Latest / Moneyfestation / Finanzen als Paar: 50/50 ist nicht fair - warum "gleich" nicht automatisch gerecht bedeutet #112
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- 0:00(Transkribiert von TurboScribe. Upgrade auf Unbegrenzt, um diese Nachricht zu entfernen.) Er sagt, 50,50 ist doch fair.
- 0:02Hat sie dann Rücklagen aufgebaut?
- 0:04Der Mann sitzt da vielleicht auf 50.000
- 0:06Euro Depot und sie sitzt auf 500 Euro
- 0:08Rücklage.
- 0:09Also, das ist der Betrag, der bei dir
- 0:10übrig ist, das der Betrag, der bei mir
- 0:12übrig ist, das und das ist meine Rentenlücke.
- 0:15Lass uns da eine gemeinsame Lösung für finden.
- 0:18Ich sehe da ganz, ganz viele Gefahren für
- 0:20unsere Hörerinnen.
- 0:22Untertitel im Auftrag des ZDF für funk, 2017
- 0:26Hallo, Anna.
- 0:27Hallo, Annabelle.
- 0:28Hallo und herzlich willkommen bei der heutigen Folge
- 0:31Manifestation.
- 0:32Yay.
- 0:33Ich habe heute mal wieder eine Frage einer
- 0:37unserer Hörerinnen mitgebracht, die uns über Instagram erreicht
- 0:41hat.
- 0:41Das haben wir ja jetzt schon das eine
- 0:43oder andere Mal gemacht, dass wir eine eurer
- 0:45Nachrichten in unserem Podcast als Aufhänger genommen haben
- 0:48für ein Thema.
- 0:49So soll es auch heute sein.
- 0:51Ich würde tatsächlich einfach mal reinstarten und die
- 0:53Frage vorlesen.
- 0:55Yes.
- 0:56Die Hörerin möchte gerne anonym bleiben.
- 0:58Sie hat gesagt, sie würde es schön finden,
- 1:00wenn wir ihren Namen nicht nennen.
- 1:02Aber sie hat eine wirklich richtig, richtig spannende
- 1:04Frage an uns.
- 1:05Deswegen lese ich die euch jetzt gerne einmal
- 1:07vor.
- 1:08Ich ziehe im Herbst mit meinem Freund zusammen.
- 1:11Er verdient 4000 Euro netto, ich 2200.
- 1:15Die Wohnung kostet 1600 Euro warm.
- 1:18Er sagt, 50-50 ist doch fair.
- 1:21Wir haben ja beide gleich viel Platz.
- 1:23Rechnerisch hat er grundsätzlich recht.
- 1:25Aber mir bleiben 1400 Euro übrig, ihm 3200.
- 1:31Und wir planen ein Kind.
- 1:33Ich würde dann in Teilzeit gehen, er bleibt
- 1:35Vollzeit.
- 1:35Dann verdiene ich noch weniger.
- 1:38Ich habe das Gefühl, ich bin die Komplizierte,
- 1:40wenn ich das anspreche.
- 1:42Für ihn ist, glaube ich, klar, dass wir
- 1:4450-50 machen.
- 1:46Aber ich habe das Gefühl, dass das nicht
- 1:47ganz gerecht ist.
- 1:49Und ich kriege es nicht angesprochen, ohne dass
- 1:51es klingt, als würde ich um Geld betteln.
- 1:54Oh.
- 1:57Da gehen ganz viele Alarmglocken direkt bei mir
- 2:00an.
- 2:00Witzig ist, wir haben neulich über einen ähnlichen
- 2:02Fall gesprochen, von einer Kundin, die gesagt hat,
- 2:05da haben wir uns noch nicht so richtig
- 2:06Gedanken drüber gemacht.
- 2:07Ich dachte, okay, schön, dass ich mir Gedanken
- 2:10mache, du noch nicht.
- 2:11Unsere Hörerin ist da einen Schritt weiter.
- 2:13Sie hat sich Gedanken gemacht und merkt, es
- 2:15ist ein Störgefühl in ihr mit der Lösung,
- 2:17die ihr Freund entweder vorschlägt, ich weiß nicht,
- 2:19ob er es aktiv vorgeschlagen hat, er sagt
- 2:21es ja, oder ob er sich nicht so
- 2:24viele Gedanken gemacht hat.
- 2:25Ich verstehe, dass das der logische erste Gedanke
- 2:27ist.
- 2:28Man teilt sich etwas, etwas gehört zwei Leuten
- 2:31zu 50%.
- 2:32Dann teilt man es, keine Ahnung.
- 2:34So wie wenn wir mit einer Freundin mal
- 2:35essen gehen und sagen, macht uns unkompliziert, 50
- 2:38-50.
- 2:38Aber wenn es um Fixkosten geht, um regelmäßige
- 2:41Fixkosten, macht es einen großen Unterschied, das hat
- 2:43sie ja schon ausgerechnet.
- 2:45Der Unterschied ist ja ganz deutlich, er hat
- 2:48am Monatsende mehr als doppelt so viel wie
- 2:50sie übrig.
- 2:51Ja, das ist auf jeden Fall, würde ich
- 2:53sagen, ein guter Aufhänger für ein Gespräch, was
- 2:55wir miteinander führen können.
- 2:56Ist das eigentlich wirklich gerecht?
- 2:58Oder gibt es da auch andere Methoden, wie
- 3:01man seine gemeinsamen Fixkosten aufteilen kann?
- 3:05Zunächst einmal möchte ich aber Danke sagen an
- 3:07unsere Hörerin, die uns diese sehr spannende Nachricht
- 3:10geschickt hat.
- 3:11Und euch alle ermutigen, wenn ihr Fragen habt,
- 3:13zu allen möglichen Themen, rund ums Thema Finanzen,
- 3:19Finanzen in der Partnerschaft, Investments, alle möglichen Fragen,
- 3:23die euch einfallen, gerade von den Themen, die
- 3:24wir regelmäßig auf Social Media oder auch im
- 3:26Podcast behandeln.
- 3:27Oder auch Fragen, die wir noch gar nicht
- 3:29behandelt haben.
- 3:30Dann fühlt euch frei und slidet in unsere
- 3:32DMs und schickt uns gerne alle möglichen Anfragen.
- 3:35Ihr dürft auch gerne dazu schreiben, ihr wollt,
- 3:37dass euer Name nicht genannt wird.
- 3:39Also alles gar kein Problem, keine Frage ist
- 3:41zu klein, keine Frage ist peinlich.
- 3:42Traut euch ruhig zu fragen, wir machen das
- 3:45super, super gerne, dass wir dann eine Podcast
- 3:46-Folge genau mit dieser Frage füllen und einmal
- 3:48drüber sprechen.
