:04vor Lieferengpässen und vor einem weiteren Inflationsschub.
- 1:09Unser Börsenreporter Frank Mayer fasst mal zusammen, wo wir gerade stehen und
- 1:13welche mögliche Kettenreaktion uns da aus seiner Sicht noch droht.
- 1:17Erst Anfang der Woche galten die 100 Dollar beim Öl als eine Schallmauer.
- 1:22Jetzt spricht man schon von 120 US-Dollar und die technischen Analysten sagen,
- 1:27das wäre problemlos bis dahin möglich, bevor es dann noch weiter nach oben geht,
- 1:32vielleicht in Richtung Rekorde 140 Dollar pro Barrel.
- 1:35Großes Fragezeichen. Das Plus in dieser Woche zeitweise 13 Prozent.
- 1:40Die Straße von Hormuz ist ja nun blockiert. Da fließen nur noch 4,9 Millionen Barrel am Tag durch.
- 1:45Laut Statistik. Jetzt kommt eine andere Straße noch mit in den Blickpunkt,
- 1:49nämlich die Straße Babel Mandab.
- 1:52Dort haben die Husi-Rebellen eine Stadt eingenommen, die Stadt Moka.
- 1:55Damit könnten zwei Schifffahrtsrouten dicht sein. Die Reaktionen sieht man beim
- 2:00Ölpreis und auch draußen an der Tankstelle.
- 2:02Benzin kostet 2,40. Das 2,40 ist das neue 1,50 von damals.
- 2:07Dann geht eine Kettenreaktion los. Das Öl geht hoch, die Renditen gehen hoch,
- 2:12die Zinsängste steigen.
- 2:13Und das drückt natürlich dann auch wieder die Aktienmärkte. Wir haben das beim
- 2:17DAX in dieser Woche deutlich beobachten können.
- 2:20Und dann beginnt auch das große Zittern bei den Ölverbrauchern,
- 2:23bei den Verbrauchern am Aktienmarkt, auch an den Anleihemärkten geht es dann runter.
- 2:28Jubel gibt es nur bei den Ölproduzenten. wenn man nicht auf Meeresengen angewiesen ist.
- 2:34Und damit in die USA. Denn noch stärker als wir in Deutschland kämpft gerade
- 2:39Washington gegen die Teuerung.
- 2:41Da hat gerade erst das Arbeitsministerium mitgeteilt, 3,4% Inflation im August.
- 2:47Damit hat sich die vom Ölpreis schockgetriebene Inflation jetzt auf hohem Niveau stabilisiert.
- 2:53Und das macht vielen Menschen in den USA schwer zu schaffen.
- 2:57Im Supermarkt und besonders auch an der Zapfsäule.
- 3:00Diese ist da so teuer wie nie.
- 3:03Und die steigenden Preise sind inzwischen auch Donald Trumps härtester politischer Gegner.
- 3:09Vor den Zwischenwahlen ist Affordability, also die Frage, was sich die Menschen
- 3:13noch leisten können, das Top-Thema.
- 3:16Frank hat darüber an der Börse mit Holger Schmieding gesprochen,
- 3:19dem Chefvolkswirt von Bärenberg.
- 3:22Die Amerikaner werden stauden, an der Tankstelle kostet eine Gallone Diesel
- 3:25jetzt 6 Dollar. Das Einkaufen ist auch extrem teuer, die Amerikaner schimpfen
- 3:29shoppend in den Foren rum.
- 3:30Das Thema, Herr Schmieding, Inflation ist ein großes Thema in Amerika.
- 3:34Es ist ein großes Thema und es wird wahrscheinlich dafür sorgen,
- 3:37dass Donald Trumps Republikaner bei den Zwischenwahlen zum Kongress die Mehrheit
- 3:41in einem der beiden Häuser des Parlaments verlieren.
- 3:43Was würde das dann letztlich bedeuten? Dann wäre er eine lame duck.
