Latest / insights! mit Joubin Rahimi / 146 10 bis 20 % mehr E-Commerce-Umsatz durch stationäre Filialen! Thalia‘s Erfolgsgeschichte
Transcript
- 0:00Grandios, dass ihr wieder dabei seid zu einer neuen Folge von insights!
- 0:04Mein Name ist Joubin, Joubin Rahimi und heute mit Hendrik Müller von Thalia.
- 0:09Hi Hendrik. Hallo Joubin.
- 0:11Es ist mir ein richtiges Fest, dass du dabei bist, weil ich bin Thalia Fanboy.
- 0:15Erzähle ich auch gleich warum.
- 0:16Aber vielleicht magst du zwei, drei Sätze zu dir, deiner Rolle sagen und
- 0:20dann steigen wir ins Thema ein. Ja, total gerne.
- 0:22Also erstmal vielen Dank, dass ich hier sein darf.
- 0:25Total schöne Möglichkeit.
- 0:26Ich bin bei Thalia Director Customer und Commerce, halt eben
- 0:31insbesondere für das E Commerce Geschäft verantwortlich.
- 0:33Alles rund um den Sales Kanal, alles rund um das digitale Marketing, auch Loyalty
- 0:38und Social Media gehört halt eben dazu.
- 0:41Parallel auch für das digitale Produkt, also unsere Softwareentwicklung, die wir
- 0:45bei uns betreiben, für alle digitalen Touchpoints, aber auch für
- 0:48die Omnichannel Services.
- 0:50Und relativ neu ist halt eben auch noch der Service, weil der Service
- 0:54auch immer mehr zum Verkaufskanal wird und immer tiefer auch in die
- 0:57Wertschöpfungskette reingeht.
- 0:59Das ist jetzt auch mein neuestes Hobby, was ich habe, das auch noch mit zu
- 1:03verantworten, mit zu entwickeln.
- 1:05Und ich freue mich richtig bei Thalia, weil alle, die so ein bisschen die
- 1:09Historie der synaigy mitbekommen haben.
- 1:11Einer unserer ersten Kunden war die WBG.
- 1:14Also es war ein Verein, eigentlich total schön ein Verein, um
- 1:18Bücher, die ja während der Nazizeit verbrannt worden sind,
- 1:21dann wieder zu drucken.
- 1:22Aber die Menschen haben gesagt: Ich will das Buch haben und haben
- 1:25sich tausend zusammengeschossen und wurde es ja gedruckt.
- 1:27Ich fand ein sehr schöner Gedanke dazu war einer unserer ersten Kunden
- 1:32und unsere Kinder lieben Thalia.
- 1:34Die sind Kölner und die lieben auch den Remscheider Thalia.
- 1:40Das ist ganz anders.
- 1:41Kölner, die sind auch locker eine Stunde drin und
- 1:46die gehen, also wir sagen, die dürfen alle Bücher haben, die sie haben wollen.
- 1:49Wir kaufen immer Bücher, nie Taschengeld und die lieben das, gehen immer
- 1:54mit ein, zwei Büchern raus.
- 1:57Genau das ist das Ziel, was wir halt eben auch haben.
- 1:59Also letzten Endes kann man das an Kindern auch gut festmachen.
- 2:02Bei dir haben wir dann Volltreffer gelandet, weil jedes Kind, was an Thalia
- 2:06vorbeigeht, soll nicht vorbeigehen, sondern soll auf jeden Fall
- 2:08in die Buchhandlung kommen.
- 2:10Dafür machen wir halt eben genau viel, dass wir Aufenthaltsqualität schaffen,
- 2:13dass wir Lese und Lernecken haben, dass wir auch viele Kooperationen
- 2:18versuchen mit Schulen und co aufzubauen.
- 2:20Dieses Lesen auch gerade bei Kindern auch spielerisch gerne im Zusammenhang mit
- 2:25Spielzeug einfach wieder hochzuheben und genau das ist das, was
- 2:28wir schaffen wollen.
- 2:29Stationäre Aufenthaltsqualität und ich glaube Köln hier am Neumarkt ist da
- 2:33tatsächlich ein sehr, sehr gutes Beispiel dafür.
- 2:34und das ist ja gar nicht einfach.
- 2:36Mit Amazon hat sich ja ganz viel verändert im Buchmarkt.
- 2:38Die ganzen Buchläden sind wegdiffundiert und ihr nicht.
- 2:42Ihr habt es online geschafft und stationär geschafft.
- 2:47Was ist euer Geheimnis gewesen?
- 2:49Weil jetzt die Welt verändert sich ja so schnell.
- 2:51Aber was ist euer Geheimnis gewesen?
- 2:53Tatsächlich sind wir schon stolz darauf, dass wir den Markt auch ausperformt haben
- 2:57und selbst gegenüber Amazon eben nicht nur Marktanteile zurückgewonnen haben, son
- 3:02eben auch wirklich Marktführer sind im deutschen Markt.
- 3:05Was ist das Geheimnis?
- 3:06Ich glaube, es liegt tatsächlich in einem sehr ehrlichen und sehr
- 3:11strukturierten Omnichannel Ansatz.
- 3:13Das heißt, dass viele das halt immer recht kritisch sehen für uns ist das aber halt
- 3:16eben irgendwo nicht nur ein Wort, was geschrieben steht,
- 3:21sondern wir leben das tatsächlich und das siehst du halt immer bei Service wie der
- 3:24Filialabholung, Click & Collect, wo wir es dem Kunden freistellen, ob er
- 3:29Click & Reserve machen will und vielleicht eher noch den Plausch mit dem Mitarbeiter
- 3:32haben möchte beim Abholen oder wenn er auf der anderen Seite eher der Suchkunde, der
- 3:37Zielkunde ist, der abholen will, eben auch die Möglichkeit zu geben, dieses Buch
- 3:41letzten Endes über einen Locker abzuholen, der vor der Buchhandlung steht.
