Latest / Kitaradio / Kindeswohl und Kindesschutz
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- 0:02Speaker 1: Kita-Radio, der Podcast mit Themen und allem Wissenswerten rund um Kita und Pädagogik.
- 0:09Speaker 1: Hallo und herzlich willkommen zu einem neuen Impuls Kinderschutz und Kindeswohl!
- 0:16Speaker 1: Was ist das?
- 0:17Speaker 1: Warum ist es wichtig?
- 0:18Speaker 1: Wie begegnet uns das auf verschiedenen Ebenen?
- 0:22Speaker 1: Warum müssen wir pädagogische Fachkräfte damit uns wirklich gut auseinandersetzen?
- 0:28Speaker 1: Welche Information brauche ich aber auch?
- 0:31Speaker 1: Wie kann ich Kinder gut begleiten, Familien abholen?
- 0:35Speaker 1: Aber auch vielleicht mein Team mit inkludieren.
- 0:38Speaker 1: Und wie kann ich eventuell auch als Tiermitglied ein Teil der Gefährdungsbeurteilung sein und aber auch einen Teil der Impulse für die Kinder?
- 0:53Speaker 1: Heute habe ich einen wunderbaren neuen Gast bei mir Julia aus Mannheim von einem Jugendhilfeträger.
- 1:02Speaker 1: Schön, dass du da bist.
- 1:03Speaker 1: Vielen Dank, dass es geklappt hat, dass Du uns zu diesem Thema... Hallo!
- 1:07Speaker 1: ...fachlich begleitest?
- 1:09Speaker 1: Es ist ja auch Dein Job aber stelle ich doch erst mal selbst vor
- 1:13Speaker 0: Ja, ich bin Julia Ich bin ein Vierzig Jahre alt und arbeite in Mannheim bei den Jugendhilfeträger In der sozialpädagogischen Familienhilfe Und auch Betreuungshilfe Einzelfallhilfe.
- 1:25Speaker 0: Also das Ganze nennt sich eigentlich ambulantere Einzelfalleilfen
- 1:29Speaker 1: ambulante Einzelfallhilfen.
- 1:31Speaker 1: Das sind ja so viele Fachwörter drin, kannst du uns vielleicht kurz beschreiben was das bedeutet?
- 1:39Speaker 0: Genau.
- 1:41Speaker 0: Amperland bedeutet immer, dass wir quasi in die Haushalt der Familien reingehen oder uns mit den Jugendlichen treffen, also immer am Ort des Geschehens sind sozusagen.
- 1:51Speaker 0: Also wir sind jetzt keine Einrichtung wo die Hilfesuchenden zu uns kommen sondern wir suchen die Hilfen sozusagen auf und unterstützen da wo es brennt.
- 2:02Speaker 0: was so verschiedene Aufträge auch sind die meistens aber vom Jugendamt kommen Und die halt festgehalten werden in sogenannten Hilfeplangesprächen oder wenn dann Ziele vereinbart und dann wird daran gearbeitet.
- 2:15Speaker 0: So, und alle halbe Jahre wird das dann sozusagen überprüft im Hilfeplan-Gespräch.
- 2:20Speaker 0: Genau!
- 2:21Speaker 1: Also du gehst mit deiner Arbeit in die Familien unterstützt beziehungsweise auch beurteilt?
- 2:29Speaker 0: Der Auftrag kommt immer vom Jugendamt.
- 2:32Speaker 0: Es gibt zwei Wege, entweder kommen die Hilfe Suchenden selber zum Jugendamt und sagen ich kann nicht mehr, ich bin überfordert weil ich brauche Hilfe usw.
- 2:42Speaker 0: Oder es gibt eben den Fall dass ein Kind auf welcher Art und Weise auch immer in eine Einrichtung auffällig wird oder Auffälligkeiten zeigt wo dann die Einrichtungen einer sogenannten Kindesvorgefährdungsmeldung machen muss in schlimmsten Fall.
- 2:59Speaker 0: Oder besten Fall, man weiß noch nicht genau.
- 3:01Speaker 1: Ja das sind glaube ich zwei große Faktoren mit denen wir uns heute beschäftigen auch Meldungen.
- 3:09Speaker 1: Also ich kenne es aber unsere Zuhörer erinnern vielleicht nicht.
