Latest / Berlin Booth / Feel Festival-CEO Kira Taige über Kunst, kollektives Erleben und ihren Weg in die Festivalwelt
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- 0:05Kira, herzlich Willkommen. Schön, dass du auf der Couch
- 0:08bist. Es freut mich sehr.
- 0:14Ich habe noch nicht so viele Festivalmacher in interviewt und
- 0:19Festival ist für mich immer so ein riesengroßes Ding, wo ich
- 0:22ganz wenig durchsehe. Weil es einfach so riesig ist,
- 0:26weil so viel passiert. Musikalische Ebene, strukturelle
- 0:29Ebene, so viele unterschiedliche Menschengruppen und natürlich,
- 0:33was mich auch immer interessiert, wo kommen denn die
- 0:35Leute her, die das machen und was, was, was hält sie so am
- 0:37laufen, was wo hast denn du angefangen, bist du in
- 0:44irgendeiner Form gelernt, BWL oder in irgendeiner Form
- 0:49vorgeprägt um? N Festival zu machen.
- 0:53Also gab es da irgendwas im Vorfeld, was du.
- 0:56Ja, also tatsächlich habe ich damals mit 16 entschieden, weil
- 0:59ich gerne Festivals organisieren möchte.
- 1:02Als ich auf meinem allerersten Festival war, und das hat mich
- 1:05so beeindruckt und ich hab Menschen dort kennengelernt, die
- 1:08selber sozusagen hinter der Bühne daran beteiligt waren,
- 1:11dass das Ganze stattfinden kann und ja, das das hat mich damals
- 1:15wirklich. So beeindruckt, dass ich dachte,
- 1:17OK, das, das möchte ich gerne später auch machen.
- 1:19Welches war das oder was war? Das das war tatsächlich Sonne,
- 1:22Mond, Sterne, damals OK, genau und ja und dann habe ich
- 1:27sozusagen meinen weiteren Weg danach ausgerichtet, Schule
- 1:31desast und dann bin ich nach Berlin gezogen, weil ich dachte,
- 1:34wenn wenn, dann da und habe dann BWL studiert und mir aber
- 1:38während dem Studium sozusagen um mir mein eigenes duales Studium
- 1:42zu machen, mir einen Job nebenbei gesucht in in dem
- 1:44Bereich. Und das war dann tatsächlich
- 1:47damals schon beim 4. Festival und habe damals als
- 1:49Praktikantin angefangen. Da komme ich gleich noch mal zu.
- 1:55Kannst du beschreiben, warum Festival und nicht Club zum
- 1:58Beispiel? Boah, das kann ich dir.
- 2:02Also ich kann es dir von diesem Sechzehnjährigen ich gerade gar
- 2:07nicht so genau sagen warum, warum Festival und nicht Club,
- 2:11ich denke mal jetzt einfach was. Diese, diese Vielfältigkeit und
- 2:17ich, was ich bis heute so beeindruckend finde, ist, dass
- 2:19wir, dass wir einfach in so einer kurzen Zeit so ne riesige
- 2:22Stadt aufbauen und das ja auch so spontan ist.
- 2:27Ich liebe das, wenn wenn wir dann zusammen entscheiden, was
- 2:30wie bauen wir zum Beispiel, also dass wir einfach ja in kürzester
- 2:34Zeit verschiedene Containerkonstruktionen zum
- 2:36Beispiel bauen, und ich find es. Das ja macht einfach unglaublich
- 2:40viel Spaß, sich so kreativ dort ausleben zu können.
- 2:43Und das kann man auf dem Festival auf jeden Fall mehr als
- 2:46im im Club. In so einer Bewerbung wird ja
- 2:48auch immer nach den Kompetenzen gefragt.
- 2:50Selbsteinschätzung, Was bringt man so mit, was war, kannst du
- 2:54sagen, was so deine Kernkompetenzen waren in diesem
- 2:57in oder sind in dieser ganzen Festivalorganisation kannst du
- 3:00siehst du Sachen leicht und kannst schnell was draus bauen
- 3:03oder bist du sehr strukturiert oder?
- 3:06Ich bin auf jeden Fall sehr lösungsorientiert.
- 3:09Also tatsächlich ist eine meiner Lieblingsaufgaben beim Festival
- 3:13ist eigentlich so Lösungen zu finden, also wenn irgendwelche
- 3:16Probleme spontan aufkommen und du musst irgendwie schauen, wie
- 3:20kann ich das mit den Ressourcen, die ich gerade zur Verfügung
- 3:22habe, irgendwie zusammenfinden, was dann auch manchmal bedeutet,
- 3:26also es gab zum Beispiel. Einmal auf dem Festival, da
- 3:29brauchten wir an einem Floor, brauchten wir bestimmte Technik
- 3:33und ich wusste also, wir hatten die nicht im Spare, sondern ich
- 3:36wusste aber, dass jemand anderes die privat sozusagen mitgebracht
- 3:40hatte, und dann habe ich den organisiert, den auf dem
- 3:43Zeltplatz gefunden, damit die Personen dann schnell wirklich,
- 3:46es war dann just in Time, kurz bevor der nächste Act gespielt
- 3:49hat, haben wir dann schnell noch die Technik drunter geschoben
- 3:53und das hat dann alles am Ende geklappt und das macht mir
- 3:55unglaublich viel Spaß. In welchem Bereich hast du
- 3:57angefangen? Sagen damals also, was war
- 3:59sozusagen dein erster Wirkungskreis?
- 4:01Künstlerische Gestaltung also vor allem die Installation und
- 4:05Dekoration. Und ja, vor allem der Kontakt
- 4:08mit den verschiedenen Künstlerinnen und Kollektiven,
- 4:10die beim 4. Festival arbeiten.
- 4:12Ja, und wie lange hast du das beibehalten?
- 4:14Oder bist du dann gewechselt? Nö, also eigentlich.
- 4:16Das hat sich eher erweitert sozusagen.
- 4:18Also ich mache den Bereich im operativen Geschäft bis heute
- 4:22und. Habe mich dann aber
- 4:24weiterentwickelt von der Praktikantin dann zur
- 4:27Werkstudentin. Dann habe ich meine
- 4:28Bachelorarbeit über ökologische Nachhaltigkeit beim Feel
- 4:31Festival geschrieben und war dann künstlerische Leitung vom
- 4:35Feel und Adlec Festival und habe mich da dann gesamtheitlich auch
- 4:39um die Entwicklung des Designs des Konzepts, also dass
- 4:43sozusagen das ganze Festival künstlerisch sozusagen in einem
- 4:49Guss sozusagen zusammenpasst und.
- 4:53Genau, und das war dann 2019, als ich diese diese Rolle
- 4:56innehatte. Dann ja kam diese Corona Zeit,
- 5:00wo ich noch verschiedene andere Projekte gemacht habe und unter
- 5:04anderem eine offene Werkstatt gegründet hier in Kreuzberg und
- 5:08danach habe ich mich dann 222 selbständig gemacht und habe für
- 5:14ganz unterschiedliche Festivals gearbeitet im Bereich
- 5:17Produktion, künstlerische Gestaltung, aber auch
- 5:19Nachhaltigkeitsberatung und. Genau das fand ich noch mal.
- 5:24Gerade jetzt auch, wo ich in meinem Weg, wo ich jetzt
- 5:27gelandet bin, total wichtig, noch mal den Blick zu öffnen und
- 5:30zu schauen, was gibt es noch oder wie, wie machen andere
- 5:33Festivals das und so ein bisschen ja zu schauen, wie, wie
- 5:37kann man auch gerade dieses lösungsorientierte, wie kann man
- 5:40sich einfach noch mehr aneignen und noch mehr Wissen aneignen.
- 5:43Thema Nachhaltigkeit wann ist denn das?
- 5:48Ökologische Nachhaltigkeit wann ist denn das bei Festivals?
- 5:51Thematisch kannst du sagen, wann es eingezogen ist?
