Latest / Neuro-Performance / Was tun, wenn dein Team dir jede Entscheidung zurückspielt?
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- Nina: Was kannst du tun, wenn dein Team dir jede Entscheidung zurückspielt? Als Führungskraft kennst du das vielleicht. Du dirigierst eine Aufgabe. Und zehn Minuten später steht jemand bei dir in der Tür oder schreibt dir per Teams, kurze Frage noch. Und plötzlich liegt die komplette Entscheidung wieder bei dir. Jede kleine Sache kommt zu dir zurück. und liegt dann erstmal auf deinem Tisch und ist damit auch in deinem Kopf. Hi, ich bin Nina und heute schauen wir uns an, warum dein Team dir alles zurück spielt oder sagen wir mal vieles zurück spielt und wir gucken uns vor allem aber an, wie du diese Schleife durchbrechen kannst. Und meine Antwort wird nicht sein, du musst besser delegieren, sondern wir gucken auf das, was mit dem Nervensystem deiner Leute, deines Teams passiert. Steigen wir direkt ein. Vielleicht kennst du es auch. Du hast ein richtig gutes Team, richtig tolle, kompetente Leute, die fähig sind. Und trotzdem kommt einfach sehr viel immer wieder zurück zu dir. Wie sollen wir das machen? Kannst du da nochmal drauf schauen? Ich wollte lieber vorher nochmal kurz was bei dir fragen. Ja, jede einzelne Frage ist eigentlich total harmlos. Aber wenn die Summe zu dir zurückkommt, dann bist du als Führungskraft der Flaschenhals. Nichts läuft dann ohne dich und, noch viel schwieriger, nichts wird ohne dich entschieden. Und du denkst dir wahrscheinlich so, ich muss jetzt noch klarer delegieren. Ich brauche noch bessere Prozesse. Ich brauche noch genauere Ansagen. Spoiler, es liegt oft nicht an deinen Prozessen. Merkt ihr mal den folgenden Satz. Dein Team fragt nicht zurück, weil es nicht kann, was es tut. Dein Team fragt zurück, weil es sich absichert. Und ich möchte hier ein kurzes Beispiel mit dir teilen. Ich hatte eine Bereichsleiterin in meinem Führungskräfte-Coaching mit einem ganz, ganz tollen Team, super erfahrene Leute. Und sie hat selber zu mir gesagt, ich verstehe es einfach nicht mehr. können alles alleine. wissen, wie das geht. Warum fragen die mich bei jedem kleinen Detail immer wieder? Und wir haben uns das zwei Wochen lang angeschaut und dann war ziemlich klar, woran es lag. Wir haben nämlich da so ein paar Muster erarbeitet und das möchte ich gerne mit dir teilen, damit auch du reflektieren kannst, ob das vielleicht der Fall in deinem Team ist. Also. In dem Fall der Bereichsleiterin war es so, dass immer wenn sie unter Druck stand, wenn von oben von der Geschäftsleitung viel Druck auf sie runtergegeben wurde, beispielsweise kurzfristig veränderte Prioritäten, gesamte Umsatztrag und noch so das eine oder andere was reinflog, dann war es bei ihr so, dass manchmal ihre Ansagen im Team unberechenbar waren. Ihr Team hat dann nur gehört, wir müssen jetzt noch mal was verändern, wir müssen jetzt mal rechts abbiegen oder Wir müssen das, was wir vorher gemacht haben, liegen lassen, weil was anderes gerade eine höhere Wichtigkeit hat. Ja, also sie hat sich mal so entschieden und dann mal so. Mal hat sie gelobt, dass es richtig gut war und dann hat sie einfach nur genervt reagiert. Das war mit der Zeit eine natürliche Reaktion von ihr. Und das Team hat gelernt, dass es am besten ist, dass es sicherer ist, wenn sie vorher nochmal bei der Führungskraft fragen. Warum ist das so? Wir müssen uns dafür einmal kurz die Zeit nehmen, ⁓ ins Gehirn zu blicken. Nicht in dein Gehirn, aber das Gehirn der Leute, deiner Leute. Das Gehirn des Teams. Also neurobiologisch da mal reingeschaut. Jedes Gehirn hat eine Grundaufgabe und diese Grundaufgabe bedeutet, Gefahr vermeiden, überleben. Und für dein Team? Bist du als Führungskraft ein zentraler Teil ihrer Arbeitsumgebung, ihres Arbeitsumfelds? Und das Nervensystem deines Teams stellt sich ständig die Frage, unbewusst, ist