Latest / BZ am Ohr / Live-Podcast: Macht KI unser Leben wirklich besser?
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- Mehr als 2 Billionen Euro, das ist eine Zahl mit zwölf Nullen. So viel Geld wird wohl allein dieses Jahr in die Entwicklung von künstlicher Intelligenz gesteckt. KI verändert gerade alles. Die Dimensionen unseres Wirtschaftssystems, die Arbeit in jedem einzelnen Unternehmen und den Alltag von uns Menschen. Aber wozu das Ganze? Was soll KI bewirken? Was ist das Ziel? Und was bewirkt sie tatsächlich? Macht sie unser Leben wirklich besser? Darüber diskutiere ich jetzt mit diesen fünf klugen Menschen auf dieser Bühne bei diesem Live-Podcast. Um das Format kurz zu erklären, wir nehmen auf im wunderschönen historischen Kaufhaus in Freiburg bei der Evolve, einer Fachkonferenz für KI und Marketing, organisiert von Max, der Marketing-Community Freiburg-Südbaden. Es ist ein Live-Podcast. Das bedeutet nicht, dass es live nach draußen übertragen wird, sondern dass es live vor Publikum stattfindet. Aber es wird später nachzuhören sein bei BZ am Ohr, einem Podcast der Badischen Zeitung. Den findet ihr auf der Seite der BZ und überall, wo es Podcasts gibt. Mein Name ist Dora Schölz. Ich bin Redakteurin bei der Badischen Zeitung und ich freue mich riesig auf meine Gäste. Mit mir auf der Bühne sitzen Julia Bösch, die Gründerin des Online-Styling-Service Outfittery und eine der bekanntesten Unternehmerinnen der Tech-Szene. Hallo Julia. Hi, vielen Dank. Zu meiner Linken darf ich begrüßen Christian Steiger, Geschäftsführer von LexWare, einem Softwareanbieter von der Freiburger Haufe Group, vor allem für kleinere und mittelständische Unternehmen. Hallo Christian. Hallo. Dann begrüße ich Timo Mayer, er ist Vorstand der Freiburger Digitalagentur Virtual Identity und berät dabei Unternehmen bei der digitalen Transformation. Hallo Timo. Hallo Dora. Dann haben wir Dominik von Prock, dessen Unternehmen Leaders of AI Führungskräfte berät und selbst als hybride Organisation aus Mensch- und KI-Assistent arbeitet. Herzlich willkommen, Dominik. Und last but not least, Aya Jaff, Unternehmerin, Autorin und scharfe Kritikerin der Tech-Szene. Hallo, Aya. Hi. Hallo. Zum Einstieg würde ich mit euch ganz gerne eine kleine Warm-up-Runde machen, um einmal kurz zu klären, worüber wir hier eigentlich reden. Vielleicht könnt ihr alle einmal in einem Satz auf den Punkt bringen, was ist für euch KI? Christian, magst du starten? Chance. Chance. Das ging schnell. Ah ja, was würdest du sagen? KI ist ein Modewort, das ist eigentlich Machine Learning und Statistik. Machine Learning und Statistik. Timo? Lebensverändernd wäre mein Stichwort. Lebensverändernd, ja. Julia? KI ist für mich die Möglichkeit, Träume zu verwirklichen. Wow, okay, das klingt groß, Träume verwirklichen. Und Dominik, was würdest du sagen? KI leitet für mich das Zeitalter der Menschen ein. Das Zeitalter der Menschen. Klingt auch groß. Ich tatsächlich, ich persönlich bin eher bei dir, Arja. Ich habe mir aufgeschrieben, wenn wir über KI reden, dann meinen wir ja häufig die LLMs, also ChatGPT und Co. Aber letztlich sind das nur gigantische Wahrscheinlichkeitsrechner, die die nächste Silbe vorhersagen und gar nicht inhaltlich verstehen, was sie da eigentlich von sich geben. Und ich glaube, das haben viele gar nicht mehr so auf dem Schirm. Denn KI ist überall, nicht nur auf dieser Konferenz, überall. Selbst der Papst warnt ja jetzt vor KI. Alles wird mit KI irgendwie optimiert. Aber ich würde sagen, KI ist kein Selbstzweck. Deshalb die Frage, was wollen wir mit der KI eigentlich bewirken? Was ist das Ziel? Timo, bei Virtual Identity beratet ihr Unternehmen bei der digitalen Transformation. Ich habe es gesagt. Was würdest du denn sagen, wo genau siehst du den Mehrwert von KI? Ich sehe den Mehrwert im Wesentlichen darin, für uns Menschen, mit uns Menschen im Fokus, das Leben einfacher, qualitativ besser zu machen. Das ist aus meiner Sicht immer der Selbstzweck von Technologie. Technologie ist ein Werkzeug wie viele andere technologische Werkzeuge oder andere Dinge. Ein Hammer macht das Leben auch nicht besser, sondern das, was wir daraus machen, macht das Leben besser. Das, was wir damit bauen mit einem Werkzeug, macht das Leben besser. Und genauso ist es mit KI auch. Es kommt darauf an, was wir daraus machen. Und es ist ein Werkzeug, das uns neue Möglichkeiten gibt, neue Möglichkeiten, unser Leben, unser Zusammensein zu gestalten. Aber es kommt im Wesentlichen darauf an, was wir damit anfangen. Julia, du hast vorhin in deinem Vortrag gesagt, es geht ums Erlebnis. Würdest du sagen, das Erlebnis von Mode macht unser Leben besser? Das würde ich schon sagen, im Sinne von, dass ich wirklich sehe, dass Kunden, die etwas tragen, in dem sie sich sehr wohlfühlen, einfach anders auftreten und anders einen Raum betreten. Da kann ich eine persönliche Anekdote dazu erzählen. Als ich gefragt wurde, ob ich hier moderieren möchte, war mein erster Gedanke, oh Gott, was ziehe ich denn an, wenn es so heiß wird? Und ich habe Outfittery gefragt und ich finde die Antwort, ja, ich bin mit der Antwort zufrieden, sagen wir es so. Was würden denn die anderen sagen? Also in euren Bereichen, Dominik, ich meine, dein Unternehmen lebt ja von KI, aber wenn du wirklich auf die Kunden guckst, auf deine Kunden, wo ist da der Mehrwert von KI? Was willst du bewirken bei denen? Ja, ich meine, das hat zwei Dimensionen. Die eine Dimension ist, dass wir KI nutzen, um Menschen diese Technologie auch näher zu bringen. Wir sind gerade dabei, einen Lerntutor auszurollen, mit dem unsere Teilnehmer nicht nur Videocalls machen, sondern ihren Bildschirm teilen, um dann in jedem KI-Tool, das sie lernen wollen, zu unterstützen und als Partner an der Seite zu stehen, wenn sie zum Beispiel eine Automatisierung bauen und eben nicht weiterkommen und es an irgendwelchen Stellen knifflig wird, dann einen Partner in Crime an der Seite zu haben. auf der einen Seite. Und auf der anderen Seite bietet es uns als Organisation Möglichkeiten, gewissermaßen David gegen Goliath zu sein. Also andere Mitbewerber von uns, die in einer ähnlichen Umsatzliga spielen, die haben 60, 70, 80 Vollzeitangestellte, wo hingegen wir 10 haben. Und das zeigt schon, wie sich die Grenzen der Arbeitswelt gerade für uns verschieben. Weil ist da nicht eigentlich letztlich das Ziel, dann die Effizienz des Unternehmens zu erhöhen und mehr Geld zu verdienen für das Unternehmen. Also wo ist wirklich der persönliche Mehrwert für den Menschen? Ja, das ist ja genau das. Also zum einen Dinge zu tun, die vorher nicht denkbar gewesen wären. Wir hätten nicht skalierfähig in allen Sprachen einen persönlichen Tutor, den man 24-7 anrufen kann und mit dem man solche technologischen Fragestellungen nicht nur wälzt, sondern aktiv umsetzt. Das wäre vorher nicht denkbar gewesen, egal wie skalierfähig man sich ein Schulungsunternehmen vorstellt. Und gleichzeitig stellen wir uns die Frage nicht, was kann die Technologie alles, sondern wo ist sie für uns eben, wie du sagst, sinnstiftend. Und das zieht sich vom Marketing durch. Dadurch, dass wir das Marketing zum überwiegenden Teil der KI überlassen, haben wir mehr Zeit, auf den sozialen Kanälen mit echten Menschen in Austausch zu gehen. Im Vertrieb versuchen wir, alles an Bürokratie wegzuschaffen, damit unsere Vertriebler