Latest / Pod und die Welt – Das außenpolitische Update / Letzter Weckruf? Trumps Triumph, Europas Scheitern (mit Constanze Stelzenmüller)
Transcript
- 0:00Auf eines können wir uns gefasst machen, dass auf Europa und vor allem auf Deutschland
- 0:05nicht nur sehr hohe Erwartungen aus Amerika zukommen, sondern auch in der hebliche Feindsehrlichkeit.
- 0:12"Pod und die Welt" heißt dieser Podcast.
- 0:15Wenn man sich die aktuelle politische Großwetterlage anschaut, dann wäre "Oh Gott, die Welt"
- 0:20auch ein passender Titel.
- 0:22Donald Trump wird wie der US-Präsident und am selben Tag, an dem das feststeht, kollabiert
- 0:26die Ampel-Regierung in Deutschland.
- 0:28Um beide Themen wird es in dieser Episode, die wir, das muss man in diesen Zeiten immer
- 0:32dazu sagen, am Nachmittag des 7. November aufzeichnen gehen.
- 0:36Ich bin Katharina Peetz.
- 0:37"Und ich, Martin Bialecki."
- 0:38Ja, dann ging es plötzlich doch unerwartet schnell.
- 0:42Am frühen Mittwochmorgen, deutscher Zeit war klar, Donald Trump wird für eine zweite
- 0:46Amtszeit ins Weißehaus einziehen, dass es doch ein eindeutiger Sieg für Trump werden
- 0:50würde.
- 0:51Da hat deutlich mehr als die erforderlichen 270 Stimmen der Wahlleute.
- 0:54Das kam überraschend.
- 0:56Vorwahlbefragungen und Prognosen hatten ein eher knappes Rennen zwischen Kamala Harris
- 1:00und Donald Trump prophezeit.
- 1:02Genau, nicht nur das Präsidentschaftsamt geht an die Republikaner.
- 1:05Es wurden ja auch große Teile des Kongresses neu gewählt.
- 1:08Im Senat haben die Demokraten die Mehrheit an die Republikaner verloren.
- 1:12Im Repräsentantenhaus weiß man es noch nicht ganz genau, aber auch da sieht es so aus,
- 1:15als ob die Republikaner ihre Mehrheit halten werden.
- 1:18Also Erfolg für die Republikaner auf ganze Linie.
- 1:22Und jetzt, was bedeutet dieser Wahlsieg von Donald Trump für die USA, für die internationale
- 1:26Politik und das wollen wir in diesem Podcast ja auch immer beantworten für uns in Deutschland
- 1:31und in Europa.
- 1:32Und wir freuen uns sehr, dass wir diese Fragen besprechen können mit Constanze Stelzenmüller,
- 1:36Publizistin von der Brookings Institution in Washington.
- 1:39Hallo Frau Stelzenmüller.
- 1:40Hallo nach Deutschland.
- 1:41Das Ergebnis macht ja für viele in Deutschland ein richtiger Schock, dass das Ergebnis so
- 1:50klar so eindeutig für Trump ausfallen würde, hat er kaum jemand erwartet.
- 1:54Kann man da herrlich, dass sich in keinem einzigen Mundestag verbessern können gegenüber
- 1:58Joe Biden bei der Wahl 2020.
- 1:59Kam das für Sie auch so überraschend?
- 2:01Wie kann man das denn erklären, dass dieser Sieg dann wieder erwarten doch so dermaßen
- 2:05deutlich ausgefallen ist?
- 2:07Tja, das ist ein kompliziertes Thema.
- 2:10Aber ich muss einfach erstmal ganz offen sagen, auch ich gehöre zu denjenigen, die das falsch
- 2:14eingeschätzt haben und einige meiner Einschätzungen aus der Wahlnacht beim ZDF waren auch falsch.
- 2:19Auch der Basis der Daten, die man hatte, unter anderem von der Associated Press, normalerweise
- 2:24zufällig ist und bei der man den Eindruck hatte, dass so wie vorher gesagt eine große
- 2:29Zahl von Frauen aller Edmisch-Nähter-Grunde für Kamla Harris gestimmt hatten, dass es
- 2:34auch da eine überdurchschnittliche Wahlbeteiligung gegeben hatte von Frauen und und und und.