- 5:53Richtig, gab es das, war das schon immer Bestandteil von
- 5:56vielen Festivals oder ist es n Thema, was in den letzten in dem
- 6:01letzten Jahrzehnt auch parallel gewachsen ist, mit mit mit
- 6:04Festivalstruktur? Also ich hab schon das Gefühl,
- 6:07dass also ich hab vor 10 Jahren angefangen, dass es schon immer
- 6:13größer auf jeden Fall geworden ist.
- 6:18Aber deshalb kann ich sagen, wie es wie es war, bevor ich da war.
- 6:23Aber oder in der in der Branche war.
- 6:25Aber ich glaube schon, dass es mittlerweile einfach ein
- 6:30essentieller Bestandteil von Festivals geworden ist.
- 6:32Ich, ich, ich hab das auch dahingehend ein bisschen
- 6:35gefragt, weil es gesellschafts und politischen Thema war,
- 6:40zunehmend und jetzt zurückgeschraubt wird.
- 6:45Wie? Wie behält man das dann bei?
- 6:49Also nicht ich meine nicht von der Struktur her, sondern auch
- 6:51für sich selbst und vielleicht auch thematisch spielt es eine
- 6:55Rolle in der Kommunikation für euch als Festival.
- 6:57Auch, dass ihr das aktiv angeht, also dass so was sozusagen nicht
- 7:02egal ist für euch, wie Sachen verbraucht werden, wie
- 7:04nachhaltig man oder wie umweltbewusst und
- 7:06umweltschützend man vorgeht in dem, was man da aufbaut.
- 7:10Für uns ist es auf jeden Fall wichtig und in vielen Bereichen
- 7:14ist es sogar auch Geld einsparend also es muss nicht
- 7:17immer heißen, dass es immer nur Geld kostet, was ja oft so der
- 7:21der erste Gegenschlag ist sozusagen, wenn man sagt, man
- 7:24möchte irgendwas klimafreundlicher machen, aber.
- 7:29Ich war vor kurzem tatsächlich spannenderweise war ich bei
- 7:31einem Vortrag von einem Professor und der hat ähnliches
- 7:34gesagt, dass sozusagen in der Wahrnehmung der Besuchenden, die
- 7:38haben verschiedene, die haben genau diese Entwicklung
- 7:41untersucht, und das ist in der Wahrnehmung der Besuchenden gar
- 7:45nicht unbedingt mehr so sehr in die Kauf Entscheidung mit
- 7:48einschlägt. Deshalb ja, ist es weiterhin
- 7:52wichtig, dass wir das vor allem in der Produktion und in der
- 7:54Umsetzung vor allem dadurch, dass wir.
- 7:57Wir sind ja in Brandenburg am Berghader See, mitten in der
- 7:59Natur, wo wir ja aus dem nichts eigentlich eine eine Welt
- 8:04entstehen lassen und natürlich da entsprechend schauen müssen,
- 8:07dass wir die auch so zurücklassen, wie wir sie
- 8:09vorgefunden haben. Von daher ist es wichtig, dass
- 8:11wir es dort integrieren, aber ich kann ja nicht genau sagen,
- 8:14wie viele Menschen wirklich aus genau diesem Grund sich ein
- 8:18Festival Ticket kaufen. Ja, also ich würde jetzt so.
- 8:22Oder ich, ich mach es mal persönlich.
- 8:24Ne, ich glaub ich hab mich auch nicht.
- 8:25Ich würd mich auch nicht spezifisch dafür entscheiden zu
- 8:28einem Festival zu gehen weil sowas dranhängt, aber ich find
- 8:31ich find finde das als extrem wünschenswert wenn ich Teil von
- 8:36etwas bin was nicht etwas kaputt macht oder so ne.
- 8:39Also in dem banalen Rahmen sag ich jetzt mal Nachhaltigkeit
- 8:42spielt aber auch ne Rolle ja im Sinne von genereller Verteuerung
- 8:47ne und Einsparmaßnahmen, also aus einem ökonomischen Grund
- 8:50heraus. Ist ja jetzt nicht so einfach
- 8:52als Festival Organisatoren in der jetzigen Zeit so ein großes
- 8:57Festival zu machen, weil sich die Festivalwelt ja in den
- 9:00letzten Jahren arg verändert hat.
- 9:01Und Corona war ja da so eine ziemlich harte Zäsur auch.
- 9:06Ne ja, total. Ja, vor allem.
- 9:09Ja, dieses Problem, dass in den letzten Jahren einfach sich die
- 9:12Produktionskosten extrem verteuert haben, man aber auf
- 9:16der anderen Seite haben ja unsere Besuchenden auch nicht
- 9:19plötzlich viel mehr Geld zur Verfügung, sondern haben wir
- 9:22genau das gleiche Problem, dass sie auch weniger Geld haben,
- 9:25sich weniger leisten können und dementsprechend wir die
- 9:28Ticketpreise nicht einfach ins Unendliche erhöhen können.
- 9:31Habt sich das Publikum bei euch verändert?
- 9:33In den letzten Jahren? Also ich glaube.
- 9:37Grundsätzlich ist es sehr spannend zu sehen, dass so, man
- 9:39merkt schon diesen Cut durch Corona, dass es sozusagen so
- 9:43diese Zeit gab, in der einmal, glaube ich, die älteren
- 9:48Besuchenden so ein bisschen aus der Szene rausgewachsen sind.
- 9:51Wenn man das so sagen kann. Viele haben Kinder bekommen,
- 9:53sind irgendwie einfach in einer ganz anderen Lebensphase.
- 9:56Und dann gibt es halt wirklich diese, diese, ja diese Gap, wo
- 10:01wo Menschen einfach das gar nicht so sehr in ihrer Jugend
- 10:04erfahren haben und das gar nicht so Teil ihres Lebens war.
- 10:08Und viel sich auch dadurch irgendwie ins digitale verteilt
- 10:12habt. Aber ich habe schon das Gefühl,
- 10:13dass jetzt gerade so eine sehr spannende, ja Zielgruppe noch
- 10:18mal nachkommt. Ich finde, das merkt man auch in
- 10:20ganz vielen Kollektiven, die gerade aktiv sind, wir arbeiten
- 10:22sehr, sehr viel mit Kollektiven zusammen, einmal im Bau, aber
- 10:25auch im programmatischen Booking, und ja, ich finde es
- 10:30total spannend zu sehen, wie viele junge Menschen es gerade
- 10:33wieder gibt, die mir auch total Hoffnung geben, diese Branche
- 10:36wieder. Ja, wieder aktiv zu gestalten
- 10:39und sich Räume, Räume zu nehmen und wieder aktiv Musik und
- 10:43Clubkultur zu fördern. Hast du Zeit zu entdecken, also
- 10:48sozusagen sogar Kollektive, so richtig auch zu entdecken?
- 10:50Schon im Vorfeld in irgendeiner Form, oder ist es dann so, dass
- 10:52da manchmal so im Arbeitsschluss feststellt, ach, krass, gar
- 10:56nicht aufgefallen, so, diese Ecke, diese Neuerung oder so
- 10:58was, oder ist es ein aktiver Prozess?
- 11:01Doch ist schon auch ein aktiver Prozess?
- 11:02Ich gehe auch sehr gerne auf andere Festivals und ja, bin
- 11:06trotzdem weiterhin sehr, sehr gerne in der Szene unterwegs, um
- 11:10mir genau auch das anzuschauen und was wir auch, zum Beispiel,
- 11:14weil ich auch schon früher immer viel gemacht habe, was wir auch
- 11:16heute dann auch immer machen in den künstlerischen
- 11:18Gestaltungsbereich, auch da auf zum Beispiel
- 11:20Kunsthochschulrundgänge zu gehen, um da nach jungen
- 11:23Künstlerinnen zu schauen, die vielleicht spannend werden für
- 11:26Festivals. Betreibt ihr auch ein
- 11:29Generationenwechsel innerhalb des Festivals, also sozusagen
- 11:33teamaufbau, Teambuilding, so Ideen also man startet mit
- 11:38Ideen, daraus entwickelt sich ein gewisses Profil, dann kommen
- 11:42aber kommt eine jüngere Generation, die will Sachen
- 11:44anders machen, die hat einen anderen Blick auf Dinge, ist es
- 11:47was, was euch begleitet. Ich glaube, der spannende Punkt
- 11:50ist, dass ich im Ende 2024 das Festival als Geschäftsführung
- 11:56übernommen habe, von den Gründern tatsächlich, und ich
- 12:03glaube, gerade da ist es so ein sehr spannender Prozess, wo man
- 12:07ja viel auch in Austausch gehen muss und.
