Latest / Anonym Suchthilfe – KI-gestützte Selbsthilfe / #20 Folge 13: Visualisiere DEINE Zukunft, nicht seine: Der radikalste Mind-Hack für Angehörige
Transcript
- 0:00Hallo und herzlich Willkommen bei nelix Berlin.
- 0:02Ja, ich freue mich riesig, dass du heute wieder da bist und dir
- 0:06Zeit nimmst. Zeit für dich, Zeit für deine
- 0:08Themen heute ja, heute tauchen wir in ein wirklich intensives
- 0:12Thema ein, besonders relevant, wenn du vielleicht jemanden
- 0:16nahestehenden hast, der mit Sucht kämpft.
- 0:18Es geht um Visualisierung genau, aber halt wahrscheinlich nicht
- 0:22ganz so, wie du es dir jetzt vielleicht vorstellst.
- 0:24Es geht nicht darum, seine Zukunft auszumalen, ob jetzt
- 0:28ganz düster oder rosarot, sondern es geht darum, deine
- 0:32eigene Zukunft zu gestalten. Ein wichtiger Unterschied, ja.
- 0:36Dieser Impuls kommt aus der Serie Mind Hex für Angehörige
- 0:40von Nelix Berlin. Und ganz kurz vorweg, Das kann
- 0:44ein emotionales Thema sein. Klar, es berührt ja den Punkt,
- 0:47sich mental so ein Stück weit vom Schicksal eines geliebten
- 0:50Menschen zu lösen. Das ist nicht einfach.
- 0:52Nein, aber genauer darin, das ist das Spannende, kann auch
- 0:57eine unglaubliche Befreiung liegen.
- 0:59Absolut. Und bevor wir da jetzt tiefer
- 1:02einsteigen, ist es vielleicht ganz wichtig zu verstehen, warum
- 1:05Gabriel, also der Kopf hinter nielix Berlin, warum ihm dieses
- 1:08Thema so am Herzen liegt. Er bringt da ja ne ganz
- 1:11persönliche Perspektive mit ein. Das stimmt, Gabriel ist ja
- 1:14selbst von sucht und auch psychischen Herausforderungen
- 1:17betroffen gewesen. Er spricht auf seiner Webseite
- 1:20sehr offen darüber, über seine eigene, ja lange Reise 28 Jahre
- 1:25mit Sucht und Recovery, so nennt er das, und er teilt das ganz
- 1:29bewusst. Es geht ihm nicht um Mitleid
- 1:31oder so, sondern er will ne echte Verbindung zu dir
- 1:33aufbauen, dir signalisieren, Hey, du bist mit diesen
- 1:36komplexen Gefühlen, mit dieser ganzen Zerrissenheit, du bist
- 1:39nicht allein, genau. Weil er eben die eine Seite der
- 1:42Medaille kennt, hat er, glaube ich, ein sehr tiefes Verständnis
- 1:45dafür entwickelt, was Angehörige durchmachen.
- 1:48Ja, das merkt man. Und genau diese, ja doppelte
- 1:51Perspektive, die prägt seinen Ansatz.
- 1:54Er beschreibt zum Beispiel sehr eindringlich, wie seine eigenen
- 1:57Angehörigen jahrelang ja quasi in einer Art mentalem Gefängnis
- 2:01Festsaßen, ein Kopfkino, das scheinbar nie aufhört zu laufen.
- 2:05Dieses Kopfkino, das ist n gutes Stichwort.
- 2:08Gabriel spricht davon, 2 Filmen, die da oft parallel laufen oder
- 2:12sich abwechseln. Der erste klingt ziemlich
- 2:15düster, die Tragödie. Ja, das ist sozusagen der innere
- 2:19Horrorfilm. Stell dir mal vor, dein Gehirn
- 2:22spielt unaufhörlich die schlimmsten Szenarien durch, der
- 2:25gefürchtete Anruf aus dem Krankenhaus mitten in der Nacht
- 2:29oder die Polizei vor der Tür. Puh, der Moment der Überdosis,
- 2:33der totale Absturz, vielleicht sogar der Tod, das erzeugt
- 2:37natürlich ja eine Zustand, permanente Angst, Sorge,
- 2:40Anspannung. Dein ganzes Nervensystem ist im
- 2:43Daueralarm. Och, das kann ich mir lebhaft
- 2:46vorstellen, wie zermürbend das sein muss.
