Latest / ntv Wirtschaft / Das VW-Problem: Was beim Autogiganten schiefläuft und wie er sich retten kann
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- Bei Volkswagen stehen tiefe Einschnitte an. Die deutschen Exporte legen den vierten Monat in Folge zu. Und das lang erwartete Videospiel GTA 6 könnte schon am Erscheinungstag Milliarden einspielen. In diesem Podcast verwandeln moderne KI-Systeme journalistische Inhalte, die auf unseren NTV-Plattformen publiziert wurden, in ein neues Hörformat. Text und meine Stimme wurden mithilfe künstlicher Intelligenz erzeugt. Vor der Veröffentlichung werden alle Folgen nach strengen journalistischen Standards geprüft. Viel Spaß beim Zuhören. Bei Deutschlands größtem Autobauer Volkswagen stehen tiefe Einschnitte an. Es geht um Werksschließungen und Stellenabbau. VW will sich mit seinen Sparplänen aus einer tiefen Krise zurückkämpfen, die sich schon länger angekündigt hat. Doch was läuft bei dem Autogiganten eigentlich genau schief? Friedhelm Tilden hat darüber mit dem Analysten Jürgen Pieper gesprochen. Wo sind die entscheidenden Punkte? Ja, das ist richtig. Die Probleme sind einfach aufgelaufen. Eigentlich über, man kann schon sagen, fast über Jahrzehnte. Und spätestens seit der Dieselkrise, also seit zehn Jahren, haben wir eigentlich eine ständige Problemstellung und dann versuchte Problemlösung. Da wurde viel an der Oberfläche gekrasst zunächst mal und jetzt versucht man mal tiefer zu graben. Ich glaube, ein Kernproblem ist eigentlich ganz banal. Dieser Konzern ist viel zu groß und viel zu komplex. Wir reden über gut 300 Milliarden Umsatz. Ich glaube, das ist die Volkswirtschaft von Portugal etwa. Es ist über alle Kontinente verteilt mit 650.000 Mitarbeitern. Ich glaube, das ganze Gebilde Volkswagen ist einfach kaum noch regierbar, mal als ganz pauschale Feststellung. Dann haben wir eben diese starke Orientierung natürlich zu Deutschland, wo man traditionell sehr aufwendig Autos gebaut hat. Das fing sozusagen in der Historie, in der Nachkriegszeit an, überhaupt Mitarbeiter nach Wolfsburg zu bekommen. Damals ist so ein Randgebiet, musste man den Mitarbeitern relativ viel Geld in die Hand geben. Und an diesem strukturellen Problem hat sich eigentlich bis heute nichts wirklich geändert. Inwiefern ist das Unternehmen auch gehemmt, weil ein Viertel der Aktien ja beim Land Niedersachsen liegen, wo in den vergangenen Jahrzehnten ja meistens ein Ministerpräsident von der SPD gestellt wurde, wo man dann auch noch gleichzeitig einen starken Aufsichtsrat mit den Gewerkschaften hat, dass bestimmte Probleme einfach nicht frühzeitig angegeben werden und dann angegangen werden und dann irgendwann ganz groß werden? Ganz genau, das ist, Volkswagen ist eben auch ein politisches Unternehmen. Das ist ja auch ein gesellschaftlicher, ein wahnsinnig wichtiger Faktor. In Niedersachsen ist es wahrscheinlich mit ganz großem Abstand der größte Arbeitgeber. Deswegen glaube ich auch nicht, dass es so einfach sein wird, dort ein Werk in Emden zu schließen. Das zweifel ich nach wie vor anders, dass es wirklich durchkommen wird, weil der Einfluss von Niedersachsen eben so enorm ist, weil der Gewerkschaftseinfluss so sehr stark ist und weil man in Niedersachsen einfach. Ja, das Niedersachsen gehört, Und VW gehört Niedersachsen zum Teil und umgekehrt auch. Niedersachsen gehört, oder Volkswagen gehört zu Niedersachsen. Und ich glaube, an dieser Rechnung, die eben politisch ist natürlich, wird sich auch ohne wirklich die extreme existenzielle Not, wird sich da nichts ändern. Und existenziell, das haben zwar einige Vorstände von Volkswagen jetzt, glaube ich, in jüngster Zeit gesagt, dass es um die Existenz geht. Ich glaube, dieser letzte Schritt in Richtung extrem heftige Krise, der steht schon noch aus. Wir reden ja immer noch über 3, 4, 5% operative Marge, die es ja verdient werden sollen. Man schreibt aktuell auch noch leicht schwarze Zahlen. Deswegen glaube ich nicht, dass wir so weit