Latest / Im Bett mit Buch / Freundinnen
Transcript
- 0:03Ein neuer Tag beginnt, ein neuer Podcast beginnt.
- 0:08Willkommen guten Morgen, guten Tag, guten Abend und gute Nacht,
- 0:13liebe Zuhörerschaft und ein ganz besonders wunderschönen guten
- 0:18Morgen bis gute Nacht wünsche ich dir liebe Moni.
- 0:23Ich weiß gar nicht, was ich dazu sagen soll.
- 0:25Ich wünschte, ich würde jeden Tag so begrüßen oder auf der
- 0:28Straße machst du das, begrüßt du Menschen auf der Straße so immer
- 0:32darum? Komme ich zu nichts willkommen
- 0:37an alle, ihr befindet euch, wie ihr sicherlich wisst, denn ihr
- 0:40habt ja aktiv drauf geklickt. In der neuen Folge unseres
- 0:43Podcasts im Bett mit Buch. Wir beide, das wisst ihr
- 0:49sicherlich auch, aber für die, die neu dazugeschaltet haben,
- 0:51sind Monique. Und Kurt Kurt verkauft Bücher.
- 0:56Und Monique kauft Bücher, unter anderem.
- 0:58Sie macht auch noch ganz viele andere Sachen im Leben, das wäre
- 1:00sonst traurig, wenn sie nur Bücher kauft, und das Macht aus
- 1:06uns beiden. Ein perfektes Paar.
- 1:10Man könnte fast sagen, und jetzt kommt.
- 1:14Es macht uns fast zu besten Freundinnen.
- 1:16Ja, es macht uns fast zu besten Freundinnen.
- 1:19Wobei vielleicht diese kleine finanzielle Komponente schwierig
- 1:22werden könnte. Das stimmt, das stimmt, aber wie
- 1:29ihr unschwer erkennen könnt, gab es hier gerade ein kleines
- 1:34Buzzword, um das wir uns heute kümmern möchten.
- 1:37In unserer neuen Folge nämlich um das Thema.
- 1:41Um das Thema Freundinnen oder wie ich es nennen würde, das
- 1:45Beste was dir passieren kann und das schlechteste auch.
- 1:49Für mich ist der Untertitel Das größte Rätsel der Welt.
- 1:56Als Monique mit dem Thema um die Ecke kam, dachte ich, Oh, bin
- 2:01ich überhaupt jemand, der sich darüber äußern darf, also jetzt
- 2:05gar nicht mit cultural procreation oder irgendwas,
- 2:07natürlich, ich darf mich zu jedem Thema äußern, ihr müsst es
- 2:09euch ja nicht anhören, aber. Aber kann ich das unterfüttern?
- 2:13Habe ich Bücher gelesen über Freundinnen und bin dann so ein
- 2:17bisschen in mich gegangen und stellte fest, ja, natürlich habe
- 2:20ich auch Bücher über Freundinnen gelesen, einige Handeln aber
- 2:24einfach von ganz anderen Sachen und es finden Freundinnen statt,
- 2:27aber ich hatte mich schon bemüht, ein bisschen Bücher zu
- 2:32finden, wo es auch das Hauptthema ist, diese
- 2:35Freundinnenschaft. Ich denke, dir geht es genauso.
- 2:39Ja, mir mir geht es genauso und ich fand es.
- 2:42Ich fand es so einen coolen Anlass auch mal wieder über
- 2:46dieses große Glück von Freundinnen, von Freundschaften
- 2:50im Leben nachzudenken und das geht mir auch so, wenn ich dann
- 2:53Bücher lese, in denen für mich so diese Freundinnen selber und
- 2:58ihre Beziehungen zueinander im im Mittelpunkt stehe.
- 3:02Dass ich mir denke, boah, was hab ich für ein großes Glück,
- 3:05dass so unfassbar coole Frauen mit mir befreundet sind und so
- 3:12viel Banales, so viel Glück und noch so viel schweres und Tragik
- 3:16mit mir teilen und und auch teilen können.
- 3:20Ne, das ist ja auch nicht nicht so ganz leicht von dem einen
- 3:24oder anderen abzugeben. Habe andersrum gedacht, was
- 3:27haben deine Freundinnen Glück dich als Freundin zu haben, das
- 3:30darfst du selber natürlich nicht sagen, aber ich darf es.
- 3:35Ich hatte am Anfang so gedacht auf Freundinnen lustigerweise
- 3:40ich altes Kind, ich bin sofort erstmal auf Tina und tini
- 3:44gekommen und natürlich auf Hanni und Nanni, wobei ich zugeben
- 3:47muss, Hanni und Nanni haben mich nicht so interessiert, aber Tina
- 3:50und tini habe ich so sehr verschlungen, auch als Junge.
- 3:55Und ich hatte irgendwann einer Freundin davon erzählt, da war
- 3:58ich so 18 oder 19 und das war 1 meiner schönsten
- 4:02Geburtstagsgeschenke, weil sie hat mir dann noch ihre alte Tina
- 4:05und tini Bibliothek geschenkt, das waren irgendwie so 1012
- 4:08Bände. Ich weiß gar nicht, wer Tina und
- 4:10tini sind. Oh Westen, Osten.
- 4:13Tina und Tini ist. Eigentlich.
- 4:16Es ist ne ne ne Teenie haha, also eine eine eine Jugendbuch
- 4:19Kinderbuch Jugendbuchreihe gewesen aus den wahrscheinlich
- 4:2370er und 80er Jahren, die ging wahrscheinlich noch n bisschen
- 4:25weiter. Und Tina und Tini waren zusammen
- 4:29in einem Internat und haben Kriminalfälle gelöst.
- 4:31Also eigentlich war es so wie Trixi, Belden oder wie viele
- 4:35würd ihr dann auch nicht sagen, aber es war so ne klassische
- 4:39Jugendbuchreihe die in Westdeutschland glaub ich viele,
- 4:43insbesondere natürlich Mädchen aber auch.
- 4:45Wie ihr merkt, auch Jungs gelesen haben und es ging
- 4:47eigentlich um Kriminalfälle, aber ich war natürlich beim
- 4:51Thema Freundinnen und dann hast du schon gleich diese beiden
- 4:53Vornamen da. Aber dann dachte ich mir, OK
- 4:56nee, also es muss auch mehr geben als Tina und Tina.
- 4:59Ja, es gibt ein bisschen mehr. Und auch der Unterschied
- 5:05zwischen Kindheitsfreundinnen Jugendfreundinnen, vielleicht
- 5:1020er Jahre, Freundinnen, lebenslange Freundinnenschaft.
- 5:13Wenn man Glück hat, ist alles in 1 gepackt und man hat wirklich
- 5:17eine lebenslange Freundschaft zwischen Freundinnen.
- 5:21Aber vielleicht schaffen wir es auch ein bisschen zu beleuchten,
- 5:24wie Freundinnenschaft sich auch über die Jahrzehnte verändern
- 5:28kann. Ich denke, wir beide haben
- 5:32natürlich ein Buch, was eigentlich 4 Bücher sind, da ist
- 5:37Monique aber sehr viel tiefer drin als ich, denn ich muss
- 5:39zugeben, ich habe nur den ersten Teil gelesen, der so.
- 5:42Unfassbar schön war und ich mich immer fragte, als das am Anfang
- 5:47aufkam, dieses Buch also auch im im Buchladen dann immer mehr
- 5:52Leute danach fragten und ich mich immer wunderte, was was
- 5:56ist, das warum, warum lest ihr das alle?
- 5:58Das klingt doch eigentlich ziemlich banal.
- 6:01Und das ist ja immer schön, wenn man sich dann denkt, OK, ich
- 6:03will es jetzt einfach wissen, woher ihr alle redet und zu dem
- 6:07Buch oder den Büchern werden wir auf jeden Fall.
- 6:10Später noch kommen und mich würde dann bei allen Büchern,
- 6:15die wir besprechen, insbesondere natürlich deine Sicht darauf
- 6:19interessieren. Monique, wie du das auch mit
- 6:22deinen eigenen Freundinnenschaften vergleichen
- 6:24kannst. Also ist das ich meine, jede
- 6:27Geschichte ist teilweise vergleichbar und nicht
- 6:29vergleichbar, das ist klar, nicht alles ist allgemeingültig,
- 6:33aber gute Literatur schafft es ja eigentlich.
- 6:36Im Beschreiben des Speziellen und des Besonderen trotzdem eine
- 6:41Allgemeingültigkeit herzustellen.
- 6:43Und ich bin mal gespannt, ob die Bücher, die wir beschreiben
- 6:46werden, das hinbekommen, ob auch ihr liebe Zuhörer schafft und
- 6:51insbesondere in diesem Falle Zuhörerinnen schafft, das auch
- 6:54so empfindet, oder ob ihr sagt, entschuldigt mal.
- 6:58Aber meine Freundschaften sehen ganz anders aus und wie immer
- 7:02unser Aufruf natürlich an euch, egal was wir hier besprechen.
- 7:05Give a note? Schreibt uns, sprecht uns ne
- 7:08Sprachnachricht ein. Seid ihr einverstanden mit uns
- 7:10oder war das vollkommen daneben? Habt ihr andere Bücher, wo ihr
- 7:14denkt, warum Entschuldigung, wurden die denn jetzt nicht
- 7:16besprochen? Das ist das wichtigste Buch über
- 7:18Freundinnen was ich je gelesen habe, also meldet euch über alle
- 7:22Kanäle die ihr finden könnt und finden tut ihr sie wie immer in
- 7:27unseren Shownotes. Aber mich, lieber Code würde
- 7:30auch interessieren wie du das Thema Freundinnen.
- 7:34Siehst also, wie du es auch als Mann siehst.
- 7:36Also ist es ist es noch mal eine.
- 7:40Es ist bestimmt eine eine andere Form von Freundschaft ist es
- 7:45etwas, was du aus bestimmten Gründen besonders schätzt oder
- 7:48ist das total personenabhängig oder so, weil das der Blick, den
- 7:54ich drauf habe, der ist natürlich der, der, der einer
- 7:57einer Frau, und das gibt zu. Manchen Freunden einfach so eine
- 8:04Nähe, dass ich manchmal so ganz baff sind.
- 8:06Und wie gut kennen die mich? Also ich habe ja mal im Internat
- 8:10gelebt, also gerade so die, die die Jahre zwischen 16 und 18,
- 8:14und da sind 2 Freundschaften, die sich bis heute gehalten
- 8:19haben, und da bin ich manchmal fassungslos davon, wie gut die
- 8:24mich kennen, einfach aus dieser Zeit, dass wir 3 Jahre zusammen
- 8:26gelebt haben, obwohl wir uns alle 3.
- 8:28Auch manchmal jahrelang nicht gesehen haben uns in ganz, ganz
- 8:31unterschiedliche Richtungen entwickelt haben.
- 8:33Gibt es ein Wissen voneinander und eine Nähe zueinander, die
- 8:38wirklich besonders ist und und und.