mehr Zeit haben, reale Kundenbeziehungen aufzubauen. Und das geht eben bis zum Community-Management, dass wir, obwohl wir ein stark skalierfähiges Online-Business sind, reale Live-Veranstaltungen machen, die uns jede einen sechsstelligen Betrag kostet, um Menschen zusammen zu bekommen und in den Austausch zu gehen. Und das meinte ich auch mit dem Eingangssatz, für uns ist das Selbstverständnis KI dann zu nutzen, damit wir mehr Zeit für Menschlichkeit, menschliche Relationen haben, weil das aus meiner Sicht das prägende Alleinstellungsmerkmal für Marken wird. Das wäre dann auch das, was du vorhin in deinem Vortrag meintest, dass die Menschen letztlich dann mehr Zeit für andere Menschen oder für menschliche Interaktion haben. Und das hast du ja auch angesprochen, Julia, Entschuldigung. Eigentlich für das Wesentliche, wie es Dominik gerade auch schon gesagt hat. Also viele sprechen darüber, haben vielleicht nachvollziehbarerweise auch Angst vor KI, dass KI Menschen ersetzt. Ich glaube, es ersetzt Menschen grundsätzlich nicht. Wir müssen damit lernen, uns selber anders einzusetzen. Und anders einzusetzen heißt auch, Freiräume zu schaffen, die Technologie wiederzunutzen, wie viele andere Technologien in der Vergangenheit auch, die Ähnliches ermöglicht haben, uns die Freiräume auf das Wesentliche zu schaffen. Und das sind dann vielleicht wieder noch mehr die menschlichen Beziehungen, wie es Dominik gesagt hat, weg aus dem Abarbeiten von irgendwelchen Tasks, hin zu den relevanten Dingen und uns darauf zu besinnen. Aja, wie siehst du das? Du hast jetzt kein Unternehmen mit Business Model KI. Macht KI unser Leben besser? Jetzt kann ich richtig loslegen. Nee, also ich habe ja hier die Rolle der Kritikerin, deswegen verzeiht mir, wenn es sich ein bisschen sehr negativ anhört, was ich sage. Aber ich muss die Stirn runzeln, wenn ich höre, die KI ist jetzt keine Menschen. Weil wir haben vielleicht alle Videos da draußen gesehen von Menschen, die. IPhones auf der Stirn haben in Indien, in verschiedenen Näh-Services und die sich dann beim Arbeiten selber aufnehmen, in der Hoffnung, dass die KI ihre Arbeitsschritte erlernen kann und das mit dem Ziel, dass sie ersetzt werden. Also das mag für den Prozess, den du gerade ansprichst, auf jeden Fall gelten, dass ihr keine KI ersetzt, also keine Menschen ersetzen wollt durch eure KI. Aber den Satz alleine stehen zu lassen, kann ich nicht, weil es gibt diesen Trend auf jeden Fall, eine Konzentration der Arbeitskraft, also dass man immer weniger Menschen einstellen möchte, weil die KI eben so gut funktioniert. Und ich muss da halt eben schon auf die Use Cases verweisen. Also Dominik hat ja gesagt, er hat weniger Leute einstellen müssen, weil seine KI-Agenten so gut funktionieren. Und das spricht für den Erfolg bzw. Der Vision, die diese Tech-CEOs ja auch hatten. Also das ist genau das Ziel gewesen. Aber ich möchte heute eine weitere Ebene einleiten, nämlich, dass diese Tech-CEOs, diese KIs ja erst mal nur erschaffen konnten, weil sie auf Basis von unserem Wissen, der gesamten Menschheit, also alles, was wir kostenlos dem Internet bereitgestellt haben, nur aufgrund dessen hat die KI diese Quellen. Sie hat sich diese Quellen verbrecherisch angeeignet. Wir wissen von Anthropic beispielsweise, dass sie Bücher gescannt haben und diese dann verbrannt. Das war ein illegaler Move, den sie gemacht haben. Das durften sie so nicht. Wir haben klare Beweise, dass beispielsweise Geschichten, wenn man der KI die Aufgabe gibt, hey, mach mal den Satz zu Ende und dann nimmt man den ersten Satz vom Harry Potter Band, Und dass dann die Harry Potter Geschichte rauskommt. Also da weiß man ganz klar, was die Quellen eigentlich sind von dieser KI und aus was sie sich speist. Und dass Menschen wie ich oder kreative Leute, andere Menschen, die halt eben ihre Arbeit online stellen, dass deren Arbeit. Ohne gefragt zu werden, ohne, ja, auch, dass wir bezahlt werden für unsere Copyright, dass diese Arbeit sich eben angeeignet wird. Und da muss ich eben mich stark machen für diese Menschen, deren Arbeit hier nicht die Wertschätzung erfährt, die sie sollte. Christian, wie siehst du das Thema Wertschätzung? Also du vertrittst ja die These, dass wir bald alle einen KI-Co-CEO haben werden. Heißt das dann im Umkehrschluss weniger Wertschätzung für menschliche Co-CEOs oder Mitarbeitende? Also es sind verschiedene Ebenen, glaube ich, die angesprochen worden sind. Ich teile total, was die Eier sagt. Im Sinne von, natürlich wird es, ich weiß nicht, ob es Mensch ist, aber Errollen werden verschwinden. Die werden aber sowieso verschwunden in meiner Welt, weil es ist halt schneller, wenn man es mal ganz hart spricht. Also ein Schachkommeter 1995, keine Chance mehr gegen so einen zu gewinnen. Go 2016, keine Chance mehr gegen so einen zu gewinnen. Und jetzt sind wir in dieser Dimension drin, wo bestimmte Aufgaben und Tätigkeiten halt davon übernommen werden. Aber da appelliere ich nochmal drauf, ich hatte es gerade im Vortrag drüber. Wie wollen wir als Wissensgesellschaft, wo wir sagen, irgendwann ist nur noch ein armerer Mensch auf einen Rentner, Rentnerin. Wenn wir sagen, wir haben Fachkräfte, dann kriegen die eigentlich gar nicht mehr. Dann ist es ja auch eine Chance da drin. Aber man muss schon immer diese zwei Seiten, das sehe ich auch so, der Bedeutung ja anschauen. Letztendlich sind wir in der Hand, da brauchen wir nicht drum herum reden, von IT-Giganten. Das ist so, wir auch. Das ist alles bei AWS, das ist die Amazon, ein Monster an Web-Service und so weiter. Dann gibt es noch die Google-Welt, die wir sicherlich alle kennen, jetzt mit Gemini in der KMI-Welt, aber da gehören fast alle Server. Dann hat man Apple, die treten halt nicht so in Erscheinung direkt, aber natürlich sind die auch hart mit dran, die werden das, die ownen das Interface, die regieren, wie wir irgendwann das nutzen wahrscheinlich, auch wenn sie vermeintlich schlechter sind, weil dort ist es halt, da liegt ja eins. Und es geht gerade so weiter, dann haben wir Entropic oder so, wo es gerade ein Highfly ist, das ist halt das geilste Marketing ever. Ich sage einfach, ich stelle das Produkt her und sage, so gefährlich, so toll, können wir nicht veröffentlichen. Das ist ein Markenschachzug, da sage ich, tschakka, also zwei Seiten, fair enough. Ich glaube, wir müssen beides anschauen. Es wird uns helfen, wie wir umgehen. Wir müssen schon vernünftig umgehen. Momentan ist es eher das Race, es ist nicht der ethische Umgang damit. Und die IT-Giganten werden das Race weiterführen. Das sind noch nicht so wahnsinnig viele. Wir haben das, was wir in China sehen und auch da mal nüchtern ausgesprochen, wenn es dann heißt, jetzt sind wir aufgewacht, weil Fable 5 gestoppt wird, kriege ich mir die Krise, ja, wann sind wir denn dann eingeschlafen, um Gottes Willen. Also das ist ja Wahnsinn. Wir haben die komplette Compute Power verpasst, das ist das Rohstoff von KI erstmal, das ist in den Händen von IT-Giganten, ich habe kurz ausgeführt, wie die sich verhalten, die wollen Monopol. Also wir hatten es auch in einem Podcast gerade, der String Valley sucht immer, der Winner takes it all, das weinen die aber wörtlich, also immer Vorsicht, wenn man sagt mal wie Silicon Valley, die meinen, ich nehme alles, da gibt es auch keinen Platz 2, 3. Und das ist halt so