Latest / ntv Wirtschaft / Unterwürfig oder clever? Energiekonzern RWE stoppt Windkraftpläne wegen Trump
Transcript
- 0:02RWE stoppt auf Druck der US-Regierung mehrere Windkraftprojekte vor den US-Küsten.
- 0:07Fast jeder zweite Selbstständige in Deutschland klagt über fehlende Aufträge.
- 0:11Und die deutschen Exporte steigen im Juni auf einen Rekordwert.
- 0:15In diesem Podcast verwandeln moderne KI-Systeme journalistische Inhalte,
- 0:20die auf unseren NTV-Plattformen publiziert wurden, in ein neues Hörformat.
- 0:25Text und meine Stimme wurden mithilfe künstlicher Intelligenz erzeugt.
- 0:30Vor der Veröffentlichung werden alle Folgen nach strengen journalistischen Standards
- 0:34geprüft. Viel Spaß beim Zuhören.
- 0:38Das Energieunternehmen RWE hat auf Druck der US-Regierung mehrere Windkraftprojekte
- 0:43vor den US-Küsten gestoppt.
- 0:46Der Konzern hat dazu einen Vergleich mit dem Innenministerium geschlossen und
- 0:50bekommt einen Ausgleich von mehr als 1,2 Milliarden Dollar.
- 0:54Es sei festgestellt worden, dass für diese Projekte auf absehbare Zeit keine
- 0:58Genehmigungsfähigkeit gegeben ist, so der Konzern.
- 1:02US-Präsident Trump ist als Windkraftgegner bekannt.
- 1:05Nancy Lanzendörfer hat darüber mit Martin Lück vom Beratungsunternehmen Macromonkey gesprochen.
- 1:11Lässt sich RWE jetzt unterbuttern oder ist das vielleicht ein cleverer Schachzug des DAX-Unternehmens?
- 1:18Ein bisschen natürlich beides. Das ist auf jeden Fall eine betriebswirtschaftlich
- 1:23nachvollziehbare Entscheidung, wenn man praktisch vor die Wahl gestellt wird.
- 1:27Man kann schon fast sagen, mit der Pistole am Kopf zu sagen,
- 1:30macht weiter mit diesem Projekt, aber ihr werdet ohnehin keine Genehmigungen bekommen.
- 1:36Oder nehmt die Entschädigung und investiert sie dort, wo wir sie wirklich gerne sehen würden.
- 1:41Das ist natürlich maximal opportunistisch, klar, aber vor dem Hintergrund des
- 1:46Shareholder-Value, also auch des Schutzes der sogenannten Stakeholder des Unternehmens,
- 1:51der Aktionäre, der Mitarbeiter, aber natürlich auch der Kunden,
- 1:54ist es schon eine sinnvolle Entscheidung.
- 1:55Man hätte hier wahrscheinlich gar nicht anders agieren können.
- 1:58Ja, Donald Trump betont immer wieder, dass er Windparks überhaupt nicht leiden kann.
- 2:04Aber er ist ja auch nicht ewig im Amt. Also wenn jetzt doch die Opposition wieder
- 2:09an die Macht in den USA kommen könnte, dann würde sich das ja auch wiederum
- 2:13für RWE die Aussicht sozusagen verändern, oder?
- 2:17Deswegen ist es ja auch eine richtige Entscheidung, dass man jetzt erstmal sagt, go with the flow.
- 2:22Ja, mit den Dingen, dass man sich jetzt nicht einer Administration in den Weg
- 2:26stellt, die auch schon mal sehr ruckig werden kann,
- 2:30sondern dass man sagt, man macht das jetzt und hofft, dass irgendwann mal wieder
- 2:33Menschen mit einer anderen Geisteshaltung in die Regierung kommen und ein anderer
- 2:37Präsident im Weißen Haus sitzt.
- 2:39Ich gehe mal davon aus, dass die wesentlichen Verträge, die dem zugrunde liegen,
- 2:42ja auch nicht mit Trump gemacht worden sind, sondern mit der Biden-Administration.
- 2:45Und deshalb ist das jetzt eine richtige Entscheidung, auch wenn es natürlich
- 2:49reputationsmäßig verheerend ist.
