Latest / Gegen den Strom / Ulrich Heyden: „Deutschland erlebt einen Rückfall in die Barbarei“
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- 0:00Es gibt auch keinerlei Anzeichen dafür, dass Russland den Krieg
- 0:03beendet, ohne seine Ziele zu erreichen.
- 0:06Wie waren denn die ukrainischen Soldaten?
- 0:07Ja, das haben Sie gesagt, das waren aus der West Ukraine, die
- 0:10haben uns gar nicht als Menschen behandelt, also die haben, die
- 0:12haben gar nicht irgendwie sich als Befreier von der von der
- 0:15russischen Herrschaft oder so, sondern die, die haben uns als
- 0:18Untertanen behandelt, die Nazis haben vor dem Abzug haben sie
- 0:22die Knochen der schon ermordeten Juden und anderen Menschen.
- 0:26Haben sie dort zermahlen, um eben ihre Verbrechen zu
- 0:29vertuschen? Und trotzdem spürte ich in mir
- 0:31eine Stimme. Ich muss darüber berichten, ich
- 0:33guckte in die Augen dieser Menschen, ich nahm an ihrem
- 0:36Schicksal teil, ich war selbst bedroht, ich hab mit ihnen
- 0:39zusammen geweint, und das alles verbindet und du bist
- 0:42automatisch, hast du in dir eine Stimme, du musst darüber
- 0:45berichten, ich hatte, ich hatte eigentlich keine Angst.
- 0:57Gegen den Strom zur Person Hallo, bei gegen den Strom.
- 1:03Ich präsentiere Ihnen Positionen und Perspektiven, welche die
- 1:07propagandamedien Wegzensieren manchmal werden Menschen, die
- 1:14viel Leid gesehen haben, anders als die Schreibtischbewohner
- 1:19etwas bescheiden. Einen solchen bescheidenen
- 1:23Menschen möchte ich Ihnen heute vorstellen.
- 1:26Es ist der Journalist, Buchautor und Kriegsreporter hier in
- 1:30Russland, Ulrich Heiden, willkommen Ulrich Heiden.
- 1:33Willkommen, Patrick. Wir kennen uns ja schon lange
- 1:36und ich weiß, dass du oft auch im Kriegsgebiet im Donbass
- 1:40gewesen bist. Und Du hast auch die Region
- 1:43Kursk bereist, nachdem die Ukrainer abgezogen sind.
- 1:48Welche Eindrücke bringst du mit? Ja, welche Eindrücke?
- 1:52Also es war eigentlich ne schwierige Reise sag ich mal,
- 1:59weil wir wollten ja eigentlich hatten wir so gehofft, dass wir
- 2:03nach Sudscha kommen, die Stadt, wo die größte Stadt, wo auch
- 2:07diese Gasverflüssungsanlage ist, in die Gas Gas zum Verteiler wo
- 2:14die die größten Truppenanteile der Ukraine waren.
- 2:18Aber das war im Mai, wo wir da unterwegs waren, war das zu
- 2:22gefährlich, war Drohnengefahr und unsere Begleiter da von der
- 2:26örtlichen Journalisten Union, die haben wir uns davon
- 2:30abgeraten und da sind wir in Kosk gewesen, haben dort Häuser
- 2:36begutachtet, die im April Ende April beschossen wurden von
- 2:40ukrainischen Drohnen, wo also ganze Fassaden geschwärzt waren
- 2:44oder auch runter runtergerasselt waren.
- 2:48Haben mit den Leuten dort gesprochen und also insgesamt
- 2:51war das ruhig, aber man hörte immer so den der Krieg war immer
- 2:57irgendwie sichtbar oder auch als wir dann nach Rilsk fuhren 30
- 3:02Kilometer vor der ukrainischen Grenze, da hörten wir dann auch
- 3:07eben in der Entfernung das Artilleriefeuer und da
- 3:10versuchten nämlich die Ukrainer, die vertrieben waren, aus dem
- 3:14Kursgebiet wieder zurückzukommen.
- 3:18Und eine Tjotgeno, das ist so n Dorf, da gab es Kämpfe und das
- 3:22war sehr bedrohlich, weil die wir waren da in so einem, in so
- 3:26einer Siedlung vor Reels, in so einem Arbeitersiedlung, und da
- 3:31saßen Frauen auf einer Bank, die waren sehr aufgeregt und
- 3:34unsicher und hatten eben Angst vor diesem Gedonner am, was da
- 3:39aus der Ferne schallte. Weil nämlich auch in diesem
- 3:43Arbeiter wohnen, haben wir auch eine Drohne ins Dach.
- 3:46Nachts ins Dach eines Hauses eingeschlagen und hat zum Glück
- 3:50keine toten Toten gegeben. Aber diese Frauen waren sehr, ja
- 3:55aufgeregt immer noch und haben sogar gedacht, Ah, jetzt kommen
- 4:00Journalisten, sind das vielleicht Spione, also das
- 4:03haben die uns ganz offen gesagt, weil die haben gesagt, immer
- 4:05wenn irgendwelche Journalisten kommen, dann gibt es danach n
- 4:07Beschuss, ne. Also die Leute sind in so einem
- 4:09Kriegsgebiet sind die eben sehr nervös und deswegen wurde uns
- 4:14auch gleich zu Anfang gesagt, geht hier nicht alleine durch
- 4:16die Stadt. Also das ist, die Leute sind
- 4:20nervös und wenn du ne Russisch mit mit Akzent sprichst und auch
- 4:27ne Kamera dabei hast, dann bist du eben ja dann gut, nennst mich
- 4:31nicht alle, aber es gibt sicherlich Leute, die dann
- 4:33irgendwie sehr nervös reagieren, vielleicht irgendwie sogar
- 4:36irgendwie grob werden, ne? Das ist ja gar nicht aus der
- 4:39Luft gegriffen, denn Journalisten tragen
- 4:42Mobilfunkgeräte, haben oft Verbindungen zum Internet und
- 4:45dieser Mobilfunkverkehr und der Internetverkehr wird von den
- 4:49Richtschützen der Raketenbatterien.
- 4:51Angepeilt also ich habe glaube ich mein Handy, das hat hatte
- 4:55ich da ausgeschaltet, also ja, weil wir auch immer unterwegs
- 4:59waren, also aber das stimmt, also ich meine, gab es viele
- 5:03Begegnungen also. Auch so Sachen, die ganz spontan
- 5:09waren. Also wir waren in der in einer
- 5:12Straße im im Westen von Kosk und sahen eben so ne Fassade, die da
- 5:18runtergebrochen war und dann trafen wir am im Nachbarhaus so
- 5:23ein Allee, so hieß der und dann fragte ich ihn wie, wie war das
- 5:27hier und er war in der Nacht nicht da als der Beschuss war
- 5:31und sagte es ist schrecklich und ist das Volk von.
- 5:35Kuske einig und sagte ja, ja, wir sind einig, wir haben einen
- 5:43Feind, der Ewige, der jahrhundertealte Feind, die
- 5:48Faschisten, die Deutschen, und als er das Wort die Deutschen
- 5:51sagte, da lächelte er so n bisschen, weil er ihm
- 5:53wahrscheinlich war es ihnen unangenehm, es war nicht
- 5:57aggressiv, es war einfach so, dass ja ich meine, die
- 6:01ukrainische Armee arbeitet ja mit mit deutschen Waffen und.
- 6:05Und es gibt eben den historischen Bezug n kusker
- 6:07Gebiet 1943 war die deutsche Armee hat ihre letzte große
- 6:11Schlacht gegen diese Rote Armee geschlagen, hat sie verloren und
- 6:14natürlich gibt es, das hat sich so eingebürgert, bei denen hab
- 6:18ich gehört, bei den russischen Soldaten, dass sie oft, wenn es
- 6:21um die Ukraine geht, dann sagen sie so die Deutschen ne, das ist
- 6:25merkwürdig, na ja, es gibt gab da viele solche Eindrücke die
- 6:30die sehr stark waren, also zum Beispiel waren an einer Kirche.
- 6:35Wo eine Xenia, die hatte da so einen so ne humanitäre Hilfe
- 6:40organisiert, also die lief schon seit Monaten und so ne Frau mit
- 6:45Kopftuch und langen kirchlichen Gewand und die war vielleicht so
- 6:48Ende 30 und die hat dann praktisch erzählt, wie sie das
- 6:56Organisieren, die haben 320 Leute, die das finanziell
- 6:59unterstützen und. Ja, die war sehr emotional.
- 7:02Und dann hab ich praktisch gesagt, weil ich das wusste von
- 7:05anderen, aus anderen Quellen, dass die Soldaten die russischen
- 7:08Soldaten oft nicht ausreichend verseucht werden, also mit
- 7:13wichtigen Zahlungsstücken, die schnell verschleißen, ne oder
- 7:16Schlafsäcken, die schnell verschleißen, insbesondere bei
- 7:18nassem Wetter, und sagte Ich, ist das nicht eigentlich die
- 7:21Aufgabe des Verteidigungsministeriums und
- 7:23nicht der humanitären Organisation, und da wurde sie
- 7:26sehr emotional und sagte, Verstehen sie das denn nicht,
- 7:30wir? Ich bin die Mutter Heimat
- 7:35Rodinamat auf russisch ne, ich bin die Mutter Heimat und ich.
- 7:39Ich möchte, dass der Soldat mein meine Socken trägt und mein Hemd
- 7:44trägt alle alle russischen Frauen wollen das und das war
- 7:47sehr emotional. Ich musste da weinen sie auch,
- 7:49also wir waren dabei und na ja, also das das Wichtigste ist
- 7:57eigentlich, wenn man in Moskau als Journalist sitzt.
- 8:01Du kriegst den Krieg hier nicht mit und deswegen habe ich immer
- 8:04wieder versucht, den Kontakt zu diesem Gebet zu kriegen und und
- 8:09also mit den Menschen dort zu sprechen, obwohl wir eigentlich
- 8:12nichts Sensationelles aufgedeckt haben oder so.
- 8:17Wir haben noch Flüchtlinge getroffen, also die aus Suja
- 8:21nach in einem Sportheim bei Korsk umgesiedelt wurden, mit
- 8:26denen haben wir gesprochen. Und wir haben verschiedene
- 8:28Gebäude in Rielsk besichtigt, die von den Ukrainern gezielt
- 8:34beschossen wurden, mit Drohnen also ein Kulturhaus, da war das
- 8:37ganze Dach zertrümmert. Im Dezember war das eine, eine
- 8:44Schule Nummer 7 hieß die, glaub ich, und ein pädagogisches
- 8:47Institut, was völlig ausbrannte, ne, also das war.
- 8:55Also praktisch Reals liegt wie gesagt 30 Kilometer von der
- 8:58ukrainischen Grenze entfernt und die Ukraine haben eben versucht
- 9:01ja weiter vorzurücken. Ne also das heißt bis nach Kosk
- 9:06und das möglicherweise auch das Atomkraftwerk was dort ist eben
- 9:10einzunehmen. Wir waren noch bei dem
- 9:13Atomkraftwerk und na ja, es war wurden aber auch streng
- 9:17kontrolliert, also immer wenn wir in einen neuen Ort rein
- 9:20fuhren, dann standen da Polizeikontrollen und.
