Latest / #wasmitjungenzielgruppen / Folge 2 - mit Sven Peter (Lehrkraft)
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- Herzlich willkommen bei „Was mit jungen Zielgruppen“, dem neuen Podcast von #UseTheNews. Wir sind Nele und Vincent und wir sind Teil der NewZees, also einer Community von jungen Medieninteressierten eben bei #UseTheNews. Und wir wollen die Medienlandschaft eben selber auch ein bisschen mitgestalten. Ich studiere aktuell Geografie an der Universität Hamburg. Und ich gehe zur Schule. In dieser Ausgabe geht es um das Thema Bildung. Wir sprechen mit Lehrkräften über konkrete Projekte, mit denen sie Nachrichten und Medienkompetenz im Unterricht gefördert haben. Wir stellen hier Beispiele aus dem Schulalltag speziell für Nachrichtenkompetenzbildung vor. Das Besondere, wir NewZees und vor allem ich als Schülerin geben direkt Feedback zur Umsetzung mit. Heute ist Sven Peter unser Gast. Hallo Sven. Hallo. Du bist Lehrkraft an der Albinus-Gemeinschaftsschule in Lauenburg und hast dort auch schon mehrere Projekte zur Nachrichtenkompetenz deiner Schülerin umgesetzt. Zum Beispiel hast du eine Podcast-AG für Schüler:innen aufgesetzt. Du hast an deiner Schule schon ein Newscamp organisiert, was genau ein Newscamp ist, dazu erfahrt ihr mehr auf unserer Webseite bei Use the News. Und eben hast du auch ein besonders spannendes vergangenes Jahr gemeinsam mit RTL Nord und deinen Schüler:innen einen TV-Beitrag produziert. Und auch genau darüber wollen wir heute sprechen, wie du eben Schülerinnen mit Medienprojekten erreist. Ein Hinweis noch von uns. Normalerweise sieht sich Lehrkräfte natürlich, aber da wir in diesem Podcast ein Gespräch auf Augenhöhe führen wollen, ist es in Ordnung, wenn wir uns duzen? Ja, das ist gar kein Problem. Ja, kurz zu Anfang, Sven, die Frage, die man jedem Lehrer am Anfang wahrscheinlich stellt, welche Fächer unterrichtest du denn? Ja, ich unterrichte bei uns hauptsächlich Geschichte und Wirtschaft und Politik. Also Schleswig-Holstein hat ja Wirtschaft und Politik. Und genau, die beiden Fächer sind das hauptsächlich. Ah, spannend. Und wie kommt es, dass du in die beiden Fächer dann Medienprojekte einbettest? Ja, also tatsächlich steht es direkt im Lehrplan nicht drin. Aber vor allem in Wirtschaft und Politik haben wir die Möglichkeit, ein bisschen freier das zu gestalten. Und da haben wir uns als Fachschaft bei uns an der Schule eben dazu entschieden, den Medienaspekt ein bisschen größer zu fassen. Und in dem Zusammenhang machen wir dann eben auch konkretere Projekte zum Thema Medien. Dann hast du den Dreh da wahrscheinlich auch umgesetzt. Kannst du das Projekt einmal in 60 Sekunden vorstellen für uns? Ich werde es versuchen. Dann sage ich mal drei, zwei, eins und let's go. Genau. Also das Projekt ist ein Projekt im 13. Jahrgang, also in meiner Klasse gewesen. Tatsächlich nicht nur im Fach WIPO, sondern wir haben in der 13. Klasse ein Fach, das nennt sich Profilseminar. Und da ist der Schwerpunkt in der 13. Klasse auch das Thema Medien. Und ich habe mir gedacht, wie kann man das mal spannender umsetzen als klassisch mit in der Schule. Wir gucken uns Papier an, wir gucken uns Zeitung an, was auch immer. Und da hatte ich dann eben noch den Kontakt zu RTL Nord und habe dann eben gemeinsam mit RTL Nord überlegt, was könnte man machen. Und dann sind wir darauf gekommen, eben einen Beitrag zu machen, der die Schülerinnen und Schüler interessiert. Und dann haben wir eben lange gesucht und überlegt, was spannend ist. Und dann kam RTL Nord in die Schule. Wir haben das Thema