ein bisschen die andere Seite, aber wir müssen natürlich jetzt die, Wie können wir als Europa, als Deutschland, das überhaupt nutzbar machen für das, was wir brauchen? Weil diese Basistechnologien, die sind erstmal abgefahren. Auch wenn wir hier supergeile Unternehmen wie Blackfall Slabs in Freiburg und so, aber die großen Basis sind erstmal durch, müssen wir einfach realistisch mal hingucken. Was können wir jetzt tun? Das ist so das, was mich, wenn wir auf diese Dimension der Diskussion gehen, treiben. Und im Lena-Prinzip beschreibe ich ja nur, was können wir für Kleinstunternehmen, da nehmen wir aber nichts weg, weil die haben schlicht niemanden, der das tut. Da ist eine ganz andere Diskussion nochmal an der Stelle. Aber ich glaube, das ist so die große Diskussion, die müssen wir uns schon stellen und auch realistisch drauf gucken. Weil wenn jetzt heute Morgen eine AWS abgeschaltet wird, dann ist unser kleinstes Problem Fable oder sonst was, dann ist nämlich Schicht im Schacht. Dann ist kein Netflix, kein Prime, kein irgendwas, kein alles, was wir nutzen. Das ist aber keine neue Erkenntnis, die ich hier gerade erzähle. Ich wollte gerade sagen, das ist keine neue Erkenntnis, das ist leider eine Erkenntnis und das sehe ich auch extrem kritisch, diese Abhängigkeit von wenigen großen Playern in der Tech-Welt. Das ist aber gar nicht AI-spezifisch, sondern die ist schon lange da und die sollten wir versuchen aufzulösen mit aller Kraft, die da ist. Das ist eigentlich der kritischste Aspekt daran. Sonst teile ich auch, was du sagst, Christian. Das ist, wie gesagt, was wir daraus machen, wie wir es auch einsetzen. Das ist erstmal in unserer Hand. Das Tool erstmal ist sehr, sehr mächtig. Du hast viele Beispiele genannt, die eher in die kritischen Richtungen gehen. Interessanterweise immer im Zusammenhang auch mit diesem großen Tech-Unternehmen und sehr starker Fokus darauf. Wenn man sich jetzt aber eben mal anschaut, wo KI auch helfen kann, wo wir im Moment gerade in Anführungszeichen Lücken haben, auch in unserem Sozialsystem momentan gerade schon, in der Altersvorsorge und so weiter, auch gerade wenn es darum geht, älteren Menschen dementsprechend auch noch die Wertschätzung entgegenzubringen, da sehe ich viele Bereiche, wo uns die AI auch weiterbringen kann, auch im Zwischenmenschlichen, wo wir momentan gerade als Menschen gar nicht an diese Position hinkommen, wo wir es einfach nicht schaffen, und wo eine AI, glaube ich, auch sehr viel Wert schaffen kann für uns, für unser Miteinander auch als Menschen. Und die Perspektive wird im Moment gerade noch relativ wenig beleuchtet. Wie gesagt, das ist gerade eher ein Race um die ganze Effizienzgedanken und so weiter, die dahinter stecken. Die insgesamte Capability oder die insgesamte Fähigkeit der Technologie ist aber noch so breit und wir stehen gerade am Anfang, diese Möglichkeiten überhaupt für uns zu erkennen und auch wirklich zielgerichtet hoffentlich dann auch für die Gesellschaft einzusetzen. Kurze Werbepause, aber die lohnt sich. 80 Jahre BZ, das feiern wir mit dir. Und jetzt kommt das Beste. Hol dir jetzt ein BZ-Digital-Premium-Abo und sichere dir ein Samsung Galaxy Tab A11 Plus für 0 Euro. Dazu gibt es eine passende Schutzhülle und den Online-Kurs, was dein Tablet alles kann, damit du sofort durchstarten kannst. Bestelle jetzt dein Angebot unter mehr.bz.deal, aber nur bis zum 30.06. Und nur solange der Vorrat reicht. Werbung Ende, Ja, wenn jetzt KI mein Leben verbessern soll, dann frage ich mich immer so ein bisschen, in welcher Beziehung stehe ich denn dann zur KI? Also es gibt ja viele Menschen, die vertrauen ihrem Chatbot oder ihrem KI-Agenten persönlichste Daten an, dass sie verliebt sind in die Kollegin, dass sie eine Depression haben, dass sie Schulden haben. Manche verlieben sich regelrecht in ihren KI-Agenten, entwickeln Psychosen daraus. Dominik ich finde es ganz spannend bei euch im unternehmen haben ja die ki agenten personalakten und ihr führt feedback gespräche mit denen, wie verändert sich denn dadurch die beziehung zu deinen menschlichen mitarbeitenden also die ki agenten die haben ja nie schlecht geschlafen die haben nie einen schlechten tag, wie verändert sich dadurch dass das menschliche miteinander, ja also sprichst ein aktuelles forschungsthema von uns an und zwar haben wir festgestellt wenn man so viele KI-Agenten im Einsatz hat, wenn die sich alle gleich anhört, wird es fad. Und deswegen haben wir irgendwann angefangen, dass die bei uns alle Persönlichkeitsprofile bekommen und Charakterzüge. Also weiß ich nicht, Monika, meine persönliche Assistenz zum Beispiel kann sehr sarkastisch sein und einen sehr trockenen Humor haben, wie sie sich verhält. Weil wir ganz bewusst eben eine gewisse Relation auch eingehen wollen, weil die für uns als Mensch eine sinnvolle Benutzerschnittstelle ist, mit dieser Technologie umzugehen. Und was wir aktuell Forschen mit den Universitäten in München und der HU Berlin zusammen ist, wie wirkt sich das eigentlich aus, wenn KI-Agent mit KI-Agent zusammenarbeitet, können wir je nach Anwendungsfall das perfekte Team zusammenstellen, das möglichst wenig blinde Flecken hat. Und andersrum genauso weist die KI unseren Persönlichkeitstypen und wir nutzen es ganz bewusst, um bessere Ergebnisse zu erzielen. Das heißt, wenn wir in gewissen kreativen Arbeiten sind, wo es um konvergentes Denken geht, haben wir bewusste Rollen, die entgegen unsere Persönlichkeitstypen, die wir im Team oder in diesem Setup haben, Rollen einnehmen, die uns massiv challengen. Also ich habe zum Beispiel meinen Konterpart, der eher traditionell ist und, vieles als zu schnell empfindet, was ich heute als Innovation denken möchte. Um einen gewissen Konterpart zu haben. Es hat aber für uns eine ganz besondere Auswirkung, dass wir als Team, versuchen, auch dieses Thema Menschlichkeit hochleben zu lassen, indem wir ganz bewusst regelmäßig Offsides machen, wo wir eine komplette Woche zum Beispiel auf Mallorca zusammenkommen und als Team uns Aufgabenstellungen suchen, die wir dann cross-funktional, also teamübergreifend versuchen zu lösen, um eben den menschlichen Austausch mehr zu wertschätzen. Und das ist gar nichts, was wir künstlich machen müssen. Sondern das ergibt sich aus der Sache heraus, dass es total schön ist, nicht nur einen Kollegen zu haben, der remote erreichbar ist, sondern genau dieses Zwischenmenschliche und diese Nähe, wie wir sie jetzt hier gerade auch im Podcast haben. Ich habe eine Frage dazu. Dürfen die AI-Agenten nicht mitkommen zum Offset? Das wird uns viel vorgeworfen. Es wird auch oft gefragt, ob die zur Weihnachtsfeier eingeladen werden dürfen. Da müssen wir uns aktuell noch eine Lösung überlegen, glaube ich. Also tatsächlich im Moment noch nicht? Im Moment noch nicht, ja. Okay. Ja, wir sind da knallhart. Human only. Oha, die Arme. Vorhin in deinem Vortrag hast du mit Blick auf Unternehmen, die mehr Aufgaben, zu bewältigen haben und dann mehr Mitarbeitende einstellen wollen, davon gesprochen, dass das Ineffizienzen erhöht. Da habe ich mich schon so ein bisschen gefragt, verändern die vielen KI-Agenten dann nicht den Blick auf den menschlichen Kollegen? Inwiefern? Naja, wenn du sagst, wenn ich mehr Menschen einstelle, dann erhöhe ich Ineffizienzen. Das wertet ja dann letztlich die menschlichen Mitarbeitenden ab. Das