Latest / Anonym Suchthilfe – KI-gestützte Selbsthilfe / #6 Folge 10: Das Geister-Erbe: Wie das Trauma deiner Vorfahren deine Sucht erklärt
Transcript
- 0:00Hallo und herzlich Willkommen zu unserer heutigen Besprechung.
- 0:04Sag mal, fühlst du dich manchmal irgendwie komisch auf ne Art,
- 0:08die du dir vielleicht gar nicht erklären kannst?
- 0:10So ne unerklärliche Traurigkeit oder Angst oder so ne Lehre?
- 0:14Vielleicht kennst du auch ne Neigung zur Sucht bei dir oder
- 0:18anderem und der Ursprung liegt irgendwie im Dunkeln.
- 0:21Ja, das sind Gefühle, die sicher viele kennen.
- 0:24Genau. Und heute wollen wir uns mal ein
- 0:27wirklich faszinierendes Thema genauer anschauen, das damit
- 0:30zusammenhängen könnte. Wir stützen uns dabei auf einen
- 0:32Artikel von Nilix Berlin, dahinter steckt Gabriel Meetz,
- 0:36es geht um transgenerationales Trauma, ah.
- 0:39Ein wichtiges Thema. Absolut also die Frage, wie
- 0:43können eigentlich die Wunden, die unverarbeiteten Erlebnisse
- 0:46unserer Vorfahren. Ja, wie können die unsere eigene
- 0:49Anfälligkeit für psychische Belastungen oder eben auch für
- 0:52Sucht beeinflussen? Ja, der Artikel beschreibt das
- 0:54ganz gut mit diesem Bild vom sprichwörtlichen emotionalen
- 0:58Rucksack. Stell dir mal vor, du trägst da
- 1:00was mit dir rum, aber du hast den Rucksack gar nicht selbst
- 1:04gepackt, OK, der ist sozusagen gefüllt mit dem Schmerz, den
- 1:08Ängsten, vielleicht auch den unausgesprochenen Geheimnissen
- 1:12von Eltern, Großeltern, Urgroßeltern.
- 1:14Und wir schauen uns heute mal an, wie das funktionieren soll.
- 1:18Ja. Lass uns das mal aufdröseln.
- 1:19Was genau ist denn mit diesem transgenerationalen Trauma
- 1:22gemeint? Also die Kernidee ist doch, wenn
- 1:24ich den Artikel richtig verstehe, deine Eltern oder
- 1:27Großeltern haben was wirklich Schlimmes erlebt, Krieg, Flucht,
- 1:31Missbrauch, vielleicht auch schwere Verluste und du, obwohl
- 1:35du das selbst nie erlebt hast, zeigst irgendwie Symptome davon.
- 1:38Genau das ist der.es, ist quasi ein unsichtbares Erbe.
- 1:42Dinge, die nicht verarbeitet wurden, die vielleicht
- 1:45verschwiegen wurden, können sich eben über Generationen hinweg
- 1:49auswirken. Aber wie?
- 1:51Wie kann das denn passieren? Das klingt ja erst mal fast n
- 1:54bisschen esoterisch, oder? Ja, das hört sich vielleicht
- 1:58erst mal seltsam an, aber der Artikel nennt er verschiedene
- 2:01Ebenen, die auch wissenschaftlich diskutiert
- 2:04werden. Eine ganz wichtige ist das große
- 2:06Schweigen in Familien. Das Schweigen, ja.
- 2:10Über traumatische Erlebnisse wird oft nicht gesprochen.
- 2:13Das ist zu schmerzhaft, zu beschämend vielleicht auch, aber
- 2:17die Atmosphäre in der Familie ist trotzdem davon geprägt, da
- 2:21liegt was in der Luft, und Kinder, die haben ja ganz feine
- 2:24Antennen, die spüren diese unausgesprochene Angst, die
- 2:28Trauer, die Anspannung. Verstehe das.
- 2:31Erzeugt dann so ne unterschwellige Unsicherheit,
- 2:33obwohl man gar nicht weiß warum. Richtig.
- 2:36Und ein zweiter Punkt sind Verhaltensmuster.
