Latest / Beyond expectations - the art of mastering life and business / #90 Zwischen Reiz und Reaktion
Transcript
- BiancaMaria Klein: Ganz herzlich willkommen zu einer neuen Folge meines Podcasts. Heute wieder eine Solo-Folge mit einem Thema, was mich ja in den letzten Tagen eigentlich schon sehr beschäftigt hat, nachdem ich etwas erlebt habe, wovon ich euch gleich erzählen werde. ja, dachte mir wirklich, das ist spannend, erkenne ich auch ganz oft bei mir selber, nämlich, dass wir den Raum zwischen einem Reiz und der Reaktion nicht nutzen. Also warum wir manchmal eigentlich viel zu schnell reagieren. Darum soll es heute gehen. Also wie schnell reagierst du zum Beispiel? Kannst dir ja vielleicht gerade mal überlegen, wenn du das hörst. Also auf eine E-Mail, die du bekommst, auf einen Kommentar, auf einen Satz im Meeting, auf einen bestimmten Tonfall von einer Person, mit der du sprichst oder auf eine Nachricht, bei der du eigentlich schon nach den ersten zwei Zeilen denkst, ja, es kann doch jetzt nicht wahr sein, was soll das denn jetzt? Und dann geht es irgendwie so ganz schnell. Vielleicht kennst du das. Dann antwortest du, du rechtfertigst dich, du wirst irgendwie so bisschen spitz und auch ironisch. Oder du ziehst dich zurück. Oder manche, die das auch bisschen gewohnt sind, die gehen dann so ganz direkt in den Angriff. Und manchmal merkst du dann erst später, Moment mal, vielleicht habe ich das ja eigentlich gar nicht richtig verstanden oder jemand anders muss sich darauf aufmerksam machen, wenn du das erzählst. Vielleicht habe ich nicht bis zum Ende durchgelesen, vielleicht etwas in der Aussage. hineininterpretiert, hinein gelesen, was da gar nicht stand. Und darum soll es mal heute gehen, also diesen kurzen Moment eigentlich zwischen Reiz, also das, passiert und unserer Reaktion und darum, was eigentlich Erwartungen damit zu tun haben. Denn ihr wisst ja, die, die mir schon länger folgen, dass das Thema Erwartung und Erwartungsmanagement mein Hauptthema ist, weil ich behaupte, dass Erwartung, Erwartungshaltung und Erwartungsrichtung eigentlich immer die Basis sind von jeglicher zwischenmenschlicher Beziehung. ja, ich glaube halt, dass wir ganz oft reagieren gar nicht auf das, was tatsächlich passiert. Wir reagieren auf das, was wir erwartet haben oder auf das, was wir befürchtet haben oder was wir eigentlich uns wünschen, aber halt nicht stattfindet. Oder auf das, was wir aus so früheren Erfahrungen eigentlich zu kennen glauben, weil wir es gewohnt sind. Und das passiert ganz schnell, wenn wir viel zu tun haben oder unter Druck stehen, Verantwortung tragen und auch tatsächlich mit ganz vielen unterschiedlichen Menschen zu tun haben oder zusammenarbeiten. Und vielleicht, auch gewohnt sind, selber so behandelt zu werden. Das ist ein ganz wichtiger Punkt, dass wir sowieso ein bisschen schon in so einer Reaktionshaltung eigentlich stecken, weil unser Umfeld das so macht. Und die Geschichte, die ich euch erzählen möchte, ist eine ganz persönliche Geschichte hier auf LinkedIn. Und ich hatte vor ein paar Wochen einen Beitrag veröffentlicht auf LinkedIn. Und da ging es grundsätzlich mal wieder Erwartung. vielleicht, wenn ihr mich kennt, ich versuche natürlich immer Beiträge zu machen, die Mehrwert geben, mehr wert generieren sollen. Aber ich versuche natürlich auch das mit Alltagssituationen zu umschreiben oder mit Situationen, vielleicht für Führungskräfte oder für Teams wichtig sind. Und hier war es eigentlich eine Alltagssituation. Und ich mache es jetzt mal ganz kurz. Es ging darum, dass Eltern und Menschen ohne Kindersituation manchmal ganz unterschiedlich wahrnehmen. Also nicht besser, nicht schlechter, sondern einfach unterschiedlich und nicht, weil sie in unterschiedlichen Denkweisen sind es dann einfach, weil die Lebenssituationen unterschiedlich sind, weil Erfahrungen unterschiedlich sind und weil natürlich auch in dem Moment, wo wir in einer unterschiedlichen Lebenssituation sind, auch Erwartungen unterschiedlich sind. ja, also der Mann, der das gelesen hat oder ein Mann, der das gelesen hat, der wahrscheinlich auch das erste Mal auf meinem Profil war, hat diesen Beitrag gelesen und total aufgebracht reagiert. Ich hab das gelesen, es waren tatsächlich sehr, sehr viele Kommentare und der hat mich wirklich stutzig gemacht, weil ich so dachte, Moment mal, wieso reagiert der jetzt so? dann hab ich gesehen, was ja nicht so oft passiert, dass Leute reposten, also den eigenen Beitrag dann nochmal in ihrem Profil teilen. Und er hat diesen Beitrag geteilt und ich hab das sofort gesehen und hab gemerkt, wow, der hat wahnsinnig viele Follower, das heißt, also viele lesen das und hat unter dem Beitrag einen sehr, sehr bösen Kommentar geschrieben. Also