Latest / Gin And Talk / Michi Schreiber über Affen, Amnesie und die 29. Minute
Transcript
- 0:00Speaker 0: Ich sag mittlerweile
- 0:01Speaker 1: immer, unmöglich ist bloß eine Meinung.
- 0:03Speaker 0: Und es ist auch verlofft so!
- 0:04Speaker 0: Also wenn ich natürlich meine Eltern gefragt habe wie soll ich das mit den Affen machen?
- 0:07Speaker 0: Dann war so, nee, unmöglichtes geht nicht.
- 0:10Speaker 0: Aber unmöglich is immer nur die Meinung von der Person, mit der du gerade sprichst und nie die Realität.
- 0:15Speaker 0: Diese Schwellung haben halt einfach viele Vollgeschehen mit sich gebracht unter anderem dass ich erst mal ne globale Amnesie hatte.
- 0:23Speaker 0: Und globale Amnesie heißt, man verliert einen Teil oder alle seiner Langzeiterinnerung.
- 0:30Speaker 0: Plus, man hat keinen Kurzzeitgedächtnis mehr!
- 0:33Speaker 0: Also man lebt eigentlich in einer Zeitschleife von fünf, zehn, fünfzehn Minuten und so nach sechs Wochen war es das erste Mal dass ich am nächsten Morgen mich erinnern konnte was am Vortag passiert ist.
- 0:48Speaker 0: Ich werde gerade eine Realität wach die nicht Die Realität ist, die ich kenne.
- 0:54Speaker 2: Herzlich willkommen!
- 0:55Speaker 2: Mein Name ist Daniel Fürk und ich freue mich sehr euch heute zu einer neuen Episode Genant Talk begrüßen zu dürfen.
- 1:01Speaker 2: Mein heutiger Gast ist Michi Schreiber.
- 1:04Speaker 2: Die Primatologin wollte eigentlich Lehrerin werden doch seit sie mit achtzehn als Freiwillige in Südafrika zum ersten Mal mit Affen gearbeitet hatte ließ sie der Gedanke nicht mehr los.
- 1:14Speaker 2: Sie studierte Primatologie, gründete den Tierschutzverein Affenstark und plant heute eine eigene Auffangstation für Wildtiere aus dem illegalen Handel.
- 1:24Speaker 2: Im Januar zwölfundzwanzig wurde sie gemeinsam mit ihrem Mann Mark in Südafrika bei einem schweren Autounfall verletzt.
- 1:31Speaker 2: Michi erlitt einen Schädelhirntrauma und verlor ihr Gedächtnis.
- 1:35Speaker 2: Wochenlang konnte sie sich nichts länger als ein paar Minuten merken – und als das Kurzzeitgedächtniss zurückkam fehlten ihre mehrere Jahre ihres Lebens.
- 1:43Speaker 2: Gemeinsam mit Marc hat sie diese Geschichte nun in dem Buch, ich erinnere mich für dich aufgeschrieben.
- 1:49Speaker 2: Ich wollte von ihr wissen wie es sich anfühlt in einer Gegenwart aufzuwachen die man nicht kennt was eine Beziehung aushalten muss wenn nur noch einer sich an die gemeinsamen Jahre erinnert und warum ausgerechnet ein Fußballspiel ihr geholfen hat wieder an ihre Zukunft zu glauben.
- 2:04Speaker 2: Wenn dir diese Episode von Jim Talk gefällt, dann folge uns bei Spotify, Apple Podcasts oder wo auch immer du gerne Podcasts hörst und hinterlass uns eine gute Bewertung.
- 2:14Speaker 2: Diese und viele weitere Episoden findest du als Videopodcast auf unserem YouTube-Kanal.
- 2:19Speaker 2: Jetzt aber viel Spaß beim Zuhören!
- 2:20Speaker 2: Schön dass ihr alle wieder mit dabei seid.
- 2:32Speaker 2: Herzlich
- 2:32Speaker 0: willkommen an unseren Bartresen.
- 2:35Speaker 0: Herzlich Willkommen
- 2:36Speaker 2: zu einer neuen Folge Gin
- 2:39Speaker 0: and Talk!
- 2:40Speaker 0: Mach es dir gemütlich, lehne dich zurück und tauche ein in die verrucht düstere Atmosphäre
- 2:48Speaker 2: unserer Studio-Bar.
- 2:57Speaker 2: Liebe Michi ich freue mich sehr dass du heute hier zu uns nach München gekommen bist den ganz weiten Weg irgendwo zwischen deiner Heimat und dem nächsten Trip nach Afrika um über deine Arbeit und dein Leben, und alles was im vergangenen Jahr passiert ist zu sprechen.
- 3:14Speaker 2: Herzlich willkommen!
- 3:15Speaker 1: Voll schön.
- 3:16Speaker 1: ich
- 3:16Speaker 0: freue mich
- 3:17Speaker 1: richtig dass wir die letzten Tage in Deutschland dann jetzt hier in München verbringen
- 3:21Speaker 0: können.
- 3:22Speaker 2: Fangen wir mal vorne an.
- 3:26Speaker 2: wie kommt man denn eigentlich von der Philosophie zur Primatologin?
- 3:34Speaker 0: Tatsächlich war das so ein Punkt in meinem Leben, wo mir erst mal der Mut gefehlt hat wirklich das zu machen was ich wollte.
- 3:41Speaker 0: Ich war ja mit achtzehn als Freiwilligenhäferin in Südafrika und da wusste ich schon mit verschiedenen Tieren gearbeitet und verschiedenen Projekten und ich wusste primaten also Affen
- 3:53Speaker 1: Habe ich zwar nicht erwartet, aber ich habe gemerkt dass für mich
- 3:56Speaker 0: das non plus ultra weil die sind uns so
- 3:58Speaker 1: ähnlich.
- 3:59Speaker 0: Das Verhalten zu beobachten ist wahnsinnig spannend.
- 4:02Speaker 0: man kann auch viel wirklich von sich in den Tieren wiedererkennen die spielen ja auch fangen die Spielen verstecken Die Piesacken sehe ich auch manchmal ein bisschen süß und ziehe es gegenseitig im Schwanz
- 4:12Speaker 1: Und ich hatte es geguckt, egal ob ich in der Beobachtung war oder mit den Tieren
- 4:17Speaker 0: Hans On gearbeitet habe.
- 4:19Speaker 0: Das hat mich so begeistert wie bei keiner anderen Art.
- 4:22Speaker 0: und dann wusste ich da schon, wenn ich im Lotto
- 4:25Speaker 1: gewinnen würde, dann würde ich mit Affen arbeiten oder
- 4:28Speaker 0: wenn alles möglich wäre, dann werde ich das machen.
- 4:31Speaker 0: Ich kam aber einige Monate später nach Deutschland zurück Und es gab in Deutschland keinen Studiengang, Primatologie.
- 4:38Speaker 0: Ich hätte vielleicht in die Biologie gehen können aber ich wusste auch nicht welchen Job kann ich damit machen und dann schien mir das einfach total unsicher.
- 4:46Speaker 0: Das ist eigentlich der Grund gewesen warum mich dann Englisch- und Ethik also Englische und Philosophie auf Lehramt studiert habe weil ich dachte vielleicht werde ich Lehrer,
- 4:56Speaker 1: Kinder sind ja auch so ein bisschen wild!
- 4:59Speaker 1: Das macht bestimmt auch Spaß sie zu beobachten auf dem Pausenhof.
- 5:03Speaker 1: Und vor allen Dingen, das ist ein sicheres
- 5:05Speaker 0: Einkommen und aber auch die Zeit zwischen den Monaten und zwischen den Lehrzeiten immer nach Südafrika zurückzugehen.
- 5:12Speaker 0: also ich dachte ich komme gut mit Kindern.
- 5:14Speaker 0: klar es ist auch eher ein aktiver Job und du hast viel Ferien und ein stabiles Einkommen.
- 5:20Speaker 0: Ich dachte dass wäre dann so ein guter Kompromiss.
- 5:23Speaker 0: und am Ende von meinem Bachelorstudiengang habe ich dann einfach für mich festgestellt oder mir die Frage gestellt, was ist eigentlich wenn ich mein Leben dauern in Kompromissendebe?
- 5:32Speaker 0: Also...
- 5:34Speaker 1: Ich habe ja nur ein Leben.
- 5:35Speaker 1: Warum
- 5:35Speaker 0: soll ich dann so viele Kompromisse eingehen und nicht das machen, was ich wirklich will?
- 5:40Speaker 0: Und da hab' ich gesagt, probier das mal!
- 5:42Speaker 0: Ich versuch mal in die Richtung zu gehen, hab'n Fernausbildung erst gemacht über zwei Jahre und dann gemerkt boah, dass es
- 5:50Speaker 1: so cool, ich
- 5:51Speaker 0: will darin lernen, ich werd meinen Weg finden.
- 5:53Speaker 0: und dann bin ich erst zum Master an Primatologie
- 5:55Speaker 1: gekommen.
- 5:57Speaker 1: Dann kam alles Bücherverein
- 5:59Speaker 0: und es hat sich nach und nach aufgebaut.
- 6:01Speaker 0: Und ich finde, für alle die auch ihrem Herzen folgen wollen man muss den Weg gar nicht kennen so wie bei dem Kumpel
- 6:06Speaker 1: mit der Fahrradtour von New York nach San Francisco
- 6:09Speaker 0: wenn man das Leben auch auf sich zukommen lässt dann geht er weg weiter.
- 6:13Speaker 0: du wirst nicht irgendwo stehen bleiben sondern es werden sich immer Möglichkeiten ergeben.
- 6:17Speaker 0: oder wirst du auch deinen Weg finden?
- 6:20Speaker 2: Marcel Reif saß hier von einem Jahr oder so und ich habe vor kurzem, haben wir so eine Jubiläumsfolge gemacht.
- 6:27Speaker 2: Habe ich mir ganz viele Gespräche noch mal angehört und bin.
- 6:30Speaker 2: bei ihm war ein Zitat gestolpert wo er Von einer safari Ich glaube es war auch in südafrika.
- 6:36Speaker 2: Ich weiß nicht mehr genau woher war ist auch egal Beim sonnenuntergang mit dem gin tonic in der hand saß Und dann so einen sehr nachdenklichen Moment hatte, weil er gemeint hat, wer zur Hölle hat eigentlich gesagt dass wir Menschen die Krone der Schöpfung sind.
- 6:53Speaker 2: Während da diese riesigen Tiere sich durch die Natur bewegen und anmutig unterwegs sind und einfach so beeindruckend sind und friedlich sind im größten Teil und niemandem was Böses wollen.
- 7:12Speaker 2: Wie demütig wird man da eigentlich, wenn man mit so vielen Tieren arbeitet?
- 7:17Speaker 0: Diese Verbundenheit zur Natur erdert einen schon unfassbar.
- 7:21Speaker 0: Und die weidet auch wieder den Blick dafür wie schön die Natur ist.
- 7:28Speaker 0: Gestern Abend hatten wir in München ein Interview und dann war es fertig.
- 7:32Speaker 0: Ich habe aus einem Fenster gesagt, wie schön ist der Sonnenuntergang heute!
- 7:37Speaker 0: Der Himmel sieht ja auch in jedem Moment nur einmal so aus.
- 7:40Speaker 1: Also es muss man sich auch vorstellen, jedes Mal wenn du im Himmel guckst
- 7:43Speaker 0: die jeder Sonnenuntergang ist einmalig und das weidet irgendwie wieder den Blick wie wenig es wirklich braucht um glücklich zu sein und wie wichtig und wie wohltun und wie erden das auch einfach ist in Verbundenheit mit der Natur mit Tieren zu sein.
- 7:59Speaker 0: Das geht auch im deutschsprachigen Raum.
- 8:01Speaker 0: Man kann auch hier in Wälder gehen.
- 8:02Speaker 0: also unsere europäischen Wäder sind schön.
- 8:05Speaker 0: Ich hab viele Leute erleben das nur auf einer Safari, egal jetzt wo auf dem afrikanischen Kontinent.
- 8:10Speaker 0: noch mal intensiver wenn man raus
- 8:12Speaker 1: ist.
- 8:13Speaker 1: Auf kein Handy
- 8:14Speaker 0: empfangen hat?
- 8:15Speaker 0: Das heißt man hat auch nicht diese Ablenkung die Natur so ganz anders ist und man wirklich wieder hinsieht und sagt boah krass was die Natur zu bieten hat weil wenn man eine Giraffe das erste Mal sieht wie groß der ist, wenn man das erste mal einen Elefanten sieht wie gross er ist aber auch das erste Rufe von Tieren hört, also auch Paavianne.
- 8:36Speaker 0: Die machen ja einen Wahoo-Schrei und der Halt so krass durch eine Savanne dann schüttelt
- 8:44Speaker 1: es ein so richtig!
- 8:46Speaker 0: Und das sind glaube ich Eindrücke die uns einfach manchmal hier fehlen weil wir wenig in der Natur sind oder zu wenig in den Natur, weil wir viel auch in Online-Welten unterwegs sind und dann manchmal auch dem Moment einfach verpassen auch wenn ist auch hier schöne Momente und Tiere gibt, die man beobachten könnte.
- 9:05Speaker 2: Wir haben so einen wahnsinnigen Alltagslärm auch die ganze Zeit und sind in unserem Arbeitstunnel drin.
- 9:13Speaker 2: Ich saß jetzt auch im Sommer mit einem Freund an dem einsamen See in deren Häuschen im Norden und dachte mir eigentlich, warum zur Hölle machen wir uns diesen ganzen wahnsinnigen Stress wenn die Natur hier doch so schön ist.
- 9:27Speaker 2: Und der Sonnenuntergang da hinten über den Wäldern runter geht und das Wasser plätschert und besten Fall noch irgendwie die Sauna im Hintergrund knackt weil der Holzofen einheizt.
- 9:40Speaker 2: Wir haben aber so viel Chaos im Kopf die ganze Zeit dass wir uns auf solche Sachen oft gar nicht mehr einlassen
- 9:45Speaker 0: Das stimmt.
