Latest / ntv Wirtschaft / Wird jetzt alles wieder billiger? Wie es nach dem Iran-Deal weitergeht
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- Der Iran-Krieg ist erst mal vorbei. Und sofort entspannen sich auch die Ölpreise. Wird tanken, heizen und auch einkaufen jetzt wieder günstiger? Zumindest wird es jetzt einfacher, Online-Verträge wieder rückgängig zu machen. Und die EU bereitet neue Zölle gegen chinesische Autobauer vor. Hallo. In diesem Podcast verwandeln moderne KI-Systeme journalistische Inhalte, die auf unseren NTV-Plattformen publiziert wurden, in ein neues Hörformat. Text und meine Stimme wurden mithilfe künstlicher Intelligenz erzeugt. Vor der Veröffentlichung werden alle Folgen nach strengen journalistischen Standards geprüft. Viel Spaß beim Zuhören. Nach dem vorläufigen Abkommen zwischen den USA und dem Iran samt Waffenstillstand sind die Ölpreise deutlich gefallen, auf den niedrigsten Stand seit Anfang März. Die ersten Schiffe passieren wieder die Straße von Hormuz. Öl, Gas, Düngemittel und anderes könnte bald wieder ganz ungehindert verschifft werden. Vor wenigen Monaten war noch von Ölmangel die Rede. Jetzt diskutieren Experten plötzlich schon über ein mögliches Überangebot, wenn das Öl aus der Golfregion wieder fließt. Das ist für uns hier nicht nur an der Tankstelle entscheidend. Insgesamt soll der Krieg jeden deutschen Verbraucher in diesem und im kommenden Jahr im Schnitt rund 400 Euro kosten. Das hat das IFO-Institut berechnet. Welche Produkte könnten denn bald vielleicht wieder günstiger werden? Und wie geht es weiter mit dem Öl? Darüber hat Nancy Lanzendörfer mit Holger Schmieding gesprochen, dem Chefvolkswirt bei Bärenberg. Soll ich mit dem Tanken lieber noch warten? Oder wann sehen wir wieder Preise Ihrer Meinung nach von vor dem Iran-Krieg? Zunächst mal, ich würde jetzt den Tankrabatt noch ausnutzen. Das heißt, in den nächsten Wochen volltanken. Es dürfte insgesamt längerfristig bei den Ölpreisen und auch damit bei den Benzinpreisen unabhängig vom Tankarbeit eher nach unten gehen. Zumindest bei den Ölpreisen. Warum? Weil nach einer Phase relativ hoher Preise, die wir jetzt gehabt haben, es dann vermutlich auf Dauer etwas mehr Angebot, etwas weniger Nachfrage gibt. Es kann sein, dass dann 2027, 2028 die Rohölpreise unter dem jetzigen Niveau wieder sind. Gute Nachrichten für Autofahrer, Herr Schmieding, aber Staus auf dem wichtigen Seeweg müssen ja noch aufgelöst werden, Produktionsstätten repariert werden, Reservemenge nicht gerade groß, heißt es. Kommt da auf uns Verbraucher noch was zu? Ich glaube nicht, dass auf uns noch ein großer Wiederanstieg zukommt, aber es wird wohl so sein, dass eben die Rückkehr zu den Preisen von vor dem Krieg dauern wird. Das ist vielleicht eine Geschichte eher fürs nächste oder insbesondere fürs übernächste Jahr. Es müssen ja auch viele Lager erst mal wieder aufgefüllt werden. Und ich könnte mir denken, dass Lagerhaltung künftig ausgeprägter ist rund um die Welt. Also wir sind bei den Ölpreisen im Trend wahrscheinlich weiter auf dem Weg nach unten. Aber den großen Rutsch von dem Höhenflug, den wir gesehen haben, den großen Rutsch haben wir jetzt wahrscheinlich bereits gehabt. Wie lange dauert es denn bis zu einer Normalisierung von Ölproduktion, Schifffahrt, Lieferungen etc.? Das dauert wahrscheinlich mehr als sechs Monate, weil ja auch einige Anlagen repariert werden müssen. Es wird etwas dauern. Aber ich denke, dass wir im Spätherbst, im Winter wieder bei einer weitgehend normalen Situation sind. Und dann ist eben gut möglich, dass danach insgesamt die Produktion weltweit steigt als Reaktion auf die hohen Preise, die wir jetzt gehabt haben und ja in gewissem Sinne immer noch haben. Und dass uns dann im Laufe 2027, 2028 weitere gute Nachrichten ins Haus stehen