- 2:39Und das ist alles nicht richtig.
- 2:40Sie hat alle, sie lieben Swingstates verloren.
- 2:43Und nochmal zum Kongress sind noch vier Senatsitze offen, aber es ist klar, das ist
- 2:47jetzt schon, dass es eine republikanische Mehrheit geben wird.
- 2:50Und im Haus haben die Republikaner schon 205 Sätze, sind noch 58 insgesamt offen.
- 2:56Aber es ist gut möglich, dass auch da es eine Mehrheit geben wird.
- 3:00Noch wichtiger, Trump hat auch die sogenannte Popular Vote, also die absolute Wählerzahl
- 3:05für sich gewonnen.
- 3:06Die Wählerbeteiligung werden wir noch rausfinden.
- 3:08Das dauert immer eine ganze Weile, bis das klar ist, weil an vielen Orten noch noch gezählt
- 3:12wird.
- 3:13Wir hatten letztes Mal schon eine überdurchschnittlich hohe Wählerbeteiligung mit 62,8.
- 3:18Ich bin sicher, dass es wieder so was Ähnliche sein wird oder sogar mehr.
- 3:22Also könnte klarer nicht sein.
- 3:23So, jetzt ist die Frage, was ist hier eigentlich passiert und wie?
- 3:27Fangen wir mal an mit den Themen, die nicht funktioniert haben.
- 3:30So überraschung vieler.
- 3:31Die Appelle an Moral, an die Demokratie, an Charakter, die offensichtlichen Lügen, die
- 3:39nicht nur vom Kandidaten Trump selber, sondern auch von seinen Oligarchenunterstützern wie
- 3:45Elon Musk, der seine gesamte Plattform benutzt hat, um für ihn zu werben.
- 3:49Die Tatsache, dass er hinter dem Umsturzversuch vom 20.
- 3:52Januar 2021 stand, auch nicht verfangen, obwohl sich 200 sehr bekannte Republikaner, darunter
- 3:59bekanntlich Liz Cheney, aber auch viele Senaturen, gegen ihn und für Kamala Harris ausgesprochen
- 4:04haben.
- 4:05Es ist schon bemerkenswert, was dagegen offensichtlich verfangen hat.
- 4:09Nachdem, was man jetzt von den Exzettungen, den Umfragen bei den Abstimmungen sieht, ist,
- 4:14dass für viele Leute der Zustand der Wirtschaft oder vor allen Dingen gar nicht mal der Zustand
- 4:19der Wirtschaft, sondern ihre eigene wirtschaftliche Lage, die von den allgemeinen Wirtschaftsdaten
- 4:24zu unterscheiden ist, dann Migration waren offensichtlich die beiden Hauptthemen.
- 4:30Ich würde sagen, es gibt noch ein paar andere grundsätzlichere Fragen.
- 4:33Die dritte Präsidentschaftswahl in Folge, in der die Wähler gegen den Amtsinhaber
- 4:39gestimmt haben.
- 4:40Das nennt man hier eine Anti-Income Bezieh-Mode und die war offensichtlich sehr, sehr stark.
- 4:45Es gibt ein generelles Gefühl, glaube ich, dass das System nicht funktioniert, jedenfalls
- 4:49auf der Ebene, wo die Leute leben.
- 4:50Und am Ende muss man sagen, Kamle Harris, die, wie ich finde, immer noch finde, eigentlich
- 4:55unter schwierigen Umständen sehr guten Wahlkampf gemacht hat, hat auch Fehler gemacht.
- 4:59Ja, vielleicht, weil sie den Amtsinhaber ansprechen oder sagen, man hat es bewusst auch gegen
- 5:03die Amtsinhaber gestimmt.
- 5:05Wie geht es jetzt weiter?
- 5:06Mit welchem Standing kann überhaupt die beiden Harris-Regierungen jetzt noch weitermachen
- 5:10die nächsten Monate bis Januar?