- 9:24Wir saßen alle in so einem Bus, also im kleinen Bus und wurden
- 9:27dann unsere Begleiter, haben dann ihre Ausweise vorgezeigt
- 9:29und so weiter also anders hätten wir da uns da gar nicht bewegen
- 9:33können, ne was natürlich also mein Ideal als Journalist war
- 9:36immer möglichst alleine und spontane Begegnungen, das ist
- 9:42das Beste was du was dir passieren kann, ne, aber im
- 9:46Kriegsgebiet ist es nicht möglich, also im Kriegsgebiet
- 9:49musst du eigentlich an der Seite der Soldaten sein.
- 9:53Oder zumindestens du musst den mit den örtlichen Leuten, also
- 9:58von der Verwaltung musst. Du brauchst die Akkreditierung,
- 10:01du brauchst irgendwelche Papiere als das diese Verwaltung und so
- 10:05weiter das haben wir auch gekriegt, ne und also ohne das
- 10:09ist es unmöglich und ist ja auch irgendwie ganz klar.
- 10:12Also ich meine und ich meine ich hab dann versucht diese
- 10:17Reportage zu verkaufen, ne das war gar nicht so einfach, weil
- 10:22natürlich selbst. Also selbst bei den alternativen
- 10:25Medien. Ja, es ist immer so ein
- 10:28bisschen, wenn man nur von der einen Seite der Front berichtet,
- 10:30ne, dann hat das immer so ein bisschen, ja dann könnte der,
- 10:36der könnte die der Vorwurf kommen man ist einseitig ne,
- 10:39aber ich meine ich ich konnte nicht in die Ukraine fahren, ich
- 10:43bin in der Ukraine 2017 habe ich ein Einreiseverbot gekriegt, das
- 10:49dauerte glaube ich 5 Jahre. Und also ich geh da nicht hin,
- 10:56solange die diese Regierung an der Macht ist.
- 10:58Ne also ich mein das wäre helle helle Wahnsinn.
- 11:00Ich wurde auch von Kollegen, also ich erinnere mich 2017 ich
- 11:03war auf der Krim und dann waren waren so n paar Kollegen von aus
- 11:08Deutschland also öffentlich rechtlich und so was du du bist
- 11:11über über Donezk eingereist also und und.
- 11:18Also das, das war ja gegen die ukrainische Regel.
- 11:20Man muss über also wenn man von Moskau kommt, über die über die
- 11:23Hauptstadt so Kiew einreisen, ne und ich hab das nicht gemacht,
- 11:27weil ich einfach Angst hatte. Ich hatte im Mai 2000 nee im
- 11:34Jahr 2015 hab ich einen Film veröffentlicht zusammen mit Left
- 11:38Vision aus Berlin über den Brand im Gewerkschaftshaus Odessa.
- 11:43Und alle Odesita, mit denen ich sprach und mit denen ich Kontakt
- 11:47hatte, die haben mir gesagt, also fahr bloß nicht nach Odessa
- 11:50und oder nach Kiew, weil das ist total gefährlich, ne.
- 11:54Also dann hab ich 2017 wurde ich dann eingeladen zu so einer
- 11:59Trauerfeier im 2. Mai und als ich am Flughafen
- 12:03war, haben sie kurz meinen Pass geguckt und gesagt, Ja, SBU hat
- 12:07gesagt. Bei einreisesperre ne.
- 12:10Na ja, es ist auch man möchte da in so n Land nicht wo wo an
- 12:13jeder Ecke man überfallen werden kann als als kritischer.
- 12:17Es gibt ja es ist ja nicht nur ich, das sind ja also viele,
- 12:21viele Journalisten auch aus europäischen Ländern, also was
- 12:24weiß ich Italien und die da festgesetzt wurden und
- 12:30einreisesperre nur weil sie zufällig mal 2015 benetzt waren,
- 12:34ne. Also das ist.
- 12:37Also die Ukraine verhindern, dass man eben den normalen
- 12:40Journalismus, nicht die Ukraine, sondern die ukrainische Regung
- 12:43verhindert, dass man einen normalen Journalismus machen
- 12:45kann, ne, also auch von beiden der Seiten der Front wie dein
- 12:48dein Buch auch heißt, ne, das ist ist praktisch, ja du hast es
- 12:52ja auch glaub ich nur unter Mühe geschafft das so so zu machen.
- 12:56Ne dieses Ideal das nach wie vor richtig ist, richtig und ich
- 13:02also ich versuche das so zu machen, dass ich.
- 13:06Soweit es geht, dass ich bei Themen nicht nur die russischen
- 13:10Quellen oder die Quellen aus Donezk und Lugansk zitiere,
- 13:14sondern versuche auch auf ukrainischen Websites zu gucken,
- 13:17was die offiziellen Stellen in der Ukraine sagen.
- 13:19Also zumindestens zeige ich damit, dass ich auch ja, dass
- 13:24ich nach wie vor von beiden Seiten berichte.
- 13:27Meine Schlussfolgerung, das ist dann meine persönliche Sache,
- 13:30aber das lege ich damit ja dann auch offen, also na ja.
- 13:33Was du erzählst. Das zeigt, wie wichtig diese
- 13:36Arbeit ist, weil du den Menschen im Kriegsgebiet eine Stimme
- 13:40geben kannst, in dem du mit ihm sprichst.
- 13:42Und da entsteht ein ganz anderes Bild, als es die Propaganda
- 13:46Medien verbreiten. Und das habe ich auch vor Ort
- 13:49immer wahrgenommen. Die Menschen im Donbass wollen
- 13:54nicht vom Westen befreit werden, sondern von Russland.
- 14:00Das habe ich auch so erlebt. Also.
- 14:03Ich war, ich war eben von 2014 an war ich vielleicht jedes Jahr
- 14:08ein, zweimal im im Donbass, und da hab ich das auch erlebt und
- 14:14wurde aber, denn ich arbeitete damals auch noch für die
- 14:18Schweizer Wochenzeitung, So Ne linke links, grüne Zeitung, und
- 14:21die haben denen gesagt, ja, aber wir möchten, das kann doch nicht
- 14:24sein, dass da nur alle Leute für die Vereinigung mit Russland
- 14:28sind und prorussisch. Ich mein, das ist eben das hat,
- 14:31da hab ich mich gar nicht gewundert, das war ganz normal.
- 14:33Man wurde immer angehalten von beiden Seiten und dann hab ich
- 14:37natürlich auch in Dornetz hab ich auch Leute getroffen, die
- 14:41so, also, die nicht so begeistert von Russland waren,
- 14:48sag ich mal es mal so, das waren war nicht viele, aber es waren
- 14:52auch natürlich immer Leute, gerade bei der Jugend, die sind
- 14:55waren sie in der Mitte ne also die und das ist ja auch sehr
- 14:58sehr schwierig, weil die. Leute in Donezk, die haben ja
- 15:02Verwandte, die Kinder, die Eltern arbeiten in Donezk, die
- 15:06Kinder gehen in in Kiews auf die Uni, ne oder die Eltern haben
- 15:11sind Hoteliers in in Donezk und ihre Dacia ist irgendwo
- 15:16außerhalb, also hinter der Frontlinie ne, also ich weiß,
- 15:19muss man sich mal vorstellen und na ja, also das war eben, bis
- 15:25der Krieg wirklich so so. Hart losging das.
- 15:29Es gab ja so 22 Phasen, einmal so von 2014 bis bis 2015, dann
- 15:37gab es so ne gewisse Beruhigung und dann eben ging es wieder
- 15:39los, also 2019 und na ja, also da war natürlich also so wie in
- 15:47der Zeit, in der wir heute Leben, ist ne völlig andere,
- 15:50völlig andere Situation, ne, also damals 2014 bis 2019 was
- 15:55weiß ich, da waren ja die Volksmilizen.
- 15:58Die praktisch den Gesandten den Schutz, den militärischen Schutz
- 16:01organisiert haben. Und bei denen war ich auch mal
- 16:05mehrere Male an der Front Frontlinie dabei gegenüber von
- 16:08Mari Opel war das damals und ja, das war das war schon sehr
- 16:15gefährlich, auch weil Kant konnte jederzeit n Beschuss
- 16:18sein, ne also zum Glück ist mir nichts passiert, ist uns nichts
- 16:21passiert, ich bin immer auch akkreditiert dort gewesen mit
- 16:25immer auch in Gruppen gefahren also.
- 16:28Einmal sind wir mit einem Freund aus Berlin bin ich und
- 16:32Freiwilligen aus Russland sind wir denn die auch selbst
- 16:35gekämpft haben, sind wir in eine Stellung gefahren, die dann wo
- 16:39haben die sich in unter der Erde eingebuddelt in so einem nassen
- 16:43Erdloch saßen die da, da drüber Bohlen und so weiter das war
- 16:48schon echt, also da waren auch Leute, also da waren
- 16:54Jugendliche, ich hab Jugendliche getroffen.
- 16:57Neunzehnjährige, die uniformiert, also jetzt mit
- 17:00kampfuniform Waffe, die bei diesen freiwilligen Mitkämpften
- 17:04zum Schutz der Volksrepublik Donezk ne, also das kann man
- 17:07sich schon heute gar nicht mehr vorstellen, weil diese jetzt
- 17:11ist, ja ist ja die russische Armee dort ne, damals war das ja
- 17:15wirklich Widerstand aus der Region und also.
- 17:23Leute, die sich bewaffnet hatten, also Arbeiter, aber
- 17:25auch. Sogar als wir da an einer Stelle
- 17:27waren, war sogar ein Staatsanwalt da, der da gekämpft
- 17:29hat. Ne, also alle sozialen Schichten
- 17:32und na ja, also das war ich hab auch eine Beerdigung mitgemacht,
- 17:40von GW war das an an einer dieser Feldkommandeure es war
- 17:46sehr beeindruckend, weil du merktest, also da kamen Tausende
- 17:49aus der Stadt in Donezk zusammen.
- 17:51Und versammelten sich also vor dem zu einem kulturellen
- 17:54Gebäude. Da war der Sarg im Gebäude
- 17:57aufgebahrt, und dann wurde der auf so einer Lafette zum
- 17:59Friedhof gefahren, und das war sehr, sehr eindrucksvoll und du
- 18:03spürt es, dass die Leute diesen Gevi verehrten, also das war ein
- 18:09n Arbeitersohn, der hat irgendwie Industrieanlagen an
- 18:13irgendwelchen Seilen hat er da Reparatur Reparaturarbeiten
- 18:16gemacht? Ne das waren also diese
- 18:18Feldkommandeure, das waren Leute aus dem Volk.
- 18:20Also die hatte niemand gerufen, die waren einfach gekommen und
- 18:24die haben die Sache in die Hand genommen und auch Sacha
- 18:27Alexander. Das war Sacha Zeinko.
- 18:31Der Präsident also von der Volksrepublik Donezk, war ja
- 18:35auch Elektriker, glaube ich, und war also war also eigentlich ein
- 18:42Patriot, seiner seiner, seiner russischen Community, die da in
- 18:46Donezk seit seit. Vielen, vielen 100 Jahren.
