Latest / Anonym Suchthilfe – KI-gestützte Selbsthilfe / #16 Folge 2: Männer, weint endlich! Warum Tränen in der Recovery über Leben und Tod entscheiden
Transcript
- 0:00Hallo und herzlich Willkommen bei The Deep Dive.
- 0:03Ich freue mich riesig, dass du heute wieder eingeschaltet hast,
- 0:06um dir Zeit für dich und deine Themen zu nehmen.
- 0:08Heute tauchen wir mal richtig tief ein in einen Text, der
- 0:12also, der geht echt unter die Haut, Männer weinen nicht der
- 0:17tödlichste Mythos der Recovery. Und das ist von Gabriel auf
- 0:21nielix Berlin und was den Text so ja so besonders macht.
- 0:26Gabriel ist selbst betroffen, er kämpft sich durch, Sucht durch
- 0:29psychische Sachen, Polamidon Abhängigkeit erwähnt er ja auch,
- 0:32das ist n starkes Zeug. Genau n Substitutionsmittel.
- 0:35Und er teilt halt seine Erfahrungen so ganz ungefiltert,
- 0:39um dir zu zeigen, Hey, du bist nicht alleine damit.
- 0:42Das ist kein Gerede aus dem Elfenbeinturm, das kommt direkt
- 0:45aus dem Leben, aus dem Kampf. Ja, das ist das Authentische
- 0:48daran, das merkt man, und wir wollen heute gemeinsam schauen,
- 0:52warum dieses alte Verbot für Männer zu weinen, warum das
- 0:55gerade in der Recovery, also der Genesung von sucht, so richtig
- 0:59gefährlich sein kann. Lebensgefährlich, wie er sagt.
- 1:01Genau. Und wie Wein, vielleicht sogar
- 1:04eine verkannte Stärke ist. Ne Superkraft sozusagen.
- 1:09Kurz der Hinweis, wie im Originalartikel auch.
- 1:11Es geht um harte Themen, Depression, Verdrängung,
- 1:14Kontrollverlust, Rückfall. Das kann triggern, also bitte
- 1:18pass gut auf dich auf, ja, wichtiger Punkt.
- 1:20Lass uns mal mit einer Aussage von Gabriel starten, die einen
- 1:25echt erst mal schlucken lässt. Er schreibt er hat nach fast 30
- 1:29Jahren Recovery mehr Männer an, die ihren unterdrückten Tränen
- 1:32sterben sehen als an den Drogen selbst.
- 1:35Puh, das ist das ist ne Ansage, ja.
- 1:39Er beschreibt Männer, die Zittern vor Verzweiflung, aber
- 1:42sagen, alles im Griff und Zack, kurz danach sind sie weg,
- 1:45Rückfall, Suizid oder einfach Resignation.
- 1:48Das ist ne unglaublich harte Beobachtung, aber was Gabriel
- 1:52hier macht ist ja er zieht eine ganz direkte Linie von diesem
- 1:57Männlichkeitsbild weinen nicht zu wirklich tödlichen Folgen,
- 2:02gerade in diesem fragilen Prozess der Recovery, wenn er
- 2:07von Sabotage spricht, dann. Das triffst halt, weil Heilung
- 2:11von Sucht braucht ja emotionale Ehrlichkeit, Verarbeitung.
- 2:16Genau. Und der Befehl nicht weinen
- 2:18zwingt dich ja zum Gegenteil, unterdrücken die ganze Energie,
- 2:22die du für die Genesung bräuchtest.
- 2:24Die geht dann in diesen Kampf gegen dich selbst, gegen deine
- 2:26Gefühle. Fatal.
- 2:28Total fatal, weil die sucht ja oft genau da ihre Wurzeln hat,
- 2:32im Weglaufen vor Schmerz, vor Gefühlen.
- 2:34Exakt. Er nennt das den aktiven
- 2:37Sabotageakt, an der Genesung wie einem Lungenkranken das Atmen
- 2:42verbieten, eine starke Umdeutung aber ist das nur so n Gefühl
- 2:46oder steckt da wirklich was dahinter, rein biologisch?