- 2:51Das sieht ja rückwärtsgewandt aus. Das sieht auch aus, als würde man jetzt wieder
- 2:54aus den erneuerbaren Energien zurückgehen in die alte Welt der fossilen Brennstoffe.
- 2:58Aber wie gesagt, betriebswirtschaftlich ist das absolut sinnvoll.
- 3:01Stichwort zurückgehen. Jetzt sagt ja RWE, man will in US-Gasprojekte investieren.
- 3:06Also ändert sich die Regierung, könnte sich ja das aber auch wieder ändern, oder?
- 3:10Ja, das ist natürlich aus Sicht eines Unternehmens auch wahnsinnig schwierig,
- 3:13diese Stop-and-Go-Geschichte, weil einfach dieses politisch extrem gespaltene.
- 3:19System in den Vereinigten Staaten jetzt auch dazu führt, dass die einen Entscheidungen
- 3:22treffen, die locken Unternehmen an unter bestimmten Zusagen.
- 3:25Und das wird dann von der nächsten Regierung komplett wieder kassiert.
- 3:28Das kann also absolut sein, dass jetzt bei der nächsten Wahl vielleicht eine
- 3:31demokratische Regierung ins Amt kommt, die wieder grüne Projekte eher fördert
- 3:35und sagt, aber Fossilen stehen wir kritisch gegenüber.
- 3:38Also liebe RWE, dreht doch bitte mal eure Entscheidung wieder um.
- 3:41Das ist für ein Unternehmen natürlich wahnsinnig schwierig, unter solchen wechselnden
- 3:45Bedingungen unternehmerische Entscheidungen zu treffen, die über eine Legislaturperiode hinausgehen.
- 3:50Also die Unsicherheit bleibt und wir hatten die Folgen fürs Unternehmen angesprochen.
- 3:54Sieht man die dann auch in der Bilanz oder im Ausblick dann von RWE?
- 3:58Naja, im Ausblick wahrscheinlich schon, weil was jetzt passiert ist,
- 4:00ist ja im Grunde die Erträge, die man sich aus diesen Windprojekten versprochen
- 4:05hat, dass die jetzt entfallen.
- 4:07Jetzt muss diese Investition praktisch umgelenkt werden.
- 4:11Man hat ja große Modo eine Milliarde dort investiert in diese drei Felder und
- 4:16die werden jetzt umgelenkt und jetzt kriegt man die 1,2 Milliarden von der US-Regierung
- 4:20und die soll man jetzt in Gasprojekte investieren.
- 4:22Das heißt, im Prinzip müsste man sagen, die Erträge, die dort in den Unternehmensplänen
- 4:27über die nächsten Jahre eingeplant sind, die müssen ummarkiert werden.
- 4:30Da muss man sagen, streiche Wind, setze Fossil.
- 4:33Wenn dann die gleichen Erträge dort angesetzt werden können,
- 4:36dazu bin ich zu wenig Fachmann, um das zu beurteilen.
- 4:38Aber sollte das der Fall sein, ändert sich gar nichts. Sollte aber dort weniger
- 4:43Ertrag eingeplant werden können, beispielsweise weil der Konkurrenzdruck bei
- 4:46LNG, also bei Flüssiggas, größer ist, dann müsste man da auch Abstriche an den
- 4:50Geschäftserwartungen machen. Und damit zum nächsten Thema.
- 4:53Fast jeder 2. Selbstständige in Deutschland klagt über fehlende Aufträge.
- 4:57Das ist das Ergebnis einer aktuellen IFO-Umfrage.
- 5:01Viele von ihnen spüren demnach, dass Kunden sich bei der Vergabe von Projekten zurückhalten.
- 5:06Mehr als ein Fünftel der Solo-Selbstständigen und Kleinstunternehmen sieht außerdem
- 5:10die eigene wirtschaftliche Existenz akut gefährdet.
- 5:14Wie schwierig die Situation ist, hat Sibylle Scharr mit Esther Jakob besprochen.
- 5:18Sie ist Landesvorsitzende des Verbands Die Jungen Unternehmer im Saarland.
- 5:22Was hören Sie im Moment von Ihren Mitgliedern? Wie geht's denen?
- 5:25Und wie viele bangen da im Moment
- 5:28auch um ihre Existenz angesichts der wirtschaftlichen Lage in Deutschland?
