Latest / Rambo Zambo – Der Merz-Podcast / Plötzlich Influencer?
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- Wir haben diese Bundestagswahl 2025 gewonnen. Jetzt darf auch mal Rambo Zambo im Adler aus. Das ist Rambo Zambo, der März-Podcast. Das Format, das ihr vielleicht nie wolltet, aber jetzt braucht. Mit euren Hosts Carlotta Richter und Julia Emrich. Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Rambo Zambo, dem Podcast, in dem wir immer einmal in der Woche über Friedrich Merz sprechen und über das, was politisch so passiert ist. Mein Name ist Galotta Richter und mir gegenüber sitzt Julia Emmerich. Schön, dass wir heute wieder miteinander sprechen können über Merz. Und während wir hier sitzen, es ist Mittwochspätnachmittag, kurz nach 17 Uhr. Endet in Den Haag der NATO-Gipfel, bei dem ja auch Friedrich Merz anwesend war. Friedrich Merz hat von einem historischen Gipfel gesprochen. Julia, würdest du sagen, dass das ein historischer Gipfel war? Also wenn man die wochenlangen Vorbereitungen auf diesen Gipfel beurteilt, dann würde man am liebsten ein Wort wählen, das noch bombastischer ist als historisch. Denn dieser Gipfel musste ein Erfolg werden. Daran hat Friedrich Merz gearbeitet, daran haben die Europäer gearbeitet und dahinter stand die ganz, ganz große Angst, dass dieser Gipfel scheitern könnte. Vor allem daran, dass Donald Trump, der US-Präsident, entweder gar nicht kommen würde oder kommen würde und zu einem Eklat führen würde oder aber abreisen würde, ohne dass irgendetwas Substantielles passiert wäre und was unbedingt passieren sollte. Das war ein Bild der Geschlossenheit unter den westlichen NATO-Partnern zu zeigen und vor allem zu bekräftigen, dass für den Fall, dass ein NATO-Land angegriffen wird, die gesamte NATO zur Verteidigung bereitsteht. Daran hatte Trump zuletzt Zweifel gelassen. Und das war ein Riesending. Man hat ja auch, muss man sagen, diesen Gipfel so ein bisschen nach Trump ausgerichtet. Komplett. Er war kürzer als sonst. Es gab eine viel kürzere Abschlusserklärung als noch bei den vorangegangenen Gipfeln. Würdest du denn sagen, dass man dieses Ziel erreicht hat, dieses Bild der Geschlossenheit? Also du hast das sehr höflich und sehr freundlich formuliert. Um ehrlich zu sein, die wichtige Sitzung war auf zweieinhalb Stunden reduziert, was krass wenig ist, was wirklich historisch kurz ist. Die Abschlusserklärung hatte, glaube ich, plus minus eine Seite, was auch wahnsinnig wenig ist und das alles, um einen Donald Trump nicht zu langweilen, nicht zu verärgern, nicht mit überflüssigen Dingen zu quälen. Wir sehen also, wie man sich absolut nach seinen, oft ja eben überhaupt nicht politischen, sondern ganz privaten Bedürfnissen richtet. Und ja, es ist ins Ziel gegangen. Stand jetzt, muss man sagen. Du hast es eben gesagt, wir nehmen auf hier diesen Podcast am späten Nachmittag. Es gibt immer noch eine Restwahrscheinlichkeit, dass Trump abreißt aus den Haar und im Flugzeug noch eine Journalistenfrage gegenüber vielleicht sagt, ja nee, fand ich doch jetzt alles nicht so wichtig, ich ziehe meine Unterschrift wieder zurück. Nein, es wird wahrscheinlich nicht passieren, das ist maximal unwahrscheinlich. Aber bei Trump gibt es dieses Restrisiko und deshalb kann noch vieles passieren. Du hast ja schon gesagt, es ging auch um den berühmten Artikel 5. Da hat sich Trump ja noch auf dem Weg zum NATO-Gipfel etwas vage zugeäußert. Er hat gesagt, das sei auch eine Auslegungssache, eine Interpretationssache. Er