- 12:11Das sicher auch mal zu dem Punkt kommen, dass ich Dinge anders
- 12:13sehe oder anders machen möchte, als es vielleicht noch in dem
- 12:17Sinne die Generation vor mir gemacht.
- 12:18Hat ja, aber betrifft es auch das Team.
- 12:20Also ich meine es jetzt nicht nur sozusagen mal von oben
- 12:23gedacht, sondern auch so im Team, dass man also Umgang vom
- 12:28Team zum Beispiel viele Firmen haben in den letzten 1520 Jahren
- 12:31lernen müssen. Man muss einfach also
- 12:33Mitarbeiter Umgang ist etwas anderes, ne, man kann anders
- 12:36gestalten, man kann andere Perspektiven bauen, wenn man
- 12:38Mitarbeiter. Vielleicht mehr Verantwortung
- 12:41übergibt so auch in dieser Richtung vielleicht, so hat sich
- 12:45da was bei euch verändert, oder? Das glaube ich nicht, weil wir
- 12:49drin ein sehr junges Team sind. Aber gerade für mich war es noch
- 12:54mal total spannend, weil ich natürlich auf, also es ist mein
- 12:57erstes mal, dass ich eine geschäftsführungsposition
- 12:59innehabe und ja, da auch das Team kannte mich zwar, aber ich
- 13:06glaube, dass trotzdem. Noch mal was anderes, gerade
- 13:09wenn man aus dem Team kommt, dann in diese.
- 13:11In diese Führungsposition kommt zu schauen, wie, wie kann man
- 13:15einen guten Mittelweg finden, indem man eben nicht alles von
- 13:19oben herab entscheidet oder irgendwie probiert
- 13:22Micromanagement zu betreiben und ihm auf die Füße zu treten und
- 13:26aber auch trotzdem auf der anderen Seite.
- 13:29Ja, das Vertrauen vom Team bekommt, dass man auch gewisse
- 13:33Entscheidungen dann aber auch trifft und für das ganze Team
- 13:36trifft und mir aber genau wie du sagst, total wichtig ist, dass
- 13:39jeder in seinem Bereich die eigene Expertin, Experte ist,
- 13:45der oder die auch in ihrem Bereich Handeln und
- 13:48Entscheidungen treffen sollte. Inwieweit sind also.
- 13:53Kollektive Du hast gesagt im sowohl im Bau als auch
- 13:56künstlerisch aktiv. Wie koordiniert man denn sowas?
- 13:59Da kommen wir sozusagen auch noch mal.
- 14:01Aber bevor ich das mache, das ist dein Getränk, das ist jetzt
- 14:04so bei mir rüber geswitcht, weil ich sozusagen die das vergessen
- 14:07habe zu geben, also immer immer trink, genau die kommen ja mit
- 14:12einem eigenen Profil, auch mit eigenen Maßgaben, mit eigenen
- 14:16Bedürfnissen so, da entsteht wahrscheinlich auch kreativer,
- 14:20kreativer Reibung, oder? Ja, vor allem ist es in diesem,
- 14:24in diesem ja, was du schon gesagt hast, dieses Festival als
- 14:27dieses große Konstrukt ist das so spannend, mit wieviel
- 14:32verschiedenen Menschen man zusammenarbeitet dann.
- 14:35Vor allem ich spreche zum Beispiel auch mit den ganzen
- 14:37Behörden. Das heißt, du hast dann
- 14:38irgendwie auf der einen Seite Behörden, die denen du probieren
- 14:41musst, diesen kreativen Wahnsinn irgendwie noch mal auf einer
- 14:43ganz anderen Weise darzustellen und zu erklären und hast dann
- 14:47aber auf der anderen Seite sehr kreative Menschen, die noch mal
- 14:49eine ganz andere Kommunikation benötigen, als dann zum Beispiel
- 14:52der Dienstleistende vor Ort, allein das ist schon ein
- 14:56unglaublich spannendes Feld, aber genau, wir haben oder ich
- 15:00liebe es, in in meinem Job, das ist auch ein ein Teil, der mir
- 15:03besonders viel Spaß macht. So eine Plattform zu bieten und
- 15:07Künstlerinnen und kreativ schaffenden einen Raum zu
- 15:09bieten, um sich kreativ auszuleben und Ideen umzusetzen
- 15:13oder sich aber auch auszuprobieren, auch vor allem
- 15:16jungen Künstlerinnen die Möglichkeit zu geben, was wir
- 15:19auch vorhin schon gesagt haben, vor allem zum Beispiel auch
- 15:21Künstlerinnen, die gerade ihr Studium abgeschlossen haben,
- 15:24auch außerhalb zum Beispiel des klassischen White Room,
- 15:28Museumsstils sich einfach auch mal auszutoben und mal Dinge
- 15:31auszuprobieren. Trotzdem muss man aber auch oft
- 15:34kreativ werden, weil wir halt eben dann auch doch
- 15:37budgetrestriktionen haben, die man ja, wo man Dinge, die zum
- 15:43Beispiel auf dem Papier laden kann, schön aussehen.
- 15:46Gar nicht so einfach umzusetzen sind.
- 15:48Wir hatten zum Beispiel mal eine Installation, die ja gegenüber
- 15:53Überwachung und wie sehr sozusagen wir immer mehr unsere
- 15:57Daten verkaufen und. Das war nen Cube der geplant war
- 16:02eigentlich aus Plexiglas wo Spiegelfolie drauf war, sodass
- 16:06man von außen reingucken konnte, aber von innen nicht raus und
- 16:09innen drin wurde noch mal n Film zu dem Thema abgespielt und man
- 16:11wurde sozusagen von außen bewacht und hat das aber im im
- 16:15gar nicht gemerkt, dass man währenddessen beobachtet wird.
- 16:17Und Plexiglas ist leider unglaublich teuer.
- 16:20Das heißt, es wäre auf jeden Fall so nicht möglich gewesen.
- 16:22Und dann hatten wir aber tatsächlich noch ganz viele
- 16:25Fenster auf dem Gelände und dann haben wir das Gleiche aus einem
- 16:28Fenstercube sozusagen gebaut und hatten dann noch Plexiglas aus
- 16:32der Materialmafia und haben dann sozusagen aus dieser Kombination
- 16:37eigentlich dasselbe gebaut, aber ist so n bisschen angepasst und
- 16:39ich fand, dadurch hat es sogar noch besser ins Festival
- 16:42gepasst, weil es noch mehr diesen DIY Charakter hatte.
- 16:46Genau von daher ist das so ein bisschen.
- 16:48Ja, es gibt unterschiedliche Wege, manche Kollektive kommen
- 16:52schon mit einer Idee, manchmal komme ich aber auch auf
- 16:55Künstlerinnen zu, weil ich schon eine bestimmte Idee habe und mir
- 16:57denke, dass die Person das gut umsetzen kann und dann genau
- 17:02schaut man gemeinsam, wie kann man die Idee verwirklichen, was
- 17:05braucht es dafür, welcher Ort ist gut, ja.
- 17:10Wann? Dein Jahr ist wahrscheinlich
- 17:12nicht gleichmäßig gestaltet, was den.
- 17:16Kreativen, aber auch den Workflow so betrifft.
- 17:19Wann startet bei dir so richtig die heiße Phase, ab wann merkst
- 17:23du dann so okay jetzt? Ich würde so sagen, so April,
- 17:30Mai wird es schon ganz schön heiß und dann ab Juni ziehe ich
- 17:35aufs Festivalgelände und dann wohne ich 3 Monate lang dort vor
- 17:38Ort und genau das ist dann so wirklich die ganze heiße Phase.