- 5:35Ja, die wirtschaftliche Lage, die bleibt natürlich bei uns Selbstständigen nicht
- 5:39verborgen. Wir merken das an jeder Ecke, an jeder Kante.
- 5:43Die Investitionen sind einfach auf einem sehr, sehr niedrigen Punkt.
- 5:49Die Kunden sind einfach nicht bereit zu investieren. Und das merken wir Selbstständige
- 5:53tatsächlich jeden Tag an unserer eigenen Person.
- 5:58Aber vielleicht können Sie da noch ein bisschen konkreter werden.
- 6:00Sie sagen es gerade, Sie merken natürlich, dass die Kunden nicht bereit sind zu investieren.
- 6:04Aber was heißt das im Alltag? Also was belastet die jungen Unternehmen bei uns
- 6:09im Land die Selbstständigen am meisten? Sind es die Energiepreise?
- 6:13Ist es immer noch zu viel Bürokratie? Sind es zu hohe Steuern oder auch der
- 6:17Fachkräftemangel? Was hören Sie da?
- 6:19Also ich würde aus der eigenen Erfahrung sagen, es sind fast drei Dinge.
- 6:22Es ist zum einen die Bürokratie, zum anderen ist es natürlich die fehlende Planungssicherheit.
- 6:27Ich als Selbstständige weiß nicht, wie sieht denn das Leben in drei oder fünf
- 6:31Jahren aus, welche Rahmenbedingungen erwarten uns da.
- 6:34Und wir haben natürlich mit steigenden Kosten überall zu kämpfen.
- 6:38Zum einen, weil die Personen, die angestellt sind, mehr verdienen wollen.
- 6:41Zum anderen, weil die Energiepreise steigen.
- 6:44Es ist so ein allgemeines Kostensteigerungsproblem, vor dem wir uns gerade befinden.
- 6:51Dann natürlich noch die Frage, wird Ihrer Meinung nach genug getan bei uns im
- 6:55Land, eben für die kleinen Unternehmer? Es sind ja einige Reformen auf den Weg
- 7:00gebracht worden, aber fühlen Sie sich da abgeholt?
- 7:03Ja, also wir sprechen ja generell in Deutschland oftmals nur von den DAX-Unternehmen
- 7:07und für die wird auch alles getan.
- 7:10Aber die Selbstständigen fallen da an der Stelle immer so ein bisschen runter.
- 7:14Wir haben eben keine Rechtabteilungen. Wir haben eben keine Konzernstrukturen.
- 7:19Im Zweifel sitze ich als Geschäftsführerin abends da und brüte über neuen Vorgaben
- 7:23und versuche, die umzusetzen.
- 7:25Und das ist natürlich schwierig. Also wir würden uns von Seiten des Staates
- 7:28eindeutig wünschen, dass Dinge wie Bürokratieabbau wirklich schneller vorangetrieben
- 7:33werden, sodass wir es auch im Alltag spüren.
- 7:35Denn wie gesagt, ich habe keine zehn Leute in einer Abteilung sitzen,
- 7:39die mir diese Fragen beantworten, sondern ich sitze abends da,
- 7:42ich sitze nach oder wache nachts auf und mache mir Gedanken über verschiedene Rahmenbedingungen.
- 7:46Und diese Zeit würde ich viel lieber investieren, um Innovationen im Unternehmen
- 7:50voranzubringen. Und jetzt zu positiven Nachrichten aus der Wirtschaft.
- 7:54Trotz des Irankriegs und des schwächelnden US-Geschäfts sind die deutschen Exporte
- 7:59im Juni auf einen Rekordwert gestiegen.
- 8:01Das zeigen vorläufige Zahlen des Statistischen Bundesamts.
- 8:05Kalender- und Saisonbereinigt gingen demnach Waren im Wert von 139,3 Milliarden Euro ins Ausland.
- 8:12Die Exporte sind damit schon den fünften Monat in Folge gewachsen.
- 8:16Aber wie sind diese Zahlen zu bewerten? Raimund Brichter hat den Präsidenten
- 8:20des Außenhandelsverbands BGA, Dirk Jandura, gefragt.
- 8:24Das sieht ja nach einer Art Belebung aus. Ist das Schlimmste hinter uns,
- 8:28was die Wirtschaft anbelangt?