Problem ist, dass wir das häufig in Organisationen diese Art des Recruitings in der alten Welt aus einem Reflex heraus machen. Wir glauben, dass wenn es ein Problem gibt oder ein Wachstumshemmnis, dass wir das nur lösen können, weil wir Menschen in einem ersten Impuls einstellen. Ob das so sinnvoll ist und ob das gute Arbeit ist, die wir da vermitteln, das steht auf einem anderen Blatt Papier. Warum wir dieses Gedankenexperiment für uns machen, ist, dass wir aus dieser Beschränkung bewusst Kreativität fördern wollen und die Frage stellen wollen, ist das, was wir da machen, wirklich sinnvoll? Sollte es diesen Prozess überhaupt geben, anstatt blind zu sagen, Hauptsache, wir stellen wieder Leute ein und nach mir die Sintflut, wir sind ein Startup, im Zweifel entlasse ich die wieder in einem Jahr, weil wir feststellen, dass es alles schwachsinnig war. Also wir versuchen eher verantwortungsvoll mit dieser Rolle und mit dieser Ressource umzugehen. Und das ist auch ein komplexes Thema. Also wir sind gerade sehr am Anfang dieser Technologie. In der Art, wie wir Gen.AI heute nutzen, vielleicht drei Jahre, die wir jetzt wirklich in diesem Game unterwegs sind, das ist ein Fingerzeig in die Richtung, wo es mal hingehen kann. Wir sehen ganz im Gegenteil, dass eine neue Vanguard-Studie, die jetzt rausgekommen ist, zeigt, dass KI-exponierte Berufe wie zum Beispiel Softwareentwickler oder Datenanalysten exponentiell gerade wieder wachsen. Entgegen dem Trend letztes Jahr, dass die großen Tech-Player die Leute entlassen haben, weil die gesagt haben, Software, macht doch jetzt KI, Microsoft 40% schreibt den Code mit KI, Anthropic angeblich 80 bis 100%, wofür brauchen wir noch Softwareentwickler? Und jetzt geht Microsoft wieder zurück und sagt, wir hätten gerne unsere Softwareentwickler zurück, weil wir haben zwei Fehlannahmen gemacht. Nummer eins, die KI braucht eine Führungskraft, die hohe Qualität anfordert. Nummer zwei, wir dachten, wir wollen genauso viel Software kreieren wie früher. Wir wollen viel mehr Software. Das Problem war ja nicht leere Backlogs und uns ist nichts eingefallen. Das Problem war Ressourcenmangel. Und deswegen ist das ein komplexes Thema und wir können gerade noch nicht abschätzen, wie sich die Arbeitswelt wirklich verändern wird langfristig. Wir müssen erstmal in Deutschland überhaupt damit klarkommen, dass der Babyboomer-Knick in den nächsten fünf Jahren zum vollen Einsatz kommt. Jetzt hast du gerade gesagt, es braucht eben Führungskräfte von diesen KI-Agenten, die die KI-Agenten kontrollieren. Ihr habt bei euch ja aber auch KI-Agenten, die die KI-Agenten kontrollieren und irgendwann kommen wir ja auch an einen Punkt, wo die KI-Agenten Dinge machen, die ein Mensch dann vielleicht nicht mehr nachvollziehen kann. Was bedeutet denn das? Das darf nie sein. Also wenn wir heute auf Organisationen schauen, dann sehen wir Organisationen als ein Set an Problemen, das gelöst wird. Ich möchte es mal so einfach zusammenfassen. Das heißt, am Ende des Tages geht es darum, gewisse Anwendungsfälle oder gewisse Probleme zu lösen. Und wir beurteilen im Wesentlichen zwei Parameter und darauf optimieren wir unsere KI-Systeme. Nummer eins, kann ich die Kennzahlen dieses Problems oder dieses Anwendungsfalls optimieren? Sie werden schneller, besser, einfacher, was auch immer. Und auf der anderen Seite, wie günstig ist es für uns zu verifizieren, dass das, was da rauskommt, sinnhaft ist. Wenn wir mehr Zeit brauchen zu verifizieren als das, was die KI kreiert, dann ist es für mich als Unternehmer nicht Sinnhaftes zu tun. Und deswegen schauen wir, ist es das Endergebnis, das ist in manchen Fällen wie der LinkedIn Post, da schaue ich drauf und sage, passt oder passt nicht. Und manchmal ist aber auch der Prozess selbst die Antwort darauf. Gerade in Governance-Strukturen, im regulatorischen Bereich will ich eher sehen, hat die KI gewisse Sachen geprüft, sind gewisse Checkboxes abgegeben worden, um dann ein Gefühl zu bekommen. Das heißt, wir optimieren sehr stark auf Verifikation, weil das am Ende des Tages für uns den wahren Skalierungshebel für KI bedeutet, gerade unter dem Maß der Halluzination. Ja, das ist natürlich wichtig, klar. Wenn wir jetzt nochmal zurückkommen zu dem Stichwort Beziehung. Vielleicht Aya als eher KI-Kritikerin könnte man nicht auch sagen, die Beziehung zum KI-Agenten kann vielleicht sogar besser funktionieren als die Beziehung zu meinem Mann, weil eben der KI-Agent nie schlecht geschlafen hat, weil der KI-Agent immer genau perfekt auf mich, auf meine, Emotionen reagieren kann. Dafür müsste ich erstmal ausholen. Also ich bin ja keine Psychiaterin noch, irgendwie kann ich was zu emotionaler Bindung sagen. Aber wenn ich in den Chatverlauf bei mir reingucke, wie ich mit der KI manchmal rede, ich bin auf jeden Fall sehr unfreundlich manchmal, sehr forsch. Ich sage gar nicht mehr, bitte, danke. Ich sage, hä, was laberst du eigentlich? Also ich arbeite ja mit KI zusammen. Ich kritisiere die Power-Imbalance auf jeden Fall im großen Stil, aber ich muss ja auch irgendwie zusehen, dass ich die Technologie kennenlerne. Und was ich bei mir bemerkt habe, ist, dass je mehr ich mit KI arbeite, desto mehr habe ich das Gefühl, da passiert eine Art, ich gebe kognitive Arbeit ab. Das heißt, wenn es mal schnell gehen muss und ich mal brainstorme, dann frage ich die KI einfach mal, hey, hast du mal ein paar Ideen zu dem Thema, kannst du das mal irgendwie miteinander verbinden, kannst du die Brücke machen und da sehe ich schon, dass ich dann, mich ein bisschen mehr auf diese KI verlasse, welche Richtung die KI da angezeigt hat. Wohingegen ich damals vielleicht meinen Notizblock genommen hätte und wirklich da so Kreise gezogen hätte und gesagt hätte, okay, was interessiert mich wirklich an diesem Thema? Und das ist ja das, was auch so die Forschung ein bisschen sagt, dass man merkt, dass die Paper, die heute bei Universitäten abgegeben werden, die Motivationsschreiben von den Leuten, da kann man zumindest sehen, es wurde nicht alles mit KI geschrieben, Aber was man halt eben auch gesehen hat, ist, dass diese Varianz. Wie sehr unterscheiden sich die Ideen voneinander innerhalb bestimmter Abschnitte, dass da keine kreative, große Arbeit mehr stattfindet. Da wird einfach zum nächstbesten Thema gegriffen und da haben die halt eben auch nachgewiesen, hey, wie waren die Motivationsschreiben vor fünf, zehn Jahren? Und dann hat man gesehen, die waren ein bisschen kreativer. Und ich möchte auch gar nicht jetzt betonen, dass man jetzt nachweisen kann, ob etwas mit KI geschrieben wurde oder nicht. Es gibt Checker da draußen. Ich würde mich nicht hundertprozentig auf sie verlassen. Aber das mit den Ideen, da habe ich schon gesehen, ja, das sehe ich bei mir auch. Und deswegen habe ich versucht, dieses Brainstorming schon mehr auf Menschen zu übertragen. Okay, dieses kreative Hin und Her, diesen Ball zu spielen, kann ich immer noch am besten mit Leuten, die sich auskennen. Timo, du nickst. Das ist tatsächlich eine Frage, die ich mir gestellt habe bei deinem Vortrag, weil du ja gesagt hast, die Webseiten müssen empathisch werden und auf NutzerInnen reagieren und ihnen genau das vorschlagen, was sie jetzt brauchen in der Situation. Aber geht da nicht eigentlich genau das Urmenschliche verloren, dass wir neue Impulse kriegen und daraus