- 2:39Eltern, die selbst traumatisiert sind, können oft keine, Na ja,
- 2:43keine ganz sichere, stabile, emotionale Bindung zu ihren
- 2:46Kindern aufbauen. Wie meinst du das?
- 2:49Na ja, vielleicht sind Sie überfürsorglich und ängstlich
- 2:52oder im Gegenteil, emotional eher distanziert, unzugänglich,
- 2:57vielleicht auch sehr streng oder kontrollierend.
- 3:00Und diese Muster, wie Eltern mit Stress umgehen, wie sie
- 3:03Beziehungen gestalten, die übernimmst du als Kind dann oft
- 3:05unbewusst. Das prägt deine eigene Art mit
- 3:08Gefühlen und Beziehungen umzugehen.
- 3:10OK, das leuchtet ein. Also schweigen und übernommene
- 3:14Verhaltensmuster und dann wird im Artikel ja auch die
- 3:17Epigenetik erwähnt. Das fand ich besonders spannend.
- 3:20Was hat es denn damit auf sich? Ja, die Epigenetik ist ein super
- 3:23spannendes Feld, noch relativ jung, also ganz wichtig, die
- 3:28verändert nicht deine DNA Sequenz, also nicht den
- 3:31genetischen Code an sich, den du erbst.
- 3:34OK. Aber, und das ist der Clou,
- 3:37traumatische Erlebnisse können dazu führen, dass an der DNA
- 3:42chemische Markierungen angebracht werden, wie kleine
- 3:45Schalter oder Lesezeichen, kann man sagen.
- 3:49Schalter an der DNA. Genau.
- 3:51Und diese Schalter beeinflussen, wie stark bestimmte Gene
- 3:55abgelesen werden oder eben auch nicht.
- 3:57Und das kann eben auch Gene betreffen, die zum Beispiel
- 4:00unsere Stressantwort regulieren, also wie wir auf Stress
- 4:03reagieren. Das heißt, man erbt nicht das
- 4:06Trauma selbst. Die Erinnerung an das eigenes.
- 4:09Nein, nicht die Erinnerung, sondern, so die Theorie, man
- 4:12erbt möglicherweise ne veränderte biologische
- 4:15Anfälligkeit, ne höhere Sensibilität für Stress
- 4:18vielleicht oder ne größere Verwundbarkeit für bestimmte
- 4:22psychische Erkrankungen wie Depressionen oder
- 4:24Angststörungen. Der Körper ist sozusagen schon
- 4:27in der Art Alarmbereitschaft. Wow.
- 4:29OK, das erklärt dann vielleicht auch, warum manche Menschen auf
- 4:32Belastungen viel stärker reagieren als andere, obwohl sie
- 4:36scheinbar ähnliches erleben. Das könnte eine Erklärung sein.
- 4:39Ja, es ist wie ein leiser Echoeffekt der Vergangenheit auf
- 4:44biologischer Ebene. Und die Folgen davon, die können
- 4:47ja dann ganz vielfältig sein, wie der Artikel beschreibt.
- 4:50Unerklärliche Ängste, so depressive Stimmungen.
- 4:54Niedriges Selbstwertgefühl, Probleme in Beziehungen oder
- 4:57eben diese hohe Anfälligkeit für Stress.
- 5:00Genau. Und an diesem Punkt, da kommt
- 5:02dann eben oft die Sucht ins Spiel, wie der Artikel
- 5:05argumentiert, weil man. Versucht diese diese Lücke zu
- 5:09füllen oder die Anspannung loszuwerden?
- 5:11Richtig, die Sucht wird dann zu einem unbewussten Versuch der
- 5:15Selbstmedikation. Man versucht, diese innere Leere
- 5:18zu füllen, diese ständige Anspannung zu betäuben, den
- 5:22Schmerz zu lindern, dessen Ursprung man ja oft gar nicht
- 5:25kennt oder versteht. Eine fatale Strategie, aber aus
- 5:29der Not heraus geboren, sozusagen.
- 5:31Ja, eine verzweifelte Lösungsstrategie, um irgendwie
- 5:34mit diesen diffusen, belastenden Gefühlen klarzukommen, um
- 5:38irgendwie durch den Tag zu kommen.
- 5:39Und genau diese Verbindung, die macht der Autor Gabriel Meetz
- 5:43auf seiner Webseite nielix Berlin ja auch sehr persönlich.