meine Chefin oder ist mein Chef gerade berechenbar? Hört sich erstmal brutal an die Frage, aber weiß ich gerade, wie meine Führungskraft tickt. Kann ich das? Voraussagen. Ist die Antwort ja, dann fühlt sich das Selbstentscheiden sicher an. Der präventale Cortex, über den wir ja schon häufig gesprochen haben, ist dann online und die Leute können eigenständig handeln, weil sie eigenständig abwägen können, was jetzt hier die richtige Entscheidung ist. Es fühlt sich sicher an, es fühlt sich gewohnt an, die Umgebung, alles ist irgendwie vorhersagbar. Wenn die Antwort Aber nein lautet, also wenn das Team in dem Moment unbewusst wahrnimmt, dass die Führungskraft gerade nicht berechenbar ist, weil zum Beispiel die Führungskraft mal so ist, wie sie gerade ist und dann auch so reagiert, wie sie gerade reagiert, weil Führungskräfte auch alle nur Menschen sind, ⁓ da mal eine Lanze zu brechen, dann springt Diamygdala an. Also das Alarmzentrum, der Alarmmodus, über den wir auch schon sehr oft gesprochen haben. Und wenn das Gehirn im Alarmmodus ist, dann wählt das Gehirn nun mal die sicherste Option. Und die sicherste Option ist dann nichts alleine entscheiden, vorher fragen. Ja, also lieber nichts alleine entscheiden, vorher fragen, wenn das Gehirn im Alarmmodus ist. Und Das ist so der Zeitpunkt, wo Führungskräfte sich dann wirklich fragen, warum ist das so? Warum können die das nicht selber entscheiden? Die sind doch kompetent. Ja, Teams sind kompetent, können auch diese Entscheidung selbst treffen. Aber was ich gerade beschrieben habe, ist eine physiologische Reaktion. Es ist kein Charakterfehler, sondern es ist ein ganz natürlicher Selbstschutz. Und jetzt kommt der wichtigste Punkt. Vorhersagbarkeit ist unser Gehirn dasselbe wie Kontrolle. Und Kontrolle ist das Gegenteil von Alarm. Heißt also ganz konkret übersetzt. Dein Team braucht nicht mehr Klarheit in der einzelnen Aufgabe, ⁓ ins Handeln zu kommen. Dein Team braucht Berechenbarkeit. Berechenbarkeit, dass das, was du als Führungskraft an Orientierung heute gibst, auch noch morgen beispielsweise Bestand hat. Und genau dafür habe ich dir eine kleine Übung mitgebracht, damit du als Führungskraft diese Berechenbarkeit für dein Team und damit ja auch für dich herstellen kannst. Also die Übung heißt die Rahmenrückgabe. Auch hier wieder zwei Minuten vollkommen ausreichend. Und du kannst die Übung am besten dann anwenden, wenn du dich mal wieder in einer Situation in der jemand dir eine Entscheidung zurückdelegieren mag, dir die Entscheidung zurückgeben mag. Du die Übung auch einfach prävonativ zwei, drei Mal am Tag für dich umsetzen. Also eine perfekte Übungsaufgabe, damit wenn die Situation eintritt, du ganz natürlich dann auf diese Übung, die du dann einstudiert hast, zurückgreifst. Die Übung geht folgendermaßen in den folgenden drei Schritten. Schritt 1. Stopp. Zuallererst entscheidest du dich nicht sofort. Heißt, wenn eine Aufgabe an dich zurückdelegiert wird, beispielsweise, hey Nina, folgende offene Frage, wie würdest du das denn machen? Oder hey Nina, hab jetzt lange recherchiert, brauch aber noch mal die Absicherung, blablabla. Dann springst du als Führungskraft nicht direkt rein, wenn du die Antwort wirst, dass du wartest. Deswegen Schritt eins, stopp. Schritt zwei, du gibst die Frage zurück und stellst die Frage, was ist denn überhaupt deine Empfehlung? Was bringst du mit? Was hast du ausgearbeitet? Was würdest du tun? Was schlägst du vor? Und dann wartest du und hältst es aus. Und auch wenn die Person dann rumdruckst und nichts kommt, stille, aushalten, atmen. All das, was dich davon abhält, direkt die Antwort herauszupasauen. Im dritten Schritt gibst du dann den Rahmen statt der Lösung. Beispiel. Alles bei x entscheidest du selbst. Ab y kommst du zu mir. Du gibst also den sicheren Rahmen für die Entscheidung. Du sagst, das und das liegt in deinem