- 9:46Speaker 0: Und ich glaube, wir stellen uns auch viel zu selten die Frage ist das jetzt wirklich wichtig als?
- 9:51Speaker 0: ich glaube wissen doch irgendwie von der Gesellschaft her von dem was in den Medien präsentiert wird oft eher so gepolt im Blick auf Probleme oder vielleicht auch Drama.
- 10:02Speaker 0: Oder auch dass das negative manchmal zu lenken dass wir oft vergessen irgendwie innezuhalten und zu fragen was es eigentlich gerade gut.
- 10:09Speaker 0: wofür kann Ich auch dankbar sein.
- 10:12Speaker 0: Ja, in Südafrika fällt mir das auch leichter als in Deutschland.
- 10:15Speaker 0: Also ich hab da auch manchmal
- 10:16Speaker 1: Momente und dann
- 10:16Speaker 0: bin ich so michi!
- 10:17Speaker 0: Es ist doch jetzt nicht
- 10:18Speaker 1: die Aufregung wert also... Manchmal fühle ich dann so selbstgespräch und denk mir so jetzt hole dich aber mal zurück in
- 10:25Speaker 0: ein normales Denken.
- 10:26Speaker 1: wie wenn man sich so
- 10:26Speaker 0: aufregt Wenn der Termin fünf oder zehn Minuten später ist, dann denkt man so toll mein ganze Zeitplan gerät jetzt im Verzug Und dann wird man schon so gestresst um Kopf und dann dachte ich mehr war So schlimm ist es jetzt auch nicht.
- 10:40Speaker 0: Der Zeitplan geredet und verzugt, dann kommunizierst du's einmal allem, dann atmest du durch!
- 10:44Speaker 0: Wenn irgendein Termin nicht klappt, davon geht die Welt auch nicht unter.
- 10:47Speaker 0: Atmen, ankommen – was ist wirklich wichtig?
- 10:50Speaker 0: Und viel von dem, was wir irgendwie machen... Natürlich ist man gebunden an Job.
- 10:55Speaker 0: Wie finanziert man sich, wie schafft man sich ein Leben?
- 10:58Speaker 0: Aber viel von den, was Wir machen drumherum ist eigentlich gar nicht das, was uns gut tut.
- 11:04Speaker 0: Glücklich macht etwas.
- 11:06Speaker 0: Wir wirklich machen wollen.
- 11:07Speaker 0: und manchmal Denken wir auch, wir wären mehr an Dinge gebunden als wir es eigentlich sind.
- 11:12Speaker 0: Ich dachte ja auch ich muss jetzt Lehrerin werden weil irgendwas mit Primaten und Affen das wird nie funktionieren oder ich werde davon nie leben können.
- 11:20Speaker 0: aber wenn man auch den Mut hat, Wege zu gehen dann findet man immer Möglichkeiten.
- 11:24Speaker 0: also ich sage mittlerweile
- 11:25Speaker 1: immer unmögliches groß eine Meinung?
- 11:28Speaker 0: Und es ist auch verlofft so!
- 11:29Speaker 0: Also wenn ich natürlich meine Eltern gefragt habe wie soll ich das mit den Affen machen, dann war so nee unmöglich das geht nicht.
- 11:35Speaker 0: Aber unmöglich ist immer nur die Meinung von der Person, mit der du gerade sprichst und nie die Realität.
- 11:40Speaker 0: Na frag's, wer vielleicht schon Primatologe isst?
- 11:42Speaker 0: Dann würd' ihr sagen natürlich glaubt das!
- 11:44Speaker 0: Das war mein Weg und deswegen den Blick wieder weiten auch aufrichten sich fragen was will ich wirklich wie will ich leben?
- 11:51Speaker 0: und dann Möglichkeiten finden sich das Leben Stück für Stück mehr so zu gestalten wie man es auch möchte.
- 11:58Speaker 2: Heute setzt du dich gemeinsam mit deinem Partner aus sehr viel Tierschutz ein.
- 12:03Speaker 2: Wie kam der Weg dann, also vom Beobachten zum Lernen und quasi untersuchen zu dem Tierschutz?
- 12:11Speaker 0: Ich habe einfach gemerkt
- 12:12Speaker 1: ich bin eine schlechte Verhaltensvorscherin.
- 12:16Speaker 1: Aber nur weil ich das nicht ertrage wenn ein Tier stört!
- 12:20Speaker 1: Dann ist das ganz schlimm.
- 12:22Speaker 1: Und du siehst es in der Natur halt einfach, weil natürlich ... Du hast Raubtiere und Wildtiere!
- 12:27Speaker 1: Das ist für mich wieder rümmste Horrorfilm.
- 12:30Speaker 1: Ich war im Jahr zwanzig, hatte ich eine Beobachtungsforschung in Kenia.
- 12:33Speaker 1: Da sollte ich ne Doktorantin begleiten.
- 12:36Speaker 1: Und dann ist als unser Baby gestorben... Und dann habe ich gesagt,
- 12:39Speaker 0: nee, ich kann das nicht mehr.
- 12:40Speaker 0: Also
- 12:40Speaker 1: es hat mich so traumatisiert.
- 12:42Speaker 1: Verhaltensforschungen geht
- 12:43Speaker 0: nicht.
- 12:43Speaker 0: Ich bin dafür nicht gemacht.
- 12:44Speaker 0: Ich will da eingreifen, ich sitze da, heule.
- 12:46Speaker 0: Ich
- 12:47Speaker 1: kriege einen Nervenzusammenbruch.
- 12:49Speaker 1: Also ich muss irgendwas tun, wo ich was tun
- 12:52Speaker 0: kann und ich hatte ja schon die Erfahrungen aus der Rettung und Rehabilitätierung.
- 12:56Speaker 0: Und durch mein Lehr- und Studium hatte ich auch den Bezug zur Bildung.
- 13:00Speaker 0: Dann habe ich mich gefragt, wenn ich ein Verein gründete?
- 13:02Speaker 0: Den hab' ich dann noch in dem Jahr zwanzigundzwanzig gegründet, Affenstark!
- 13:06Speaker 0: Was ist mir wichtig?
- 13:07Speaker 0: Wo habe ich Handlungsspielraum?
- 13:08Speaker 0: Wo kann ich nicht nur beobachten?
- 13:10Speaker 0: Die Tiere, die ich toll finde, sondern wo kann ich auch etwas tun um sie zu schützen?
- 13:15Speaker 0: Weil es eine ist... Wenn man hier schützen will, wichtig zu wissen.
- 13:19Speaker 0: Wie verhalten sich die Tiere?
- 13:20Speaker 0: Wie bewegen
- 13:21Speaker 1: sie sich
- 13:21Speaker 0: für Elchendemensraum?
- 13:22Speaker 0: Müssen wir dann auch schützen?
- 13:23Speaker 0: und das andere ist dann auch, dass es wichtig ist, dass Menschen losgehen und sich stark machen um das zu schützen.
- 13:29Speaker 0: Und da kann man sich einfach entscheiden wo pass ich besser rein?
- 13:32Speaker 0: Ich habe mich echt in der Aktivismus-Schiene mehr gesehen Wir Kinder dafür begeistern, ich möchte die Person sein, die die Bäume
- 13:40Speaker 1: auch
- 13:40Speaker 0: dann pflanzt und was macht.
- 13:42Speaker 0: Und
- 13:42Speaker 1: überlegt
- 13:43Speaker 0: und Veränderungen anstößt.
- 13:45Speaker 0: So war eigentlich echt der Gedanke diesen Verein zu krümmten und danach und nach etwas aufzubauen.
- 13:50Speaker 0: Das hat wirklich super klein begonnen dass wir erst mal nur vereinzelten Projekte in der Rettung und Rehabilitation unterstützen konnten.
- 13:57Speaker 0: das ist wenn Wildtiere um illegalen Wildherne beschlagnahmt werden, wenn sie angefahren werden.
- 14:03Speaker 0: Wenn Sie als Haustier gehalten wurden oder auch für Rituale oder was auch immer
- 14:07Speaker 1: benötigt
- 14:08Speaker 0: worden, dass die Beschlagnahn werden aufgepäppelt und wir möglich wieder ausgewildert.
- 14:13Speaker 0: Und dann habe ich aber auch gemerkt, okay, für Ausförderung ist es auch wichtig Lebensraum zu schaffen.
- 14:18Speaker 0: Da kam auch das Wissen von meinem Master hinzu.
- 14:21Speaker 0: So ist es dann gewachsen
- 14:22Speaker 1: bis zum Punkt so, da sich dachte ... Ich baue eine eigene Auffangstation!
- 14:28Speaker 2: baut man eigentlich zu diesen Tieren, also nicht nur du.
- 14:32Speaker 2: natürlich baust eine Beziehung zu so einem einzelnen Tier vielleicht über Jahre auf.
- 14:38Speaker 2: Aber geht das andersherum auch?
- 14:40Speaker 2: Also merkt gerade aus der Fahrt schon gut und nichts so gut war es da.
- 14:47Speaker 2: Aber wie ist das?
- 14:48Speaker 2: Wenn man dann gerade viel Kontakt mit einem einzelner Tier hat... Merkt man denn oder ist es überhaupt möglich, dass da auch aus der anderen Richtung dann so eine Art Beziehung entsteht?
- 15:00Speaker 0: Auf jeden Fall.
- 15:00Speaker 0: Also wenn wir in der Aufzucht von Jungtieren sind – wir sind ja mit größerem Kind gar nicht mehr im Kontakt und wir kappen den auch relativ früh um
- 15:08Speaker 1: die wieder zu
- 15:09Speaker 0: entwöhnen – aber bei Jungtiern, bei Flaschenkindern, die jetzt gesäugt werden müssen, ist der Kontakt unvermeidbar.
- 15:15Speaker 0: Das heißt, wir sind immer nur im Kontakt, wenn es einen Notwendigrund für das Tier gibt.
- 15:21Speaker 1: Dann hat man aber manchmal jungen Tiere, Affenbabys.
- 15:24Speaker 1: Und das ist natürlich schon ... Also ich bin natürlich immer schockverliebt und bei den Affen ist es ganz witzig die suchen sich eher aus zu wem sie passen.
- 15:33Speaker 0: also Man weiß auch gar nicht warum die sich so entscheiden oder nicht.
- 15:36Speaker 0: Aber mit manchen Jungen Tieren kommst du zurecht und andere gehen auf Abstand zu dir.
- 15:40Speaker 0: Ich finde dass da doch immer viel mit einer Persönlichkeit zu tun.
- 15:44Speaker 0: Die Affen, die zu mir kommen, sind oft
- 15:47Speaker 1: meiner Persönlichkeiten ähnlich.
- 15:49Speaker 1: Die Affe, die mein Mann mag gehen, sind eher seiner Persönlichkeit ein bisschen ähnlich
- 15:53Speaker 0: und ganz keine Babys meinen Männern weil Männchen ja häufig die Jungtiere töten wenn sie eine Truppe übernehmen.
- 16:01Speaker 0: Und die bauen schon auch eine Bindung auf.
- 16:03Speaker 0: also eines meiner letzten Affenbabies was ich hatte hieß Bodhi Hat Marc zum Beispiel gehasst, also Marc ist mein Ehemann und Bodhi hat Marc
- 16:12Speaker 1: gehaszt.
- 16:13Speaker 1: Wirklich!
- 16:14Speaker 1: Wenn ich sage hassen dann... He deeply hated him.
- 16:19Speaker 1: Aber mich hat er voll geliebt.
- 16:22Speaker 1: Und ich musste Bodhi am Anfang hast du die auch wirklich ja über Nacht bei dir um die alle zwei
- 16:26Speaker 0: Stunden zu füttern?
- 16:28Speaker 0: Und Bodhi ist nur eingeschlafen wenn er an meinem Ohr läppchen hing.
- 16:32Speaker 0: Also es war einfach.
- 16:33Speaker 0: Es war ein kleines Hölln-Baby, hab
- 16:34Speaker 1: ich nie gesagt.
- 16:35Speaker 1: Du warst schon sehr anstrengend.
- 16:37Speaker 1: War auch gerade am Zahnern, die kriegen auch Zähne wie Babys.
- 16:41Speaker 1: und es gab diese eine Nacht, Bodhi ging an meinem Ohrläppchen, scheinbar hatte das irgendwann nachts verloren, krammelte so durchs Bett und dann hat er sich am Marxohrläffchenfest ähnlich
- 16:51Speaker 0: gehangen.
- 16:52Speaker 1: Und als Bodhi in der Nacht wach wurde und der grad immer an meiner Nase sich festgehalten also hier war seine kleine Hand und da war sein Mund.
- 17:01Speaker 1: Und dann ist er irgendwann nachts nachgewohnt und hat vermutlich gefühlt, es ist eine andere Nase an der ich mich gerade festhalte.
- 17:09Speaker 1: Und dann hat der gebrüllt!
- 17:11Speaker 1: Der hat sich im Schreck die Windelmitten im Bett abgerissen.
- 17:16Speaker 1: Ich konnte nicht so schnell das Licht anmachen wie diese ganzen Pinkelkristalle dadurch des Bettgeflogen sind.
- 17:23Speaker 1: Und da hatte mir einfach nur so...ne Wir müssen getrennt schlafen, Marc.
- 17:27Speaker 1: Du musst aufs Sofa gehen!
- 17:29Speaker 1: Bodhi und ich können das nicht ertragen, dass du bei uns
- 17:32Speaker 1: schläfst.".
- 17:33Speaker 1: Und da merkt man es schon ... Ja?
- 17:35Speaker 1: Die Übertragung dann auch von Bodhi in seine Truppe findet dann stückhaft statt.
- 17:39Speaker 1: Also ich kann ihn nicht von heute auf
- 17:41Speaker 0: morgen in seiner Truppe setzen.
- 17:42Speaker 1: Es wird den Emotional-Total
- 17:44Speaker 0: stressen,
- 17:44Speaker 1: sondern...
- 17:45Speaker 0: Ich nehm ihn oft Bushwalks.
- 17:47Speaker 0: Da lernt er die anderen Parviane kennen.
- 17:48Speaker 0: Die lernen dann ihn zu lausen.