können mit Ölpreisen. Die sinken auf das Vorkriegsniveau und mit einer gewissen Chance vielleicht sogar etwas darunter. Jetzt haben wir natürlich vor allem über die Ölpreise gesprochen. Da haben wir schon Rückgänge gesehen. Welche Produkte werden denn jetzt möglicherweise noch günstiger? Zunächst einmal müssen wir ja sagen, dass wir bei einigen Produkten, beispielsweise im Bereich der Landwirtschaft, Lebensmittel, ja noch gar nicht in den Verbraucherpreisen so richtig sehen, dass Düngemittel wohl teurer geworden sind. Auch die Gasrechnungen für viele Haushalte haben sich ja noch nicht erhöht. Also zunächst einmal sind da noch einige indirekte Effekte des Preisanstiegs der letzten drei Monate in der Pipeline, sodass wir vermutlich als Verbraucher jenseits von Benzin und Heizöl uns teilweise noch auf etwas höhere Preise einstellen müssen. Und in diesem Bereich wird es dann wahrscheinlich ein halbes Jahr, dreiviertel Jahr dauern, bis auch da eine gewisse Entspannung ist, bei Lebensmitteln möglicherweise weit über eine Erntesaison hinaus. Da gibt es ja auch bei Düngemitteln derzeit geleichte Engpässe. Da wird noch das eine oder andere auf die Verbraucher zukommen. Aber die große Nachricht ist, alles in allem haben wir wohl den Inflationsgipfel erreicht. Und insgesamt ist die Chance ganz gut, dass die Inflation in Deutschland im Laufe des kommenden Jahres auf 2% oder zeitweilig sogar auf unter 2% im Vorjahresvergleich fällt. Okay, also bis Preissenkungen in der Breite auch bei uns im Alltag ankommen, kann es jedenfalls noch dauern. Trotzdem erst mal gute Nachrichten für die Verbraucher. Ja, und die kommen heute auch von der EU. Online einen Vertrag abschließen, das geht in Sekunden. Ein Klick, ein Häkchen, fertig. Wer denselben Vertrag wieder rückgängig machen wollte, musste bisher aber oft suchen. Nach einer Mailadresse, einem Formular oder irgendeinem versteckten Kontaktfeld. Ab heute soll damit Schluss sein. Denn jetzt kommt der Widerruf-Button. Den müssen Unternehmen gut sichtbar auf ihren Online-Seiten oder in der App haben, damit Kunden ihre Verträge genauso leicht widerrufen wie abschließen können. Mit wenigen Klicks. Wie genau sieht das aus? Wir haben mit Simone Büb von der Verbraucherzentrale Bayern über die Neuerung gesprochen. Das Widerrufsrecht an sich bleibt bestehen, aber es wird einfacher zu kündigen bzw. zu widersprechen, richtig? Es wird tatsächlich einfacher, weil ich genauso schnell, wie ich den Vertrag schließen kann, mit einem Klick dann den Vertrag auch wieder widerrufen kann. Und ich habe das Ergebnis, eine Bestätigung der Widerrufe, eingegangen. Wer ist denn dafür verantwortlich? Also etwa Ebay oder der Verkäufer dahinter? Also es müssen auch die Plattformen, müssen den Widerrufsbutton haben. Grundsätzlich muss der entweder auf der Plattform sein oder der Verkäufer dahinter. Ich muss ihn immer sehen können. Also wenn ich jetzt auf eine Verkäuferseite weitergeleitet werde, dann muss er dort auf der Seite sein. Werde ich nicht weitergeleitet auf der Seite, muss er zum Beispiel bei Ebay oder bei Amazon oder bei einer anderen großen Plattform auch aufzufinden sein. Also ein Vorteil für den Verbraucher, sprechen wir über den. Also zum Beispiel auch die Frage, welche Angaben muss ich als Verbraucher im Widerrufsprozess jetzt machen? Tatsächlich sehr wenige. Also sie müssen sich ja irgendwie ausweisen, in Anführungszeichen können, dass der Unternehmer sieht, wer ist, wer widerruft hier. Also meistens ist es der Name und entweder eine Bestellnummer oder eine Vertragsnummer oder, wenn ich habe, eine Kundennummer. Und ich muss dann noch die E-Mail-Adresse zum Beispiel angeben, damit ich diese Mail erhalte, der Widerruf ist eingegangen. Und das gilt jetzt nicht nur für Online-Shops, sondern auch Streaming-Dienste, richtig? Welche