Latest / Epoch Im Fokus / Windräder verschieben Niederschläge: Ab 2050 weniger Regen an der Küste? #187
Transcript
- 0:00Speaker 0: Herzlich Willkommen zur Epoch im Fokus mit dem Thema Studie des Helmholtz-Zentrums Herion.
- 0:05Speaker 0: Windräder verschieben Niederschläge, ab zwanzigfünfzig weniger Regen an der Küste?
- 0:12Speaker 0: Ein Artikel von Maurice Vorgang vom dritten Oktober.
- 0:14Speaker 0: zwanzi sechsundzwanzig am Mikrofon Alexander Sieber.
- 0:17Speaker 0: Die Energiewende führt zu einem massiven Zubau weiterer Windräde in den norddeutschen Gewässern.
- 0:23Speaker 0: Das hat Auswirkungen auf die künftige Niederschlagsverteilung auf See und auch an der Küste.
- 0:30Speaker 0: Der Zweck von Windkraftanlagen ist die Bereitstellung von Strom ohne direkte Emissionen.
- 0:34Speaker 0: So sollen sie den Ausstoß von Treibhausgasen reduzieren und einen positiven Beitrag für die Umwelt und das Klima leisten.
- 0:41Speaker 0: Ohne Folgen für die Umwelt, ist der Einsatz aber ebenfalls nicht.
- 0:45Speaker 0: Laut einer Studie des Helmholtz-Zentrum Serion könnten Windräder vor allem – wenn es noch mehr werden – in Zukunft auch die regionale Niederschlagsverteilung beeinflussen, wenn ein weitreichender Ausbau stattfindet können Offshore-Windparks Regen aufhalten, um die konkreten Ergebnisse vorwegzunehmen.
- 1:03Speaker 0: Die Forscher des Herion Instituts für Küstensysteme kamen zu dem Schluss, dass ein massiver Ausbau von Offshore Windparks in einigen Jahren zu einer Zunahme der Niederschläge über den Offshorewindparkgebieten führen könnte.
- 1:16Speaker 0: Gleichzeitig hätte dies zur Folge das in angrenzenden Küstenregionen die Niederschläge abnehmen würden.
- 1:21Speaker 0: Das Institut erklärt, dass dabei die Windräder dem Wind einen Teil seiner Bewegungsenergie entziehen und gleichzeitig Luftwirbel erzeugen würden.
- 1:29Speaker 0: Ein großflächiger Ausbau von Offshore-Windparks könne die Windgeschwindigkeiten an der Oberfläche um bis zu elf Kilometer pro Stunde verringern.
- 1:38Speaker 0: Hinter den Anlagen käme es zu einem verstärkten Austausch zwischen Luftschichten.
- 1:42Speaker 0: Feuchte Luft könne dadurch aufsteigen abkühlen und kondensieren.
- 1:46Speaker 0: Die Folge seien Wolkenbildung und Niederschläge über den Windparks.
- 1:50Speaker 0: Gleichzeitig verändert sich der Transport von Feuchtigkeit in Richtung Küste.
- 1:54Speaker 0: Wenn Luftmassen über den Windparkgebieten verstärkt Niederschlag abgeben würden, stünde in den Küstenregionen weniger zur Verfügung.
- 2:01Speaker 0: Für Teile Dänemarks, Deutschland, der Niederlande und Großbritanniens ergeben die Simulationen ab im Jahr zwanzig fünfzig Rückgänge der Niederschläge an den Küstenregionen von zehn bis über fünfzehn Prozent.
- 2:13Speaker 0: Das werde besonders bei Südwestwind deutlich – in den Jahren zwanzich dreiundzwanzig damaliger Bestand um zwanzigh dreißig sollen die Niederschlagseffekte laut Herion noch gering gewesen sein und sich vor allem nur über See abspielen.
- 2:26Speaker 0: Dieser Effekt könnte ein Problem für Landwirte darstellen!
- 2:29Speaker 0: Sie sind auf Regen angewiesen, um gute Ernteerträge ihrer Feldfrüchte zu erzielen.
- 2:34Speaker 0: Weniger Regen an den norddeutschen Küsten würde für hiesige Landwirte noch schwierigere Bedingungen darstellen als ohnehin schon durch Dürreperioden in den Sommermonaten.
- 2:44Speaker 0: Extremes Ausbau-Szenario gewählt!
- 2:47Speaker 0: Grundlage für die Studierbahn laut dem Institut Wetterdaten aus den Jahren zwanzig acht bis zwanzich siebzehn.
- 2:52Speaker 0: Durch die Betrachtung eines Jahrzehnts ließen sich Mittelwerte zu den Wetterlagen bestimmen, so der Erklärungen.
- 2:57Speaker 0: Zudem reduzieren dies Schwankungen einzelner Jahre.
- 3:01Speaker 0: ebenso berücksichtiger die Studie und die Verwendung verschiedener Turbinengroßen an den Windkraftanlagen – ein Ansatz der bisher noch nicht verfolgt worden
- 3:09Speaker 0: sei.".
- 3:10Speaker 0: Die Forscher übertrugen die Wetterdaten auf Simulationen von verschiedenen künftigen Ausbauszenarien der Offshore-Windenergie in Nord und Ostsee.
- 3:17Speaker 0: Maßgeblich sei jedoch ein Szenario gewesen, das über die aktuellen Ausbauzile der Europäischen Union hinausgeht.
- 3:23Speaker 0: Hierbei gingen die Forscher davon aus dass sämtliche für Offshore Windenergie Nutzung ausgewiesene Flächen in Nord & Ostsee maximal mit Windparks bebaut würden.