- 5:12Noch ist beiden Präsidenten, noch ist Kamle Harris Vizepräsidentin und sie hat gestern
- 5:17Abend in ihrer Concession Speech, also ihrer Rede bei der Howard University, bei der sie
- 5:24ihre Annahme, ihre Niederlage verkündet hat, sehr deutlich gemacht, dass sie nicht vor
- 5:29hat, von der Szenerie zu verschwinden.
- 5:31Also das war, wenn man so will, eine informelle Ankündigung, dass sie sich als eine der Anführerinnen
- 5:37der demokratischen Opposition versteht.
- 5:39Und sie ist ja auch Senatorin.
- 5:40Aber die beiden Regierung ist im Amt und ist damit sozusagen jetzt ein Caretaker-Government,
- 5:46wie man das hier sagt.
- 5:47Aber natürlich entspricht es dem demokratischen Kommand, dass man keine Entscheidungen trifft,
- 5:53die sozusagen überraschend sind für die Nachfolger, die die Nachfolger in einer Weise
- 5:59binden, die gegen deren Programm wären.
- 6:03Bin ich sicher, ob das Trump in ähnlicher Situation so gemacht hätte, aber das kann
- 6:06man von den Demokraten erwarten.
- 6:08Gleichzeitig werden sie sicherlich versuchen, das zu betreiben, was man Trump-Proofing nennt.
- 6:13Das heißt, sie werden versuchen einige ihrer Errungenschaften gegen Abschaffung durch die
- 6:18nachfolgende Regierung zu schützen.
- 6:20Wie weit das funktionieren kann, wird man sehen.
- 6:26Wir haben es vorhin schon gesagt, Frau Schelzenmüller, es liegt jetzt sehr, sehr viel Macht künftig
- 6:30in den Händen der Republikaner.
- 6:31Trump hat ein breitgetragenes Votum jetzt fast durchzuregieren.
- 6:36Was glauben Sie, wie wird sich das auswirken langfristig auf das Land?
- 6:40Ich würde vor einem warnen, das ist zu sagen, dass jetzt bei aller Einsicht, die glaube ich
- 6:46sehr wichtig ist, dass wir hier möglicherweise so etwas wie ein Kulturwandel in Amerika gesehen
- 6:52haben, auch ehrlich gesagt, eine Bekenntnis zu einem starken Mann, wie man sich das in
- 6:57diesem Land eigentlich jahrzehntelang nicht hat vorstellen können.
- 7:01Ich würde davor warnen, dass jetzt absolut und für immer zu setzen.
- 7:05Aus verschiedenen Gründen.
- 7:06Erstens, solange es diese Verfassung gibt, gibt es in zwei Jahren Mittweins.
- 7:10Und da wird der gesamte Kongress neu gewählt und ein Drittel des Senats.
- 7:13Das wird 2026 sein.
- 7:15Das heißt, spätestens 2026 urteilen die Wähler nochmal im Querdurchland über das,
- 7:21was diese Regierung in zwischen 2024 oder genauer gesagt im 20.
- 7:26Jahr nur 2022, dass der inner Organisationstag und dem 5.
- 7:30November 2026 erreicht hat.
- 7:32So, das ist das eine.
- 7:33Das andere ist, ich beobachte jetzt schon Notgedrungen seit acht Jahren, die amerikanische harte
- 7:39Rechte und ihren Aufstieg, die sogenannte Magerrechte, make America great again.
- 7:43Wenn man sich das genau anschaut, dann erkennt man in den konkreten Politikfeldern, aber
- 7:49auch in den personellen Konstellationen jede Menge Widersprüche und Spannungen.
- 7:54Und ich glaube, in einer Situation, wo diese Fraktionen die Lufthoheit hat, werden wir
- 8:00auch sehen, dass sich diese Widersprüche bahnenbrechen.
- 8:03Und darauf muss man, glaube ich, sehr, sehr genau achten.
- 8:07Ich gebe nur ein Beispiel, dass ich besonders sprechen fand, als die Heritage Foundation,
- 8:13die sich ja sehr früh selbst zum Anführer der Bewegung deklariert hat.