- 17:50Speaker 0: Dann sieht man das auch erst sitzt der meistens bei mir Und wird gelaust von anderen, sodass er sich mehr und mehr an seine Artgenossen gewöhnt.
- 17:58Speaker 0: Irgendwann merkt der, er läuft mit denen.
- 18:00Speaker 0: irgendwann lässt er sich auch von anderen Weibchen tragen.
- 18:03Speaker 0: So ist das im Fließender Übergang.
- 18:04Speaker 0: Dass wir da keine Retraumatisierung verursachen weil die haben ja ihre Mutter schon verloren es ist auch emotional.
- 18:11Speaker 0: Merkt man dass sie haben Stress Symptome die lutschen viel am Daumen manchmal oder beißen sich oder zupfen die Haare vor Stress.
- 18:19Speaker 0: Und dass das nicht nochmal passiert ist dann ein fließender Übergang.
- 18:23Speaker 1: Schauen wir aber, wie können
- 18:24Speaker 0: wir ihn integrieren?
- 18:25Speaker 0: Und dann endet auch der Kontakt
- 18:27Speaker 1: meinerseits.
- 18:28Speaker 1: Weil beim Bodie war ich ganz froh, weil, wie gesagt, er war mein kleines Höllenbaby!
- 18:32Speaker 1: Den konnte man nie ablegen jede Stunde.
- 18:35Speaker 1: Nachts hat er geschrien.
- 18:36Speaker 1: Ich konnte nicht mal alleine in den Duschen gehen, weil er
- 18:38Speaker 0: einfach niemand anderen wollte und das ist natürlich dann auch
- 18:43Speaker 1: anstrengend.
- 18:44Speaker 1: Dann war ich so I love you Bodi schön dass du jetzt Freunde hast
- 18:51Speaker 2: Sagst du gerade eigene Auffangstationen?
- 18:54Speaker 2: Wie geht man denn davor, also wie macht man dann das?
- 18:58Speaker 0: Man schaut sich natürlich erstmal an wo es bedarf.
- 19:00Speaker 0: Also wo ist Bedarf, worauf spezialisiert man sich?
- 19:03Speaker 0: Man kann einfach schauen was sind in verschiedenen Ländern Gründe?
- 19:07Speaker 0: und ein Themenbereich der mich auch in meinem Studium schon sehr interessiert ist illegaler Wildtierhandel.
- 19:12Speaker 0: Wo werden Tiere illegal gehandelt?
- 19:15Speaker 0: Und da sind Häfen immer involviert, weil ganz viel illegal wird über Häfen geschmuggelt.
- 19:20Speaker 0: Der illegale Handel mit Wildtieren ist nach dem Drogenhandel der zweitgrößte.
- 19:25Speaker 0: Es wird mehr mit Tieren als mit Waffen gehandelt.
- 19:27Speaker 0: Das wissen viele nicht.
- 19:28Speaker 0: wie riesig das ist und unser Träum anerkommt sind immer Häfen.
- 19:32Speaker 0: Dann hab ich halt im afrikanischen Raum geguckt okay wo sind ... Wo sind große Dreh- und Angelpunkte mit Häfen?
- 19:39Speaker 0: Da gibt es ja auch Studien und Reports zu.
- 19:42Speaker 0: Ein Teilbereich ist zum Beispiel Kenia, da geht relativ viel in den asiatischen Raum.
- 19:46Speaker 0: Ein Bereich ist aber auch südliches Afrika oder Südafrika mit Kapstadt Port Elizabeth Durban als Große Häfen für den Handel.
- 19:54Speaker 0: Da geht halt viel nach Südamerika, Nordamerika oder auch Europa.
- 19:59Speaker 0: Und hab ich gesagt okay was ist da schon vorhanden?
- 20:02Speaker 0: oder wo fehlt das dann etwas?
- 20:03Speaker 0: und es gibt unten entlang der Gardenglut zwar zuartige Sancteries, also die nehmen zum Teil Tiere auf.
- 20:10Speaker 0: Will dann sie aber nicht wieder aus?
- 20:11Speaker 0: Sondern die bleiben da.
- 20:13Speaker 0: und dann haben wir mit den Behörden vor Ort gesprochen okay werde überhaupt bereit so was zu genehmigen.
- 20:18Speaker 0: Also warum gibt es das hier?
- 20:19Speaker 0: Nicht genehmigt ihr das gar nicht!
- 20:20Speaker 0: Das kann auch sein.
- 20:22Speaker 0: Und dann war aber, nee wir würden es schon genehmigen.
- 20:24Speaker 0: Es hat sich halt einfach noch niemand gefunden der das hier vor Ort machen will.
- 20:28Speaker 0: und dann sind wir, sag ich mir diese Küste an Südafrika erstmal entlang gefahren haben mit den verschiedenen Behörden gesprochen.
- 20:36Speaker 0: Das ist ja auch wie ein deutschlandsgebundesbehörde unter landesbehöde.
- 20:40Speaker 0: Dann hat man einfach geguckt wo hat man akuten Bedarf?
- 20:43Speaker 0: Und wo ist es auch einfach finanzierbar?
- 20:45Speaker 0: also jetzt Auf der Kappa-Halbinsel
- 20:48Speaker 1: wäre das schwer zu finanzieren.
- 20:50Speaker 1: Wäre auch
- 20:50Speaker 0: jetzt nicht mehr der Platz dafür da, weil wir brauchen halt wirklich auch so vierzig Fußballfelder.
- 20:55Speaker 1: Also es ist schon eine Fläche
- 20:57Speaker 0: und so sind wir dann in Port Elizabeth bei Jeffries Bay gelandet.
- 21:01Speaker 0: Da haben wir ja auch ne gute Mitte.
- 21:02Speaker 0: Wir haben so acht Stunden bis Kapstadt, wir haben ne gute Distanz auch bis Dürben und haben aber auch einen Hafen in der Nähe und haben gesagt okay hier wollen wir's machen und versuchen dann den Küstenabschnitt abzudecken dass wenn auch hier im Hefen beschlagnahm sind.
- 21:16Speaker 0: Sie vielleicht auch steigern können, dass mehr Kontrollen stattfinden weil wenn die Tiere immer aus dem Land sind dann kriegst du sie nicht zurück.
- 21:23Speaker 0: wir haben es ja auch in Deutschland tatsächlich das hier manchmal Beschlagnahmungen sind.
- 21:27Speaker 0: gestern mal eine ganz große beschlagnahmung unter anderem von Reptilien am Flughafen wo die illegal gehandelt wurden.
- 21:33Speaker 0: aber wenn die einmal in deutschland sind oder an europa angekommen wir kriegen die nicht zurück.
- 21:37Speaker 0: das heißt wir müssen eigentlich da gucken wo die Tiere rausgehen dass wir sie beschlagnamen bevor sie in anderen ländern landen weil sonst kommen die halt in Deutschland ins Haus, enttierheime oder Privathaltung teilweise auch einfach.
- 21:52Speaker 0: Weil man nicht weiß wohin mit denen.
- 21:55Speaker 2: Wie ist da die Zusammenarbeit mit den Behörden vor Ort?
- 21:58Speaker 2: Also man hört ja immer ganz viele Schreckungsgeschichten.
- 22:01Speaker 2: aber wie ist das wirklich aus eurer Erfahrung heraus?
- 22:05Speaker 0: Es ist
- 22:06Speaker 1: langsam!
- 22:07Speaker 1: Aber deutsche Behörde sind auch sehr langsam und
- 22:10Speaker 0: ich würde jetzt nicht sagen es ist schwieriger.
- 22:14Speaker 0: Wir haben, sag ich mal was die Kommunikationsebene angeht.
- 22:17Speaker 0: Wenn wir uns dann auch
- 22:17Speaker 1: treffen und der Termin wird eingehalten...
- 22:20Speaker 0: ...dann ist es super!
- 22:21Speaker 0: Es ist halt schon einfach ein... Ein Hinterherlauf nicht mehr weil das Interesse nicht da ist sondern weil auch da einfach
- 22:29Speaker 1: eine chronische Überlastung
- 22:31Speaker 0: ist.
- 22:31Speaker 0: also auch da Ist es eine Behörde und ja Dann hast du einen Container Und in eurem Container können einmal zwei-trechhundert Wildtiere sein und dann sind's nicht zweihundert, dreihundert Affen.
- 22:43Speaker 0: Dann sind das Affen von der Art, also dass sie nicht am Interesse sondern einfach wie glaube ich in vielen deutschen Behörden an einer Überlastung.
- 22:52Speaker 0: Deswegen unsere Erfahrung ist einfach wenn man dran bleibt und respektvoller auf einer guten Ebene mit denen kommuniziert dann funktioniert es auch.
- 23:01Speaker 0: Ich glaube das Wichtigste ist einfach – und das habe ich aber im Studium früh gelernt viel zu reden, mit zuzuhören.
- 23:08Speaker 0: Also wir sind auch nicht dahin gegangen mit dem Plan das wollen wir machen sondern ich bin da hingegangen mit.
- 23:13Speaker 0: Das habe ich im Studium gelernt.
- 23:15Speaker 0: dass lese ich in den Reports.
- 23:16Speaker 0: wie ist die Situation aus eurer Perspektive?
- 23:18Speaker 0: was brauchen wir hier?
- 23:20Speaker 0: und dann wurde relativ schnell klar Wir brauchen nicht noch jemand der Elefanten retten will.
- 23:24Speaker 0: Elefanten
- 23:25Speaker 1: will jeder
- 23:25Speaker 0: retten.
- 23:26Speaker 1: Liebevoll gesagt
- 23:27Speaker 0: wir brauchen jemand der sich für Reptilien für Schildkröten, also die Landschildkröte bei uns Einsatz.
- 23:33Speaker 0: Für Stachelschweine, für Erdmännchen, für kleinere Antilopen, für die Primaten, also für die Arden, weswegen die Leute auch nicht nach Südafrika kommen weil... Natürlich, wenn Elefant gerettet werden muss ist das Interesse viel höher.
- 23:46Speaker 0: Weil es ein absoluter Touristenmarkt näht.
- 23:49Speaker 0: Wenn ein Stachelschwein gerettete werden muss dann ist das interesse auch von Zoos viel geringer weil es verursacht kosten und niemand kommt für einen Stachel Schwein in den Zoo.
- 23:58Speaker 0: Niemand sagt ich will nach Südafrika auch Safari um
- 24:02Speaker 1: das Porgypine zu sehen sondern
- 24:04Speaker 0: Da ist immer Elefant, Löwe, Nashorn.
- 24:06Speaker 0: Und das war total cool, weil wir das Konzept dann auch gemeinsam aufgebaut haben und die Tierliste gemeinsam entworfen haben gesehen.
- 24:14Speaker 0: Das kommt immer wieder?
- 24:15Speaker 0: Das ist etwas, wo ihr Probleme habt Menschen zu finden, die sie aufnehmen, weswegen ihr die einschläfern müsst.
- 24:21Speaker 0: Dann machen wir das!
- 24:22Speaker 0: Weil das sind trotzdem wichtige Tiere fürs Ökosystems.
- 24:25Speaker 0: Das Ökosesystem braucht nicht nur die Tiere, die wir toll finden es braucht einfach alle Arten damit es funktioniert.
- 24:34Speaker 1: Es ist zwar langsam und viele Gespräche,
- 24:37Speaker 0: aber es macht auch einfach Spaß.
- 24:38Speaker 0: Und da kann ich immer empfehlen, wenn jemand was aufbauen möchte, stellt viele Fragen und entwerft Konzepte gemeinsam mit Behörden, mit aber den Menschen vor Ort – weil auch das haben wir gemacht!
- 24:50Speaker 0: Wir sind recht
- 24:51Speaker 1: früh,
- 24:52Speaker 0: haben ja uns Menschen gesucht, die schon in Townships irgendwas machen Und haben uns an die angekleidet, um auch mit den Menschen vor Ort zu reden.
- 25:00Speaker 0: Es wird jetzt nicht sagen, je einfacher als weiße Person in Township und versuche irgendwelche Fragen zu stellen, sondern habt da auch ein Gefühl für ... Wir haben uns am Brücken gebaut und auch da, wo entstehen Konflikte mit Tieren?
- 25:12Speaker 0: Weil auch Townships haben zum Beispiel Konflikte mit Pavianen, in die Gärten gehen und Essen klauen oder Konflikte mit Schlangen, dass man Angst hat, die nicht identifizieren kann.
- 25:24Speaker 0: Das auch immer wieder Bisse stattfinden bei Menschen.
- 25:27Speaker 0: dann versuchen die Schlangen zu töten.
- 25:28Speaker 0: Die Schlange wehrt sich natürlich.
- 25:30Speaker 0: Und da haben wir festgestellt das brauchen wir auch hier in der Station und marken sich noch zum Schlangenfänger ausbildendassen.
- 25:37Speaker 0: Es würden wir auch mit den Mitarbeitern vor Ort machen, dass sie einfach sagen hey wenn ihr eine Schlange habt ruft uns an willkommen wir identifzieren Und wir bringen die Raus,
- 25:45Speaker 1: wenn ihr
- 25:46Speaker 0: euch unwohl fühlt.
- 25:47Speaker 0: Dass man auch da halt wirklich den Menschen hilft Konflikte mit Tieren zu vermeiden und dann ist auch die Akzeptanz voll groß.
- 25:53Speaker 0: also mittlerweile sind wir in Jeffrey's
- 25:55Speaker 1: Bay wo wir sind super gut angebunden und kriegen auch da immer Nachrichten von oh das Reservat oder es jetzt voll schön.
- 26:02Speaker 1: Das
- 26:02Speaker 0: Reservate will auch mit euch zusammenarbeiten für Ausbilderung weil man irgendwie sehr viel Netzwerk und Netzwerk ist durch das A und O dass es auch angenommen wird.
- 26:10Speaker 2: Und wie viele Tiere könnt ihr da jetzt quasi aufnehmen?
- 26:14Speaker 2: Also was ist so das Maximum, was ihr geplant habt.
- 26:18Speaker 1: Es kommt jetzt auch das Grundstück an, was die uns
- 26:20Speaker 0: genehmigen.