- 2:49Und dann gibt es den zweiten Film, der klingt erst mal
- 2:51positiver, das Märchen, aber der ist laut Gabriel genauso ne
- 2:56Falle. Genau.
- 2:57Das ist der Fantasy streifen, sozusagen die plötzliche,
- 3:01wundersame Heilung. Er wacht eines Morgens auf, ist
- 3:04wie verwandelt, wird sofort clean, entschuldigt sich unter
- 3:08Tränen bei allen, alles wird gut, Happy End mit Regenbogen
- 3:11und so. Klingt ja erst mal schön.
- 3:13Ne wunderschöne Vorstellung, sicher, aber eben oft eine
- 3:17Hoffnung, die mit der Realität von sucht oft wenig zu tun hat.
- 3:21Leider. Und das Problem dabei ist dann.
- 3:24Na ja, diese oft unrealistische Hoffnung, so verständlich sie
- 3:28emotional auch ist, die hält dich davon ab, im hier und jetzt
- 3:32notwendige Grenzen zu ziehen, vielleicht auch mal schmerzhafte
- 3:35Grenzen. OK.
- 3:36Du verharrst dann im Wartezustand, hoffst auf dieses
- 3:40Wunder, anstatt dich um deine eigene Realität, deine eigenen
- 3:43Bedürfnisse, ja dein eigenes Leben zu kümmern.
- 3:46Das ist, glaube ich, der Kernpunkt, den Gabriel da
- 3:48herausarbeitet. Egal ob Horror oder Fantasy, in
- 3:52beiden Filmen spielt er die Hauptrolle.
- 3:54Immer dein ganzes Denken und fühlen kreist nur um ihn, um
- 3:58sein mögliches Scheitern oder seine erhoffte Rettung.
- 4:02Und was ist die Folge? Tja, für dein eigenes Leben,
- 4:05deine Träume, deine Wünsche, deine Zukunft, da bleibt
- 4:08schlicht keine mentale Energie, keine Sendezeit übrig, richtig?
- 4:13Du bist nur noch Nebendarsteller in seinem Drama.
- 4:15Und genau genau an diesem Punkt setzt der Mind Tag an, den
- 4:19Gabriel vorschlägt. Die Idee ist eigentlich radikal
- 4:22und einfach zugleich, Hör auf, seine Zukunft zu visualisieren,
- 4:26weder den Untergang noch die Erlösung, Fang stattdessen an,
- 4:30mit aller Kraft deine Zukunft zu manifestieren.
- 4:33Dreh den mentalen Projektor um. Das ist ein starkes Bild, finde
- 4:37ich. Wie soll das funktionieren?
- 4:39Das Grundprinzip ist fast schon, na ja, physikalisch.
- 4:43Energie folgt der Aufmerksamkeit, solange deine
- 4:46gesamte mentale Energie, dein Fokus.
- 4:49Wieso ein Laserstrahl auf ihn gerichtet ist, fehlt diese
- 4:52Energie für dein eigenes Leben. Logisch.
- 4:55Ja, deine eigene Zukunft kann nicht wachsen.
- 4:57Sie bekommt keine Nahrung, sozusagen.
- 4:59Der Hack besteht darin, diesen Projektor ganz bewusst um 180
- 5:03Grad zu drehen, einen neuen Film einzulegen, Deinen Film und die
- 5:07Hauptrolle endlich selbst zu übernehmen.
- 5:10Das klingt jetzt erst mal vielleicht n bisschen esoterisch
- 5:13für manche, aber Gabriel legt ja wert darauf, dass das Hand und
- 5:17Fuß hat, auch wissenschaftlich betrachtet.
- 5:19Absolut. Das ist keine Spinnerei.
- 5:22Visualisierungstechniken sind ja seit Jahrzehnten ein fester
- 5:25Bestandteil, zum Beispiel in der Leistungspsychologie oder auch
- 5:28in der Therapie. Stimmt, wenn etwas
- 5:30Spitzensportler ihre Bewegungsabläufe immer wieder
- 5:33mental durchgehen, dann messen Forscher Hirnaktivitäten in
- 5:37genau den Arealen, die auch bei der tatsächlichen Bewegung.