- 8:18Übrigens gab es auch dagegen sehr viel internen Widerspruch.
- 8:20Die hat ja diese berühmte Companion des Project 2025 veröffentlicht mit 925 Seiten.
- 8:26Auch das war dazu gedacht, als, sozusagen, Blaupause fürs Regieren zu dienen.
- 8:31Da gab es ein Handelskapitel, oder genau gesagt, es gab zwei.
- 8:34Es gab eines, dass hieß "Free Trade" und ein anderes, dass hieß "Fair Trade".
- 8:38In dieser Doppelung bei dem Thema kann man schon erkennen, wie groß die internen Spannungen sind.
- 8:43Und wenn man Interviews oder SL-Texte der Trump-Berater liest in der Außen- und Sicherheitspolitik,
- 8:49dann kann man ähnliche Widersprüche und Spannungen entdecken.
- 8:52Also darauf wird sie ja zu achten sein.
- 8:53Und letztlich gibt es immer noch eine Opposition im Senat und im Kongress.
- 8:58Und auch die wird, denke ich, sehr aktiv werden und wollen wir nicht vergessen, viele demokratische Gouverneure.
- 9:04Bevor wir vorstelltsmöglich auf Deutschland kommen und auf den Bruch des Ende der Ampelkoalition,
- 9:08eine letzte Frage noch zu den USA. Dieser Wahlkampf war ein extrem harter, ein sehr, sehr aggressiver,
- 9:13der einmal mehr die Fragmentierung und die Zerrissenheit dieses Landes offenbart hat.
- 9:18Sehen Sie Anlässe zur Hoffnung, dass sich dieses Land irgendwie wieder selbst heilen kann in extra Zeit?
- 9:24Das ist wirklich schwer zu sagen. Also was man auch nicht vergessen darf,
- 9:27dass angesichts dieses phänomenalen Ergebnisse die Erwartungen an die Durchlagskraft der politikalischen Regierens
- 9:35jetzt extrem hoch sein werden.
- 9:37Die Wähler werden die Einlösung dieser ganzen Versprechen fordern und das nicht leise.
- 9:43Das bedeutet, dass diese Regierung jetzt beweisen muss, dass sie auch regieren kann.
- 9:47Das ist nicht reicht, Dinge einfach zu versprechen und dann zu sagen, dass es möglich ist in Erscheinung treten.
- 9:53Man muss das schon auch in Politik upsetzen.
- 9:55Und wenn sich beispielsweise die Fraktionen im Trump-Lager versuchen durchzusetzen, die sagen,
- 10:01wir müssen die jetzt erstmal den Staat klein schlagen und die Bundesbürokratie
- 10:06auswechseln oder gar einfach beenden.
- 10:09Die Leute alle feuern und nicht ersetzen, dann wird es mit der Umsetzung all dieser Versprechen recht schwierig werden.
- 10:15Und deshalb glaube ich jetzt erstmal die, wie man hier sagt, First Order of the Day,
- 10:20ist die Ruhe behalten, Nerven behalten und sehr, sehr genau hinschauen.
- 10:24Bevor man sich ein Urteil bildet, das sage ich auch an die eigene Adresse.
- 10:32Jetzt haben Sie gerade gesagt, eine Regierung muss auch zeigen, dass sie regieren kann.
- 10:35Das ist jetzt die Überleitung hier nach Deutschland vielleicht.
- 10:38Wir haben am selben Tag als klar war, dass Trump noch einmal US-Präsident
- 10:42hat Bundeskanzler Olaf Scholz Christian Lindner
- 10:45als Finanzminister entlassen, erklärt,
- 10:48dass er im Januar die Vertrauensfrage stellen will.
- 10:51Jetzt sind die FDP-Minister zurückgetreten.
- 10:54Abgesehen von Volker Wissing, der Bleibverkehrsminister
- 10:58und will das Amt vom Justizminister übernehmen.
- 11:01Alle sind an einem sehr bewegten Zeit nicht nur in den USA,
- 11:05sondern auch in Deutschland.