vorgestellt. Wir haben dann eben mit dem Betroffenen oder mit dem Objekt, wo wir das Ganze dann umgesetzt haben, gesprochen. Dann sind wir dorthin gegangen, haben dort die Aufnahmen gemacht. Und dann ging es Stück für Stück weiter. RTL Nord hat in der Schule auch nochmal erzählt, wie das Ganze funktioniert und, also wie Nachrichten funktionieren, wie Nachrichtenbeitrag funktioniert. Und dann sind wir auch schon zur RTL Nord gefahren und haben dort noch im Schnitt zugeschaut. Und dann lief der Beitrag im Fernsehen. Wow, krass. Super gut. Also war jetzt sehr knapp, aber ich glaube, das passt. Was ist denn richtig gut gelaufen in dem Projekt? Oder wo hat das auch nicht funktioniert, der Plan? Also ich fange mal damit an, wo es nicht so gut funktioniert hat. Tatsächlich war die Idee, dass die Schülerinnen und Schüler sich sehr frei ein Thema überlegen. Die Ideen, die die Schülerinnen und Schüler hatten, die konnten wir aber leider alle nicht umsetzen, weil sie thematisch leider nicht so gut umsetzbar waren bei RTL Nord. Lag auch daran, dass RTL Nord eines der Themen, die wir gerne oder die die Schülerinnen und Schüler gerne gemacht hätten, erst gemacht hatten. Dadurch war das sozusagen in Anführungsstrichen schon verbrannt. Wir mussten auch eine Alternative suchen, die wir dann eben bei der Werft hier in Lauenburg gefunden haben. Und was gut gelaufen ist, war glaube ich tatsächlich der Einblick, dann direkt vor Ort bei RTL Nord, dass die Schülerinnen und Schüler auch mal sehen, wie sieht das eigentlich aus in so einem Studio? Wie geht das da eigentlich ab? Was sind auch alles für Leute, die da arbeiten? Und wie wird dann eben aus dem Beitrag oder aus dem ganzen Material ein Beitrag? Und wie wird das Ganze dann auch nachher in der Sendung aussehen? Spannend. Und wie ist das für dich persönlich? Also was ist so das Ziel quasi, das Ziel der Übung, das Ziel dieses Medienprojektes mit Schüler:innen? Genau, also das Ziel bei allen Projekten, die ich gemacht habe, war eigentlich immer Schülerinnen und Schüler so ein bisschen für das Thema Medien zu begeistern. Vor allem in der Hinsicht gar nicht so sehr, dass sie da später mal arbeiten wollen, sondern dass sie einfach verstehen, wie aufwendig es ist. Und das ist eigentlich so ein Beitrag für die klassischen Medien zu machen, weil sie kennen ja vor allem Social Media und da wird ja sehr schnell eine Information verbreitet, die eben auch nicht immer korrekt sein muss. Und mein Ziel ist immer so ein bisschen, dass sie eben verstehen, dass gut gemachte Nachrichten eben nicht innerhalb von zehn Sekunden entstehen, sondern dass das schon eine Weile dauert, bis aus einer klassischen Nachricht dann auch wirklich ein Beitrag wird. Das ist immer so das, was ich am wichtigsten mitfinde. Ganz kurz, das klingt ja super spannend. Ja, bei #UseTheNews beschäftigen wir uns auch ja sehr viel mit Desinformation und wie das läuft deswegen. Umso spannender, dass ihr eben einen ganzen Durchlauf eines journalistischen Beitrags irgendwie gemacht habt. Gab es irgendwie auch besonderes Feedback, irgendwas, was die SchülerInnen vielleicht überrascht hat an dieser ganzen Arbeit?” Ja, tatsächlich. Also der Nachtrag war so ein bisschen, wir müssen ja immer auch, weil es Schule ist, müssen wir auch immer irgendwas bewerten hinten raus. Und bei uns war es dann so, dass die Schülerinnen und Schüler dann selbst nochmal einen Beitrag erstellen sollten. Das heißt, wir haben von RTL Nord das komplette Material, was gefilmt worden ist, was ich glaube insgesamt 15 Stunden an Material waren, wenn ich es richtig