was anderes machen, dass wir kreativ sind, dass wir auch sozial interagieren und vielleicht auch mal was nicht so genau jetzt auf mich passt. Ich teile grundsätzlich, was Eier sagt. Das ist ein schmaler Grat an der Stelle. Ich glaube, die Antwort ist nicht ganz so einfach aus meiner Sicht. Wir müssen sehr stark differenzieren. Ich glaube, da ist sehr viel Potenzial, die Technologie zu nutzen, um empathischer, um auf uns einzugehen und da ist auch sehr viel drin, was wir im Moment gerade noch erforschen können. Die Frage bleibt für mich aber immer die gleiche. Warum wenden sich denn Menschen manchmal mehr der AI zu als dem eigenen Ehemann? Und das dahinter, also die Antwort, die kann sehr, sehr unterschiedlich sein, ist aber eigentlich relevant. Wie gesagt, Menschen machen das aus einem Grundbedürfnis, vielleicht sind sie sich oft selber nicht klar, was erwarte ich denn jetzt auf der einen Seite, was auf der anderen Seite, um sich entweder der AI oder dem Mann zuzuweisen, und diese Antwort darauf und sich selbst zu fragen, warum tue ich das in dem Moment, das kann aus meiner Sicht. Ist die relevante Frage, die nachher auch die Antworten darauf gibt, suche ich im Moment gerade vielleicht weniger Widerspruch, suche ich gerade Zustimmung, wäre eher ein kritischer Pfad, kriegst du bei einer AI, das wissen wir alle tendenziell mehr, Natürlich kannst du sie auch briefen, widersprich mir. Grundsätzlich sind die Systeme aber eher darauf getrimmt, dir zuzustimmen. Und ja, dann haben wir natürlich auch dieses immer engere Feld und diese Bubble, wenn ich immer nur das Erwartbare bekomme, dann wird das immer enger und immer kleiner. Und das ist ein Risiko auch für uns gesellschaftlich. Auf der anderen Seite musst du die Leute ja irgendwo noch erreichen. Und die Frage ist dann, wie sehr muss ich auf sie zutreten, um sie überhaupt noch erreichen zu können mit irgendwelchen Botschaften. Wenn du einfach sagst, es ist mir egal, ich gehe nicht auf sie zu, Stichwort eben wieder Empathie, ich kommuniziere einfach nur in meinem Stil, wie ich das bisher immer getan habe, ich erreiche vielleicht diese Leute gar nicht mehr, ist die Frage, ist damit irgendwem geholfen und das ist genau der schmale Grat, den wir ausloten müssen. Und ich glaube, da wird sich noch sehr viel bewegen in der Frage, warum, warum machen denn Menschen diese Bewegung eher hin zur AI, wann tun sie das, wann tun sie das nicht? Da wird sich viel bewegen und da wird aber, glaube ich, auch unser Bewusstsein, unser aller Bewusstsein sich noch darauf schärfen in der Zukunft. Wir sind alle noch, wie du es gesagt hast, Schüler, wir experimentieren gerade alle noch mit einer sehr jungen Technologie. Und wie wir uns auch alle mittlerweile mit dem Internet und so weiter nativ fühlen, glaube ich, werden wir da einen besseren Kompass entwickeln. Wir alle. Wann wende ich mich einer AI zu? Wann ist es sinnvoll? Was erwarte ich auch davon und wann? Und hoffentlich lernen wir das dann auch. Sind menschliche Kontakte wertvoll und vielleicht dann sogar noch wertvoller im Bewusstsein, wenn wir das unterscheiden können, als sie es davor waren? Julia, wie siehst du das? Wie ist deine Beziehung zu deinem KI-Agenten? Ja, ich würde sagen, ich weiß gar nicht, ob Menschen und auch ich jetzt deshalb weniger, also ich glaube nicht, dass ich jetzt weniger mit meinem Mann bespreche wegen KI, sondern ich glaube, dass ich einfach mehr Themen, die vorher blinde Flecken waren, die ich gar nicht so für mich reflektiert habe, dafür jetzt jemanden habe, mit dem ich das diskutieren kann. Und ich glaube, das kann auch ein Pluspunkt sein, dass eben diese Selbstreflexion sehr viel leichter zugänglich ist. Und klar muss ich dann aufpassen, dass ich nicht denkfaul werde und ich glaube, kritisches Denken ist eine der wichtigsten Fähigkeiten, die wir mit AI brauchen, um sozusagen weiter in unserem eigenen Urteil zu bleiben. Also auch immer kritisch hinterfragen, was mir die KI da ausspuckt. Absolut. Wie ist das, wenn ich jetzt einen KI-Co-CEO habe, der ja auch, du plädierst ja auch dafür, dann loszulassen und dem auch Kompetenzen zu übertragen? Ich habe ja gesagt, das muss sich entwickeln. Das Schlimmste, was wir machen können, ist einfach, ich lasse den laufen. Das würde ich keinem empfehlen, sondern genau immer iterativ, wie wir eigentlich alles tun, wie wir es schon immer gemacht haben. In den 80ern ging es ja in der IT-Welt mit DOS los, dann kam Windows, dann kam das Online-Welt, dann kam die Plattform, jetzt kommt KI. Ja, es ist anders, ein bisschen exponentieller, es betrifft mehr Bereiche und so weiter. Ich glaube, gerade auf die Frage noch hin, da habe ich gerade gedacht, was halt ein bisschen fies ist, wir sind halt alles so Convenience-Schweine. Wir lieben halt, nicht nachzudenken, weil unser Körper so gepolt ist, das ist ja, wenn ich was einfach kriege, also ich bin auf jeden Fall so, dann streng ich mich nicht an, warum sollte ich auch, das ist, so ticke ich dann. Wenn ich sage jetzt so, ich mache das gerne mal als Test, zwei plus zwei. Hat jeder vier im Kopf. Wer nicht, muss jetzt gehen. 16 plus vier und. 468 mal 729. Und jetzt ist bei jedem eins passiert, da wette ich drauf, gar nicht angefangen erst zu rechnen. Weil das müssen wir einfach akzeptieren. Wir sind Convenience-Menschen. Wir lieben das. Und das ist so gefährlich, wenn ich anfange und das sagt mir die, was ich da hören will oder sonst wie was. Dann werde ich mich dadurch da schnell hingeben. Und wir haben verschiedene Diskussionen schon. Und Veränderung ist super anstrengend, weil Veränderung passiert immer bei einem selber als allererstes. Und das ist was, wir sehen, wie wir rechnen, wie wir denken, tun, hat auch nichts mit Gender zu tun, super anstrengend. Und jetzt ist da plötzlich so ein Ding, mit dem ich ganz einfach Zugang habe, mit dem ich meine intimsten Geheimnisse teilen kann, wo ich mich auch nicht preisgeben muss. Das ist ja auch durchaus mal ein Vorteil. Ich muss mich niemandem stellen, ich kann aber rein. Aber jetzt geht der Denkprozess wieder los. Ich muss ja nicht schon wissen, sonst gilt das Shit in, Shit out. Also ich muss schon schauen, was ich da tue. Ja, und deswegen, und das ist ja nur eine Facette, wenn die dann sagt, ja kündige morgen, weil du bist jetzt ganz toll und dann mache ich das, dann muss ich auch sagen, ja gut. Die Leute kann ich auch vom, wie ist das, so in den TV-Sendungen, wo irgendwann so ein Würfel schüttelt und dann schreibt was hin und sagt, ja trenne dich von deinem Mann, also das gibt es ja alles schon. Aber wir müssen jetzt halt anfangen, wie immer, aber es ist null Änderung, hat für mich null mit KI zu tun, ich muss halt nachdenken, was ich tun, bewerte, was ich sehe. Und ob ich jetzt ein Mensch was delegiere in meiner Welt oder mandatiere und da kommt was zurück, da gucke ich es doch auch an und sprich nochmal drüber. Oder vielleicht mit anderen, mal mit KI, mal ohne. Aber da sehe ich gar nicht so Änderung, deswegen rede ich auch nicht von KI, sondern eher von Unternehmensführung. Und wir sehen jetzt halt alles noch LLM-Modelle, wir werden World-Modelle sehen und plötzlich versteht das Ding Physik, physikalische Verhältnisse. Plötzlich kann es halt rechnen und zwar nicht, weil es die nächstbeste Zahl ausgeht, sondern weil es das kann, weil es die Modelle versteht, in denen