- 11:07Wenn wir die beiden Ereignisse in Verbindung bringen,
- 11:11werden wir mit Blick auf den Zustand der Ampel
- 11:14oder nicht mehr Ampel in Deutschland,
- 11:16was erwarten Sie, was kann geleistet werden?
- 11:19Ich hätte mir den Umständen gewünscht,
- 11:21dass ein Ruck durch die Ampelregierung gegangen wäre.
- 11:25Man hätte sich ins Fest ins Auge gesehen und gesagt,
- 11:28wir halten das noch durch bis September,
- 11:31weil die Zeiten sind so, dass unsere internen Differenzen
- 11:34weniger wichtig sind als das, was gerade Europa bedroht.
- 11:38Das ist nicht der Fall, wir werden eine miterheiten Regierung sehen
- 11:41und neu sein im Frühjahr.
- 11:43Ich würde sagen, die Anforderungen bleiben dieselben.
- 11:47Was ich mir insbesondere wünsche,
- 11:49ist, dass die Regierung in Berlin sehr bald und täglich
- 11:54ihren Nachbarn, Klarmacht und ihren Verbündeten
- 11:57in der NATO und in der EU,
- 11:59dass sie keine Sonderwege einschlagen wird mehr,
- 12:01was diese Regierung mehr getan hat als andere vor ihr.
- 12:04Die Inanderkenntnis des Ernstes der Lage,
- 12:07den Schulterschluss suchen wird mit anderen
- 12:10und dafür auch bereit ist, selber Opfer zu bringen.
- 12:13Und dass sie das wiederum den deutschen Wählern erklärt,
- 12:16dass das notwendig ist.
- 12:18Dass sie dabei auch in Vorab mit der Opposition zusammenarbeitet.
- 12:21Ich glaube, das ist nur das, ist der Lage angemessen.
- 12:24Denn auf eines können wir uns gefasst machen,
- 12:27dass auf Europa und vor allem auf Deutschland
- 12:29nicht nur sehr hohe Erwartungen aus Amerika zukommen,
- 12:32sondern auch in der hebliche Feindsehlichkeit.
- 12:36Also, es lohnt sich da noch mal das Gespräch der New York Times
- 12:39mit Elbridge Colby und mit Robert O'Brien zu lesen,
- 12:43zwei führenden Barton von Trump in der Auslandsicherheitspolitik,
- 12:46die sich, glaube ich, beide ausrechnen und ausrechnen können,
- 12:49dass sie wieder enter in verantwortvollen Positionen bekommen werden.
- 12:53Und wo Deutschland mehrfach erwähnt wird
- 12:55und nicht in freundlichen Ton.
- 12:57Wenn die Erwartungen so hoch sind
- 12:59und der Druck auf Deutschland so hoch sein wird,
- 13:01dann ist das schlecht.
- 13:03Sehen Sie in Deutschland und sehen Sie Europa vorbereitet
- 13:06aus so eine zweite Präsidentschaft von Donald Trump?
- 13:08Es soll ja Plahandspiele gegeben haben in Berlin
- 13:12und anderen Hauptstätten und auch in der EU,
- 13:14über die gelegentlich berichtet wird.
- 13:16Und ich bin sicher, dass man die Konsequenzen
- 13:18für einzelne Politikfelder versucht hat, durchzuspielen.
- 13:22Das macht jede professionelle Regierung,
- 13:24das wird auch unsere gemacht haben.
- 13:26Aber noch mal, ich komme zu dem eigentlichen Thema zurück.
- 13:29Es ist Koalition und Kommunikation.
- 13:31Beides Themen, in denen unsere Regierung schwacher ist,
- 13:34bei denen ich mir angesichts der bisherigen Erfahrungen
- 13:36noch nicht sicher bin,
- 13:38dass eine von den CDU angeführte Regierung
- 13:41es deutlich besser machen soll.
- 13:42Und das wäre mein wichtigster Rat.
- 13:44Noch mal, den Schulterschluss suchen und den Ernst der Lage
- 13:47und die Bedeutung von Konzessionen und möglichen Opfern,
- 13:51den deutschen Wählern zu vermitteln.