- 18:50Also eben lebt und arbeitet und nicht sich vorstellen kann,
- 18:55unter dem Diktat einer nationalistischen Bande, die aus
- 18:59der West Ukraine kommt, sich in Kiew festgesetzt hat, zu leben
- 19:05und die russische Sprache zu verlieren und das das Irre war,
- 19:10ich war in 2019 in Lugansk, ich. Wurde dort begleitet von einem
- 19:16Menschen von der vom luganska Außenministerium.
- 19:19Und er hat mir gezeigt, hier Schewtschenko, der der Dichter,
- 19:22der Nationaldichter der Ukraine hat n riesiges Denkmal in Lugans
- 19:27es wird nicht abgerissen, so wie in Odessa in Kiew, wo alles
- 19:30russische abgerissen wird, da steht dort n riesiges Denkmal
- 19:33auf allen, auf allen kulturellen, an allen
- 19:37kulturellen Gebäuden gibt es so Tafel n Stein, da steht drauf
- 19:43also. Staatlich geschütztes Denkmal
- 19:47der der Ukraine also. Das ist praktisch, das wurde
- 19:51auch nicht abgerissen. Also das heißt, die und er hat
- 19:55gesagt, wir sind eigentlich die Ukraine, das heißt die Ukraine,
- 19:59die. Multinational war bis 2014 wir
- 20:03sind die Ukraine, wir haben hier die, wir greifen die ukrainische
- 20:06Kultur nicht an. In den Schulen habe ich immer
- 20:07gefragt, habt ihr ukrainisch Unterricht, da haben sie, haben
- 20:11sie immer gesagt, ja, wir haben 23 Stunden.
- 20:14Ukrainisch Unterricht. Dann hatte ich n Riesenskandal
- 20:16im Internet. Die Leute haben mich
- 20:18angegriffen, das stimmt nicht, die haben keinen Ukrainisch
- 20:21Unterricht mehr, haben irgendwelche Ukraine.
- 20:24Fans aus Deutschland gesagt Ne, die nie in Lugansk waren.
- 20:27Ne. Natürlich hat mich das
- 20:29interessiert, es kann natürlich sein, dass das jetzt noch
- 20:32reduziert wurde auf vielleicht 2 Stunden, ich weiß es nicht, aber
- 20:35als ich da war 2019 gab es diesen Unterricht sowohl in
- 20:38Donezk als auch in Lugansk und. Da hab ich einfach dran gesehen,
- 20:43dass es gibt keinen Hass gegen Ukrainer, so wie es auch in
- 20:47Russland keinen Hass gegen Ukrainer gibt.
- 20:49Also nirgendswo gibt es diesen Hass, da gibt es vielleicht ein
- 20:53gewisses sozialen, soziales, Missgunst, das dann auf einmal
- 20:58viele Ukraine, das war 2014, als viele Ukrainer nach Russland
- 21:01kamen, dass die dann auf einmal an den Busstationen standen und
- 21:05die Russen, oh, jetzt kommen wieder neue Arbeitskräfte und
- 21:07das ist dann Konkurrenz ne zwischen.
- 21:10Und vielleicht ist es wird es dann auch mal n bisschen weiß,
- 21:13nicht viele Leute oder so ne. Aber also Hass auf Ukraine, also
- 21:19auf auf Selensky vielleicht, also auf die diesen
- 21:22rechtsradikalen Bataillon, aber ich meine, ich hab auch in
- 21:26meinem Bekanntenkreis in Moskau hab ich viele, viele Leute, die
- 21:31mir erzählt haben, wir haben Verwandte in der Ukraine, ich
- 21:34hab eine Großmutter, die hab ich jetzt aufgenommen.
- 21:38Die kam irgendwie aus Donezk oder so.
- 21:39Die wohnt jetzt bei mir in Moskau, weil sie da sicherer
- 21:42ist, ne? Du hast da viel erlebt.
- 21:45Haben die Menschen im Kriegsgebiet im Raum Kursk
- 21:49berichtet, von Menschenrechtsverletzungen der
- 21:52ukrainischen Soldaten. Ja, das hat mich natürlich auch
- 21:56sehr interessiert, weil die russischen Medien hatten da
- 21:58ziemlich viel darüber berichtet und ich hab, wir sind dann in
- 22:03dem Flüchtlingsheim. Also Flüchtlinge haben es nicht
- 22:06richtig gesagt. Es war ein eine Sport Lager für
- 22:11Sportler und da waren Flüchtlinge untergebracht und da
- 22:14haben wir mit Erlaubnis der Verwaltung dieses Heims haben
- 22:19wir dann an den Zimmertüren geklopft und haben mit den
- 22:22Leuten da waren so Doppel doppelstockbetten und haben wir
- 22:26mit denen gesprochen, meistens waren es Familien.
- 22:29Und das war, sag ich mal, ein gemischtes Bild.
- 22:32Also es war nicht so, dass die Leute gesagt haben, die Ukraine
- 22:37haben haben uns sofort beschossen, so, so war es nicht,
- 22:43also es war, es war so, dass ein ein, ein Mann hat zum Beispiel
- 22:53gesagt. Der lebte lebte so vor vor Kurs
- 22:58mit mit mit im Haus seiner Familie, mit seinem Sohn.
- 23:00Der sagte, am Anfang war es noch normal, aber dann haben sie uns
- 23:03irgendwie haben Sie auf unsere Fenster geschossen und wir
- 23:06konnten nicht mehr auf die Straße gehen und wir wir mussten
- 23:08irgendwie auch Kartoffeln ausbuddeln, also die haben da ja
- 23:12von August bis März haben die praktisch da gelebt und also
- 23:18unter ukrainischer Besatzung und die mussten Kartoffeln
- 23:22ausbuddeln. Eine andere Frau hat erzählt,
- 23:23also wir. Was hat sie gesagt?
- 23:27Also sie haben uns gezwungen, also das war die war in Kosk in
- 23:32so einem Heim, und dann hat die Ukraine gesagt, ihr müsst jetzt
- 23:36hier verschwinden, und dann sagten sie auch, wir evakuieren
- 23:40euch, aber wir haben ja, wieso evakuieren ja wir in die
- 23:43Ukraine, ne, also das war praktisch, hat sie ganz offen
- 23:46gesagt, das war praktisch eine Verschleppung, wurden in 2
- 23:50Schüben wurden insgesamt 50 Zivilisten aus.
- 23:54Kurs geworden, also verschleppt in der Ukraine nach nach Suma.
- 23:58Also die nächste große Stadt, der in der Ukraine, davon sind n
- 24:04Teil dieser Menschen ist gestorben, einfach wegen
- 24:06schlechter Versorgung dort n Teil n großer Teil ist durch
- 24:10Verhandlung zwischen der Ukraine und Russland wieder
- 24:11zurückgekommen, aber sehr tragisch und na ja also richtig
- 24:17so Quälereien haben, also haben die auch von erzählt diese
- 24:21Flüchtlinge. Aber sie haben es nicht selbst
- 24:24erlebt. Also sie haben gesagt, das waren
- 24:26vor allen Dingen die Söldner und also was weiß ich, welche genaue
- 24:31Nationalitäten das Waren, haben Sie nicht gesagt, also Polen
- 24:34oder keine Ahnung und es waren Söldner, es wurden Frauen
- 24:40vergewaltigt, alte Menschen wurden erschossen, haben sie
- 24:42erzählt und aber, wie gesagt, sie haben es nicht selbst
- 24:45erlebt, ne und na ja ich mein ich, wenn man so ne.
- 24:54Also ich habe auch nicht da weiter rumgebohrt, weil es ist.
- 24:57In diesen in. Waren da glaube ich 445 Tage,
- 25:00also in der kurzen Zeit ist es auch sehr schwer, das dazu zu
- 25:06untersuchen. Also ich meine, wir waren auch
- 25:09bei Medizinern, die haben uns also schreckliche Sachen
- 25:11erzählt, also zum Beispiel, das kann man kaum von der Kamera
- 25:14sagen, irgendwelche angeblich würden russische Soldaten.
- 25:19Hätte es Fälle gegeben, russische Soldaten seien
- 25:21kastriert worden und hätten dann, als sie zurückkamen, nach
- 25:25Russland Selbstmord gemacht? Ne, aber ich mein, das sind so
- 25:28Sachen, die, da weißt du dann nicht, ist es wirklich wahr oder
- 25:31ist es einfach, ich meine, das ist sehr, sehr schwer, also eine
- 25:39Untersuchung über solche brutalen
- 25:40Menschenrechtsverletzungen wie wie Folter oder wie ich mein Sie
- 25:43haben erzählt zum Beispiel von Plünderung, ne, also Sie haben.
- 25:46Die haben erzählt, diese diese Flüchtlinge erzählt, die die
- 25:49Ukrainer gingen in die Häuser rein und haben, haben also alles
- 25:53mitgenommen, was wertvoll war, ne auf Gold auch und Fernseher,
- 25:58aber nur die neuen, also flach Flachbildschirme, also keine
- 26:00Alte, keine alten sowjetischen und na ja, also und haben sie
- 26:06gesagt, in den Häusern, wo draußen mit Pinsel dran
- 26:10geschrieben war, Menschen also auf russische Ludi, das heißt,
- 26:14da sind diese Plünderer nicht reingegangen.
- 26:17Weil sind also nur in die Häuser reingegangen, wo, wo schon keine
- 26:22Menschen mehr lebten, ne und also sie auch, das war wichtig,
- 26:26sie haben gesagt, praktisch die ukrainischen Jungen oder die die
- 26:31normalen Soldaten, die hätten sich eigentlich normal
- 26:34verhalten, aber eben die die Söldner und die Leute, die
- 26:37außerhalb von Kosk eingesetzt waren, die hätten sich eben,
- 26:40also die hätten Menschenrechtsverletzungen
- 26:42begangen, ne. Welche Rolle spielen Söldner in
- 26:46diesem Krieg und speziell in Kursker wogen?
- 26:50Ja, also die erst so muss man ja sagen, die noch vor der dem
- 26:57Angriff am 6. August 2024 auf Kosk von der
- 27:03ukrainischen Armee gab es ja mehrere Versuche von der von so
- 27:06einer von so Legionären, also angebliche Russen, die sozusagen
- 27:10jetzt Bataillone bildeten. Um.
- 27:14Als russische Staatsbürger sozusagen Russland anzugreifen.
- 27:19Also ja so Nazis eben ne, die haben an verschiedenen
- 27:25Grenzgebieten, also ich glaub nicht Kurs Belgorod haben die
- 27:29immer wieder solche Versuche und haben dann irgendwie stolz
- 27:33irgendwelche Flaggen gehisst an irgendeinem Dorf dorfgebäude, wo
- 27:38sie dann mal 2 Stunden vielleicht waren, bevor sie
- 27:41wieder vertrieben wurden. Also das waren ja auch ja gut
- 27:47russische Söldner russischer Nationalität, sag ich mal, die
- 27:51dann eben als überzeugte Putin Gegner von der Ukraine aus gegen
- 27:55gegen Russland kämpften. Ne, aber ich meine was ich aus
- 27:58den russischen Medien weiß ist eben nicht aus persönlichen
- 28:02Gespräch, aber das eben ja in diesem Krieg, also massenweise
- 28:06Söldner aus Lateinamerika, aus den USA, aus.