hat dann aber danach das ja doch nochmal bekräftigt und gesagt, auch die USA stehen hinter Artikel 5. Warum ist das so wichtig? Der Artikel 5 ist im Grunde der Kern dieser Beistandsverabredung unter den NATO-Ländern. Und als Trump auf dem Hinflug da zumindest Interpretationsspielraum gelassen hat, ist bei vielen glaube ich der Puls hochgegangen. Weil das ist genau die große Angst, dass wenn es zu einem Angriff auf ein NATO-Land kommen würde, die USA als stärkster NATO-Partner möglicherweise zögern könnten. Ihrer Beistandsverpflichtung nachzukommen oder sogar gar nicht einzugreifen. Ein Szenario, das immer wieder besprochen wird, ist zum Beispiel ein Angriff auf eines der baltischen Länder, Estland, Litauen, Lettland, alles Länder, die ja früher Sowjetrepubliken waren, wo Wladimir Putin schon immer der Ansicht war, dass sie eigentlich eher in seinen Einflussbereich gehören als in den der NATO. Was würde passieren, wenn es dort zu einem hybriden Angriff käme, wenn es dort zu leichten Grenzscharmützeln käme? Wird das dann schon als Angriffsfall gesehen oder nicht? Würde die NATO sich positionieren? Würden die USA an der Seite sein? Das sind alles diese Fragen, bei denen eben eine ganz große Sorge war und deshalb sind alle heilfroh. Und Friedrich Merz hat das in seinem Abschlussstatement auch ganz klar gemacht. Heilfroh, dass dieses Signal, wir müssen immer sagen, Stand jetzt von diesem Gipfel nicht ausgegangen ist. Sondern, dass es eine ganz klare Ansage war. Ob das dann, das muss man eben auch immer sagen, ob das dann wirklich in einem solchen konkreten Fall auch gilt, ist leider nochmal eine ganz andere Sache. Aber das Signal an Putin war erstmal, die stehen. Stand heute, Stand jetzt. Es gab dann ja auch den größten und wichtigsten Beschluss jetzt dieses NATO-Gipfels, der ja auch ein Zugeständnis ist an Donald Trump, nämlich die 5%-Verteidigungsausgaben. Ja, das ist ein alter Wunsch der Amerikaner, dass die NATO-Partner insgesamt ihre Verteidigungsausgaben erhöhen. Irgendwann ist dann daraus eine ganz konkrete Forderung geworden und die hieß dann plötzlich 5%. Es gibt Leute im Hintergrund, die auch sagen, was wäre denn, wenn Trump einfach sechs, sieben oder vier gesagt hätte. Möglicherweise wären wir jetzt bei sechs, sieben oder vier, aber er hat fünf gesagt und das ist das, worüber wir eben schon sprachen. Der Herr wünscht sich fünf, der Herr bekommt fünf. So ein Gefühl ist. Natürlich stellt sich Friedrich Merz jetzt hin und sagt, wir machen das nicht, um jemandem einen Gefallen zu tun. Wir machen das, weil wir in Europa erkannt haben, angesichts Putin, angesichts anderer Gefahren, dass wir uns doch ganz anders verteidigen müssen als noch vor Jahren. Das machen wir für unser Selbstwillen. Aber natürlich, die Zahl 5 ist eine von Washington gesetzte 5. Aber auch dieses Ziel, die NATO-Partner sind sich einig, es ist beschlossen worden, Das gilt jetzt. Man muss aber wissen, es gilt eben mit einer Zeitperspektive. Das soll erreicht werden bis 2035, also innerhalb der nächsten zehn Jahre. Da ist noch ein bisschen Spiel. Und es gibt ja auch diese Kompromisslösung, dass man sich darauf geeinigt hat, dass 3,5 Prozent der Wirtschaftsleistungen für Verteidigung ausgegeben werden müssen und weitere 1,5 Prozent für Infrastruktur, also zum Beispiel Zivilschutz oder Cyberabwehr. Das ist ja so ein bisschen ein Kompromiss, der da eingegangen wurde. Genau, bis hin zu, sagen wir mal, so was wie Brücken instandsetzen, damit Panzer drüberfahren können. Straßen bauen. Das sind natürlich alles Sachen, die eine Volkswirtschaft eh machen muss. Das klingt dadurch ein bisschen weicher, aber man darf eben auch nicht vergessen, wir haben es schon uns ganz schön Mühe geben müssen, um zwei Prozent überhaupt anzupeilen. 