- 8:31Das ist eine schwierige Frage. Also ich würde sagen, mich hat das sehr positiv überrascht.
- 8:35Ich hatte nicht mit so guten Zahlen gerechnet, vor allen Dingen auch nicht in
- 8:38Reihe, weil das ist ja jetzt nicht der erste Monat, in dem die Exporte so stark sind.
- 8:43Aber ich würde sagen, eine Trendwende ist es sicherlich noch nicht.
- 8:46Lassen Sie mich vielleicht weiter ausführen.
- 8:48Wir sehen mehr Licht am Ende des Tunnels, weil auch die Industrieaufträge natürlich
- 8:53relativ gut sind. Gerade das wurde gestern berichtet und auch der Einkaufsmanager-Index.
- 8:59Aber ich denke, es wird noch ein paar Monate dauern mit guten Zahlen,
- 9:01bis wir sagen können, das ist jetzt wirklich die Trendwende und der Aufschwung
- 9:04kommt. Es ist aktuell leider noch zu früh, aber es sind tolle Zahlen erstmal.
- 9:08Andere Experten sagen tatsächlich auch und nehmen da auch die Industrieproduktion
- 9:11mit als Argument, es wurde tatsächlich zu schwarz gemalt in letzter Zeit,
- 9:16was die Wirtschaft anbelangt. Sehen Sie das auch so?
- 9:21Nein, das teile ich nicht. Also die Industrieaufträge, wenn man sich das anguckt
- 9:25und wenn man sich auf die Exportzahlen anguckt, da sind schon Großaufträge auch drin.
- 9:28Das heißt, so in der Breite läuft es noch nicht besonders gut.
- 9:33Ich persönlich kann aus meiner Branche sagen, ich bin im Elektro-Großhandel tätig.
- 9:36Auch da sind die Umsätze eher durch die Preise getrieben. Da ist noch nicht
- 9:40wirklich Aufschwung auf dem Bau.
- 9:42Also wir brauchen hier bessere Standortbedingungen. Es sind einfach die Reformen,
- 9:47die noch ausgeblieben sind, beziehungsweise die, die durchgeführt worden sind,
- 9:50noch nicht angekommen. Wir haben noch einen weiten Weg zu gehen.
- 9:53Die Importe, also die Einfuhren, sind gleichzeitig mehr gestiegen als die Exporte. Was sagt uns das?
- 10:00Ja, zunächst mal muss man ja auch immer auf Preiseffekte achten.
- 10:03Und da kann man gleich sagen, die Export- und Importpreise sind relativ gering
- 10:07gestiegen beziehungsweise gefallen, sodass diese Werte tatsächlich auch mehr,
- 10:11Güterimporte bedeuten. Das ist zunächst mal gut, weil wir ja viel Vorprodukte auch importieren.
- 10:15Hier auch relativ viel aus China. Dass wir da eine Unwucht drin haben im Handeln
- 10:18mit China, ist seit Monaten oder Jahren so. Da brauchen wir,
- 10:21glaube ich, nicht weiter drüber zu reden. Das ist natürlich in Anführungszeichen Problem.
- 10:24Aber erst mal sind höhere Importe gut, weil es Vorprodukte sind.
- 10:27Und das kann bedeuten, dass es dann tatsächlich auch, wenn mehr Vorprodukte
- 10:31in die Industrie, in die Wertschöpfungskette gehen, dass es dann auch wieder
- 10:35zu mehr Produktion in Deutschland kommt. Und zum Schluss noch dieses Thema.
- 10:39Der Facebook-Mutterkonzern Meta wurde in den USA wegen Gefährdung der psychischen
- 10:43Gesundheit von Kindern zu einer Millionenstrafe verurteilt.
- 10:47Insgesamt soll der Tech-Riese 567 Millionen Dollar für Hilfen an Kinder zahlen.
- 10:53Die Staatsanwaltschaft hatte Meta unter anderem vorgeworfen,
- 10:56seine Produkte seien darauf angelegt, abhängig zu machen. Meta will in Berufung gehen.
- 11:02Das war unser Blick auf die aktuellen Nachrichten aus der Wirtschaft für den Moment.
- 11:06Wir hören und lesen uns wieder bei NTV, in der App, im TV oder hier im Podcast.