- 8:45Die hält auch wenn dann eben weiß nicht, dann vergehen halt
- 8:49mal so n paar Jahre, wenn man irgendwie keine Ahnung.
- 8:51Weil das Leben dazwischen kommt. Arbeitet, Kind gekriegt und
- 8:53huch, 5 Jahre vorbei? Wie konnte denn das passieren?
- 8:57Also das ist also tatsächlich finde ich das als als Mann einen
- 9:04spannenden Blick auf Freundinnen.
- 9:07Ich glaube, dass ich vielleicht zum Thema Freundinnenschaft als
- 9:11schwuler Mann noch mal einen anderen Blick drauf habe als
- 9:14jetzt meine hetero Freunde, also weil ich eine andere
- 9:17Freundschaft auch zu Frauen pflegen kann, weil sie natürlich
- 9:20anders basiert ist. Ich habe für mich gemerkt, ich
- 9:24hab auch noch mal so drüber nachgedacht, dass mein Blick auf
- 9:27freundinnenschaft sich auch über die Jahrzehnte verändert hat.
- 9:30Also von diesem anfangs erst mal großen Mysterium.
- 9:33Also was treiben diese Mädchen andauernd zusammen und
- 9:37bequatschen alles und für uns, das weiß ich noch als Jungs, war
- 9:39das immer das Bild. Freundinnen haben anscheinend
- 9:44nicht das innere Vermögen, alleine aufs Klo zu gehen.
- 9:48Das fand ich jedes Mal beeindruckend.
- 9:50Ich muss aufs Klo, kommst du mit, das war etwas, was Freunde
- 9:54nicht machen, also weil da war natürlich in der Jugend, dann
- 9:57bist du schwul oder was und denkst ja, aber ich bin ich
- 10:01irgendwann merkte ach so, die gehen eigentlich nur zusammen
- 10:04aufs Klo um zu quatschen, ja. Und das finde ich immer total
- 10:08beeindruckend, weil ich hätte, wäre so gerne so n Mäuschen auf
- 10:10diesem Klo gewesen und ich denke, was da alles besprochen
- 10:13werden muss auf diesem, auf diesem Frauenklo und ich glaube,
- 10:18das ist tatsächlich so Say Space Frauenklo wenn wir jetzt alle
- 10:21dann noch unisexklos hätten, ja, wie würde man?
- 10:23Das denn alles dann besprechen, ja.
- 10:26Und ich irgendwann auch merkte, dass auch meine Freundschaft zu
- 10:32zu Frauen. Natürlich auch eine Mischung war
- 10:36zwischen Freundschaft und freundinnenschaft ich nur
- 10:39irgendwann als Mann auch an meine Grenzen kam, also wo ich
- 10:42auch merkte, ihr dürft mich nicht verwechseln mit eurer
- 10:46Freundin, ich bin kein Mädchen, also ich bin immer noch ein Mann
- 10:49und ich finde es sehr interessant, auch von euch zu
- 10:52hören, was sozusagen die Probleme sind, auch in der
- 10:56Kommunikation zwischen Jungs und Mädchen oder Männern und Frauen,
- 10:59aber irgendwann ich auch dachte ja, aber ihr dürft nicht
- 11:01vergessen, ich bin. Auch ein Mann also, und auch ich
- 11:05habe andere Formen der Kommunikation.
- 11:07Ich merke das gerade in in, in Freundschaften, auch in in in
- 11:12Mann, Mann oder in männlichen beste Kumpelfreundschaften was
- 11:16für ganz andere Formen der Kommunikation Freunde pflegen,
- 11:20also vielmehr über grunzen ha ha und trotzdem, und das ist etwas,
- 11:24wo ich immer dachte, Mensch, vielleicht kapieren das Frauen
- 11:26gar nicht, die also so männerfreundschaften dann immer
- 11:29nur das grunzen ha ha hören. Und gar nicht merken, dass das
- 11:32eine ganz eigene Form der Kommunikation ist, die, wenn man
- 11:35sich gut genug kennt, auch so viel ausdrückt.
- 11:39Aber eben ohne viel Worte und bei Männern, die dann auch sich
- 11:45wundern, irgendwie über Freundinnenschaft was können die
- 11:49alles miteinander bequatschen die ganze Zeit, wo ich dachte,
- 11:51ja, es ist einfach ne andere Form der Kommunikation, die hier
- 11:54herrscht. Und am besten wäre es doch, wenn
- 11:56wir sozusagen alle immer von dem Gegenüber lernen und auch andere
- 11:59Formen der Kommunikation annehmen können.
- 12:02Dass ich auch weiß, es gibt Personen, mit denen kann ich so
- 12:04reden, es gibt Personen, mit denen kann ich so reden, einige
- 12:07Menschen können meine inneren Spannungen oder Freuden so
- 12:12aufnehmen und auffangen, also das fand ich spannend, wie man
- 12:16so im in mit der Erfahrung mit dem Alter doch immer mehr
- 12:20diversifizieren kann und feststellen kann.
- 12:24Was für verbindende Momente zwischen Freundinnen und
- 12:27Freundschaft gibt und wo aber tatsächlich auch Unterschiede
- 12:33herrschen und für mich 1 der Dinge, die ich sehr, sehr
- 12:39spannend fand. Du hattest ja dein Internat
- 12:41erwähnt, ich war ja auch auf einem reinen Jungsinternat und
- 12:44kenne auch Freundinnen, die auf einem reinen Mädcheninternat
- 12:47waren. Und was ich faszinierend fand,
- 12:51ist, dass ich irgendwann das Gefühl hatte, die Solidarität
- 12:56unter Jungs und Männern ist anscheinend höher als die
- 13:00Solidarität unter Frauen. Ich hab das Gefühl, dass Männer
- 13:05untereinander weniger kritisieren, weniger auf Fehler
- 13:08aufmerksam machen, sondern eher ein bisschen mehr Grund verhaar
- 13:11und. Bei Freundinnen, also
- 13:14insbesondere in der Jugend oder den frühen Zwanzigern, dachte
- 13:17ich, wow, das ist aber ganz schön schmerzhaft, was ihr euch
- 13:20dann manchmal gebt, aber das ist wahrscheinlich auch einfach eine
- 13:23andere Ebene von Freundschaft, die ich dann damals noch nicht
- 13:27so empfinden konnte. Also die Freundinnen in in der
- 13:35Schulzeit, in der Pubertät. Das fand ich auch extrem
- 13:40schmerzhaft, muss ich sagen. Also ich hab vorher, ich hab
- 13:43eigentlich ich hab mehr Jungs als Freunde gehabt und war damit
- 13:47n sehr sehr glückliches Kind und dann kam die Schule und
- 13:51irgendwie war auf einmal klar Nee Jungs und Mädchen befreundet
- 13:54geht nicht mehr und das das war echt schwer für mich weil ich
- 13:58die ich hab ich hab die Mädchen nicht verstanden, ich hab auch
- 14:01ihre Spiele nicht verstanden ne also ich war vorher eigentlich
- 14:04immer draußen und ich war Old Shatterhand und mein bester
- 14:06Freund war Winnetou und und die die Sache war klar und die war
- 14:10super und dann mit den Mädchen war ich wirklich lange irritiert
- 14:17und diese Kompliziertheit, die dann in der Schule dazu kam,
- 14:21also dass alles mehrere Ebenen hat in so einer Freundschaft,
- 14:25und das ist diese Tiefe, einfache verbunden.
- 14:27Also ich habe die in der Zeit nicht erlebt, ich habe die dann
- 14:29eben erst im Internat wieder erlebt, das fand ich wirklich.
- 14:33Wirklich schwierig. Und auch diese Härte, die dann
- 14:35drin, die dann auch mit der Pubertät noch mal extra reinkam,
- 14:39die Härte gegenüber dem weiß ich nicht, dem Körper, dem Aussehen,
- 14:43bestimmten Sachen bestimmt ne, also wo man ohnehin unglaublich
- 14:47verletzlich ist und alles in Frage stellt und wenn wenn man
- 14:53dann gerade keine Freundin zur Seite hat oder die eben gerade
- 14:56irgendwie das Lager gewechselt hat, so.
- 15:00Ist das schon wirklich, wirklich schwer?
- 15:02Und das ist aber etwas, was ich finde, was sich heute geändert
- 15:05hat und ich glaube auch das bei meinen Töchtern zu sehen, dass
- 15:08es da auch durchaus anders sein kann in dem Alter aber auf jeden
- 15:12Fall für für meine Freundschaften jetzt kann ich
- 15:15sagen, dass es das komplette Gegenteil ist, dass es wirklich
- 15:19so ein so ein unterstützendes, wohlwollendes, gutes und
- 15:25ehrliches Miteinander. Und ich finde es ist auch ne ne
- 15:28riesige Freude auch in meinem fortgeschrittenen Alter immer
- 15:31noch neue Freundinnen dazu gewinnen zu können.
- 15:34Ne, also dass das nicht aufhört, sondern dass es eigentlich in
- 15:36jeder Lebensphase, also natürlich Freunde, Freundinnen
- 15:40gehen, weil es manchmal einfach nicht mehr zusammenpasst, aus
- 15:43ganz unterschiedlichen Gründen. Trotzdem sind es auch Jahre der
- 15:48Freundschaften, die mich total gerne erinnere.
- 15:50Ich hab eine Freundin im Studium gehabt, die hab ich in der Weg
- 15:53GAG kennengelernt in der ersten Woche an der Uni.
- 15:56Und mit der habe ich wirklich über viele Semester jeden
- 15:59einzelnen Tag verbracht und das war, das war unglaublich toll.
- 16:05Und danach hat es dann halt irgendwann nicht mehr gepasst.
- 16:07So weiter, aber so ist es eben und dann kommen aber andere dazu
- 16:12und bringen noch so viel, so viel neues Leben mit rein und
- 16:16und und. Ich finde ich bin daran auch
- 16:18erwachsener geworden, auch an meinen Freundinnen und es gibt
- 16:23aber eben auch. Sachen, da muss ich mir
- 16:26eingestehen. Also ich wäre jetzt gerne mit
- 16:29dieser Person befreundet, aber aber es haut nicht hin so wir
- 16:32wir, wir schaffen das irgendwie. Nicht.
- 16:34Weil wir, wir finden das zwar beide, aber aber passt, geht
- 16:38nicht, geht irgendwie nicht, ja. Ich finde bei diesen vergangenen
- 16:42Freundschaften, es gibt so ein, kennst du diese Sinnsprüche, die
- 16:45dann gestickt und eingerahmt wurden in den Mengen?
- 16:48Ich habe eine ganz tiefe Vorliebe für die.
- 16:50Insbesondere lass die Leute reden.
- 16:52Sie reden über jeden, das finde ich so gut.