- 3:13Speaker 1: Warum gibt es diese Meldung?
- 3:15Speaker 1: oder was bedeutet das vielleicht auch?
- 3:18Speaker 0: Es bedeutet immer den Schutz des Kindes.
- 3:20Speaker 0: also das Kind ist wohl steht an erster Stelle, also dass es dem Kind gut geht.
- 3:25Speaker 0: Im Sinne nicht nur von satt und sauber sondern im Sinne von auch das seelische Wohl des Kindes.
- 3:31Speaker 0: die Entwicklung läuft altersgerecht Es wird gefördert Und es wird in seinen Gefühlswahrnehmungen unterstützt aufgefangen begleitet wie auch immer und ja Also das Seelische-Wohl des kindes sozusagen gestärkt.
- 3:47Speaker 0: Ja
- 3:49Speaker 1: wenn man das sieht das ist zum Beispiel nicht gewährleistet wird in den Familien, aber vielleicht auch in den Kindergartenhäusern.
- 3:57Speaker 1: Was wäre dann so zum Beispiel ein Schritt?
- 4:00Speaker 0: Also der allererste Schritt ist eigentlich immer das Gespräch mit den Eltern im Kindergarteneinrichtungen.
- 4:06Speaker 0: wenn es jetzt wäre z.B.
- 4:08Speaker 0: aber auch das Kollegium also dass man es im Team beispielsweise bespricht als allererstes würde ich das sogar als allererster Stelle setzen und dann eben das Gesprächen mit den Eltern dass gewisse Dinge aufgefallen sind und Grund zur Sorge besteht für das Kind, sodass die Eltern erst mal darüber in Kenntnis sind und auch die Möglichkeit haben dazu Stellung zu beziehen.
- 4:32Speaker 0: Denn nicht jede Auffälligkeit ist auch gleich eine Kindeswohlgefährdung.
- 4:36Speaker 0: Es gibt doch immer mal Situationen wie in jeder Familie, die einfach turbulent sind.
- 4:41Speaker 0: wenn es jetzt keine Ahnung mal ein Umzug war oder ein Familienmitglied gestorben ist oder eine Krankheit in der Familie vorherrscht und so weiter, dann hat das auch manchmal Auswirkungen auf die Kinder oder auf das Verhalten der Kinder.
- 4:54Speaker 0: Und so sollten auch die Eltern die Möglichkeit haben darauf reagieren zu können auf diese Auffälligkeiten und es sollte ihnen Raum gelassen werden da drauf einzugehen oder das zu beheben.
- 5:05Speaker 0: Eine Gefährdungsmeldung kommt eigentlich eher mit einer Ankündigung also dass dann erneutes Gespräch geführt wird vielleicht noch mal ein drittes Gespräch.
- 5:16Speaker 0: Also je nach dem, je nach eins, sehr individuell und dann wird es eigentlich auch angekündigt.
- 5:23Speaker 0: also wir sehen da keine Verbesserung.
- 5:24Speaker 0: Es besteht weiterhin Grund zur Sorge.
- 5:27Speaker 0: dieses Verhalten ist so gravierend dass wir reagieren müssen und wir müssen jetzt eine Meldung machen beim Jugendamt.
- 5:35Speaker 0: Es gibt aber auch die geheime Meldungen beim Jugendamt wenn Wenn die Sorge besteht oder die Gefahr besteht, dass von den Eltern eine Gefahr ausgehen könnte.
- 5:46Speaker 0: Wenn ich denen das jetzt sage, dann lassen sie vielleicht auch ihre Wut am Kind raus oder in der Einrichtung aus und sind nicht mehr
- 5:54Speaker 0: kontrollierbar.".
- 5:55Speaker 1: Dann gibt es nach diesen vielen Gesprächen eventuell auch eine Verbesserung – das wäre natürlich das Optimalste!
- 6:02Speaker 1: Und dann geht's ans Jugendamt?
- 6:05Speaker 0: Ja.
- 6:06Speaker 1: Und was passiert danach?
- 6:07Speaker 0: Also das Jugendamt hat dann erst mal auch wieder die Prüfungspflicht, also bekommt dann eben diese Meldung und muss sich dann eigentlich erstmal wieder ein umfassendes Bild machen.