- 17:44Kommt. Kommst du gut mit zum Wechsel?
- 17:46Klar, also dieses Wohnen vor Ort 3 Monate und dann aber trotzdem
- 17:51Homebase haben, ist das für dich easy?
- 17:53Oh, ich liebe das. Ich finde das ganz toll, also
- 17:56vor allem da draußen. Es ist ein riesiger See, wir
- 18:00haben einen riesigen Sandstrand, ist eigentlich 3 Monate mehr
- 18:04oder weniger campen, ich ja, ich liebe das ganz toll, man ist
- 18:09super viel draußen ich. Ich weiß nicht.
- 18:11Ich glaube, ich kann es mir gar nicht mehr vorstellen, in so
- 18:13einem Berliner Büro im bei 30 Grad zu sitzen, den ganzen Tag,
- 18:17statt dort irgendwie unter dem Baum mit einem Laptop zu sitzen
- 18:20und draußen zu arbeiten. Und ja, für mich passt das so
- 18:24perfekt. Muss ich sagen, kannst du
- 18:25erahnen, wie viele Menschen du kennst?
- 18:27Boah. Ich bin, wenn jemand gleich mein
- 18:30Handy macht. Ich muss unbedingt mal wieder in
- 18:33einem Backup machen, da sind so viele Handynummern drin, wenn
- 18:35ich das jemals verliere, ich glaub doch.
- 18:38Netzwerk weg. Das ist für mich immer so das
- 18:40das das Schöne so an, also also wirklich an Club und Rave
- 18:44Kultur, dass man so viele Menschen kennenlernen kann und
- 18:47kennenlernt. Und ich frag mich dann wirklich
- 18:49immer bei Menschen, die dann wirklich das beruflich tun mit
- 18:54Profession und mit Leidenschaft und denk ich immer so.
- 18:56Das muss der also, das muss ein unfassbar an an Nummern und
- 19:00Namen und auch, man muss ja auch wissen, wohin die Leute
- 19:04irgendwo. Gehören so.
- 19:05Ja, also ich hab auch hinter jedem Namen dann auch ne
- 19:08Bezeichnung, die teilweise immer länger werden, woher ich die
- 19:11Person kenne, was Spezifisches für die Person, wo sie mir
- 19:14helfen kann oder so. Aber ja, was in dieser, wie ich
- 19:17vorhin erzählt hab, mit dieser Aufgabe, die ich besonders
- 19:19liebe, Probleme zu lösen, auf jeden Fall hilft, weil man ja
- 19:23immer weiß, OK, ich hab da doch irgendwo ne Nummer den.
- 19:26Könnte ich anrufen oder auch manchmal.
- 19:29Es war heute zum Beispiel ganz lustig.
- 19:30Wir haben haben eine Wasserrutsche, die hatten wir,
- 19:34oh, ich weiß gar nicht, wann wir die das letzte Mal hatten, aber
- 19:37auf jeden Fall haben wir die letztes Jahr wieder gebaut, eine
- 19:39Wasserrutsche über den Strand direkt in den See rein und die
- 19:42wurde letztes Jahr wieder aufgebaut und genau dann braucht
- 19:46es auch eine Pumpe, die das Wasser von dem See hochpumpt.
- 19:50Und das war alles gar nicht so einfach, weil der dieser Strand
- 19:53dann doch ne ganz schöne Steigung hatte und dann
- 19:56teilweise kann man. Den Baggersee ne.
- 19:57Genau, ja, und dann sieht. Man richtig, der ist richtig.
- 19:59Man sieht noch, dass das. In der ja, es geht.
- 20:01Am Anfang geht so n paar Meter geht es relativ flach rein und
- 20:04dann sieht man irgendwie die Abbruchkante.
- 20:06Genau. War ja, ist doch ganz schön
- 20:09steil gewesen. Und dann kam nicht genug Wasser
- 20:10oben an und dann hat man irgendwie alle möglichen Leute
- 20:13aus der Region angerufen, dann habt ihr noch ne größere
- 20:15Wasserpumpe und so weiter und sofort und diesmal hat mich
- 20:18jetzt die Feuerwehr vorhin schon angerufen und meinte AH baut ihr
- 20:20wieder die Wasserrutsche, wir haben jetzt ne noch größere
- 20:22Pumpe wir hatten richtig Bock auf die Wasserrutsche und ja
- 20:26deshalb irgendwann geht es auch. Noch das das, das führt mich
- 20:29gleich zur zur zur nächsten Frage.
- 20:31Seid ihr so n kleiner? Als Orbit seid ihr sozial
- 20:35eingebettet mit eurem Festival in in in die Dorfregion und so.
- 20:43Ja, also auf jeden Fall. Wir haben also schon seit Jahren
- 20:49kaufen oder wir kaufen sehr, sehr viel.
- 20:53Direkt oder beziehen sehr sehr viel direkt aus der Region,
- 20:56einmal von Dienstleistungen, aber zum Beispiel auch unser
- 20:58Holz, was wir komplett in der Region kaufen, aber auch die
- 21:04Container für oder Toilettencontainer, die
- 21:06Wasserstation und so weiter und sofort.
- 21:10Zudem ist zum ja, also ich glaube, solche Festivals können
- 21:14eigentlich fast nicht ohne diese Nachbarschaftshilfe bestehen,
- 21:18zum Beispiel unser Nachbar gegenüber, der hat uns letztes
- 21:21Jahr total viel geholfen mit den Containern, weil der einfach
- 21:23viel größere Maschinen hatte als wir heißt, so waren wir
- 21:27imstande, die 40 Fuß Container auch mit seiner Hilfe zu stellen
- 21:31und mussten nicht n extra Kran dafür mieten, um jedes Mal
- 21:34einzeln Container zu verstellen. Ansonsten sind wir mit der f 60,
- 21:38dass diese Abraumförderbrücke mit dem Verein.
- 21:40Sehr eng verbunden, weil wir auch Teile des Geländes mit
- 21:43Nutzen, aber auch so in der Region.
- 21:46Wir hatten letztes Jahr zum ersten Mal eine regionale Bühne,
- 21:49die wir vor Ort umgesetzt haben, weil wir ja die.
- 21:55Die Kultur, die es ja auch in der Region gibt.
- 21:57Es gibt verschiedene, es gibt sogar auch kleine Clubs und
- 22:00Kollektive in der Region, was ja auch nicht mehr überall der Fall
- 22:03ist. Und um denen auch eine Bühne zu
- 22:06geben. Und ja, die Bühne war leider
- 22:10schon zu klein dafür oder die der Platz hat überhaupt gar
- 22:13nicht gereicht, an an Slots, die wir eigentlich hätten am
- 22:16liebsten vergeben wollen, weil so viele sich gemeldet haben,
- 22:19die auch gerne gespielt hätten. Aber haben zum Beispiel auch
- 22:23Workshops gemacht mit einer lokalen Küche, die dann lokal
- 22:26gekocht haben. Dann gab es verschiedene
- 22:30Workshops, verschiedene NGOS haben sich präsentiert und haben
- 22:34so probiert, ja auch die Region darüber hinaus zu integrieren.
- 22:39Dieses Jahr ist unser Motto viel unterwegs, gemeinsam Grenzen
- 22:44überwinden und in dem Zusammenhang machen wir auch
- 22:48dieses Jahr verschiedene Partys in verschiedenen Städten.
- 22:50Und dabei ist zum Beispiel Stuttgart, Köln.
- 22:54Wir hatten hier in Berlin eine, Wir hatten aber zum Beispiel
- 22:56auch vor Ort in Finsterwalde eine machen mit dem lokalen
- 22:59Club, und genau sonst ist das da total wichtig, die die Region
- 23:05aktiv zu integrieren. Also das heißt also, ihr, das
- 23:08ist so eine kleine Clubtour, die ihr macht?
- 23:10Ja. So sozusagen so eine kleine
- 23:12Vorpromotion, oder? Hat es auch einen einen
- 23:15kulturellen Aufhänger in irgendeiner Form?