im Kopf habe. Und die Schülerinnen und Schüler waren dann natürlich erschlagen von der Menge des Materials. Und dass sie dann eben gucken mussten, okay, wie kriegen wir daraus eigentlich einen, ich glaube, ich hatte drei Minuten als Höchstgrenze gesetzt, wie kriegen wir daraus einen dreiminütigen Beitrag? Und ich glaube, das war sozusagen auch mit ein großer Wow-Effekt, aus wie viel Material man eigentlich auswählen muss, um dann so einen kleinen drei Minuten am Ende nur in Anführungsstrichen rauszubekommen. Weil das Zeitproblem hatten, glaube ich, alle, fast alle. Wir haben uns diesen Beitrag natürlich auch angeguckt und uns dazu auch ein, zwei kleine Notizen gemacht. Schon mal vorneweg gefahren in dem Beitrag. Sehr spannend, aber jetzt kommen wir kurz zu der Feedback-Time. Was mir eben besonders gut gefällt an dem Beitrag und was ich gerade eben auch schon angesprochen hatte, war eben, dass ihr dieses Projekt so allumfassend gestaltet habt. Also von der Vorbereitung in die Umsetzung eben noch so eine Nachbereitung, was den Schnitt zum Beispiel angeht. Dass SchülerInnen eben bei jedem einzelnen Schritt dabei waren und diese mitgestaltet haben. Das fand ich eben besonders spannend an diesem Projekt und er hat mir auch sehr gut gefallen. Es war bestimmt auch eben ja motiviert von dir, Sven, wahrscheinlich. Und das fand ich ja super. Ja, da kann ich auf jeden Fall nur zustimmen. Was ich mir persönlich als SchülerInnen in dem Projekt noch gewünscht hätte, wäre oder ist genug Freiraum für eigene Ideen und Vorschläge. Aber das hast du ja auch angesprochen, Sven, dass das dann nicht so gut umsetzbar war. Aber einfach, um selbst wirksamer zu werden, dass man einfach eigene Ideen und ein bisschen Persönlichkeit damit reinbringen kann. Also das ist auf jeden Fall ein sehr guter Punkt. Dieses Kreative ist natürlich immer ein bisschen schwierig. Gerade wenn man mit größeren Medienhäusern zusammenarbeitet, da muss man sich eben auch ein bisschen danach richten, was ist eben für die auch senderelevant. Das heißt, man hätte das auch anders machen können, ohne ein großes Medienhaus und dann deutlich kreativer arbeiten können. Aber mir ging es ja tatsächlich auch so ein bisschen darum, diese Möglichkeit zu nutzen, einen Einblick mal in ein Medienhaus zu bekommen. Da muss man dann natürlich so ein bisschen Abstriche im Bereich der Kreativität machen. Aber das ist natürlich ein richtiger Punkt von dir. Ja, aber das natürlich verständlich und ich fand das Projekt auch sehr cool. Es muss ja auch ein super tolles Erlebnis für die SchülerInnen sein, dann einen fertig produzierten Beitrag in den Händen zu halten. Haben denn dazu eben auch die SchülerInnen irgendwas angemerkt, wie sie das Projekt empfunden haben und wie sie eben auch das Ergebnis bewertet haben dann am Ende? Also tatsächlich waren sie alle überrascht, also wie viel sie selbst gefilmt haben und natürlich die, die dann auch ein bisschen mehr, ich sag mal, einfach ein Stück im Vordergrund standen. Also die dann eben auch die Interviews gemacht haben, die haben schon eben auch gesagt, dieses Interview habe ich geführt. Also da war auch so ein bisschen, ich mag immer den Begriff Stolz nicht so gerne, aber schon so eine gewisse Art von, ja, in die Richtung von Stolz, dass man eben das selbst auch mitgemacht hat und dass man auch selbst zum Teil was gefilmt hat. Und auch natürlich dann eben, ich glaube, dass auch so ein bisschen der Respekt dadurch größer geworden ist vor der Arbeit von Journalistinnen und Journalisten, dass man immer sieht, was da wirklich eigentlich