- 6:16Speaker 0: Also sprich mit der Einrichtungen-Kontaktaufnehmen, den jeweiligen Erziehernkontakt aufnehmen, die das Kind beobachtet haben oder die das Kinder jeden Tag quasi erleben und natürlich aber auch mit dem Elternkontrakt aufnehmen in den Haushalt möglicherweise oder auf jeden Fall in den Haushalt gehen.
- 6:37Speaker 0: Wo sind die Stellen, wo es harbert und woran liegt es?
- 6:42Speaker 0: Wer braucht hier eigentlich gerade was.
- 6:45Speaker 0: Und wenn das nicht ganz klar ist dann gibt's so eine Art Clearing was eingesetzt werden kann, auch das ist etwas, was ich leiste.
- 6:54Speaker 0: Sprich der Auftrag ist eigentlich gar nicht so ganz klar.
- 6:57Speaker 0: es gibt einfach nur ein auffälliges Verhalten des Kindes und das müsste jetzt mal beobachtet werden bzw.
- 7:04Speaker 0: geprüft werden.
- 7:05Speaker 0: und dann komme ich rein in die Familie und gucke einfach über eine gewisse Zeit meistens im Zeitraum zwischen sechs bis acht Wochen Wer braucht hier eigentlich was?
- 7:15Speaker 0: Das ist so dieser Auftrag.
- 7:17Speaker 0: Also, was braucht das Kind?
- 7:19Speaker 0: Was brauchen aber möglicherweise auch die Eltern und manchmal sind es auch nur kleine Stellschrauben Und manchmal führt es aber auch dazu dass dann eine Hilfe installiert wird im Sinne von entweder Familienhilfe.
- 7:33Speaker 0: ganzheitlich, dass das ganze Familiensystem quasi mit eingebunden wird.
- 7:38Speaker 0: Das können Erziehungsfragen sein, das können Fragen der Ordnung und Sauberkeit, das kann Fragen der Strukturierung des Alltags sein, es können Dinge dann in der Überforderung so wo man vielleicht einfach ein paar Netzwerke installieren muss um nochmal die Familie auch zu stützen.
- 8:00Speaker 0: oder Es kann auch sein, dass es, wenn das jetzt weg von der Familienhilfe, könntest du auf eine Betreuungshilfe beispielsweise hinauslaufen.
- 8:06Speaker 0: Wo das Kind absolut im Fokus steht und dann geguckt wird was braucht das Kind damit's ihm gut geht?
- 8:13Speaker 0: Also wo sind eigentlich die Themen, die drücken?
- 8:17Speaker 0: Brauchst da vielleicht eine Anbindung an einen Sportverein?
- 8:20Speaker 0: Braucht da vielleicht die Anbindungen an eine Therapie?
- 8:22Speaker 0: Brauchs da allgemein erst mal überhaupt die positiven Erlebnisse gemeinsam wieder zu fördern und überhaupt erst mal wieder was Gutes erleben zu können.
- 8:32Speaker 0: Also das hört sich dann immer so easy an, ja und was hast du heute gemacht?
- 8:36Speaker 0: Ich war halt Eis essen mit dem und dem Kind und auch ja so einen Job hätte ich gerne einfach nur Eis essen gehen.
- 8:42Speaker 0: aber für Kinder oder Jugendlichen ist es tatsächlich etwas Großes weil da steckt meistens Wasser hinter und da geht's natürlich auch um Vertrauen.
- 8:51Speaker 0: Und ich glaube, nur mit Vertrauen können wir auch die Tür öffnen für Veränderungen.
- 8:55Speaker 0: Wow!
- 8:59Speaker 1: Also das Thema geht auch unter die Haut wie ich jetzt schon wieder höre.
- 9:02Speaker 1: Das ist ein sehr intensives Thema, mit dem du dich da tagtäglich beschäftigst.
- 9:09Speaker 1: Darf ich fragen warum?
- 9:11Speaker 0: Warum ich das mache?
- 9:14Speaker 0: Ich bin eigentlich ursprünglich gelernte Jugend und Heimatcierin und habe viel in stationellen Gruppen gearbeitet und auch teilstationären Gruppen.