- 3:53Kurz eine eigene Sache.
- 3:54Warum gibt es diesen Podcast überhaupt?
- 3:56Genau, dank Invest4Women.
- 3:57Und Invest4Women kann auch mehr für dich tun.
- 3:59Dein Geld liegt auf dem Tagesgeldkonto und verdient
- 4:01leise an Wert.
- 4:02Deine Altersvorsorge, die schiebst du seit Monaten vor
- 4:04dir her.
- 4:05Und beim Investieren denkst du, ich müsste, aber
- 4:07ich weiß nicht, wo ich anfangen soll.
- 4:08Genau dafür gibt es unsere Investmentberatung von Frauen
- 4:11für Frauen.
- 4:11Und du startest mit einem kostenlosen Erstgespräch und
- 4:14deiner Investment-Expertin, z.B. mit mir.
- 4:16Danach begleiten wir dich individuell eins zu eins
- 4:18rund um Vermögensaufbau, Altersvorsorge und Absicherung.
- 4:22Komplett online, deutschlandweit und auf Augenhöhe.
- 4:24Und endlich mit einem Fahrplan, der zu deinem
- 4:26Leben passt.
- 4:27Buche dir jetzt ein kostenloses, unvermittliches Erstgespräch.
- 4:29Den Link findest du hier unter der Folge
- 4:31in der Videobeschreibung.
- 4:32Ich freue mich auf dich.
- 4:35Dann lass uns doch mal reingehen in das
- 4:38Thema.
- 4:38Du hast ja jetzt schon ganz, ganz viele
- 4:40rote Flaggen reingeworfen in den Raum.
- 4:43Ähm, was glaubst du denn, warum könnte sie
- 4:47sich denn damit unwohl fühlen?
- 4:49Also was ist denn so vielleicht der Pain
- 4:50-Point in der Situation?
- 4:52Also für mich ist der Pain-Point ja
- 4:53ziemlich klar, dass dadurch ein Machtgefälle entsteht.
- 4:57Ein Machtgefälle, was die Handlungsspielräume angeht.
- 4:59Weil, spielen wir das Spiel mal weiter, die
- 5:02beiden wohnen ja nicht nur, die existieren ja
- 5:04nicht nur in ihrer Wohnung, sondern die haben
- 5:06vielleicht auch Urlaube, die sie gemeinsam machen.
- 5:08Die haben Hobbys, die haben aber auch Sachen,
- 5:10die sie getrennt voneinander machen.
- 5:12Und am Ende bleibt ihm mit seinen 3200
- 5:14ja viel mehr Handlungsspielräume.
- 5:16Z.B. sagt er, ja geil, ich möchte
- 5:17jetzt nächstes Jahr dann vielleicht eine Malediven-Reise
- 5:21machen.
- 5:21Und dann machen wir wieder 50-50.
- 5:23Und das kostet 5000 Euro.
- 5:24Und sie denkt sich, ja cool, du hast
- 5:25ja aber auch die Hälfte sehr, sehr schnell
- 5:27angespart.
- 5:27Und wie lange soll ich denn darauf hinsparen?
- 5:29Und andersrum, was muss ich denn quasi im
- 5:31Alltag zurückstecken und mir sparen, damit wir dieses
- 5:34auch 50-50 machen können?
- 5:35Also das kann man ja immer so weiterspinnen.
- 5:37Ihr bleiben ja immer weniger Möglichkeiten, ihr Leben
- 5:40zu gestalten und auf der anderen Seite auch
- 5:42Rücklagen zu bilden.
- 5:43Weil es kann ja immer mal sein, dass
- 5:44die Beziehung auch nicht hält.
- 5:46Und in, keine Ahnung, 3 Monaten, 3 Jahren,
- 5:4830 Jahren, sagt dieser Mann, ach ja, ich
- 5:51glaube, das reicht mir mit dir.
- 5:52Danke, tschüss.
- 5:53Und wie steht sie dann da?
- 5:55Hat sie dann Rücklagen aufgebaut?
- 5:56Der Mann sitzt da vielleicht auf 50.000
- 5:58Euro Depot und sie sitzt auf 500 Euro
- 6:00Rücklage.
- 6:01Also ich sehe da ganz, ganz viele Gefahren
- 6:04für unsere Hörerinnen, die ihr vielleicht jetzt langsam
- 6:07schon ein bisschen bewusst werden, aber scheinbar ihrem
- 6:09Partner noch nicht bewusst sind.
- 6:10Ich finde auch, ehrlich gesagt, ganz, ganz spannend,
- 6:13die Haltung, die sie selber zu haben scheint
- 6:15dazu.
- 6:16Also sie hat ja gesagt, ich will nicht
- 6:18die Komplizierte sein.
- 6:19Also ich habe ein Störgefühl, aber ich will
- 6:20nicht die Komplizierte sein und ich will nicht
- 6:22um Geld betteln müssen.
- 6:24Und das ist ja schon auch ein Framing,
- 6:26wo man schon wieder merkt, Frauen reden zu
- 6:29wenig über Geld und das wird auch einfach
- 6:30immer ein bisschen so abgetan, als wäre das
- 6:32ein unangenehmes Thema und sollte man lieber nicht
- 6:34machen.
- 6:35Weil genau da sehe ich die Gefahr, dass
- 6:38sie das Gefühl hat, es steht ihr nicht
- 6:39zu, dieses Gespräch zu führen, denn es ist
- 6:41ein total wichtiges Gespräch und das ist nicht
- 6:43so...
- 6:44Also liebe ich ja immer Männer, die sagen,
- 6:47Frauen seien Golddigger.
- 6:48Ich würde gerade sagen, das reagiert schon in
- 6:50diese schöne Golddigger-Thematik.
- 6:51Und man denkt so, Bruder, du besitzt eine
- 6:52Matratze, was ist bei dir zu holen?
- 6:55Ja.
- 6:56Deine Matratze hat Flecken auch noch.
- 6:58Also solche Männer sagen, Golddigger.
- 7:01Und dann denke ich mir immer so, du,
- 7:02da gibt es nichts zu dicken bei dir,
- 7:03mein Schatz.
- 7:04Auch da muss ich sagen, ja, das ist
- 7:07ein gutes Nettogehalt, keine Frage, aber von Golddigger
- 7:10in diesem Kontext zu sprechen, nein.
- 7:12Er ist jetzt kein Millionen-Erbe und sie
- 7:13möchte nichts mehr bezahlen und von ihm alles
- 7:15bekommen.