- 23:17Also. Es ist zusammen mit kollektiven
- 23:19jeweils, die sozusagen auch bei uns auf auf dem Festival spielen
- 23:23und mit denen dann zusammen machen wir Showcases in den
- 23:27jeweiligen Städten. Habt ihr was so
- 23:30Lärmschutzkonzepte betrifft, ist es eine anstrengende Aufgabe,
- 23:34bei so einem Festival es zu zu bauen.
- 23:39Ja, also es. Geht.
- 23:42Wir haben also wir arbeiten da sehr mit einem Messbüro zusammen
- 23:45und dementsprechend werden dann die jeweiligen Floors
- 23:49ausgerichtet. Von daher ja machen die die
- 23:52meisten da Arbeit, würde ich mal sagen und wir sind dann mehr in
- 23:56der Umsetzung damit beschäftigt. Ich habe das auch so ein
- 24:02bisschen mit dem ganz kleinen Hintergedanken gehabt, so Natur,
- 24:04Tiere, Umweltschutz, so, das ist so.
- 24:07Habt ihr da starke Auflagen in irgendeiner Form, oder?
- 24:10Also wir mussten tatsächlich unser Festival um 2 Wochen nach
- 24:13hinten verschieben wegen der Brutvögel.
- 24:17Das ist glaub ich jetzt vor 2 oder 3 Jahren passiert, genau
- 24:22was natürlich im Sommer sind so viele Festivals, jetzt sind wir
- 24:25halt auf dem Wochenende mit teilweise auch anderen
- 24:27Festivals, aber viel später konnten wir dann nicht nach
- 24:30hinten verschieben. Aber klar, solche solche
- 24:32Thematiken sind schon, ansonsten haben wir müssen wir mal n
- 24:35landschafts Schutzgutachten machen.
- 24:38Und dann entsprechend darauf reagieren, was jetzt im letzten
- 24:42Jahr oder in den letzten Jahren neben dem Verschieben eigentlich
- 24:45vor allem Bereiche waren, die wir dann extra noch mal
- 24:48abgesperrt haben, was aber auch so ganz schön ist, weil die
- 24:51jetzt das ganze Jahr über stehen bleiben und somit auch ja das
- 24:54ganze Jahr über Schutz bieten. Ja OK, ich frag sowas immer ganz
- 24:59naiv, weil wie gesagt, ich kenn diesen ganzen Festivalkosmos
- 25:02nicht. Und ich fand es mal, oder ich
- 25:05fand es spannend, mich mal also durch Artikel durchzuarbeiten
- 25:08und doch mal was, was alles so mitgedacht werden muss in
- 25:10manchen Punkten, die so wirklich manchmal klein klein sind, aber
- 25:14einen vielleicht größeren Output an anderer Stelle haben.
- 25:18So und Behörden sind ja manchmal auch nicht so einfach, also man
- 25:23muss ja auch Behörden sprechen. Können in manchen Punkten ja.
- 25:28Austausch unter Festivals interessiert mich auch immer so
- 25:31ein bisschen so dieses, also wenn.
- 25:33Berlin wird viel über Clubsterben gesprochen.
- 25:35Ich glaube, eigentlich kann man auch sagen deutschlandweit
- 25:38mittlerweile, dass es wirklich in vielen Regionen prekär ist.
- 25:41Es gibt n Festivalsterben, was wahrscheinlich auch sehr
- 25:43unterschiedliche Gründe hat und auch von Festivals zu Festival
- 25:46sehr unterschiedlich ist. Gibt es da irgendeine Plattform
- 25:49an Austausch oder sowas, wo sich Festivalorganisatorinnen
- 25:53austauschen? Ja, also mir ist das auch total
- 25:56wichtig, weil Festivals können ja nur einmal im Jahr Dinge
- 26:00ausprobieren, gerade so Thema Nachhaltigkeit, aber auch
- 26:02soziale Nachhaltigkeit, Awareness, Konzepte und so
- 26:05weiter und sofort, und deshalb ist es mir total wichtig, sich
- 26:08da auszutauschen und gemeinsam Konzepte zu entwickeln, wie man
- 26:13schneller sozusagen einfach in der gesamtheitlichen Branche
- 26:18nachhaltiger und sozial gerechter werden kann, aber auch
- 26:21zum Beispiel das Thema Ressourcenteilung wir.
- 26:25Vermieten, also untereinander vermieten wir uns zum Beispiel
- 26:28teile, also von weiß nicht. Wir haben zum Beispiel unsere
- 26:31Küche regelmäßig vermietet oder Feuerlöscher oder ähnliches,
- 26:35oder dann waren es mal ein Lastzangen oder wie auch immer,
- 26:38also was, was jedes Festival braucht, eigentlich die ganzen
- 26:41Sachen, ja meistens nur einmal im Jahr und auch in der Hinsicht
- 26:44macht es dann gar keinen Sinn, dass jedes Festival alles
- 26:47komplett alleine hat, sondern auch da macht es total Sinn,
- 26:50Ressourcen einfach gemeinsam zu teilen oder Dinge auch gemeinsam
- 26:53anzuschaffen. Wir haben in Brandenburg haben
- 26:56wir n Verband den Impuls Brandenburg, der sehr sehr stark
- 27:00ist und mit dem wir uns sehr, sehr viel austauschen.
- 27:02Also wir treffen uns da regelmäßig mit den verschiedenen
- 27:05Festivals in Brandenburg ist. Ja, wenn ich kurz
- 27:07Entschuldigung, zwischenfragen hab, ist der initialisiert von
- 27:10Festivalorganisation oder ist das n ist der n also eigener?
- 27:14Eigener eigener Verband. Genau aber ist sozusagen auch
- 27:17unser unser Sprachrohr zu Politik und im mit dem Verband
- 27:22war es uns zum Beispiel auch möglich, ne ne eigene
- 27:25Festivalverordnung im Bereich vom Bauamt zu integrieren, womit
- 27:30es uns einfacher als Festivalbauten beim Bauamt.
- 27:34Ja, genehmigt zu bekommen, was eine unglaubliche Hilfe ist.
- 27:38Was wirklich richtig, richtig gut ist.
- 27:39Und das haben wir zum Beispiel nur geschafft, weil wir halt als
- 27:43Gemeinschaft zusammen aufgetreten sind und deshalb ja,
- 27:45glaube ich, ganz fest daran, dass es unglaublich wichtig ist.
- 27:48Was, wie war der Prozess sonst vorher?
- 27:50Also war der sehr langlebig und sehr kleinteilig, oder?
- 27:53Ja, es ist also es gab dann, also es gibt sozusagen fliegende
- 27:57Bauten, das ist sozusagen die eine Kategorie, und dann, es war
- 28:01immer die Frage, fällt sozusagen da rein, dann brauchst du n
- 28:04baubuch. Oder nen Bauantrag.
- 28:07Oder du baust halt sozusagen da drunter.
- 28:09Und ja, wir hatten zum Beispiel einmal hatten wir nen
- 28:12Pferdekopf, der aus komplett aus Müll gebaut wurde, der Ultra am
- 28:18Anfang als dieser Haufen als ich hatte das Konzept des Kollektivs
- 28:22auch nur auf Papier gesehen find es ultra geil und dann kamen die
- 28:25anderen Halt mit diesem Riesenhaufen, da hab ich auch
- 28:28nicht dran gedacht, dass wirklich am Ende genau dieser
- 28:30Pferdekopf bei Rumkommt. Aber es sah wirklich aus wie n
- 28:32Pferdekopf. Und das zum Beispiel dann so
- 28:35einem Bauamt zu erklären, dass das jetzt auf jeden Fall
- 28:37sinnvoll und notwendig und genauso sicher ist, wie es da
- 28:41steht, ist halt nicht so einfach und genau.
- 28:45Und deshalb hilft uns das, da einfach so ein bisschen eine
- 28:48mehr, mehr kreative Freiheit zu bekommen.