- 28:12Ja, aus auch aus Deutschland, aus allen, aus, aus allen
- 28:18westlichen Ländern ne. Also sehr sehr schlimm und also
- 28:22auch viele Waffen, wenn man das russische Fernsehen sieht, wird
- 28:25immer berichtet über alle möglichen Waffen, also die aus
- 28:28den über ist man einfach. Überrascht also aus, wer Gewehre
- 28:34aus was ich Spanien oder irgendwie verstehen Sie, das ist
- 28:38also. Also man hat das Gefühl, die
- 28:41ganze Welt, die ganze antirussische Welt sammelt Geld,
- 28:46schickt Waffen, schickt die durchgedrehtesten Freiwilligen,
- 28:51die also bereit sind zu sterben, aber die dann auch, das hört man
- 28:54ja auch wieder, in den in. Den in den.
- 28:56Russischen Medien, dass eben immer wieder hört man, dass dass
- 29:00die eben geschockt sind von dem, wie die Russen kämpfen und der
- 29:04Massivität, mit der die. Vorrücken und dass sie das gar
- 29:09nicht erwartet haben. Und das sind, das man hört dann
- 29:11immer wieder, dass sie dann auch die Front verlassen, weil sie
- 29:15quasi es nicht durchhalten. Ne, also ich meine es ist was
- 29:18anderes ob du da vor deinem Computer sitzt und irgendwie n
- 29:21schönes Schönes schön militärfilme siehst oder ob du
- 29:25selbst im im Hagel von Artillerie und Drohnen und das
- 29:30was weiß ich mehrere Tage lang ne und ohne Versorgung.
- 29:33Da berichten die Russen auch drüber, dass die lassen die
- 29:36ukrainische Armee lassen ihre Soldaten an irgendwelchen
- 29:39vorgerückten Stellung zurück, ohne ohne Verpflegung.
- 29:43Gut, das kann man nicht sagen, es ist russische Propaganda,
- 29:45aber es werden auch Videos von gezeichnet.
- 29:48Ich will noch mal zurückblicken in die Geschichte nach dem
- 29:51Putsch auf dem Maidan. 2014 haben sich, sagst du, in der
- 29:57Ostukraine Arbeitermilizen gebildet, das widerspricht ja.
- 30:03Der westlichen Aussage, die Russen seien einmarschiert, im
- 30:09März oder April 2014 sind die Russen einmarschiert oder haben
- 30:14sozusagen Arbeitermilizen die Polizeistationen und
- 30:18Verwaltungen besetzt. Also es ist etwas komplizierter.
- 30:21Es gab auch, das habe ich selbst, weil ich in einem Hotel
- 30:25kleinem Hotel wohnte, in Donezk, wo viele Freiwillige wohnten,
- 30:29und da waren eben viele. Russen.
- 30:32Die also, sag ich mal überzeugt, sag ich mal, wie man Russland
- 30:37sagt, also der Ruf des Herzens trieb sie also nach Donezk, weil
- 30:41sie gesehen haben, also da, das sind unsere russischen Brüder,
- 30:45die verfolgt werden von den Nazi Bataillon, die ich hab auch
- 30:50Städte stachan auf und was weiß ich wo, also morgens um 7, wenn
- 30:54die Leute zur Arbeit gehen, flogen die ukrainischen Raketen
- 30:56rein ne und ich meine jeder Russe der das sieht, der.
- 31:00Der kriegt natürlich n Schock und das ging schon los.
- 31:03Der Schock ging ja schon los mit dem Brand im Gewerkschaftshaus
- 31:06von Odessa, also am 2. Mai 2014 das war ja wieder ein
- 31:10ein Fanal. Und das war in Russland das in.
- 31:13Brand gesetzt worden ist von ukrainischen Nazis, wobei an die
- 31:1850 Menschen mindestens ums Leben.
- 31:20Gegangen, und das war ein Fanal. Und die Leute haben mich im
- 31:23Internet damals gefragt. Sag mal, was berichtet was
- 31:26berichtet denn die westliche Presse darüber?
- 31:28Die schreiben da gar nichts drüber.
- 31:30Und der Spiegel hat am Anfang so n bisschen berichtet, aber dann
- 31:33war ja wurde das totgeschwiegen oder irgendwie runtergespielt,
- 31:36vermurkst irgendwie als angebliche was weiß ich
- 31:39russische Provokation oder was weiß ich nicht haben sich selbst
- 31:42angesteckt, ne und also diese was ist deine Frage, also wer
- 31:52hat gekämpft ne? Die ist schon sehr wichtig, weil
- 31:56es wird auch sogar vom Kreml wird das nicht bestritten, dass
- 31:59russische Freiwillige in Donezk also gekämpft haben, also bis
- 32:05bis 2022, bis bis zu dem Zeitpunkt, als die russische
- 32:10Armee selbst einmarschierte, aber das war nach meiner
- 32:14Beobachtung, wenn ich war, immer auch an Stellung von Soldaten.
- 32:18Also von den Volksmilizen. Und da hab ich.
- 32:22Da hab ich in der Regel also meistens Leute von vor Ort
- 32:26getroffen und einmal war ich, wie gesagt, da war war ich mit
- 32:31russischen Freiwilligen direkt zu einer Stellung gefahren und
- 32:33da waren es vor allen Dingen Russen, aber oder auch ne
- 32:35Mischung. Also es waren örtliche
- 32:38Jugendliche, russische Freiwillige aus Sibirien und was
- 32:40weiß ich nicht. Das war damals in diesen Jahren
- 32:432014 bis 2022 war das ganz normal.
- 32:47Es bildeten sich. Bataillone mit mit besonderen
- 32:51Namen und die hatten teilweise auch sogar in der ganzen
- 32:55Anfangszeit war das sogar noch chaotisch, da hatten die
- 32:59Freiwilligen und die Volksmilizen vor Ort, die hatten
- 33:02Distrikte sozusagen, jeder, jeder hatte sozusagen einen
- 33:05Distrikt, es gab kaum eine zentrale Leitung, also erst als
- 33:09der Präsident Sachartschenko dann die Sache in die Hand 2015.
- 33:15Möglicherweise auch mit russischer Beratung.
- 33:17Also das will ich nicht ausschließen, wurde das mehr
- 33:20zentralisiert und na ja, also das war Russland ist beteiligt
- 33:30an diesem Krieg, von 2014 bis 2022 in der Form, das ist
- 33:34praktisch, dass Freiwillige dort gekämpft.
- 33:37Haben es ist beteiligt, weil Russland darüber berichtet hat,
- 33:41also in der Hinsicht, dass man die.
- 33:44Das Anliegen dieser Bevölkerung in der Welt bekannt macht, weil
- 33:48ja die westlichen Medien haben das Anliegen dieser Menschen
- 33:50hier totgeschwiegen, ne, aber die Russen haben da keine Waffen
- 33:55hingeschickt, zumindestens ist es mir nicht bekannt, also die
- 33:59und die Leute die ich vor Ort getroffen hab, die haben mir
- 34:02gesagt, wenn du ganz konkret war das so, wie haben die die Waffen
- 34:08erobert von den Ukrainern also. Und es gab ja auch ukrainische
- 34:12Armee. Dort und da gab es ja auch
- 34:14Waffen, das heißt, da konnte man mit kämpfen.
- 34:16Wir wissen vom Bundesnachrichtendienst, dass
- 34:18bereits im März 2014 amerikanische Söldner der
- 34:25Söldnerfirma Akademie, vorher Blackwater, im Donbass auf
- 34:29ukrainischer Seite aktiv waren. Waren auch organisierte
- 34:35russische Söldner aktiv, hast du da was mitbekommen,
- 34:38beispielsweise Wagner? Slawjanski Korps oder andere
- 34:41Gruppen? Also auf jeden Fall.
- 34:47Also das gab ich meine, verstehst du, das ist ja n
- 34:51bisschen noch was anderes, also diese Academy, das ist ja gut,
- 34:55das ist ne ne ja gut, es gibt gewisse Parallel Wagner und
- 35:02Academy gibt es schon gewisse parallelen, private
- 35:05Sicherheitsfirmen ne. Aber.
- 35:08Ich hab Wagner hab ich da nicht getroffen.
- 35:10Also. Ich weiß gar nicht, wann die
- 35:12sich genau gebildet hat und in welchem Jahr.
- 35:14Also es waren eigentlich das Waren eigentlich.
- 35:18Wagner ist hervorgegangen aus dem Slawjanski Corps, das in
- 35:23Syrien eingesetzt war, und wurde nach Darstellung von Scott
- 35:27Ritter im Frühjahr 2014 auf der Krim.
- 35:32Gegründet von Dmitri Utki, der der militärische Chef von Wagner
- 35:38auch später war und der eben bei dem Attentat auf Feligorschin
- 35:43mit ums Leben gekommen war. Ja, also ich kann.
- 35:50Ich bin sicher, dass der russische Geheimdienst
- 35:52natürlich, der war sicherlich vor Ort, aber ich meine.
- 36:01Als staatliche Organisation, also militärische Einheiten
- 36:04russischer Sicherheitsdienste also, die sozusagen auf Befehl
- 36:08des russischen Staates in Donezk tätig waren, da hab ich nichts
- 36:11von gehört, da hab ich auch nichts von gesehen.
- 36:13Aber ich kann bestätigen, dass eben sehr viele, sogar ja
- 36:18russische Freiwillige vor vor Ort waren, und das war die waren
- 36:23auch da. Als Helden wurden die verehrt
- 36:27und also. Also da gab es irgendwie kein
- 36:33Gefühl der Okkupation von Russland aus oder so ne.
- 36:37Ein Freiwilliger war Igor Gierkin, genannt Trelkow, der am
- 36:448. April 2014 mit 52 Mann in
- 36:49Slawjansk auftaucht. Und wenn man mit Leuten vor Ort
- 36:54spricht, dann sagen die, der hat uns hier unterstützt, der hat
- 36:58uns bei der Befreiung geholfen. Igor Gierkin war ein früherer
- 37:03FSB Mann hat er für den FSB gearbeitet oder war er
- 37:08tatsächlich ein Freiwilliger, der Nichts mehr mit dem FSB zu
- 37:12tun hat? Also ich glaube nicht, dass er
- 37:15für den FSB gearbeitet hat, weil insgesamt, weil die politische
- 37:19Linie des Kreml. Dass sie gar nicht diesen
- 37:22Konflikt ausweiten wollten. Sie wollten vielleicht, also sie
- 37:27haben das ja nicht irgendwie eskaliert, es gab das Minsker
- 37:30Abkommen und und auch Russland, ich war an den Stellung und und
- 37:33hab immer von den Soldaten gehört, wir werden beschossen,
- 37:35können aber nicht zurückschießen, haben sich da
- 37:37immer drüber beschwert, also gut, ich konnte nun nicht
- 37:40überprüfen, haben sie auch sich daran gehalten oder haben sie
- 37:43auch selbst zurückgeschossen, ne, aber dieser gierkin ja, das
- 37:49ist für mich. Also der wurde nicht vom FSB
- 37:53geschickt. Er wurde vielleicht hat sich
- 37:55vielleicht schon abgesprochen, hat gesagt hier, ich gehe da
- 37:58jetzt hin, aber er war, glaube ich längst entlassen also und
- 38:03ich meine, er behandelte vielleicht im im Sinne
- 38:08Russlands, weil natürlich Russland schon Interesse daran
- 38:12hat, das muss man so offen sagen, dass diese Menschen im
- 38:16Donbass, die alle Russisch sprechen und dieses Gebiet, was
- 38:19immer zum russischen Imperium gehörte, dass das nicht von
- 38:21diesen Bandera Leuten übernommen wird, das heißt also, Russland,
- 38:25die russische Führung war. Sicherlich hat das sympathisch.