hinter steckt. Das ist gerade schon gesagt, dass sie auch selber viel gefilmt hatten. War das dann eben auch mit einer professionellen Kamera und einem Mikro und eben all dieser journalistischen Grundausstattung? Oder wie genau hat sie das gestaltet? Beides. Also die, ich sag mal, die große Kamera, da hatten sie alle Respekt vor, als sie gehört haben, was die kostet. Die wollte dann keiner mehr anfassen. Aber die haben mit einer kleinen Handy-Kamera, haben sie dann auch Beiträge gefilmt, die dann auch auf Social Media ausgestrahlt wurden und teilweise aber auch bei diesen Beiträgen mit dabei waren. Und sie sollten eben auch so ein bisschen Feedback geben oder eben zugucken, wenn die Kamera genutzt wird. Aber der Respekt vor dem, vor diesem Preis der Kamera, der war den meisten dann doch zu groß. Das kann ich auf jeden Fall nachvollziehen. Wir haben ja jetzt schon viel gefragt. Wir haben dich aber gebeten, auch Fragen an uns mitzubringen. Uns interessiert nämlich, was möchtest du vielleicht von uns wissen, was du deiner Klasse vielleicht nicht fragen kannst? Also ich habe tatsächlich den großen Vorteil, dadurch, dass es ja meine eigene Klasse ist, kann ich sie eigentlich alles fragen. Die Frage ist immer noch, ob ich eine Antwort bekomme. Und das ist eher so ein bisschen das Problem. Manchmal, und deswegen würde ich gerne noch mal wissen, tatsächlich so ein bisschen in die Richtung oft das Gefühl zu haben, Schülerinnen und Schüler oder Jugendliche haben nicht mehr so richtig viele Interessen. Und die, die Interessen haben, die sind dann meistens auch sehr stark, aber das ist immer eine kleine Minderheit. Also die große Mehrheit, wie kriegt man die dazu motiviert, auch mehr ihre eigenen Interessen zu zeigen? Du meinst jetzt, dass wir, wie man Jugendliche dazu motiviert bekommt, ihre Interessen auch irgendwie umzusetzen? Oder was? Ja, oder allgemein erst mal. Also ich habe ganz oft das Gefühl, gerade so jetzt, ich bin jetzt ja, wir sind jetzt ja nicht in Hamburg in der Schule, sondern ein bisschen auf, im ländlichen Raum. Und dass man da, wenn man eben fragt, was habt ihr zum Beispiel auch für Hobbys, da kommen gefühlt nie Antworten. Oder dann heißt es eben, ja, wir hängen mit Freunden rum. Und das ist so das Gefühl. Ich glaube, da ist mehr, aber man möchte es nicht sagen oder man behält es lieber für sich. Oder man hat tatsächlich keine. Das glaube ich aber eigentlich nicht. Ich glaube, eben so was kann auch schnell aus einer Perspektive herauskommen, dass alle mal irgendwo jung waren und Interessen hatten und vielleicht diese nicht so ganz geteilt werden, nur ich das vorstelle in zum Beispiel im schulischen Kontext. Und da ist eben die Frage, also die Hobbys gibt es bestimmt durchaus. Ich kann mir schlecht vorstellen, dass ein ganzer Jahrgang ohne Hobbys irgendwie durch die Schule läuft. Und ich glaube durchaus, dass es Hobbys gibt und dass eben oft auch dieser Generation Z so ein Stück weit vorgeworfen wird. Man würde sich zu wenig engagieren zum Beispiel. Aber gerade hatten wir in den vergangenen Jahren Gegenbewegungen wie Fridays for Future. Es gab ja diese Bewegungen und das sind ja auch Teil von Hobbys. Also es ist ja politischer Aktivismus. Und deswegen sehe ich es durchaus, dass vielleicht ein Teil davon weniger wird. Aber ich glaube jetzt, bei mir ist es auch nicht so lange her. Ich habe mein Abi vor drei Jahren gemacht. Da hatte auch jeder im Jahrgang auf jeden Fall ein gewisses Interesse oder irgendein Themengebiet, mit dem er sich genau auseinandergesetzt hat. Ich glaube, da könnten wir noch