- 9:23Speaker 0: Also, teilstationär deshalb weil ich dann selber Mama geworden bin und gemerkt habe Schichtdienst mit Kleinkind klappt nicht gut Und innerlich hab' ich aber immer so für mich gemerkt irgendwo würde ich gerne früher ansetzen wollen also wenn die Kinder im Heim landen ist es eigentlich oft zu spät.
- 9:42Speaker 0: da ist wirklich schon wahnsinnig viel manifestiert und ganz viel passiert.
- 9:45Speaker 0: vor allen Dingen und ich habe mich dann in meiner eigenen beruflichen Werdegang die Frage stellt, wo ist eigentlich der Point of Change?
- 9:53Speaker 0: Wo kann ich ansetzen und ich glaube dass das genau der Punkt ist früher in die Familie reinzukommen sich dieses Familiensystem vor allen Dingen anzuschauen.
- 10:02Speaker 0: Und nicht nur Eltern-Kind sondern was gibt es da auch noch so drum herum?
- 10:07Speaker 0: und wie funktioniert dieses ganze System?
- 10:11Speaker 0: Was kann dem System helfen wieder gesund zu werden?
- 10:16Speaker 1: Also nicht nur das Kind und das Problem sehen oft Nicht nur ein Problem, Familie, Kind, Netzwerk.
- 10:22Speaker 1: Sondern verschiedene Stellschrauben.
- 10:24Speaker 1: und wie kann man da mit Einfluss nehmen?
- 10:26Speaker 1: Genau!
- 10:27Speaker 0: Und manchmal ist aber auch da... das ist so'n bisschen der negative vielleicht, aber auch schräg durch positive Teil.
- 10:34Speaker 0: Wenn man das Ganze reframe bleibt tatsächlich auch nur das Kind aus der Familie zu nehmen weil das der beste Weg für das Kind wäre.
- 10:41Speaker 0: Weil es Zuhause einfach voll mit ist, mit Gewalt, möglicherweise Drogenkonsum unhygienischen Zuständen, sodass das Wohl des Kindes so stark belastet wäre und die Entwicklung so stark gefährdet wäre.
- 10:59Speaker 0: Dass man sagen müsste hier braucht es eine Herausnahme des Kindens damit das Kind zur Ruhe kommen kann und die Möglichkeit hat sich gesund entwickeln zu können.
- 11:08Speaker 1: Also einfach auch was ist der nächste Schritt?
- 11:11Speaker 1: Und vielleicht auch hoffentlich der letzte aber vielleicht noch ganz viele Schritte die da noch mehr kommen.
- 11:18Speaker 1: Hast du vielleicht auch für uns oder die Zuhörenden was Positives?
- 11:23Speaker 1: Also wir hören immer mehr raus.
- 11:25Speaker 1: Das Thema ist schwer, das Thema ist viel Verantwortung, viel Zusammenarbeit – das höre ich raus!
- 11:31Speaker 1: Aber gibt es auch etwas Positives daran?
- 11:34Speaker 0: Ja also das Positive ist wenn Eltern es annehmen können.
- 11:38Speaker 0: Wenn Eltern dankbar sind meine Unterstützung für Impulse, die ich reingebe und es tatsächlich auch versuchen, umzusetzen.
- 11:50Speaker 0: Und damit dann positive Erfahrungen machen und in die richtige Richtung gehen.
- 11:56Speaker 0: Das ist jetzt nicht das Idealbild.
- 11:58Speaker 0: Ich glaube davon darf man sich ganz schnell verabschieden in diesem Bereich so.
- 12:03Speaker 0: Aber also man darf diese Kleinigkeiten, die richtig gut laufen wirklich hervorheben und daran... wachsen sie dann auch.
- 12:09Speaker 0: Also wenn, wenn Sie positive Bestätigung bekommen, dann kriegen die ja auch irgendwie so eine mystische Kraft wo sie dann tatsächlich wachsen dran und das ist schön zu sehen.
- 12:19Speaker 0: Es passiert leider nicht so häufig aber es passiert und dass ist das was mich hält.
- 12:24Speaker 0: Ja.
- 12:25Speaker 1: Hast du oder hast Du ein Baich?