5 Prozent ist nach heutigen Maßstäben kaum vorstellbar viel. Aber ja, es ist jetzt beschlossen worden und der Gipfel gilt aktuell als Erfolg. Und die Bundesregierung sagt ja auch, sie wollen das Ziel dieser 3,5 Prozent für Verteidigung schon bis 2029 erreichen. Genau, das ist das, was im Moment der Finanzminister Lars Klingbeil so prognostiziert. Das ist sportlich und natürlich war auch das, Klingbeil hat das wenige Stunden, kann man sagen, vor Beginn des NATO-Gipfels so klar formuliert. Auch das wiederum ein Signal auch an Trump. Ich will jetzt nicht sagen, hier Deutschland ist der Musterschüler, wir gehen voran, aber auch ganz klar Commitment, wir schaffen das und wir nehmen das auch ernst und wir verhandeln das sogar in unseren Haushalten im Moment so. Das ist ja auch so ein bisschen das, was Merz versucht hat, auch in seiner Regierungserklärung jetzt vor dem NATO-Gipfel. Die Regierungserklärung, die er am Dienstag abgegeben hat, in der er ja auch nochmal betont hat, dass er da Deutschland in einer Führungsposition sieht und Deutschland auch zurücksieht auf der internationalen Bühne. Würdest du sagen, das funktioniert auch tatsächlich? Also die Antwort ist ja und nein. Also es funktioniert im Wording. Es funktioniert, wenn man die Reaktion der anderen Europäer oder wir sprachen über den G7-Gipfel, wenn man sieht, wie andere Industrienationen darauf reagieren. Also die nehmen das alle an, die sind alle froh, dass Merz sichtbar ist und ja auch so ganz klar die anderen einbindet und sich als integrierende Führungsfigur von vornherein denkt, ja, auf der Ebene des Wordings und der Selbstbeschreibung und der Fremdbeschreibung funktioniert das. Die ganz große Frage ist, was machen die Fakten? Und wir haben in dieser Woche auch gesehen, wer eigentlich Fakten schafft. Und das ist nicht Merz, sondern das ist nach wie vor die US-Regierung, in diesem Fall Trump, der, hat ja jeder mitbekommen, mit US-Bombern das iranische Atomprogramm versucht hat, auf Null zu setzen. Während wir hier sprechen, werden die Zweifel immer größer, wie weit das geklappt hat. Noch sind die Untersuchungen nicht abschließend, aber es gibt erhebliche Zweifel daran, dass das in dem Maße geklappt hat, wie es Trump selber behauptet hat, nämlich komplett und vollkommen und total. Also da ist ja kein Superlativ groß genug, aber das sind diejenigen, die handeln im Moment. Und das ist auch etwas für Merz, glaube ich, was im Moment schwierig ist, auf eine Linie zu kriegen. das gleiche gilt ja auch für seinen Versuch. Trump dazu zu bekommen, härtere Sanktionen gegen Putin, der Ukraine-Fall, in Gang zu bringen. Seit Wochen ist Merz dahinterher, dass Trump auf dieses Boot aufsteigt der Europäer, die sagen, wir müssen mit immer härteren Sanktionen Putin endlich zur Umkehr zwingen. Aber es gelingt weder Merz noch allen anderen, Trump zögert. Und das ist eine Sache, die Merz jetzt auch nochmal auf dem NATO-Gipfel bei einem bilateralen Gespräch mit Trump nochmal wieder versucht hat. Ich will jetzt keine Wetten hier dir anbieten, aber Merz hat so einen Zweckoptimismus. Das wird schon klappen und er wird schon und Trump wird sich bewegen. Ich habe meinen Zweifel und das ist genau der Case, wo man eben sieht, er