- 16:54Irgendwann habe ich mal den Zwischenspruch auch gelesen, das
- 16:57war sowas wie schöne Tage, sei nicht traurig, dass sie
- 17:02vergangen, sondern sei froh darüber, dass sie gewesen sind
- 17:05und das denke ich bei Freundschaften auch.
- 17:07Also man kann natürlich dem hinterher jammern manchmal, dass
- 17:10Freundschaften vielleicht auch unschön enden, also wie
- 17:12Beziehungen, aber dass man auch irgendwann einsieht, OK, das
- 17:17hatte seine Zeit und es war fantastisch.
- 17:20Und wir sind halt weiter gezogen.
- 17:22Aber das mindert ja nicht die Intensität einer Freundschaft,
- 17:26die man vielleicht für ein paar Jahre hatte.
- 17:29Schön, dass du, weil ich wollte, noch nachfragen, wie du das bei
- 17:32deinen Töchtern siehst, ob es da Veränderungen gab, auch
- 17:35vielleicht in der Generation, wie Freundinnen miteinander sein
- 17:40können. Also ich muss sagen, ich habe
- 17:42natürlich auch die krassen anderen Geschichten gesehen.
- 17:45So ist es nicht, ne, also. Grad wenn ne Freundin dann auf
- 17:49einmal keine Freundin mehr ist. Das ist immer noch
- 17:51herzzerreißend, daran hat sich nichts geändert und mir hat mal,
- 17:56mir hat mal ein Nachbar in den Neunzigern in Mitte gesagt,
- 18:01Freundschaft ist vielleicht die größere Liebe und da muss ich
- 18:06manchmal dran denken, weil es auf beide Seiten zutrifft, wir
- 18:10haben ja auch in der letzten Folge über über Liebe und was
- 18:13ist Liebe oder ist das Liebe gesprochen und.
- 18:16In in beide Richtungen ne, also ne tiefe Freundschaft ist
- 18:20natürlich ne Liebe, würde ich immer sagen ne ne diese diese
- 18:23innige Verbundenheit und wenn so eine tiefe Freundschaft endet
- 18:31ist der Schmerz nicht so viel anders.
- 18:35Er ist ich. Ich bin mir gar nicht.
- 18:37Nein, er ist. Ich wollte gerade erst sagen, es
- 18:39ist wahrscheinlich sogar n tieferer Schmerz, aber das ist
- 18:41natürlich Blödsinn, aber du hast recht, es ist ein sehr
- 18:45vergleichbarer. Schmerzen, wenn Freundschaften
- 18:47zu Ende gehen ich habe das Gefühl, Freundschaft verzeiht
- 18:53mehr als Liebe. Man ist gnädiger mit seinen
- 18:57Freunden oder Freundinnen als mit seinem Partner oder
- 19:00Partnerin. Ich hatte, das fiel mir noch
- 19:03auf, bei Freundinnen als Unterschied zu Freunden oftmals
- 19:08das Gefühl, also gerade bei der Härte.
- 19:10Ich habe selten so viel Kritik, insbesondere zum Körper und
- 19:16Aussehen von Frauen gehört wie von ihren in Anführungsstrichen
- 19:19besten Freundinnen. Das finde ich so krass.
- 19:22Vielleicht hat sich das geändert, hoffentlich, denn also
- 19:25das kannte ich nicht unter meinen Freunden, dass man sich
- 19:29kritisiert dafür, wie man aussieht und hat deine Beine und
- 19:32Fett und deine Haare und wie siehst du denn schon wieder aus?
- 19:35Ich denke, was ist das für eine Form von Freundschaft?
- 19:37Ich glaube, ich glaube, das ist etwas, was sich jetzt gerade
- 19:40ändert oder vielleicht so. Ja seit seit 5 Jahren 10 Jahren
- 19:44weiß ich gar nicht so genau, weil ich aus dem Alltag Gott sei
- 19:46Dank raus bin und da gibt es ja auch viele Theorien dazu, warum
- 19:50das so ist. Ne, also dass es eben einfach
- 19:51auch darum geht, als Frau eine bestimmte Form von Abwertung von
- 19:57Frauen Internalisiert zu haben und darin zum Ausdruck zu
- 20:00bringen. Vielleicht auch als eine falsch
- 20:03verstandene Ehrlichkeit, ne, weil also die schlimmste
- 20:08Kritikerin einer Frau ist, glaube ich, sie selbst in ihrem
- 20:11Kopf, also das, was man sich da durch all die Sachen, die man
- 20:14sich im Laufe des Lebens angehört hat, was manifestieren
- 20:17kann, und das bringen ja Freundinnen mitunter auch zum
- 20:20Ausdruck, und dann würde ich jetzt mal sagen, ist es nicht
- 20:24immer. Oder ganz oft überhaupt nicht so
- 20:26gemeint, wie es klingt, sondern einfach.
- 20:28Ich nehme das schon mal vorweg, was dir sowieso begegnen wird
- 20:31und dann kannst du dich jetzt hier damit auseinandersetzen.
- 20:34Aber interessant finde ich auch das, was du gerade gesagt hast.
- 20:37Ich glaube das stimmt, dass man sich in einer Freundschaft so
- 20:41viel mehr verzeihen kann und man muss sich auch so viel
- 20:43verzeihen. Ja, also man man, aber das also
- 20:49auch tatsächlich bei vielen anderen Büchern.
- 20:53Kommt ja das das Thema. Also ich hatte die ja gerade von
- 20:56einem Buch geschrieben, wo ich es ähnlich fand, ist diese, ich
- 20:59habe hier einen Kumpel oder einen Freund oder eine Freundin,
- 21:01die wirklich scheiße baut, wie weit kann ich das mittragen und
- 21:07wann muss ich einfach sagen, entschuldige mich, das kann
- 21:10jetzt auch ich nicht mittragen mehr was was du hier gerade
- 21:13gebaut hast. Und da habe ich das Gefühl, dass
- 21:17man bei Freunden und Freundinnen.
- 21:20Gnädiger ist weil meistens die Scheiße, die Freund oder
- 21:24Freundin gebaut hat, einen persönlich nicht betrifft,
- 21:26während ja oftmals die Verletzungen, die man in einer
- 21:29Partnerschaft mitbekommt, sind dann ja sehr, sehr persönliche.
- 21:33Also ich find es n find es n sehr sehr interessanten.
- 21:39Spiel zwischen zwischen Freundschaft und liebe ich
- 21:42finde, da kommt noch Familie rein.
- 21:43Also ich hab das Glück eine riesige Familie, es war mit
- 21:45vielen Vettern und Cousinen und viele von denen sind auch meine
- 21:48Freunde und dann hast du noch mal ne andere Ebene drin, also
- 21:52man kennt sich einfach schon ewig und da sind dann viele
- 21:56verschiedene Verbindungen drin und manchmal überschwankt das
- 21:58eine und man ist mehr Freund, dann ist man vielleicht wieder
- 22:01mehr Verwandter oder also es ist ein Spiel, es ist ja auch wie in
- 22:05einer Beziehung, ich glaube auch in der Beziehung.
- 22:08Ist man oftmals auch nicht nur Liebhaber oder Liebhaberin,
- 22:13sondern auch bester Freund oder beste Freundin?
- 22:15Ich würde sagen, idealerweise schon.
- 22:17Idealerweise schon und. Ich finde, wir könnten mal
- 22:22starken hier vielleicht wirklich auch eigentlich schon mit dem
- 22:26ultimativen Buch Slash 4 Bücher über Freundinnen und Monique hat
- 22:33alle 4 Bücher gelesen und sie strahlt mich an in der puren
- 22:37Erinnerung an diese Bücher. Leg los.
- 22:40Ah, was für ein Glück. Endlich, endlich, endlich,
- 22:44endlich über Elena Verrannte zu reden und das Buch Meine geniale
- 22:48Freundin ist der 1. Band der Vierbändigen Reihe Kurt
- 22:52hat es gerade gesagt, Wir haben jetzt nur diesen einen
- 22:55rausgesucht, aber natürlich gibt es so einen kleinen Ausblick auf
- 22:58auf alle 4. Wer von euch hat es noch nicht
- 23:01gelesen? Und warum bitteschön?
- 23:03Wie konnte das passieren? Entschuldigung, da gibt es keine
- 23:07Ausrede, rausgehen, das Buch holen und lesen, also das ist
- 23:12mein absoluter Wunsch, dass jeder und jeder von euch dieses
- 23:15Buch liest. Gelesen werden auch alle Männer,
- 23:18ja, absolut, ich finde, es ist das perfekte Buch, also
- 23:24spezifisch dieser 1. Band, das ist das perfekte Buch
- 23:27überhaupt, mich hat es wirklich unglaublich glücklich gemacht,
- 23:30das zu lesen. Es steckt so viel von allem
- 23:34drin, von von Wahrhaftigkeit, von Erwachsenwerden, von
- 23:40Zuneigung, Freundschaft, Liebe, betrug, Armut, Verzweiflung,
- 23:47alles, alles ist drin, und zwar im richtigen Maße am richtigen
- 23:50Platz und ja, also großartig. Also ich verneige mich
- 23:57eigentlich jeden Tag voreinander Verwandte.
- 23:59Weil sie so eine brillante Schriftstellerin ist.
- 24:02Was ist daran so perfekt? Wir, wir steigen ein und wir
- 24:05sind sofort in einem brennend staubig heißen süditalienischen
- 24:11Sommer, wir haben den auf der Haut, mir ging es wirklich so,
- 24:15Ungelogen, als ich den gelesen habe, ich habe, ich habe dieses
- 24:18Gefühl auf der Haut gehabt, es war wie wieder 5 Jahre alt zu
- 24:22sein, so alt wie Lenou und Lila in diesem Alter.
- 24:26Am Anfang des Buches und irgendwo im Staub draußen zu
- 24:29sitzen und genau das zu erleben, das hat mich echt mitgerissen.
- 24:34Ich bin nicht in Neapel groß geworden, die beiden werden in
- 24:36Neapel groß in einem Armutsviertel, lernen sich schon
- 24:40als Kinder kennen und diese Armut ist einfach ihre
- 24:45Lebensrealität. Und die ist kein bisschen
- 24:48pathetisch oder so. Und sie entwickeln schon im
- 24:51Kindesalter so n Verständnis von Klasse, was ich absolut
- 24:55authentisch fand in dem, wie es tatsächlich ist, wenn du in
- 24:59großer Armut aufwächst und aus dem Aus dem ich das beurteilen
- 25:05kann. Ich bin in einem winzigen Dorf
- 25:07groß geworden, und das war alles andere als alles andere als
- 25:12wohlhabend und. Diese diese beiden Mädchen, die
- 25:15sich da eben kennenlernen sind, entwickeln sich zu absolut
- 25:19außergewöhnlichen Frauen und sind in dieser
- 25:23Außergewöhnlichkeit aber trotzdem klassisch, weil das
- 25:28werdet ihr alle schon mal gemerkt haben, das hast du auch
- 25:30schon gemerkt, Kurt, dass man feststellt, dass man so viele
- 25:33außergewöhnliche Menschen kennt in dem wie sie sind, was sie,
- 25:36was sie können, was sie machen, wie sie, wie sie es schaffen,
- 25:39durchs Leben zu gehen und und so sind eben.