- 13:53Dies wird eine Zeit der Zumutungen werden,
- 13:56aber der Preis, den wir dafür zahlen könnten,
- 13:59dass wir das weiter ignorieren und weiter Sonderwege einschlagen,
- 14:02könnte am Ende wahnsinnig hoch sein.
- 14:05Das klingt so, Frau Stelzmuller,
- 14:07als könnte sich Trumps Arzt und seine Unberechenbarkeit
- 14:10zumindest in einzelnen Fällen auch als ein Vorteil entpuppen.
- 14:14Ich mag diese Applikationslinie nicht.
- 14:16Ich glaube, wir müssen uns eine ganz andere Frage selbst stellen.
- 14:19Und das ist, ob diese Wahl und Trump nicht auch
- 14:21Europas und Deutschlands Zukunft ist.
- 14:23Mit anderen Worten ist das ein Vorbote,
- 14:25weil es uns nicht herweise auch blüht.
- 14:27Wir sehen im Aufstieg der harten Rechen in Europa
- 14:29und auch in Deutschland
- 14:31und im Aufstieg einer national-bolschewistischen Partei
- 14:33wie das BSW anzeichnen einer solchen Entwicklung.
- 14:36Und ich glaube, die selbstkritische und sehr anste Frage,
- 14:39die sich alle Demokraten in Europa und in Deutschland
- 14:42jetzt stellen müssen, ist, was müssen wir tun?
- 14:44Was können wir tun, um aus dieser Wahl zu lernen
- 14:47und um zu verhindern, dass bei uns die Strong-Man
- 14:49und Strong-Woman an die Macht kommen?
- 14:51Weil ihre Wirkung mit Sicherheit sprürisch sein wird
- 14:55und danach Europas, Demokratien und unsere Demokratie
- 14:58wieder zu reparieren.
- 15:00Das wird dann eine unermesslich schwere Aufgabe.
- 15:03Das heißt, wenn ich es richtig verstehe,
- 15:05man muss gerade eine zweiteilige Strategie fahren.
- 15:07Einerseits muss man einen Umgang finden mit Trump als US-Präsident
- 15:11und versuchen da ja auch weiterhin Beziehungen
- 15:13oder Partnerschaften zu behalten
- 15:15und gleichzeitig als abschreckendes Beispiel ihn sehen
- 15:18und daraus lernen sehen.
- 15:19Ja, aber auf den ersten Teil ihrer Frage bezogen,
- 15:22was wir nicht tun sollten.
- 15:24Das haben wir vielfach gesehen in der ersten Trump-Administration,
- 15:27ist uns darauf irgendwie verlassen,
- 15:29dass wir einen nationalen Sonderkurs fahren können
- 15:32und damit irgendwie Erfolg haben.
- 15:34Dafür gibt es verschiedene Versionen,
- 15:35Angela Merkel, Emmanuel Macron, Boris Johnsons,
- 15:38die haben alle nicht so gut funktioniert.
- 15:40Aber wir werden jetzt erleben,
- 15:41wie die Autoritären sich mit Trump gemeint machen
- 15:44oder ihn herausformen.
- 15:45Das erste Ort haben wir gesehen bei den Gratulationen
- 15:47von Leuten wie Viktor Orban,
- 15:49das zweite ist bei der Bemerkung des Kreml-Sprechers Peskovs,
- 15:53der Kreml betrachte Amerika weiterhin als Feind,
- 15:55aber man könne reden.
- 15:57Das kann nicht das Modell sein,
- 15:58aber die schon gesagt, ich halte den Schulter Schluss verentscheidend.
- 16:01Man kann trotzdem getrennt kommunizieren,
- 16:04aber wir müssen uns absprechen.
- 16:06Und wir müssen wissen, dass wir geeint stehen müssen,
- 16:09weil wir sonst getrennt geschlagen werden.
- 16:11Und was das Letztere anbetrifft,
- 16:13diesen Punkt möchte ich gerne noch mal machen,
- 16:15weil er mir besonders wichtig ist.
- 16:16Es gibt in der amerikanischen harten Rechten eine Fraktion,
- 16:19die nichts Geringeres will,
- 16:21als die amerikanische Verfassungsordnung auszuwechseln
- 16:24nach ungerischen Vorbild.