- 5:46Sich und eindrücklich, klar, er teilt dort ganz offen seine
- 5:49eigene Geschichte. Stimmt, das ist das Besondere an
- 5:52dem Artikel und seiner Webseite er.
- 5:54Spricht über seinen jahrelangen Kampf mit Sucht, unter anderem
- 5:57mit Polamidon und auch mit psychischen Problemen.
- 6:00Er nennt das Ja selbst sein persönliches Logbuch, das ist
- 6:04für ihn keine abstrakte Theorie, sondern wirklich gelebte,
- 6:07schmerzhafte Erfahrung. Und genau das macht seine
- 6:10Ausführungen so ja so glaubwürdig und greifbar.
- 6:14Es zeigt eben, wie sich diese unsichtbaren Fäden aus der
- 6:17Vergangenheit ganz konkret im eigenen Leben auswirken können.
- 6:20Ja, absolut. Und der Artikel geht ja dann
- 6:23auch auf so typische Fragen ein, die man sich vielleicht stellt,
- 6:26wenn man das zum ersten Mal hört.
- 6:28Zum Beispiel diese Sache mit der Epigenetik wird Trauma jetzt
- 6:32vererbt wie Haarfarbe. Ja, gute Frage.
- 6:35Der Artikel sagt da ganz klar Nein.
- 6:37Nicht direkt wie Haarfarbe. Man erbt eben nicht das
- 6:41spezifische Trauma, sondern wie gesagt eher diese erhöhte
- 6:45biologische Anfälligkeit oder Verwundbarkeit für Stress oder
- 6:49psychische Erkrankungen. Es ist eine Prädisposition,
- 6:52keine vorbestimmung o. K das ist wichtig.
- 6:55Also man ist dem nicht hilflos ausgeliefert.
- 6:57Nein, überhaupt nicht. Und ne andere Frage, die oft
- 7:00kommt, was mache ich denn, wenn meine Eltern oder Großeltern
- 7:03eben schweigen. Wenn die nichts erzählen wollen
- 7:06oder können. Ja, was rät der Artikel da?
- 7:09Man kann ja nicht in die Vergangenheit schauen.
- 7:11Man kann natürlich nicht erzwingen, dass gesprochen wird,
- 7:14aber der Artikel rät Achte auf Muster in der Familie gibt es
- 7:19wiederkehrende Themen, Krankheiten, Schicksale, gibt es
- 7:23Tabus, über die nie gesprochen wird, welche Emotionen herrschen
- 7:27vor, manchmal ist das Schweigen selbst schon ein starker
- 7:31Hinweis. Hm und ganz wichtig.
- 7:34Auch ohne konkrete Geschichten kann Therapie helfen.
- 7:37Es gibt spezialisierte therapeutische Ansätze, die
- 7:40dabei unterstützen, diese unsichtbaren Verbindungen und
- 7:43Muster aufzudecken und zu bearbeiten, auch wenn man die
- 7:47genauen Details der Vergangenheit nicht kennt.
- 7:49Und dann ist da noch diese Schuldfrage.
- 7:52Was ist, wenn ich bei mir selbst merke, dass ich vielleicht
- 7:55unbewusst belastende Muster weitergebe, die ich selbst von
- 7:59meinen Eltern übernommen habe? Bin ich dann schuld?
- 8:02Da ist der Artikel auch sehr klar und entlastend.
- 8:05Nein, diese Weitergabe passiert ja meist völlig unbewusst.
- 8:08Man tut Dinge ja nicht, um den Kindern zu schaden.
- 8:11Der entscheidende Schritt ist die Bewusstwerdung.
- 8:14Ah. OK, in dem Moment, wo du
- 8:15anfängst, deine eigenen Prägungen und vielleicht auch
- 8:18die deiner Familie zu verstehen und aufzuarbeiten, kannst du
- 8:22diesen Kreislauf aktiv durchbrechen.
- 8:25Bewusstwerdung und Heilung sind da die beste Prävention für die
- 8:28nächste Generation. Das heißt, es gibt einen Ausweg.
- 8:31Es ist nicht hoffnungslos. Welche Schritte schlägt der
- 8:34Artikel denn konkret vor, um da rauszukommen?