- 25:43Die beiden, die beiden Mädchen, die beiden Frauen.
- 25:45Diese werden auch und für mich war ganz klar und ich glaube, es
- 25:48ist auch für jede Frau, die ist, die ist ganz klar die Frage, bin
- 25:51ich eine Lenou oder bin ich eine lila, Spoiler, ich bin eine
- 25:54Lenou, aber durch und durch, ich konnte da so unfassbar drauf
- 25:59gelelten, das war eigentlich so, also bis bis zum letzten Band
- 26:03hin so, bis so viele ihrer Gedankengänge, wo ich dachte,
- 26:06so, oh mein Gott, woher weiß die Frau das?
- 26:08Woher weiß Elena Ferrante das und wie kann sie das da
- 26:11reinschreiben? Das sind doch meine Gedanken und
- 26:14ich kenne aber auch genügend Lilas und ich weiß, wie schwer
- 26:18es ist, mit ihnen auszukommen, wie faszinierend sie sind, wie
- 26:21genial sie sind. Schillernd.
- 26:23Schillernd und wie schuldig das Wort Scheiße als Freundin
- 26:27mitunter ja. Jetzt habe ich immer noch nichts
- 26:34über die Geschichte erzählt. Also ich versuch es noch mal.
- 26:38Elena, später Linu genannt, ist die Tochter eines Pförtners.
- 26:41Wir haben schon gesagt, Armutsviertel von Neapel und
- 26:44Lina, ihre Freundin von ihr Lila genannt, ist die Tochter eines
- 26:49Schusters, sie wachsen im gleichen Viertel auf, lernen
- 26:52sich kennen, da gibt es ne Geschichte mit einer Puppe, die
- 26:54in einen Schacht reinfällt und sie müssen sich quasi dieser
- 26:58Herausforderung stellen, diese Puppe zurückholen von einem
- 27:00sehr, sehr, sehr, sehr unangenehmen.
- 27:02Mann machen das und das schweißt die beiden zusammen und die sind
- 27:06am Anfang gar nicht so freundlich zueinander, sondern
- 27:09das ist schon so ein bisschen so, so ein bisschen so ein
- 27:12abchecken gerade von nilas Seite aus, die viel mehr aus sich
- 27:16herausgeht, viel fordernder ist und lenou ist selber eher
- 27:20zurückhaltend, schüchtern wird auch ganz klar so so erzogen und
- 27:25nila eben dieser wirklich krasse Draufgängerin, das werden wir
- 27:29also auch im Laufe ihres Lebens, bleibt sie das und wir.
- 27:31Begegnen wir immer auf ganz, ganz unterschiedlicher Weise in
- 27:36den 4 Bänden durchleben wir im Grunde mehrere Jahrzehnte.
- 27:40Wir werden mit den beiden erwachsen und nicht nur
- 27:42erwachsen, sondern auch alt und mit den beiden erleben wir die
- 27:48kompletten gesellschaftlichen Veränderungen in Italien, also
- 27:51von den 50er Jahren bis dann in in die 90er Ich glaube, da endet
- 27:56es ungefähr, bin ich mir gerade gar nicht so sicher.
- 27:58Und diese großen gesellschaftlichen
- 28:00Veränderungen, auch die Veränderungen, die Frauen
- 28:02betreffen, spiegeln sich immer in dieser Freundschaft wieder.
- 28:05Es ist so unfassbar gut komponiert, dass man gar nicht
- 28:08merkt, dass dieses Buch oder diese 4 Bücher komponiert sind,
- 28:11es fließt so dahin, es ist alles absolut logisch, ich würde
- 28:15nichts davon jemals in Frage stellen, egal welche
- 28:18Liebesgeschichte oder welche Wendung es gibt, weil ich es
- 28:22wirklich als genauso ist es empfunden habe, also einfach nur
- 28:26grandios und. Ganz, ganz große Liebe
- 28:29meinerseits. Kann ich komplett
- 28:31nachvollziehen. Ich fand es ist schön, wie du
- 28:35die beiden also linu Lila auch beschrieben hast und die Linu
- 28:43ist ja die ich Erzählerin, also sie erzählt ja im Endeffekt über
- 28:46diese Freundschaft. Ich fand es so beeindruckend,
- 28:49dieser bestechend klare Blick auf ihre beste Freundin.
- 28:55Auch auf die Fehler, die eindeutig angesprochen werden,
- 28:59trotzdem mit Liebe unterfüttert sind diese Lila, die auch die
- 29:04ist ja so widerständlich, dass sie auch durchgehend an sich
- 29:06selbst scheitert, sie ist eindeutig die Genialere dieser
- 29:10beiden, also darum, also für mich war das so, darum auch
- 29:14meine geniale Freundin und. Aber das ist ja aber auch Linus
- 29:18Under Statement, was da mit reinkommt.
- 29:21Also ja, lila ist. Genial in diesem ursprünglichen
- 29:24Sinn von genial. Aber wie nu ist es ja, auf eine
- 29:28konstante Art Art und Weise. Auf eine stillere Art und Weise,
- 29:32die aber auch blödes Wort arbeitsamer ist.
- 29:35Also sie ist sehr viel disziplinierter mit sich selbst.
- 29:39Sie geht ja auch viel stringenter ihren Weg erstmal
- 29:42und betrachtet dann ja eigentlich aus einem Weg, den
- 29:44sie schon beschritten hat. Betrachtet sie lila und denkt
- 29:49sich um Gottes Willen, kommst du jemals auf irgendeine Form von
- 29:51Weg oder boykottierst du dich einfach und sabotierst dich die
- 29:54ganze Zeit selber? Und auch diese Verzweiflung, die
- 29:57man als Freundin hat, wenn du siehst, dass diese Person, die
- 29:59man so liebt und man denkt, du hast so viel Potenzial, also
- 30:04jetzt nicht nur Geld, sondern du hast so viel in dir drin.
- 30:08Nutze es und hör auf, dich selber zu sabotieren und was du
- 30:14sagtest, diese diese fast, dass man das Buch körperlich erleben
- 30:18kann, diese Hitze kann man körperlich erleben.
- 30:20Man kann dieses dieses Armutsviertel körperlich
- 30:23erleben, ich fand es so faszinierend, ich bin kurz nach
- 30:26dem Buch irgendwann auch nach Neapel gefahren, muss zugeben,
- 30:31es ist überhaupt nicht meine Stadt, ich bin echt zu
- 30:33norddeutsch dafür, aber ich fand es so faszinierend.
- 30:38Zu lesen, dass Sie in einer Stadt am Meer leben und nie also
- 30:45was heißt nie, das stimmt ja nicht, aber in ihrer Kindheit
- 30:47dieses Meer einfach gar nicht sehen, weil weil es ist schon,
- 30:51also es ist, ich glaube, sie mussten immer unter ewigen
- 30:54Bahngleisen durch, um überhaupt aus ihrem Viertel rauszukommen,
- 30:57und das ist schon so. N schönes Bild also nicht nur n
- 30:59Bild, weil es war ja real so. Aber das Bild, das sozusagen
- 31:04diese Grenze zwischen Arm und Reich und Arm und dem anderen
- 31:07schönen Leben schon physisch kaum eigentlich zu überbrücken
- 31:11war. Ich bin auch wegen dieses Buches
- 31:13nach Neapel gefahren und hab nicht die Hälfte von dem
- 31:18geschafft, was ich im Grunde ablaufen wollte, um das
- 31:20irgendwie noch mal zu sehen. Aber ich liebe Neapel, das hab
- 31:25ich gar nicht mit gerechnet, ich hab n ganz anderes Bild vorher
- 31:27davon gehabt und auch irgendwie ja NN sehr.
- 31:30Sehr ja. Gewalt und
- 31:32kriminalitätsgeprägtes Bild und ich habe mir aber ganz anders
- 31:35erlebt, war wirklich berauscht von dieser, von dieser krassen
- 31:41Stadt also, die einerseits wunderschön ist, auch natürlich
- 31:48durch so ein bisschen inszenierte, also inszenierte
- 31:50Armut, trifft es jetzt auch nicht, aber ne, es ist schon.
- 31:53N bisschen wie wie wie teilweise durch N Museum zu laufen an
- 31:56manchen Stellen diese ganz schmalen Straßen.
- 31:59Ich war an einem Sonntag da gewesen und es wurde gewaschen
- 32:02und Neapel riecht für mich nach Weichspüler, also es ist ganz
- 32:05wundervoller Geruch und dann schaust du auf den Vulkan und
- 32:09mir ging es so, dass ich drüber nachdenken musste, wie ist es
- 32:12denn eigentlich passiert, dass man sich direkt hier
- 32:13niedergelassen hat und hier bleibt und hier seine Kinder
- 32:17großzieht und. Ich muss unbedingt noch mal hin.
- 32:22Und ja. Ich hatte der Vermieter, bei dem
- 32:26wir da Unterkamen in in in Neapel, der hatte das ganz schön
- 32:30zusammengefasst, weil ich hatte ihm dann gegenüber auch
- 32:32angesprochen, dass ich schon Probleme habe mit dieser Stadt
- 32:36und das ja meine italienische Stadt wäre eher Turin und der
- 32:40guckte mich etwas mitleidig an und meinte ja, das wundert mich
- 32:44nicht, Turin ist Preußen. Neapel ist Caspar, sagte er, und
- 32:48ich so, ja, das glaube ich dir. Es ist Caspar.
- 32:50Genau das ist lustig, dass man mit mit einigen Städten sogar
- 32:57nicht richtig warm wird. Aber hast du denn Pizza gegessen
- 33:01in Neapel? Ich fand die nicht gut.
- 33:03Ehrlich, ich hatte ne Pizza, die hätte ich auch geheiratet.
- 33:08Also ich wollte in dieser Stadt eigentlich fast gar nichts
- 33:10heiraten und für mich war es immer n Vergleich so.
- 33:12Die beiden großen Drecksstädte am Mittelmeer, Marseille und und
- 33:16Neapel. Ich Liebe und ich fand Marseille
- 33:19fantastisch und bei Neapel ich so ey nee wenn ihr jetzt noch
- 33:24einmal hupt, dann steige ich zu euch ins Auto und Boah.
- 33:29Also dieser Lärm. Wobei ich wurde jetzt in New
- 33:31York eines Besseren belehrt, die dachten sich, ach ne Apple
- 33:34Scheißdreck, das können wir doppelt so laut und doppelt.
- 33:36So die Seite. Am allermeisten wird n Aman
- 33:38hupt, aber wir haben keinen Reiseort.
- 33:41Wir zurück zu den Freundinnen. Also wirklich das ultimative
- 33:46Buch. Es gibt sehr viele Bücher über
- 33:48Freundinnen und auch über die Jahrhunderte und Jahrzehnte
- 33:50hinweg, immer wieder sehr, sehr gute.