- 2:49Das ist der Punkt. Gabriel bleibt nicht bei der
- 2:52reinen Beobachtung, er liefert Fakten, er zitiert zum Beispiel
- 2:56Dr. William H. Frey, einen Biochemiker.
- 3:00Ah ja. Emotionale Tränen also, wenn du
- 3:02aus Trauer oder Schmerz weinst. Die enthalten bis zu 85% mehr
- 3:07Stresshormone. Cortisol zum Beispiel als, sagen
- 3:11wir mal, Reflextränen beim Zwiebelschneiden.
- 3:14Ach. Krass.
- 3:15OK, das heißt, wer nicht weint. Der behält dieses biochemische
- 3:20Gift im Körper. So formuliert es Gabriel.
- 3:24Verstehe. Und die vielleicht heftigste
- 3:26Zahl kommt aus einer Langzeitstudie.
- 3:28Chapman at all 2013. Menschen, die ihre Emotionen
- 3:33unterdrücken, haben ein über 30% höheres Risiko, frühzeitig zu
- 3:38sterben. An allen möglichen Ursachen.
- 3:40Wow, 30%. Ja, auch Krebs zum Beispiel.
- 3:45Das ist nicht nur Psychologie, das ist handfeste Physiologie.
- 3:49Absolut. Diese Zahlen zeigen ja, weinen
- 3:52ist ein tiefgreifender körperlicher Prozess, viel mehr
- 3:55als nur traurig sein. Genau.
- 3:59Gabriel nennt das ja treffend ein biochemisches
- 4:03Reinigungsprogramm. Muss man sich mal überlegen.
- 4:06Du weinst und dein Körper spült wortwörtlich Stresshormone raus.
- 4:11Gleichzeitig schüttet dein Gehirn Wohlfühlstoffe aus
- 4:14Oxytocin Endorphine. Die beruhigen, lindern sogar
- 4:18Schmerz. Ja, dieses Gefühl der
- 4:20Erleichterung danach kennt man ja ne, wieso ne innere Dusche
- 4:24genau das und noch tiefer weinen aktiviert den Parasympathikus,
- 4:29unseren Ruhenerv. Ach so, ja, es schaltet uns aus
- 4:33diesem angespannten Kampf oder Fluchtmodus zurück in Ruhe,
- 4:37Verdauung, ein echter Reset fürs Nervensystem.
- 4:41Und das ist ja genau das, was man in der Recovery braucht oder
- 4:44diesen Stress reset. Diese Entgiftung auf Zellebene
- 4:48quasi. Ganz genau.
- 4:49Recovery ist ja oft eine Zeit mit hoher Anspannung.
- 4:52Alte Traumata kommen hoch, suchtdruck wird durch Stress
- 4:55getriggert, klar, und die Fähigkeit zu weinen, dieses
- 4:58natürliche Ventil zu nutzen, das kann helfen, den Druck
- 5:01abzubauen, emotionale Blockaden zu lösen, wieder bei sich
- 5:04anzukommen. Also Gabriels Punkt ist klar,
- 5:08Emotionen unterdrücken ist kein Zeichen von Stärke.
- 5:10Nein, es ist ein konkretes Gesundheitsrisiko, du schadest
- 5:14deinem Körper damit. Aber warum machen wir das dann?
- 5:16Warum dieser Panzer, der von innen rostet, wie Gabriel
- 5:20schreibt? Hauptmythen vor.
- 5:21Ja, der erste, der absolute Klassiker Weinen ist ein Zeichen
- 5:26von Schwäche, Mhm, ein Mythos der Generationen von Männern
- 5:30geprägt hat und immer noch prägt.
- 5:33Total. Er basiert auf so ner
- 5:35Vorstellung von Stärke, die Verletzlichkeit komplett
- 5:38ausschließt. Aber was ist denn echte Stärke?
- 5:42Genau den Panzer tragen bis er dich zerfrisst oder der Mut sich
- 5:46seinen Gefühlen zu stellen, auch den schmerzhaften.