- 12:27Speaker 1: Ein konkretes Beispiel für uns
- 12:29Speaker 0: Ein positives Beispiel?
- 12:31Speaker 1: Das wäre natürlich optimal.
- 12:33Speaker 0: Ja, ich habe ein positives Beispiel.
- 12:35Speaker 0: Es war eine Allerheinshinde Mutter die ich begleitet habe bestimmt über anderthalb zwei Jahre mit drei Kindern, die das sehr gut annehmen konnte, die sehr dankbar war für meine Unterstützung gerade was so diese ganzen Behörden Sachen und Papiere betrifft aber auch was ihre Kinder betriffe da selber ruhiger zu werden oder sich mehr zu reflektieren, zu überlegen was brauche ich eigentlich als Mama und mir da auch ein Stück weit Hilfe zu suchen.
- 13:04Speaker 0: Was sie dann auch gemacht hat die ist dann in Neckar Gemünd ins familientherapeutische Zentrum gegangen mit ihrer Tochter und das hat die richtig nochmal gepusht ja und dass es tatsächlich war ein sehr positiver Hilfeverlauf so dass die Hilfe auch im Positiven beendet werden konnte Und ich tatsächlich sogar bis heute noch Kontakt zu ihr habe, sporadisch.
- 13:28Speaker 0: Aber sie hat auch wieder Familienhilfe, weil sie tatsächlich sogar nochmal Mama geworden ist, also jetzt sind es inzwischen vier Kinder.
- 13:34Speaker 0: Aber Sie hat auch jetzt ein Partner und alles ist irgendwie safe.
- 13:41Speaker 0: Das war so mein absolutes Positiv-Erlebnis.
- 13:44Speaker 0: Und sie ist immer noch sehr dankbar und mag auch gern weiter mit mir Kontakt haben aber ... höchstens so zweimal im Jahr, dann schreibt man sich mal weiß ich nicht frohe Weihnachten oder sowas.
- 13:55Speaker 1: Aber auch die kleinen Dinge macht ihr und der lange Zusammenhalt.
- 14:01Speaker 1: Fast zwei Jahre hast du gerade gesagt mit der Familie, mit der Mutter zusammengearbeitet mit den Kindern und das macht ja auch was mit dem Konstrukt-Familie aber auch etwas mit dir.
- 14:14Speaker 1: Was macht sowas Positives auch mit dir?
- 14:16Speaker 0: dass Veränderung möglich ist.
- 14:18Speaker 0: Also den Glauben an meine Arbeit weiß ja doch, wie du schon gesagt hast, sehr belastend ist.
- 14:23Speaker 0: Es ist sehr schwer es häufig.
- 14:26Speaker 0: Sehr viel eigentlich mit Abwehr des böse Jugendamts.
- 14:30Speaker 0: also viele denken ich bin das Böse-Jugendamt jetzt komme ich da rein und dann wollen die natürlich erst mal überhaupt nicht mit mir arbeiten weil ich bin ja das Bössejugendamt was ich aber nicht bin.
- 14:38Speaker 0: Ich treffe zwar meinen Auftrag daher aber ich bin's halt nicht und ich muss auch nicht alles ans Jugendamt zurück melden.
- 14:46Speaker 0: Genau, jetzt habe ich gerade einen Faden verloren und sich
- 14:49Speaker 1: gar nicht vergessen.
- 14:50Speaker 1: Gar kein Problem!
- 14:51Speaker 1: Eine positive Sache verändern uns ja auch in unserer Arbeit.
- 14:56Speaker 1: Was hatte das für ein Einfluss für dich?
- 14:58Speaker 1: Dass du...
- 15:00Speaker 0: Dass ich den Job weiterhin mache.
- 15:02Speaker 0: Super!
- 15:03Speaker 1: Also einfach trotz den Herausforderungen auch das schwere Thema trotzdem auch die kleinen Dinge wieder wertzuschätzen.
- 15:10Speaker 0: Ja, genau und ich glaube das ist auch der Schlüssel.
- 15:14Speaker 0: also es ist tatsächlich psychologisch auch so dass wir man sagt ja immer es gibt so ein tolles Sprit-Sportfaire so Man lernt aus Fehlern.
- 15:22Speaker 0: Das ist aber psychologische Quatsch.