- 33:53Aber Elena Ferrand sticht auf jeden Fall raus und wie gesagt,
- 33:58auch liebe Freunde und Zuhörer, das ist kein Frauenbuch, es ist
- 34:03so viel mehr als jetzt, einfach nur vordergründig 2 Freundinnen,
- 34:09sondern es ist so viel leben, es ist so viel Wahrheit in diesem
- 34:13Buch. Bitte alle lest dieses Buch,
- 34:16wobei ich glaube, die meisten haben es auch tatsächlich
- 34:19vielleicht schon gelesen. Nur und und und.
- 34:22Es könnte daran liegen, dass Frauen auch Menschen sind, und
- 34:25deshalb interessiert es einfach. Ja, das kann man ja mal
- 34:29vergessen. Ich habe davon gehört, dass dem,
- 34:35dass dem so sei und bin wirklich mich so am Fragen, ob das denn
- 34:38wirklich stimmt, aber ich nehm es jetzt einfach mal so hin.
- 34:42Glaub mir das mal. Ich würde jetzt gerne auf eine
- 34:47auf eine Geschichte zu sprechen kommen, die mir riesig gut
- 34:51gefallen hat, die einen sehr viel kleineren Zeitraum
- 34:57bespielt. Es geht im Endeffekt nur um
- 34:58einen Sommer und wir haben 2 Freundinnen, es ist der Sommer
- 35:062013 und diese beiden Freundinnen sind.
- 35:12Früher hießen sie bei uns IT Girls, sind Party Girls und
- 35:17dieses Buch, wie sie diese beiden Freundinnen beschreibt.
- 35:21Ich kannte auch solche Party Girls und es ist so real.
- 35:26Es ist so richtig und so gut und bevor ich weiterrede, fange ich
- 35:30einfach mal an zu erklären, wer die Autorin ist.
- 35:33Die hat diesen unglaublich tollen Namen Malo Granados.
- 35:37Ist schon ein fantastischer Name.
- 35:38Du siehst ein Foto von ihr und denkst so, nee, weißt du das
- 35:42Mädchen, also du siehst schon so geil aus und du bist so gut
- 35:44gekleidet, jetzt hör doch auch noch mal auf, du musst nicht
- 35:46auch noch gut schreiben können, kann sie aber natürlich
- 35:50hervorragend beschriebenes Buch und das Buch heißt Happy Hour
- 35:55heißt auch im Deutschen Happy Hour und es handelt wie gesagt
- 35:59von 2 Freundinnen, die gehen im zarten Alter von 2021 nach New
- 36:03York. Wenn man sich das so durchliest,
- 36:06was die so schon alles gemacht haben, bevor sie 2021 waren,
- 36:09denkt man, OK, ihr habt angefangen erwachsen zu sein,
- 36:11als ihr 1112 wart und sie sind klassische Partygirls, sie sehen
- 36:16blendend aus, Sie wissen sich genau zu kleiden, sie laufen nur
- 36:21in Designerklamotten rum, sie sind perfekt ausgebildet, sie
- 36:25sind servy, sie kommen überall klar, sie können in den obersten
- 36:28Schichten mitreden und sie sind total pleite.
- 36:31Sie hatten nie Geld, vielleicht von ihren Eltern mal so durchs
- 36:34Studium finanziert, aber sie sind pleite, sie haben kein Geld
- 36:36und sie wollen diesen Party Sommer und sie sind aber auch
- 36:40erfahren genug zu wissen, dass das Wichtigste in der Welt ist,
- 36:44Vergnügen zu suchen, wo ich denke, das ist gut, wenn man mit
- 36:4621 dieses Wissen hat. Die beiden gehen also nach New
- 36:50York. Auf dem Touristenvisum dürfen 3
- 36:53Monate bleiben, haben nicht richtig viel Geld, müssen sich
- 36:56mit irgendwelchen komischen Jobs erstmal so ein bisschen
- 36:58rumschlagen, probieren halt designerklamotten auf Second
- 37:01Hand Märkten zu verkaufen. Irgendwann werden sie aktmodelle
- 37:04und das kriegte ich über die Freundinnen damals von mir auch
- 37:07mit dir, also wirklich in den Partys abends immer nur mit den
- 37:11Haien Mighty, es ist immer unglaublich klug, es ist
- 37:14unglaublich schick, es ist unglaublich viel Geld, sie
- 37:16lassen sich einfach nur aushalten und.
- 37:20Sie kommen nach Hause und Sie hungern.
- 37:23Das einzige, was sie haben, ist Knäckebrot, vielleicht also,
- 37:25weil es ist einfach kein Geld da, und das ist ja auch so ne
- 37:28geile Prioritätensetzung, ne, also dass es wirklich darum geht
- 37:31zu scheinen und nicht nicht irgendwie realen Leben
- 37:36aufzubauen und das ist natürlich kann man das als Vorwurf machen,
- 37:39dass man sagt, EY, ihr habt so viel Voraussetzungen, warum
- 37:42nutzt ihr das nicht, was für was vernünftiges und dann denk ich
- 37:45so mir warum ihr seid 21 müsst ihr wirklich nicht.
- 37:48Und was ich so brillant finde, ist, dass es nicht nur bei
- 37:51dieser Oberfläche bleibt. Die Malo Granados ist eine
- 37:55unglaublich erfahrene Erzählerin mit ihrer Mitte 20, die sie ist.
- 37:59Ich find es beeindruckend, was wie tief sie auch in Abgründe
- 38:02blicken kann, denn das Verhältnis dieser Freundinnen
- 38:05beginnt sich über den Sommer zu verändern, das liegt.
- 38:09Tatsächlich hauptsächlich an wirtschaftlichen
- 38:11Notwendigkeiten. Unsere Erzählerin ist sehr viel
- 38:15konservativer, was ihr Geld angeht, also die hat n gewissen
- 38:18Betrag mitgenommen und spart ihre beste Freundin tut das
- 38:22überhaupt nicht, ist also früher pleite, will sich dann
- 38:24irgendwann von der Ärztin das Geld leihen, die sagt so nee
- 38:26entschuldige mal, ich hab mir das wirklich alles irgendwie
- 38:28zurecht gemacht und du merkst wie.
- 38:32Dieses kein Geld haben und wir reden hier nicht von Armut wie
- 38:34bei Elena Ferrand. Wir reden also es ist drumherum,
- 38:38ist wirklich nur Wohlstand und sie haben sich einfach nur dazu
- 38:40entschieden, im Endeffekt nicht nützlich in Anführungsstrichen
- 38:43zu sein, sondern einfach dieses Leben zu führen.
- 38:46Aber du merkst wie es die Freundschaft anstrengt, dieses
- 38:50immer fehlende Geld und dann, dass der eine damit anders
- 38:54umgeht als die andere, und das ist so gut beschrieben und
- 38:58gleichzeitig so amüsant und wie sie auch.
- 39:02Diese Rolle dieser Mädchen beschreibt die ganz genau,
- 39:05wissen, also, die Nutzen sozusagen ganz.
- 39:07Es gab nur schönes Zitat, das gebe ich jetzt nur in meinen
- 39:10Worten wieder, dass sie New York im Endeffekt wie eine Wohnung
- 39:13benutzen, nur sie gehen von Zimmer zu Zimmer, und Sie wissen
- 39:15das wichtigste, sie müssen charmant bleiben, das ist Ihre
- 39:18Währung, sie sind schön und charmant, und solange sie das
- 39:22sind, bekommen Sie auch das, was Sie haben wollen.
- 39:26Aber was das für eine Arbeit ist, durchgehend charmant sein
- 39:30zu müssen, auch zu insbesondere Männern in ihrem Alltag, denen
- 39:34halt wirklich einfach einfach die Welt zu Füßen liegt, weil
- 39:38sie Kohle haben und n guten Job haben und also im Endeffekt ohne
- 39:41dafür viel tun zu müssen, weil sie einfach Beziehungen hatten
- 39:43und auch zu denen müssen sie charmant sein und man sich
- 39:47irgendwann fragt und die Freundinnen sich das auch
- 39:49fragen, warum eigentlich ist es das Wert?
- 39:53Und was das halt alles mit dieser Freundschaft macht.
- 39:56Im Verlauf eines Sommers ist so reell und gleichzeitig so
- 40:02humorvoll geschrieben, es könnte ja auch wirklich was irgendwas
- 40:04anklägerisches sein. Nee, das ist sie überhaupt
- 40:07nicht, also sie weiß ganz genau das, was wir hier leben, wollen
- 40:10wir ja selber so, da ist auch kein anderer Schuld daran, also
- 40:13wir sind selber Schuld an unserer Misere und es war von
- 40:16vorne bis hinten eine riesige Freude für mich und sehr
- 40:19unerwartet, weil ich dachte mir ja.
- 40:21Lese ich mal rein als Mittelalter Mann jetzt n Buch
- 40:23über 221 jährige Freundinnen, aber ich fühlte mich einfach so
- 40:27stark zurückversetzt in meine eigene Zeit, wo man halt wie
- 40:30gesagt auch solche Freundinnen kannte, die Halt dieses
- 40:33Partyleben gemacht haben. Eine Riesenfreude und vor allen
- 40:37Dingen zu sehen, dass es doch einige Sachen gibt, die
- 40:39anscheinend über die Jahrzehnte gleich bleiben, also dass eine
- 40:42Frau jetzt schreibt über Frauen in den Szenern, wo ich denke
- 40:45Mensch die kenne ich aus den Neunzigern.
- 40:47Also große, große Freude, wie immer fantastisch übersetzt.
- 40:51Alle Informationen dazu gibt es in den Shownotes und.
- 40:57Sag mal Kurt, wann sind die beiden sympathisch?
- 41:02Erstaunlicherweise ja. Also sie sind in sich selbst
- 41:06heraus sympathisch. Die eine ist sympathischer als
- 41:10die andere, eigentlich habe ich keine große Geduld.
- 41:16Mit solchen sehr ich bezogenen Frauen.
- 41:20Weil aber die Autorin es schafft, einfach so tief
- 41:24reinzugehen in diese Figuren, macht es sie wieder sympathisch,
- 41:29weil du siehst einfach ihre Innensicht, und das ist ja immer
- 41:32so ein großes Ding an Literatur, wenn die Autorinnen und
- 41:36Autorinnen es schaffen, durch die Innensicht eines
- 41:38Protagonisten bei dir selber Empathie hervorzurufen und du
- 41:41denkst. Ich muss nicht einverstanden
- 41:44sein mit allen Sachen, die ihr hier macht, aber ich verstehe
- 41:46eure Beweggründe und das finde ich ja eigentlich immer das
- 41:49interessante. Also wenn man da drauf blickt
- 41:51und sagt, entschuldige mal, ich find das vollkommen
- 41:52unwahrscheinlich was ihr hier macht, aber ich kann die
- 41:55Beweggründe verstehen und das macht sie mir sympathisch und
- 41:59natürlich wie immer schenkt man sein Herz eher einer Person als
- 42:04der anderen und natürlich ist es hauptsächlich die Erzählerin,
- 42:08denn die hat ja sozusagen die Macht in dafür die Geschichte zu
- 42:11erzählen. Wo ich aber gerade bei dem bei
- 42:15meinem Lieblingswort Shownotes war, haben wir natürlich in der
- 42:20Mitte unseres Podcasts noch kleine administrative,
- 42:25administrative Dinge, die wir euch nahelegen wollen.