- 3:47Er wäre in gewissem Sinne eine lahme Ente. Er ist natürlich weiterhin Oberbefehlshaber
- 3:51der Steigkräfte. Also er kann noch sehr viel anrichten, aber er würde nicht
- 3:55mehr das Geld bekommen. Er könnte beispielsweise eine kurze Militärkampagne
- 3:58sicherlich nicht jederzeit starten. Vielleicht gegen Kuba oder was.
- 4:01Aber er würde nicht das Geld mehr für längere Kriege vom Kongress bekommen.
- 4:05Also ich glaube, Amerika hat kein Problem damit, wenn es keine neuen Ausgabenprogramme
- 4:09gibt, das Präsidenten. Amerika hat kein Problem damit, wenn der neue Kongress
- 4:13dann diesen Plan von Trump stoppt, jedem erwachsenen Amerikaner 5.000 Dollar zu geben.
- 4:18Ich glaube, alles in allem wäre es für Amerika ganz gut, wenn da im Staatshaushalt mal Ruhe einkehrt.
- 4:23Hoffentlich als Zwischenstufe dazu, dass irgendwann im Staatshaushalt mal auch gespart wird.
- 4:28Aber das zeichnet sich auch bei den Demokraten nicht ab. Also bei 5.000 Dollar
- 4:32pro Nase sind es 1,7 Billionen. Das macht bei 40 Billionen ja nichts mehr aus.
- 4:36Ja, es sind nicht ganz 1,7, aber es ist sehr, sehr viel. Das macht immerhin
- 4:40noch einiges aus, weil die zusätzliche Belastung natürlich etwas ist.
- 4:44Wir sehen das an den Rentenmärkten, an den Anleihenmärkten, die weiter die Renditen
- 4:47nach oben treibt, was die Zinsbelastung
- 4:49nach oben treibt und damit die Haushaltslage noch verschlimmert.
- 4:53Amerika hat ein Inflationsproblem, ja, Aber es hat ein viel größeres Problem
- 4:57mit dem Staatshaushalt.
- 4:58Der Trump hat den Worsch nicht im Griff. Den Notenbankchef, der sollte doch
- 5:01die Zinsen senken. Was macht er vielleicht nächste Woche? Die Zinsen anheben.
- 5:06Er ist der Chef einer unabhängigen Zentralbank. Was immer er gemacht oder gesagt
- 5:10hat gegenüber Trump, bevor er berufen wurde, jetzt ist er im Amt.
- 5:14Und wir haben es in Jackson Hole bei seiner Rede gehört, dass er eigentlich
- 5:18vorhat, sich wie ein ganz normaler Zentralbanker zu benehmen und nicht auf irgendwas
- 5:22zu hören, was von Donald Trump kommt.
- 5:24Das ist ja fast wie der alte Spruch bei den Politikerinnen. Am meisten gelogen
- 5:27wird vor der Wahl und nach der Jagd. Also hat er doch vor der Wahl die Wahrheit gesagt.
- 5:33Ich weiß nicht, was Worscht Trump gesagt hat, aber wir sehen,
- 5:37dass er jetzt sich benimmt wie ein normaler Zentralbanker, spricht wie ein normaler
- 5:41Zentralbanker und das ist wirklich, finde ich, insgesamt gut.
- 5:46Trump ist ja eine Gefahr für Institutionen in den USA und wir sehen,
- 5:50dass zumindest die Notenbank, diese unabhängige Institution,
- 5:52sich nach einem massiven Angriff von Trump weiterhin behauptet als unabhängige Institution.
- 5:58Aber beide haben einen Taschenrechner. Und wenn die eintippen,
- 6:0040 Billionen mal die Zinsen, wird der Trump sagen, der Druck ist entsprechend groß.
- 6:05Was wird Worscht sagen? Ist es dem egal, dass die Schulden und die Zinsen so hoch sind?
- 6:09Der Worscht wird wahrscheinlich sagen, ich bin hier Zentralbankpräsident,
- 6:12ich tue, was ich als Zentralbankpräsident tun muss. Und wenn der Inflationsdruck
- 6:16steigt, dann muss ich die Zinsen erhöhen.