- 38:28Beobachtet. Aber ich meine der Gierkin wenn
- 38:31man sich sein weiteres Leben anguckt.
- 38:33Jetzt sitzt er glaub ich im Gefängnis, weil er eben ein
- 38:37drauf an Haudegen ist, sag ich mal.
- 38:38Er hat als sie als die Russen einmarschierten 22.
- 38:44In die Ukraine hat er im Internet verbreitet.
- 38:47Das bringt alles nichts. Wir müssen wie Peter den Großen
- 38:51wie Peter der Große gegen die Schweden gekämpft hat, also mit
- 38:54Massen müssen wir also massenmobilisierung Soldaten und
- 38:59müssen die den Gegner also vernichten und also, und das war
- 39:03gar nicht die Linie des Kremls, war ja also kontrollierte
- 39:07Mobilisierung und also keine Panik in der Bevölkerung ne und
- 39:11der, der ging genau das Gegenteil und.
- 39:14Und dann wurde er eben deswegen aus diesem Grunde, weil er eben
- 39:17öffentlich ständig, also gegen die Linie des Kremls.
- 39:21Vorging, wurde er dann vermutlich.
- 39:23Also sitzt jetzt im Gefängnis. Also ich meine.
- 39:28Er ist in gewisser Weise, wie auch die Wagner Leute oder die
- 39:32dieser Udkin und auch der wie heißt dieser, der jetzt auch
- 39:37gestorben ist. Pregorin.
- 39:38Pregorin also das sind natürlich Leute, die die auch mal sagen.
- 39:43Einen bestimmten Teil der russischen Bevölkerung
- 39:45repräsentieren eben Leute, die ja die sind, haben vielleicht ne
- 39:51militärische Vergangenheit, also gikin hat ja schon glaub ich in
- 39:54Jugoslawien auf dem Balkan hat er gekämpft, ne, also das sind
- 39:57Leute russische Nationalisten oder?
- 40:01Ultra Patrioten, die die von diesem ganzen techtelmächtel
- 40:05Verhandlung mit dem Westen und Diplomatie da da halten, die
- 40:09eigentlich nichts von die sagen. Die russische Geschichte zeigt,
- 40:12wir müssen stark sein und wir müssen, also können uns nicht
- 40:17aufhalten mit langen Techtelmächtel ne, und das ist
- 40:20natürlich auch heute n echtes Problem sag ich mal für die
- 40:26Leute die jeden Kreml Politik machen weil.
- 40:29Sie können oder? Ich meine, es gibt auch
- 40:31keinerlei Anzeichen dafür, dass Russland den Krieg beendet, ohne
- 40:37seine Ziele zu erreichen. Ne, also das ist ich meine, ich
- 40:41hör das, im hab ich auch im Kurs gehört, die Leute haben gesagt
- 40:44so ne alte Oma war das die auch ausgebombt war, die hat gesagt
- 40:49ich hoffe, dass unsere Jungs nicht umsonst gestorben sind ne
- 40:53und ich meine das sagen wahrscheinlich viele Leute in
- 40:56der gerade in der russischen Provinz wo viele.
- 40:59Mobilisiert wurden die da im Einsatz sind und kämpfen, dass
- 41:03die also unvorstellbar, dass Russland da große Zugeständnisse
- 41:08macht an den Westen, ne, weil das gibt in der Stimmung im Volk
- 41:11nicht in unbedingt in Moskau und in Sankt Petersburg, aber eben,
- 41:14ich glaube schon in der russischen Provinz könnte ich
- 41:17mir schon vorstellen, dass es da bestimmt 30% eher auf so ne
- 41:21harte Linie aussehen, ne? Nach dem russischen Einmarsch
- 41:25habe ich im Kriegsgebiet des Öfteren gehört.
- 41:27Putin hat uns hängen lassen, der hätte 2014 schon kommen müssen.
- 41:33Ist dir das auch so gegangen? Das habe ich selbst nicht
- 41:37gehört. Oder habe ich es habe ich schon
- 41:39wieder vergessen. Ich habe es in einem Film
- 41:41gesehen, den Freiwillige, die in Sapparoje kämpfen haben, die
- 41:46einen eigenen Film gedreht und haben genau diese Sache haben
- 41:50sie da in diesem Film eingebaut, da gibt es so eine so eine Speed
- 41:53in so einer kleinen Siedlung. Und dann kommen da die
- 41:56russischen Soldaten, und dann treffen sie einen Russen, und
- 41:59der will mit den russischen Soldaten erst nicht sprechen.
- 42:02Und dann sagt ihm seine Tochter, erzählt dann dem Kommandeur der
- 42:05russischen Einheit, dann der, mein Vater ist enttäuscht, dass
- 42:09ihr uns alleine gelassen habt. 2. 2014 als die Ukrainer kamen,
- 42:13ne, also ich hab einfach nur als ich da war 2014 1516, da hab ich
- 42:22gab es ne Euphorie ne die Leute haben.
- 42:25Wir haben gesagt, hier die Krim ist Russisch jetzt ne und da gab
- 42:30es ne große Hoffnung und es gab auch in einem Hass nach dem
- 42:33Brand vom Gewerkschaftshaus. Es gab eine Euphorie, es wurden
- 42:38wurde ja auch eben das Gebäude der Gebietsverwaltung von Donezk
- 42:42und Lückans wurde ja auch besetzt und es wurden Fahnen
- 42:46gehisst und wurden Barrikaden aufgebaut, es hatte so n
- 42:49richtigen, so n so n Charakter einer Volksbewegung ne also.
- 42:55An vielen Orten gab es auch von ukrainischer Seite Repressionen.
- 43:01Kurz nach dem Brand in Odessa sind Schützenpanzer des
- 43:07faschistischen Asow Bataillons in Mariupol in die Menge
- 43:12gefahren, das war meiner Erinnerung nach am 9.
- 43:17Mai 2014 es gab das Beispiel der 100 Saborosia.
- 43:23Die auf dem Marktplatz zusammengetrieben worden sind
- 43:26und mit faulen Tomaten und Kot beworfen worden sind.
- 43:29Und immer wieder haben mir Menschen berichtet, dass sie von
- 43:32Ukrainern ukrainischen Kräften willkürlich festgenommen und
- 43:36geschlagen worden sind. Hast du ähnliche Erfahrungen
- 43:39gemacht? Ja, ich hab, als ich in Donezk
- 43:42war, hab ich mit einem Mann gesprochen, der war in so einem
- 43:44Foltergefängnis, also also das war war schrecklich.
- 43:49Also ich bin selbst zu diesem. Gefängnis nicht gefahren.
- 43:52Irgend so ne Fleischhabrik oder was das war also also das hab
- 43:57ich da 2015 hab ich da viel von gehört und aber denn eigentlich
- 44:02doch auch mehr durch meine Recherchen in den in den
- 44:06russischen Medien und die ganzen Veröffentlichungen die es gab
- 44:09und da wurde das mit Fotos und Videos wurde das alles belegt ne
- 44:14also dass da dass eben diese narzisstischen Bataillone, dass
- 44:18die. Dass sie, wie eben wie schlecht
- 44:23da vorging und also also schlimmste Geschichten und eben
- 44:28auch die Bevölkerung. Also wäre eben, das höre ich
- 44:31auch jetzt immer wieder, dass also wenn die bevor die Ukraine
- 44:35abziehen, aus Gebieten in Donbass, die von den Russen
- 44:37erobert werden, dass sie dann irgendwelche Massaker machen an
- 44:41an Zivilisten, ja, weil die, und die sind auch, haben die auch
- 44:45Leute erzählt, die in Lugansk war das.
- 44:49Ja, wie, wie waren denn die ukrainischen Soldaten?
- 44:52Ja, das haben Sie gesagt, das waren aus der West Ukraine, die
- 44:55haben uns gar nicht als Menschen behandelt, also die haben, die
- 44:58haben gar nicht irgendwie sich als Befreier von der von der
- 45:04russischen Herrschaft oder so, sondern die, die haben uns als
- 45:07Untertanen behandelt. Das als Untermenschen.
- 45:10Ja, so als Untermenschen ne. Also und das ist ich mein, das
- 45:17ist natürlich. Es ist ne irre lange, langer
- 45:20Konflikt, weil, wie du schon erzählt hast, vorhin hast du ja
- 45:24erzählt, die Galizien gab es ja nach dem Zweiten Weltkrieg,
- 45:30haben ja die die ukrainischen Nationalisten haben dort noch 10
- 45:37Jahre lang gekämpft gegen die gegen die Rote Armee in Lugans
- 45:40gibt es ein Denkmal, sogar an die von den ukrainischen
- 45:45Nationalisten ermordeten. Russischen sowjetischen
- 45:49Offiziere und Soldaten, die meistens von Scharfschützen
- 45:53irgendwie aus dem Hinterhalt ermordet wurden.
- 45:54Ne, das war natürlich auch mal sagen ein tragisches Kapitel,
- 45:59weil natürlich dieses Gebiet, Galizien war ja tatsächlich also
- 46:03polnisch bis bis 39 und natürlich, also das war ein
- 46:08günstiger Boden für Nationalismus, weil.
- 46:12Die russische Anwesenheit in Galizien war nun nicht so so
- 46:16lang sag ich mal ne, sondern da waren eben Polen und Österreich
- 46:20und so weiter und. Die Region gehörte ja lange zu
- 46:25Österreich ungarischen Reich und wurde dann nach dem sowjetisch
- 46:30polnischen Krieg polnisch 1920 mit dem Frieden von Riga und die
- 46:37Polen sahen das als ihr Territorium an.
- 46:42Aber ich mein, ich hab dann ich war warte.
- 46:44Wann war das 2012 glaub ich war ich in in in leviv ich ich tanze
- 46:50Tango und da war n Tango Festival und da bin ich mal in
- 46:53das örtliche Museum gegangen in Leviv, also lenberg oder wie man
- 46:57es auch immer in Deutschland nennt, und da war ich wirklich
- 46:59geschockt, weil in dem örtlichen Heimatmuseum war sag ich ja, da
- 47:06hab ich immer nur gesehen, was weiß ich wie, was war das.