- 42:30Und zwar, dass ihr alle Informationen, die ihr
- 42:33rausfinden wollt, über uns und über die Folgen über den Podcast
- 42:36findet entweder in den Shownotes oder auf unserer Seite im Bat
- 42:40mit buch.de. Und dort findet ihr auch
- 42:43Hinweise, falls ihr uns. Unterstützen wollt.
- 42:47Genau, wir haben einen Steady Account und ihr könnt uns
- 42:53sozusagen über Steady abonnieren oder eben auch einmalig uns
- 42:57einen Betrag spenden, wenn ihr wollt.
- 42:59Wenn ihr findet, dieser Podcast muss weitergehen, denn ich
- 43:02sammle hier so wichtige Erkenntnisse über Bücher, die
- 43:06ich nie im Leben lesen werde und es würde mir fehlen.
- 43:11Wenn ich nicht demnächst auf einer Party sagen könnte, das
- 43:14kannst du nicht vergleichen mit den Verhältnissen, in denen
- 43:16lenou und lila groß geworden sind und alle angucken, die
- 43:21nicht sofort aufspringen und sagen, ich gehöre auch zur
- 43:24Kirche von Elena Ferranda. Und wie Monique so schön sagte,
- 43:28Angeber Wissen to go, wenn euch das, was wert ist.
- 43:30Wir freuen uns über Unterstützung.
- 43:33Genauso freuen wir uns natürlich darüber, was ihr zu sagen habt
- 43:37über unsere. Sachen, die wir hier so
- 43:40erzählen. Also hinterlasst uns Mails,
- 43:42hinterlasst uns Nachrichten, hinterlasst uns
- 43:44sprachnachrichten und ein Hinweis noch, wir haben ja am
- 43:48Ende die, die uns schon länger zu hören wissen, dass eine
- 43:50kleine Rubrik, deren Name ich immer falsch sage, ich bemühe
- 43:54mich aber zu sagen. Wir haben eine Rubrik, und die
- 43:57heißt das Buch fürs Bett. Ich hab es geschafft, ja, und da
- 44:02laden wir euch, liebe Zuhörer und Zuhörerinnen rein, wenn ihr
- 44:05das Gefühl habt, hier gibt es ein Buch fürs Bett, was alle
- 44:07anderen unbedingt lesen müssen, lasst es uns wissen, ihr könnt
- 44:11es uns schriftlich wissen, aber noch viel, viel geiler wäre es,
- 44:13wenn ihr es uns per Sprachnachricht hinterlasst,
- 44:16denn dann könnt auch ihr am Ende dieses Podcasts einen kleinen 2
- 44:22bis. Sagen wir mal 4 Minuten
- 44:24bekommen, aber ihr wisst ja, in der Kürze liegt die Würze, wir
- 44:27übertreib ich schon mit der Länge, darum müsst ihr euch dann
- 44:29kurz halten, OK. Das hab ich noch nie, das hab
- 44:34ich noch nie gehört. In der Kürze liegt die Würze.
- 44:38Tut so, als ob ich das nicht gesagt hätte.
- 44:41Auf jeden Fall. Wir freuen uns, wenn auch ihr
- 44:43Tipps habt für das Buch, fürs Bett und spielen das dann gerne
- 44:47am Ende dieser Folge dann dieser Folge nicht, das wäre ein
- 44:51bisschen zu spät, aber am Ende jeder Folge gibt es ein Buch
- 44:53fürs Bett, gerne auch von euch, liebe Zuhörerschaft.
- 44:56Und was wir jetzt auch schon mal auf Instagram hatten, ist, dass
- 45:00uns Themen vorgeschlagen wurden. Und da waren tatsächlich auch
- 45:02schon Themen dabei. An die wir selber noch gar nicht
- 45:05gedacht hatten, die uns aber viel Spaß machen und die
- 45:07wahrscheinlich hier bald auftauchen werden.
- 45:10Also ihr merkt jede Mail, jede Nachricht, die uns erreicht,
- 45:16freut uns und wird, ich sag mal so schön wohlvoll in den
- 45:20Betracht. Und natürlich, falls Sie noch
- 45:24nicht drauf hingewiesen haben, mehr Sterne sind mehr Sterne,
- 45:28wenn ihr uns mögt und. Mehr ist mehr.
- 45:30Mehr ist mehr. 5 Sterne überall. Und weiter geht es aber zu den
- 45:35Freundinnen, liebe Freundinnen. Ja, willst du weitermachen,
- 45:39oder? Ich mach gerne, vielleicht nach
- 45:41der Happy Hour weiter und gehe auch auf eine etwas
- 45:45lebenslängere Freundschaft zurück.
- 45:50Wie ihr wisst, es ist natürlich immer.
- 45:53Schwierig auch kurz oder lebenslänglich in bezogen auf
- 45:57Freundschaft ist ja aber auch ein toller.
- 46:02Titel. Lebenslänglich, das stimmt, und
- 46:05zwar ohne Bewährung. Es gibt natürlich viele, viele
- 46:11unglaublich gute Bücher zu freundinnenschaft und
- 46:16Freundinnen, ich hatte schon überlegt, vielleicht auch über
- 46:20Elif Schaffak zu reden, die mit der Geruch des Paradieses eine
- 46:25wunderbares Buch über Frauenfreundschaft geschrieben
- 46:28hat, über 3 Frauen. 3 türkische Frauen, die sich bei im Studium
- 46:32in Oxford kennenlernen. Da geht es aber um so viele
- 46:35andere Sachen auch. Es geht sehr viel um glauben.
- 46:38Eine die 3 Frauen, die eine ist sehr gläubig, die andere ist so
- 46:41zwischendrin, die andere Dritte ist da sehr ne Gegnerin, es geht
- 46:45sehr viel um Politik, es geht um den Untergang der Demokratie in
- 46:48der Türkei, es geht um so viel mehr, dass ich dachte, ich nehme
- 46:51vielleicht doch lieber ein Buch einer Autorin, die ich genauso
- 46:55verehre wie Elif Schafak ich darf sogar noch n bisschen mehr
- 46:58verehre, nämlich Sady Smith. Und Sady Smith ist ja eine der
- 47:03großen großen Autorinnen Großbritanniens.
- 47:07Mittlerweile hat der Verlag sich auch dazu entschieden,
- 47:10anzuerkennen, dass auch Sady Smith älter wird, weil ich
- 47:12glaube, die ersten 1015 Jahre lang gab es immer dieses eine,
- 47:16zugegebenermaßen fantastische Bild von Sady Smith, immer in
- 47:19den Katalog voll schade war und dachte, Entschuldigung, aber
- 47:21auch sady wird ein bisschen älter.
- 47:23Fast das glaube ich nicht. Nein.
- 47:26So dass also jetzt anhand der Fotos auch Sady Smith älter
- 47:29werden durfte. Aber es geht ja nicht darum, ob
- 47:31sie älter oder jünger ist, sondern dass sie schon von
- 47:33Anfang an eine großartige Autorin ist.
- 47:36Sie kam mit dem Buch auf Deutsch heißt es Szene zeigen, auf
- 47:40Englisch White Teeth machte sie einen wirklichen Brennerstart
- 47:46auf der Literaturbühne, und sie hat eigentlich nie aufgehört,
- 47:50Bestseller zu produzieren, das ist ja auch eine Kunst, und zwar
- 47:54Bestseller, die man. Nicht nur gerne liest, weil sie
- 47:58einfach spannende Geschichten haben, sondern sie ist auch
- 48:00sprachlich wirklich exzellent und sie schafft es wirklich,
- 48:04Einblicke uns zu schenken. Und ich möchte kurz auf das Buch
- 48:09eingehen namens Swingtime, das ist ein etwas Neueres, so neu
- 48:15ist es auch nicht, aber sagen wir mal, das ist in der Mitte
- 48:18ihrer Schaffenszeit geschrieben worden.
- 48:20Und das ist die Geschichte, die geht jetzt nicht ganz so weit
- 48:23wie Elena Ferranta, aber es ist auch eine Freundschaft, die in
- 48:26der Kindheit beginnt. Wir haben 2 Mädchen, die in
- 48:30einem Londoner Vorort loswerden, beide sind Jamaikanisch
- 48:34britischer Herkunft. Beide eint die Liebe zum Tanz,
- 48:38und dort ist es auch, wo sie sich kennenlernt.
- 48:40Sie kommen beide aus nicht ganz so großartigen wirtschaftlichen
- 48:44Familienverhältnissen, es ist auch wieder da, nicht der
- 48:46Vergleich zu Elena Ferrante, aber auch dort ist es knapper,
- 48:49es geht also auch schon. Um klasse.
- 48:52Es geht um, es geht um Diskriminierung, es geht um auch
- 48:57die Erfahrung, die du als schlimmes Wort gemischtrassiges
- 49:01Mädchen oder auch Junge ist ja egal, aber auf jeden Fall, wie
- 49:03es ist, in einer weißen Welt, und sie macht einen schönen Dreh
- 49:07und da komme ich jetzt so hin, wir haben also diese beiden
- 49:09Mädchen. Erzählerin ist Tracy.
- 49:12Sie ist eine der beiden und beide haben den Traum,
- 49:16Tänzerinnen zu werden. Sie lernen sich also bei einem
- 49:18Tanzkurs oder in einer Tanzschule kennen und dann geht
- 49:21die Freundschaft weiter ins Jugend und ins Erwachsenenleben
- 49:25und die Freundschaft verliert sich erstmal so ein bisschen aus
- 49:29den Augen, denn die beste Freundin von Tracy ist
- 49:35andersrum, Entschuldigung. Die Erzählerin ist namenlos und
- 49:39die beste Freundin ist Tracy. Und Tracy ist glaube ich auch
- 49:43einfach etwas begnadete oder zielstrebiger.