wir uns bewegen. Und das ist ja das, wo es dann levelt. Und bei mich ist es mal so was, wer jetzt nicht mitspielt, da gucke ich schon eher hart drauf. Ich sage gar nicht, wie ich es gut finde. Ich sage nur, wenn man es auf dem Spiel vergleicht, wir haben alle bei Level 0 gestartet. Wer das schon früher kennt, in so einem Ballerspiel oder so. Level 0, da arbeitet man sich hoch. Wenn aber jetzt alle bei Level 4 starten, dann habe ich ein Problem, wenn ich bei Level 0 starte. Aber es geht jetzt halt, wie komme ich halt zu Level 5 vielleicht oder wo auch immer das hingeht. Das ist so ein bisschen dieses Modell, wo ich da im Kopf habe. Und es geht doch immer um den vernünftigen Umgang. So wie ein Mensch interagieren, muss man dann lernen, auch mit dem Ding umzugehen. Dass das nicht immer die Wahrheit erzählt, dass da große Interessen hinterher, du hast es gerade gesagt, da sind ein paar Giganten hinterher, die haben Eigeninteressen. Das ist so. Und da können wir noch so viel reden, wie wir das Ding briefen, sagen wir mal kritisch, da ist ein Eigeninteresse nochmal hinten dran. Das dürfen wir nicht vergessen. Weil wir können das gar nicht. Weil keiner von uns wird doch behaupten, dass wir wissen, wie ich jetzt irgendein Gemini-Co oder sonst was hier tweete. Das ist so, wie ich überhaupt nicht weiß, wie ich eine Google-Trefferliste optimiere. Das ist das alte Spiel, das älteste, viele von Marken kennen das doch. Also da wäre ich mal vorsichtig, wie weit das Spiel da geht und wie man sich da einbildet, dass man jetzt allein daheim sitzt und sagt, wie sich ein Klot verhält oder nicht. Also Nutzen, ich liebe es ja auch, aber bewusst und kritisch mit umgehen, wie immer. Heißt es ja auch immer, man muss irgendwie lernen, mit KI umzugehen, sonst ist der Job verloren. Die Rolle wahrscheinlich. Die Rolle, ja. Was ich aber tatsächlich spannender finde, ist, auf welche menschlichen Fähigkeiten können wir uns denn oder sollten wir uns vielleicht auch zurückbesinnen. Also du hast neulich tatsächlich im BZ-Podcast auch gesagt, dass du deiner Tochter auf jeden Fall dazu raten würdest, eine neue Sprache zu lernen. Obwohl ja KI, wir haben es auch vorhin gehört, alles in allen Sprachen übersetzen kann. Warum? Erstmal würde ich jetzt sagen, mach, was dir gefällt, mach, was dir Spaß macht und hör nicht, was der Papa sagt am besten. Also hör es ja vielleicht an, aber du musst entscheiden, weil es ist dein Leben, du musst es leben. Das Zweite ist bei Sprache, das ist auch so was, da tun wir sehr technisch dann wieder drauf gucken. Ich komme ja aus der Technikwelt, da muss man mal aufpassen, auch 0,1 Mensch irgendwo ganz tief unten drin. Und dann ist es halt so, dass man denkt, jetzt können wir uns halt hier in einen Airport reinführen, können ja jede Sprache, das ist natürlich ein völliger Bullshit. Wir verstehen es vielleicht, aber wir verstehen ja keine Sprache. Wenn nicht die Sprache, ist ja mehr als nur Sprache. Da ist Kultur, ich werde ja keinen Witz verstehen, nur wenn ich den Kulturkontext nicht habe. Es ist so viel mehr. Und wir vereinfachen da immer so gerne, haben so Wunschdenken, was da passiert, das wird aber nicht so sein, da glaube ich null dran. Es ist natürlich schön, freue mich auch, bin ich so sprachbegabt, wenn ich dann im Urlaub bin, kann wenigstens verstehen, was ist und nicht ganz trottelig dastehe, dann hilft es natürlich, aber mehr halt auch nicht. Deswegen, das ist so viel mehr als nur das eine. Und es ist ja nicht, dass immer alles voll verschwindet. Das haben wir auch noch nie gesehen. Also ich glaube, es ist halt ja nicht, wir sind halt wie immer, wir kommen über das Wort, dieses Bullshit-Bingo bei der digitalen Transformation, das erzählen wir uns aber jetzt auch schon seit 20 Jahren. Also wir müssen halt mit umgehen und es ist immer wieder dasselbe Spiel. Es verändert sich halt. Also die Sprüche kennen wir, die Dinosaurier, da war ich zu so anders vorbei, wer sich nicht verändert, stirbt außer der Liebe Darwin schon gesagt. Das ist so viel anders, wenn ich es abstrakt habe, ist es ja gar nicht. Und ich glaube schon, dass es immer wieder wichtig ist. Und Empathie war auch schon immer wichtig. Das ist jetzt auch keine neue Erkenntnis, weil es KI gibt es auch ganz oft, denke ich auch, das ist für einen Scheiß. Also wenn ich mit Menschen interagiere und Empathie nicht kann, dann wird es ganz, ganz zäh. Ja, aber ich glaube sozusagen, was schon extrem wichtig ist an Fähigkeit, ist Urteilsvermögen oder Geschmack, würde ich es nennen. Das sehen wir bei uns ganz stark. Also ja, die AI kann irgendwie tolle Outfits generieren, aber das geht immer wieder zurück auf die Vergangenheit und geht immer auf den Mittelwert. Und Geschmack ist zumindest heute noch etwas, was den Menschen sozusagen eigen ist. Und das Zweite, was ich sagen würde an Fähigkeit, ist, Verantwortung zu übernehmen und wirklich zu führen. Und ich glaube, sozusagen das Thema Führung, das hat man ja auch in deinem Vortrag sehr stark gesehen, ist gefragter denn je. Und ob ich dann Menschen führe oder auch Agenten führe, muss man sehen. Aber Führung und Verantwortung übernehmen ist, glaube ich, so wichtig wie noch nie. Ich teile vor allem den Aspekt Verantwortung übernehmen, das sehen wir auch ganz viel in Unternehmen, die wir in deren Bereich beraten, ganz viel ist eben, kann ich der AI vertrauen, also die Vertrauensfrage und de facto ist es aber an vielen Stellen die Verantwortungsfrage, nicht so sehr die Vertrauensfrage, weil es gibt in Unternehmen ganz viele Strukturen, irgendwo muss irgendjemand die Verantwortung übernehmen, darum sind Prozesse, dementsprechend gestalte, und das ist ein Punkt, den die AI momentan gerade noch nicht kann, sowohl in unserer Gesellschaft als auch, was kommt als Antwort zurück, das haben wir schon alle erlebt an der Stelle, Entschuldigung, habe ich einen Fehler gemacht, Die Konsequenz muss sie aber nicht tragen an der Stelle. Und dieses Verantwortungsthema ist sowohl im Business-Kontext als auch im Privaten, wenn sie mich jetzt falsch berät, auch bei einer Beziehung, wer übernimmt die Verantwortung dafür, das noch verantworten zu können und hier die richtigen, Entscheidungen zu treffen, das ist aus meiner Sicht der menschliche Faktor. Und ein zweiter, der aus meiner Sicht auch noch was ist, wo wir uns darauf zurückbesinnen sollten, ist unser Antrieb, uns immer weiterzuentwickeln. Das ist in unserer DNA, das tun wir seit jeher. wir wollen immer weiterkommen, wir wollen als Menschen besser werden. Und behalten wir diesen Antrieb auch, wenn wir uns faul auf die KI zurückbesinnen können? Die Frage war ja auch, auf was sollten wir uns zurückbesinnen? Und aus meiner Sicht ist das etwas, worauf wir uns zurückbesinnen sollen, weil du hast es gesagt, die AI lernt bis zu einem Grad von den Dingen, die sie auch von Menschen bekommen hat und so weiter. Und genau dieser Antrieb, immer weiterzukommen, das ist aus meiner Sicht eine Tugend, die wir Menschen haben, auf die wir uns zurückbesinnen sollten. Ich würde hier vielleicht kurz gerne einklinken, weil ich habe das Gefühl, wir kommen in so eine kleine Selbstbeweihräucherung, dass wir alle sagen, wir sind alle so kritisch und so kontrolliert mit der KI. Aber um ganz kurz den Spiegel wieder reinzuholen, wo sich die Diskussion eigentlich befindet, Anthropic, was sich ja gerade