was mich wirklich überrascht hat. Das Problem war nur, das, worüber er sich so aufgeregt hatte, das hatte ich gar nicht geschrieben. Zumindest nicht so, wie er es offensichtlich verstanden hatte. Und ich hatte den Eindruck, ja wie soll ich das sagen, dass er meinen Beitrag entweder überhaupt nicht vollständig gelesen hat oder sehr schnell in so eine ganz bestimmte Deutung hinein gelesen hat. Also dass er so mir im Prinzip eine Deutung unterstellt hat. Also ja. Genau, und das war ziemlich aggressiv. Mich hat das dem Moment natürlich irritiert. Das war nicht nur ein Kommentar auf meinem Beitrag, sondern dadurch, dass er das repostet hat, ich dann so plötzlich mich so gesehen, wow, das lesen jetzt ganz viele. Und mit seiner Interpretation lesen sie es vielleicht auch in seinem Blickwinkel. So, also, was hab ich gemacht? Ich habe seinen eigenen Beitrag auf seinem Profil auch kommentiert. Allerdings bin ich ganz bewusst freundlich geblieben. ich hab ihn dann wirklich freundlich darauf aufmerksam gemacht, dass er wahrscheinlich, also ich habe das in Frage gestellt, den ursprünglichen Text vielleicht noch mal genauer lesen sollte oder gefragt, ob er ihn wirklich gelesen hat. Denn ich habe gesagt, seine Interpretation entspricht nicht dem, was ich gemeint habe. Ich habe es nicht groß erklärt, aber ich habe einfach mal darauf hingewiesen. So war das eigentlich nicht gemeint und hätte man es komplett durchgelesen und sich ein bisschen Zeit genommen, hätte man es verstanden. Kurze Zeit später habe ich mit Julia, meiner Marketingmanagerin, gesprochen und ich wollte ihr diesen Kommentar und seinen Beitrag zeigen und habe ihn nicht gefunden, denn er hat ihn offensichtlich gelöscht. Und dann habe ich gesehen, er hat mir eine persönliche Nachricht geschrieben und er hat sich entschuldigt. Sehr offen. Und er hat gesagt, da war wohl die Zeit zwischen Reiz und Reaktion zu kurz. Er habe voreilig reagiert. Und das hat mich wirklich überrascht und ich habe mich auch darüber gefreut. Und dann haben wir uns kurz ausgetauscht über Nachrichten und im weiteren Austausch haben wir dann irgendwie festgestellt oder er hat eigentlich festgestellt, dass wir in unserer Arbeit mit Menschen und mit Teams und Führungskräften ganz ähnliche Themen haben und tatsächlich auch sehr ähnliche Werte vertreten. Und das fand ich irgendwie bemerkenswert, denn eigentlich waren wir natürlich ganz nah beieinander und in diesem Moment war wahrscheinlich einfach Das Problem nicht seine Haltung zu dem, ich geschrieben habe, sondern die Geschwindigkeit seiner Reaktion. Und wahrscheinlich auch irgendwie eine bestimmte Erwartungshaltung, mit der er meinen Beitrag gelesen hatte. Und wahrscheinlich, das ja so in den Algorithmen funktioniert, man bekommt was in diesen Feed reingepusht und dann liest man das, wahrscheinlich hat er irgendwie auch mein Foto mit irgendwas assoziiert und hat er sofort reagiert. Und Vielleicht war er auch, und das weiß ich ja alles nicht, vielleicht hat er aber auch schon erwartet, dass dort etwas steht. Vielleicht mit dem ersten Satz, dem er irgendwie widersprechen muss. Vielleicht hat ihn das Thema persönlich getroffen. Vielleicht war er an diesem Tag sowieso schon total genervt und aufgeladen oder es sind andere Dinge passiert. Das weiß ich ja alles nicht. Aber das hat mich dadurch, also das hat mich dazu veranlasst, tatsächlich mal zum Thema zu machen und auch mal bei mir selber zu beobachten. Wie oft so was passiert. Und tatsächlich, sehe solche Situationen nochmal bei mir auch. Ja, also ich bin ja überhaupt nicht von ausgeschlossen. Wie oft solche Situationen passieren. Also Menschen reagieren einfach sehr schnell, manchmal extrem emotional und erst später stellt man fest, so war es eigentlich gar nicht gemeint. Und so war es vielleicht auch selber bei mir gar nicht gemeint, wie ich reagiert habe. Aber wir reagieren halt nicht nur auf das, was passiert. Wir glauben oft, Wir würden auf eine Situation reagieren, aber es stimmt halt nur zum Teil. Wir reagieren auf unsere Interpretation der Situation und sehr häufig halt auf diese Erwartung, die gerade nicht erfüllt wurde. Also zum Beispiel eine Kollegin antwortet ganz knapp und schnell auf eine Nachricht von dir und du denkst dir, was denn jetzt mit der los? Du hast vielleicht erwartet, naja Moment, dass sie freundlicher antwortet oder ein bisschen ausführlicher oder mindestens vielleicht ein kleines Danke schreibt oder anderes Beispiel, ein Mitarbeiter von dir, bist Führungskraft, stellt irgendwie deine eigene Entscheidung in Frage und du denkst dir, hey Moment, der respektiert irgendwie überhaupt nicht meine Aufgabe und meine Rolle. Vielleicht hast du erwartet in dem Moment, dass deine Entscheidung akzeptiert wird. Oder aber