- 7:16Das geht ja nur darum, dass sie gleiche
- 7:18Möglichkeiten, Chancen und ja, auch Rücklagen nachher bilden
- 7:22kann.
- 7:22Genau, und gerade wenn man sich dafür entscheidet,
- 7:25gemeinsam ein Kind in die Welt zu setzen,
- 7:27ist diese Frage so essentiell, deswegen glaube ich...
- 7:29Ich glaube, das würde ich auch gerne noch
- 7:30mal so ein bisschen zurückstellen, dass wir dann
- 7:32noch mal einen gleichen Extrapunkt mit dem Kind
- 7:33machen, weil das nochmal ein ganz anderer Punkt
- 7:35ist.
- 7:35Nehmen wir jetzt einfach mal nur deren Leben
- 7:38als zwei kinderlose Erwachsene.
- 7:42Ich glaube, das können wir schon mal durchgehen,
- 7:43weil es gibt ja auch viele, für die
- 7:45dieser Teil der Nachricht zutrifft, aber die eben
- 7:47keine Familie haben und dann nochmal nächster Schritt
- 7:49Familie.
- 7:50Also ich sage mal so, wenn du, das
- 7:52ist auch mein Hot Take, wenn du sowas
- 7:54in einer Beziehung gar nicht ansprechen kannst, vielleicht
- 7:56ist es ja auch nur ihr Gefühl, wenn
- 7:57sie es anspricht, dass sie sich jetzt ein
- 7:58Kopfkino macht und sie sagt, dass du, ich
- 8:00weiß, du hast vorgeschlagen 50-50, aber das
- 8:03und das sind meine Punkte.
- 8:04Siehst du es nicht auch ein, dass du
- 8:06mehr zahlen könntest?
- 8:08Und er sagt, ja krass, so habe ich
- 8:09es noch nie betrachtet.
- 8:10Kann ja auch sein, dass er sagt, ja,
- 8:12hast ja recht.
- 8:13Wenn es andersrum wäre, würde es mir genauso
- 8:14gehen.
- 8:15Das wäre eine Gutreaktion, aber wenn er wirklich
- 8:17ihre Sorgen bestätigt und er sagt, ja, aber
- 8:20du hast doch 50 Prozent des Wohnraums.
- 8:23Ich kann auch nichts dafür, dass du dir
- 8:24einen niedrig verdienten Job ausgesucht hast oder solche
- 8:26Argumente kommen.
- 8:27Dann würde ich sagen, bevor du da irgendwie
- 8:29an Kinder denkst, da ist die Tür, Girl,
- 8:31es gibt Tausende Männer, die viel, viel geiler
- 8:33draus sind als dieser Kerl, dann bitte trenn
- 8:35dich, das ist dann mein Tipp.
- 8:37Ja, aber wir können ja jetzt erst mal
- 8:39von dem günstigen Fall ausgehen.
- 8:41Also ich glaube, dass da sehr viel mitschwingt,
- 8:43Erwartungshaltungen, die bei dir liegen, ohne dass jemand
- 8:47das schon mal dir so unbedingt bestätigt hat
- 8:50und dass der Wahrheit entsprechen muss, einfach auch
- 8:52aufgrund der Prägung, was ich ja gerade schon
- 8:54meinte.
- 8:55Ich würde das immer offener ansprechen.
- 8:56Ich glaube, dass die faireste Lösung bei sehr
- 9:01unterschiedlichem Gehalt, egal ob es jetzt so ist,
- 9:04dass die Frau sehr viel mehr verdient und
- 9:05der Mann weniger oder auch andersherum immer ist,
- 9:08dass man schaut, wie hoch sind die Fixkosten,
- 9:13dann gegenrechnet, was wäre eine faire Verteilung und
- 9:15eine faire Verteilung wäre zum Beispiel, dass beide
- 9:18gleich viel übrig haben.
- 9:21Also dass man sagt, na ja, ich kann
- 9:23jetzt wieder, wir kommen wieder zu dem Punkt,
- 9:25Annabelle, kann ich Kopf rechnen?
- 9:26Aber dass man sich anschaut, ich weiß gerade
- 9:31überhaupt nicht, ob das realistisch ist bei den
- 9:32Kosten, die sie aufgeführt hat, aber dass beide
- 9:35beispielsweise 2000 Euro übrig haben am Ende.
- 9:39Und dass dann natürlich der Part, der mehr
- 9:42verdient, deutlich mehr investiert in die gemeinsamen Fixkosten
- 9:46als die Person, die weniger verdient.
- 9:48Weil beide dann die gleiche Grundlage haben, um
- 9:50für sich persönlich vorzusorgen, um Rücklage aufzubauen, um
- 9:54Altersvorsorge für sich zu betreiben, um vielleicht auch
- 9:58in ihre eigene Bildung zu investieren.
- 10:00Das sind ja alles Sachen, dann ist ein
- 10:03anderes 50-50, eine andere Fairness hergestellt auf
- 10:06monetärer Ebene.
- 10:08So würde ich persönlich das immer am sinnvollsten
- 10:11finden, nicht zu sagen, wir machen halbe-halbe
- 10:13über halbe-halbe, nur dann funktioniert, wenn das
- 10:16Einkommen nahezu gleich ist.
- 10:17Ja, voll.
- 10:18So, also dann ist es fair, ansonsten halte
- 10:21ich es für unfair und da wäre mir
- 10:22persönlich egal, ob jetzt der Mann oder die
- 10:24Frau mehr verdient oder weniger.
- 10:26Das ist das, wo die Chancengleichheit in der
- 10:29Partnerschaft dann tatsächlich besteht.
- 10:31Ja, gehe ich total mit.
- 10:33Finde ich auch, dass es sinnvoll ist.
- 10:36Und alles andere, alle Argumente, also wenn da
- 10:38jemand wirklich so aufs Geld argumentiert, dann würde
- 10:40ich mich immer fragen, wie viel liegt der
- 10:41Person denn an mir?
- 10:43Weil wenn es dir nur darum geht, die
- 10:45Hälfte deiner Fixkosten zu sparen, das ist doch
- 10:48nicht der Approach an eine Beziehung und Zusammenziehen.
- 10:51Ja, also ich glaube, ehrlich gesagt, bei den
- 10:54meisten Menschen, die 50-50 vorschlagen, ist das
- 10:57einfach erst mal die naheliegendste Idee.
- 10:59Ich glaube gar nicht, dass die meisten Männer
- 11:01da so sind, so, ich will gar nicht
- 11:02mehr der Kosten übernehmen.
- 11:04Außer die ein, zwei Männer in unseren Kommentaren.