- 15:23Speaker 0: Also Wir Lernen Tatsächlich Nicht Aus fehlern.
- 15:26Speaker 0: Wovon wir lernen Ist tatsächlich durch positive Bestätigung und aus Fehlern anderer.
- 15:32Speaker 0: Also wenn wir sehen, dass andere Fehler machen, denken die, oh-oh-oh, desch mach mal mein Leben auch nicht!
- 15:39Speaker 0: Aber positive Bestätigung ist glaube ich das wertvollere.
- 15:42Speaker 0: und ja... Das ist so was mich hält und was sich halt auch immer wieder merke, was wirklich der Veränderung beiführt und auch bei mir selber auch merke.
- 15:52Speaker 0: also, wenn mir jemand etwas Positives rückmeldet oder ich mir auch mal selbst positiv zurückmelde und auf den Schulterklopfen sagst hast du gut gemacht Ja, daran wachsen wir.
- 16:02Speaker 1: Daran wachsen wie ein wunderbares Stichwort.
- 16:05Speaker 1: Den Wachstum tun auch die Kinder?
- 16:08Speaker 1: Du betreust ja in verschiedenen Altersgruppen von bis...
- 16:13Speaker 0: Von Baby bis Achtzehn und auch Ü-Achzehn gab es.
- 16:19Speaker 0: also ich jetzt nicht persönlich aber im Team ist es durchaus so dass.
- 16:24Speaker 0: Also Hilfe zur Erziehung kann tatsächlich bis zum einzwanzten Lebensjahr gewährt werden und da gibt es dann schon auch Betreuungshilfen, die halt eine zwanzigjährige haben oder sowas.
- 16:34Speaker 0: Ja also junge Erwachsene Genau
- 16:37Speaker 1: Und viele junge Erwachsene werden ja pädagogische Fachkraft.
- 16:40Speaker 1: jetzt nochmal Back to the Roots zu unserem großen Thema Kindergarten Kindeswohl, Kinderschutz.
- 16:47Speaker 1: Das lernen viele Erzieherinnen pädagogische Fachkräfte, Innenausbildungsbetrieben aber auch natürlich in dem schulischen Kontext.
- 16:56Speaker 1: Hast du da vielleicht einfach auch weil das Thema oft sehr schweres Begleitmaterial mit sich bringt und viel Aufwand, viel Zeit für energiefes Team?
- 17:05Speaker 1: Vielleicht ein positiven Tipp oder vielleicht auch einen positiven Impult für die Kindergärten?
- 17:12Speaker 0: Bleibt dran also guckt hin, guckt genau hin Und tauscht euch aus.
- 17:18Speaker 0: Also wir leben alle vom Austausch und das bringt uns weiter, was ich beobachte, beobachtet mein Kollege nochmal ganz anders oder vielleicht auch gar nicht und lieber einmal zu viel hingeguckt als einmal zu wenig.
- 17:33Speaker 0: Also
- 17:33Speaker 1: wach sein?
- 17:34Speaker 0: Ja!
- 17:35Speaker 1: Und wenn du jetzt gerade junge Menschen Ausbildung hast mit denen du ja auch viel zusammenarbeitest... Was kannst du vielleicht auch denen an die Hand geben?
- 17:44Speaker 1: Also Menschen, die jetzt gerade in die Pädagogik einsteigen.
- 17:48Speaker 0: Ja irgendwie fast so will.
- 17:49Speaker 0: die gleiche Antwort also bleibt... miteinander im Austausch stellt Fragen an die Kollegen.
- 17:55Speaker 0: Ich sehe das so, ist es normal?
- 17:58Speaker 0: Wie siehst du das?
- 18:00Speaker 0: Kenne ich jetzt noch nicht oder hast du gesehen wie der Papa den Kleinen an dem Handgezehrt hat oder so?
- 18:08Speaker 0: Ist das eigentlich immer so?
- 18:11Speaker 0: Wie geht ihr denn damit um?
- 18:12Speaker 0: also lieber einmal mehr gefragt als zu wenig ja und das Ganze überhaupt einordnen zu können Genau, nur weil eine Mutter ihr Kind mal anschreit.