Folgen drohen denn bei fehlendem oder fehlerhaftem Widerrufsbutton? Bei einem fehlerhaften Widerrufsbutton droht eine Abmahnung. Es können auch Vertragsstrafen drohen von Behörden. Das sind so die Folgen, die drohen. Also das sollte man, man sollte den auf jeden Fall haben. Wir haben heute früh auch schon geschaut. Es gibt, die meisten haben ihn tatsächlich auf den Seiten. Und würden Sie sagen, also es gilt jetzt nicht nur, natürlich sprechen wir vor allem von Kaufverträgen, Online-Shops, aber es gilt jetzt nicht nur für Online-Shops, sondern eben auch für Streaming-Dienste. Genau, es gilt für Streaming-Dienste oder es gilt auch für Apps oder auch für Dienstleistungen, die ich im Internet bestelle. Also eigentlich für alle Verträge, die ich online abschließen kann. Dann vielen Dank, Frau Böb, erst mal nach München. Haben wir wieder viel gelernt. Herzlichen Dank. Sehr gerne, Dankeschön. Aus Brüssel kommt heute aber noch mehr. Also besser gesagt, neue Zölle sollen kommen. Beim EU-Gipfel stand nämlich unter anderem der Umgang mit chinesischen Autobauern auf dem Programm. Die EU wirft ihnen vor, bestehende Strafzölle auf ihre von Peking subventionierten E-Autos gezielt zu umgehen, indem sie stattdessen nämlich einfach mehr Plug-in-Hybride nach Europa exportieren. Und für die gelten die Zölle nicht. Bis jetzt. Die EU-Kommission untersucht jetzt wohl auch Ausgleichszölle für die Hybride. Dem müsste aber die Mehrheit der Mitgliedstaaten erst zustimmen. Droht jetzt neuer Handelskrach mit Peking? Und wie stark wirken die Zölle überhaupt? Das hat uns Arthur Leichthammer gesagt, Volkswirt am Jacques Delors-Centre. Herr Leichthammer, schön, dass Sie da sind. Inwieweit zeigen denn die bisherigen Zölle auf chinesische Autos Wirkung aus Ihrer Sicht als Volkswirt? Die Zölle zeigen Wirkungen, indem dieser rapide Anstieg, den wir vorher gesehen haben, entschleunigt wurde. Die Zölle sind jedoch nicht groß genug, verglichen zum Beispiel mit den Vereinigten Staaten, die 100 Prozent eingeführt haben. Die liegen zwischen 8 und 35 Prozent, um diese Importe komplett stagnieren zu lassen. Sondern im ersten Quartal 2026 hat man immer noch einen Anstieg an über 30 Prozent gesehen. Das ist aber verglichen mit dem, ohne diese Zölle, ein deutlich geringerer Zuwachs. Die EU-Kommission will jetzt also ein Schlupfloch schließen, wie es heißt. Werden dadurch tatsächlich chinesische Hybride teurer und Autofahre hierzulande kaufen, eher europäische? Oder wie sehen Sie es? Das ist die Idee von Ausgleichszellen. Aber man versucht dort nicht Produkte artifiziell zu verteuern, sondern genau diesen unfairen Wettbewerbsvorteil, den chinesische Produzenten im heimischen Markt durch massive Subventionen, und andere Instrumente erlangen haben auszugleichen und damit den europäischen Produzenten eine faire Chance zu geben. Erwarten Sie dann jetzt Gegenmaßnahmen, Zölle der Chinesen? Im Vorfeld zum Europäischen Rat. Heute war schon relativ viel im Gespräch, was man gegen den breiteren Importdruck Chinas machen kann. Und da hat Peking durch einen nationalen Sender sehr schnell Signale gesendet, dass man genau politisch sensible Güter mit Gegenzöllen bestrafen würde. Da waren französische Kosmetika, Fleisch oder auch Alkohol im Raum. Und damit muss man rechnen. Aber es ist egal, was man machen will. Wenn die Problemdiagnose ist, dass man jetzt handeln muss, muss man sich darauf vorbereiten und auch europäisch abstimmen, wie man mit sehr politisch gezielten Gegenmaßnahmen umgehen könnte. Und wie es hier weitergeht, werden wir natürlich verfolgen. Erstmal vielen Dank Ihnen nach Berlin. Vielen Dank. Vielen Dank. Das war unser Blick auf die aktuellen Nachrichten aus der Wirtschaft für den Moment. Wir hören und lesen uns wieder bei NTV. In der App, im TV oder hier im Podcast.