- 11:06Grüße gehen raus.
- 11:06Ja, die vielleicht, weil sie Angst vor golddigger
- 11:10Frauen haben mit ihrer fleckigen Matratze.
- 11:12Also auf jeden Fall, ja, genau.
- 11:15Aber grundsätzlich habe ich jetzt die Erfahrung auch
- 11:17gemacht, wenn ich mit Freundinnen drüber spreche, dass
- 11:19die meisten Männer, die das von vornherein vorschlagen,
- 11:22das erst mal als faire Lösung wahrnehmen, weil
- 11:24sie gar nicht darüber nachdenken, dass das anders
- 11:26fairer sein könnte.
- 11:27Und nicht, weil sie das Gefühl haben, sie
- 11:29müssen das genauso aufteilen.
- 11:31Deswegen würde ich immer mir ein Herz fassen,
- 11:34dieses Gespräch einmal führen und sagen, hey, irgendwie
- 11:36habe ich das Gefühl, mich schränkt das dann
- 11:39so sehr ein.
- 11:40Und ich sehe da eine Diskrepanz.
- 11:42Können wir da eine andere Lösung für finden?
- 11:44Und dann gemeinsam auszuloten, was für eine Lösung
- 11:46kann das sein?
- 11:47Es wäre ja auch in Ordnung zu sagen,
- 11:49es wird kompensiert vom Partner zum Beispiel, dass
- 11:52er für mich dann in eine Altersvorsorge zahlt,
- 11:56einen Differenzbetrag oder auch ein ETF-Depot, was
- 11:59auf meinen Namen läuft beispielsweise.
- 12:01Es wäre ja auch eine Möglichkeit.
- 12:02Aber dass man gemeinsam miteinander verhandelt, was ist
- 12:07tatsächlich fair und ermöglicht beiden Parteien eine Chancengleichheit
- 12:11in Bezug auf Vermögensaufbau, Bildungsmöglichkeiten und so weiter.
- 12:16Ja, voll, würde ich auch sagen.
- 12:19Wollen wir dann noch mal in das Thema
- 12:21Familienplanung reingehen?
- 12:23Ja, voll gerne.
- 12:23Wie sollte unsere Hörerin es im besten Fall
- 12:27mit ihrem Partner machen, wenn sie sich entscheidet,
- 12:29ein Kind zu bekommen?
- 12:30Weil sie sagte schon, ich würde einen Teilzeit
- 12:32geben.
- 12:32Wahrscheinlich rührt das daher, dass er eh mehr
- 12:35verdient.
- 12:35Das heißt, für das gesamte Haushaltseinkommen wäre es
- 12:37lukrativer, wenn er weiter in Vollzeit bleibt, damit
- 12:40für alle Familienmitglieder dann mit Baby genug Geld
- 12:43da ist.
- 12:45Aber dann noch über 50-50 zu reden,
- 12:47ist doch absurd.
- 12:47Weil sie wird ja wahrscheinlich erst mal Elterngeld,
- 12:50wenn sie zwei Jahre Elternzeit macht, dann wäre
- 12:53das irgendwie 900 Euro.
- 12:54Also das geht auch hinten und vorne nicht
- 12:55auf.
- 12:55Dann wird sie ja, wie soll sie denn,
- 12:59die Hälfte ihrer Miete von, nee, was war
- 13:01das, ihre Miete, 1.600. Da kann sie
- 13:03ja nicht mal mehr 1.300 für die
- 13:05Miete ausgeben.
- 13:06Nee, also genau.
- 13:08Ich denke auch, ehrlich gesagt, deswegen meine ich
- 13:10das ja, wahrscheinlich hat er da einfach nicht
- 13:12drüber nachgedacht.
- 13:12Also den ersten Schritt haben wir ja schon
- 13:14besprochen, was sinnvoll ist zu sagen.
- 13:15Man schaut sich einfach an, jeder hat gleich
- 13:17viel übrig.
- 13:18Auch in diesem Fall würde ich das grundsätzlich
- 13:19erst mal genauso machen.
- 13:21Zu schauen, wie kriegt man das dargestellt, dass
- 13:23jeder gleich viel übrig hat.
- 13:24Wahrscheinlich wird das Ergebnis sein, dass das gar
- 13:26nicht mehr möglich ist, weil ihre Differenz dann
- 13:29sehr, sehr groß ist.
- 13:30Das heißt, was guckt man dann?
- 13:31Dann schaut man sich meiner Meinung nach das
- 13:34gemeinsame Haushaltseinkommen an, schaut dann noch mal wieder
- 13:37sich an, was sind die Fixkosten, was bleibt
- 13:40denn tatsächlich übrig und wie teilt man das
- 13:42dann auf auf die zwei Personen und wie
- 13:44kann dann gegebenenfalls auch noch kompensiert werden.
- 13:47Genau, das kommt ja noch obendrauf.
- 13:48Es würde ja nicht mal mehr reichen, wenn
- 13:50man jetzt sagt, okay, keine Ahnung, mal ein
- 13:52leichteres Rechenbeispiel, wir haben einfach glatt 6.000
- 13:54Euro Haushaltseinkommen.
- 13:56Davon sind 3.000 Euro Fixkosten, da ist
- 13:59noch 3.000 Euro übrig.
- 14:01Dann könnte man ja nicht mehr sagen, jeder
- 14:02kriegt 1.500, weil auf ihrer Seite ja
- 14:05eine größere Lücke entsteht, was spätere Absicherung angeht.
- 14:10Denn er wird ja weiter arbeiten, er wird
- 14:11weiter in die Rentenkasse einzahlen.
- 14:14Und sie muss aber eben schauen, dass sie
- 14:17auch was für sich anlegt.
- 14:18Das heißt, wenn die dann wieder gleich viel
- 14:20haben und gleich viel anlegen, wird er am
- 14:22Ende trotzdem viel mehr raushaben und sie wird
- 14:24vielleicht trotzdem noch eine Lücke haben.
- 14:25Ich würde Folgendes machen.
- 14:27Wir haben ja jetzt den Status schon, dass
- 14:30wir gesagt haben, jeder hat gleich übrig und
- 14:31kann damit was machen.
- 14:33Grundsätzlich wissen wir ja beide, sie hat von
- 14:36vornherein eine größere Lücke als er, weil sie
- 14:38ein niedrigeres Einkommen hat.
- 14:39Aber wir können ja erst mal ein Standard
- 14:40setzen, dass wir zumindest die Lücke, die entsteht
- 14:42dadurch, dass sie nicht mehr diese 2.200
- 14:44Netto zur Verfügung hat, sondern nur noch, je
- 14:48nachdem, wie viel am Ende rauskommt, 2.200,
- 14:51sagen wir mal, sie hat, wenn sie wieder
- 14:53anfängt zu arbeiten, ein Gehalt von 1.700
- 14:58Netto.