- 5:39Aktiv wären. Man trainiert das Gehirn quasi
- 5:42im Trockenen, schafft neue neuronale Pfade.
- 5:45OK, das leuchtet ein mentales Training quasi.
- 5:49Gibt es da noch andere Mechanismen?
- 5:51Ja, ganz wichtig ist das Konzept des Focus und unser Gehirnfilter
- 5:56das sogenannte Retikuläre Aktivierungssystem, kurz RAS.
- 6:00RASOK. Stell dir das ARRS wieso einen
- 6:04Türsteher im Gehirn vor, der entscheidet, welche
- 6:07Informationen aus der Umwelt zu deinem Bewusstsein.
- 6:10Durchdringen wenn du deinen Fokus klar auf deine Ziele
- 6:13richtest, auf deine gewünschte Zukunft, dann weißt du diesen
- 6:16Türsteher an. Hey, lass alles rein, was damit
- 6:19zu tun hat, du primst dein Gehirn darauf.
- 6:22Ah, wie wenn man sich entscheidet, ein bestimmtes Auto
- 6:25zu kaufen, sagen wir mal einen roten Kleinwagen, und plötzlich
- 6:29sieht man überall rote Kleinwagen.
- 6:30Genau das, das ist ein klassisches Beispiel für das Ars
- 6:34in Aktion. Und dann gibt es noch die
- 6:36Hoffnungstheorie des Psychologen CA sneider.
- 6:39Hoffnungstheorie. Ja, er hat gezeigt.
- 6:42Hoffnung ist kein passives Abwarten, sondern ein aktiver
- 6:45Denkprozess. Echte Hoffnung braucht 2
- 6:48Komponenten klare Ziele also die Willenskraft, ich will das
- 6:52erreichen und das Gefühl, Wege zu diesen Zielen zu kennen oder
- 6:56finden zu können, die Umsetzungskraft, ich schaffe das
- 6:59irgendwie und Visualisierung stärkt beides enorm.
- 7:03Sie macht das Ziel klarer und nährt dieses Gefühl.
- 7:06Ich kann das. Und das ist gerade für
- 7:08Angehörige so entscheidend, weil sie oft in einer Situation
- 7:12feststecken, die sich total, ja ausweglos anfühlt und extrem
- 7:16viel Kraft kostet. Exakt unzählige Studien belegen
- 7:20ja die enorme Belastung von Angehörigen, hohe Raten von
- 7:23Depressionen, Angststörungen, Burnout sind leider die Regel,
- 7:27nicht die Ausnahme. Traurig, ja.
- 7:29Oft eben, weil das eigene Leben nur noch eine Reaktion auf die
- 7:32Krise des anderen ist. Die eigene Zukunftsgestaltung
- 7:35liegt komplett brach, man funktioniert nur noch.
- 7:38Aber warum gerät man überhaupt so tief in dieses Kopfkino des
- 7:42anderen? Was hält einen da gefangen?
- 7:44Gabriel nennt ja auch einige psychologische Gründe dafür.
- 7:47Ja. Ein ganz zentraler Punkt ist die
- 7:49Illusion der Kontrolle. Unser Gehirn hasst Unsicherheit
- 7:53und Kontrollverlust. Das ist einfach so durch das
- 7:56ständige Durchspielen aller möglichen Szenarien, der
- 8:00schlimmsten wie der besten, versucht es verzweifelt ein
- 8:03Gefühl von Kontrolle über eine Situation zu erlangen, die aber
- 8:07fundamental unkontrollierbar ist.
- 8:08Verstehe es. Ist der Versuch, sich irgendwie
- 8:11auf alles vorzubereiten, was aber natürlich unmöglich ist und
- 8:14letztlich nur Energie kostet. Ein Schutzmechanismus, der dann
- 8:18zur Falle wird. Genau ein zweiter wichtiger
- 8:21Aspekt ist das Konzept des Embigious Loss, also des
- 8:25unklaren oder uneindeutigen Verlusts.