lange drüber sprechen, weil das immer spannend ist, aber auch wie schnell sich etwas ändert. Aber das würde zu weit führen, wenn wir das jetzt hier noch konkreter machen würden. Hast du noch eine Frage an uns mitgebracht, Sven? Sonst gehen wir da gerne noch drauf weiter ein. Ja, wenn wir wirklich noch mal auf den schulischen Kontext gucken, was da natürlich spannend ist, Nele, das ist dann ja eher was für dich, wenn du noch dabei bist, wie man tatsächlich auch Schülerinnen und Schüler motiviert, sich vielleicht für im ersten Augenblick erst mal Langweiligeres zu motivieren. Also, jetzt noch mal das Beispiel bei meiner alten Podcast-AG. Die hat so ein bisschen den Wettkampf gehabt, eben gegen Fußball, gegen Kochen und hat da relativ den Kürzeren gezogen. So, dass wir eine kleine Gruppe waren. Die war dann auch sehr produktiv. Das war dann auch sehr schön. Aber es war ein relativ kleines Interesse eben da. Also, hast du eine Idee, wie man Schülerinnen und Schüler doch noch mal motivieren kann, sich freiwillig für so eine Podcast-AG zu motivieren? Ich glaube, hat einfach Themen, die die Schüler selbst ausgesucht haben, also die sie interessieren auch und einfach, dass man sich da offensichtlich willkommen fühlt und vielleicht auch eher, also bei mir persönlich ist das zum Beispiel so, dass ich das lieber dann mit meinen Freundinnen machen würde, dass man halt irgendwie konkret, also bei Projekten, die wir an unserer Schule machen, gehen wir immer gerne in Klassen direkt und sprechen Schülerinnen direkt an, weil wenn irgendwie so eine Mail rumgeschickt wird oder ein Plakat irgendwo hängt, dann spricht einen das weniger an und das ist nicht so direkt, hab ich das Gefühl. Also direkt Schülerinnen ansprechen und dann einfach, ja halt, ich würde den Raum einfach so offen wie möglich halten und halt einfach ganz viel Spielraum für die Ideen und Vorteile der Schülerinnen lassen, weil man dadurch sich einfach freier fühlt und seine eigenen Ideen auch umsetzen kann, diese Selbstwirksamkeit entsprechend auch größer ist. Aber ich kann das Problem auf jeden Fall nachvollziehen und ich hab das teilweise auch. Also ich glaube, den einen Tipp, den gibt es da nicht, aber einfach so ein bisschen direkt auf Schülerinnen zugehen und dann könnte das was werden. Dann kommen wir auch schon direkt ganz gut daran anschließend noch zu einer weiteren Frage, denn wie probierst du das denn an deiner Schule umzusetzen, Sven? Da hat sich eben Leute mehr dafür interessieren. Was für Top-Tipps hast du quasi für andere Lehrkräfte vielleicht auch, solche Projekte umzusetzen und sowas anzustoßen? Also der Top-Tipp Nummer eins, so blöd es klingt und der ist auch sehr ausgelutscht, ist aber, man muss sich sehr viel Zeit nehmen, auch außerhalb der klassischen Unterrichtszeiten, weil es eben doch sehr viel Vor- und Nachbereitungszeit beinhaltet, weil die Unterrichtszeit, die man hat, wenn man eben die Möglichkeit hat, das im Rahmen des Unterrichtsprojektes zu machen, meistens nicht ausreicht und man eben dann doch wirklich viel Zeit mitbringen muss. Und das geht tatsächlich auch so ein bisschen in die Richtung zu den Fragen eben. Ich habe es einmal als freies Projekt probiert. Da waren dann eben, am Ende waren es glaube ich sechs oder sieben Schülerinnen und Schüler, die sich daran beteiligt haben. Und beim zweiten Mal habe ich es jetzt eben mit RTL, mit meiner eigenen Klasse gemacht und dann eben in einem kompletten Unterrichtsschuljahr. Das hat dadurch deutlich besser geklappt, weil eben auch nochmal ein bisschen mehr Motivation da war, weil