als die moralischste aller Varianten, postuliert, ein bisschen vegane KI, habe ich das Gefühl. Hat im Moment ja einen ganz großen Streit mit dem Militär in den USA. Und da geht es darum, dass sie quasi die Grenzen ihrer KI-Nutzung zeichnen wollten. Und ich will nur ganz kurz mal darüber reden, was so die Grenzen waren, weil ich hier ganz oft diesen sogenannten Human in the Loop höre, also dieses, okay, der Mensch, der steht dann für Geschmack, der Mensch, der sollte alles absegnen. Und ich wollte nur sagen, im Militär gerade wird juristisch diskutiert, inwiefern eine KI eigentlich gerade eigenständig einen Menschen umbringen darf. Das war einer der roten Linien, die Anthropic quasi mit eindämmen wollte. Eindämmen meine ich mit, Anthropic hat gesagt, wir sind noch nicht gut genug, dass eine KI in einem vollautomatisierten System quasi aktiv wird. Noch nicht. Das war kein moralischer Grund. Das heißt, das wird noch kommen. Und wenn wir uns den Status jetzt anschauen, was dieser sogenannte Human in the Loop eigentlich ausmacht und da mal ins Detail gehen, dann heißt das eigentlich im echten Leben. Der Mensch, der wirklich an einem Waffengerät sitzt, der hat genau 20 Sekunden zu entscheiden, ob dieses Ziel, was von Anthropic irgendwie anvisiert wurde, wo gesagt wurde, dieser Mensch ist vielleicht eine Gefahr, abzusegnen oder abzulehnen. Das ist der sogenannte Human in the Loop. Und das System selbst, das heißt Lavender, und das haben Sie selber gesagt, und da gibt es auch Zitate dazu, hat eine Fehlerquote von 10%. Und da frage ich mich, was soll ein Human in the Loop noch wirklich bewirken, der 20 Sekunden Zeit hat, um über Leben und Tod zu entscheiden. Und da sind wir juristisch halt immer noch in einem Graubereich. Da kann ich nicken und da kann ich erst mal sagen, okay, schön und gut im Marketing, ja, alles klar, die KI soll alles absegnen. Da ist nicht so viel zu verlieren, wenn mal die KI einen Fehler macht. Aber was das halt wirklich im echten Leben bedeutet, in so einem Militärszenario, ist halt fatal. Und deswegen müssen wir uns damit beschäftigen, inwiefern wir diesen Human in the Loop immer wieder wiederholen als das wird uns retten. Wenn der Mensch alles absegnet am Ende, das wird uns retten. Nein, wird es nicht. Wie siehst du das, Dominik? Also wenn ihr so stark auf KI-Agenten setzt? Ja, klar, Aja hat es gesagt, im Marketing geht es nicht um so krass viel wie jetzt im Militär, aber ebnet es nicht letztlich den Weg genau dahin, wenn KI oder Entscheidungen von KI immer mehr normalisiert werden? Die Frage ist ja immer, was sollte die Technologie dürfen und was nicht? Und das ist ja so ein bisschen auch europäisches Alleinstellungsmerkmal heute, dass wir stärker Riegel vorschieben. Deswegen propagieren wir ja auch, dass wir ein sehr starkes Europa brauchen, das mit Sicherheit nicht mehr bei den Modellen mithalten können wird. Fraglich ist, ob wir mit Infrastruktur mithalten können, aber sicher eine riesengroße Chance haben, Anwendungsweltmeister zu werden. Gerade wenn wir auch Richtung Physical AI schauen. Wir haben einen sehr starken Industriemittelstand hier, wo es sehr viel auch noch implizites Wissen gibt und alles, was implizit ist, ist auch schwer kopierbar und damit aber auch schwer skalierbar, ehrlicherweise. Also da haben wir auch viel Potenzial und je stärker wir ökonomisch werden, desto mehr haben wir Verhandlungsmasse, humanistische Werte einzufordern. Ja, also daran glaube ich erst mal und dafür arbeite ich auch. Ich sehe mich da weniger als Opfer der KI, sondern als Akteur und zwar sowohl als Europäer als auch als Unternehmer Gesellschaften mitgestalten zu wollen und das auch als Auftrag für uns zu sehen, ob man Krieg jetzt optimiert oder nicht. Ich finde Krieg per se scheiße und finde es nichts, was einem Homo sapiens sapiens im 21. Jahrhundert überhaupt gerecht wird, egal mit welcher Technologie es macht. Wenn wir jetzt nochmal ein bisschen zurückkommen auf Marketing, mit den technischen Möglichkeiten steigen ja auch die Erwartungen der KundInnen. Also der Chatbot soll nachts um drei ganz präzise alle meine Fragen beantworten können. Die Rückerstattung soll innerhalb von Sekunden auf meinem Konto sein. Gleichzeitig, wenn KI oder wenn Inhalte KI generiert sind, also sei es jetzt der LinkedIn Post oder der Newsletter oder bei uns bei der Bayerischen Zeitung die Zeitungsartikel, das hat immer so ein bisschen so ein Geschmäckle und irgendwie finden wir das doof. Wie behält man denn da die balance und wie gewinnt man das vertrauen der menschen also vertrauen ist für mich dann ganz, wichtiges stichwort du hast mir vorgespräch auch gesagt könntet eigentlich alles automatisieren aber ihr macht das nicht weil die kundinnen das nicht wollen woran merkt ihr das denn und wie geht ihr damit um, Also ich würde erst mal sagen, das erste Layer ist, dass die KI sich uns beweisen muss. Also sozusagen die AI muss unser Vertrauen erst mal gewinnen. Und eben am Beispiel unseres Styling-Prozesses testen wir immer wieder die Kombination von Mensch und AI gegen AI alleine und finden dadurch heraus, wo funktioniert es schon sehr gut und wo nicht. Und diese Grenzen verschieben sich natürlich ständig. Und zusätzlich sehen wir eben, dass der Kunde diesen menschlichen Kontakt, also wirklich Mensch zu Mensch, sehr wertschätzt und dass das so ein extra Vertrauen liefert. Und das ist für uns einer der Gründe, warum wir auch für die Zukunft festhalten an diesem Modell, dass wir menschliche Stylisten haben und da über 200 tolle Experten haben, weil wir einfach sehen, dass es für Menschen einen Unterschied macht. Möglicherweise macht es aber genau auch deshalb einen Unterschied, weil so viele andere Marken und Services das nicht tun, sondern eben komplett automatisieren. Also es lebt schon auch von diesem Gegenpol. Und könnte man sagen, wenn du einen persönlichen Brief schreibst an deine KundInnen, ist das ein Stück weit auch ein Verstecken von hier läuft auch KI dahinter und es hat so einen ganz persönlichen Touch? Ja, das haben wir ganz viel diskutiert, weil wir eben ja sozusagen diese menschlichen Touchpoints irgendwie skalierbar machen müssen. weil ich kann leider keine 500.000 Briefe schreiben oder zumindest würde mir dann die Hand abfallen. Aber die Kunden verstehen, dass das nicht, also dass das sozusagen in Gedanken und in der Intention von mir kommt, aber in der Umsetzung, in der skalierbaren Form zu ihnen kommt und sie wertschätzen das trotzdem. Also wir schreiben das nicht extra drunter, dieser Brief wurde gedruckt und nicht nur an sie versandt. Und trotzdem kommt es als große Wertschätzung an, weil wir eben uns die Mühe gemacht haben und den Extraschritt gegangen sind. Aber vielleicht da als kurzer Aspekt, ja, ich glaube, dass es totales Alleinstellungsmerkmal werden kann, dass wir als Menschen ins Zeitalter der Irrationalität kommen und vielleicht Dinge tun, auf die eine KI niemals kommen würde und vielleicht auch viele CFOs fairerweise niemals kommen würden. Diese Live-Events von uns ist ein Thema, das wir angesprochen haben. Wir sehen das ja aber auch in ganz vielen Entscheidungen, die kluge Marken treffen, die man erstmal nicht rechtfertigen kann, die man nicht in irgendeine Excel- oder ROI-Betrachtungen trifft, wenn Taylor Swift plötzlich auf einer Hochzeit erscheint und da spielt, die sonst