- 5:49Gabriel nennt es ja die Gründungslüge der toxischen
- 5:52Männlichkeit. Er sagt, Weinen ist kein
- 5:55Kontrollverlust, sondern oft das Zeichen, dass man verdammt lange
- 5:59stark war. Versucht hat, alles
- 6:02zusammenzuhalten. Es ist Entladung, keine
- 6:04Implosion. Stimmt.
- 6:06Er erzählt ja auch von sich selbst, wie er sich anfangs für
- 6:10jede Träne geschämt hat. Mhm.
- 6:13Bis er kapiert hat, gerade in den Momenten ist er am meisten
- 6:15gewachsen und das passt ja auch zu dem, was wir über emotionale
- 6:18Intelligenz wissen, die Fähigkeit, Gefühle wahrzunehmen,
- 6:22zu verstehen, auszudrücken, auch durch Weinen, das ist ne
- 6:27Kernkompetenz. Ja, für psychische Gesundheit,
- 6:30für stabile Beziehungen, für ein erfülltes Leben.
- 6:32Diesen Mythos aufrechtzuerhalten, das hält
- 6:35Männer in so einem emotionalen Gefängnis, torpediert echte Nähe
- 6:39und der zweite Mythos, den Gabriel angreift, es bringt doch
- 6:42eh nichts, dieses ja zynische abwinken, ja der
- 6:46vermeidungsmechanismus Augen zu und durch oder so genau, aber
- 6:50das ignoriert halt die Biologie, wie du vorhin sagtest.
- 6:53Der Vergleich mit dem Schwitzen von Gabriel, der ist gut.
- 6:55Stimmt, würde ja auch keiner sagen.
- 6:57Schwitzen bringt nichts. Eben.
- 6:59Es ist ne Körperfunktion zur Regulation.
- 7:01Und was passiert, wenn diese Regulation nicht stattfindet?
- 7:05Wenn der Schmerz, die Trauer, der Verlust nicht durch Tränen
- 7:08rauskommen? Tja, dann sucht sich die
- 7:11Emotionen einen anderen Weg. Das beschreibt Gabriele Ja auch.
- 7:15Psychosomatik. Genau kann zu psychosomatischen
- 7:19Beschwerden führen. Kopfschmerzen, Magenprobleme,
- 7:21Bluthochdruck. Der Körper schreit dann das
- 7:24raus, was die Seele nicht weinen darf, oder es führt zu dieser
- 7:28emotionalen Taubheit Alexithymie.
- 7:31Davon sollen ja bis zu 60% der Suchtpatienten betroffen sein.
- 7:35Laut Studien ja. Das ist ne hohe Zahl, man fühlt
- 7:38sich leer geschnitten von sich selbst, von anderen.
- 7:42Und diese emotionale Unerreichbarkeit, die zerstört
- 7:46Beziehungen, führt zu Isolation. Und Isolation ist wieder n
- 7:50massiver Risikofaktor für Rückfälle.
- 7:52Das heißt, diese Mythen zu entlarven, das ist nicht nur so
- 7:56nice to have. Nee, das kann überlebenswichtig
- 7:58sein, absolut. Und hier wird es jetzt wirklich
- 8:01interessant, finde ich. Gabriel beschreibt nämlich sehr,
- 8:04sehr plastisch einen 5 Stufen weg, wie genau diese
- 8:08unterdrückten Gefühle direkt in den Rückfall führen können,
- 8:12wieso eine Kettenreaktion? OK, erzähl mal.
- 8:14Also Stufe 1 Auslöser. Irgendwas passiert, dass ein
- 8:18verbotenes Gefühl triggert. Trauer, Scham, Angst.
- 8:23Innere Zensur sofort meldet sich diese antrainierte Stimme im
- 8:28Kopf. Nein, reiß dich zusammen, ein
- 8:31Mann weint nicht, kennen viele, oder?
- 8:33Ja, die innere Männerpolizei, wie er sie nennt, genau Stufe 3.
- 8:38Unterdrückung, das Gefühl wird weggedrückt, ignoriert oder ganz
- 8:43typisch in Wut umgewandelt, weil Wut oft als männlicher gilt, als
- 8:49akzeptabler. Stimmt, Wut ist oft das einzige
- 8:52Ventil des gesellschaftlich halbwegs OK ist für Männer,
- 8:56Traurigkeit nicht so. Stufe 4 Druckaufbau das
- 9:01unterdrückte Gefühl, das verschwindet ja nicht.