- 18:25Speaker 0: So ist das nicht gleich Kindeswohlgefährdung so oder wo man jetzt gleich irgendwie Alarmglocken schralen muss.
- 18:33Speaker 0: Ja genau aber es gibt sie tatsächlich und deswegen muss eben genauer hingucken, sich viel austauschen und viele Einrichtungen haben auch tatsächlich solche Bögen entweder intern oder manchmal läuft es auch über die Gemeinde oder bei jeweilige Stadt.
- 18:50Speaker 0: Gibt es solche Bösen?
- 18:51Speaker 0: Es gibt sie auch vom Jugendamt der jeweiligen Stadt.
- 18:56Speaker 0: Und gibt es solche Kindeswohlgefährdungsbögen bzw.
- 18:59Speaker 0: Schutzböge, die man dann quasi bewerten muss um zu entscheiden liegt da eine KWG vor oder nicht Genau.
- 19:07Speaker 0: Und die füllt man dann aus, kann man einfach auch mal so zwischendurch machen ohne dass man jetzt gleiches Jugendamt einbezieht.
- 19:12Speaker 0: Man kann das im Team machen in der kollegialen Fallberatung beispielsweise auch und dann einfach gucken und bewerten und zusammen entscheiden was wir gehen werden weiter vor.
- 19:23Speaker 1: Du sagst immer von einem Wir also es gibt die einzelnen Personen die das beobachtet dann vielleicht in der Gruppe des team die Leitung der Träger.
- 19:33Speaker 1: Also das ist nicht nur eine Einzelentscheidung, sondern bis überhaupt was passiert.
- 19:36Speaker 1: Passiert schon ganz viel vorab.
- 19:38Speaker 0: Genau!
- 19:40Speaker 1: Wie wertvoll ist diese Vorarbeit?
- 19:42Speaker 0: Total wertvoll weil es gibt nichts Schlimmeres als einen Schnellschuss.
- 19:47Speaker 0: also wenn dann plötzlich eine KWG vorliegt und dabei ist aber gar nix eigentlich ist alles in Ordnung nur halt was euch nicht.
- 19:53Speaker 0: vor zwei Tagen ist der Opa gestorben und so und deswegen dreht das Kind irgendwie durch.
- 19:59Speaker 0: Und wenn dann einmal dieser Stempel auf so einer Familie lastet, ist das natürlich auch mies für die Familie.
- 20:08Speaker 0: Ich kann es immer wiederholen und genau hingucken, immer wieder austauschen.
- 20:13Speaker 0: So konkret wie möglich werden einfach auch in diesen Bewertungsbogen oder Beobachtungsbögen sind auch wirklich konkrete Sachen.
- 20:22Speaker 0: genannt.
- 20:23Speaker 0: Und ich habe jetzt klar immer nur von auffälligen Verhalten gesprochen, aber es gibt natürlich auch Dinge wo man vielleicht auch schneller reagieren muss eben wenn am Körper des Kindes irgendwelche Missbrauchsspuren irgendwo zu erkennen sind also missbraucht nicht nur in sexueller Hinsicht sondern eben auch blaue Flecken die immer wieder auftauchen an komischen Stellen wo sie eigentlich untypisch sind oder ein Kind, was eigentlich immer einen Wundenpo hat und immer wieder Ausschlag.
- 20:53Speaker 0: Und das einfach nicht weggehen will über Monate zum Beispiel oder Wochen.
- 20:58Speaker 0: Solche Sachen sind es dann wo man durchaus auch schneller reagieren sollte weil da näher auch Gefahr im Verzug wäre wenn man davon ausgehen muss dass doch irgendwie was nicht in Ordnung ist zu Hause ja und deswegen ist es schon wichtig schnell zu reagieren um das Kind eben auch schnell zu schützen.
- 21:15Speaker 1: Also einfach auch nicht zögern, aber gut beobachten, reflektieren zusammen.
- 21:22Speaker 0: Und lieber einmal mehr mit den Kollegen eben und dann ist es aber im Kollegenkreis oder in der Einrichtung das ist okay und nicht gleich am Jugendamt so als einmal zu wenig und was übersehen und damit zu leben... Dann gibt's natürlich auch tragische Fälle oder sowas und dann hat man doch ein schlechtes Gewissen wenn man nicht reagiert hat
- 21:45Speaker 1: nicht reagieren.