- 26:21Speaker 0: Wir haben jetzt die Tierliste, haben wir genehmigt, wir wissen, was wir aufnehmen dürfen und wir haben jetzt ein paar Grundstücke ins Auge gefasst und wir kriegen eine Genehmigung noch nur für einen Grundstuck also nicht.
- 26:31Speaker 0: Ihr dürft es machen weiß ich nicht, würde ich mir mitten in Kapstadt
- 26:35Speaker 1: so
- 26:35Speaker 0: zwei Quadratmeter
- 26:36Speaker 1: Grundstück holen und sagen oh, ich habe das Permit.
- 26:39Speaker 0: Sondern das nächste ist jetzt die Behörde, die Grundstücke geprüft, die wir eingereicht haben.
- 26:43Speaker 0: Und ich hoffe natürlich auf eine gute Größe!
- 26:46Speaker 0: Wir haben eingereich von dreißig bis sechzig Fußballfelder und daran orientiert sich das auch ein bisschen.
- 26:53Speaker 0: wenn wir dreißige Fußballfeldern haben werden wir zum Beispiel eher nur Wenigere Semi-Wild-Gehege haben.
- 27:01Speaker 0: das sind, ein Hektar große Gehege wo die Primaten oder Wildkatzen dann relativ frei schon leben können bevor sie ausgewildert werden.
- 27:10Speaker 0: Wenn wir davon jetzt nur vier fünf haben dann haben wir natürlich eine andere Kapazität als wenn wir davon zehn haben.
- 27:17Speaker 0: ich hoffe einfach dass wir ein gutes Grundstück haben, wo wir uns im Nachgang vergrößern können.
- 27:22Speaker 0: Weil das ist eigentlich so das Wichtigste, um nachgangvergrößeren kannst du es wie wir auch immer geguckt haben
- 27:27Speaker 1: dass links und rechts noch relativ viel Platz ist
- 27:31Speaker 0: damit man das Projekt auch ausbauen kann weil Das ist eigentlich das wichtigste, dass man da sich nicht direkt limitiert mit der Größe Und mal sehen.
- 27:41Speaker 0: also unser Behördenleiter heißt Jeff
- 27:43Speaker 1: Der fährt jetzt die Grundstücke gucken und dann treffen wir uns nächste Woche.
- 27:47Speaker 1: Mal sehen, was Jeff so gut findet.
- 27:49Speaker 1: Beim letzten Mal war er so ne, guck noch mal von vorne.
- 27:52Speaker 1: Was auch gut ist, was da manchmal so ist... Jetzt schon wieder zwanzig Grundstücke durch Besuchen fahren Bodenproben
- 28:00Speaker 0: nehmen Wasser nehmen Anfragen stellen.
- 28:02Speaker 0: wir müssen ja auch gucken.
- 28:03Speaker 1: Wir sind über Flutungsgebiete.
- 28:04Speaker 0: wo waren schonmal Brände?
- 28:06Speaker 0: wie sollen aber auch Städter ausgebaut werden in den nächsten zwanziger Jahren?
- 28:10Speaker 0: Also es ist dann alles.
- 28:10Speaker 0: das was wir bei jedem guten Grundstück prüfen ist intensiv.
- 28:14Speaker 0: Aber ich glaube eine gute Vorbereitung kostet dich hinten raus.
- 28:19Speaker 0: Also lohnt sich hinten raus, weil es sich dann nicht viel Zeit kostet.
- 28:24Speaker 2: Wie sieht denn eigentlich so ein Zeitplan aus?
- 28:26Speaker 2: Gibt's überhaupt so eine Art Zeitplan wenn man jetzt sagt er kommt zum Tier in so einer Auffangstation bis es dann tatsächlich ausgewildert werden kann?
- 28:35Speaker 2: also gibt's da einen Idealfahrplan oder ist das sehr individuell?
- 28:39Speaker 0: Es gibt für jede Art eher ein Individualfahrplan Und das ist total unterschiedlich.
- 28:46Speaker 0: Also sagen wir mal, wir haben eine Antilope, die war in einer Schlinge gefangen.
- 28:49Speaker 0: Es gibt ja auch immer so Schlingen, die werden leider ausgelegt um Tiere dann zu fangen und auch zu essen.
- 28:55Speaker 0: Da verfangen sich mal Wildkatzen drin, mal Antilopen, mal auch Primaten... ...und wenn es ein ausgewachsenes Tier ist was sich einfach an der Schlingel verfangen hat, dann ist es eigentlich nur die medizinische Versorgung.
- 29:06Speaker 0: Dann gucken wir wie lange braucht der Bruch zum Heilen?
- 29:09Speaker 0: Und da gucken wir auch in den Semi-Wild gegen relativ schnell Ja, die Katze schon wieder eigenständig.
- 29:15Speaker 0: Läuft die Antilope wieder gut?
- 29:17Speaker 0: Ist das normale Verhalten wieder da und dann kann das nur sechs Wochen dauern und dann lassen wir die Tiere wieder frei.
- 29:22Speaker 0: wenn wir Jungtiere vom illegalen Schwarzmarkt dann ist der Prozess viel intensiver, weil wir halt die Jungtiere erstmal aufziehen müssen.
- 29:30Speaker 0: Wenn es Truppen lebende Tiere sind, müssen wir so eine Truppe integrieren oder eine Trupe formen und dann dauert eine Ausbildung zum Beispiel bei Parvian von Anfang bis Ende vier bis fünf Jahre, obwohl man nur die ersten Monate mit denen in Kontakt ist, weil sie erst nach vier bis fünft Jahren geschlechtsreif sind und man erst dann sieht, ob die Truppe stabil ist.
- 29:49Speaker 0: Und auch die
- 29:50Speaker 1: Ausbildung auch noch mal übern ja?
- 29:52Speaker 0: Das ist schon mit ... Also Primaten sind schon mit die intensivsten Tiere der Ausbildung was aber primär damit einfach zusammenhängt dass sie wie wir Menschen einen relativ langen Zyklus haben bis die ausgewachsen sind und daran entscheidet sich das dann auch.
- 30:07Speaker 0: eine junge Wildkatze da würde man acht bis zwölf Monate brauchen.
- 30:13Speaker 2: jetzt kam euch bei euren ganzen Plänen ja so ein bisschen was in die Quere letztes Jahr, im Januar.
- 30:20Speaker 2: Und du kannst es ja quasi auch nur aus Erzählungen erzählen oder?
- 30:25Speaker 2: Aber vielleicht nimm uns doch mal so ein bißchen mit in den Januar twenty-fünfundzwanzig und was damals passiert ist.
- 30:34Speaker 2: Ihr wolltet glaube ich eigentlich zum Wandern gehen richtig?
- 30:37Speaker 2: Ja
- 30:38Speaker 0: also Januvonzwanzich waren wir schonmal in Jeffries Bay und hatten auch schon mit Jeff gesprochen, auch wenn ich den für mich erst später
- 30:46Speaker 1: kennengelernt habe.
- 30:48Speaker 1: Das ist dann immer so ein bisschen verrückt!
- 30:50Speaker 0: Und wir wollten eine einfache Abends wandern hier.
- 30:52Speaker 0: Es war halt der zweite Jahr nur also gerade das neue Jahr... vermutlich so siebzehn Uhr später Sonne, also Sonne geht dann langsam unter und es gibt rund um Jeffery's Bay viele kleinere Nationalparks.
- 31:05Speaker 0: Und ich kenne den Nationalpark jetzt auch wieder wo wir hin wollten.
- 31:08Speaker 0: Es ist echt nur fünf Kilometer von da entfernt!
- 31:10Speaker 0: Wir sind dahin zu einer Bundesstraße wie man sich das in Deutschland vorstellen kann und um auf dem Parkplatz zu kommen haben wir damals angehalten unser Auto.
- 31:19Speaker 0: Bei Gegenverkehr kam das Auto hinter uns halt ebenfalls angehalten und dann kam ein Auto von ganz hinten, es ist eine relativ lange Gerade mit viel zu hoher Geschwindigkeit.
- 31:30Speaker 0: Das sollte unsere beiden stehenden Autos überholen, hat vermutlich durch die tiefstehende Sonne den Gegenverkehr übersehen und ist in letzter Minute eingeschert und ist uns mit viel Zuhohergeschwindigkeit seitlich in unser stehendes Auto gefahren.
- 31:45Speaker 0: Und das Auto wurde quer über die Farbe in der Kampf...
- 31:48Speaker 1: Erst mal auf der anderen Straßenseite zum Stehen, also es hat sich so oft gedreht.
- 31:52Speaker 0: Aber auch relativ weit von dem Aufprallpunkt weg.
- 31:55Speaker 0: und das war einfach ein relativ schwerer Unfall, weil unser Auto recht klein war und das Auto, was uns aufgefahren ist, relativ groß war.
- 32:01Speaker 0: Also in Südafrika fahren hat doch einfach viele Leute
- 32:04Speaker 1: Pickups ein bisschen wie in den USA.
- 32:06Speaker 1: Das waren auch alle Leute unwahrscheinlich große Autos habe ich für mich festgestellt.
- 32:10Speaker 0: Und das war natürlich vor uns ja nicht so gut.
- 32:13Speaker 0: bei dem Unfall da waren mein Mann und ich involviert, wir waren beide direkt bewusstlos wurde bei mir mein Gesicht gebrochen.
- 32:21Speaker 0: Also ich hatte dadurch, dass der Aufprall von hinten kam, haben die Airbags nicht ausgelöst.
- 32:27Speaker 0: Das heißt wir wurden in
- 32:28Speaker 1: diesem
- 32:29Speaker 0: Schleuderprozess die ganze Zeit mit dem Oberkörper durch die Kabine geschleudert weil mein Gurt auch nur noch unten gehalten hat und das Auto war so zusammengedrückt.
- 32:38Speaker 0: also die Leute die hinten gesessen haben, die hätten gar nicht überlebt.
- 32:41Speaker 0: Es wird so zusammen gedrückt, dass auch die B-Säulen schon nicht mehr gehalten haben.
- 32:47Speaker 0: Ja, mein Gesicht wurde gebrochen.
- 32:49Speaker 0: Meine Gesamte ist rechts oder
- 32:51Speaker 1: links?
- 32:52Speaker 2: Da ist rechts.
- 32:53Speaker 1: Danke!
- 32:54Speaker 1: Ich hab so ein paar Fähigkeiten verloren und ich kann mir das nicht mehr... Mein räumlichem Vorstellungsvermögen ist ein bisschen verloren gegangen.
- 33:00Speaker 1: bei dem Unsinn.
- 33:01Speaker 1: Zähle ich vielleicht noch warum?
- 33:04Speaker 1: Meine
- 33:04Speaker 0: rechte Gesichtshälfte
- 33:06Speaker 1: wurde komplett
- 33:07Speaker 0: gebrochen.
- 33:08Speaker 0: Also alles von Augenhöhle, Nase, Joch bei Kiefer und es war der offensichtliche Schaden.
- 33:15Speaker 0: klar unten hattest du Plissuren, Blauflecken und Schwellungen, Prellungen alles.
- 33:20Speaker 0: aber das Gesicht war bei mir am meisten beschädigt und das Gehören durch diesen Schlag und diese mehrfachen Schläge auf den Kopf Schwellungen im Umgehören bekommen haben.
- 33:29Speaker 0: Mein Gehirn ist relativ weit angeschwollen, das sieht man dann auch an den CT-Bildern, dass auf der einen Seite einfach überhaupt kein Platz mehr war.
- 33:36Speaker 0: Also man sieht ja sonst bei einem Gehirnen, dass so ein bisschen Platz zwischen allem ist und da war einfach nichts mehr.
- 33:41Speaker 0: Ich hatte großes Glück, dass ich keine Blutungen hatte.
- 33:44Speaker 0: Das war sehr, sehr wichtig.
- 33:47Speaker 0: aber diese Schwellung haben halt einfach viele Folgeschäden mit sich gebracht unter anderem, dass Und globale Amnesie heißt, man verliert einen Teil oder alle seiner Langzeitaerinnerung.
- 34:01Speaker 0: Plus, man hat keinen Kurzzeitgedächtnis mehr!
- 34:05Speaker 0: Also man lebt eigentlich in einer Zeitschleife von fünf, zehn, fünfzehn Minuten und das war am Anfang nach dem Unfall so, dass ich meinen Mann gefragt habe was ist passiert?
- 34:17Speaker 0: Warum tut mein Gesicht so weh?
- 34:18Speaker 0: Wo sind
- 34:19Speaker 0: wir?!
- 34:20Speaker 1: Gefällt mir Südafrika, hat er irgendwie gesagt.
- 34:23Speaker 1: Ich hab immer gefragt, gefällt es mir hier in Südafreika?
- 34:26Speaker 1: Warum auch immer ich das so?
- 34:28Speaker 1: Wichtig war, dass wir direkt abzufragen aufs Filmgutag gefällt, wo wir diesen Unfall hatten
- 34:34Speaker 0: und das hat tatsächlich Wochen gedauert.
- 34:37Speaker 0: was sich das Kurzzeitgedächtnis erholt hat Das ging sehr phasenweise von die erste Woche durch alle zehn fünfzehn Minuten immer wieder die gleichen Fragen.
- 34:48Speaker 0: Meine Mama hat auch gesagt, sie fand das irgendwann so beängstigend weil sie einfach gesagt hat man war
- 34:55Speaker 1: so hilflos
- 34:55Speaker 0: also man konnte dir ja auch nicht helfen man könnte nichts sagen.
- 34:58Speaker 0: wir üben oder machen oder trainieren was?
- 34:59Speaker 0: weil sämtliche neurologischen Ansatzpunkte greifen halt nicht wenn du nachdem man dir die neurologische Aufgabe erklärt hast schon wieder vergessen hast was wir überhaupt machen plus das gehören gar nicht dazu in der Lage gewesen.
- 35:13Speaker 0: Und zum Glück hat sich das Kurzzeitgedächtnis mit Rückgang dieser Schwellung an der Bahn gefangen zu erholen.