dein eigener Chef oder Chefin lädt dich kurzfristig zu einem Gespräch ein und sagt, hier kannst du mal vorbeikommen oder schickt dir einfach eine Einladung. du denkst sofort natürlich ihr Gedankenkarussell, okay, was habe ich falsch gemacht, was ist hier los? Und versuchst irgendwie gleich, ja, also dein Körper reagiert gleich irgendwie mit Angst. Und Vielleicht hast du irgendwann auch einmal erlebt, dass irgendwie so kurzfristige Gespräche dann schlechte Nachrichten bedeuten. Also das heißt, du hast sozusagen das, was du vorher schon mal erlebt hast, in dem Moment gefühlt. Ja, dass du schon mal irgendwie von einem anderen Chef oder von irgendeiner Bekannten oder Freundin oder so zu einem Gespräch eingeladen wirst und das hatte schlechte Auswirkungen. Und jetzt erwartest du halt automatisch genau wieder das Gleiche. Ein anderes Beispiel ist, ihr seid in einem Meeting und jemand unterbricht dich und du denkst, hey, Moment mal, vielleicht zählt hier gerade meine Meinung nicht. weil du halt erwartest, dass man dich ausreden lässt. Oder man erwartet ja insgesamt, wenn du sprichst, dass man gehört wird und diesen Raum bekommt, die eigene Meinung zu äußern. Das heißt, nochmal, was zwischen dem, passiert und der Reaktion liegt halt so dieser Reiz, ja? Also da liegt ganz viel drin in diesem kurzen Moment. Dann kommt nämlich im Prinzip eine Wahrnehmung. Und nach der Wahrnehmung kommt sofort eine Bewertung. Und irgendwo dazwischen sitzt halt eine Erwartung. Wenn man dir das bildlich vorstellt, du wirst so angepiekst, dann nimmst du das wahr, du empfindest es als irgendwie unangenehm. Und in dem Moment denkst du, das soll nicht unangenehm sein. Ich erwarte gerade nicht, dass ich Schmerz empfinde. Diese Erwartung ist dann so diese Fragestellung, na ja, was hätte die Person eigentlich tun sollen, anstatt mich zu pieksen, weiß ich nicht, mir vernünftig sprechen oder mich streicheln oder so, oder wie hätte sie eigentlich mit mir sprechen sollen, wie schnell hätte sie auf etwas reagieren sollen, was ich vorher gemacht habe, oder eigentlich hätte da eine wertschätzende Antwort kommen sollen, oder die hätte mir Zeit geben können, mich ausreden zu lassen. Also Und die Frage ist in dem Moment, was bedeutet es für dich, wenn das nicht passiert? Also genau dieser Moment, wo du erkennst, die Erwartung wird nicht erfüllt. Und ich glaube halt, dass wir wirklich mal so bisschen überlegen sollten, dass Schnelligkeit gar nicht immer professionell ist. Genau in dem Moment zeigt sich nämlich, wie professionell man ist und wie tatsächlich auch gelassen und ausgeglichen man ist. Weil wir sind ja heute in einer extrem schnell in Welt unterwegs. Nachrichten kommen rein, E-Mails kommen rein. Dann parallel dazu irgendwelche Slack und Teams und WhatsApp-Nachrichten, Anrufe, Meeting-Anfragen. Dann nebenbei machen wir irgendwie unsere Social-Media-Sachen auf. Das sind Kommentare. Und überall wird irgendwo erwartet, schon alleine am Telefon, dass wir reagieren und möglichst schnell reagieren. Weil jeder hat Eile, jeder will, dass du ... auf seine Anfrage oder ihre Anfrage schnell reagierst. Das heißt also, wir müssen schnell entscheiden, schnell antworten, schnell auch irgendwie eine Entscheidung treffen, eine Haltung zu etwas haben, schnell eine Lösung finden. Aber schnell ist halt nicht automatisch klar oder irgendwie richtig. Und schnell ist auch wirklich nicht automatisch professionell. Manchmal ist diese professionelle Reaktion nämlich tatsächlich nicht. reagieren, durchzuatmen, noch einmal alles lesen, eine Nacht darüber schlafen oder einfach zu sagen, darüber möchte ich kurz nachdenken. Und genau das fällt uns doch total schwer. Gerade Führungskräften, das beobachte ich halt immer wieder auch in Coachings, dieses, naja ich muss dann halt schnell reagieren, ja die erwarten ja auf eine Antwort. Denn viele Führungskräfte haben halt diese Erwartung an sich selbst. jederzeit sofort eine Antwort haben zu müssen. Und ich glaube aber, und das trainiere ich auch immer wieder auch in meinen Workshops, dass Führung eben nicht bedeutet, alles augenblicklich reagieren zu können. Führung bedeutet nämlich auch Verantwortung für genau diese Reaktion zu übernehmen. und wir sagen ja ganz oft, der hat oder die hat eine kurze Zündschnur. Und Menschen mit einer kurzen Zündschnur Das heißt auch nicht, dass das unbedingt schwierige Menschen sind oder irgendwie nur gestresste oder völlig unausgeglichene Menschen sind. Manchmal ist es genau das Gegenteil, dass die Menschen halt sehr engagiert sind, dass es Menschen sind, die wirklich auch schnell Verantwortung übernehmen wollen, die vielleicht auch klare Werte haben, indem sie sagen, ich bin für andere da und soll nicht warten, die Ungerechtigkeiten schwer