- 15:00Das ist ja die eine Lücke, die man
- 15:01sich angucken muss.
- 15:02Was ist denn da, wenn sie in Teilzeit
- 15:04geht über einen langen Zeitraum?
- 15:05Das kann man sicher errechnen, wie viel ist
- 15:07das?
- 15:07Und dann dafür eine Kompensation aus dem gemeinsamen
- 15:10Haushaltseinkommen vereinbaren, zum Beispiel eine private Rentenversicherung
- 15:14oder ein ETF-Depot, wo dann nur, um
- 15:18diese Lücke zu kompensieren, eingezahlt wird über den
- 15:20Zeitraum, den das dann betrifft.
- 15:22Also sagen wir mal, zehn Jahre beispielsweise arbeitet
- 15:25unsere Kundin hier, unsere Hörerin, meine ich.
- 15:31Nehmen wir mal an, zehn Jahre arbeitet unsere
- 15:33Hörerin dann in Teilzeit, weil sie Kinderbetreuung und
- 15:35Care-Arbeit übernimmt.
- 15:36Das heißt, man würde dann überlegen, dieses Gehalt,
- 15:39diese Lücke, die dann da entsteht zu dem
- 15:41eigentlichen Gehalt, plus natürlich muss man irgendwann auch
- 15:43mal einrechnen, mögliche Gehaltssteigerungen, die dann entstanden wären.
- 15:46Also immer diese Differenz einmal hochrechnen.
- 15:48Wäre jetzt eine Differenz, von der wir gesprochen
- 15:49haben, von 500 Euro Netto, so als Beispiel,
- 15:54die dann natürlich, das ist ja dann der
- 15:56fixe Betrag, den ich kompensieren muss über diese
- 15:58zehn Jahre.
- 15:59Und dafür müsste ich mir dann gemeinsam mit
- 16:01meinem Partner eine Lösung überlegen.
- 16:02Das ist das eine.
- 16:03Das andere ist, wie lange bin ich in
- 16:06Elternzeit?
- 16:06Weil in Elternzeit zahle ich ja grundsätzlich schon
- 16:08mal, also ab London Eye ein.
- 16:11Also es gibt ja eine Mini-Mini-Mini
- 16:12-Kompensation.
- 16:15Aber die muss ich natürlich auch noch mal
- 16:17ausrechnen.
- 16:18Wie viel ist das denn faktisch, was mir
- 16:19fehlt über diese anderthalb, zwei Jahre, die ich
- 16:22in Elternzeit bin?
- 16:22Und auch dafür kann man sich dann überlegen,
- 16:25macht man da was Monatliches, was man dann
- 16:26entsprechend für die Mutter, die sich entschieden hat,
- 16:29in Teilzeit zu sein und die Elternzeit zu
- 16:31übernehmen, in einen Topf rein oder mache ich
- 16:34eine Einmalzahlung, die das sozusagen kompensiert in irgendeine
- 16:38Form von Investment-Renten-Lösung.
- 16:40So, das wäre die Traumvorstellung natürlich.
- 16:44Da haben wir noch nicht darüber gesprochen, wie
- 16:46wir die Einkommensdifferenz grundsätzlich langfristig kompensieren, aber
- 16:50zumindest schon mal sehr, sehr viele Weichen gutgestellt,
- 16:54weil wir diese großen Einkommensbrecher, die viele Frauen
- 17:00betreffen, in Elternzeit plus Teilzeit schon mal damit
- 17:03kompensiert haben.
- 17:04Und wenn man dann darüber hinaus sagen möchte,
- 17:06wir machen es richtig fair, müsste man eigentlich
- 17:08überlegen, okay, wir haben hier eine Einkommensdifferenz von
- 17:1154 Prozent, was ja wirklich nicht wenig ist.
- 17:15Wie kann man das denn fair gestalten?
- 17:18Also, dass wir da uns gemeinsam entscheiden, unser
- 17:21Leben zu gestalten.
- 17:23Für die Zeit davor muss man ja nicht
- 17:24unbedingt dann entscheiden, eine Kompensation zu finden, aber
- 17:27wenn man sagt, wir möchten wirklich gleichberechtigte Partner
- 17:29sein, könnte man natürlich auch überlegen, okay, diese
- 17:31Differenz wird dann noch mal zweigeteilt und man
- 17:34versucht dann entsprechend, dieses Gehalt der Partnerin so
- 17:37aufzufüllen, dass am Ende nicht nur in der
- 17:40monatlichen Ausgabe, sondern auch später in der Rente
- 17:43tatsächlich bei beiden gleich viel zur Verfügung ist.
- 17:45Das wäre optimal, ja.
- 17:46Das ist jetzt natürlich aber auch eine Traumvorstellung.
- 17:48Ja, voll.
- 17:49Klingt jetzt sehr kompliziert, aber am Ende des
- 17:51Tages sind das die Fragen, die man sich
- 17:53dann schon mal miteinander stellen sollte.
- 17:55Und dann kann man natürlich immer noch überlegen,
- 17:57macht man das jetzt wirklich so akribisch oder
- 17:58guckt man vor allem für die Elternzeit und
- 18:03für die Teilzeitbeschäftigung?
- 18:05Aber das ist schon was, was ich immer
- 18:07empfehlen würde.
- 18:11Vor allem bei so einer großen Diskrepanz.
- 18:13Ja, definitiv.
- 18:14Haben wir schon darüber gesprochen, ob es sinnvoll
- 18:16ist, ein Konto zu nutzen oder mehrere Konten?
- 18:19Also, wie wir die Kontengestaltung per se machen
- 18:21möchten.
- 18:22Zum Beispiel, Freunde von mir haben letztens gesagt,
- 18:23ja, wir sind ja verheiratet, wir haben jetzt
- 18:24ein Kind, wir wollen uns ein Haus kaufen,
- 18:27wir haben jetzt nur noch ein Konto.
- 18:28Was sagst du dazu?
- 18:30Ein Haushaltskonto, beide Namen.
- 18:32Ich persönlich bin da nicht so, mag das
- 18:36nicht so.
- 18:36Ich würde dann, also ich würde trotzdem zwei,
- 18:41also entweder man entscheidet sich dafür, ein Gemeinschaftskonto
- 18:45zusätzlich aufzumachen für gemeinsame Fixkosten, gemeinsame Rücklagen und
- 18:51so weiter.