- 9:05Es brodelt unter der Oberfläche, erzeugt massiven inneren Stress
- 9:09und bei Stress meldet sich dann was.
- 9:11Das Craving, der Suchtdruck, der wird lauter.
- 9:15Ah OK, die Verbindung ist klar und Stufe 5.
- 9:20Implosion oder Rückfall? Der Druck wird unerträglich, das
- 9:24System sucht verzweifelt nach nem Ventil und das altbekannte
- 9:28Ventil ist die Substanz. Die hat ja früher immer
- 9:32funktioniert, um den Schmerz zu betäuben, also griff zur Droge,
- 9:36zum Alkohol, ein Teufelskreis. Absolut.
- 9:39Die Substanz wird zur schnellen, aber natürlich trügerischen
- 9:42Lösung. Sie betäubt kurz, schafft
- 9:44scheinbar Erleichterung. Genau.
- 9:47Und Gabriels Punkt ist ja bestechend.
- 9:49Jede nicht geweinte Träne erhöht den Druck im Kessel.
- 9:53Irgendwann muss er raus, entweder als Wut die Beziehungen
- 9:57zerstört, oder eben als Rückfall, der kurzfristig
- 10:02entlastet, aber langfristig alles schlimmer macht.
- 10:05Die Sucht wird zum Ersatzventil für die Tränen, Wahnsinn.
- 10:11Deshalb schlägt Gabriel dieses Konzept vor, Safe for Use,
- 10:16weinen lernen als Recovery Tool. Safer Use normalerweise kennt
- 10:21man das ja aus der Drogenhilfe. Ja, aber hier meint er, wenn
- 10:24weinen das natürliche gesunde Ventil ist, dann lass uns lernen
- 10:29das wieder zu benutzen, statt auf das gefährliche Ersatzventil
- 10:32sucht zurückzugreifen. Macht Sinn.
- 10:36Er sagt die Fähigkeit zu weinen ist wie ein verkümmerter Muskel.
- 10:41Den kann man trainieren. Okay und wie sieht dieser
- 10:44Trainingsplan aus? Also absolut grundlegend.
- 10:48Einen Safe Space schaffen, einen Ort, eine Person, wo du dich
- 10:52sicher genug fühlst, die Rüstung mal abzulegen, Therapie zum
- 10:56Beispiel oder der Sponsor genau Therapie Sponsor, also ein
- 11:00erfahrener Begleiter in der Genesung oder ein echt
- 11:03vertrauenswürdiger Freund. Dann Medien als Starthilfe
- 11:09nutzen, wie meint er das? Naja, sich erlauben Filme,
- 11:12Musik, Bücher zu konsumieren, die einen emotional berühren,
- 11:16traurige Sachen und dann die Gefühle einfach mal zulassen
- 11:19ohne Urteil. Okay also nicht gleich
- 11:21wegdrücken? Genau, wichtig auch Gefühle
- 11:24benennen, immer wieder mal am Tag kurz innehalten, was fühle
- 11:28ich gerade, vielleicht ist es nur eine Enge in Druck
- 11:31versuchen, dem einen Namen zu geben, Mhm.
- 11:34Und Achtsamkeit quasi. Körperarbeit Emotionen sitzen ja
- 11:37im Körper, tiefes Atmen, Yoga oder auch so Techniken wie Tr e.
- 11:42Ah Trauma Releasing exercises. Genau diese Übungen, die dem
- 11:46Körper helfen, Spannungen buchstäblich abzuschütteln, das
- 11:49kann Blockaden lösen und zuletzt weinen neu bewerten.
- 11:54Reframing also anders darüber denken.
- 11:58Genau. Es nicht als Schwäche sehen,
- 12:00sondern als biologische Notwendigkeit wie Niesen oder
- 12:03Gähnen, als lebenswichtige Reinigungsfunktion.