- 6:19Und das wäre dann für die Wirtschaft, für Corporate America was?
- 6:23Also ich glaube, für Corporate America ist das nicht das ganz große Problem.
- 6:27Für Corporate America ist mehr ein Problem, dass auch die Sorge der Anleger
- 6:31über den Staatshaushalt dazu beiträgt, dass die Renditen insgesamt steigen,
- 6:35die Finanzierungskosten.
- 6:37Also 25 Basispunkte von einer Zentralbank sind nicht entscheidend für das Schicksal einer Wirtschaft.
- 6:42Aber eine Haushaltspolitik, die unsolide ist und keine Anzeichen derzeit zeigt,
- 6:46dass sie solide wird, das ist auf Dauer ein Risiko. Das war es auch Kevin Walsch.
- 6:50Dankeschön, Holger Schmeding. Und jetzt zu einem großen Investitionsversprechen für Deutschland.
- 6:56Es geht um 40 Milliarden Euro.
- 6:59So viel wollen die Vereinigten Arabischen Emirate nämlich in Deutschland investieren.
- 7:04Also zusätzlich. Denn Abu Dhabi würde damit seine bisherige Investitionssumme
- 7:09in die deutsche Wirtschaft mehr als verdoppeln.
- 7:12So haben es beide Seiten jetzt beim Deutschlandbesuch von Präsident Bin Said verkündet.
- 7:18Die zusätzlichen Milliarden, die sollen demnach in moderne Technologien,
- 7:23in Energiesicherheit und Lieferketten fließen.
- 7:26Für Deutschland geht es um Planungssicherheit und eine wettbewerbsfähige Industrie.
- 7:31Und für die Emirate um engere Partnerschaften mit deutschen Unternehmen.
- 7:36Wie der Deal zu bewerten ist, das hat Gesa Eberl mit Volker Dreyer besprochen,
- 7:41dem Außenwirtschaftschef der DIHK.
- 7:44Herr Dreyer, sind die Milliarden ein Vertrauensbeweis oder zeigt es vor allem,
- 7:48wie dringend wir ausländisches Kapital brauchen?
- 7:52Das ist ein Vertrauensbeweis, der auch dadurch zustande und wir sind miteinander
- 7:59enger gerückt, auch durch den Krieg am Persischen Golf,
- 8:05den VAE als leittragendes Land mit dem Iran hat und der Zusammenarbeit mit Rüstungsgütern.
- 8:13Und natürlich kommen die Milliardeninvestitionen in einer Zeit,
- 8:18in der die Deutschland, die deutsche Konjunktur, die auch brauchen kann.
- 8:21Wir sind sorgengeplagt. Also insofern ist das wirklich eine Situation,
- 8:27die beiden Seiten was bringt und wirklich erfolgsversprechend ist.
- 8:32Also eine Win-Win. Ja, wo können denn diese Milliarden für Deutschland wirklich
- 8:36Wachstum und Jobs schaffen?
- 8:39Also zunächst sollten wir das auch richtig einordnen für die Fälle, dass.
- 8:46Die emiratische Seite mit Milliarden auch in deutschen Unternehmen einsteigt
- 8:52und manche dieser deutschen Unternehmen sind weltweit tätig,
- 8:54kommen diese Investitionen dann auch wirklich in den Aufbau von Arbeitsplätzen in Deutschland an.
- 8:59Und hier gilt es, den Blick auf die Politik zu richten, die Standortbedingungen
- 9:04in Deutschland zu verbessern, dann können wir sagen, wenn das der Fall ist,
- 9:07dann ist das ja. Es ist erst mal gut, dass das Geld reinkommt.
- 9:12Von den 40 Milliarden kommen aber auch...
- 9:16Und 10 Milliarden meines Wissens nach in den Aufbau von Innovations- und Technologiezentren.
- 9:23Der Hub-Situation, den Märkten, die.
- 9:27In Bayern beispielsweise, deswegen sind ja heute gehen die Gespräche in München weiter,
- 9:33mit der emiratischen Seite, dass hier besonders investiert wird in den Aufbau
- 9:38von Technologie, die dann ein Zentrum in Deutschland, in dem Fall in Bayern, hat.