aushalten, deswegen auch da schnell reagieren wollen und manchmal die halt wirklich sehr viel leisten. die auch über längere Zeit schon Druck gefühlt haben oder unter Druck stehen. Und ich beobachte, dass genau diese Menschen oft eine ganze Menge unerfüllte Erwartungen mit sich herumtragen. Und das sind Erwartungen in verschiedenste Richtungen. Also die Erwartung, dass sie zum Beispiel besser informiert werden. Die Erwartung, die sie haben, dass andere mitdenken. die Erwartung, respektiert zu werden oder die Erwartung, dass dann natürlich Absprache eingehalten werden. Die Erwartung, dass jemand Verantwortung übernimmt, dass man nicht immer alles selber machen muss. Und dann reicht, wenn diese ganzen Erwartungshaltung gerade nicht erfüllt sind, dann reicht manchmal irgendein Satz, kleiner Satz, eine klappe E-Mail, ein kleiner falscher Ton, das ganze System irgendwie zum anspringen. da kommt diese Zündschnur, dann bam, dann geht's auf einmal voll durch. Also dann reagiert man auf eigentlich gar nicht diese Situation, sondern auf alles das, was sich angestaut hat. Und das Problem ist, nochmal, das ist dann halt Also du reagierst dann auf die Erwartungshaltung und die unerfüllte Erwartungshaltung. Du reagierst auf die unbeantworteten Nachrichten, die sich angesammelt haben, den Zeitdruck, auf den Konflikt vielleicht, den du letzte Woche hattest, auf ein grundsätzliches Gefühl, dass du irgendwie nicht akzeptiert wirst oder in Meetings übergangen wirst. Irgendetwas in dir, was du schon länger gefühlt hast, was sich nicht erfüllt. Vielleicht ist das auch etwas Persönliches in deiner Beziehung. Plötzlich kommt da eine Person die Ecke, die diese ganze aufgestaute Reaktion auslöst und an der man das auslässt. Und ich versuche ja immer, meinen Podcasts auch mehr Wert zu schaffen, indem ich ein bisschen Tipps gebe. Ich habe mir jetzt ein bisschen überlegt, was macht man denn da? Und ganz ehrlich, ich muss mich da auch immer wieder einbinden und zu gucken, okay was kann ich tun, damit das nicht passiert? Weil ich möchte nicht hinterher es bräuen. Ich möchte nicht, dass ich hinterher sage, verdammt, das hätte ich irgendwie anders klären müssen. Ich glaube, es ist ganz menschlich, dass das passiert, aber man kann so etwas trainieren. Und deswegen habe ich euch mal fünf Tipps mitgegeben, die ich für ja umsetzbar und sehr relevant halte. Also Tipp Nummer eins ist. Lies. und höre wirklich bis zum Ende. Also klingt jetzt logisch, ist es aber ganz offen. Wie oft liest du eine Nachricht nicht vollständig durch oder auch irgendwie überfliegst ein paar Sätze und liest vielleicht auch gar nicht so diesen letzten Abschnitt, weil die eigentliche Information schon in der Mitte steht. Aber das heißt, der Tipp ist, liest eine Nachricht wirklich vollständig und vielleicht zwei, drei Mal, bevor du antwortest. Das gilt auch zuhören. Hör einem Menschen, einer anderen Person wirklich mal bis zum Ende zu, bevor du reagierst. Denn was passiert denn ganz oft? Du hörst einen Satz, der dich ärgert und während die andere Person noch spricht, formulierst du ja innerlich schon deine Antwort und denkst, Moment mal, Moment Moment mal, was denn jetzt los? Und in dem Moment hörst du natürlich gar nicht mehr zu, weil du musst ja irgendwie deine Wut und deine Gedanken für die nächst formulierten Sätze schon sortieren. Und in dem Moment suchst du eigentlich nach Bestätigung für was, du ohnehin schon denkst. Also du hörst dann auch nur noch diesen Tenor raus. Und innerlich ist dann so was wie, ich wusste doch, dass sie mich nicht ernst nimmt. Das habe ich mir schon immer gedacht, dass die so eine Meinung hat, typisch er oder sie übernimmt hier auch wieder keine Verantwortung. Oder, weiß jetzt nicht, wenn es oft jobbezogen ist, ja, hier werde ich mal wieder nicht einbezogen. Das war doch irgendwie letzte Woche schon so und dann hörst du in den Folgesätzen eigentlich auch nur das, was wirklich zu deiner Erwartungshaltung in dem Moment passt. Ich hoffe, ich erkläre das hier gerade gut. Also ich glaube, passiert ganz viel super in Sekundenschnelle. Das heißt also zuhören, bis zum Ende die E-Mail noch mal lesen und wirklich bis zum letzten Punkt lesen und dich dann fragen, was hat die Person tatsächlich gesagt? Was habe ich gerade irgendwie ergänzt? Was steht da wirklich? Und was lese ich eigentlich nur aufgrund meiner eigenen Erwartungen hinein? Und wenn dir das im Gespräch auffällt, kannst du natürlich im Gespräch sagen, du, merke irgendwie dieser letzte Satz, stopp mal eben, dieser letzte Satz löst gerade etwas bei mir aus. Erklär mir bitte noch mal, wie du das gemeint hast. Und das ist keine Unsicherheit. Ja, das bedeutet irgendwie für mich. Selbstführung und respektvolle Kommunikation. Denn du willst ja