- 18:53Oder man entscheidet sich, über wen läuft das.
- 18:57Und jeder behält sein Konto.
- 18:58Ich bin davon nicht, also ich bin davon
- 19:00nicht so fern.
- 19:01Ich bin immer der Meinung, ehrlich gesagt.
- 19:05Und dann kommt man am Ende dann natürlich
- 19:06wieder zu diesem Thema Ehevertrag.
- 19:08Also am sinnvollsten finde ich persönlich auch bei
- 19:10Investments, dass du keine gemeinsamen Investments hast, sondern
- 19:13dass du sagst, wir haben ein ETF-Depot
- 19:16auf deinen Namen, wir haben ein ETF-Depot
- 19:18auf meinen Namen, wir haben eine Altersvorsorge auf
- 19:19deinen Namen, wir haben eine Altersvorsorge auf meinen
- 19:21Namen.
- 19:22Und dass du am besten, das macht es
- 19:24am allereinfachsten, auch schriftlich das einmal festhältst, dass
- 19:26man die Ansprüche sozusagen daran, die kannst du
- 19:30ja auch gleich aufstellen, da kannst du auch
- 19:31gleich viel reinmachen jeden Monat oder halt entsprechend
- 19:34Kompensation dann noch on top bei der Person,
- 19:37die in Teilzeit arbeitet.
- 19:38Aber das kannst du ja miteinander auch schriftlich
- 19:41festhalten.
- 19:42Es muss ja nicht immer so ein super
- 19:44komplexer Ehevertrag sein.
- 19:45Das könnte man ja festhalten, dass man sagt,
- 19:47okay, wir verzichten dann jeweils auf den Anspruch,
- 19:49weil in einer Zugewinn-Gemeinschaft ja theoretisch alles,
- 19:52was du da dann an Ausschüttungen hast, zweigeteilt
- 19:54werden müsste.
- 19:55Du könntest aber sagen, nee, die Dividende wird
- 19:57ja circa gleich sein, wenn wir gleich viel
- 20:02einzahlen oder halt zumindest kompensieren nur, weil das
- 20:04ist dann ja genau dieses Thema Gerechtigkeit, worüber
- 20:06wir gesprochen haben.
- 20:08Und deshalb verzichten wir auf die Ansprüche, die
- 20:10wir jeweils geltend machen können, dem anderen gegenüber
- 20:12in einem Trennungsfall zum Beispiel.
- 20:14So würde ich das, glaube ich, machen, weil
- 20:16du dann in einem Fall von einer Scheidung
- 20:18es viel, viel leichter hast.
- 20:19Weil sonst muss dieser ganze Mist aufgelöst werden.
- 20:22Das ist ja immer schlecht, wenn du sowas
- 20:24auflösen musst.
- 20:25Definitiv.
- 20:26Genau, also das müsste alles aufgelöst werden.
- 20:28Das würde alles kompliziert durchgerechnet werden.
- 20:30Würde ich alles nicht machen.
- 20:31Ich würde es immer sagen, ich mache das
- 20:32auf einen Namen.
- 20:33Mein Name hier, mein Name da, klar getrennt.
- 20:36Und dann halt entsprechend ein Testament zu verfassen,
- 20:39sodass es dann automatisch übergeht an den Ehepartner
- 20:41im Todesfall zum Beispiel.
- 20:44Oder halt, und, nicht oder, einen Ehevertrag, dass
- 20:48halt auch völlig klar ist, wir können da
- 20:49keine Ansprüche einander gegenüber geltend machen im Scheidungsfall.
- 20:52Und das würde ich auch bei Konten so
- 20:54machen, weil sonst ist das so kompliziert.
- 20:56Also das alles wieder auseinander zu hühnern, das
- 20:58dauert, es kostet Geld und Nerven.
- 21:00Würde ich nicht machen.
- 21:01Nee, ich sehe tatsächlich auch keinerlei Vorteile in
- 21:04nur einem gemeinschaftlichen Konto.
- 21:05Weil im Endeffekt ist es ja das Gleiche,
- 21:08wenn wir jetzt gesagt haben, ja, am Ende
- 21:11das gemeinsame Konto meinetwegen wird für Miete und
- 21:14für Lebensmittel und so weiter genutzt.
- 21:15Aber man packt einfach nur das darauf anteilig,
- 21:18dass beide nachher das Gleiche übrig haben.
- 21:20Oder wer auch immer kompensiert werden muss, die
- 21:22Person ein bisschen mehr hat.
- 21:24Ja, und dann passt das ja auch.
- 21:26Also welchen Vorteil hat man davon, wenn man
- 21:28ein gemeinsames Konto hat letztendlich?
- 21:30Weil es kann immer mal zu irgendwelchen unnötigen
- 21:32Streitereien kommen.
- 21:33Keine Ahnung.
- 21:34Wir machen eigentlich in meiner Regel Urlaube gemeinsam,
- 21:36aber dann mache ich zum Beispiel mal ein
- 21:37Wochenende-Ausflug mit meiner Freundin.
- 21:39Will ich das dann vom gemeinsamen Konto nehmen?
- 21:40Muss ich mich dann irgendwie schlecht fühlen?
- 21:42Soll ich dann sagen, mein Partner soll jetzt
- 21:43auch nochmal am Wochenende irgendwas machen, was gleich
- 21:45viel kostet?
- 21:47Man möchte einfach nicht dieses Gefühl haben, man
- 21:49liegt jemandem auf der Tasche, aber auch nicht
- 21:50auf der anderen Seite.
- 21:51Jemand nimmt sich mehr raus als man selber.
- 21:54Also ich glaube, das führt einfach zu mehr
- 21:55Streitereien als nötig, weil ich möchte nicht, dass
- 21:57mein Konsum kommentiert wird.
- 21:58Aber ich möchte auch nicht bei jemand anderem
- 22:00die ganze Zeit gucken und zu schauen, ob
- 22:02das auch für meine Seite fair ist.
- 22:03Nee.
- 22:04Also ich bin da auch irgendwie nicht so
- 22:06überzeugt von diesem gemeinsamen Konto.
- 22:09Also ergänzend ja, aber anstelle eines eigenen Kontos
- 22:11finde ich das irgendwie Quatsch.
- 22:12Und auch wenn ich das sehe bei Frauen,
- 22:14bei uns in der Beratung mit einer gemeinsamen
- 22:16Rücklage.
- 22:18Ja, wenn du ein gemeinsames Haus hast, dann
- 22:20hast du vielleicht auch ein gemeinsames Rücklagenkonto dafür
- 22:22oder für die Familie, aber habt doch trotzdem
- 22:24ein eigenes Rücklagenkonto.