- 35:18Speaker 0: Also irgendwann war es dann so eine Stunde, zwei in der halbe Tag, irgendwann der ganze Tag.
- 35:24Speaker 0: da war ich schon irgendwann aus dem Krankenhaus entlassen.
- 35:26Speaker 0: also meine ersten OPs waren schon rum und hatten mal mit mir zu Hause einfach immer wieder den gleichen Tag erlebt.
- 35:33Speaker 0: Also nach sechs Wochen war es das erste Mal dass ich am nächsten Morgen mich erinnern
- 35:37Speaker 1: konnte
- 35:39Speaker 0: was am Vortag passiert ist Und das war natürlich für Marc, meine Familie voll der erleichternde Punkt.
- 35:45Speaker 0: Für mich war es natürlich super schwer, weil ich zum ersten Mal realisiert hab was eigentlich passiert ist.
- 35:50Speaker 0: also ich habe zum erst mal ja wirklich begriffen krass.
- 35:52Speaker 0: wir hatten einen Unfall mein Gesicht ist gebrochen und Das war halt ein Knackpunkt meiner Langzeiter Erinnerung sind in Teilen nicht wiedergekommen.
- 36:01Speaker 0: Also ich dachte
- 36:02Speaker 1: irgendwie... ...sind auch im Jahr zwanzig vielleicht auch dreihundzwanzig und Es war zweitausendfünfeinzwanziger.
- 36:10Speaker 0: Und das war
- 36:11Speaker 1: crazy, weil du
- 36:12Speaker 0: kannst es nicht fassen.
- 36:14Speaker 0: Du kannst ja jetzt auch nicht so sagen woran mache ich jetzt im Jahr- und zwanzig fest?
- 36:18Speaker 0: Es ist nicht ja, dass nicht überall diese Jahreszahl ist sondern... Ich frag dich jetzt welches Jahr es ist und du überlegst vielleicht Kurse ein bisschen.
- 36:24Speaker 0: relativ sicher ist es dieses Jahr, woran kannst du das festmachen?
- 36:27Speaker 1: Keine Ahnung!
- 36:28Speaker 1: Ich weiß es einfach!
- 36:30Speaker 0: Dann wirst du so wach und alle sagen dir,
- 36:32Speaker 1: es ist zum Jahr-undzwanzig.
- 36:35Speaker 0: Realisiert habe ich das ehrlicherweise nur an so kleinen Fehlern in meinem Alltag.
- 36:39Speaker 0: Also, ich weiß noch, in diesem ersten Morgen, wo ich wach wurde und mir das auch wusste, wo Ich mich jetzt behalten hab... Ich habe zum Beispiel aus meinem Ballzimmerfenster
- 36:48Speaker 1: geguckt und unser Garten war umgestaltet.
- 36:50Speaker 1: Sie haben so einen Garten!
- 36:51Speaker 1: Und
- 36:52Speaker 0: ich habe das so rausgeguckt und nicht
- 36:53Speaker 1: so.
- 36:53Speaker 1: Wir haben einen anderen
- 36:54Speaker 0: Zaun.
- 36:54Speaker 0: Die Hecken sind voll hoch.
- 36:55Speaker 0: Wer hat diese Betel geplant?
- 36:57Speaker 0: Das ist total spooky ehrlicherweise oder?
- 37:00Speaker 0: ich habe so
- 37:00Speaker 1: meinen Schrank aufgemacht werden, so elektrische Zahlenbürsten und ich wusste nicht welche Zahlenbürste meine ist.
- 37:05Speaker 0: Und was ist los
- 37:07Speaker 1: hier?
- 37:07Speaker 1: Irgendwas
- 37:08Speaker 0: stimmt nicht!
- 37:08Speaker 0: Also das waren die Punkte wo es für mich greifbar war.
- 37:11Speaker 0: Ich werde gerade in einer Realität fach... ...die nicht die Realität isst, die ich kenne.
- 37:16Speaker 0: Wir hatten andere Gläser.
- 37:18Speaker 1: Wir trinken jetzt gerade aus diesen Gläsern, die wir dann auch hatten oder nicht so.
- 37:22Speaker 1: Er hat mein Küchenbesteck umgeräumt und mein Geschirr.
- 37:25Speaker 1: also man macht ja kleine
- 37:27Speaker 0: Änderungen in der Wohnung, Überhaupt nicht wahrnimmt, man tauscht mal eine Lampe aus oder Kissen.
- 37:32Speaker 0: Oder sagt die Gläser sind schön wir holen jetzt die oder wir gestalten den Garten um.
- 37:37Speaker 0: und wenn man sich aber überlegt was sind die kleinen Veränderungen die ich so in den letzten zwei drei Jahren gemacht habe?
- 37:42Speaker 0: Und sie sind von heute auf morgen für dich da das irritiert und deswegen hab' ich am Anfang auch erstmal meine Wohnung fast gar nicht verlassen weil mich hat ja alles in der Wohnung
- 37:52Speaker 1: schon so schockiert im
- 37:54Speaker 0: ersten Moment oder auch gestresst dass es wirklich total der Prozess war, diese neue Realität Stück für Stück kennen zu lernen mit neuen Menschen.
- 38:03Speaker 0: Mit natürlich den prägenden Erinnerungen die ich verloren habe.
- 38:07Speaker 0: aber das erste war wirklich die Frage in welcher Realität fertig war auch politisch also...
- 38:13Speaker 1: Es passiert auch voll viel politisch in so zwei drei Jahren und ich weiß noch wir waren dann irgendwann... Ich hab den Fernseher auch nicht anschalten weil mich hatte total Angst so neue Informationen zu bekommen die ich nur nicht verarbeiten kann.
- 38:26Speaker 1: Dann weiß ich noch, dann war ich so auf einem Walk-Band im Fitnessstudio und da liefen die Nachrichten.
- 38:31Speaker 1: Da stand das
- 38:33Speaker 0: erste Mal der US-Präsident
- 38:35Speaker 1: Donald Trump und ich so... Die haben ihn wieder gewählt!
- 38:39Speaker 1: Und ich war so richtig schockt?
- 38:41Speaker 1: Alter ne!
- 38:43Speaker 0: Und dann meinte Max, es gab letztes Jahr auch so ein Attentat auf Trump und ich so,
- 38:46Speaker 1: oh mein Gott das ist ja wie ein Film.
- 38:47Speaker 1: Ich habe gedacht, ich werde so einen richtig harten Film gucken!
- 38:51Speaker 1: Und dann war Neuwald in Deutschland und nicht so.
- 38:54Speaker 1: was ist hier los?
- 38:55Speaker 1: Ich bin voll dem politischen Chaos macht geworden.
- 38:58Speaker 1: die Welt ist also... Wenn man das so nach und nach erlebt, dann ist man vielleicht so einmal geschockt.
- 39:04Speaker 1: Aber irgendwann mag ich mir so erzählen ... Dieser
- 39:07Speaker 0: Israel-Gaza-Konflikt, das wusste ich alles nicht!
- 39:11Speaker 0: Also
- 39:12Speaker 1: es war so alles neu für mich Und Marc erzählt mir so nicht So Gott was ist denn hier alles passiert?
- 39:17Speaker 1: Also ich hatte wirklich das Gefühl die Welt ist in einem Chaos
- 39:20Speaker 0: aber auch weil ich's natürlich In so einer
- 39:22Speaker 1: kurzen Zeit alles erfassen musste um erstmal zu verstehen Was
- 39:26Speaker 0: ist passiert?
- 39:27Speaker 0: Das gleiche auch bei Freunden.
- 39:28Speaker 0: also
- 39:29Speaker 1: Freunde haben Kinder bekommen.
- 39:30Speaker 0: Ich hab die Schwangerschaft
- 39:31Speaker 1: verpasst, sie ist auf einmal ein Kind und neuer Mensch!
- 39:35Speaker 1: Freunde haben sich getrennt und ich war gefühlt gestern auf den ihrer Hochzeit.
- 39:38Speaker 0: Und nicht so, nee das ist jetzt auch schon länger her.
- 39:41Speaker 0: von der Mama ist die Freundin gestorben.
- 39:43Speaker 0: also auch Menschen sterben und du vergisst es einfach.
- 39:46Speaker 0: Das war krass weil man denkt so oft an die eigenen Erinnerungen.
- 39:51Speaker 0: erstmal was habe ich vergessen?
- 39:53Speaker 0: Du hast alles vergessen.
- 39:58Speaker 0: Ich habe den Garten umgestaltet zu Neue Menschen kommen, andere sind gegangen.
- 40:02Speaker 0: Zu was ist politisch passiert?
- 40:05Speaker 1: Zu
- 40:06Speaker 0: ich hab neue Nachbarn und Kinder.
- 40:08Speaker 0: nicht weil... ...ich war unsere Nachbarin für die Postboote gehalten!
- 40:14Speaker 1: Und er sah auch ein bisschen doof, der Postboot hat geklingelt und die standen halt zufällig zeitgleich im Innenhof.
- 40:22Speaker 1: Ich dachte es wäre so sie!
- 40:25Speaker 1: Die war natürlich voll irritiert weil wir kannten uns und ich so... Haben Sie mein Paket?
- 40:30Speaker 1: Und die war so... Nein!
- 40:33Speaker 0: Man hat das auch irgendwann gelernt zu kommunizieren recht schnell um solche Missverständnisse schnell aufzuklären.
- 40:38Speaker 0: aber was war schon am Anfang?
- 40:41Speaker 0: Ja,
- 40:41Speaker 1: es war sowieso Super Mario Level.
- 40:43Speaker 1: Man ist immer an einem anderen Punkt wie gestorben und auf Anfang zurückgesetzt worden aber irgendwann hat man gelernt das Level durchzuspielen.
- 40:52Speaker 2: Das hattest du ja das große große Glück dass du nicht alleine warst.
- 40:56Speaker 2: Marc hatte zwar auch viele Verletzungen gehabt und viele Knochenbrüche und musste auch sehr viele Operationen durchstehen aber hatte glaube ich neurologisch zumindest keine Einschränkungen.
- 41:11Speaker 0: Wir haben das was aufgeteilt.
- 41:12Speaker 0: Bei mir waren alle Brüche und
- 41:14Speaker 1: Frakturenhals aufwärts, bei Marc alle Hals abwärtes
- 41:17Speaker 0: also seine Schulter Bauchraumwirbelsäule operiert werden.
- 41:22Speaker 0: aber das war ganz gut weil Marc konnte den Kopf noch benutzen nicht den Körper.
- 41:28Speaker 0: Das
- 41:29Speaker 1: heißt wir konnten uns dann relativ gut ergänzen.
- 41:33Speaker 1: es gab nur eine Situation.
- 41:36Speaker 1: Es war so paradox, aber auch irgendwann so witzig.
- 41:38Speaker 1: Und ich durfte nicht lachen, weil ich gerade im Gesicht operiert war.
- 41:41Speaker 1: Das war auch sehr fies!
- 41:43Speaker 1: Wir haben immer so Rummy irgendwann gespielt.
- 41:46Speaker 0: Ja es ist so ein Rummy-Cup-Spiel.
- 41:47Speaker 0: Ich glaube das kennen wir, da muss man so Zahlen reinlegen.
- 41:49Speaker 0: Wir sollten einfach viel spielen um mein Gehirn zu fördern, weil neben den Erinnerungen waren auch einfach Kognitionen Aufmerksamkeit und Reaktionen also ganz viele Fähigkeiten waren einfach eingeschränkt.
- 42:01Speaker 0: Man hat mir so einen Ball zu geworfen Wenn mein Körper reagiert hat, ist der Ball schon runtergefallen.
- 42:06Speaker 0: Also so war meine Reaktionsfähigkeit!
- 42:09Speaker 0: Ich werde jetzt auch kein Basketball-Profi
- 42:11Speaker 1: mehr nach dem Unfall.
- 42:12Speaker 0: Und es gab diese Situation... Da haben wir das gespielt und dann sind mir Spielsteine runterge fallen und so
- 42:18Speaker 1: unterstofa.
- 42:19Speaker 1: Ich mache gerade an der Schulter operiert und ich im Gesicht.
- 42:24Speaker 1: Das heißt, ich durfte mich nicht nach vorne beugen und Marc konnte aber auch nichts mit seinen Armen machen.
- 42:29Speaker 1: Und wir haben diese Spielsteine einfach nicht mehr unter uns rausbekommen.
- 42:34Speaker 1: Wir standen da, wir hatten das so versucht mit dem Fuß... Aber wir konnten das Sofa auch nicht bewegen weil kein Druck aus Gesicht keine Schulter.
- 42:42Speaker 1: Wir standen da eine Stunde, wir haben die Spielsteiner nicht rausbekommt.
- 42:49Speaker 1: Wir haben für alles auf diesem Weg bis Helllösung gefunden, aber wenn dir ein Spielstein unter das Sofa fällt und du kannst dich nicht mehr bücken oder deine Arme nicht verwenden... Das war der Endgegner.
- 43:00Speaker 1: Dafür haben wir keine Lösung für zwei Wochen gefunden, bis ich einer wieder bücken durfte!
- 43:07Speaker 1: Ja, das war krass.
- 43:08Speaker 1: Aber irgendwie schweißt
- 43:09Speaker 0: es, finde ich als Paar auch sehr zusammen und ... Das kann ich auch echt sagen, Beziehungen sind das was einen durch so eine Zeit durchträgt.
- 43:17Speaker 0: Und viele vergessen jeder dritte Mensch verliert im Laufe seines Lebens seiner Erinnerung nicht durch Amnesie aber durch Demenz.
- 43:27Speaker 0: Es sind dann die Menschen, die dich kennen, die sich lieben, haben, halten, die dein Leben noch mit dir teilen können oder die dir irgendwie ein Safe Space schaffen können, dass du dich irgendwie sicher fühlst auch in der Realität, die du nicht kennst und deswegen
- 43:44Speaker 1: wie ich ohne Markt
- 43:45Speaker 0: zurückgefunden hatte weiß ich gar nicht.
- 43:48Speaker 0: Ich habe in der Reha eine andere Person kennengelernt, die auch ihr Gedächtnis verloren hat und lieber zum Beispiel ... Die hatte das nicht!