- 49:45Sie wird tatsächlich Tänzerin und zwar eine sehr begnadete,
- 49:49sehr erfolgreiche, sehr berühmte Künstlerin, während unsere
- 49:52Erzählerin das Tanzen irgendwann dran gibt, sie bleibt aber im
- 49:56Kulturbusiness und wird Assistentin eines Popstars
- 50:00namens Emmy und da kommt. Die große große Stärke von
- 50:06Sadies Miss so Bösartigkeiten Reinzupacken, denn Emmy hat das
- 50:12Gefühl, sie muss was Gutes tun und sie startet eine Schule in
- 50:15Westafrika. Und natürlich startet er mir das
- 50:19nicht, sondern eigentlich nur ihre Assistentin, unsere
- 50:21Erzählerin, dann er mir will einfach sozusagen einfach nur
- 50:24davor stehen und Foto ops haben und einfach scheinen und sagen
- 50:27ich bin hier die große Unterstützerin, die ganze Arbeit
- 50:30können ja andere machen und das ist wunderbar beschrieben und
- 50:34was ich sehr sehr spannend fand ist, da kommen wir dann wieder
- 50:37in die Identitätsfrage. Also wir haben sozusagen die
- 50:40beiden Mädchen, die erstmal in London komisch beäugt würden,
- 50:43weil sie sind gemischt, rassig und so, wo bist du hinzupacken?
- 50:47Und das Gleiche geht unserer Erzählerin aber auch in
- 50:50Westafrika so, dass sie auch dort komisch beäugt wird, weil
- 50:53du bist aber erstaunlich hell. Du bist aber erstaunlich
- 50:56Englisch. Und also dieses, das hat man ja
- 50:59oftmals übrigens auch bei der Schaffak oft auch das Thema zur
- 51:02Identität zwischen Türkei und England, dass du eigentlich
- 51:06irgendwann nirgendwo mehr Dazugehörst und du musst dir
- 51:08einfach deine eigene Identität schaffen und das finde ich
- 51:11natürlich immer das starke, du kannst verzweifeln, oder du
- 51:14schaffst ja eigentlich deine eigene Identität und das ganze
- 51:17wird das gesamte Buch, aber immer weiter verbunden, auch mit
- 51:23der Karriere ihrer besten Freundin und.
- 51:27Was es da für Unterschiede gibt in der Suche nach einem eigenen
- 51:31Platz in der Welt und wie weit eine Freundschaft das aushalten
- 51:35kann, wenn Freundschaften einfach auseinander.
- 51:37Wir hatten es am Anfang auch Freundschaften
- 51:39auseinanderziehen, kann das eine Freundschaft aushalten, ist es
- 51:43tragisch, wenn die Freundschaft dabei drauf geht, ist es nicht
- 51:45tragisch, kann man Jahrzehnte Pause haben und danach wieder zu
- 51:48kommen und das Ganze in falls ihr mal Sady Smith gelesen habt,
- 51:53dann wisst ihr es in einer un. Laublichen Sprache und sehr,
- 51:59sehr so wie du das so schön sagtest bei Carl Uwe Knauskort
- 52:01ist eigentlich egal. 1000 Seiten, weil sie sind so lesbar,
- 52:05dass man eh gar nicht aufhören will und eigentlich es eher
- 52:07schade findet, wenn das Buch irgendwann beendet werden muss.
- 52:11Aber Lady Smith ist ungefähr eine genauso produktive
- 52:15Vielschreiberin wie Knauskort, also wenn einem das Buch
- 52:18gefallen hat. Es gibt viele, viele andere gute
- 52:21Bücher von mir. Man könnte für diesen Podcast
- 52:24eigentlich jeden Einzelnen wohlwollend besprechen, aber
- 52:26irgendeinen muss man ja aussuchen und darum ist es in
- 52:29diesem Falle für mich, dieses Buch swingtime geworden.
- 52:33Ich habe ein Buch von Daddy Smith im Regal zu stehen und
- 52:36immer noch nicht gelesen. Das habe ich, glaube ich, kurz
- 52:38vor dem letzten Umzug geschenkt bekommen und deshalb ist es
- 52:42quasi vom jetzt direkt lesen Stapel irgendwie in ein Regal
- 52:46gerutscht und das. Werde ich heute noch ändern.
- 52:49Welches ist es? Hast du den Titel parat oder ist
- 52:51das? So, ich weiß es gerade wirklich.
- 52:54Aber eigentlich egal welches es ist, du wirst es lieben.
- 52:57Genau das, das habe ich gerade mitgenommen, da bin ich mir auch
- 52:59sehr sicher, dass das so sein wird.
- 53:01Vielen Dank für diese schöne Empfehlung.
- 53:02Sehr gerne. Und es ist ja nicht so, dass wir
- 53:08nur Autorinnen lesen aus anderen Sprachräumen, dass.
- 53:13Denn wir haben noch eine in petto.
- 53:15Ja, wir haben noch eine in petto und die haben wir beide gelesen
- 53:20und es ist quasi schon das zweite Buch von ihr, dass wir
- 53:23hier besprechen, dass wir beide gelesen haben, also insofern
- 53:26sehr, sehr unique. Es geht um Lucy Fricke und ihr
- 53:31wunderbares Buch Töchter und wir haben es nicht für irgendeinen
- 53:36Töchter Podcast aufgehoben, sondern für die Freundinnen
- 53:39rausgesucht. Weil ich tatsächlich finde, dass
- 53:42diese Freundinnenebene hier viel, viel stärker trägt als die
- 53:47Töchterebene. Siehst du das auch so?
- 53:49Ich finde sie gleichberechtigt. Muss ich es?
- 53:52Sagen. Die Freundinnenebene ist aber
- 53:55zumindest erstmal vordergründig die sehr viel tiefere Ebene.
- 54:00Eine kurze Beschreibung bitte berichtige mich, falls ich
- 54:02vollkommen daneben liege, denn ich habe es vor Jahren gelesen.
- 54:06Ich finde es immer noch 1 der lustigsten Bilder, die ich je
- 54:10von deutschen Autoren gelesen habe, auch hier.
- 54:14Disclaimer und Lucy Fricke weiß es auch.
- 54:16Wir sind beide absolute Fan und Fanboys und Lucy Fricke, sie
- 54:20kann aber gar nichts falsch machen.
- 54:22Töchter ist so ein kleiner Solitär, denn Lucy Fricke hatte
- 54:27davor auch schon 23 Bücher geschrieben.
- 54:29Und wie es vielen Autoren so geht, sie schreiben tolle Bücher
- 54:31und sie werden nie so richtig wahrgenommen und man ist im
- 54:34Krebs immer so am Existenzminimum rum und dann
- 54:37kommt Töchter und es war ein Befreiungsschlag für Lucy
- 54:42Fricke. Und die beiden Personen, unsere
- 54:45beiden Freundinnen, sind tatsächlich auch in einer
- 54:48Situation wie Lucy Fricke, bevor sie Töchter geschrieben hat und
- 54:52ein riesen Erfolg wurde und auch ein Haushaltsname wurde, denn
- 54:56insbesondere unsere Erzählerin krebst würde ich sagen ne sie
- 55:01schreibt sie ist. Journalistin hangelt sich so von
- 55:05Auftrag zu Auftrag. Hier mein Stipendium, da ein
- 55:07Stipendium, lebt irgendwo im Friedrichsein, in einer Gegend,
- 55:11die ihr überhaupt nicht mehr zusagt, und eigentlich ist alles
- 55:15so mau, es ist nicht richtig scheiße, es ist jetzt nicht
- 55:17alles total katastrophal, aber sie steckt in einer totalen
- 55:21Sackgasse. Und das eigentlich in einem
- 55:24Punkt im Leben, wo man eigentlich nicht mehr in so
- 55:26einer Sackgasse stecken möchte. Ne, beide sind so Anfang, Mitte
- 55:2940. Anfang 40 würde ich sagen, ja.
- 55:32Und ihre beste Freundin geht einen etwas anderen weg.
- 55:38Sie denkt sich OK, also ich, ich probiere jetzt den etwas
- 55:42konventionelleren weg, sie hat einen Mann gefunden oder einen
- 55:44Boyfriend, ich glaube nicht, dass sie verheiratet sind, aber
- 55:47sie steht eigentlich davor, eine Familie zu planen und eine
- 55:51Familie zu gründen und sagt also dieses Alleinsein und
- 55:54Alleinkämpferin sein und immer irgendwie sich selber
- 55:57durchschlagen müssen, das kann ich jetzt nicht mehr.
- 56:00Und da merkt man auch, OK da, da ist ein kleiner Bruch zwischen
- 56:04diesen beiden Freundinnen, weil die eine Macht den Absprung in
- 56:06eine andere Lebensphase, während unsere Erzählerin bleibt, und es
- 56:13gibt etwas, zumindest habe ich das so gelesen, darum macht es
- 56:18den Roman auch zu Töchtern. Etwas sehr Verbindendes, was die
- 56:22beiden haben, denn beide haben eine Mutter.
- 56:24Das wundert uns jetzt nicht sehr, aber sie haben beide eine
- 56:28Unzahl von Vätern, es gibt die biologischen Väter natürlich,
- 56:33die sind aber entweder sehr schnell verschwunden oder
- 56:35einfach gar nicht bekannt und die Mütter beider Freundinnen
- 56:39waren keine Töchter von Traurigkeit, möchte man sagen,
- 56:42also es gibt einen Haufen Beziehungen und insbesondere.
- 56:47Bei unserer Erzählerin gibt es einen Ex Boyfriend der Mutter.
- 56:51Ich glaube die Waren über mehrere Jahre 68 Jahre zusammen
- 56:54und das ist das einzige Mal, dass sie einen Freund ihrer
- 56:57Mutter als Vaterfigur anerkennen konnte.
- 57:01Der verschwindet aber auch spurlos, er ist plötzlich weg
- 57:06und das hinterlässt tatsächlich ein Loch im Leben unserer
- 57:09Erzählerin, aber der ganz große Spaß beginnt ja eigentlich mit
- 57:14einem der Väter von der besten Freundin.
- 57:18Der heißt Kurt. Ja, stimmt, der heißt Kurt.
- 57:23Ja, ich überlege gerade, ob man das irgendwie diesen
- 57:29Paukenschlag sanft einführen kann, ich glaube nicht, also es
- 57:34wird, es wird ein Roadmovie, weil Kurt Kurt ist an Krebs
- 57:40erkrankt und möchte gerne in die Schweiz gebracht werden, und
- 57:43zwar explizit von seiner Tochter und.
- 57:45Um dort sein Leben zu beenden und Team möchte das aber nicht
- 57:52alleine machen, nimmt ihre beste Freundin mit und beide fahren in
- 57:56die Schweiz und dann auf einmal weiter nach Italien und dann
- 58:00noch weiter nach Griechenland und das ist im Grunde ein
- 58:05Roadmovie in einer Umgebung, in der man es nicht vermutet und
- 58:08auch mit Hauptdarstellern, Hauptdarstellerinnen, die nicht
- 58:11klassischerweise in einem. In einem Rock Movie angesiedelt
- 58:15sind und es ist dabei wirklich, du sagtest es am Anfang, es ist
- 58:19einfach unglaublich komisch und es ist nicht albern also und es
- 58:24hat trotzdem, es hat trotzdem diese ganze Tiefe von Tragik
- 58:28drin. Ist trotzdem so unglaublich
- 58:31lustig. Und das muss man schaffen.