gerade eben nicht schon werten und rein interpretieren, während der andere weiter redet, sondern du hängst dich dann in dem Moment an dein eigenes Gefühl und versuchst noch mal das näher zu definieren. Dann Tipp Nummer zwei ist, es geht ein bisschen tiefer und ich glaube, das braucht ein bisschen Training, aber finde die Erwartung hinter der Reaktion. Also wenn du merkst, dass sich etwas total ärgert, Dann fragst du dich nicht nur, was hat mich gerade gestört, sondern was ist eigentlich die Erwartungshaltung, die hier nicht erfüllt ist? Was stört mich denn an dieser Erwartung? Zum Beispiel habe ich gerade erwartet, dass ich vorher schon einbezogen wurde. Vielleicht hast du erwartet, dass da eine Absprache vorher stattgefunden hat, dass freundlicher gesprochen wird, dass die andere Person selbst erkennt, was da zu tun ist oder was das mit dir zu tun hat. erwartet man, dass jemand hinter dir direkt steht? Also was sind das für persönliche Erwartungshaltungen, die in dem Moment so wehtun? Das Lustige ist nur, vielleicht wusste die andere Person von all dem ja überhaupt gar nichts und das ist ja meistens der Fall. Und das ist vor allem der zentrale Punkt von Erwartungsmanagement. Wir behandeln nämlich unsere eigenen Erwartungsseitungen ganz wie selbstverständlich. Für uns sind sie völlig logisch. Ich sage ja immer, wir sitzen in so einem Turm, unser Erwartungsturm, weil das Wort warten kommt von der Warte, also dem Wartturm. Und deswegen stelle ich immer das so als Bild da. Wir sitzen in unserem Turm und denken halt, die Welt dreht sich uns und es ist sowieso alles so, wie wir die Welt sehen. Aber für die anderen Personen sind Erwartungen möglicherweise überhaupt gar nicht sichtbar in dem Moment. Und sie haben auch eine ganz andere Erwartungshaltung. Und deswegen reagieren wir auf die Nichterfüllung unserer Erwartungen, die wir nie ausgesprochen haben, weil wir sie ja für logisch und selbstverständlich halten. also wenn du deswegen dieser Tipp, wenn du die Erwartung hinter deinem Ärger verstehst und erkennst, dann kannst du ja viel klarer sein. Und dann kannst du auch anstatt zu denken, das ist ja mal wieder typisch, kannst du sagen, du, ich hatte erwartet, dass wir uns vor dieser Entscheidung vielleicht noch mal abstimmen. Oder du, ich merke, dass mich das gerade ärgert, weil ich davon ausgegangen bin, dass du mich vorher informierst. Das ist konkret, das ist besprechbar. Und das ist wesentlich hilfreicher als irgendwie so ein inneres Gemurmel und sich aufregen. dann pauschalen Angriff oder vielleicht sogar einen versteckten Angriff und der andere weiß eigentlich gar nicht, wo das herkommt. Also Tipp Nummer drei. Eins war also finde deine Erwartung hinter deiner Reaktion und lies und hör wirklich bis zum Ende durch. Also ließ durch und hör bis zum Ende zu. Genau so. Tipp Nummer drei. Ich glaube, das ist eigentlich der Entscheidende und das ist das, was ich jetzt zum Beispiel an dem Beispiel so spannend fand. Bau eine Pause ein. Du musst nicht alles sofort beantworten. Wirklich nicht. Manchmal macht man das, weil man es dann einfach aus dem Kopf haben will. Das soll von der To-do-Liste weg, das soll aus deinem Kopf raus und dann heißt es so, je schneller ich antworte, desto eher kann der andere dann weitermachen. Nein. Du musst nicht sofort reagieren. Wirklich nicht. Nicht jede E-Mail sofort beantworten, nicht jede Nachricht auf WhatsApp, nicht jeden Kommentar sofort ... wieder kommentieren und auch nicht jede Aussage in einem Meeting muss darauf reagiert werden. Manchmal ist es wirklich klüger, professioneller und sinnvoller, erst einmal kurz aus der Situation herauszugehen. Also du könntest dir zum Beispiel eine persönliche Regel setzen. Wenn mich eine E-Mail emotional trifft, Sei es Freude oder auch Aufregung, antworte ich nicht sofort. Ich mache erst mal was anderes oder ich schreibe sie schon mal und lasse sie aber in den Entwürfen und gucke sie mir am nächsten Tag noch mal oder ein paar Stunden später oder ich gucke sie mir mit jemand anderem zusammen an. Aber ich sende es nicht ab und ich schreibe den Kommentar auch noch nicht unter einen Beitrag oder so. Oder aber auch wenn du in einem Meeting bist, wenn ich merke, ich werde gerade richtig wütend. dann sagst du, ich möchte darauf jetzt nicht vorschnell reagieren, lass mich kurz darüber nachdenken. Ich glaube, das ist tatsächlich so ein geheimnis Satz. Das ist ein Satz, den wir viel häufiger sagen müssten. Du, ich will jetzt noch nicht reagieren, ich muss das erstmal sacken lassen, lass mich kurz darüber nachdenken. Gerade als Führungskraft. eigentlich, nee, das bestimmt gar nicht. Nicht gerade als Führungskraft, sondern auch als Führungskraft. Du musst... nicht sofort reagieren. Du hast das Recht, ab