- 8:27Embigious loss. Ja, das bedeutet, du Trauerst um
- 8:30einen Menschen, der physisch noch da ist, aber durch die
- 8:33sucht psychisch oft abwesend verändert, nicht mehr wirklich
- 8:36greifbar ist. Dein System weiß nicht, wie es
- 8:39damit umgehen soll. Es ist weder ein klarer Abschied
- 8:42wie beim Tod, noch gibt es die Erleichterung einer Heilung.
- 8:46Man hängt in so einer emotionalen Dauerschleife fest
- 8:49und die eigene Zukunft fühlt sich an, als hätte jemand die
- 8:52Pausentaste gedrückt. Das ist n gutes Bild.
- 8:54Und dann dieser dritte Punkt, den Gabriel anspricht, der
- 8:57Identitätsverlust, den finde ich besonders spannend, weil der so
- 9:01tief geht, ja. Das ist ein Kernproblem, gerade
- 9:04in langjährigen Beziehungen, die eben von Sucht geprägt sind.
- 9:07Wenn du jahrelang primär die Frau von die Mutter, von der
- 9:11Partner von warst. Dessen Hauptaufgabe es war, zu
- 9:14helfen, zu retten, zu managen. Dann wird diese Rolle zu
- 9:18Identität. Man definiert sich darüber.
- 9:20Total. Und die Frage, Wer bin ich
- 9:23eigentlich ohne seine Probleme? Wer bin ich, wenn ich nicht mehr
- 9:26die Kümmerin oder der Retter bin?
- 9:28Die löst oft eine tiefe Angst aus, eine Angst vor der Lehre.
- 9:32Kann ich mir vorstellen. Und die ständige Fokussierung
- 9:34auf ihn, auf sein Drama, ist dann oft unbewusst auch eine
- 9:38Strategie, sich dieser existenziellen Frage nicht
- 9:42stellen zu müssen. Es ist schmerzhaft, aber es ist
- 9:45halt vertraut. Das ist wirklich starker Tobak,
- 9:47aber so wichtig, um die Dynamik zu verstehen.
- 9:50OK, lass uns jetzt mal ganz praktisch werden, wie setzt man
- 9:53diesen mind Hack, dieses Umdrehen des Projektors denn
- 9:57konkret um? Gabriel nennt das ja
- 9:59augenzwinkernd Safer Use für Angehörige.
- 10:02Ja, ein Ansatz, der dich schützen und stärken soll.
- 10:05Der allererste Schritt ist im Grunde eine bewusste
- 10:08Entscheidung, eine Absichtserklärung an dich selbst
- 10:11sozusagen. Es geht darum, einen Akt
- 10:14radikaler Selbstliebe zu vollziehen.
- 10:17Deine wertvolle mentale und emotionale Energie bewusst von
- 10:20ihm abzuziehen und wieder in dich selbst zu investieren.
- 10:23Schritt 1 ist also erlaube dir egoistisch zu sein, wobei das
- 10:28Wort hier ja eigentlich total falsch ist, oder?
- 10:30Absolut. Gabriel schlägt vor, dass du dir
- 10:33laut sagst und das aussprechen hat wirklich Kraft.
- 10:37Mein Glück hängt nicht von seiner Nüchternheit ab.
- 10:40Ich habe ein Recht auf meine eigene glückliche Zukunft, ganz
- 10:44egal, was er tut oder nicht tut. Das ist wichtig.
- 10:47Und das ist kein Verrat, das ist Überlebensnotwendige
- 10:51Selbstfürsorge. Ja, man kann schon sagen
- 10:53Selbstrettung, es nimmt auch ihm diese unfaire Last für dein
- 10:58Glück verantwortlich sein zu müssen.
- 11:00Das ist ein wichtiger Punkt. Der adressiert ja auch diese
- 11:03Angst vor Verrat oder Schuldgefühle.
- 11:06Man hilft ihm paradoxerweise oft mehr, wenn man die Verantwortung
- 11:10für das eigene Wohlbefinden zurücknimmt.
- 11:12Genau darum geht es. Schritt 2 ist dann eine Übung,
- 11:15die erst mal ja hart klingt, die was wäre, wenn er sich nie
- 11:22ändert, Übung. Oh ja, die klingt wirklich.