- 8:36Ja, absolut. Es gibt Hoffnung und Wege.
- 8:38Der Artikel nennt da im Grunde 3 Säulen.
- 8:41Erstens die Spurensuche in der eigenen Familiengeschichte,
- 8:45allein das verstehen, woher bestimmte Gefühle oder Muster
- 8:48kommen könnten, kann schon unglaublich entlastend sein,
- 8:52aha, zweitens. Eine passende Therapie suchen
- 8:56eine Therapie, die eben den Zusammenhang zwischen Trauma,
- 8:59Bindungsmustern und sucht versteht und berücksichtigt.
- 9:02Der Artikel erwähnt da zum Beispiel Methoden wie
- 9:05Familienaufstellungen, die helfen können,
- 9:08Beziehungsdynamiken sichtbar zu machen oder auch spezifische
- 9:11traumafokussierte Therapien, um belastende Erfahrungen sicher zu
- 9:16integrieren. OK, Therapie ist also zentral.
- 9:19Und drittens. Drittens.
- 9:21Parallel dazu die Sucht behandeln, falls eine besteht,
- 9:25aber eben nicht nur die Sucht bekämpfen, sondern auch ihre
- 9:28ursprüngliche Funktion anerkennen, also verstehen.
- 9:31Warum war diese sucht mal notwendig, was hat sie versucht
- 9:35zu lindern, das ist wichtig für eine nachhaltige Genesung.
- 9:39Das klingt nach einem ganzheitlichen Ansatz.
- 9:41Verstehen, fühlen. Handeln genau darum geht es.
- 9:45Und an dieser Stelle möchten wir auch noch mal kurz erwähnen.
- 9:48Der Autor Gabriel Meetz finanziert und erstellt seine
- 9:51Website nielix Berlin komplett allein.
- 9:54Das ist ein riesiges Engagement, ja wirklich, wenn dich also
- 9:57seine Einblicke berühren, wenn dir der Artikel oder seine
- 10:00Arbeit hilft. Dann freut er sich riesig über
- 10:02Unterstützung. Das kann ganz einfach sein.
- 10:05Teile den Artikel Like in auf Social Media oder auf deiner
- 10:08Podcast Plattform jede Form der Unterstützung hilft ihm mit
- 10:12diesem Projekt weiterzumachen, für sich selbst und eben auch
- 10:15als Stütze für andere. Sein Motto ist ja aus allem
- 10:18schlechten im Leben versuchen, etwas Gutes zu machen, das ist
- 10:21schon sehr. Bemerkenswert?
- 10:23Ja, das unterstützen wir gerne. Und die Kernbotschaft des
- 10:25Ganzen, die finde ich auch wirklich ermutigend.
- 10:28Der Artikel sagt ja im Grunde. Du bist mehr als nur die Summe
- 10:31deiner Ahnen oder deren Traumata.
- 10:34Aus der Familiengeschichte stammt, das kann schon
- 10:37unglaublich befreiend wirken. Ja, total.
- 10:39Es geht ja nicht darum, jetzt irgendwie Schuldige in der
- 10:41Vergangenheit zu suchen. Das bringt ja nichts, sondern es
- 10:44geht darum, durch dieses Verständnis wieder
- 10:47Handlungsfähigkeit für das eigene Leben zu gewinnen.
- 10:49Genau die Vergangenheit verstehen, um die Gegenwart und
- 10:52Zukunft freier gestalten zu können.
- 10:54Vielleicht nehmen wir das mal als abschließenden Gedanken für
- 10:57dich, mit der du uns zuhörst. Welche unausgesprochenen
- 11:00Geschichten, welche wiederkehrenden Gefühle oder
- 11:03Muster könnten in deiner eigenen Familie eine Rolle spielen?
- 11:07Und wie prägen sie dich vielleicht heute noch, ohne dass
- 11:10es dir bisher bewusst war? Eine spannende Frage zur
- 11:12Selbstreflexion. Absolut.
- 11:15Damit sind wir für heute am Ende unserer Auseinandersetzung mit
- 11:19diesem doch sehr tiefgreifenden Thema.
- 11:22Danke dir fürs Zuhören. Ja, danke und bis zum nächsten
- 11:25Mal. Mach's gut.