- 28:51Gibt es auch so Grenzen wo du sagst da sind da haben wir
- 28:53bisher auf Granitgebissen sind wir nicht weitergekommen, egal
- 28:55wieviel, sozusagen von unserer Seite gebaut worden ist, erklärt
- 28:58werden muss, ausgeführt worden ist, wir sind nicht
- 29:01weitergekommen. Generell, wir müssen seit ein
- 29:06paar Jahren. Es liegt sozusagen daran, wie
- 29:09wie sich das Gelände entwickelt hat, weil früher war das
- 29:12komplettes Bergbaurecht, jetzt hat sich das rechts vor Ort
- 29:15etwas geändert und seitdem müssen wir komplett alles
- 29:18abbauen und müssen jeden Flor wieder komplett zurückbauen.
- 29:23Und das ist einfach, weil früher konnten wir komplett die oder
- 29:25alle Flows stehen lassen und konnten dadurch halt auch immer
- 29:28immer weiter bauen und immer ja detailverliebter werden.
- 29:32War das schon vor Corona so oder ist das ein Prozess, der nach
- 29:35Corona? Gewesen.
- 29:35Das war nach Corona, und das ist natürlich einfach ein riesiger
- 29:41Aufwand, also einmal monetär, aber auch personell plus.
- 29:45Wir müssen alles innerhalb von einem Monat nach dem Festival
- 29:49abgebaut haben. Und wir können jetzt auch nur
- 29:51noch 6 Wochen vor Veranstaltung anfangen zu bauen.
- 29:55Und früher konnten wir sozusagen eigentlich das ganze Jahr über
- 29:59so ein bisschen bauen und hatten dadurch einfach viel mehr Zeit.
- 30:02Und diese Zeiten sind halt sehr festgelegt, also da, daran lässt
- 30:06sich nicht viel rütteln. Wir haben Möglichkeiten
- 30:11gefunden, wie man gewisse Sachen doch stehen lassen kann.
- 30:14Verschiedene Installationen zum Beispiel, die wir stehen lassen
- 30:17können oder einen Teilfloor könnten wir jetzt doch stehen
- 30:19lassen, also da ist es so n Back and Force und man muss irgendwie
- 30:23schauen, wie kann man dem den Ämtern dann doch auch
- 30:26klarmachen, dass es zum Beispiel auch teilweise auch einfach für
- 30:29weil es ist ja n öffentlicher See.
- 30:31Dass es auch einfach für die generelle Nutzung des Sees
- 30:34einfach spannend ist oder schön ist, dort Installation zu haben
- 30:36oder zum Beispiel Sitzinstallationen die
- 30:39Sitzmöglichkeiten und Installation sind und die ja
- 30:41sozusagen dann auch einfach dem generellen Tourismus was
- 30:43bringen. Aber ja, da sind es dann auch
- 30:47manchmal, ja muss man einfach schauen, wie kann man, wie kann
- 30:50man da gemeinsame Wege finden, dass es sich sozusagen für für
- 30:53beide Seiten lohnt. Aber ja, dieser Punkt, dass wir
- 30:57wirklich eigentlich sonst. Alles abbauen müssen ist schon.
- 31:01Und das heißt, ihr müsst dann sozusagen übers Jahr dann
- 31:03irgendwo anders Flächen mieten, wo ihr Sachen lagert, die ihr
- 31:06vorher einfach hattet hattet stehen lassen können.
- 31:09Nee, also wir haben schon, wir haben eine Teilfläche sozusagen,
- 31:12die gepachtet ist. Das ist so unser Lagerraum, das
- 31:14war auch schon vorher unser Lagerraum, aber ja, trotzdem, da
- 31:18müssen wir jetzt halt sehr. Sehr genau lagern und Tetris
- 31:23spielen und all das jedes Jahr wieder einzulagern.
- 31:26Wie groß wächst denn das Team immer so?
- 31:28Also ihr habt wahrscheinlich ein Kernteam, was so über das so das
- 31:31halbe Jahr hinweg alle Vorarbeiten leistet, alle
- 31:35Strukturgebenden und Grundsätzlichkeiten baut und wie
- 31:40wie bläht sich das dann auf für diese?
- 31:42Also wir sind so im das ganze Jahr über sind wir 8 Personen
- 31:48und. Und dann kommen.
- 31:50Also ja, ist immer sehr, sehr spannend zu sehen, weil genau
- 31:53wie du sagst, wird halt immer so dann von Woche zu Woche, von
- 31:56Monat zu Monat, immer immer mehr, bis es dann kurz vor
- 31:58Festival ist. Von dem kleinen Team.
- 32:00Dann kommen Praktikantinnen dazu, dann kommen
- 32:04Freelancerinnen dazu und dann kommen, wenn wir dann vor Ort
- 32:08sind, kommen die ganzen Kollektive dazu, die ganzen
- 32:11Kreativschaffenden und dann wirklich kurz vor Festival.
- 32:15Bestimmt so 800 Leute auf dem Platz, also da zählt dann
- 32:19natürlich jede Person dazu, die an der Bar arbeitet, die
- 32:22Securities, das Psychiateam, Johanniter, Feuerwehr, aber
- 32:27natürlich auch die Menschen, die zum Beispiel das das Abfallteam,
- 32:33aber auch der Einlass, die Gästeliste.
- 32:36Also ich, ich finde es immer, ich Hut ab muss ich sagen, also
- 32:39weil ich ich selbst schon im kleinen Rahmen denke ich
- 32:41manchmal so, also jetzt in meinem Bereich
- 32:43Redaktionsleitung. Da auch nachhaltig Strukturen
- 32:47einzupflegen, dass es gut funktioniert, dass es
- 32:50reibungslos läuft, dass es auch effektiv ist an manchen Punkten,
- 32:54man darf auch Freiraum lassen, aber dass sozusagen auch so
- 32:57gewisse Qualitätsstandards gehalten wird, das ist immer,
- 32:59denke ich, immer so bei so einem Festival.
- 33:01Wenn das dann innerhalb kürzester Zeit wächst, was da an
- 33:03Kommunikation auch da sein muss von eurer Seite und an also an
- 33:07Stringenz und Kommunikation, um Sachen dann auch zum Laufen zu
- 33:10bringen, so also. Ich bin bitte gucke da bewundern
- 33:14vielleicht auch an an der Stelle.
- 33:16Ja, es ist auf jeden Fall NN. Riesiger Aufwand und vor allem
- 33:21auch da diese diese Strukturen und diese.
- 33:24Diese, diese, diese Ebene der Zusammenarbeit, die ich vorhin
- 33:28aufgemacht habe, die auch dann weiter zu tragen und diese
- 33:31Werte, wie wir miteinander umgehen wollen, wie wir
- 33:33miteinander zusammenarbeiten wollen, welche
- 33:35Kommunikationsbilder wir haben wollen und die dann immer an
- 33:38jede neue Person sozusagen oder jede weitere neue Person weiter
- 33:41zu tragen, ist es gar nicht so leicht, ja.
- 33:44Und ich finde, was bei diesen, bei bei vielen so
- 33:47subkulturellen, ja Festivals, weil ja auch immer schön ist,
- 33:50dass sie. Nicht politisch sind, aber
- 33:52politisch sind in dem, wie sie Dinge leben.
- 33:55Ja, das finde ich, ist immer, das wird auch immer ganz häufig
- 33:58vergessen, weil viel wird über Ökonomie gesprochen, darüber,
- 34:01dass jetzt gerade jetzt auch im Sterben von oder von sterbenden
- 34:04Festivals wird immer der Blick darauf geworfen, aber so dieses,
- 34:08dass man Werte ja auch lebt, indem man, wie man mit
- 34:10zusammenarbeitet und wie man dann noch Sachen transportiert
- 34:13auf der künstlerischen und kreativen Ebene, das finde ich,
- 34:15wird geht dann immer häufig unter in dem Bereich.
- 34:18Ja, und ich glaube aber auch vor allem.