- 11:26Herausfordernd. Ist sie auch, aber sie ist
- 11:28unglaublich wirksam, um aus diesem Märchenfilm, dieser
- 11:31unrealistischen Hoffnung auszusteigen.
- 11:34Nimm dir wirklich mal Stift und Papier und beantworte für dich
- 11:37ganz ehrlich, wenn ich wüsste, dass er für den Rest seines
- 11:40Lebens so bleibt, wie er jetzt ist, was würde ich dann mit
- 11:43meinem Leben anfangen, was würde ich für mich tun?
- 11:47Okay und wenn man diese Klarheit dann vielleicht gewonnen hat,
- 11:51kommt Schritt 3. Erschaffe deine Vision.
- 11:54Richtig. Jetzt kommt das eigentliche
- 11:56Visualisieren. Nimm dir dafür bewusst Zeit,
- 11:59vielleicht 10 Minuten, schließ die Augen und jetzt stell dir
- 12:03dein Leben in einem Jahr vor, ein Leben, in dem du glücklich
- 12:07bist, im Frieden mit dir selbst erfüllt, wo bist du, was tust du
- 12:13konkret, mit wem bist du umgeben, wie fühlt sich das an
- 12:17und hier der entscheidende Punkt.
- 12:19Der suchtkranke Mensch kann in dieser Vision vorkommen, klar,
- 12:23aber nur, wenn er dort als gesunder, stabiler Partner oder
- 12:27Teil deines Lebens erscheint und das für dich stimmig ist.
- 12:31Ah okay. Wenn diese gesunde Version nicht
- 12:34realistisch erscheint oder einfach nicht Teil deiner Vision
- 12:37von Glück ist, dann ist er in diesem Film eben nicht oder
- 12:40nicht mehr prominent dabei. Du spielst die Hauptrolle,
- 12:43konzentriere dich auf die Gefühle, die Ruhe, die Freude,
- 12:46die Leichtigkeit, die Freiheit. Und weil eine Vision allein ja
- 12:51noch nichts ändert, braucht es Schritt 4.
- 12:54Plane den ersten winzigen Schritt.
- 12:56Unbedingt Vision ohne Aktion ist Halluzination, sagt Gabriel
- 13:00gern. Was ist eine kleine, konkrete
- 13:03Sache, die du heute oder morgen tun kannst, um dieser Vision von
- 13:06deinem erfüllten Leben einen Millimeter näher zu kommen?
- 13:09Muss gar nichts Großes sein. Nein, überhaupt nicht.
- 13:12Einen alten Freund anrufen, der dir gut tut, dich über diesen
- 13:16Yogakurs informieren, der dich schon lange reizt. 15 Minuten
- 13:19nur für dich spazieren gehen und bewusst die Sonne auf der Haut
- 13:22spüren. Wichtig ist nur, mach diesen
- 13:25kleinen Schritt, komm ins Tun. Das ist eine sehr klare,
- 13:29umsetzbare Anleitung, aber ich kann mir vorstellen, dass da
- 13:32trotzdem immer noch Zweifel oder Fragen auftauchen.
- 13:36Was ist zum Beispiel, wenn er tatsächlich gesund wird, während
- 13:39ich mein eigenes Leben aufbaue, stehen wir uns dann fremd
- 13:42gegenüber? Ja, das ist eine häufige Sorge.
- 13:46Gabriels Perspektive dazu ist. Das ist das bestmögliche
- 13:51Szenario, ehrlich. Ah.
- 13:53Ja, ja, denn dann begegnet ihr euch nicht mehr in der alten,
- 13:57ungesunden Verstrickung von Retter und Bedürftigen, sondern
- 14:01als 2. Ganze unabhängige Menschen auf
- 14:05dieser neuen, gesunden Basis könnt ihr dann völlig frei
- 14:08entscheiden, ob und wie eine gemeinsame Zukunft aussehen
- 14:12kann. Du handelst dann aus Fülle und
- 14:14Wahlfreiheit nicht mehr aus Mangel oder Pflichtgefühl.
- 14:18Das klingt gut und die Frage, die an den Identitätsverlust
- 14:21anknüpft, wer bin ich denn ohne diese Rolle als Kümmerin, als
- 14:25Retterin? Ja, das ist die Kernfrage der Co
- 14:27Abhängigkeit, die oft Angst macht.