- 47:11Also die Zeit des Faschismus war in diesem Museum nicht
- 47:16dargestellt. Und dann dann bin ich zu der
- 47:18Museumsfrau gegangen. Wo ist denn die Zeit des Zweiten
- 47:20Weltkrieges, und dann macht die so n so n Filzvorhang auf und
- 47:24ja, sie können das, sie können da mal reingucken und da hab ich
- 47:28dann Sachen gesehen, das ist also da gehen mir so wirklich
- 47:31die Kopfhaut ab, ne wie man so sagt, also es gab nämlich neben.
- 47:38Leviv oder Lemberg gab es 1 der größten KZS der Nazis in
- 47:44Osteuropa, und da hab ich zum Beispiel ein Bild gesehen von
- 47:48einer Knochen knochenmühle, das heißt, die Nazis haben vor dem
- 47:54Abzug, haben sie die Knochen der schon ermordeten Juden und
- 47:59anderen Menschen haben sie dort zermahlen.
- 48:04Um eben ihre Verbrechen zu vertuschen, ne und dieses dieses
- 48:08Bild und viele andere Bilder des faschistischen Terrors in in in
- 48:13der Westukraine wurde einfach eben, das war geschlossen, schon
- 48:17ne, also 2012 war das, das war praktisch, ich meine in in Levov
- 48:22war die der Nationalismus immer immer sehr stark und die Partei
- 48:28Swoboda also von Tiagniburg. Wurde ja dort auch gegründet.
- 48:32Die hieß auch erst nicht swaboda Freiheits und sie hieß sozial
- 48:37Nationale Partei der Ukraine und und war eigentlich also
- 48:41tjaknibob. Der trat glaub ich auf 2013 oder
- 48:4514 trat er auf in Lemberg oder Lewiw und schrie, wir werden die
- 48:51Moskauer Juden verjagen, ne, also offen, antisemitisch und
- 48:552015. Gibt's denn dieses Foto, wo er
- 48:59mit Steinmeier und noch anderen Opposition.
- 49:02Damaligen Außenminister in. Deutschland in Kiew verhandelt
- 49:05über über, also über den Sieg des oder wie man das mit dem
- 49:09Aldan also regelt. Jetzt mit Jalokowitsch und so
- 49:12weiter ne. Wie nehmen die Menschen im
- 49:15Kriegsgebiet die Kumpanei der Europäischen Union und der Nato
- 49:22mit dem ukrainischen Faschismus wahr?
- 49:29Die Kompanei von. Nato, EU auf der einen Seite und
- 49:35ukrainischen Faschisten auf der anderen Seite.
- 49:38Tja, das ist natürlich. Also die Leute, die direkt im
- 49:41Krieg leben, ne, also die sind immer sehr direkt, ne es ist
- 49:45völlig anders wie in in Moskau, also der der Verschmiss in die
- 49:50Kriegen, da ist es sehr direkt, also die sind also.
- 49:56Die sind einfach enttäuscht und sie sind können das eigentlich
- 50:00gar nicht fassen. Ne und sie und sie sind klagen,
- 50:04aber immer so ist immer so ne Klagehaltung nun mach doch mal
- 50:06das mach doch mal was, dass ihr das nicht weiter und diese Nazis
- 50:09unterstützt, also sie können es eigentlich immer noch nicht
- 50:11glauben, dass ist das irre, also dass also in der Zeit 2014 bis
- 50:172022 hab ich das vor allen Dingen so erlebt, ne also dass
- 50:23dass der der, dass der Westen eben so.
- 50:28Also Kiew unterstützt und und jetzt in den letzten Jahren also
- 50:35also ich hab da gar nicht mehr nachgefragt eigentlich, weil es
- 50:39einfach, es gab keinen Anlass darüber zu sprechen, also es war
- 50:44mir auch ehrlich gesagt unangenehm, weil ich komme aus
- 50:47Deutschland und ich weiß auch gar nicht, wie ich, wie ich da
- 50:50mit den Emotionen umgehen soll ne also ich meine.
- 50:56Bist du als Deutscher angefeindet worden
- 50:59beispielsweise? Ja, also bin ich kein einziges
- 51:03Mal. Also weder in Moskau, schon
- 51:05schon gar nicht, auch nicht in Donezk und in Lugansk.
- 51:08Also das ist ich hab das auch, glaub ich, dass die Leute
- 51:13eigentlich immer noch glauben, dass in Deutschland und in
- 51:16Europa eigentlich vernünftige Leute leben, also ich, ich
- 51:20spürte da eigentlich keinen Hass gegen gegen die Europäer, ich
- 51:24mein, es lieben ja auch viele. Ehemalige Sowjet Bürger und
- 51:27Ukrainer leben und Russen leben in Europa und es gibt, da gibt
- 51:30es auch ne Verbindung ne ich meine und es gibt eigentlich
- 51:34keinen Grund die Europäer zu hassen.
- 51:36Also jetzt wir als politisch denkende Journalisten ne, wir
- 51:41sagen natürlich wir könnten schon verstehen wenn wenn die
- 51:46Menschen in Donbass die EU hassen weil sie weil wer wählt
- 51:52denn diese Leute ne. Aber ich meine.
- 51:56Ich muss dir ganz ehrlich sagen, über diese ganzen Sachen, man
- 52:02Hass und und und. Wen man nicht macht und so, da
- 52:05spricht man auch nicht so viel, weil es auch immer schmerzhaft
- 52:09ist. Ne, also das ist einfach und
- 52:12sogar die Russen die versuchen die versuchen das Thema klein zu
- 52:20halten und ich habe zum Beispiel jetzt gerade erfahren, also.
- 52:23Es gibt ja so alle möglichen Russisch ukrainischen, was weiß
- 52:28ich einfach russischsprachigen Netzwerke, also die Reden über
- 52:33Philosophie, über nicht Philosophie, eher so
- 52:35Psychologie, irgendwelche Heilmethoden ne und die gibt es
- 52:42oder irgendwelche alten Freundeskreise die was weiß ich
- 52:45schon von der Uni sich kennen, also noch aus der Sowjetzeit ne
- 52:49und diese Freundeskreise und diese.
- 52:52Interessensgruppen im Internet, die gibt es teilweise immer
- 52:55noch, aber man versucht oder man hat eigentlich ein Verbot.
- 52:58Wir sprechen nicht über den Krieg, das heißt also, weil das
- 53:03führt dann sofort zum Zerfall, weil natürlich, da sind Menschen
- 53:06gestorben, und das führt zu Emotionen, und das wird also
- 53:11klein gehalten, und ich habe das Gefühl, also das kann man auch
- 53:17mit deutschen Verstand kann man das kaum begreifen, weil.
- 53:20Also ich hab ich hab noch so n anderes Beispiel, die Russen
- 53:24sind ja gewohnt in kleinen Verhältnissen zu wohnen, ne oft
- 53:29mit 3 Generationen in einem Zimmer ne das hab ich ich bin
- 53:32ganz anders aufgewachsen ne also ich hatte eigentlich immer mein
- 53:35eigenes Zimmer und ich hab mich immer gewundert wie schaffen die
- 53:38Russen das dass sie so gut miteinander auskommen also auf
- 53:42kleinstem Platz ne. Und dieses diese, einfach diese
- 53:47soziale Erfahrung. Man hat mit vielen
- 53:49Nationalitäten zusammen in einem Staat gelebt, Sowjetunion und
- 53:53hat auch nach der Sowjetunion gab es, man hat hat gereist und
- 53:58hat Technologien ausgetauscht und so weiter das ist alles noch
- 54:02im Kopf der Menschen drin und ich glaube, sie können sich noch
- 54:05gar nicht vorstellen, dass das beendet sein soll, ne und von
- 54:09daher und sie haben nach wie vor auch eine.
- 54:12Eine jetzt vielleicht nicht um die Leute, die direkt im Krieg
- 54:15leben, die nicht, aber die anderen, die nicht im Krieg
- 54:18leben, die haben auch nach wie vor eine Achtung vor der
- 54:20europäischen Kultur und vor der vor den europäischen Menschen
- 54:25sie sie setzen sie nicht nicht gleich mit mit den
- 54:29Kriegstreibern, also im März und wie sie alle heißen, also es ist
- 54:34meine Erfahrung. Man hat ja, wenn man diesen
- 54:36Leuten zuhört, den Eindruck, die wissen gar nicht, was Krieg
- 54:40heißt, sondern plappern unverantwortlich daher.
- 54:44Du weißt das, wie gehst du mit deinen Ängsten um im
- 54:47Kriegsgebiet? Ich mit meinen Ängsten.
- 54:51Also ich hab das gemerkt im im Kurs, das wurde mir eigentlich
- 54:55auch in den Wochen danach erst klar.
- 54:56Also ich bin auf einer ganz gewöhnlichen Journalistentour
- 55:01war ich Teilnehmer, da passierte nichts Außergewöhnliches.
- 55:05Und trotzdem spürte ich in mir eine Stimme.
- 55:07Ich muss darüber berichten, ich guckte in die Augen dieser
- 55:10Menschen, ich nahm an ihrem Schicksal teil, ich war selbst
- 55:15und war selbst bedroht, ich hab mit ihnen zusammen geweint und
- 55:18das alles verbindet und du bist automatisch hast du in in dir
- 55:23eine Stimme, du musst darüber berichten.
- 55:25Also ich hatte, ich hatte eigentlich keine Angst.
- 55:29Also ich weiß auch nicht, ich war schon in.
- 55:33Ich war im Tschetschenienkrieg, also nicht unbedingt in den
- 55:36während der konkreten Kriegshandlung.
- 55:37Immer in Kriegspausen war ich in Tschetschenien, glaub ich 8 mal
- 55:41und da da ist es eigentlich, ich hab mich immer gefühlt als
- 55:46Vermittler irgendwie, ich hatte immer gedacht, also wenn ich
- 55:48jetzt hier berichte, dann kann ich irgendwie die Kriegstreiber
- 55:53zur Saison bringen, ich mein das ist so n kindischer Gedanke ne,
- 55:56aber ich hatte dann gedacht dann kann ich die Menschen in
- 55:59Deutschland. Informieren warum kämpfen die
- 56:03Tschetschenen, was, was drückt ihn auf der Seele, warum kämpfen
- 56:07die Russen um um Tschetschenien, was trinken die russischen,
- 56:10russischen, russischen Soldaten, mit denen ich immer auch
- 56:13gesprochen hab und genauso jetzt mit mit mit dem Donezk also und
- 56:18kursgebiete hab ich mich eigentlich immer gleich gefühlt
- 56:24als Teil dieser Gemeinschaft, das ist ganz merkwürdig.
- 56:26Also ich bin nun bin ich vielleicht.
- 56:28Schon 30 Jahre oder über 30 Jahre in Russland.