- 34:21Auch vor Ort, also dass man zum Beispiel auch wir haben
- 34:24natürlich auch sehr, sehr viele Besuchende aus der Region, und
- 34:27dass man da einfach auch so ein so ein Ort des Austausches
- 34:31bringt und verschiedene Perspektiven auch einfach
- 34:33zusammenbringt. Und dieser Perspektivwechsel,
- 34:36ich glaube, das ist auch einfach ein ganz, ganz wichtiger Punkt,
- 34:39der der Festivals einfach bietet und der die Möglichkeit bietet,
- 34:42dass wir hoffentlich wieder näher zusammenrücken und diese
- 34:45Gemeinschaft wieder mehr. Fördern hast du denn Zeit?
- 34:50Selber noch andere Festivals zu besuchen.
- 34:52Und wenn du die Zeit hast Festivals zu besuchen, hast du
- 34:55Zeit, sie auch zu genießen. In einer in einem nicht, also
- 35:00wirklich in einem, in einer privaten Art und Weise.
- 35:03Ja, es gibt so ein paar Festivals, wo ich auf jeden Fall
- 35:06immer privat hinfahre und dann auch mal länger da bin.
- 35:08Aber es gibt auch viele, wo ich einfach nur so mal kurz
- 35:12vorbeischaue und was ganz witzig ist, weil.
- 35:15Ich habe ja auch selber als Freelancerin bei verschiedenen
- 35:18Festivals gearbeitet und es ist schon auch sehr so eine Bubble.
- 35:20Also man trifft dann schon oft auch sehr, sehr viele Leute, die
- 35:23dann zum Beispiel auf mehreren Festivals arbeitet oder die man
- 35:26dann von anderen Produktionen her kennt, von daher, man kennt
- 35:29sich dann auch irgendwie so ein bisschen, aber von daher liebe
- 35:32ich das total auch, auch wenn es nur kurz ist, auf andere
- 35:35Festivals zu gehen und und wir haben Menschen zu besuchen, aber
- 35:38auch zu schauen, was was machen andere so wie wie, ja.
- 35:41Gab es in den Jahren, in denen du.
- 35:45Ich sag mal dein oder euer Festival, aber auch andere
- 35:47Festivals erlebt hast. Als du dann in die
- 35:49Leitungsposition kommst, gesagt hast, es gibt Sachen, die möchte
- 35:52ich anders machen, also die möchte ich nicht so machen, wie
- 35:55das andere umgesetzt haben in irgendeiner Form.
- 35:58Sozusagen, wo wir schon gut drin waren.
- 36:03Gute Frage, aber ja, also auf jeden Fall.
- 36:08Was auf jeden Fall richtig, richtig schön, will ich gar
- 36:10nicht sagen, dass andere das nicht haben, aber weil ich sehr
- 36:13an uns schätze, ist, dass wir wahrscheinlich auch dadurch,
- 36:16dass wir 3 Monate dort zusammen campen, mehr oder weniger
- 36:19einfach n sehr, sehr schönes Teamgefühl zusammen haben und
- 36:23und sehr, sehr eingeschworen sind.
- 36:26Und ich liebe die Diversität auf jeden Fall bei uns, die von
- 36:31einmal den Musikrichtungen und kollektiven Wir haben.
- 36:34Ganz viele verschiedene, oder? Das ist auch das, was uns
- 36:37ausmacht, dass wir, wir haben ein Technoflor, wir haben aber
- 36:40auch ein Houseflor, Wir haben eine livebühne, wir haben aber
- 36:43auch eine kleine Punkbühne, Wir haben Hip Hop, Wir haben Rap,
- 36:48wir haben aber auch. Verschiedenstes an
- 36:51Rahmenprogramm und es gibt sozusagen die ganze Zeit
- 36:55irgendwas zu entdecken und für jeden gibt es irgendwie was und
- 36:59so ein bisschen dieses, ja, dieses Entdecken, dieses
- 37:02rumlaufen und ständig irgendwie neue Sachen entdecken, aber auch
- 37:05neue Künstlerinnen und, und ja, neue Bands entdecken zu können
- 37:09und gar nicht so unbedingt nach einem Act hinterherstreben oder
- 37:13nach dem einen Headliner, weil wir veröffentlichen auch unser.
- 37:17Line erst zum Festival und gar nicht davor und dieses sich
- 37:21treiben lassen. Das liebe ich besonders es.
- 37:23Ist nicht schwierig in der Kommunikation, wenn man das so
- 37:25macht. Also ich verstehe das, ich
- 37:27verstehe das, warum man das macht, aber die andere Frage ist
- 37:29dann immer, wie macht man denn das Marketing, wenn man
- 37:31sozusagen. Nicht mit den Playern planen
- 37:34kann. Ja, es gibt nicht so viel, was
- 37:35man kommunizieren kann. Ja, mittlerweile kommunizieren
- 37:39wir die Kollektive, die kommunizieren wir schon und
- 37:42dadurch kann man sich es auch hier und da so ein bisschen
- 37:44denken, wir haben jetzt in diesem Jahr, wir hatten im
- 37:48letzten Jahr war das Motto Spiel Ziel, viel des Lebens, Zeit für
- 37:53neue Wege, und da war dieser Gamification Charakter sozusagen
- 37:59so ein bisschen die Basis des Ganzen.
- 38:01Und da haben wir uns für jedes Kollektiv, oder wir haben uns
- 38:04nen Quartettkartenspiel aus überlegt und jedes Kollektiv hat
- 38:08dann eine Quartettkarte bekommen und diese Quartettkarten haben
- 38:11wir dann immer vorher veröffentlicht und diese
- 38:13Quartettkarten gab es dann aber auch beim Festival zum Sammeln
- 38:16und am Einlass hat jeder 3 Quartettkarten bekommen und dann
- 38:21könnte man die tauschen und sammeln und wenn man gewisse
- 38:25Anzahl an Karten gesammelt hat, konnte man auch dafür was
- 38:27gewinnen. Und wie war der Rücklauf?
- 38:29Also wurde viel gewonnen. Es wurde viel gewonnen und es
- 38:32wurde vor allem, auch das fand ich richtig cool, weil mein mein
- 38:36Wunsch dahinter war vor allem, dass die Menschen halt in
- 38:38Kontakt treten und sich kennenlernen.
- 38:40Und ich hab irgendwie das Gefühl, dass das so n bisschen
- 38:42verloren gegangen ist und selbst auf.
- 38:45Auch in der Gesellschaft, aber auch auf Festivals.
- 38:47Ja, viele so sehr für sich sind und und auch sehr für sich
- 38:50tanzen und so n bisschen dieses ja sich austauschen, neue
- 38:53Menschen kennenlernen, dass das so n bisschen verloren gegangen
- 38:56ist. Und das war mir total wichtig,
- 38:57dass man sozusagen dadurch in Kontakt kommt und so EY, welche
- 39:00Karte hast du denn noch? Ich brauch noch die und es hat
- 39:02wirklich funktioniert, dass wir hatten haben so ne
- 39:04Telegramgruppe und dass selbst sich Leute da verabredet haben
- 39:08ey ich brauch noch die Karte oder lass uns um 12 da und da
- 39:10treffen und Karten tauschen und so und das fand ich ultra cool,
- 39:12da hab ich mich super drüber gefreut.
- 39:14Und und dieses Jahr gibt es Briefmarken, damit wir die
- 39:19Briefmarkensammlung wieder aus dem verstaubten Gellow.
- 39:25Ja, ja, ja, ich. Ich hab das neulich gemacht, es
- 39:27ist noch gar nicht lange her vor, ich glaub vor anderthalb
- 39:29Monaten, wo ich so diese ganzen von meinem Vater, die ganzen
- 39:32alten Briefmarken rausgekramen und so, aber ich hab sie wieder
- 39:35rein, gibt es da bei euch auch in irgendeiner Form Standards?
- 39:38Ich weiß das nicht jetzt gerade auch was sozusagen den Foodcode
- 39:41zum Beispiel betrifft, habt ihr da?
- 39:45Ein Standard, dass ihr Wert legt auf eine prozentuale Verteilung,
- 39:47was es so an an Essensform und an Essensangeboten gibt.