- 43:55Speaker 0: Und die war mega radikal und hat gesagt... Sie hat ihre Wohnung aufgegeben, die hat das alte Umfeld verlassen weil sie einfach gesagt hat, ich kann das nicht also Ich, dass das alles neu zu lernen ist so anstrengend und so ein Teufelskreis.
- 44:11Speaker 0: Und nee ich fang von vorne an und die ist relativ weit weggezogen von da wo sie war und hat von Null angefangen
- 44:18Speaker 1: wo sie wirklich
- 44:18Speaker 0: niemand kannte und wo sie auch einfach ausradieren und Null anfangen.
- 44:24Speaker 0: klar ihre Familie und Freunde.
- 44:26Speaker 0: manche kannte sie aber einfach diesen Wechsel um nicht vor dieser unmöglichen Herausforderung zu stehen irgendeinen Puzzle zusammenzusetzen, wo du nicht weißt wie das Endbild aussieht.
- 44:36Speaker 0: Also es ist wirklich wie ... Du hast zwanzigtausend Puzzleteile aber du weißt überhaupt nicht welches Motiv du zusammensetzt und... Das ist fast unmöglich wenn dir nicht jemand mal sagt, dass gehört dahin!
- 44:53Speaker 2: Wie würdest du die Situation heute beschreiben?
- 44:56Speaker 2: Ich glaube OP's habt jetzt endlich alle hinter euch also waren ja auch genug.
- 45:01Speaker 2: Aber was würdest du sagen, wenn du heute in dein Kopf hineinschaust?
- 45:06Speaker 2: Also sind auch Sachen von alleine zurückgekommen.
- 45:10Speaker 2: oder war das vor allem wieder alles neu gelernt.
- 45:14Speaker 2: Oder kamen dann vielleicht auch Zusammenhänge auf einmal wieder die du dann verstanden hast.
- 45:18Speaker 0: Tatsächlich haben die Therapien, was mein Langzeitgedächtnis angeht nie angeschlagen.
- 45:23Speaker 0: Das heißt die Erinnerungen sind verloren geblieben und auch ... Kognitive Fähigkeiten sind eingeschränkt geblieben.
- 45:31Speaker 0: Ich hab jetzt so eine gute Reizreaktionsfähigkeit, dass ich wieder Auto fahren darf.
- 45:35Speaker 0: Das durfte ich am Anfang nicht, weil ... weißt du nicht?
- 45:38Speaker 0: Wenn jemand in die Straße gegangen hat, hätte ich gepremst, wär ich dreihundert Meter weiter gewesen.
- 45:42Speaker 0: Weil wenn ein Impuls ankam bis der Körper reagiert hat, das war einfach so verlangsamt und es war dann auch einfach intensives Training von ...
- 45:52Speaker 1: Ich musste in der Reha immer Motorrad fahren voll gemein Reh oder ein Kind auf die Straße, sondern ich weiß nicht, können wir nicht Super Mario oder so was spielen.
- 46:02Speaker 1: Dass es nicht ganz so frustrierend immer ist wenn da-da und nicht so das Gefühl abteuert ist habe ich schon wieder das Reh
- 46:08Speaker 1: überfahren.".
- 46:10Speaker 0: Aber das Herz sich verbessert?
- 46:13Speaker 0: Es wird vielleicht auf das Niveau irgendwann von vor dem Unfall kommen aber meine Lernkurve bei gewissen Dingen ist einfach langsamer oder eine Entwicklungskurve weil Das gehören eben auch bleibende strukturelle Veränderungen davon getragen hat, also wie Vernarbungen die halt einfach entstanden sind.
- 46:33Speaker 0: Wie Entzündungen, die immer wieder auftreten und da arbeitet man dann auch weiter dran Und manche Bereiche erholen sich.
- 46:40Speaker 0: Kurzzeitgedächtnis.
- 46:41Speaker 0: Also ich kann mir wieder echt gut Dinge behalten.
- 46:43Speaker 0: Ich werde wieder richtig gut in Spielen Auch mein Arbeitsgedächenes wird wieder richtig richtig gut.
- 46:48Speaker 0: Da bin ich wieder wie vorher Andere Bereiche.
- 46:52Speaker 0: Reaktion ist so gut, dass ich halt Auto fahren darf.
- 46:55Speaker 0: Aber wie gesagt, Basketballprofi
- 46:57Speaker 1: wird's jetzt nicht mehr.
- 46:59Speaker 0: und bei Aufmerksamkeit, Konzentration da merkt man halt noch Defizite einfach das mein Gehirn echt schnell ermüdet.
- 47:07Speaker 0: also es wird halt einfach schnell müde.
- 47:09Speaker 0: und dann merkt Man das schaltet ab.
- 47:11Speaker 0: und da kann man in der Neurologie auch immer nur Übungen machen die einen Areal ansprechen.
- 47:15Speaker 0: weil dadurch dass sich so eine offene optimistische Auch so lebensprobe Person, wenn war ... Hat man das am Anfang gar nicht so gesehen?
- 47:25Speaker 0: Weil ich viel auch kaschieren konnte einfach über meine Persönlichkeit.
- 47:29Speaker 0: Und deswegen testet man dann eine Neurologie
- 47:32Speaker 1: stillschweilend ein einzelnes
- 47:34Speaker 0: Areal und da gibt's ja ganz spezifische Tests, die wirklich nur den Teil ansprechen.
- 47:38Speaker 0: Dann kann man denen auswerten und sieht okay, so oder so oder sowas.
- 47:43Speaker 0: Das war ganz süß!
- 47:44Speaker 0: Ich war in der Reha einem S-Tisch und mit zwei Omis.
- 47:48Speaker 0: Und einer war neunundsebzig, und der eine war eighty-fünf.
- 47:51Speaker 0: Ich war die schlechteste Variationstest
- 47:57Speaker 1: am Anfang!
- 47:58Speaker 1: Also später wurde ich dann gut, aber als wir das erste UZ-Ergebnis hatten und es für dich durften noch Autofahren.
- 48:05Speaker 1: Und ich halt einfach nicht mehr... Aber ja, es war auch ganz cool oder eine wichtige Erfahrung.
- 48:13Speaker 2: Jetzt sitzt du hier so stark und kannst auch mit Dora aus dem Lachen darüber erzählen.
- 48:20Speaker 2: Ich könnte mir vorstellen, dass gerade die letzten anderthalb Jahre, da gab es wahrscheinlich aber auch viele Situationen wo man ein Stück weit daran verzweifelt und sich denkt warum funktioniert das Ding auf meinem Hals nicht so?
- 48:31Speaker 2: wie soll?
- 48:33Speaker 2: Wie bist Du damit umgegangen?
- 48:35Speaker 0: Also es gab immer mal so Phasen, also die eine Phase war wirklich diese Überforderungsphase mit des Lebenlernen gerade als Marc wieder arbeiten gegangen ist.
- 48:44Speaker 0: Ich meine in den ersten drei Monaten war er zu Hause weil er auch die OPs hatte.
- 48:48Speaker 0: das heißt ich hatte ihn immer da und immer wenn ich irgendwas nicht wusste konnte ich ihn fragen.
- 48:53Speaker 0: Er war so auf permanenter Rufbereitschaft schon als er dann aber arbeiten gegangen isst und dann hast du erst wirklich gemerkt wie viel du den anderen brauchst weil ich ihn nicht direkt fragen konnte, sondern erst mal so da stand.
- 49:08Speaker 0: Und das war ... Ich wollte mich beschäftigen und dann dachte ich vielleicht lesen sich ein paar E-Mails
- 49:13Speaker 1: oder mach Posts.
- 49:15Speaker 1: Also etwas total banales!
- 49:16Speaker 1: Was jetzt auch nicht so schwer ist.
- 49:18Speaker 1: aber dann
- 49:19Speaker 0: räumt man auch um und dann hatten wir die Ordnung strukturiert.
- 49:22Speaker 0: Ich wusste nicht wo ich Sachen abhefte, ich wusste gar nicht was es ist oder ich wollte E-mails beantworten.
- 49:27Speaker 0: Ich kannte
- 49:27Speaker 1: die Leute nicht.
- 49:29Speaker 0: Dann saß ich oft da und ich war so richtig verzweifelt, weil ich auch so dachte.
- 49:34Speaker 0: Ich kann gar nichts mehr!
- 49:35Speaker 0: Also ich kann mein Leben gerade nicht mehr alleine bestreiten.
- 49:39Speaker 0: Ich wollte am Anfang auch nicht allein aus der Wohnung, weil es so Angst hatte was ist wenn mir jemand begegnet den ich nicht kenne?
- 49:45Speaker 0: Ich bin da am Anfang relativ oft eingefroren, sofort Stress.
- 49:49Speaker 0: dann hat Marc natürlich gesagt na wer hat ein Unfall sie weiß nicht mehr wer du bist.
- 49:53Speaker 0: also er hatte auch am Anfang viel Hilfestellung übernommen und als sich das so alleine machen musste das war schon Es war ein
- 50:00Speaker 1: Sprung ins arktische Wasser, also es war
- 50:04Speaker 0: extrem.
- 50:05Speaker 0: Und da hatte ich schon so Momente wo ich so dachte, ich kann einfach gar nichts mehr.
- 50:10Speaker 0: und was da super wichtig war zu gucken gibt irgendwas, wo ich selbstwirksam noch bin.
- 50:16Speaker 0: Was ich noch kann!
- 50:17Speaker 0: Wo ich vielleicht nicht raus muss, wo Ich vielleicht nicht Daten verarbeiten muss oder Informationen an die ich mich nicht mehr erinnere.
- 50:24Speaker 0: und da war für mich eines der wichtigsten Dinge kreatives Schreiben.
- 50:28Speaker 0: Ich habe in diesem Jahr
- 50:29Speaker 1: fünf Bücher geschrieben
- 50:30Speaker 0: weil ich dann irgendwann nur noch da saß und auch so viele Emotionen da reinstecken konnte ich wenn ich traurig war dann habe ich Charaktere geschaffen, die irgendwie eine traurige Geschichte hatten.
- 50:42Speaker 0: War ich leicht und begeistert?
- 50:45Speaker 0: Und so habe ich verschiedene Bücher geschrieben, in denen ich mich für mich immer reinflüchten konnte je nach meinem eigenen emotionalen Zustand.
- 50:52Speaker 0: Das war super wichtig, dass wenn man eingeschränkt wird an der Selbstwirksamkeit, dass man irgendwas findet wo man wirksam ist und das Angehörige einem aber auch diese Wirksamkeit lassen.
- 51:01Speaker 0: also ganz oft, wenn dann ja auch jemand einen Unfall hat eingeschrängt bis vielleicht mit einer Behinderung rausgeht die Person fragen, wo willst du Hilfe?
- 51:09Speaker 0: und wo willst Du auch wirklich spüren, dass Du's noch kannst?
- 51:13Speaker 0: Dass Du es noch alleine kannst.
- 51:15Speaker 0: Weil es ist wahnsinnig wichtig das man nicht das Gefühl hat gar nichts mehr zu können!
- 51:21Speaker 0: Und der zweite Punkt deswegen wäre als erste wichtige echt Selbstwirksamkeit.
- 51:25Speaker 0: was kann ich noch und da einfach deine Räume schaffen und finden?
- 51:30Speaker 0: und das Zweite war wirklich die Reha.
- 51:33Speaker 0: Die Reha hat uns erst mal gezeigt wie schlecht es in meinem Gehirn eigentlich aussieht.
- 51:39Speaker 0: Und das war hart, weil uns mehr oder weniger auch gesagt wurde, dass Lebenskonzept was sie gerade führen ist eher unrealistisch für Sie also ich so.
- 51:53Speaker 1: natürlich will
- 51:53Speaker 0: ich
- 51:53Speaker 1: promovieren und
- 51:55Speaker 0: Ich war bei Nereha nicht mehr in der Lage, ein normales Sachbuch zu lesen.
- 51:59Speaker 0: Weil mein Gehirn so schnell ermüdelt ist.
- 52:00Speaker 0: Auch heute fällt mir das noch schwerer vor allem beim wissenschaftlichen Texten.
- 52:04Speaker 0: Man muss mich da durchkämpfen wie eine Superschnecke
- 52:06Speaker 1: und mir die
- 52:08Speaker 0: immer zusammenfassen.
- 52:09Speaker 0: Und es ist alles viel anstrengender.
- 52:11Speaker 0: Da wurde uns einfach gesagt mit den Voraussetzungen, dem Standpunkt, mit der Entwicklungskurve, die sie jetzt in den letzten sechs Monaten haben weil die waren halt nicht super schlecht und jetzt ist es gut sondern teilweise waren die Dinge echt sehr schlecht.
- 52:24Speaker 0: also...
- 52:25Speaker 1: wie bei einer
- 52:27Speaker 1: u.a.,
- 52:29Speaker 0: dass das nichts mehr wird.
- 52:30Speaker 0: und ich glaub, das war mit der Schlimmste für mich?
- 52:32Speaker 0: Weil ich glaub es gibt Menschen die machen einen Beruf und da ist verdient ein Job.
- 52:36Speaker 0: uns gibt Menschen, die machen verdient einen Beruf Und das ist sie in ihrer Passion und Leidenschaft und Leben.
- 52:42Speaker 0: Ich zieh auch so viel Energie aus dem was ich mache Als da das erste mal auf der Kippel stand.
- 52:50Speaker 0: Forschung wird schwierig Promovieren wird schwierig.
- 52:55Speaker 0: Eigenständig in Südafrika leben, da hatte ich ja noch den Führerschein nicht.
- 52:59Speaker 0: wie will ich von A nach B kommen?
- 53:00Speaker 0: Also... Ich habe auf einmal das Gefühl gehabt dass Leben was ich mir so erkämpft und erarbeitet hab und für das ich es so gebrannt hab Das ist vielleicht nicht mehr möglich für mich.
- 53:10Speaker 0: Und das war der schlimmste Tiefpunkt weil ich da nicht mehr wusste was soll ich sonst machen?