Hallen füllt und plötzlich damit eine andere Nahbarkeit hat, auch wenn sie nicht auf jeder Hochzeit spielt. Aber da muss man schon eine Schraube locker haben, auf die Idee zu kommen, dass das eine kluge Markenbildung ist, so eine Aktion zu fahren. Und ich kann nur jeden dazu ermutigen, lasst uns Irrationalität hochleben, weil das ein Alleinstellungsmerkmal sein wird, das wir noch sehr lange für uns behalten. Sehen das die anderen auch so? Ich fand die Diskussion ganz witzig, als jetzt vor ein paar, ich glaube, vor ein paar Wochen oder vor einer Woche war das, als herauskam, dass ein Abgeordneter, ich glaube sogar der Digitalminister in dem Fall, seine Texte mit KI schreibt. Und ich habe zwei Lager direkt gesehen, Menschen, die sagen, hä, wie sollten wir das nicht feiern, dass ein Digitalminister nicht mit KI arbeitet versus, warum schreibt er das alles mit KI, hat er keine eigenen Worte, er ist doch Politiker, der soll doch zu den Leuten sprechen. Ich habe mich ehrlicherweise noch nicht ganz entschieden. Ich glaube, es wird ja in meiner Keynote, kommt auch später vor. Aber trotzdem wollte ich anmerken, dass hier, glaube ich, so ein Moment war, wo Vertrauen einfach kurz gebröckelt ist. Weil der Moment, wo der Digitalminister die KI genutzt hat für seine Rede, war wirklich für einen Gedenktag. Und das war irgendein, ich weiß nicht mehr, was das war, war ein jüdischer Gedenktag. Und es ging um die Opfer und es hatte so ein Geschmäckle, wie du sagst, dass man in dem Moment, wo Emotionen hochgelebt und eigens authentisch rübergebracht werden müssen, dass da die KI die Texte schreiben muss. Aber ich bin nicht dagegen, dass man Texte mit KI schreiben muss. Englisch ist beispielsweise nicht meine Muttersprache und ich schreibe sehr viel auf Englisch online und ich lasse das immer einmal durch die KI gehen, einfach nur um sicher zu gehen, ob das jetzt alles richtig ist. Aber da haben wir, glaube ich, gesehen, da ist irgendwas, was die Leute extrem nervt. Ein Politiker, der zu Menschen reden muss und Vertrauen gewinnen muss. Da geht irgendwas verloren. Ja, aber fairerweise, er hat seine Texte vorher auch nicht selber geschrieben. Das war halt vorher nicht KI, sondern er hat Redenschreiber und nicht nur einen, ehrlicherweise. Menschen haben das geschrieben. Ja, aber er hat selber nicht geschrieben. Das sind nicht seine authentischen Worte. Die hat studiert, er hat es rübergebracht, da ist ein Gespräch entstanden. So läuft das normalerweise ab. Und ich finde, da ist aber auch die Brücke zu dem, was wir vorher mit der Markenkommunikation hatten. Es geht doch im Wesentlichen um Authentizität der Aussage, die dahinter ist. Und dann ist es doch fast egal, ob dann nachher die finalen Texte nochmal durch eine KI durch sind, ob sie davon geschrieben wurden, solange die Aussage dahinter, authentisch ist von dem Absender. Und Absender kann eine Marke, kann eine Person sein. Sind die Ideen, sind die Botschaften dahinter nicht da, dann wird es grenzwertig. Solange die aber klar verortenbar sind, ist es doch sowohl im Marketing als auch bei solchen Reden aus meiner Sicht ein gutes Werkzeug. und dann kommen wir wieder zu dem, es werden sich einfach nur Rollen und Aufgaben verschieben, keiner wird die Texte mehr runterschreiben. Da haben wir jetzt einfach ein Werkzeug an der Hand, das uns hilft, diese Ideen vielleicht besser und schneller aufs Papier zu bekommen oder wie auch immer. Und so sollten wir KI aus meiner Sicht sehen. Die Ideen dahinter und die authentischen Gedanken, die sollten aber weiterhin greifbar bleiben und verortenbar bleiben bei den Absendern. Ist doch toll, dass jetzt viel mehr Leute tolle Reden halten können. Nicht nur der Digitalminister, der einen Redenschreiber hat. Ist doch super. Ja, kann man so sehen. Vielleicht abschließend mit Blick auf die Zeit. Wir haben jetzt zu Beginn über die Wirkung von KI gesprochen, die Ziele. Ist ja nicht ganz unwichtig in Anbetracht der Dimensionen, über die wir hier reden, was das irgendwie mit unserer Gesellschaft macht. Ich frage mich so ein bisschen, lösen wir mit KI denn schon die richtigen Probleme und welche Probleme haben wir vielleicht noch gar nicht auf dem Schirm? Wer mag? Bei uns hat es ganz viele Dimensionen wieder, ich kann das aus der gesamten Global-Galaxie stellen, wenn ich jetzt aus der Unternehmenswelt drauf gucke, was wir lösen wollen und da hat sich die KI überhaupt keinen Einfluss drauf, es geht immer um die Kundenbedürfnisse. Wenn ich die jetzt besser lesen kann, wenn ich sagen kann, ich kann Unternehmerteam noch einfacher machen, als wir es eh schon machen wollen, dann hilft es. Mir ist auch egal, wie der Text geschrieben ist. Wenn der mich berührt, ist es mir doch wurscht, wer das gemacht hat. Es geht gerade ein TikTok-Video durch, wo extrem berührt, wo extrem viel Gefühl drin ist in dem Song. Mag ich den, mich trifft es jetzt nicht so, aber wenn das Menschen berührt, ist es doch super. Wir sind nicht in den 80ern, wo Milli-Mallilli da kommt, die haben gar nicht gesungen, würde heute keinen Schwein mehr interessieren. Das ist doch dasselbe Spiel. Da bin ich echt der Kunde. Da bin ich auch bei dir. Ich habe letztens so einen Klassik Open Air begleiten dürfen, wo irgendwie die 10. Sinfonie Beethovens mit KI gemacht wurde und da war ich zu Tränen gerührt. Das fand ich schon sehr schön. Und auch um mal was Positives zu sagen, also KI hat ja schon auch tolle Probleme gelöst. Wir haben mathematische Probleme, die gelöst wurden, die. Seit Jahrhunderten irgendwie im Raum stehen. Wir haben neue Antibiotika gefunden. Also das sind alles Sachen, für die ich KI sehr gerne weiterhin verwenden möchte. Ich glaube nur, da war was Kleines mit einem Klimawandel, mag ich behaupten, was uns, glaube ich, so den ganzen Grund und Boden nehmen könnte, wenn wir die Datencenter nicht richtig ausbauen. Und trotzdem würde ich sagen, nein, wir nutzen das volle Potenzial noch nicht aus, sondern nicht alle Möglichkeiten, die da sind. Vorhin schon gesagt, ich glaube, wir sind an der Spitze des Eisbergs, müssen uns alle noch einfinden, was für Möglichkeiten da noch da sind. Auch da wieder die Rückerinnerung, am Anfang des Internets war es auch ein nettes Wissenswerkzeug, um ein bisschen E-Mails auszutauschen und eventuell ein paar Newsseiten zu konsumieren. Was aber wirklich ein Potenzial dahinter steckt, da haben wir 10, 15, vielleicht sogar 20 Jahre gebraucht, um das auch gesellschaftlich zu verankern, heute nicht mehr wegzudenken. Und ich glaube, da wird auch noch Zeit ins Land gehen, bis wir das volle Potenzial AI erstmal greifen können und dann auch wirklich, hoffentlich im positiven Sinne, für uns einsetzen können. Aber ist das nicht in Evergreen? Also ist das nicht immer so? Das ist immer so, auch bei der AI nichts Besonderes. Bei jeder Technologie so, es wird wieder sein, da kommt eine neue, dann verlassen wir die LLMs, das ist ja was, wo zumindest in Vergangenheit mäßig immer schon so war. In einem Jahr treffen wir uns für Quantum Computing. Ich glaube, das ist das Nächste. Da haben wir uns auch lange übergesprochen. Ja, vielleicht konnten wir heute einen kleinen Beitrag dazu leisten, eben zu Beginn dieser Revolution uns ein paar Gedanken zu machen. Ich hoffe, es hat euch Spaß gemacht. Mir hat es großen Spaß gemacht. Ich sage vielen lieben Dank. Dankeschön. Vielen Dank.