- 12:07Das ist ein starkes Bild und das Wichtigste dabei, das betont
- 12:11Gabriel ja auch zurecht, Geduld und Selbstmitgefühl.
- 12:14Absolut. Das geht nicht von heute auf
- 12:17morgen. Nee, das ist ein Prozess, ein
- 12:20langsames Wiederentdecken. Und vielleicht ist die Frage für
- 12:24dich da draußen, der du zuhörst. Was könnte ein winzig kleiner
- 12:28erster Schritt sein, um diesem inneren Panzer mal einen
- 12:31Spaltbreit zu öffnen? Ja, vielleicht noch mal ein
- 12:34Gefühl wahrnehmen für einen Moment, ohne gleich dagegen
- 12:38anzukämpfen. Genau.
- 12:40Es wirft natürlich Fragen auf oder die viele Männer sich ja
- 12:44umtreiben. Gabriel geht ja in seinem
- 12:46Artikel darauf ein, fast wie in so einem FAQ teil.
- 12:50Lass uns da mal ein Paar aufgreifen.
- 12:52Zum Beispiel die Frage, was, wenn ich einfach nicht weinen
- 12:56kann, obwohl ich es will? Ja, die ist häufig sehr häufig.
- 13:01Jahrzehntelange Unterdrückung kann dieses emotionale System ja
- 13:05regelrecht abschalten, der Körper hat gelernt, diese
- 13:09Reaktion zu unterbinden. Okay und wie Gabriel sagt,
- 13:13Geduld ist hier das A und O. Der Wille allein reicht oft
- 13:18nicht. Es braucht diese sicheren Räume,
- 13:21diese sanften Impulse über Medien oder Körperarbeit, um das
- 13:25System langsam wieder ja online zu bringen.
- 13:28Es ist ein Prozess, kein Schalter, genau ist es okay von
- 13:31meinen Kindern zu weinen. Oh ja, wichtiges Thema.
- 13:34Gabriels Antwort ist ein klares Ja.
- 13:36Er nennt es sogar ein Geschenk. Ein Geschenk.
- 13:39Warum? Weil wenn Väter oder andere
- 13:42Männer weinen und es vielleicht altersgerecht erklären.
- 13:45Papa ist gerade traurig, weil. Dann lernen Kinder was
- 13:48unglaublich Wertvolles. Nämlich, dass alle.
- 13:52Gefühle okay sind, dass Männer auch traurig sein dürfen.
- 13:56Das fördert emotionale Intelligenz und es kann helfen,
- 13:59diesen toxischen Kreislauf des Schweigens für die nächste
- 14:02Generation zu durchbrechen. Stimmt, das ist eine starke
- 14:04Vorbildfunktion, absolut, dann heikle Situation.
- 14:09Wie reagiere ich, wenn andere Männer mich fürs Weinen
- 14:11verurteilen? Puh, ja.
- 14:15Die Angst vor dem Spott, der Abwertung.
- 14:18Gabriels Rat hier finde ich echt Gold wert.
- 14:20Er sagt die Reaktion des anderen sagt mehr über dessen Angst aus
- 14:24als über dich. Mhm.
- 14:26Über seine eigene Unsicherheit mit Gefühlen.
- 14:28Genau, er schlägt vor, ruhig zu antworten.
- 14:31So was wie das ist Teil meiner Heilung, Grenzen setzen und sich
- 14:35bewusst Leute suchen, die Authentizität okay finden, die
- 14:39das unterstützen. Ja, das Umfeld ist entscheidend.
- 14:43Es ist deine Recovery, dein Leben.
- 14:45Und die letzte Frage aus dem Artikel, die oft kommt, gibt es
- 14:48einen Unterschied zwischen Weinen und Selbstmitleid?
- 14:52Oh ja, ein ganz ganz entscheidender Unterschied.
- 14:55Den Gabriel gut rausarbeitet finde ich.
- 14:57Absolut weinen als Ausdruck von Trauer oder Schmerz ist aktiv.
- 15:02Das ist Verarbeitung, loslassen, da ist Bewegung drin, es führt
- 15:07oft zu Erleichterung, schafft Raum für Neues.
- 15:10Und Selbstmitleid. Selbstmitleid ist passiv.