- 22:25Weil es kommt, wenn der Trennungsfall kommt, dann
- 22:28sagst du, hey Schatz, ich möchte mal die
- 22:30Hälfte von unserem gemeinsamen Rücklage plündern, weil ich
- 22:32dich verlassen möchte und mich komplett neu einrichten
- 22:33möchte.
- 22:34Also es ist ja so, wir haben eine
- 22:35Umfrage gemacht.
- 22:37Es war das, ich glaube, es waren um
- 22:38die 20 Prozent der Frauen haben einfach angegeben,
- 22:41dass sie, wenn sie die finanziellen Mittel hätten,
- 22:43sich trennen würden.
- 22:45Wie absurd ist das denn?
- 22:46Also dieser Gedanke, ich möchte mein Leben verändern,
- 22:48ich möchte nicht mehr mein ganzes Leben mit
- 22:50einer Person teilen, aber ich kann es aus
- 22:51finanziellen Gründen nicht mehr.
- 22:53Das wollen wir nicht, dass wir oder unsere
- 22:55Hörerin da jemals in diese Situation kommen.
- 22:57Dafür braucht man ein eigenes Konto, was nur
- 22:59auf deinen Namen läuft.
- 23:00Und sowas kannst du dir nur aufbauen, wenn
- 23:02du nicht auf 50-50 eingehst, am Ende
- 23:04des Monats bei null stehst und sich die
- 23:06andere Beziehungsperson einfach eine Rücklage aufbauen kann.
- 23:10Ja, also ich würde das, glaube ich, auch
- 23:12immer splitten.
- 23:13Gerade weil es auch einfach dann einfacher ist,
- 23:14wenn man dann doch mal sagt, nee, es
- 23:16ist doch nicht für uns.
- 23:18Und ich glaube, man fühlt sich dann auch
- 23:20doch ein bisschen selbstwirksamer.
- 23:22Ja, gesagt.
- 23:23Definitiv, auf jeden Fall.
- 23:25Würde ich genauso mitgehen.
- 23:27Genau, vielleicht können wir ja noch einmal kurz
- 23:31darauf eingehen, wie wir so ein Gespräch angehen
- 23:34würden.
- 23:35Ja.
- 23:36Wie würdest du das machen, wenn du das
- 23:38mit deinem Partner besprechen würdest?
- 23:40Das Beste ist ja, immer ganz viele Ich
- 23:42-Botschaften zu senden.
- 23:43Also ich würde...
- 23:46Ich würde nicht reingehen mit, dein Vorschlag hat
- 23:48mir nicht gut gefallen.
- 23:50Davon bist nur du derjenige, der profitiert und
- 23:53ich leiden runter.
- 23:54Sondern ich habe gemerkt, ich fühle mich doch
- 23:56nicht ganz wohl mit der Lösung.
- 23:58Können wir da nochmal Gespräch versuchen?
- 23:59Ich würde auch nicht versuchen, im Alltag, so
- 24:01sage ich mal, wenn man schon gestresst ist,
- 24:02am Ende von so einem Arbeitstag auf Netflix
- 24:04schaut auf der Couch und sagt, wir müssen
- 24:06nochmal über Finanzen reden.
- 24:07Sondern ich würde einfach erst mal einen Raum
- 24:09dafür schaffen, zu sagen, hey, das ist mir
- 24:10ein Thema, was mir auf dem Herzen liegt.
- 24:12Lass uns da bitte mal einen Raum für
- 24:13finden.
- 24:14Lass uns da eine Lösung finden.
- 24:15Mach dir schon mal Gedanken, wie wir das
- 24:16aufteilen können.
- 24:17Ich mache mir Gedanken und dann geht man
- 24:18erst mal ins Gespräch und erzählt erst mal,
- 24:21wie man sich damit fühlt, welche Gedanken man
- 24:22sich gemacht hat.
- 24:23Und ich würde auch immer versuchen, die Perspektive
- 24:25umzudrehen.
- 24:26Dass man sagt, wenn es andersrum wäre, möchte
- 24:28ich ja auch, dass es dir langfristig gut
- 24:30geht und dass du am Ende nicht unter
- 24:31der Lösung leidest.
- 24:32Es könnte ja auch immer mal sein, jetzt
- 24:34wenn wir das Kinderthema rausnehmen, könnte ja auch
- 24:37immer mal sein, dass du nachher doch mehr
- 24:39verdienst als dein Partner, weil du Karriere machst
- 24:41und quasi als ich.
- 24:42Und dann kann ja alles sein.
- 24:43Und dass du einfach den Ausblick schaffst, wenn
- 24:44es mal andersrum ist, dann wäre es doch
- 24:46auch sinnvoll für dich.
- 24:48Also ich glaube, das wären so meine Einstiege
- 24:50erst mal.
- 24:50Auf jeden Fall.
- 24:51Ich würde mir, genau, das genauso machen wie
- 24:53du, mir dafür Zeit nehmen.
- 24:54Dann glaube ich auch, dass es wichtig ist,
- 24:56dass man es gemeinsam einmal durchrechnet.
- 24:58Ja.
- 24:58Und vor allen Dingen nicht mit Vorwürfen um
- 25:01sich schmeißen.
- 25:01Auch nicht solche sehr Beißbegriffe benutzen wie fair
- 25:04und unfair, sondern einfach sagt, das ist der
- 25:05Betrag, der bei dir übrig ist.
- 25:07Das ist der Betrag, der bei mir übrig
- 25:08ist.
- 25:08Das und das ist meine Rentenlücke.
- 25:11Lass uns da eine gemeinsame Lösung für finden.
- 25:14Also weil grundsätzlich hat dein Partner ja sicherlich
- 25:17auch ein Bedürfnis danach, dass es dir gut
- 25:20geht, dass du gut abgesichert bist, dass du
- 25:22keine Probleme bekommst.
- 25:23Und davon würde ich immer erst mal ausgehen.
- 25:24Daran würde ich appellieren.
- 25:25Also gar nicht super negativ vor ihr eingestellt
- 25:28sein, sondern gemeinsam irgendwie auf ein konkretes Ziel
- 25:31hinarbeiten hier in diesem Kontext.
- 25:34Ich würde auch nicht so viel mit Prozent
- 25:36argumentieren, ehrlich gesagt, weil konkrete Beträge meistens dann
- 25:39doch greifbarer sind.
- 25:42Aber da haben wir ja auch schon drüber
- 25:43gesprochen ganz viel.
- 25:45Dieses Thema über die Zukunft mitverhandeln.