- 56:31Und deswegen, weil ich die Sprache auch spreche und das
- 56:34Leben kenne. Es ist, es ist natürlich liegt
- 56:38es nahe, dass man sich irgendwie als Teil dieser Gemeinschaft
- 56:40fühlt, ne, also ich zahle hier Steuern und kriege, aber mein
- 56:45Geld von deutschen Alternativmedien, die noch meine
- 56:49Berichte schätzt, aber trotzdem wird man so ein bisschen fühlt
- 56:53man sich als Teil dieser Gemeinschaft und leidet mit
- 56:57ihnen, ne. Und aber ich muss ehrlich sagen,
- 57:00ich leide auch mit den Deutschen, die verführt worden
- 57:04sind. Also das ist auch ein Leid, was
- 57:06ich in mir spüre. Du kommst ja aus Deutschland, du
- 57:13sagst, du leidest mit den deutschen, sie seien verführt
- 57:17worden. Sind sie verführt worden oder
- 57:21wollten sie sich verführen lassen?
- 57:28Na ja, also wenn man jetzt das hohe, den hohen Maßstab an den
- 57:33Menschen legt, er ist für rein Schicksal selbst verantwortlich,
- 57:36dann muss ich sagen, sie wollten sich verführen lassen, denn es
- 57:40gibt viele, es gab viele Berichte über den Narzissmus,
- 57:44über die Greuel, der Hitler, der Hitlerherrschaft, es gab, in
- 57:50jeder Familie gab es einen Kriegsteilnehmer, der hätte
- 57:53erzählen können, man hätte ihn ausfragen können.
- 57:56Und das ist, glaube ich, zu wenig passiert.
- 57:57Man hat die alten Leute, die Großväter hat man nicht, hat man
- 58:03nicht versucht, erzählen zu lassen, also man hat nicht und
- 58:08man hat den, um den Familienfrieden zu sichern, hat
- 58:11man das Thema abgehakt und hatte deswegen diese einmalige Chance
- 58:17zu wissen, was haben unsere Soldaten an der Ostfront
- 58:19gemacht, welche Verbrechen habt ihr gesehen, woran habt ihr
- 58:23vielleicht sogar teilgenommen. Das hat man sich nicht angehört,
- 58:26sondern hat es dann lieber im Fernsehen oder aus irgendeinem
- 58:29Buch gelesen. Und Bücher haben auch nicht alle
- 58:31gelesen. Und im deutschen Fernsehen
- 58:33wurden über die Verbrechen an der Ostfront wurde sowieso kaum
- 58:36berichtet, also zum Beispiel der Holocaust Film wurde 79 im
- 58:40deutschen Fernsehen gezeigt, das erste Mal, dass im deutschen
- 58:44Fernsehen über Judenvernichtung überhaupt gesprochen wurde, muss
- 58:46man sich mal vorstellen, also 30 Jahren nach dem Krieg ne und?
- 58:52Über die es gibt keinen einzigen Film, den ich kenne, den die
- 58:57Ostdeutschen kennen. Die haben solche Filme kommen
- 59:00und sie zum Beispiel von einem berühmten russischen Regisseur
- 59:0685 gedreht, der wurde da an den Schulen gezeigt, in der DDR,
- 59:10aber die Westdeutschen sind absolut unbeleckt, es gibt für
- 59:13die nichts, was sie zwingt, sich mit ihrer eigenen Vergangenheit
- 59:16auseinanderzusetzen, sondern sie können, sie können dieses Thema.
- 59:22Was Sie wissen, was es nicht gut ist für die für die Deutschen,
- 59:25können Sie abhaken. Ja, wir haben ja, wir sind mit
- 59:28den Juden solidarisch, mit Israel solidarisch, damit haben
- 59:30wir eigentlich unsere Schuldigkeit getan, die Russen,
- 59:33Russland ist weit weg, und in Russland ist ja sowieso Putin,
- 59:36und das ist ja eigentlich, das ist ja jetzt das
- 59:39Allerschlimmste, der bedroht uns ja ne, und man hat sozusagen
- 59:43jetzt ne wunderbare Möglichkeit gefunden, sich von dieser.
- 59:48Schande, die das deutsche Volk über sich gebracht hat.
- 59:50Eben Überfall auf die Sowjetunion 28 27000000 Tote,
- 59:54sich davon irgendwie reinzuwaschen.
- 59:58Gab es Ulrich nach dem russischen Einmarsch am 24.
- 1:00:02Februar 2022 in Deutschland in der deutschen Bevölkerung so
- 1:00:08eine Art Schuldumkehr? Ich hatte manchmal den Eindruck,
- 1:00:12endlich können wir den Russen auch Schuld in die Schuhe
- 1:00:16schieben. Also diesen, dieses Gefühl ist
- 1:00:20absolut richtig, aber ich würde sagen, vor allen Dingen für die
- 1:00:24politische Elite, also bei den quoll, ist ja praktisch aus dem
- 1:00:28Mund diese ganze Hetze, also wir müssen die Russen ruinieren, wir
- 1:00:33müssen Russland ruinieren, Russen vergewaltigen Kinder in
- 1:00:40Botscha wurden hunderte. Menschen und so weiter das ist
- 1:00:44eben Russland, das ist die Diktatur.
- 1:00:46Der Russe will sowieso, der strebt sowieso zum Tod, dem ist
- 1:00:50das Leben gar nicht wichtig, solche Leute traten ja, diese
- 1:00:52Gauck, die er im ZDF aufgrund. Einer Nato Mitarbeiterin, die
- 1:00:59uns bei Markus Lanz in seiner Quasselrunde als unabhängige
- 1:01:05politische Expertin. Präsentiert natürlich, da muss
- 1:01:07man dann auch mal gucken, was sind das für für Leute.
- 1:01:10Denn oft findet man dann auch, dass deren Eltern auch im Krieg
- 1:01:15waren. Also, und ich mein, ich hab, da
- 1:01:17möchte ich jetzt hier nicht öffentlich drüber reden, aber
- 1:01:19ich hab auch und natürlich unter den Korrespondenten gab es auch
- 1:01:23Leute, die was weiß ich, Scharfschützen waren, die
- 1:01:26gesehen haben, wie in Weißrussland Zivilisten in der
- 1:01:29Scheune verbrannt wurden, die aber nie darüber geschrieben
- 1:01:31haben, also Moskauer Korrespondent aus Deutschland
- 1:01:34ne, also da hab ich mich auch immer drüber gewundert, es war
- 1:01:37sowieso so, dass ich das Thema Verbrechen der der Wehrmacht war
- 1:01:46praktisch von 1991 bis wie was weiß ich bis heute in von den
- 1:01:51Moskauer Korrespondenten. Das war kein Thema, Wir gingen
- 1:01:54nicht zu den Überlebenden, das passte nicht in die in die in
- 1:02:01den in das. Nennt man das also in die Sende,
- 1:02:05in die in die Sendeschiene? Ne, da gab es denn 1000 andere
- 1:02:10Sachen, die wichtiger waren, also Jelzin und die
- 1:02:13Straßenkinder von von also und die Aids Toten und deswegen was
- 1:02:19weiß ich nicht, also der Zerfall des russischen Sozialsystems und
- 1:02:25die russischen Flugzeugabstürze, die in den 90er Jahren
- 1:02:27runterkamen also es wurde das Elend von A bis z geschildert,
- 1:02:31ne, aber das? Das eigen, die eigene Schuld,
- 1:02:35die wir hinterlassen haben, die ganzen Schicksale, die noch
- 1:02:38lebten, die man hätte befragen können, wurden nicht befragt,
- 1:02:43ne, aber dann rennt Baerbock, rennt also in Kiew, dann war
- 1:02:47das, als sie Außenministerin wurde, rennt also zum Denkmal
- 1:02:52von Holodomor, also wo die, die also das Denkmal für die Toten
- 1:02:56der Hungerkatastrophe in der Ukraine und auch in anderen
- 1:02:59Lysen anderen Teilen, auch der Sowjetunion, aber.
- 1:03:02In der Ukraine wurde es eben besonders begangen und da ist
- 1:03:06sie denn präsent. Ne, da erinnert sie sich, denn
- 1:03:08Horror oder moja, was waren die Ukrainer?
- 1:03:10Ne was ist mit den Russen ach so und was ist mit den was weiß ich
- 1:03:14anderen sowjetischen Völkern ne und ich meine diese dieses, dass
- 1:03:20du sagst, dass 2022 wurde, wieso n Ventil geöffnet, das würde ich
- 1:03:24also absolut unterstützen ne also aber ich würde.
- 1:03:29Ich glaube schon, dass die Deutschen insgesamt, also ich,
- 1:03:34ich, ich hoffe, dass immer noch ein Großteil der Deutschen offen
- 1:03:38ist für dies, für dieses Thema Verbrechen der Wehrmacht und
- 1:03:42nicht als ewige Schuld, sondern einfach als Aufgabe, dass man es
- 1:03:47weiß und dass es sich nicht wiederholt und nicht, dass wir
- 1:03:50das nicht den Nationalisten von der AFD überlassen, die sagen,
- 1:03:53ja, ihr wollt. Die Deutsch in den Schuldkomplex
- 1:03:57Schuldkult sagen sie ne, das ist doch völliger Quatsch.
- 1:04:00Es geht doch nur darum, dass wir überhaupt unsere eigene
- 1:04:03Geschichte kennen, auch die dunklen Seiten kennen, damit es
- 1:04:06sich nicht wiederholt. Es hat nichts mit ewiger Schuld
- 1:04:09zu tun, das finde ich sehr wichtig, gerade bei
- 1:04:11Jugendlichen, die denen man eben jetzt neuerdings eintrichtet, ja
- 1:04:15schuldkult und so, da wollen wir nichts von wissen, ne?
- 1:04:17Vielleicht noch mal zurück zu den deutschen Eliten.
- 1:04:20Woher rühren? Historische Amnesie, Blindheit
- 1:04:25und diese Russophobie, die sich ja bei Frau Baerbock auch zeigt.
- 1:04:32Woher das sich? Woher woher das rührt?
- 1:04:35Warum diese Russophobie? Tja, das.
- 1:04:40Also diese, dieses hemmungslose ne, also dass man sozusagen die
- 1:04:44zivilisatorischen Errungenschaften, dass man ein
- 1:04:47anderes Volk schätzt, dass man seine Kultur sich für seine
- 1:04:50Kultur interessiert, dass man annimmt, dass es auch Menschen
- 1:04:53sind wie wir aus Fleisch und Blut, dass das auf einmal so
- 1:04:56zusammenbricht, so schnell, und dass russische Dirigenten
- 1:05:00ausgeladen werden und dass man sich als Russe in Deutschland
- 1:05:04schon rechtfertigen muss, dass man überhaupt mal in Russland
- 1:05:07gelebt hat, ne. Das ist ein tiefsitzender Hass,
- 1:05:13der in Deutschland, ja der in Deutschland schon über 100
- 1:05:18Jahre, den es schon immer 100 Jahre gibt, und zwar in aller
- 1:05:21Form, nicht des Faschismus, sondern des einfach, der
- 1:05:24Überheblichkeit, der nationalen Überheblichkeit.