und zu über Dinge nachzudenken. Denn genau in dieser Phase, wo du darüber nachdenkst, in dieser Pause, kannst du halt fragen, was ist wirklich passiert? Wer erwartet eigentlich was und wovor habe ich Angst? Also hier meine drei Fragen der Blackbox Methode. Und wenn du dann dir überlegst, okay, wenn ich jetzt reagieren würde, was möchte ich denn eigentlich damit erreichen? Ja, meistens ist es, wir wollen einfach nur in seinen Ärgern loswerden. Oder möchte ich hier eigentlich wirklich etwas klären? Und wenn wir in die Klärung gehen, sind wir eigentlich, wie das Wort schon sagt, klarer und dann dürfen die Emotionen auch nicht so hochgekocht sein. Das ist ein Riesenunterschied. Also bitte, ganz wichtiger Tipp, nicht sofort reagieren. Tipp Nummer vier von fünf wäre, suche mindestens zwei andere Erklärungen. Unsere ersten Interpretationen fühlen sich meistens sehr überzeugend an. Und wenn wir jetzt das Beispiel nehmen, der war sofort total überzeugt von dem, was er schreibt, sonst hätte er das ja nicht in seinem Feed repostet. Das ist genauso wie, wenn wir sagen, naja, die Kollegin, er oder sie, die antwortet nicht, weil sie weil sie unzuverlässig ist. Die ist sowieso schwierig und antwortet deswegen nicht oder widerspricht uns immer im Meetings. Die Führungskraft oder der Chef fragt nach, weil man mir nicht vertraut. Und in solchen Momenten, wo auch ganz oft Glaubenssätze drinstecken, dann einfach mal zwei andere Erklärungen finden. Ja, vielleicht hat die Kollegin nicht reagiert, weil sie die Nachricht gar nicht gesehen hat, weil sie viel zu viele Nachrichten bekommen hat. Vielleicht ist sie gerade sowieso in einer schwierigen Situation oder fühlt sich nicht wohl. Vielleicht hat sie kurz vorher ein anderes schwieriges Gespräch gehabt oder der andere Kollege, der dir widerspricht, vielleicht weil er ähnliche Erfahrungen gemacht hat und dein Risiko sieht, was du noch gar nicht gesehen hast. Oder deine Chefin und Chef braucht selber die Information, weil sie unter Druck steht von ihrer Chefin oder Chefin, Chef oder Chefin. immer wieder eine Erklärung zu finden und auch sich zu fragen, vielleicht steckt auch bei den anderen Leuten eine ganz andere Erwartungshaltung in der Situation. Deswegen, welche zwei Erklärungen könnte es noch geben? Und darum geht und hier ganz wichtig, geht es nicht irgendetwas schön zu reden, sondern das nennt man in der Persönlichkeitsentwicklung, in dem Coaching ganz klar, einen Perspektivwechsel zu machen. Ja, weil deine erste Erklärung nicht automatisch die richtige sein muss. Und du fragst dich, Was für eine Perspektive könnte der andere auf die Situation haben? Was könnte die Person gerade anders erwartet haben? Vielleicht braucht sie mehr Information, mehr Beteiligung, vielleicht insgesamt auch von dir eine schnellere Entscheidung, vielleicht mehr Wertschätzung oder insgesamt Klarheit. Also du versuchst eigentlich neugierig auf die Situation, die dich ärgert, zu reagieren, indem du weniger schnell verurteilst, sondern langsamer denkst. Ja und die Ecke denkst und sozusagen kreativ denkst und andere Lösungsansätze findest. Und ich glaube, diese Neugierde und diese Kreativität ist sowieso in Zusammenarbeit mit anderen Menschen fast immer viel hilfreicher als die Gewissheit, dass die anderen irgendwie eine böse Absicht haben. So, Tipp Nummer fünf. Clear direkt. anstatt sofort zu eskalieren. Ich glaube, das ist eigentlich fast logisch, aber wir machen es ganz oft nicht. Und in der digitalen Welt, in der wir uns befinden und die so wahnsinnig schnell ist und so wahnsinnig schnell aber Schlimmes auslesen können, ist Eskalation, glaube ich, ein Riesenthema. Eine Nachricht wird schnell weitergeleitet, kann nicht wieder zurückgenommen werden. Beitrag wird geteilt. Okay, den kann man auch löschen, wie wir es gesehen haben, aber manchmal haben es Leute halt einfach schon... gesehen. Dann man markiert irgendeine Person und kann es nicht mehr zurücknehmen. Dann Menschen, kommentieren und dadurch wieder andere Kommentare auslösen. Tatsächlich habe ich das gerade heute wieder erlebt, fällt mir jetzt gerade ein. Da hat ein sehr guter Kollege von mir, ich mach's kurz, eine Quittung gepostet und einen Kommentar drunter gemacht, so nach dem Motto in anderen Ländern kostet es weniger und warum kostet es in Deutschland so viel? Und es ging, glaube ich, gar nicht überhaupt eine Diskussion. Da ging es einen Schnitzel. Es ging dann plötzlich eine Diskussion los, völlig absurd, ob das ein Kalbsschnitzel war, also ein echtes Schnitzel oder Schnitzel Wiener Art oder ein echtes Wiener Schnitzel. Also ich habe mir wirklich einen Kopf gefasst. Darum ging es ihm natürlich nicht, eine Diskussion auszulösen, wie ein Schnitzel zu sein hat. Es löst manchmal so