es eben, so blöd es klingt, aber eben auch Teil des benoteten Unterrichts war aber eben deutlich freier als so dieses klassische wir müssen für eine Klausur lernen, sondern wir können uns eben ausprobieren. Und das ist glaube ich dann schon, wenn man es eben tatsächlich als Teil des Unterrichts machen kann und dadurch aber eben auch eine Art von Ersatzleistung eben erbringen kann, ist es glaube ich auch nochmal eine größere Motivation und man kann so diesen nervigen Schulteil dann auch ein bisschen ausklammern. Ja, das kann ich auf jeden Fall nachvollziehen. Mir geht das auch teilweise so, auch wenn das ja wie du schon gesagt hast, ein bisschen blöd klingt. Inkludiert ist dann auch eben mehr Zeit mit den SchülerInnen. Also das muss ja auch irgendwie eben, wenn es über Unterrichtszeit hinausgeht, auch irgendwie die Motivation erfolgen, länger bleiben zu wollen eben für die Teilnehmenden an so einem Projekt und so einen Tag auch in der Werft verbringen zu wollen. Wie greifst du quasi da die SchülerInnen auf, dass sie sich dafür begeistern können, dass dafür eben so eine Art Feuer entsteht. Das ist die riesengroße Frage. Tatsächlich hatte ich, glaube ich, jetzt muss ich einfach auch sagen, das Glück, dass es eben meine eigene Klasse war und wir uns auch ganz gut untereinander verstanden haben, weshalb sie von sich aus schon auch eine gewisse Grundmotivation mitgebracht haben, eben auch, weil ich natürlich so ein bisschen unterschwellig auch damit gespielt habe, wir hätten die Möglichkeit, eine Klausur zu schreiben oder wir machen eben dieses etwas alternative Projekt. Also da muss man auch, ich glaube, tatsächlich immer so ein bisschen mit einem Gefühl der Arbeitsentlastung kommen, denn am Ende muss man wirklich sagen, eigentlich war es ein deutlich größerer Aufwand, eben diesen Beitrag dann im Nachgang eben auch nochmal selber zu schneiden, als wenn sie eine kurze Klausur geschrieben hätten. Aber ich glaube, am Ende macht es doch mehr Spaß, weil man eben sich ja am Ende wirklich ein bisschen selbst verwirklichen kann als Schülerinnen und Schüler und eben auch eigene Akzente setzen kann, was es, glaube ich, meistens auch nochmal spannender macht, als dann eben stupides auswendig lernen, was ja leider trotzdem immer noch so ein bisschen dazugehört.” Ja, auf jeden Fall. Sven Peter, zum Abschluss haben wir noch eine letzte Frage für dich: Die Signature-Frage. Welchen Trend deiner SchülerInnen fandest du cool oder hast du sogar mitgemacht? Das ist die Frage, mit der ich mich die ganze Zeit beschäftigt habe und zu keiner guten Antwort gekommen bin. Deswegen muss ich jetzt einfach einen Trend nehmen, den meine Schülerinnen und Schüler mir gegenüber genutzt haben. Und zwar kennt ihr bestimmt Frozen, die Serie, den Film. Und meine Klasse hat sich den Spaß gemacht, weil ich ja Sven mit Vornamen heiße, in unserer ganzen Klasse Fotos von Sven dem Elch aufzuhängen. Oder Rentier. Elch, Rentier, eins von beiden. Und dann habe ich mir einfach den Spaß gemacht und hat mir passend dazu ein T-Shirt von Sven gekauft. Und das hatte ich jetzt letztens dann auch mal zum Spaß an. Also wenn das zählt und das ein Trend ist, den meine Schülerinnen und Schüler eben hatten, dann ist das wohl das, was ich gemacht habe. Das zählt sowas von, würde ich mal sagen. Das klingt natürlich super, super cool. Und dann sagen wir auch schon vielen, vielen Dank, Sven, für das Gespräch. Sehr gerne. Und auch vielen Dank an euch, dass ihr bei unserem Podcast Was mit jungen Zielgruppen dabei wart. 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