geht da mit All-in. Das ist wieder mal so der Merz, der versucht wirklich was zu bewegen, merkt aber eben auch, dass am Ende es ganz andere Momente bei Trump sind, Dinge zu tun oder zu lassen. Ich habe auch das Gefühl, dass es da so ein bisschen eine Diskrepanz gibt zwischen dem Wunsch und der Rolle, die Merz eigentlich gerne hätte und dann der Realität und dessen, was eigentlich überhaupt umsetzbar ist. Und wie viel Macht und wie viel Spielraum eigentlich Deutschland überhaupt hat. Weil, wenn wir mal ehrlich sind, du hast es gesagt, in der Ukraine-Diplomatie steht Deutschland am Rand und jetzt ja auch beim Konflikt zwischen Israel und dem Iran. Auch da stand Deutschland am Rand. März wurde von Trump darüber dann informiert, dass die USA in diesen Krieg einsteigen, als die Bomber schon in der Luft waren. Es ist nicht so, als hätte man ihn da vorher informiert, aber irgendwie im Erlaubnis gefragt, sondern das ist alles hinterher passiert. So sind eben weder die Macht- noch die Kräfteverhältnisse. Das ist nichts, was ein US-Präsident Donald Trump mit einem Bundeskanzler Merz im Vorfeld konkret abstimmen würde. Das weiß Merz auch, das ist klar. Dennoch geht es natürlich in der Politik am Ende auch um Narrative und um Bilder und um die Frage, wie präsentiert man sich? Und wer ist man auch im Sinne von, wer ist Ansprechpartner für Trump in Europa und Trump funktioniert genauso. Ich glaube schon, dass es Merz geschafft hat, in den letzten Wochen durch sein robustes und selbstbewusstes Auftreten sich sichtbar zu machen und auch als Gesprächspartner. Interessant finde ich, wie er versucht auch für das heimische Publikum, also etwa auf seinen Social-Kanälen, diese Rolle sichtbar zu machen und was er da versucht. Also wir haben uns eben nochmal kurz seine Vize angeguckt, jedenfalls ist es ja so, dass er offenbar, Und in sehr kurzer Zeit das, was er tut, immer schon social spiegelt. Von diesem NATO-Gipfel gab es jetzt zwei Reels, die ich eben gesehen habe. Das eine ist diese übliche, man kann fast wirklich sagen übliche Szenerie. Merz begrüßt seine Freunde. Merz begrüßt seine Freunde immer nach demselben Schema. Macron wird umarmt, Starmer kriegt einen Handshake und die anderen, man guckt, Selenskyj hat auch den Handshake bekommen. Aber es ist so, ich und meine Kumpels, das Reel gibt es von jedem Gipfel, von jeder Begegnung. Das ist irgendwie so eine Standardsituation, die sein Team offenbar auch liebt und dann auch immer gleich postet. Und die andere Standardsituation ist, wie es zum Familienfoto kam. Ein Familienfoto, das ist immer diese Komplettaufstellung der wichtigsten Gipfelteilnehmer, die dann irgendwie sich da für die Fotografen positionieren und es gibt meistens immer so ein Making of Real, wie es dazu kam. Das war in G7 ganz lustig, das ist glaube ich auch relativ viral gegangen, also eine sehr lustige Variante zu erzählen, wie sich wer an welche Position stellt und diesmal wieder so ein kurzer Sidekick zwischen ihm und Trump und NATO-Generalsekretär Marc Rutte. Also da gab es so Momente, das macht er und das macht er viel. Was ich mich frage und das ist natürlich eine Frage an dich auch nochmal. Reicht das, ist das schlau das so zu machen oder sagst du im Grunde ist das überhaupt nicht der Zielgruppe entsprechend und ist das überhaupt nicht das, was er machen sollte, um sich jetzt gerade auch der social affinen, jüngeren deutschen Wählerbevölkerung, zu nähern? Also ich glaube grundsätzlich, dass mittlerweile kein Politiker