- 14:30Die ehrliche Antwort ist, du weißt es vielleicht noch nicht
- 14:33genau, aber genau das ist die Chance.
- 14:35Aha. Die Visualisierung ist ja eine
- 14:38Entdeckungsreise zu der Person, die du sein könntest, wenn deine
- 14:41Energie nicht ständig im Krisenmodus gebunden wäre.
- 14:45Es ist eine Einladung, dich selbst neu oder
- 14:47wiederzuentdecken, deine eigenen Interessen, Leidenschaften,
- 14:51Bedürfnisse. Wer bist du wirklich?
- 14:54Und noch eine letzte, oft gehörte Frage bedeutet dieser
- 14:57Fokus auf mich selbst jetzt, dass ich ihn verlassen muss,
- 15:02räumlich trennen. Gabriel betont hier immer, es
- 15:05geht primär um einen emotionalen Auszug, nicht zwangsläufig um
- 15:10einen räumlichen. Es bedeutet, ihn als das Zentrum
- 15:13deines emotionalen Universums zu verlassen.
- 15:16OK, also im Kopf. Genau, du hörst auf dein Leben,
- 15:21deine Entscheidungen, deine Stimmungen, um ihn und seinen
- 15:24Zustand kreisen zu lassen. Ob das langfristig auch zu einer
- 15:27räumlichen Trennung führt, das ist eine sehr individuelle
- 15:31Frage, die sich erst im Prozess ergeben kann.
- 15:33Aber der erste entscheidende Schritt ist immer der mentale
- 15:36Auszug aus seinem Drama. Das übernehmen der Regie für
- 15:39dein eigenes Leben. Das sind wirklich hilfreiche
- 15:41Klärungen für die Hürden, die einem da begegnen können.
- 15:44Super zur Vertiefung empfiehlt Gabriel ja auch noch ein Buch.
- 15:49Ja, das Geschenk 12 Lektionen für ein besseres Leben von
- 15:53Doktor Edith Eger. Sie ist Psychologin und eine
- 15:56Überlebende des Holocaust. Wow.
- 15:59Ja, und in dem Buch geht es ganz zentral um die Befreiung aus dem
- 16:02mentalen Gefängnis, das wir uns oft selbst bauen, selbst unter
- 16:06den schlimmsten äußeren Umständen.
- 16:09Es ist keine trockene Abhandlung.
- 16:11Sondern voller Weisheit und Mitgefühl.
- 16:13Klingt gut. Es passt perfekt zum Thema,
- 16:15finde ich, weil es zeigt, wie man aus der Opferrolle
- 16:18heraustritt und zum Gestalter des eigenen Lebens wird.
- 16:21Egal was um einen herum passiert.
- 16:23Ein sehr passender Tipp. Danke, lass uns zum Fazit
- 16:26kommen. Was ist die absolute
- 16:29Kernbotschaft, die Gabriel dir mitgeben möchte?
- 16:32Die Essenz ist eigentlich, du kannst seinen Weg nicht für ihn
- 16:35gehen. Niemand kann das.
- 16:37So schmerzhaft diese Erkenntnis ist, so befreiend kann sie auch
- 16:40sein. Stimmt.
- 16:41Aber du kannst immer die bewusste, mutige Entscheidung
- 16:44treffen, deinen eigenen Weg zu gehen, auch wenn das vielleicht
- 16:48bedeutet, diesen Weg erst mal allein zu gehen.
- 16:50Er beschreibt ja auch eindrücklich, wie er diesen
- 16:53Wandel bei seinen eigenen Angehörigen miterlebt hat.
- 16:55Das fand ich sehr berührend. Ja, er erzählt von diesem
- 16:58Moment, als er merkte, dass sie aufhörten, nur noch über seine
- 17:02Genesung oder seinen nächsten Absturz zu sprechen.
- 17:05Sondern plötzlich wieder von ihren eigenen Plänen erzählten.
- 17:08Als seine Mutter wieder anfing zu malen, was sie jahrelang
- 17:11nicht getan hatte, als seine Partnerin diesen Urlaub buchte,
- 17:14den sie sich immer gewünscht hatte, auch allein.