- 53:18Speaker 0: und die tiefgreifende Erkenntnis kam während eines Fußballspiels
- 53:24Speaker 1: Ich weiß nicht, guckst du Fußball?
- 53:26Speaker 1: Okay.
- 53:28Speaker 1: Der spirituelle Deep-Dive-Kamenwert eines Dortmundenspiels mag es Dortmund fern und mag es nie aus der Ruhe zu bringen außer Dortmund spielt also ab Anfiff ist der Pessimist hoch zehn und aus der Ruh
- 53:45Speaker 2: und
- 53:46Speaker 1: absolut gestresst.
- 53:48Speaker 1: Und ich kam aus der Reha und war natürlich ultra geknickt, aber der Alltag muss ja
- 53:53Speaker 0: auch weitergehen.
- 53:54Speaker 0: Das Leben läuft ja echt einfach weiter!
- 53:55Speaker 1: Egal was dir passiert das Leben läuft
- 53:57Speaker 1: weiter.".
- 53:58Speaker 0: Dann haben wir gesagt okay mal gucken dort einen Spiel und ich habe mich irgendwann zu ihm aufs Sofa gelegt.
- 54:04Speaker 0: wirklich hab einfach eine weiße Wand angestanden ist so was mache ich wenn ich nie wieder mit Affen arbeiten kann?
- 54:09Speaker 0: Was mach' ich
- 54:10Speaker 0: dann?".
- 54:10Speaker 0: Und da hab ich aber so den Fußballspiel zugeguckt, hat man schon einen Fernseher geguckt.
- 54:15Speaker 0: Hab Markt zugehört und mag mal wieder auch Pessimist hochträuf!
- 54:20Speaker 1: Die verlieren immer, verlieren die, die spielen nie so gut wie sie können... Also
- 54:24Speaker 2: ich wüsste da ja übrigens ein Verein der nicht ganz so oft
- 54:29Speaker 1: wird... Der hier in
- 54:30Speaker 2: München
- 54:33Speaker 1: eigentlich sitzt?
- 54:36Speaker 1: Nein, der
- 54:37Speaker 0: Schiedsrichter
- 54:38Speaker 1: ist jetzt auch schon wieder so unfair.
- 54:41Speaker 1: Ich dachte mir so...
- 54:42Speaker 0: Aber es war so witzig!
- 54:43Speaker 0: Weil das
- 54:43Speaker 1: was mal die ganze Zeit gesagt haben habe ich auch die ganze zeit gedacht im Bezug auf mein Leben.
- 54:48Speaker 1: also
- 54:49Speaker 0: Das Leben ist ungefähr warum es mir das passiert?
- 54:52Speaker 0: Neh, ich weiß nicht
- 54:53Speaker 1: Es wird nix mehr.
- 54:55Speaker 1: und da
- 54:55Speaker 0: musste ich innerlich anfangen ein bisschen zu lachen.
- 54:59Speaker 1: Und dann
- 55:00Speaker 0: war so'n Moment ich hab's auch in den Fernseher geguckt Und es war die neunundzwanzigste Minute, dann hab ich mir so gedacht.
- 55:08Speaker 0: Fuck it!
- 55:09Speaker 0: Also ihr habt's doch so gedacht, warum ist ja so pessimistisch?
- 55:12Speaker 0: Es sind die Neunund zwanzigeste von neunzig Minuten.
- 55:16Speaker 0: und da hab' ich gedacht, Warum bin ich so
- 55:18Speaker 0: pessimistic?!
- 55:20Speaker 0: Es ist mein neun-undzwantigstes von neuntzig... Oh, ich will hier auch unter drei werden sogar, also ich habe ein bisschen Nachspielzeit
- 55:25Speaker 1: eingeplant.
- 55:27Speaker 0: Jahren ist ... ist noch so viel Zeit.
- 55:31Speaker 0: Also selbst wenn ich jetzt in sechs Monaten nicht die optimale Entwicklungkognitiv hingelegt habe und selbst, wenn ich nicht in den nächsten drei Jahren promoviere... Ich hab ja dann noch, I don't know, eineinundsechzig Jahre zu leben?
- 55:47Speaker 0: Wenn ich hundertdrei werde sogar noch viel mehr, dann promovier' ich halt mit vierzig!
- 55:51Speaker 0: Dann baue ich die Auffangstation halt mit.
- 56:07Speaker 0: Und das war so ein Aha-Moment für mich, dass ich so dachte.
- 56:14Speaker 0: Das hier ist vielleicht einen Tiefpunkt aber es soll nicht mein Endpunkt sein.
- 56:18Speaker 0: und selbst wenn ich nicht auf den Punkt vor dem Unfall komme... mehr nicht alles mir so leicht fallen wird, dann mache ich es lieber mit mehr Anstrengung als mich an diesem Punkt in meinem Leben aufzugeben.
- 56:31Speaker 0: Und das war super, super wichtig weil ich dann angefangen habe zu lernen mit diesen Einschränkungen zu leben!
- 56:37Speaker 0: Natürlich lese ich wissenschaftliche Studien viel langsamer, viel öfter.
- 56:42Speaker 0: Es ist viel mehr Ansträngung aber du lernst es auch einfach Reisen, viel Anstrengender habe ich meine Medikamentenverordnung mit.
- 56:49Speaker 0: Wie viele von den Medikamente darf ich mit in das Land nehmen?
- 56:52Speaker 0: Wann muss sich zurück nach Deutschland für neue Verordnungen?
- 56:55Speaker 0: Wanne muss ich nach Deutschland zurück für
- 56:57Speaker 0: MRTs?".
- 56:57Speaker 0: Klar ist es viel, viel anstrengend da aber es ist möglich und das war für mich der wichtige Punkt nicht zu sagen Ich kann damit nicht wie vorher leben!
- 57:07Speaker 0: Ich werde nicht erst mal eins-zu-eins mein Leben wie vorher gestalten können.
- 57:11Speaker 0: Nicht in dieser Leichtigkeit weil da Hürden und Hindernisse sind.
- 57:15Speaker 0: Aber ich kann Möglichkeiten finden, damit zu dem.
- 57:17Speaker 0: Und das ist cool!
- 57:18Speaker 0: Weil irgendwann ist auch das für dich Normalität.
- 57:21Speaker 0: Das erste Mal Reiseplan Welche Medikamentverordnung brauche ich?
- 57:25Speaker 0: Was brauche Ich im Koffer oder nicht?
- 57:27Speaker 0: Wie ist es... Das war voll anstrengend.
- 57:29Speaker 0: das einmal Dann hast du's zweimal gemacht dann is' es normal Das erste mal
- 57:34Speaker 1: Promotionsveranstaltung zu fahren War ein bisschen schwierig.
- 57:38Speaker 1: Da wussten wir das nicht Dass mein Gehirn so schnell ermüdet dass ich eingepennt bin Ja, ich dann meine neue Forschungsgruppe kennen und das erste was ich so mache ist bei meinen Kollegen in den Vorlesungen einschlafen und denen danach
- 57:50Speaker 0: versichern.
- 57:51Speaker 1: Es war überhaupt nicht langweilig.
- 57:52Speaker 1: mein Gehör wird nur so schnell mieten!
- 57:56Speaker 1: Dass ich manchmal... dass ich unterschätzt habe wie viele Pause ich brauche.
- 58:00Speaker 1: Hardcore unangenehm.
- 58:02Speaker 1: Gut, dann
- 58:03Speaker 0: lernst du das auch!
- 58:04Speaker 0: Ich nehme Pausen... ich plane Schlafpausen in meinen Tag ein weil ich sonst weiß,
- 58:09Speaker 1: ich würde dich hier im Interview irgendwann wegpen.
- 58:11Speaker 1: Irgendwann wär so, ich würd dir so zuhören und wär so...
- 58:14Speaker 0: Und dann, du lernest das?
- 58:15Speaker 0: Und dann hast du eine andere Tagesstruktur.
- 58:19Speaker 0: Aber das ist so das Wichtigste.
- 58:20Speaker 0: und dass es auch womit ich Menschen Mut machen will Es wird vielleicht nach einem Schicksalsschlag, einem Unfall einer Krankheit nicht alles wie vorher Aber du lernst damit zu leben und das Leben wird auch echt wieder schön.
- 58:33Speaker 0: Und was sich am Anfang total schwer angefühlt hat, wird dein Normal!
- 58:38Speaker 0: Also Mittagsscharfeinzuplan
- 58:40Speaker 1: ist einfach
- 58:41Speaker 0: normal.
- 58:43Speaker 0: Wie ich Reisen plane is normal.
- 58:45Speaker 0: Mehr Zeit von meiner Promotion zu brauchen ist normal.
- 58:48Speaker 0: Du lernest das alles wenn du es annimmst und dich nicht
- 58:51Speaker 0: aufgibst.".
- 58:53Speaker 0: Der wichtige Punkt, warum es vielleicht gut ist dass er Dortmund Fan war.
- 58:56Speaker 0: Weil
- 58:56Speaker 1: diesen Pessimismus hätte er vielleicht als FC Bayern Fan nicht gebraucht und dann hätte ich mich ein bisschen weniger darin verstanden gefühlt wenn man schon in der neunundzwanzigsten Minute drei Null Entführung erwischen
- 59:12Speaker 2: will.
- 59:12Speaker 2: Was würdest du denn sagen hat das auch mit eurer Beziehung gemacht?
- 59:16Speaker 2: Also es gibt ja Auch mehr als genug Fälle, wo solche Beziehungen dann an solchen Schicksalsschlägen auch zerbrechen.
- 59:26Speaker 2: Wo man sich auf die Herausforderungen dann doch nicht einlassen möchte, wo es dann zu streit und zu Schwierigkeiten kommt Und ihr habt das ja irgendwie verdammt gut hinbekommen soweit ich das von außen beurteilen kann.
- 59:41Speaker 2: Wie würdest du das beschreiben?
- 59:43Speaker 0: Ich glaube das Wichtigste ist dass man sich immer auch in die Schuhe des anderen stellt.
- 59:49Speaker 0: Weil das war am Anfang schon herausfordernd, vor allem Marc lebt damit sich an vieles was wir gemeinsam erlebt haben zu erinnern.
- 59:57Speaker 0: Ich nicht und viel baut ja auf gemeinsame Erinnerungen auf.
- 1:00:01Speaker 0: Für Marc war der Tag als ich mein Kurzzeitgedächtnis wieder hatte
- 1:00:05Speaker 1: Der leichteste Tag seit sechs Wochen!
- 1:00:08Speaker 0: Für mich begann da die Schwere.
- 1:00:09Speaker 0: Also wir standen wahnsinnig oft an anderen Punkten Und das ist auch etwas, wo ich oder er sich manchmal nicht verstanden gefühlt hat.
- 1:00:17Speaker 0: Wo man das Gefühl hatte... Man ist soweit voneinander entfernt und ich glaube das Wichtigste an solchen Punkten ist Nähe zu schaffen indem man sich auf den Standpunkt von dem anderen kurz stellt weil man dann auch versteht welche Richtung müssen wir eigentlich gehen aufeinander zuzugeben.
- 1:00:33Speaker 0: Das hat zum Beispiel damit begonnen dass die Neurologen uns gesagt haben legen sie einfach einen festen Tag in der Woche fest wo Sie sich eins zwei Stunden zusammensetzen und über etwas reden, was vergessen wurde.
- 1:00:45Speaker 0: Das heißt ich durfte mir dann aussuchen wir darüber wie reden damit auch dafür bereit bin.
- 1:00:49Speaker 0: aber Marc hatte auch die Zeit mal zu erzählen wieder ein Gespräch zu führen etwas mit mir zu teilen Und wir haben das dann oft so gemacht dass ich irgendwie
- 1:01:00Speaker 1: so ein interviewer mir jetzt zwei Fragen gestellt
- 1:01:02Speaker 0: habe weil ich ja noch
- 1:01:03Speaker 1: gut abtippen konnte.
- 1:01:04Speaker 1: hab ich denn immer mitgetippt?
- 1:01:06Speaker 0: und da habe ich irgendwie einen kleinen Aufsatz vorgelegt wo er dann die Fehler korrigiert hat.
- 1:01:12Speaker 0: Wie viele Infos muss er mir wirklich geben, damit ich eine Situation verstehe?
- 1:01:17Speaker 0: Weil wenn da nichts ist, musst du die extrem
- 1:01:20Speaker 1: detailliert beschreiben.
- 1:01:22Speaker 1: Damit das Bild korrekt wird.
- 1:01:24Speaker 1: Damit die Person wirklich
- 1:01:25Speaker 0: versteht was war der, was habe ich vergessen, was hat uns das bedeutet.
- 1:01:30Speaker 0: Ansonsten ist es sowieso Matheunterricht und der Lehrer erklärt nur schreibt das
- 1:01:34Speaker 1: so an die Tafel und du sollst es abschreiben und du guckst dir so an, denkst du keine Ahnung was das ist!
- 1:01:40Speaker 0: Und das war ein Weg.
- 1:01:42Speaker 0: Aber das Wichtigste ist wirklich die Bereitschaft, sich immer reinzustellen.
- 1:01:45Speaker 0: Das nachzuvollziehen und wenn es ein Konflikt gibt auch offen drüber zu sprechen also auch in der Reha.
- 1:01:52Speaker 0: Marc war an der Rehe immer noch so dass er so sagte er motiviert mich voll und er sagt okay du bist im Kopf voll die Omi aber das schaffen wir schon.
- 1:02:01Speaker 0: und dass ich an einem Punkt irgendwann war Ich hatte schon so viel bis dahin geschaffen das hat mich so viel gekostet mich überhaupt bis dahin durchzuschleppen.
- 1:02:08Speaker 0: und ich dachte, die Reha ist jetzt der letzte Punkt, bis sich wieder in mein normales Leben zurück kann.
- 1:02:14Speaker 0: Und in der Reha habe ich eigentlich eher vermittelt bekommen es wird kein Zurück ins normale Leben geben.
- 1:02:22Speaker 0: Da braucht dich keine Motivation.
- 1:02:23Speaker 0: und jemand, der so sagt lauf noch weiter das schaffst du weil ich ja gar nicht mehr das Ziel sehen konnte.