eine Lawine aus und einem eigenen Beitrag. Ja, es ist vielleicht gut für den Algorithmus, aber es ist überhaupt nicht förderlich. Und deswegen wird aus einer Missinterpretation, aus einem Missverständnis ein Riesenthema. Das heißt also, klärt möglichst direkt erst mal ab, was gemeint ist, indem du die Person anrufst, indem du der Person schreibst oder wie gesagt, die Tipps vorher waren, erst mal Zeit lässt. Aber die Fragen könnten dann genau explizit sein, ich habe deine Aussage oder deinen Post oder deine E-Mail gerade so und so verstanden. Hast du das gemeint? Oder kannst du mir nochmal erklären, was du genau gemeint hast? Irgendwie habe ich hier was anderes erwartet. Oder was hast du eigentlich jetzt von mir erwartet mit dieser E-Mail oder mit diesem Beitrag? Ja, also dieser eine Satz, diese eine Frage kann unglaublich viel klären. Was? Wünschst du dir gerade von mir? Was erwartest du von mir? Oder was hast du von mir erwartet? Weil Menschen sprechen, also zwei Menschen sprechen manchmal über dasselbe Thema und haben völlig unterschiedliche Bilder, Vorstellungen und halt Erwartungen, von denen was eigentlich passieren soll. Und ich glaube, in diesem LinkedIn-Beispiel hätte dieser Mann mir auch einfach schreiben können, ich habe deinen Beitrag so verstanden, dass du Eltern und Menschen ohne Kinder gegeneinander stellst. Habe ich das richtig verstanden? Oder er hätte auch schreiben können, bist du irgendwie frustriert, weil du keine Kinder hast? Was ist denn dein Problem? So, ja. Ich hätte dann geantwortet, nein, darum ging es mir überhaupt nicht. Und wahrscheinlich wäre das Thema in zwei Nachrichten geklärt worden. Vielleicht hätte es sich auch ergeben, dass andere es auch falsch verstanden haben. Tatsächlich habe ich dann einen Satz in dem Post auch korrigiert, sowas gerade nicht auslösen zu wollen. Und warum ich das hier tatsächlich ausführlich das Thema Reiz und Reaktion beschränke? Ich glaube, das ist extrem wichtig, gerade für Menschen, die auch Teams leiten. Denn als Führungskraft, als Chef, Chefin hat deine Reaktion immer eine Wirkung. Und zwar nicht nur auf die Person, mit der du gerade sprichst, sondern wahrscheinlich auf das ganze Team. Wenn du auf Fehler sofort gereizt reagierst, zum Beispiel, du einen eigenen Fehler machst, werden Menschen dir natürlich künftig weniger oft von Fehlern erzählen. Also kann eigene Fehler sein, aber natürlich auch Fehler, die andere in deinem Team gemacht haben. Wenn du Kritik oder Widerspruch persönlich nimmst, werden die kritischen Stimmen leiser. Ist ja klar. Wenn du auf schlechte Nachrichten mit Vorwürfen reagierst, wirst du nicht so schnell künftig schlechte Nachrichten erhalten. Brauchst du aber, damit irgendwelche Prozesse nicht schlimmer werden. Das heißt also, wenn du erwartest, dass Mitarbeitenden Deine Erwartungshaltung, also deine Gedanken lesen können, dann entstehen Unsicherheiten und Frustrationen. Denn wir beobachten ja ganz genau, was macht denn unser Chef, unsere Chefin? Was passiert, wenn ich einen Fehler mache? Was passiert, wenn ich anderer Meinung bin? Was passiert, wenn ich etwas Kritisches anspreche, wenn ich die Erwartungen von ihm oder ihr nicht erfülle? Tatsächlich weiß ich auch überhaupt, welche Erwartungen meine Führungskraft an mich hat. Das ist ja die erste Frage. Das heißt also, diese Selbstführung oder Selbststeuerung ist deswegen nicht nur eine persönliche Fähigkeit. Das ist wirklich eine Führungsaufgabe, nicht zu schnell zu reagieren und auf die Reaktion genau darauf zu achten, weil du repräsentierst ja etwas. Und Erwartungsmanagement gehört ganz wesentlich dazu und ist genau das. Konflikte entstehen halt nicht, weil Menschen grundsätzlich nicht irgendwie miteinander arbeiten wollen. entstehen, weil Erwartungsmanagement nicht aktiv gehandhabt wird und Erwartungen nicht ausgesprochen werden. Und es ist völlig in Ordnung, wenn Erwartungshaltung unterschiedlich sind. Aber wir müssen sie halt kennen. Und ich glaube, auch das ganze Thema kann auch in Teams ausgeweitet werden. Also was können Teams sozusagen konkret vereinbaren? Können sich gemeinsam fragen, wie wollen wir mit schnellen emotionalen Reaktionen umgehen. Was wollen wir machen, wenn etwas schnell sein muss? Was hilft uns, wenn es stressig wird? Wie sprechen wir insgesamt über unsere Erwartungen? Vielleicht könnte man eine Vereinbarung haben im Team und sagen, wir fragen erst mal nach, bevor wir sowieso werten oder unterstellen. Oder wir haben jemanden, die sozusagen als neutrale Person fungiert, die wir erstmal beteiligen, bevor wir reagieren. Ja, so nach dem Motto guck du doch mal bitte drüber. Ich bin im Moment unsicher, wie das gemeint ist. Wie siehst du das? Insgesamt sprechen wir im Team frühzeitig Erwartungen