- 9:45Im Rüstungsbereich sind wir beiderseitig gefordert und aufgerufen,
- 9:51unsere Kooperation zu verbessern.
- 9:53Wir müssen aufrüsten, um uns sicherer zu machen.
- 9:56Und die Region der Vereinigten Arabischen Emirate, gleich an der Straße von
- 10:01Hormuz, ist immer in einer bedrohten Situation.
- 10:04Das ist also auch Win-Win. Und wenn es dann um den Ausbau von Technologie geht, um die Frage,
- 10:11dass die Emirate auch in Europa, es ist nicht nur Deutschland,
- 10:14es sind auch in Italien, in Frankreich wirklich Milliardeninvestitionen in den
- 10:18Aufbau künstlicher Intelligenz und etwaiger
- 10:21Firmen in Europa geht, dann ist das auch für uns insgesamt und für Europa ein Zugewinn.
- 10:26Aber Herr Dreyer, gerade bei KI und auch Energie zum Beispiel wollen wir doch
- 10:31unabhängiger werden. Also schaffen wir mit Milliarden aus Abu Dhabi nicht gleich
- 10:35die nächste Abhängigkeit?
- 10:37Nein, das ist nicht der Fall. Also in der Region und in Abu Dhabi und den Emiraten
- 10:43insgesamt ist natürlich viel Öl und Gas.
- 10:45Das werden wir in der Zwischenzeit auf unserem Weg der grünen Transformation
- 10:50auch noch eine Weile brauchen. Dort wird es auch eingesetzt.
- 10:53Wir haben Unternehmen, die in diesem Bereich.
- 10:56Bereich Turbinen herstellen, die dann Energie auch vor Ort aufbauen, Rechenzentren.
- 11:03Die werden hier wieder die Verbindung zu Technologie und AI,
- 11:07also das werden wir eine Weile brauchen.
- 11:09Und gleichermaßen ist die Region, nicht nur das Land Emirate,
- 11:14sind natürlich begünstigt durch Bedingungen.
- 11:18Die Sonne scheint dort viel stärker als in Deutschland, in Europa und deswegen
- 11:23langfristig dort etwas aufzubauen.
- 11:25Was dann einen Fluss von Energie aus der Region nach Deutschland,
- 11:30nach Europa erlaubt. Das ist dann auch wieder der Zugewinn. Also das ist geradezu
- 11:35weniger Abhängigkeit, nämlich von Öl und Gas, in einer perspektivischen Form.
- 11:40Ein zuversichtlicher Leiter Außenwirtschaft, DIHK. Vielen Dank,
- 11:43Volker Dreyer, für unseren Austausch und Ihre Einordnung. Dankeschön. Ich danke Ihnen.
- 11:49Zum Schluss geht es an die Kasse, also wie im Laden auch.
- 11:52Da sollen Cash-Only-Schilder bald seltener werden. Zumindest,
- 11:57wenn es nach Bundesfinanzminister Klingbeil geht.
- 11:59Sein Ressort stimmt jetzt mit anderen Ministerien Eckpunkte für ein entsprechendes Gesetz ab.
- 12:05Geschäfte und Restaurants sollen demnach künftig neben Bargeld mindestens eine
- 12:10digitale Bezahlmöglichkeit anbieten müssen.
- 12:13Welche, das sollen sie selbst entscheiden. Und natürlich sollen alle auch weiter bar bezahlen können.
- 12:20Ziel ist die größtmögliche Wahlfreiheit für Verbraucher.
- 12:24Die neuen Regeln sollen nächstes Jahr umgesetzt werden. Ausnahmen soll es für
- 12:28Vereine oder Verbände geben.
- 12:31Damit beenden wir für heute unseren Blick auf die aktuellen Nachrichten aus
- 12:34der Wirtschaft. Wir hören und lesen uns wieder bei NTV.
- 12:38In der App, im TV oder hier im Podcast.