- 58:32Aber das ist natürlich Lucy Frikette ne, also diese Komik
- 58:36also auch und ich werde nicht spoilern was passiert, aber was
- 58:39in der Schweiz passiert mit Kurt, Ich find das so geil und
- 58:43dass dann die beiden Freundinnen denken, na ja, wo wir schon mal
- 58:45hier sind und um den Rahmen da zu haben, sie fahren weiter weil
- 58:50sich unsere Protagonisten, also die Erzählerin denkt, jetzt
- 58:53mache ich mich auf die Suche nach diesem Verschwundenen.
- 58:56Vaterersatz oder Freund meiner Mutter, den ich als Vater
- 58:59anerkennen konnte. Und ich finde die große Stärke
- 59:01bei Lucy Fricke ist, dass sie nicht auf eine Verquarzte,
- 59:04metaphysische Suche nach ihrem Vaterbild geht.
- 59:07Nee, ganz reell, die fährt dem hinterher, soweit sie weiß, wo
- 59:11er sein könnte und dabei müssen wir es eigentlich belassen.
- 59:15Was man gar nicht weiter. Jetzt spoilern will.
- 59:19Das ist wirklich. Ihr müsst sowieso alles lesen
- 59:22von Lucy Fricke über das sagen wir über so viele Autoren.
- 59:25Aber sie ist eine so so großartige Autorin und eine so
- 59:30großartige Persönlichkeit und Frau und ein Geschenk für die
- 59:34deutsche Literaturlandschaft. Und gerade.
- 59:39Dieser Humor, der, wie du sagst, nie albern wird, aber immer
- 59:43anarchisch genug ist, um zu denken, was zur Hölle ist dir
- 59:46denn da gerade durch den Kopf gegangen und man spürt richtig
- 59:50den Schalk, der da wirklich bei ihr im Nacken sitzt und sagt,
- 59:53Komm, mach das, Mach das, Mach das und sie denkt, OK, mach ich
- 59:56ein großer Spaß. Und tatsächlich war das eine
- 1:00:00große Freude zu erfahren, dass. Dieses Buch dann auch wirklich
- 1:00:03den Erfolg brachte, denn es ist wie bei allen Kunst und
- 1:00:07Kulturschaffenden, glaube ich, oftmals der Punkt, wo man sagt,
- 1:00:10kann ich das jetzt noch weiter machen, hier immer nur
- 1:00:12Nebenjobs, immer nur irgendwie diese große Liebe und ich stecke
- 1:00:15einfach nur Geld rein und es ist so befriedigend und natürlich,
- 1:00:19wir sollen alle nicht fürs materielle und für Wirtschaftung
- 1:00:21fürs Geld leben, ja, aber wir müssen es tun, und es ist so
- 1:00:24befriedigend, wenn du als Fanboy siehst, dass diese Autorin, die
- 1:00:28du irgendwie echt gerne magst, jetzt plötzlich kommt es.
- 1:00:32Und ich hatte das Glück, mich mit ihr unterhalten zu dürfen.
- 1:00:3423 mal auch wir hatten auch eine schöne Lesung mit Gespräch mit
- 1:00:39ihr und sie sagte zu mir auch einmal, das ist ist das jetzt
- 1:00:44nein, eigentlich gar nicht indiskret.
- 1:00:46Es ist dieses beruhigende Gefühl, wenn du nicht mehr, wenn
- 1:00:50du nachts durchschlafen kannst, weil du nicht mehr diese
- 1:00:53finanziellen Sorgen hast, die dir den Magen auffressen,
- 1:00:56sondern du hast es einmal geschafft, tatsächlich.
- 1:01:00Schwarze Zahlen auf dem Konto zu haben mit deiner Arbeit selber
- 1:01:04und zwar mit der Arbeit, die du liebst und nicht mit
- 1:01:06irgendwelchen blöden Nebenjobs. Und als dann das Buch schon ein
- 1:01:09Erfolg war und dann hörte ich nur die Filmrechte wurden
- 1:01:13verkauft und ich dachte, Yes. Das freut mich so, so riesig und
- 1:01:19ihr müsst es weiterhin machen, denn das Geld ist ja irgendwann
- 1:01:23auch ausgegeben. Kauft auch dieses Buch.
- 1:01:25Ja, also selbst wenn ihr euch den den Film anschaut, der ist
- 1:01:28noch nicht draußen. Ne doch oh OK, dann weiß ich was
- 1:01:32ich morgen mache, liest unbedingt das Buch für diese.
- 1:01:36Für diese kleinen Perlen, für diese Weisheiten, die drin
- 1:01:39stecken, das ist also, man kann eigentlich auf jeder Seite n
- 1:01:42Zitat finden, dass man wo man aufspringen möchte und es laut
- 1:01:45vorlesen ja. Egal wem in der Oper.
- 1:01:48Egal wem, ich hab 1 mitgebracht, so ne, also über eben gerade
- 1:01:52dieses Verhältnis zwischen Freundinnen das das, das hat mir
- 1:01:57da so gefallen, so dieses erst redet man 34 Jahrzehnte über
- 1:02:00Männer, dann redet man über Krankheiten, wenn das kein
- 1:02:04Verschwendetes Leben ist. Ist das das ist toll, das ist
- 1:02:10wirklich toll und da sind wir im Endeffekt.
- 1:02:12Wie heißt es der Bechteltest ne heißt der so, also wo darauf
- 1:02:18geguckt wird, wieviel Zeit verwenden Frauen in Büchern, im
- 1:02:20Film darüber, über Männer zu reden.
- 1:02:21Genau und und und. Tun Sie.
- 1:02:23Ah, ich dachte jetzt gerade noch an einen anderen, an einen
- 1:02:25anderen Test. Da geht es darum, wie viele
- 1:02:27weibliche Figuren gibt es und unterhalten sie sich unabhängig.
- 1:02:33Miteinander über ein Thema, das keinen Mann betrifft.
- 1:02:35Ich glaube, das ist der, den ich schlechter zusammengefasst habe
- 1:02:39tatsächlich. Also ich glaube genau das.
- 1:02:41Gut das auch das werden wir herausfinden und packen es
- 1:02:45entweder in die Shownotes oder vielleicht unter unser nächstes
- 1:02:48Instagram real, das euch eine Folge ankündigt und für euch
- 1:02:53immer die Einladung ist, uns doch mal die Meinung zu
- 1:02:56schreiben. Richtig, geigt uns Eure Meinung,
- 1:03:00ihr könnt sie auch per Klavier geigen, wie ihr wollt, ihr könnt
- 1:03:02sie auch einsprechen oder schreiben und wie ihr wisst, wir
- 1:03:05akzeptieren nur 5 Sterne und damit kommen wir schon zum Ende
- 1:03:13unseres Teils. Genau, und da gibt es ja immer
- 1:03:17noch einen Teil, den bisher sehr, sehr häufig du lieber Code
- 1:03:21bestritten hast. Nämlich das Buch fürs Bett und
- 1:03:25für das wir heute wieder jemanden gefunden haben, der uns
- 1:03:29mit einer Empfehlung an seinen Büchern fürs Bett teilhaben
- 1:03:33lassen möchte. Und das ist ein sehr, sehr
- 1:03:35zauberhaftes Buch. Wir danken nochmals Max, denn
- 1:03:39Max, den ihr vielleicht schon kennt von unserer letzten Folge,
- 1:03:42wo er ein zugegebenermaßen wirklich großartiges Buch
- 1:03:45beschrieben hat, dachte sich, warum eigentlich nur für
- 1:03:48Erwachsene. Einige Menschen haben doch auch
- 1:03:51Kinder und er schenkt uns eine zauberhafte Besprechung eines
- 1:03:56Buches für Kinder im Bett. Hi Monique, Hi Kurt Max, noch
- 1:04:00mal hier, ich hab noch n Buch, das mir unbedingt eingefallen
- 1:04:03ist. Mit lieben Grüßen von meinem
- 1:04:04zweijährigen Sohn und zwar geht der nicht ins Bett ohne mehrfach
- 1:04:09vorgelesen zu bekommen wo die wilden Kerle wohnen von Morris
- 1:04:12Zandeck das wahrscheinlich beste Kinderbuch.
- 1:04:14Aller Zeiten. Es ist.
- 1:04:17Fantastisch gezeichnet und es hat alles, was ein gutes Buch
- 1:04:20braucht. Es hat den Konflikt zwischen
- 1:04:22Kind und Eltern, es hat eine ordentliche Heldenreise mit
- 1:04:26glücklicher Rückkehr, es hat die liebenswertesten Monster der
- 1:04:30Kinderbuchliteratur, es hat eine Schiffsreise und Fantasiewelten,
- 1:04:35es ist ein wunderbares Buch. Auf ganz wenigen Seiten.
- 1:04:39Und ich habe es als Kind geliebt.
- 1:04:41Mein Sohn liebt es jetzt und ich wollte euch das einfach noch mal
- 1:04:43mitgeben. Vielen, vielen Dank lieber Max.
- 1:04:47Ich glaube ich muss mal wieder ein Kinderbuch lesen.
- 1:04:50Ich. Finde das Tolle, das hat alles
- 1:04:51was ein Kinderbuch braucht, nämlich eine Schiffsreise.
- 1:04:54Ja das kann ich unterschreiben. 1000 dank Max, nehmt euch ein
- 1:04:58Beispiel an Max, Wir freuen uns riesig über solche
- 1:05:01Buchbesprechungen fürs Buch fürs Bett, es muss also nicht nur für
- 1:05:04Erwachsene sein, es kann auch für Kinder sein und damit liebe
- 1:05:08Freundinnen. Damit, liebe Freundinnen, möchte
- 1:05:11ich jetzt noch folgendes sagen. 5 Sterne für alle Freundinnen in
- 1:05:14meinem Leben. Ja, die müssen hier raus und
- 1:05:18Grüße an das ehemalige Zimmer 37 sonst krieg ich Ärger ja.
- 1:05:23OK, auch ich grüße das Zimmer 37 das klingt irgendwie wieso n
- 1:05:26dystopischer Film aus Korea Zimmer 37 und damit
- 1:05:32verabschieden wir uns für diese Woche oder für diese 2 Wochen
- 1:05:35und danken euch, dass ihr dabei wart, dass ihr durchgehalten
- 1:05:38habt mit uns. Vielen, vielen Dank an euch.
- 1:05:40Vielen dank Kurt und vielen Dank, dass du von deinen
- 1:05:43Freundinnen erzählt. Hast und bis bald ihr Lieben.
- 1:05:46Bis bald. Was stimmt mit euch nicht?
- 1:05:49Ihr seid 10 Minuten zu kurz, Scheiße, wir müssen noch mal.
- 1:05:52Aber vorher im Batman Buch ist eine Produktion von irgendwas
- 1:05:58ist immer Konzept und Produktion Götz Gring Modalma Redaktion und
- 1:06:03Hosts Monique Lukas und Kurt von Hammerstein.