- 15:13Das ist das Festhalten am Schmerz, an der Opferrolle.
- 15:16Warum immer ich das führt zu Stagnation, zu Bitterkeit, es
- 15:21hält dich im Leid gefangen. Und für die Recovery ist das
- 15:24natürlich fatal. Genau das eine, das Weinen,
- 15:27fördert die Heilung, das andere, das Selbstmitleid, blockiert
- 15:31sie. Gabriel fasst seine Gedanken am
- 15:33Ende noch mal unglaublich kraftvoll zusammen.
- 15:35Ja, er schreibt, Tränen sind nicht Dürre.
- 15:39Sie sind das Wasser, das die Wüste zum Blühen bringt.
- 15:42Schönes Bild. Und er bezeugt ganz offen, ohne
- 15:45das Weinen wäre er heute nicht mehr am Leben.
- 15:48Wow, der wahre Durchbruch kam für ihn nicht, als er clean
- 15:52wurde, sondern als er sich erlaubt hat, den ganzen Schmerz
- 15:57über sein zerstörtes Leben zu fühlen und zu heulen wie ein
- 16:01Schlosshund, das. Zeigt diese immense Kraft, die
- 16:04in der Verletzlichkeit liegt, in der Selbstannahme?
- 16:08Dieses echt sein, von dem Gabriel spricht, das bedeutet
- 16:11eben nicht immer stark zu sein. Nein.
- 16:14Sondern sich mit allem zu zeigen, was da ist.
- 16:18Auch mit dem Schmerz die Maske fallen lassen, das ist oft der
- 16:22Punkt, wo tiefgreifende Heilung erst möglich wird.
- 16:24Nicht die Kapitulation vor dem Leben, sondern, wie Gabriel
- 16:29schreibt, die Kapitulation des Egos und der Sieg der Seele.
- 16:36Sein abschließender Rat ist deshalb auch ein richtiger
- 16:38Appell. Er sagt, sucht euch einen
- 16:41sicheren Ort, hört auf, stark sein zu wollen, fangt an echt zu
- 16:47sein, Mhm, eure Tränen sind nicht der Feind, sie sind das
- 16:52heiligste Wasser eurer Heilung verschwendet keinen Tropfen
- 16:56davon. Starke Worte zum Schluss.
- 16:58Absolut. Und wenn dir diese ja intensive
- 17:01Auseinandersetzung gefallen hat und du die Arbeit von Nelix
- 17:03Berlin wertvoll findest. Dann würde sich Gabriel riesig
- 17:06über deine Unterstützung freuen. Mhm, du kannst Gabriel helfen,
- 17:09indem du diesen Beitrag oder ja unsere Besprechung hier auf
- 17:13Social Media teilst oder den Podcast auf Plattformen wie
- 17:16Spotify oder Apple Podcasts bewertest und Likest das Projekt
- 17:21Nilix Berlin wird komplett allein von Gabriel finanziert
- 17:24und erstellt jede Form der Unterstützung hilft Gabriel mit
- 17:28diesem Projekt sich selbst und gleichzeitig anderen Betroffenen
- 17:31zu helfen. Das ist wichtig zu wissen.
- 17:33Ja, und Gabriels persönliches Motto, das ihn antreibt, lautet,
- 17:37aus allem schlechten in seinem Leben etwas Gutes zu machen.
- 17:40Ein starkes Motto. Finde ich auch.
- 17:42Zum Abschluss noch ein Gedanke für dich.
- 17:44Gabriel spricht ja von diesem inneren Panzer.
- 17:47Vielleicht magst du dich mal fragen.
- 17:50Welche kleine Ecke dieses Panzers könntest du heute
- 17:52vielleicht zum allerersten Mal ganz vorsichtig für Dich selbst
- 17:56anschauen, ohne gleich was tun zu müssen?
- 17:58Einfach nur wahrnehmen. Guter Impuls, vielen Dank, dass
- 18:01du dir die Zeit genommen und zugehört hast.
- 18:04Pass gut auf dich auf und ja, bis zum nächsten Mal.
- 18:08Mach es gut.