- 3:33Speaker 0: Dadurch ergeben sich eine installierte Leistung von rund sixhundert Gigawatt, die deutlich über den diskutierten Ausbauzielen von bis zu dreihundert Gigawatts bis zu zwanzig fünfzig liegen.
- 3:42Speaker 0: Ob selbst diese Ziele erreicht werden ist jedoch fraglich – aktuell stehen mehrere Windkraftprojekte vor den deutschen Nord- und Ostseeküsten wegen gestiegener Kosten und schwieriger wirtschaftlicher Lage auf der Kippe.
- 3:54Speaker 0: Dennoch hätten die Forscher dieses Extremszenario gewählt um Klimaeffekte deutlich sichtbar zu machen und deren Größenordnung abzuschätzen.
- 4:02Speaker 0: Zudem berücksichtigten sie unter anderem auch die Auswirkungen von Windkraftanlagen auf Windgeschwindigkeit, Luftdurchmischung und Feuchtigkeittransport.
- 4:10Speaker 0: Ziel war es, die atmosphärischen Prozesse besser zu verstehen, die durch große Offshore-Windparkflächen ausgelöst werden könnten.
- 4:17Speaker 0: Hierbei ist zu erwähnen das im dreihundert Gigawatt-Szenario künftig kaum Küsteffekte erwartet werden!
- 4:22Speaker 0: Zitat, unsere Arbeit trägt dazu bei den weiteren Ausbau der Offshore Windenergie in Europa mit den Anforderungen des Klima um Welt- und Küstenschutzes in Einklang bringen zu können.
- 4:33Speaker 0: Sagt der Doktor Nervit Akta, Erstautor der Studie Was die Studie nicht untersucht.
- 4:39Speaker 0: Herion hat lediglich die bodennahen Windgeschwindigkeiten, Luftdurchmischungen und Anzahl der Niederschläge nach den Wetter-Daten im genannten Zeitraum simuliert.
- 4:48Speaker 0: Die Studie begrenzt sich zudem auf ein regionales Klimamodell genannt Cosmo CLM.
- 4:53Speaker 0: In der vorliegenden Studie haben die Forscher auch den Einfluss von mehreren Strömungen außen vorgelassen – das hat dasselbe Institut zuvor einen anderen Studio untersucht.
- 5:01Speaker 0: Demnach beeinflussen Windparks in der Nordsee auch die Strömung der Gezeiten.
- 5:06Speaker 0: Die Studie hat zudem weitere menschliche Entwicklungen und mögliche Klimaeinflüsse wie die Schifffahrt oder den Flugverkehr auf- und über der Nordsee nicht berücksichtigt.
- 5:14Speaker 0: Auch diese könnten bei starker Expansion künftig für mehr Emissionen sorgen, und das lokale Klima beeinflussen.
- 5:22Speaker 0: EU plant sechzig Gigawatt bis zwanzig treißig.
- 5:25Speaker 0: Mit dem Ausbau der Windkraft erhofft sich die EU-Kommission, die Dekarbonisierung der Energieversorgung weiter voranzubringen.
- 5:32Speaker 0: Ziel ist es in diesem Zuge, die Erwärmung der Erdeatmosphäre zu begrenzen.
- 5:36Speaker 0: Besonders in den vergangenen Jahren hat Europa bei der Nutzung der Windenergie erhebliche Fortschritte erzielt.
- 5:41Speaker 0: Inzwischen beträgt die installierte Onshore Kapazität – also der Windkraftanlagen an Land mit Stand erstes September zwanzig sechsundzwanzig rund zweihundertsiebzig Komma fünf Gigawatt.
- 5:51Speaker 0: Offshore sind das Vierzig Komma Neun Gigawatt, wovon Dreiundzwanzig Komma Zwei Gigawatte auf die sieben Zwanzig EU Staaten entfallen.
- 5:58Speaker 0: Bis zwanzig Dreißig strebt der EU eine installierte Gesamtwindkraft Kapazität von Vierhundert Fünfundzwanzig Gigawatten an.
- 6:04Speaker 0: Dazu ist vorgesehen die Offshore Windkapazität bis Twanzig Dreißig auf Sechzig Gigawatte zu erhöhen dem Zweikammer sechsfachende Aktuellen Kapazität.
- 6:13Speaker 0: Bis Zwanzich Fünfzig sollen es schließlich dreihundert Gigawatten allein in der Nordsee sein.
- 6:18Speaker 0: Die Studienautoren beschreiben die Nordsee entsprechend als wichtigen Knotenpunkt für die Offshore-Windenergie.
- 6:24Speaker 0: Dies begründen sie mit den dort noch vergleichsweise starken und weitestgehend beständigen Windverhältnissen.
- 6:31Speaker 0: Weitere Untersuchungen geplant.
- 6:33Speaker 0: Die Forscher sind davon überzeugt, dass die Studienergebnisse die maritime Raumplanung unterstützen und die grenzüberschreitende Zusammenarbeit in der Nord- und Ostseerregion stärken können.
- 6:43Speaker 0: Frühere Herion-Studien hätten bereits gezeigt, dass unter anderem Größe an Ordnung und Abstand von Windkraftanlagen einen wichtigen Einfluss auf atmosphärische Effekte haben können.
- 6:53Speaker 0: Künftig plant das Institut die Ausbauszenarien um deren mögliche Auswirkungen auf die Umwelt und das Klima weiter zu untersuchen.
- 7:00Speaker 0: Dazu zählt auch zu analysieren wie Turbinendichte, Parkgröße und räumliche Verteilung des regionale Klimabeinflussen.
- 7:08Speaker 0: Darüber hinaus möchten die Forscher die Auswirklungen auf Ozean und Ökosysteme weiter untersuchen.