- 1:02:29Speaker 0: und auch da dann zu sagen
- 1:02:31Speaker 1: Das
- 1:02:32Speaker 0: gibt mir nur das Gefühl gerade nicht verstanden zu werden Ich brauche gerade niemanden mich motiviert Ich brauche gerade jemand, der sich an diesen Tiefpunkt zu mir setzt und mit mir trauert und mir erst mal hoch hilft.
- 1:02:42Speaker 0: Dass ich wieder stehe, dass ich aufstehen kann und er dann einen Schritt mit mir wagt und nicht so
- 1:02:47Speaker 1: sagt unrennt!
- 1:02:49Speaker 1: Also
- 1:02:50Speaker 0: ja... Und das war wichtig.
- 1:02:52Speaker 0: Das hat immer wieder zu Spannungen geführt.
- 1:02:54Speaker 0: aber das Wichtigste und es war auch schon früher immer so, sobald ich das Gefühl habe, es kommt ein Dysbalance rein drüber reden.
- 1:03:01Speaker 0: Ich war da am Anfang immer sehr offen und das hat Marc sehr irritiert,
- 1:03:04Speaker 1: ich war da von Anfang an so, weil ich immer so gesagt bin, wenn so ein Problem kam, Marc hat seinen früheren Beziehung, wurde nicht über Probleme gesprochen?
- 1:03:12Speaker 0: Und immer, wenn ich es gemerkt habe, hey
- 1:03:14Speaker 1: wir kommen in die Dyspalors,
- 1:03:15Speaker 0: war ich immer direkt so, ich glaub, wir müssen darüber
- 1:03:17Speaker 1: reden.
- 1:03:17Speaker 1: und Marc immer so, willst du mal so schnell reden, lieber Dingern?
- 1:03:21Speaker 1: Ich so ja dann sind sie auch voll schnell aus der Welt!
- 1:03:23Speaker 1: Das ist eine gute Dynamik tatsächlich gewesen,
- 1:03:26Speaker 0: weil Wenn das Schiff so ein ganz kleines bisschen in Schieflage redet und du relativ schnell drüber sprichst, dann bist du auch relativ schnell wieder gerade.
- 1:03:34Speaker 0: Aber wenn das mal auf dem Kopf steht ... Dann wird's finde ich richtig, richtig schwer!
- 1:03:39Speaker 0: Vor allem wenn beide am Ertrinken
- 1:03:41Speaker 1: sind es Schiff irgendwie umzutrehen, um
- 1:03:43Speaker 0: wieder drauf zu klettern.
- 1:03:45Speaker 0: Und deswegen im Respekt- und Empathie würde ich sagen sind die wichtigsten Dinge immer respektvoll bleiben.
- 1:03:51Speaker 0: Egal... egal wie Missverstand man sich fühlt Und neben diesem Ich Will Gesehen Werden auch die Bereitschaft haben den anderen kurz zu sehen, weil ich glaube Streit entsteht immer da wo beide gesehen werden wollen und wo dann ist.
- 1:04:04Speaker 0: aber Du musst mich sehen.
- 1:04:05Speaker 0: Aber du musst mich sehn' und das kam ich auch wichtig in Raum zu schaffen und eine Übung die uns hilft.
- 1:04:11Speaker 0: wenn ich so merke wir fahren uns jetzt fest.
- 1:04:13Speaker 1: Dann hole ich
- 1:04:14Speaker 0: zwei Weiße Diener Vierplötter und dann schreibe ich auf eins mag und auf Eins Michi Und dann wird die Rolle getauscht.
- 1:04:21Speaker 0: Da muss Marc sich auf Michi stellen und Michi auf Marc, weil ich hab das auch manchmal so Momente.
- 1:04:26Speaker 0: Dann sag' ich das auch...
- 1:04:27Speaker 1: Ich will jetzt aber gerade von dir gesehen werden!
- 1:04:28Speaker 1: Und wenn dieser Satz
- 1:04:29Speaker 0: kommt, dann weiß ich, oh Gott, wenn wir jetzt weiter so machen, ist
- 1:04:32Speaker 1: wie Treibsand, wir fahren uns fest.
- 1:04:34Speaker 0: Und dann kurz rausgehen, Emotionen runterfahren lassen ...und dann würfelt man auch oder man knifelt.
- 1:04:40Speaker 0: also man entscheidet nicht als Paar sondern lasst den Zufall entscheiden wer als erstes gesehen werden darf.
- 1:04:45Speaker 0: Kopf- oder Zahlwürfeln Schnickschnackschnuck, was auch immer.
- 1:04:50Speaker 0: Schnick-Schknack-Schnuck vielleicht nicht wenn ihr dann irgendwie
- 1:04:52Speaker 1: so ein Regel-Riegel-Syndrom habt
- 1:04:55Speaker 0: weil Marc hat so einen Regelsyndrohmperspiel.
- 1:04:57Speaker 0: Wir müssen die Regeln eingehalten werden und nicht dass man da bei drei Komma
- 1:05:01Speaker 1: fünf Sekunden
- 1:05:02Speaker 0: erst den Stein oder
- 1:05:03Speaker 1: die Schäber das macht.
- 1:05:04Speaker 1: Deshalb
- 1:05:04Speaker 2: das mit dem Schiedsrichter?
- 1:05:05Speaker 2: Ja,
- 1:05:06Speaker 0: aber kommt das
- 1:05:07Speaker 2: Fernis...
- 1:05:08Speaker 1: Das ist Dortmund Trauma.
- 1:05:11Speaker 1: Fernis muss ganz weit oben stehen!
- 1:05:15Speaker 2: Was hat das eigentlich mit dir gemacht, als du das erste Mal wieder in Südafrika warst?
- 1:05:20Speaker 0: Alle Ärzte haben mich von Südafrika gewarnt.
- 1:05:23Speaker 0: Weil die so dachten, dass es passiert... Das könnte mega traumatisch sein!
- 1:05:26Speaker 0: Ich habe auch die Unfallstelle wieder besucht.
- 1:05:29Speaker 0: Die Unfall-Stelle war für mich eine Straße
- 1:05:32Speaker 1: wie jeder
- 1:05:32Speaker 0: andere weil der Unfall für mich ja nicht existiert.
- 1:05:36Speaker 0: also ich lese das Notarztprotokolle und ich lense Leute bewusstlos, Frau auf die Straße gelegt, Vitalwerte.
- 1:05:45Speaker 0: Ich lese das alles, aber ich habe das ja nie erlebt für mich.
- 1:05:49Speaker 0: Also wenn ich mir das in einem Film vorstelle, dann denke ich, dass ist voll schlimm!
- 1:05:53Speaker 0: Aber der Bezug, dass das ich bin, der fehlt mir halt voll.
- 1:05:58Speaker 0: und deswegen war Südafrika für mich tatsächlich mit einer der wichtigsten und heilsamsten Dinge weil ich wieder an dem Ort war wo auch mehr ich war von vor dem Unfall aber wo ich auch wirklich gelernt hab wie kann ich mir mein Leben hier gestalten auch nach dem Unfall.
- 1:06:16Speaker 0: Wir hatten flexible Rückflugtickets, Marc musste nach drei Wochen zurück wegen seiner Arbeit und ich hab mir offen gehalten ob ich alleine da bleibe.
- 1:06:24Speaker 0: Das war natürlich
- 1:06:24Speaker 1: für die Beziehung krass
- 1:06:26Speaker 0: Nach elf Monaten wo ich komplett abhängig manchmal von Marc war Für ihn mich da alleine zu lassen.
- 1:06:34Speaker 0: Was ist wenn du wieder neurologische ausfällst?
- 1:06:36Speaker 0: Also wieder Schmerzen hast?
- 1:06:38Speaker 0: was ist wenn irgendwas nicht funktioniert du dich nicht zurecht findest?
- 1:06:41Speaker 0: aber ich habe auch irgendwo gespürt Ich werde es nur lernen, wenn ich es auch alleine versuche.
- 1:06:48Speaker 0: Und ich wusste, ich habe jederzeit die Möglichkeit am nächsten oder am gleichen Abend zurückzufliegen, wenn das nicht klappt und ich hab da wahnsinnig viel Selbstvertrauen wieder gewonnen.
- 1:06:56Speaker 0: Ich bin dann drei Wochen noch allein geblieben, da musste ich wieder zurück.
- 1:07:00Speaker 0: Ich hab da so einen Selbstvertrauen geworden mit Situationen umzugehen ... Mit Dingen umzugehnen, dass ich mir helfen kann!
- 1:07:07Speaker 0: Ich bin jetzt an einem Punkt wo ich mir wieder helfen kann, wo ich kommunizieren kann.
- 1:07:11Speaker 0: Wo ich Lösungen finde...
- 1:07:13Speaker 1: Wo ich wieder
- 1:07:14Speaker 0: surfen lernen durfte!
- 1:07:15Speaker 0: Ich habe surfen in der Zeit
- 1:07:16Speaker 1: gelernt die ich vergessen hab und dann wollte ich surfen neu lernen weil ich konnte es mir nicht vorstellen.
- 1:07:20Speaker 1: Ich konnte es auch leider nicht so gut am Anfang
- 1:07:23Speaker 0: und dann war es aber so dass ich immer relativ regelmäßig noch von jetzt auf gleich wirklich so ganz ganz starke Kopfschmerzen.
- 1:07:30Speaker 0: Dann wird mir sehr schlecht und dann muss ich einfach Schmerzmittel schlafen und dann ist gut.
- 1:07:36Speaker 0: Dann schlafe ich relativ lange, zehn, vierzehn Stunden und in welche auch wach.
- 1:07:39Speaker 0: Und dann ist es wieder gut!
- 1:07:41Speaker 0: Das kann aber auch passieren wenn ich irgendwo hinfahre.
- 1:07:44Speaker 0: Wenn ich mag dabei habe, dann tauschen wir einfach... ...wenn ich alleine bin, dann bin ich auf mich alleine gestellt.
- 1:07:49Speaker 0: Und einmal wurde mir zum Beispiel beim Surfen relativ schlecht.
- 1:07:51Speaker 0: Du bist aber weit aus dem Wasser draußen.
- 1:07:54Speaker 0: Ich hatte so kacke wie komme ich an Land?
- 1:07:56Speaker 0: Und das war so anstrengend, aber ich hab auch so.
- 1:08:00Speaker 0: Ich habe mich jetzt zurückgekämpft.
- 1:08:02Speaker 0: Als ich am Strand
- 1:08:03Speaker 1: ankam, hab ich das Surfboard über den Kopf gehalten und gesessen und geatmet.
- 1:08:07Speaker 0: Und ich wusste so ... Ich hab das geschafft.
- 1:08:10Speaker 0: Es ist nicht immer leicht aber ich schaff das!
- 1:08:12Speaker 0: Ich kann das auch wieder in meinem Körper zu vertrauen.
- 1:08:16Speaker 0: Mir zu vertrauen, meinen Fertigkeiten zu vertragen weil es ist ein krasser Selbstvertrauensverlust wenn du so viele Fähigkeiten erst mal verlierst die eigentlich normal sind.
- 1:08:26Speaker 0: Deswegen Südafrika diese Zeit.
- 1:08:28Speaker 0: Die hat mir auch dieses Strahlen wiedergebracht.
- 1:08:30Speaker 0: Obwohl ich nicht mit Tieren arbeiten konnte wegen den ganzen Brüchen im Gesicht, das ging noch alles nicht.
- 1:08:36Speaker 0: und dann war ich so okay... Ich habe jetzt so viel her geschafft.
- 1:08:40Speaker 0: I don't know!
- 1:08:41Speaker 0: Ich hab schon zehn Stunden
- 1:08:42Speaker 1: in Südafrika am Straßenrand gestanden und im Auto gepennt also..
- 1:08:46Speaker 0: Ich habe einfach gemerkt, ich finde immer Lösungen und das war so wichtig.
- 1:08:50Speaker 0: Das einzige Gefühl wir in der ganzen Zeit keine Lösung gefunden haben war das Homie-Steinchen unter dem Sofa.
- 1:08:58Speaker 0: Aber für alles andere gab es Lösungen.
- 1:09:00Speaker 2: Die ganze Geschichte kann man ja auch nochmal nachlesen in eurem Buch, das packen wir natürlich auch noch mal in die Show Notes.
- 1:09:08Speaker 2: Am Montag geht's jetzt weiter wieder nach Südafrika zurück.
- 1:09:11Speaker 2: Dann hat Jeff hoffentlich gute Nachrichten und dann seid ihr erst mal ein paar Wochen dort bei hoffentlich wärmerem Wetter als hier.
- 1:09:19Speaker 0: Ja auf jeden Fall
- 1:09:20Speaker 1: also ist jetzt Frühling da.
- 1:09:24Speaker 2: Ja, bis gerade eben warst du noch sympathisch.
- 1:09:28Speaker 1: Die Einladung nach Südafrika haben wir auch besprochen steht sogar von mehreren und Freunden.
- 1:09:34Speaker 0: also es liegt
- 1:09:35Speaker 1: an dir
- 1:09:37Speaker 2: wird gemacht.
- 1:09:38Speaker 2: ich dank dir sehr dass du vorbeigekommen bist und ich wünsche euch ganz ganz ganz viel Erfolg.
- 1:09:44Speaker 2: Wenn ich komme, will ich Tiere sehen.
- 1:09:47Speaker 1: Auf jeden Fall!
- 1:09:48Speaker 1: Wir lassen uns Deine Liste schicken was du gerne siehst und dann gucken wir wo wir welche Wanderungen vereinbaren.
- 1:09:53Speaker 2: Perfekt
- 1:09:54Speaker 0: Dankeschön.
- 1:09:56Speaker 2: Das war's leider schon Die letzte Runde ist ausgetrunken.
- 1:10:00Speaker 2: das Gespräch zu Ende.
- 1:10:03Speaker 2: Vielen dank fürs Zuhören.
- 1:10:05Speaker 2: Bitten im Rücksicht auf die Nachbarn und sei leise wenn Du die Bar verlässt Aber vergiss auf keinen Fall den abonnieren Button zu klicken.