- 39:51Also wir haben einen Foodcore, der ist komplett vegan,
- 39:54vegetarisch und an dem anderen Foodcore gibt es auch
- 40:00Fleischprodukte, die müssen aber bio sein.
- 40:05Und müssen auch, oder das müssen die Food Trucks sozusagen, uns
- 40:10vorher vorlegen, was es gibt und müssen mindestens eine vegane
- 40:13Variante trotzdem anbieten, weil da hatten wir das Gefühl, dass
- 40:17das oft zu kurz kommt, dass es dann oft keine vegane Variante
- 40:21gibt, oder wenn, dann irgendwie nur Pommes oder sowas und die
- 40:24Diversität an veganen Speisen zu wenig ist.
- 40:27Ah genau, ich hab das aus Eigennutz gefragt.
- 40:30Bei mir ist das immer extrem wichtig, also bei einem
- 40:32Festival. Wenn ich esse, dann will ich
- 40:34auch richtig gut essen und dann will ich auch ne vernünftige
- 40:36Palette haben und das da ist sozusagen muss alles dabei sein
- 40:39und ich finde, bei kommerziellen Festivals fällt das häufig hart
- 40:43runter und ich finde, das hat auch was, also aus meiner
- 40:46Perspektive, wenn man mit Wertschätzung von denen zu tun,
- 40:48die dort zusammen feiern in irgendeiner Form, so, ja auf was
- 40:53freust du dich mal unabhängig jetzt von vom Line und vom vom
- 40:57künstlerischen vielleicht so ins ganz Kleine gedacht.
- 41:00So was was. Ob es ein Habitus ist oder was
- 41:03wiederkehrend, sowas gibt es sowas auf was du sagst, da freue
- 41:05ich mich jedes Jahr drauf. Ja, du hast ja ganz am Anfang
- 41:08gefragt, ob das für mich schwierig ist.
- 41:12Diesen Standortwechsel sozusagen.
- 41:15Ist tatsächlich so ein bisschen, ist halt schwierig, aber auf der
- 41:18anderen Seite auch wunderschön, dass man die da immer wieder
- 41:20trifft. Es gibt halt wirklich wieso ein
- 41:21bisschen wieso sommerfreunde sozusagen oder so
- 41:23festivalfreundschaften. Die Menschen trifft man dann
- 41:26halt irgendwie im Sommer und erlebt dann ja auch so eine
- 41:29krasse Zeit zusammen. Also man, ich glaub das gibt so
- 41:33wenig in in anderen, ich hab nicht so vielen anderen Berufen
- 41:36gearbeitet, aber dass man in so einem großen Team alle auf ein
- 41:41Ziel hinarbeitet, also man arbeitet ja alle auf das Ziel
- 41:44hin, dass das Festival am Ende steht und stattfindet und und
- 41:48jeder arbeitet so in seinem kleinen Teilbereich alle darauf
- 41:51hin und dadurch erlebt man ja so.
- 41:54Krassen Zeiten dann, wenn es dann zum Beispiel regnet, eine
- 41:56Zeit lang, dann passiert das, dann ist irgendwie, und das
- 41:58beschäftigt dann alle, und dadurch finde ich, sind das
- 42:01irgendwie auch noch mal so besondere Freundschaften, die
- 42:04man dort schließt und hat, aber ja sehr, sehr oft dadurch, dass
- 42:07man auch teilweise verstreut ist in in ganz Deutschland oder
- 42:11teilweise auch in Europa, dass man ja sich dann oft nur
- 42:15irgendwie im Sommer während den Produktionen sieht und dann.
- 42:18Das restliche Jahr nicht, aber genau auf die Menschen freue ich
- 42:21mich besonders, dass man sich da wieder trifft und so eine innige
- 42:24Zeit zusammen verbringt. Und man ist ja dann auch wie
- 42:26sowieso ein Mitbewohner in irgendwie in so einer, in so
- 42:29einer WG und steht man morgens auf, sieht sich schon beim
- 42:31Zähneputzen, sieht sich abends das letzte mal vorm
- 42:34Schlafengehen. Findest du Regen nervig beim
- 42:37Festival? Oh also als Gast wo ich, also
- 42:42ich mich jetzt echt also bei uns auf dem Festival.
- 42:45Ich habe zum Glück einen Container wo ich drin schlafen
- 42:47darf. Aber wenn ich jetzt mir
- 42:48vorstelle, ich muss dann auch noch in so n Zelt, also es kann
- 42:51schon romantisch sein und ich war auch schon auf Festivals, wo
- 42:54es dann trotzdem cool war, aber wenn man dann wirklich sogar
- 42:58nicht trocken wird und alles ist klamm und es hat so 3 Tage
- 43:01durchgeregnet, boah, ich weiß nicht, das wird mich schon
- 43:04richtig dolle nerven, aber. Ist es für euch auch, also von
- 43:08der von der Festivalorganisation mal weg von Sturm oder sowas,
- 43:10also von prekären Sachen, sondern es ist so, man denkt so,
- 43:14Oh. Oder ist es auch?
- 43:15Es gibt so ein Gefühl ab dem Punkt, wo man denkt, das ist
- 43:17eigentlich. Egal.
- 43:18Nee, also letztes Jahr da war, hat es die letzten 2 Wochen
- 43:22vorveranstaltung hat es nur geregnet, also wirklich
- 43:25Dauerregen. Und da war ich also, da war ich
- 43:29wirklich irgendwann so. Wow, wenn ich jetzt das ganze
- 43:31Jahr über für dieses eine Wochenende gearbeitet hab, und
- 43:34das fällt jetzt komplett ins Wasser, da rast ich aus, also da
- 43:37wär ich schon, da wär ich schon schlecht gelaunt gewesen, wenn
- 43:40es dann wirklich komplett durchgeregnet hätte, aber wir
- 43:43hatten super krasses Glück, wir hatten dann 25 grad bisschen
- 43:46Wolken, also eigentlich perfektes Festivalwetter, weil
- 43:49nicht zu warm, nicht zu kalt, weil kurz, zwischenzeitlich war
- 43:51dann plötzlich auch angesagt 40 Grad am Freitag, was man ja auch
- 43:55nicht will, wenn also das ja. Auch selber erlebt beim Exit
- 43:58Festival irgendwie 41 Grad oder so was war das Horror.
- 44:02Also ja, vor allen. Dingen gezählt.
- 44:04Boah ja, also. Du wirst eingebacken.
- 44:08Von daher hatten wir richtig Glück, aber das hat uns schon
- 44:11auch im Aufbau ganz schön nach hinten geworfen.
- 44:13Also einmal Dinge, die einfach viel, viel länger gebraucht
- 44:16haben, dann unsere Steiger sind ständig stecken geblieben.
- 44:22Wir konnten das Psychia Zelt konnte nicht da aufgebaut
- 44:25werden, wo es eigentlich aufgebaut werden sollte, weil es
- 44:28da viel zu matschig war. Also mussten wir n neuen Ort
- 44:30super spontan finden und dann haben wir zum Beispiel auch da
- 44:35wieder mussten wir plötzlich Hackschnitzel bin wo ich klar
- 44:40mussten wir halt in Unmengen. Wir hatten halt zwar
- 44:44Hackschnitzel geplant, aber nicht in dermaßen für die ganzen
- 44:47Flächen die dann plötzlich alle aufgeweicht sind.
- 44:49Und dann haben wir auch aus der ganzen Region alle von allen
- 44:53möglichen Leuten, die uns dann irgendwie noch, ach ja, ich kenn
- 44:55da noch einen, der hat da noch irgendwo was vorlegen und dann
- 44:58haben wir noch mehrere LKWS an Hackschnitzel dahin gefahren, um
- 45:02irgendwie dieser Schlammschlachtherr zu werden,
- 45:05mal Frau zu werden. Aber ja, das war, das war schon
- 45:09schon herausfordernd. Dann Haufen wir Sonne, wir
- 45:14Haufen auf die Sonne. Herzlichen Dank, dass du da
- 45:17warst. Bitteschön, das hat mich sehr
- 45:19gefreut, dank Dankeschön.