- 16:25Es gibt auch welche, die einen protestantischen Franco fordern.
- 16:28Das wäre dann in der Tat eine Art von Klerikalfaschismus.
- 16:31Aber dieses Franco-Vorbild
- 16:32finde ich momentan noch eher volkloristisch,
- 16:35aber die Faszination mit Orban ist allgegenwärtig.
- 16:37Und das würde bedeuten Abschaffung des politischen Pluralismus,
- 16:41Ende der Trennung von Kirche und Staat.
- 16:43Dahinter steht eine Maga-Begebewegung,
- 16:45nur die auf einem religiösen Fusionismus basiert,
- 16:47das sollte man sehr ernst nehmen.
- 16:49Und schließlich die weitgehende Beschneidung
- 16:51von Freiheits- und Minderheiten rechnen.
- 16:53Übrigens, noch eine Sache sollte man nicht vergessen.
- 16:55Die Vertreter von Kulturkampfbeschreibungen
- 16:58auch in Deutschland glauben ja,
- 17:00hier habe ich eine Ideologie gesiegt bei Trump
- 17:02und eine religiös fundierte Ideologie.
- 17:04Die sollten sich noch mal sehr genau anschauen.
- 17:06Den Zicktauchkurs von Trump beim Thema Abtreibung.
- 17:09Trump hat am Ende verstanden,
- 17:11dass dieses Thema ihn Stimmen kosten könnte,
- 17:13bei schmalen Mauschen.
- 17:14Und hat deshalb darauf verzichtet,
- 17:16ein nationales Abtreibungsverbot zu fordern.
- 17:18Und trotzdem haben, glaube ich,
- 17:20zwei Drittel der evangelikalen Wähler in gewählt.
- 17:23Das zeigt, dass hier es geht,
- 17:24hier um Macht und um Regieren,
- 17:26um die Veränderung der Ordnung und nicht um Ideologie.
- 17:29Deutlicher als jedes andere als als mit der anderen Entwicklung.
- 17:32Wenn wir fast schon zum Schluss
- 17:38noch einmal auf das Thema Ukraine schauen,
- 17:40vorstellt's Müller,
- 17:41da ist jetzt zu befürchten, dass Trump,
- 17:43hat er gesagt, innerhalb von 24 Stunden
- 17:45werde er den Krieg in der Ukraine beenden.
- 17:47Und da fürchten viele, dass Trump
- 17:48die Ukraine zu einem so einen Friedensdeal
- 17:51mit Putin zwingen könnte.
- 17:53Was wäre Ihr Rat an Europa in diesem Szenario
- 17:56und ist Europa darauf überhaupt vorbereitet auf diese Situation?
- 17:59Ich könnte mir vorstellen,
- 18:01dass diese Lage in Kreml
- 18:04als Bestätigung der eigenen Siegesaussichten gelesen wird.
- 18:09Ich könnte mir deshalb auch vorstellen,
- 18:11dass der Kreml seine aktuelle Brutalin-Bombardierung
- 18:16der Ukraine,
- 18:17nicht nur fortsetzt, sondern verschärft erst mal.
- 18:19Um weitere Konzessionen,
- 18:21nicht nur von der Ukraine und von den Europäern,
- 18:24sondern vor allen Dingen von Trump zu verlangen.
- 18:27Es wird sehr interessant sein zu sehen,
- 18:30wie genau der Kreml jetzt Trump anvisiert.
- 18:32Kann sein, dass ich mich irre, aber ich kann mir das vorstellen.
- 18:35Und nochmal zur Erinnerung,
- 18:37die Ukraine wird gerade so brutal bombardiert,
- 18:39wie seit den ersten Kriegsmonaten nicht mehr.
- 18:42Dann ist vorstellbar,
- 18:44dass in der Ukraine alles Mögliche schlimme passiert,
- 18:46was wir bisher haben, verhindern können.
- 18:48Eine weitere großflächige humanitäre Krise,
- 18:51eine große Flüchtlingsbewegung, ein kollapster Regierung.