- 1:05:27Wir sind die zivilisierten, Wir sind die Träger von von
- 1:05:32Fortschritt und Modernität und Zivilisation, und die Russen
- 1:05:37sind. Die Leben wie Hitler das dann in
- 1:05:40seinen Propagandafilmen gezeichnet, die Leben in Lehm,
- 1:05:42lehmhütten, das sind doch gar keine Menschen, die die Bilder,
- 1:05:46die er von von Russen gezeigt hat, das Waren Stoppel Männer
- 1:05:50mit Stoppelbärten und nicht gewaschen, das war das
- 1:05:54faschistische Bild der der Russen ne, was auch in den
- 1:05:58Köpfen der unserer Väter und Großväter natürlich auch war, ne
- 1:06:02und die, die fühlten sich als Träger.
- 1:06:07Der Zivilisation, und das war damals sozusagen der, der die
- 1:06:11faschistische, das faschistische Ideal vom deutschen
- 1:06:15Herrenmenschen, der sich also die Ackerflächen im Osten nimmt,
- 1:06:19um dort die die deutschen Siedler anzusiedeln, ne, und
- 1:06:22heute sind es die, die Ideen von von der westlichen Demokratie,
- 1:06:29die weltweit eigentlich Standard sein müsste und auch in
- 1:06:32Russland, man kann die russische Kultur.
- 1:06:35Die kann man eigentlich abhaken, ne?
- 1:06:37Also da sind ja immer nur Zaren und der Putin, der ist schon so
- 1:06:40lange an der Macht, das hat doch nichts mit, das ist doch nicht
- 1:06:43kompatibel mit unserer westlichen Demokratie ne also
- 1:06:47und ich meine aber warum macht man das nicht mit China, warum
- 1:06:51macht man es nicht mit Saudi Arabien, warum mit Russland,
- 1:06:53weil eben Russland die Rohstoffe liegen, da muss man hin, in
- 1:06:57Russland muss man versuchen wieder Leute an die Macht zu
- 1:07:00kriegen, die das Tor öffnen, dass also Deutschland da Zugriff
- 1:07:05hat auf die Rohstoffe mit, das ist für mich ganz eindeutig.
- 1:07:08Also und das hab ich auch praktisch diese Sympathie, die
- 1:07:13also jelzin, ich will ihn jetzt nicht völlig verdammen, aber
- 1:07:18immerhin war er ein gewählter Präsident von Russland, aber er
- 1:07:21war war in den Augen der Russen, heute war er in vielen zu sagen,
- 1:07:25er war n Verräter letzten Endes, der hat nicht unsere sozialen
- 1:07:29und. Ökonomischen Interessen
- 1:07:31vertreten und hat uns praktisch verkauft und genauso mit
- 1:07:36Gorbatschow. Wobei auch ich würde auch jetzt
- 1:07:39gegen Gorbatschow jetzt nicht hier zu Felde ziehen, weil er
- 1:07:42war hat auch mit sicherlich einiges gutes gemacht, aber also
- 1:07:47um Russland zu verstehen muss man auch eigentlich diese Ganzen
- 1:07:52auf und ab muss man, da muss man wirklich reingehen und muss sich
- 1:07:55da wirklich mit beschäftigen, ne?
- 1:07:57Und kein Deutscher also wird heute angehalten, mal sich
- 1:08:01vorzustellen, was es bedeutet, in den 90er Jahren in Russland
- 1:08:04zu leben, keine Rente zu kriegen, regelmäßig keinen Lohn
- 1:08:08zu kriegen, sogar Intellektuelle, alle
- 1:08:12Universitäten, alles Nachbrach die Leute waren gezwungen,
- 1:08:15irgendwie irgendein wildes Business anzufangen oder in den
- 1:08:18Westen zu gehen, und dann kam also Putin, hat das also alles
- 1:08:23erstmal wieder die Wirtschaft wieder stabilisiert, ich mein
- 1:08:26diesen. Diesen totalen Einbruch, an dem
- 1:08:29der Westen auch meinen Antrag mitschuld hat, also war ja,
- 1:08:34westliche Modelle wurden in den 90er Jahren hier durchgeführt
- 1:08:37mit Brachialge, weil es war ja kein langsamer Übergang in den
- 1:08:40Kapitalismus, sondern ein brachialer, der musste in die
- 1:08:44Hose gehen und da haben wir auch mit mit Schuld.
- 1:08:47Aber das diese Sichtweise ist leider, da gibt es kaum ja
- 1:08:52Informationen drüber, also ich meine, dass man mal ganz ehrlich
- 1:08:55sagt. Warum haben wir den Russen nicht
- 1:08:59Zeit gelassen, langsam in den Kapitalismus zu kommen?
- 1:09:02Warum haben wir, warum haben wir, haben wir Leute unterstützt
- 1:09:05wie Jegor Gaida, der hat über Nacht den Rubel abgewertet, da
- 1:09:09waren alle Sparguthaben, waren auf einmal fast wertlos, der
- 1:09:12Russen wo die da wo die da jahrelang für gespart hatten ne
- 1:09:169192 das war die schlimmste Zeit und und der Westen hat angeblich
- 1:09:19nichts damit zu tun nein stimmt nicht, wir waren Berater aus dem
- 1:09:22Westen, die haben haben damit. Berater wie Professor Jeffrey
- 1:09:29Sex, heute emeritierter Professor der Columbia
- 1:09:33University in New York, der sagte, Ich habe der
- 1:09:38amerikanischen Regierung geraten, die Russen zu
- 1:09:41unterstützen, und das wurde abgelehnt.
- 1:09:45Das trifft ja das, was du eben gesagt hast.
- 1:09:49Ich mein, Das ist so generell so, dass.
- 1:09:53Bei dieser sag ich mal, dass in diesem Marsch nach Osten, also
- 1:09:56unserer Zivilisation in den 90er Jahren, wer waren die
- 1:10:01Journalisten, die hier arbeitet, das waren wir oft und auch
- 1:10:04dieser Jeff, ich sag es, das waren vielleicht demokratisch
- 1:10:06gesinnte, normale Leute, die aber in dieser Situation wurden,
- 1:10:11die und wir, also ich auch, wurden irgendwie ausgenutzt für.
- 1:10:16Für eine Politik, die wir damals noch gar nicht ahnten, also
- 1:10:20einfach für den. Man wollte siegen, also wieder
- 1:10:23siegen, also eben im wirtschaftlichen Sinne, dass man
- 1:10:27also Russland nicht wieder hochkommen lässt, sondern man
- 1:10:31einfach nur dieses Land als als Absatzmarkt, als Rohstofflager
- 1:10:36ausnutzt, ne, und als Russland dann wieder stärker wurde und
- 1:10:41sich selbst mehr behauptete. Da war es dann auf einmal schon
- 1:10:45wieder der Feind. Also ab 2007 ungefähr ne, also
- 1:10:47da, da hat man nun nur das feindliche und das gefährliche
- 1:10:50gesehen, ne? Apropos Feindbild.
- 1:10:53Wenn Frau Baerbock gesagt hat, diese Sanktionen werden Russland
- 1:10:58ruinieren, wir führen einen Krieg gegen Russland.
- 1:11:02Frau Gauck sagt im Fernsehen unwidersprochen, die Russen
- 1:11:07haben ein anderes Verhältnis zum Blut und zum Tod, das sind ja
- 1:11:10keine Europäer. Bei der Verleihung des
- 1:11:14Friedenspreises des sogenannten Friedenspreises des Buchhandels
- 1:11:17werden die Russen als Schweine bezeichnet.
- 1:11:20Erlebst du das als zivilisatorischen Regress, als
- 1:11:24Rückfall, die Barbarei? Ja, auf jeden Fall.
- 1:11:27Also ich bin einfach sprachlos, ich das hat also mit, ich bin
- 1:11:32vor allen Dingen sprachlos, dass es da keinen keinen Protest
- 1:11:35gibt, also keinen, aber da kann man mal sehen, wie weit.
- 1:11:40Wie weit die Distanz schon ist, dass diese Gauck einfach sagen
- 1:11:43kann, der Russe sucht eigentlich sowieso den Tod, dem ist das
- 1:11:46Leben nichts wert. Ne, ich meine die Deutschen,
- 1:11:49entweder sind sie feige, weil sie kennen selbst Russen, die
- 1:11:52gehen ins russische Restaurant, sie kennen was weiß ich, neben
- 1:11:57ihnen wohnten Russe, also die Russen sind in Deutschland ja
- 1:12:00präsent und da kann man noch sagen wieso, ich kenn den, der
- 1:12:03ist doch ganz normal. Aber warum sind sie so feiger
- 1:12:06und? Protestieren nicht.
- 1:12:08Das ist doch wirklich Schlimmes, ist doch stattdessen wird
- 1:12:13gekämpft für jeden Homosexuellen, für jeden
- 1:12:16diversen, dass er sich ausleben kann mit einer Verbissenheit.
- 1:12:21Diese Verbissenheit wünsche ich mir, dass man da auch für die
- 1:12:26Russen kämpft, dass man, dass man sagt, hier, Leute, ihr seid
- 1:12:33doch ihr, fallt zurück in die Barbarei, wenn ihr.
- 1:12:36Wenn ihr so mit einem riesigen Volk umgeht, was, was immer mit
- 1:12:40Europa gute Beziehungen hatte, auch und in in Moskau werden
- 1:12:45heute immer noch deutsche Komponisten gespielt und niemand
- 1:12:50wundert sich, es ist völlig normal.
- 1:12:51Trotzdem Krieg ne, also wie wie könnt ihr dieses Volk so
- 1:12:56demütigen und wundert euch doch nicht, wenn die auf einmal
- 1:12:59zurückschlagen, weil natürlich was wir in den Medien
- 1:13:03mitkriegen, das ist doch alles offiziell.
- 1:13:05Aber der russische sag ich mal Mensch, der hat auch Emotionen
- 1:13:09und die werden auch irgendwann hochkommen.
- 1:13:11Und ich hab das in den Kriegsgebieten gemerkt, da sind
- 1:13:14die Leute, Leute reden doch ne andere Sprache, die sind oft die
- 1:13:18ist sind oft viel direkter und ich mein klar, wenn neben dir
- 1:13:22das Haus Zusammenstürzt von der ukrainischen Rakete und und die
- 1:13:25Rakete wurde vielleicht im Westen gebaut, ne also was oder
- 1:13:28sogar sehr wahrscheinlich, was bleibt dir denn anderes übrig
- 1:13:31als die zu hassen, bloß das. Das kriegst du dann immer nicht
- 1:13:34so direkt mit. Du musst da leben, ich müsste da
- 1:13:37eigentlich direkt leben, um um diese Emotionen konkret
- 1:13:39mitzukriegen, ne? Deutschland erlebt einen
- 1:13:43Rückfall in die Barbarei, sagt der Journalist und
- 1:13:46Kriegsreporter Ulrich Hayden, der in Moskau lebt.
- 1:13:49Herzlichen Dank. Bleiben Sie dran, bei gegen den
- 1:13:52Strom. Abonnieren Sie meinen Kanal.
- 1:13:55Hier zeigen wir Ihnen Positionen und Perspektiven, die sie in den
- 1:14:00Mainstream Medien nicht sehen.