und keine Politikerin mehr an den sozialen Medien vorbeikommt. Es gibt unterschiedliche. Darin, wie stark die sozialen Medien genutzt werden und auch welche Kanäle genutzt werden. Aber grundsätzlich spielen die sozialen Medien einfach eine total große Rolle in der Kommunikation. Ganz viele Menschen informieren sich mittlerweile als allererstes in den sozialen Medien, bevor sie dann eine Nachricht lesen bei einem Nachrichtenportal. Wenn sie es überhaupt dann noch tun. Genau, die erste Informationsquelle, die Hauptinformationsquelle, vor allem bei jungen Menschen, ist ganz häufig TikTok, Instagram, YouTube, also soziale Medien. Und deswegen ist das meiner Meinung nach auch extrem wichtig, dass PolitikerInnen das nutzen als Kommunikationstool, weil man da einfach diese Menschen erreicht. Und deswegen finde ich es auf jeden Fall richtig, dass er Social Media macht und man muss ja auch sagen, da gibt es eine Veränderung. Er hat im Wahlkampf sehr viel weniger so direkte Videos gepostet, Insights gegeben. Das war sehr viel mehr Fotos und seltener vor allen Dingen auch Videos, in denen er direkt sich an die UserInnen gewendet hat und direkt die Leute angesprochen hat. Und das macht er jetzt mehr seit einigen Wochen. Ich glaube, da gab es auch so ein, vielleicht hat ihn auch sein Team dazu bewegt und gesagt, wir müssen da mehr machen, weil er macht jetzt ja zum Beispiel auch dieses Format, das ja auch Olaf Scholz schon gemacht hat, nämlich, dass er Fragen beantwortet der FollowerInnen auf Instagram oder auf TikTok. Das hat er bei Scholz übernommen oder, ja, wahrscheinlich. Man muss jetzt dazu auch sagen, das ist kein Format, das irgendwie Scholz erfunden hat. Das ist ein sehr gängiges Format in den sozialen Medien, dass man Fragen beantwortet. Deswegen, ich weiß jetzt nicht, ob Scholz darauf ein Patent hat. Aber ich finde, dass... Scholz macht das immer noch. Scholz macht das immer noch auf seinem eigenen Account. Witzigerweise macht der Abgeordnete Olaf Scholz, manche kennen ihn noch als Bundeskanzler, tatsächlich auch immer noch dieses Format. Das macht ihm offenbar sehr Spaß. Ja, und das macht Merz jetzt auch. Und das kommt auch tatsächlich ganz gut an. Also wenn man sich da die Kommentare anschaut. Es gab ein Video, in dem er über seine Frisur geredet hat, weil er danach gefragt wurde. Ja, stimmt. Können Sie mal Ihre Frisur erklären? Vielen Dank für die Frage. Gegenfrage, ist das eine Frisur? Also ich habe die Haare seit ungefähr ... 30 Jahren so kurz. Ich habe auch weniger als früher. Und deswegen fühle ich mich mit kurzen Haaren ausgesprochen wohl. Sie sind pflegeleicht. Und das ist meine in Anführungsstrichen Frisur. Ich glaube, da haben viele Menschen auch so ein bisschen eine Authentizität einfach wahrgenommen bei ihm, dass er da so reagiert hat auf diese Frage mit der Frisur und darauf auch eingegangen ist. Und ich glaube, das ist enorm wichtig, dass das passiert. Und glaubst du, dass das ein Trend ist, der sich sogar noch verstärken wird? Also du sagst ja im Grunde, das, was er früher gemacht hat, war eher so, wir bilden halt ab, was eh schon an Material da war und das kürzen wir nochmal ein für Social so ungefähr, und jetzt produziert man doch eher Sachen, die wirklich dann für die Kanäle schon gedacht und gemacht sind. Geht da noch mehr oder ist er da im Grunde schon am Ende seiner Möglichkeiten angekommen? Also wenn du jetzt Merz beraten würdest oder das mal mit seinem Team sprechen müsstest. Da geht definitiv noch