- 25:47Also nicht nur jetzt dieses Gespräch starten zum
- 25:50Thema Miete, sondern direkt dieses Kinderthema und so
- 25:52weiter einmal mit durchsprechen.
- 25:54Einmal sagen, hey, das ist mir wichtig.
- 25:56Wann hast du Kapazität dafür?
- 25:58Dann gemeinsam hinsetzen, das besprechen, weil das ja
- 26:00tatsächlich auch einfach nur Grundlage ist, auf der
- 26:02sich die gemeinsame Elternschaft entscheidet.
- 26:04100 Prozent.
- 26:05Und wenn man sich da schon im Vorhinein
- 26:07uneinig ist, gibt es ja Menschen, die sagen,
- 26:09wenn das Kind da ist, dann wird sich
- 26:10das schon irgendwie ergeben.
- 26:11Nein, in der Regel nicht.
- 26:12Wir haben schon so oft gesagt, dass ein
- 26:14Kind ein Katalysator für Beziehungsprobleme sein kann.
- 26:16Nicht, weil per se das Kind schuld ist,
- 26:18sondern weil man plötzlich unter sehr viel mehr
- 26:20Mental Load und sehr viel Stress gerät.
- 26:22Und erst dann kommen Dinge halt zum Vorschein,
- 26:24die vorher für dich vielleicht gar nicht so
- 26:25relevant waren in deinem Alltag.
- 26:27Das heißt, wenn die Basis nicht geklärt ist,
- 26:29wenn im Hintergrund bei euch in der Beziehung
- 26:30nicht alles vorab aufgeräumt und sortiert wurde, dann
- 26:34kann natürlich auch nichts dich überrollen.
- 26:36Weil du hast es besprochen, du weißt genau,
- 26:37wie du es machst.
- 26:38Beide haben sich darauf geeinigt.
- 26:39Finde ich auch immer gut, so was auch
- 26:41festzuhalten.
- 26:42Auch wenn es einfach nur, gerade auch wenn
- 26:44ihr nicht verheiratet seid und da keine rechtliche
- 26:45Basis, sage ich mal, besteht, die das Thema
- 26:47abregelt.
- 26:48Macht euch auch einen Partnerschaftsvertrag, einen Elternschaftsvertrag und
- 26:51legt einmal fest, wie ihr das machen wollt
- 26:52und unterzeichnet das.
- 26:53Weil man kann immer im Nachhinein sagen, nee,
- 26:55das war nie so besprochen.
- 26:56Wo kommst du denn jetzt damit her?
- 26:57Gerade wenn es nicht mehr so gut läuft.
- 27:00Lasst euch alles schriftlich geben.
- 27:01Also gar nicht, weil ihr der Person misstraut,
- 27:04sondern a, kann man Dinge immer vergessen.
- 27:06Man kann Dinge immer anders verstehen.
- 27:07Es kann ja immer sein, wir beide unterhalten
- 27:09uns über irgendwas.
- 27:09Du gehst raus und sagst, Anna hat das
- 27:10und das gesagt.
- 27:11Ich sage, Annabelle hat das und das gesagt.
- 27:12Und danach komplett aneinander vorbeigeredet.
- 27:15Das ist ganz normal und alltäglich, ohne böse
- 27:17Absicht.
- 27:18Auf jeden Fall.
- 27:19Ja, gerade wenn dann noch irgendwie vielleicht mal
- 27:20negative Emotionen dazukommen.
- 27:23Schreibt es einfach auf.
- 27:24Ja, auf jeden Fall.
- 27:26Ja, dann lass uns doch mal die drei
- 27:28wichtigsten Punkte hier am Ende zusammenfassen, damit unsere
- 27:32Hörerin auch jetzt weiß, wie sie herangeht an
- 27:35die Situation.
- 27:37Ich finde, den Satz, den hatten wir am
- 27:41Anfang schon mal gesagt, gleich ist ungleich fair.
- 27:45Es ist ja, wenn man es zu gleichen
- 27:46Teilen macht, nicht immer fair, weil man sagt
- 27:4950-50, sondern im Endeffekt sollte das Gleiche
- 27:51übrig bleiben.
- 27:52Das ist gleich ist fair, aber nicht gleich
- 27:54viel geben, sondern gleich viel zurückbehalten, gleich viele
- 27:57Chancen und Möglichkeiten haben in einer Partnerschaft.
- 28:00Auf jeden Fall.
- 28:01Genau, gerade bei dem Thema unterschiedliche Gehälter immer
- 28:04nach Einkommensverhältnis aufteilen und auch solche Themen wie
- 28:07Care-Arbeiten mitrechnen.
- 28:08Auf jeden Fall.
- 28:11Und ja, wir haben ja auch schon unsere
- 28:13Lieblingskontenverteilung mitgegeben.
- 28:15Drei Kontenmodelle.
- 28:16Also ein gemeinsames macht total Sinn.
- 28:18Da geht die Miete ab, da bezahlt die
- 28:19Lebensmittel und so weiter.
- 28:20Gemeinsame Ausgaben, aber dann hat jeder noch sein
- 28:22Konto für maximale Freiheit, für Selbstbestimmung, für Selbstwirksamkeit.
- 28:27Du kannst jederzeit selber entscheiden, wofür du dein
- 28:30Geld ausgibst, musst niemanden fragen.
- 28:31Und ich finde, das ist noch maximale finanzielle
- 28:33Freiheit, oder?
- 28:34Auf jeden Fall.
- 28:36Ja, schreibt es mal super gerne in die
- 28:38Kommentare, wie ihr das eigentlich macht mit eurem
- 28:40Partner oder eurer Partnerin.
- 28:42Wenn ihr noch tolle Insights zu dem Thema
- 28:44habt, die wir jetzt noch nicht genannt haben,
- 28:46schreibt auch die sehr, sehr gerne in die
- 28:48Kommentare oder slidet uns in die DMs und
- 28:51lasst sie da.
- 28:52Dann können wir das sehr, sehr gerne bestimmt
- 28:53auch noch mal in einer anderen Folge besprechen
- 28:56oder auch mal in unserer Story teilen.
- 28:59Und wenn ihr eine andere Frage habt, wie
- 29:02schon am Anfang genannt, die ihr auch mal
- 29:04gerne von uns durchdiskutiert haben wollt, schreibt uns
- 29:06die auch super, super gerne.
- 29:07Da freuen wir uns sehr, sehr doll drüber.
- 29:11Ja, Anna, vielen Dank.
- 29:12Sehr gerne, hat mir Spaß gemacht.
- 29:14Mir auch.
- 29:15Bis zum nächsten Mal.
- 29:16Bis dann.
- 29:17Tschüssi.