sind, dass Volkswagen wirklich diese Extremmaßnahmen, die sie planen, alle durchbekommen. Was muss sich also bei Volkswagen ändern? NTV-Reporterin Nadine Janz hat dazu eine klare Meinung. Volkswagen heißt Volkswagen, weil es Autos für Menschen mit normalem Einkommen waren. Käfergolf, eben echte Volkswagen. Das bezahlbare E-Auto für genau diese Kunden hat der Konzern bisher verschlafen. Ist das jetzt das Ende? Natürlich kann man sagen Bürokratie, Energiepreise, Standortkosten. Mit China können wir da eh nicht mithalten. Aber warum schafft es Renault, einen Twingo-Stromer unter 20.000 Euro anzubieten? Ganz einfach, weil sie einen klaren Plan für günstige E-Autos haben und ihre internen Probleme angegangen sind. VW hat das nicht. VW hat Werke, die als zu teuer, zu langsam und zu wenig ausgelastet gelten und eine Struktur, die neue Ideen bremst, statt sie zu beschleunigen. Diese Probleme wird Volkswagen von der Politik nicht gelöst bekommen. Der größte deutsche Autokonzern muss selbst beantworten, für wen baut VW eigentlich Autos. Ein Volkswagen, den sich viele Menschen nicht leisten können, hat seinen eigenen Namen weder verstanden noch verdient. Von der Krise bei Volkswagen jetzt zu einer positiven Nachricht. Die deutschen Exporte haben im Mai erneut zugelegt, und zwar um 0,9 Prozent zum Vormonat. Das hat das Statistische Bundesamt mitgeteilt. Vor allem in die USA, aber auch nach China wurde mehr geliefert. Wie diese Zahlen einzuordnen sind, hat Etienne Bell mit Dirk Yandoura besprochen. Er ist Präsident des Außenhandelsverbands BGA. Ist das die Trendwende oder haben wir die vielleicht sogar schon hinter uns? Wie beurteilen Sie die Zahlen? Nein, diese Zahlen sind super, die machen extrem viel Mut. Wenn man drauf guckt, dann sehen wir vor allen Dingen, die Drittstaaten sind sehr, sehr stark. USA und auch China, vor allen Dingen aber die USA, haben ein extrem starkes Exportwachstum gehabt. Das ist sehr, sehr erfreulich. Aber man muss auch sagen, es war jetzt mal ein ruhiger Monat vergleichsweise ruhig, was jetzt handelspolitische Probleme anging. Und insofern sind das möglicherweise eine Mischung aus Vorzieheffekten, aus Nachholeffekten. Vielleicht hat es auch mit Großaufträgen zu tun. Wir wissen zu wenig darüber. Insofern würde ich die mit großer Freude zur Kenntnis nehmen, diese Zahlen. Auch die Ausweitung des Handelsbilanzüberschusses. Aber von der Trendwende würde ich hier noch nicht sprechen wollen. Gleichzeitig haben wir jetzt wieder die Situation in der Ost, die wieder eskaliert ist. Kann das die Exporte wieder abwürgen? Ja, natürlich. Die Straße von Hormuz ist einfach eine Lebensader des Welthandels. Das haben wir vorher nicht ganz so erkannt, aber es wird uns natürlich immer mehr bewusst. Es betrifft die Zulieferer in Asien, die mit petrochemischen Produkten nicht so versorgt werden. Der Ölpreis, der Gaspreis, all diese Verbundeffekte, die machen uns natürlich das Leben schwer. Es führt zu Unsicherheit. Man sieht es auch an der Tankstelle. Die Preise steigen schon wieder etwas. Also das ist keine schöne Entwicklung. Überhaupt gar keine Frage. Das macht mir Sorgen. Kurzes Wort noch zu den Exportzahlen in die USA. Sie haben schon gesagt, die waren richtig gut. Auch nochmal ein dickes Plus zum Vormonat. Wie ist das zu erklären? Ja, also wir wissen, in dem Moment, wo diese Zahlen rauskommen, kennen wir natürlich jetzt noch nicht die Details, was genau dahinter steckt. Aber wir haben natürlich schon ein bisschen vorsichtige Erholungen in den Industriezahlen gesehen. Aber natürlich diesen Effekt haben wir so nicht erwartet. Und deshalb kann ich Ihnen nicht genau sagen, was dahinter steckt. Wir vermuten, es sind schon so ein bisschen Nachholeffekte, Vorzieheffekte, weil wir einfach ein bisschen mehr Entspannung hatten, dadurch, dass mal an der Zollfront in Anführungszeichen ein bisschen Ruhe herrscht. Was bedauerlich ist, muss man einfach sagen, es kommt immer wieder Unruhe herein und wir merken sehr