mehr, würde ich sagen. Er hatte jetzt ein paar Mal so Situationen, in denen es zum Beispiel eine Aufnahme gab aus dem Flugzeug, als er auf dem Weg war zu Trump in die USA, wo er vorgestellt hat, sein Gastgeschenk, diese Urkunde, die er da gezeigt hat im Flugzeug. Es gab auch ein Video, wo er auf dem Rückweg war vom G7-Treffen und auch da nochmal so ein bisschen erklärt hat, was denn eigentlich so passiert ist, worum es ging bei dem Treffen. Er hockt sich dann auch so ganz lässig irgendwo hin und erzählt dann mal eben, ja. Ich weiß ja mal nicht, wie freiwillig er das in dem Moment macht, ob es da sein Social-Media-Team ist, was dann hinter ihm steht und sagt, so, jetzt müssen wir hier noch ein Video machen. Also ich glaube, es ist eher so, wie du jetzt sagst, als dass er da steht und sagt, hey, ich habe eine Idee, können wir mal schnell was machen? Also ich sehe ihn noch nicht so als den, der permanent Zuschel im Kopf hat. Aber vielleicht unterschätze ich das inzwischen maßlos und er ist auf den Geschmack gekommen. Aber alles, was ich höre, ist, dass... Der Satz, Herr Merz, wir sollten mal wieder und Herr Merz, wollen wir nicht mal eben, häufiger fällt, als dass Merz den Finger hebt und selber gerne was machen möchte. Kann man ja auch verstehen. Das überrascht mich jetzt auch nicht. Aber ich glaube genau das ist wichtig, also dass man sich authentisch zeigt, dass man sich auch so ein bisschen nahbar zeigt. Ich weiß nicht, ob ihm das bisher immer gelingt, aber zumindest in Ansätzen hat er das gemacht in diesen Formaten, in denen er Fragen beantwortet oder wenn er sich hinsetzt und mal kurz zusammenfasst, was denn eigentlich passiert ist. Und das ist, glaube ich, auch das, was die Menschen sehen möchten, weil daneben postet sein Team auch immer noch relativ viele Videos, die so sehr wirken wie so ein Imagevideo, also in dem dann irgendwie schöne Bilder gezeigt werden von Merz, wie er irgendwie unterwegs ist, darunter wird dann eine Rede von ihm gelegt als Voice-Over und dazu dann noch irgendwie ein peppiger Beat. Ein peppiger Beat, das klingt schon ganz schlimm in meinen Ohren. Wenn du sagst, peppiger Beat. Ja, und das wirkt für mich wie so ein Imagevideo, dass es nicht so real und nahbar und authentisch wie soziale Medien eigentlich sein sollten. Also da ist immer noch sehr viel Inszenierung einfach auch dabei, das muss man ja auch sagen. Also auf seinem Social-Media-Kanal, da läuft immer alles gut für Merz. Und die Aktentasche, also so das ikonografische Ding, was Scholz ja hatte und damit ja auch so eine gewisse gesunde Schrulligkeit oder so, das ist auch noch nicht aufgetaucht. Es gibt noch nicht so das Merz-Utensil oder übersehe ich was, wo man sagt, das ist so sein... Vielleicht ist es seine Frisur. Vielleicht ist es schon seine Frisur oder die Nicht-Frisur. Ja. Gibt es Vorbilder für Merz, an denen er sich orientieren könnte, die das besser machen aktuell so in der Spitzenpolitik? Man darf ja auch immer nicht vergessen, so ein Kanzler ist natürlich jetzt auch nicht eine Heidi Reichinek, die einfach mal sich sehr authentisch und so weiter bewegen. So ein Kanzler muss natürlich auch immer Staatsmann repräsentativ und so weiter und so fort sein. Deshalb fällt auch nicht so ganz einfach, da jetzt so super unik rüber zu kommen. Aber gibt es andere Staatsfrauen, Staatsmänner, die das irgendwie sehr souverän machen in deinen Augen, an denen er sich orientieren könnte? Also ein gewisser Grad von Inszenierung ist natürlich bei einem