- 18:55Alles das hätte gewaltige Konsequenzen
- 18:57für die Stabilität Europas, auch die Politiker.
- 19:01Ich würde mir jetzt in den europäischen Hauptstädten
- 19:03und auch in Berlin sehr genau überlegen,
- 19:05was ich tun kann, um der Ukraine klarzumachen,
- 19:08dass wir weiterhin zugestehen.
- 19:09Über die US-Wahlen, was da eigentlich passiert ist
- 19:12und was es bedeutet und über das Aus der Ampel in Deutschland,
- 19:16haben wir gesprochen mit Konstanze Stelzenböller
- 19:18von der Bruchnis Institution in Washington, D.C.
- 19:20Vielen Dank nach Washington.
- 19:22War mir eine Freude, so erschrecken die Themen sind.
- 19:25Wir wollen zum Ende an der Jeden Folge immer ganz kurz rekapitulieren,
- 19:33was wir so mitnehmen aus diesem Gespräch.
- 19:35Und das sind bei mir schon ein paar Punkte.
- 19:37Zum einen, dass Trump und Design jetzt tatsächlich liefern müssen,
- 19:40dass das jetzt nicht irgendwie so durchmarsch,
- 19:43ja und durchregieren können,
- 19:44ja, aber die müssen jetzt wirklich einfach was bieten.
- 19:46Dann so ganz auch Passants,
- 19:48dass Kamerader Harris sich sieht in der Führung der Demokraten.
- 19:51Das weiß ich gar nicht, ob das eine richtig gute Nachricht ist
- 19:53angesichts des Wahlkampf und der völlig unklaren Zukunft der Demokraten.
- 19:56Und dann drittens, wie wahnsinnig groß die Aufgabe für Deutschland,
- 19:59für Europa ist, in dieser Zeit, wo man nun ausgerechnet ist,
- 20:02sich seiner Regierung entledigt,
- 20:04der sich selber zerlegt, Stichworte, Kommunikation, Koalition,
- 20:08das ist ja alles überhaupt nicht mehr vorhanden.
- 20:10Eine Regierung, die viel mehr Wert liegt auf Taktik statt auf Strategie.
- 20:13Das sieht irgendwie alles nicht so richtig gut aus,
- 20:15aber Bange machen gilt ja auch nicht.
- 20:17Also wenn das dazu führen würde,
- 20:19dass man sich das ernsteste Lage bewusster würde,
- 20:21wäre ja das zumindest ein kleiner positiver Effekt.
- 20:24Das wären so meine Take-aways, Katharina.
- 20:26Wie geht's dir nach dem Gespräch?
- 20:28Ich kann noch mal ganz prägnant diese Aussage,
- 20:32dass es beim Sieg von Trump nicht um die Ideologie ging,
- 20:34sondern einfach um Macht.
- 20:35Und das finde ich eigentlich eine der wichtigsten Take-aways,
- 20:39auch wenn wir überlegen,
- 20:40was das vielleicht noch für Deutschland, für Europa bedeutet.
- 20:42Ich glaube, das ist dann auch noch mal ganz gut klar geworden.
- 20:44Das wollen wir ja immer in der Folge in dem Podcast besprechen.
- 20:47Was hat das mit uns zu tun?
- 20:48Es hat sehr große Auswirkungen auf Europa.
- 20:51Und ich fand noch ganz gut den Punkt,
- 20:53dass es eine Zeit der Zumotung wird
- 20:55und dass man das als Politikerinnen und Politiker
- 20:57vielleicht auch einfach mal so benennen muss.
- 20:59In der nächsten Folge schauen wir auch noch mal drauf,
- 21:04was der Sieg Donald Trumps und das Ampel aus für die Deutsche
- 21:07und für die europäische Außen- und Sicherheitspolitik bedeuten.
- 21:10Sogar sein wird dann Claudia Major von der Stiftung
- 21:13"Wissenschaft und Politik".
- 21:15Wir freuen uns, wenn Sie auch dann wieder zuhören.
- 21:17Ich bin Katharina Peetz.
- 21:19Und ich Martin Bialecki. Danke für Ihr Interesse.