- 21:46Speaker 1: Da will ich jetzt mich mal aufhängen, aber positiv reagieren!
- 21:51Speaker 1: Wie siehst du die Zukunft für das Thema?
- 21:54Speaker 1: Bleibt es so wie's jetzt ist auch die vielleicht eventuell Herraschinen oder den Abläufe oder wird sich in der Zukunft etwas ändern?
- 22:03Speaker 1: Wird es mehr- oder weniger Fälle geben?
- 22:06Speaker 1: sind Kinder jetzt auffälliger wie früher?
- 22:08Speaker 0: Ich denke es wird tendenziell mehr werden weil wir in einer ganz anderen Zeit mittlerweile wachsen.
- 22:13Speaker 0: Also es ist, oder aufwachsen und groß werden die Kinder.
- 22:20Speaker 0: Als es jetzt mal beispielsweise vor zwanzig oder dreißig oder vierzig Jahren war also unsere zeit ist ja generell immer wird er immer schneller und überschlägt sich so dass wir Erwachsenen eigentlich schon gar nicht mehr hinterherkommen und eigentlich überfordert sind.
- 22:35Speaker 0: und das geben wir an die kinder weiter.
- 22:39Speaker 0: Viele Dinge passieren tatsächlich aus Überforderung heraus, eben nicht zu wissen wie ich reagiere.
- 22:45Speaker 0: Wie ich richtig reagiere?
- 22:46Speaker 0: Wie ich mit meinen Gefühlen umgehe und deswegen kann ich auch nicht die Gefühle an der Kinder auffangen beispielsweise und kann nicht angemessen auf ihr Verhalten reagieren.
- 22:55Speaker 0: Und ja also ich glaube es wird tendenziell mehr werden.
- 23:01Speaker 0: Ich nehme den Tendenzell zu aber die Fachkräfte nehmen tendenzieller ab weil es tendenzielle Einsparungen kommt.
- 23:08Speaker 1: Mit diesen Worten möchte ich dir den letzten Satz noch ermöglichen.
- 23:13Speaker 1: Möchtest du zu dem Thema unseren Zuhörenden vielleicht noch was mitgeben?
- 23:17Speaker 0: Es lohnt sich, diese Ausbildung zu machen und dahin zu gucken denn wenn wir nicht wären als Helfer die da hingucken gäbe es glaube ich viel mehr Leid für die Kinder als es jetzt ist wo es uns noch gibt.
- 23:36Speaker 0: Deswegen kann ich immer nur ermutigen, dran zu bleiben und tatsächlich auch diesen Weg einzuschlagen.
- 23:42Speaker 0: Ich finde es positiv.
- 23:45Speaker 0: Und ich glaube so ein bisschen könnte man dann auch positiv die Welt verändern – zumindestens im Kleinen.
- 23:52Speaker 1: Welch verändern?
- 23:53Speaker 1: Im Klein!
- 23:54Speaker 1: Denn im ersten Schritt beginnt die Veränderung.
- 23:58Speaker 1: In diesem Sinne bedanke ich mich herzlich bei dir für dieses wirklich spannende Thema Kinderschutz-Kindeswohl.
- 24:05Speaker 1: Warum?
- 24:05Speaker 1: Wieso, weshalb.
- 24:06Speaker 1: Was ist das überhaupt?
- 24:08Speaker 1: Wie kann man da umgehen?
- 24:10Speaker 1: Welche Institutionen gibt es?
- 24:12Speaker 1: Wir sind auch Abläufe vorab danach zwischendrin haben wir heute besprochen genau hinschauen wach bleiben und immer in den Austausch gehen und intensiv dranbleiben.
- 24:26Speaker 1: Das sind Sachen die ich mitnehmen.
- 24:28Speaker 1: bedanke mich herzlich bei dir.
- 24:30Speaker 1: Vielen vielen Dank.
- 24:31Speaker 1: Ich wünsche noch einen schönen Tag.
- 24:32Speaker 0: Danke schön.
- 24:33Speaker 1: Mein Name ist Marc Urbahn.
- 24:34Speaker 1: Vielen Dank, dass ihr zugehört habt und bis auf ein baldiges Wiederhören.