Staatsoberhaupt immer dabei. Ich glaube auch nicht, dass er sich davon lösen könnte. Wer mir einfällt, ist Macron. Macron macht ja gerne auch mal Videos, in denen er sich selbst einfach kurz irgendwie filmt und sagt, hier, ich bin hier gerade bei G7 und da und da rum geht's. Also der nimmt einfach das Handy in der Hand und filmt sich selbst. Macron postet extrem viel oder sein Team postet extrem viel auf seinem Account. Er hat auch ziemlich viele Follower. Also da wäre theoretisch noch was möglich. Ich würde mir vor allen Dingen wünschen, dass generell in den sozialen Medien mehr über Inhalte gesprochen wird, also auch von den PolitikerInnen, weil es ist ja so eine Fehlannahme, dass die Gen Z oder das junge Menschen, die man ja auch in großen Teilen erreichen möchte auf den sozialen Medien, dass die sich einfach nur amüsieren möchten und unterhalten werden möchten, weil die interessieren sich ja für die Inhalte. Die wollen informiert werden, die wollen Nachrichten, die wollen über Themen diskutieren. Und einfach nur ein lustiges Video zu posten ist mal ganz nett, aber gleichzeitig wollen junge Menschen auch einfach über Themen reden. Und ich würde mir generell wünschen, dass auch Politiker in den sozialen Medien mehr über Inhalte sprechen, dass mal was erklärt wird, dass mal Entscheidungen reflektiert werden, dass erklärt wird, warum bestimmte Gesetze so beschlossen wurden, wie sie beschlossen wurden, warum bestimmte Positionen eingenommen werden. Ich würde mir da wünschen, dass man jetzt nicht so sehr auf Inszenierung setzt und auf schöne Bilder, sondern mehr über Inhalte spricht. Und würdest du dir das sogar vom Kanzler selbst wünschen oder ist das genau die Rolle, wo man sagt, der kann jetzt nicht noch als Politikerklärer rumlaufen? Könnte man ja auch sagen. Er muss ja nicht Politik erklären, aber hin und wieder Standpunkte darzulegen oder Erklärungen zu liefern zu bestimmten Entscheidungen, ich finde das wäre da schon möglich. Das ist interessant, denn ich glaube, ich will jetzt nicht dem März-Team da irgendwie so in den Kopf kriechen, aber wahrscheinlich ist es genauso, wie du eben gesagt hast, dass die Annahme ist, die ja vielleicht eine falsche Annahme ist, dass du Follower über Unterhaltung kriegst. Also du musst irgendwie den Lachmuskel irgendwie triggern oder sonst wie für Sympathie sorgen. Und es muss auf jeden Fall leicht sein und lustig sein und heiter. Und flotte Musik. Peppig. Peppig, noch schlimmer. Ich bin sehr gespannt, wie sich das noch weiterentwickelt. Ich habe auch nicht das Gefühl, dass es jetzt schon sozusagen der Endpunkt ist, dieser Entwicklung. Social A verändert sich sowieso und März in Social verändert sich gerade. Es sind ja auch erst ein paar Wochen, das muss man ja auch dazu sagen. Total. Liebe Carlotta, ich danke dir sehr für deine Einschätzung. Sehr gerne. Und ja, wir beobachten das weiter. Ihr beobachtet das weiter und uns weiter und wir freuen uns nach wie vor weiterhin über alle eure Anregungen, Kommentare, Einschätzungen und natürlich auch Ideen, wenn ihr euch wünscht, dass wir mal über Themen sprechen, die wir vielleicht bislang noch nicht auf dem Schirm hatten, die euch aber interessieren. Genau. Dann schreibt uns eine Mail at rambuzambo at funkemedien.de oder startet in unsere DMs auf Instagram oder TikTok, auf unserem Instagram-Kanal funkenews oder auf unserem TikTok-Kanal funke. Vielen Dank, liebe Carlotta. Ich freue mich aufs nächste Mal mit dir. Bis dann. Tschüss. Ein Podcast von Funke.