- 17:17Und wie war das für ihn selbst? Für Gabriel?
- 17:21Er beschreibt es ganz ehrlich. Zuerst war es ein Schock für
- 17:24sein Süchtiges Ego. Klar, die Welt drehte sich
- 17:26plötzlich nicht mehr nur um ihn und seine Probleme, aber dann
- 17:29kam eine immense Erleichterung für alle, für alle, ja.
- 17:34Ihr Glück, ihre Lebensfreude war nicht mehr an seine Nüchternheit
- 17:37gekoppelt. Das nahm einen unermesslichen
- 17:40Druck von ihm, aber eben auch von ihnen.
- 17:43Es erlaubte ihm, Entscheidungen vielleicht zum ersten Mal
- 17:46wirklich für sich zu treffen, nicht um Ihretwillen, und es
- 17:49erlaubte ihnen, endlich wieder durchzuatmen, zu leben, ihre
- 17:54eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen.
- 17:56Die Botschaft ist also klar, dich um dich selbst zu kümmern,
- 17:59deine eigene Zukunft zu visualisieren.
- 18:01Das ist kein Verrat. Ganz im Gegenteil.
- 18:04Es ist der Liebevollste und gleichzeitig radikalste Akt der
- 18:07Abgrenzung, den du vollziehen kannst.
- 18:09Du signalisierst dir selbst und im Universum mein Recht auf ein
- 18:13erfülltes Leben ist nicht verhandelbar.
- 18:16Ja. Hör auf nur eine Nebenrolle in
- 18:18seinem Drama zu spielen, werde zur Regisseurin, zum
- 18:22Hauptdarsteller deines eigenen Meisterwerks.
- 18:24Ein kraftvoller Schlussgedanke wirklich?
- 18:27Bevor wir uns jetzt verabschieden, noch ein Hinweis
- 18:30in eigener Sache. Wenn dir dieser Beitrag gefallen
- 18:33hat und du die Arbeit von Nilex Berlin wertvoll findest, ja dann
- 18:37würde sich Gabriel riesig über deine Unterstützung freuen.
- 18:41Ja, absolut. Du kannst Gabriel helfen, indem
- 18:43du diesen Beitrag vielleicht auf Social Media teilst oder die
- 18:46Audioversion hier auf Plattformen wie Spotify oder
- 18:50Apple Podcasts bewertest und Likest.
- 18:53Das hilft unglaublich dabei, dass auch andere Menschen, die
- 18:55vielleicht gerade ähnliches durchmachen, diese Impulse
- 18:58finden können. Es ist vielleicht auch gut zu
- 19:00wissen, das Projekt Nilix Berlin wird komplett allein von Gabriel
- 19:04finanziert und erstellt. Also jede Form der
- 19:07Unterstützung, sei es durch Teilen oder eine Bewertung,
- 19:10hilft ihm wirklich dabei, mit diesem Projekt nicht nur sich
- 19:13selbst auf seinem Weg zu helfen, sondern eben auch anderen
- 19:16Betroffenen und Angehörigen eine Stütze und Inspiration zu sein.
- 19:20Gabriels persönliches Motto, das ihn dabei antreibt, lautet ja
- 19:23aus allem schlechten in seinem Leben etwas Gutes zu machen.
- 19:27Eine wunderbare Motivation, finde ich.
- 19:30Damit sind wir für heute am Ende unserer gemeinsamen Zeit.
- 19:33Ich hoffe sehr, du konntest einige wertvolle Impulse für
- 19:36dich und deinen Weg mitnehmen. Vielleicht nimmst du ja diese
- 19:39eine Frage mit in deinen Tag. Welchen Film lasse ich gerade in
- 19:43meinem Kopfkino laufen und wäre es vielleicht an der Zeit, den
- 19:47Projektor bewusst umzudrehen und das Drehbuch für deinen ganz
- 19:50eigenen wunderbaren Film zu schreiben?
- 19:53Ein schöner Gedanke zum Abschluss.
- 19:55Vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen und zugehört hast.
- 19:58Pass gut auf dich auf und ja, bis zum nächsten Mal bei nelix
- 20:01Berlin.