aus. Wir klären Irritation möglichst direkt und möglichst schnell. Also nochmal mit solchen Sätzen. irgendwie irritiert mich das gerade. Vielleicht habe ich es auch falsch verstanden. Kannst du es mir nochmal erklären? Und ganz wichtig, man einigt sich. Wir beantworten emotionalen Nachrichten nicht sofort. Und mir fällt er auch gerade dabei ein, weil es kann ja auch mal sein, wie zum Beispiel bei diesem Herrn, was ich außerdem ihm hoch angerechnet habe, dass er die Situation sozusagen erkannt hat, den Beitrag gelöscht hat und sich dann sogar bei mir entschuldigt hat. Das heißt also im Team erinnern wir uns daran, dass wir uns Zeit geben zwischen dem, was passiert und dem, wie wir reagieren. Ich glaube, ist besonders wichtig. Ich denke da gerade so an Marketing Situationen oder Marketing Teams. Wenn wir in einem sehr schnellen und komplexen Arbeitsumfeld sind, dann ist das solche Regeln und solches Miteinander, dass das auch in Ordnung ist, ganz, ganz, ganz relevant. Denn je mehr Leute beteiligt sind, desto mehr Wahrnehmungen und gleichzeitig Trainingseinheiten in dieser Kommunikation treffen da aufeinander. Je häufiger wir die Erfahrung machen, dass es positiv ist, diese ganzen Tipps sozusagen einzuhalten und solche Regeln zu haben, desto besser. Ja. Und vielleicht kannst du noch ergänzen zu den fünf Tipps eine kleine Übung. dass du in den nächsten Tagen, das hab ich gemacht nach diesem Post, beobachte dich mal in den nächsten Tagen ganz bewusst. Wann hast du gleich den Impuls, sofort zu reagieren? Oder bei welchen Menschen passiert dir das besonders schnell, dass du vielleicht sofort sagst, ja, wieder typisch und sofort hier gleich an die Decke gehst? Was sind das für Sätze oder Formulierungen, die das bei dir auslösen? Manchmal sind es auch die eigenen Eltern oder Geschwister, bei denen man das schon gewohnt ist. Dann dich zu fragen, welche Erwartung steckt denn dahinter? Du kannst dir in diesem Moment als kleine Übung eine einzige Frage stellen. Was weiß ich eigentlich gerade noch nicht, damit es meine Reaktion eigentlich rechtfertigt? Oder was könnte die Person noch gemeint haben? Oder worauf reagiere ich eigentlich gerade wirklich? Welche Erwartungen wurde gerade bei mir nicht erfüllt? Und eine besonders wichtige Frage habe ich diese Erwartung überhaupt ausgesprochen? Und welche Reaktion finde ich, wenn ich die jetzt habe, morgen immer noch angemessen? Ich glaube, Training, solche Fragen sich zu stellen, bevor wir etwas machen, antworten, schreiben, anrufen oder überhaupt unsere Emotionen so viel Raum geben, das kann ganz, ganz viel verändern. Deswegen, diese Reaktion dieses Mannes aus meinem LinkedIn-Beispiel hat das wirklich ausgelöst, dass ich da ernsthaft drüber nachgedacht habe. Also der hat in dem Moment nicht einfach nur schnell reagiert, aber er hat noch was ganz Wichtiges gemacht. Er hat geprüft, er hat den Beitrag gelöscht, er hat sich bei mir entschuldigt. Das ist absolute Selbstführung. Und er wird wahrscheinlich beim nächsten Mal, gehe ich mal von aus, nochmal drüber nachdenken, bevor er so schnell reagiert. Ich glaube grundsätzlich, wir werden immer Dinge falsch verstehen. werden emotional reagieren. Wir sind ja keine Roboter. Wir werden Erwartungen haben, von denen andere nichts wissen. Wir werden auch einmal etwas sagen oder schreiben, dass wir später anders formulieren würden oder vielleicht bisschen bereuen. Entscheidend ist aber nicht, dass das niemals passiert, sondern ob du halt bereit bist, diese Reaktion anzuschauen. die Erwartung zu überprüfen, Verantwortung zu übernehmen, wenn es schon passiert ist, und auf die Person dann zuzugehen. Denn nochmal, und das ist die Essenz dieser Folge, zwischen Reiz und Reaktion liegt manchmal nur ein ganz, ganz kleiner Moment. Und in diesem Moment entscheidet sich häufig, entsteht hier ein Konflikt oder führe ich etwas aus, was zu einer besseren Verständigung führt. Also meine Einladung an euch, nehmt diese fünf Tipps ernst. Also immer noch mal durchlesen, besser zuhören, nachfragen, eine Pause machen, eine andere Interpretation vielleicht mal suchen und immer wieder in die Selbstreflektion zu gehen, was für eine Erwartungshaltung von mir steckt denn eigentlich dahinter, die nicht erfüllt wurden, ist. Und noch mal, nicht jede schnelle Reaktion ist eine gute Reaktion. Denn manchmal ist genau dieser eine kurze Moment der Pause des Innehaltens genau das, gute Führung was gute Selbstführung, gute Zusammenarbeit, aber ganz besonders auch für den eigenen Selbstwert ganz ganz wichtig ist. Und in diesem Sinne, probiert es mal aus. Ich freue mich immer über Kommentare und Feedback und ja, schreibt mir einfach und ich freue mich auf die nächste Folge, wenn ihr wieder dabei seid. Tschüss, liebe Grüße.