schnell, wie die Unternehmen dann wieder sofort aufgrund dieser Unsicherheit auch ihr Handeln einstellen. Und deshalb nochmal muss man einfach sagen für die EU, geschlossenes Auftreten ist wichtig, Freihandelsabkommen, wir müssen zusehen, dass wir diversifizieren. Resilienz kommt durch Diversifikation und ich möchte in Richtung EU noch hinzufügen, nicht durch Abschottung. Das ist nicht der Weg, den die EU gehen sollte. Weiter geht's mit einem Thema, das viele Autofahrer im Alltag nervt. Immer mehr Supermärkte und Shoppingzentren erlauben das Parken vor ihrer Haustür nur noch, wenn man auch bei ihnen einkauft. Dabei galten die Parkflächen lange Zeit als einfache und kostenlose Alternative für Termine oder andere Erledigungen. Nun drohen hohe Bußgelder. Was man dabei beachten muss, darüber hat Sibylle Schaar mit dem NTV-Verbraucherexperten Thorsten Knippertz gesprochen. Ist das wirklich erlaubt? Ja, ist tatsächlich erlaubt. Die Supermärkte oder Discounter, die wollen ihre Kundinnen und Kunden so ein bisschen schützen, damit dann nicht welche, die nicht in dem Supermarkt einkaufen, die ganze Zeit da parken. Gehen sie mit einem anderen Unternehmen, das dann dieses Parken überwacht, einen Vertrag ein. Und du wiederum, wenn du mit deinem Auto auf diesen Parkplatz fährst, Gehst ebenfalls einen Vertrag ein, sofern die Schilder gut lesbar sind und musst dann eventuell noch eine Strafe zahlen, wenn du die Parkscheibe vergessen hast oder eben die Parkdauer überschritten hast. Du hast gerade schon gesagt, sofern die Hinweisschilder gut zu lesen sind. Wir haben da gestern in der Redaktion auch lange drüber gesprochen. Jeder hat so von seinen Erfahrungen berichtet. Wie sieht das dann aus mit diesen Hinweisschildern? Wie transparent müssen die wirklich sichtbar sein? Die müssen gut sichtbar sein an den Auffahrten. Wenn du auf den Parkplatz drauf fährst, dann muss da auf jeden Fall schon ein Schild sein. Und da darf auch nicht irgendeine Pflanze drüber hängen. Das muss groß genug sein. Das muss überall deutlich sichtbar sein. Ansonsten kannst du das tatsächlich anfechten, wenn du so ein Knöllchen hast und sagen, nö, da war nichts zu lesen. Am besten auch immer fotografieren oder vielleicht ein kleines Video machen, wenn man sieht, okay, da ist ein Busch drüber gewachsen oder es war überhaupt kein Schild zu sehen. Und dann hast du eine gute Chance, rauszukommen. Ja, du hast es gerade schon erwähnt, was man am besten machen sollte, wenn man eben so ein Knöllchen bekommt. Wie groß sind denn die Chancen? Du sagst es gerade schon, sie sind relativ hoch, wenn man das Ganze dokumentiert hat, aber was sind da so Erfahrungswerte, wie man aus der Nummer wieder rauskommt am besten? Am besten wirklich immer Quittung aufbewahren, dass du beweisen kannst, ich habe wirklich in diesem Supermarkt eingekauft. Und dann zeigen sich die Firmen auch oft kulant, wenn du sagst, ich war wirklich da einkaufen, ich war Kundin oder Kunde. Und hier, das kann ich beweisen, ich war deswegen da und da und habe eben Produkte gekauft. Und dann wird die Strafe im Normalfall erlassen und vielleicht auch ein Foto machen, wenn die Parkscheibe eventuell mal runtergerutscht ist in den Fußraum. Auch das kann ja passieren. Wobei die meisten Firmen jetzt mittlerweile dazu übergehen, eher das Ganze automatisch zu überwachen mit Kameras, Kennzeichenerkennung, also Parkscheibe, wird immer weniger, wird aber auch noch genutzt. Und zum Schluss noch dieses Thema. Das lang erwartete Videospiel GTA 6 wird wohl schon am Erscheinungstag irrsinnige Summen einspielen. Das berichtet das Forbes-Magazin. Demnach rechnen Analysten damit, dass das Spiel am ersten Tag bis zu 40 Millionen Mal verkauft wird. Das entspräche einem Umsatz von 3 bis 4 Milliarden US-Dollar. Schon der Vorgänger war ein Verkaufsschlager. Das war unser Blick auf die aktuellen Nachrichten aus der Wirtschaft für den Moment. Wir hören und lesen uns wieder bei NTV. In der App, im TV oder hier im Podcast.