Feld, das kannst du entscheiden, wenn du an folgendem Punkt bist, wenn folgende Rahmenbedingungen eintreten, dann sprechen wir nochmal. Dreieinfache Schritte. Das war's. Du beantwortest also nicht die Frage. die an dich herangetragen wurde. Du machst dich berechenbar in der Grenze. Du machst dich berechenbar deswegen, weil du sagst, das ist deine Entscheidungsspielraum. Hier ist die Grenze erreicht, hier schreibe ich als Führungskraft mit rein. Ich habe dir Beispiel mitgebracht, damit das noch ein bisschen, ja, verdaulicher wird. Also, stell dir vor, jemand fragt, sollen wir dem Kunden einen Rabatt geben? Die alte Reaktion wäre wahrscheinlich, dass vielleicht du als Führungskraft hinein springst und entscheidest. Schnell, fertig, Bums, vom Tisch gewischt. Morgen kommt dann aber die nächste. oder eine ähnliche Rabattfrage. Und somit, je nach Teamgröße, hast du immer wieder diesen Kreislauf an Rückfragen. Deswegen deine neue Reaktion? Die Rückfrage. Du stopfst dich, entscheidest nicht sofort, ob der Rabatt gegeben wird, sondern du gibst eine Frage zurück. Was würdest du tun? Kurz warten, was da kommt. Und dann könntest du nochmal den Rahmen geben im dritten Schritt statt der Lösung. dem Fall wäre das sowas wie zum Beispiel alles bis 10 Prozent entscheidest du ab jetzt selbst. Wenn es über 10 Prozent liegt, dann sprechen wir nochmal. fertig. Rahmen gesetzt. Der Mitarbeiter, die Mitarbeiterin weiß was zu tun ist, hat einen klaren Rahmen, kommt mit der Frage sehr wahrscheinlich nicht wieder zurück zu dir. Warum wirkt das? Drei Dinge, hier passieren. Erstens, du wirst berechenbar. Dieser kleine Rahmen ist wie so ein Vorhersagbarkeitssignal. Das senkt die Amygdala deiner Leute. Heißt, ich darf hier selbst entscheiden. Es fühlt sich sicherer an. Zweitens, du trainierst dadurch ihren präfrontalen Cortex. Jedes Mal, wenn sie also selbst entscheiden, wird diese Entscheidungsfähigkeit stärker. Entscheidend ist wie ein Muskel und du nimmst ihn diesem Muskel nicht ab, du baust ihn auf durch die Übung, die wir gerade kennengelernt haben. Und drittens, du entlastest dein eigenes System. Weniger Rückfragen heißt weniger Alarm bei dir und dein Denkhirn wird frei. Du bekommst endlich Zeit und Kapazität zum Führen. Also Berechenbarkeit bedeutet der Alarm fährt runter. Und der Entschadungsmuskel wird im Team aufgebaut und du hast einen freien Kopf. Du bekommst dein Team also nicht irgendwie durch mehr Antworten ins Handeln. Du bekommst sie durch klare Grenzen, die sich sicher anfühlen, ins Handeln, ins Entscheiden. Ein Team, das also ständig zurückfragt, noch mal zusammengefasst, ist kein schwaches Team. Stell dir nicht die Frage, ob deine Leute nicht kompetent genug sind. Stell dir eher die Frage, welchen Anteil du daran trägst, dass sich deine Leute immer noch mal absächern, zurückdelegieren, Rückfragen stellen. Vielleicht liegt es daran, dass dein Team nach Sicherheit sucht. Und deswegen gibst du als Führungskraft deinem Team einen Rahmen statt einer Antwort. Und dann wirst du mit sehr großer Wahrscheinlichkeit sehen, dass deine Leute wachsen und zwar genau in dem Maß, in dem du berechenbar wirst in deiner Führung. Klingt eigentlich total simple, aber wie ja schon oft auch hier geteilt, wenn unser System in Drucksituation gerät. und sich Situation für uns unsicher anfühlen, greifen wir in natürlicher unbewusst auf gelernte Muster zurück, auch Schutzstrategien genannt, ⁓ schnell wieder Kontrolle über diese Situation zu haben. Oft sind aber genau das die alten Verhalten, die uns nicht nach vorne bringen. Deswegen ist es immer wieder so wertvoll, das eigene Verhalten zu reflektieren. eigenen Muster immer wieder zu reflektieren und zu schauen, ob sie noch funktional sind oder dysfunktional. Gerne die Übung mitnehmen, ausprobieren. Ich bin gespannt, wie viel weniger Rückfragen du als Führungskraft bekommst. Viel Spaß dabei!