- 3:45Das sind so unterschiedliche Modelle, die wir da eben sehen und letzten Endes geht
- 3:49es für uns auch darum, diese Buchhändlerkompetenz, also nicht einfach
- 3:52nur algorithmische Verknüpfungen, sondern gleichzeitig eben auch intellektuelle
- 3:56Verknüpfung, Erfahrungsverknüpfung von unseren Buchhändlern auch zu
- 4:00digitalisieren und das dann halt eben auch wieder unseren digitalen Kunden.
- 4:06Nehmen wir mal die Kölner Filiale, die mit dem Café und den Räumen, den
- 4:11Aufenthaltsräumen oder hast nicht Aufenthaltsräume genannt?
- 4:14Das sind keine Aufenthaltsräume, sondern Flächen, die auch zum Verweilen anregen.
- 4:19Könnt ihr oder habt ihr es gemessen, wie das auch Omnichannel einzahlt?
- 4:23Also sind dann die Kölner Affiner bei Thalia auch online zu kaufen?
- 4:28Ist tatsächlich eine ganz spannende Frage. Es wäre zu messen.
- 4:31Wie gesagt, man könnte ja sagen, die Wahrheit liegt für einen E Commerce
- 4:36Verantwortlichen nur im Digitalen.
- 4:37Das ist tatsächlich anders ist genau halt eben Anders.
- 4:41Jede Öffnung, die wir irgendwo haben, jede neue Buchhandlung, die wir haben, hebt
- 4:44halt eben auch automatisch meinen E Commerce Umsatz in der Region um.
- 4:48Das kann man ruhig sagen, halt eben mehr als 10, knapp weniger als 20 Prozent.
- 4:52Das ist halt eben schon mal ein einfaches einfach Setup, was ich halt eben habe.
- 4:55Und dadurch, dass wir, und das bei uns tatsächlich auch kein geflügeltes Wort,
- 4:59das Thema Omnichannel halt eben, sobald wir den Kunden halt eben auch in beiden
- 5:02Kanälen spielen, schaffen wir es häufig, Share of Wallet zu steigern, ein Cross
- 5:06Selling, Upselling irgendwo noch hinzubekommen, den Kunden also letzten
- 5:10Endes auch nicht nur mehr Geld aus der Tasche zu ziehen, sondern eben auch mit
- 5:13Mehrwertservices und mit guten Preisen, mit guter Beratung halt
- 5:17eben auch zu beglücken. Das ist zumindest das Ziel.
- 5:19Und du hattest vorhin auch von der Community gesprochen, das ist ja
- 5:25kein Wort, also nicht nur ein Wort, sondern ihr habt ja einen
- 5:28ganz anderen Auftrag.
- 5:32Also führ uns daran.
- 5:33Ich will nicht das wiedergeben, was ich gerade gelernt habe, das
- 5:36kannst du viel besser sagen.
- 5:38Das, was wir gesehen haben, ist, dass ein Social Media Kanal uns eine neue
- 5:42Zielgruppe zurückgegeben hat, wo wir uns lange Jahre die Zähne ausgebissen haben.
- 5:46Also genau Diese Zielgruppe zwischen 12, 14 bis 29 war halt eben wirklich
- 5:51ganz, ganz schwer zu tacklen.
- 5:52Und TikTok, Booktalk, Booktok hat es tatsächlich geschafft, da so viel Bewegung
- 5:57reinzubringen und auch diese digitale Welt, das haben wir dann halt eben
- 6:01geschafft, das auch ins Analoge zu übersetzen.
- 6:03Sprich, diese vermeintlich digitale Zielgruppe kauft analoge, also gedruckte
- 6:07Bücher und das am liebsten auch stationär.
- 6:10Für uns halt eben ein Riesenthema und Community letzten Endes heißt aber ja füri
- 6:16ich hake da nochmal ein, meine Kinder lesen keine Bücher digital.
- 6:21Keine digital. Ja, das ist absolut Bücher rein physisch.
- 6:27Und da gibt es ja die schönen Farbschnitte mittlerweile oder die signierten
- 6:31Bücher oder ähnliches.
- 6:32Das sind für uns halt eben wirklich Raritäten, die halt eben auch
- 6:35eine extrem hohe Nachfrage haben.
- 6:37Also ich weiß nicht, ob das kennst, aber diese Farbschnitte möglicherweise
- 6:40deine Kinder stehen da auch drauf.
- 6:42Das ist tatsächlich dann der heiße Scheiß.
- 6:44Da gehen die halt eben wirklich gerne für in die Stadt, verbringen halt eben mehrere
- 6:48Stunden in der Buchhandlung und auch noch mal gesagt, die Social Media
- 6:51Cubes, die wir zum Beispiel auch in Köln eben stehen haben, werden dann halt eben
- 6:55auch genutzt, um halt eben ihren Kauf, den man gerade getätigt hat, halt eben auch
- 6:58mit der eigenen Fanbase irgendwo zu teilen.
- 7:01Also für uns ist das eben ein totaler Win Win.
- 7:04Und um einmal auf die Community zurückzukommen, wir spielen das natürlich
- 7:08auch stark über die externen Communities, brauchen wir uns nicht viel vormachen,
- 7:11aber genau das ist das Ziel, den Kunden auch zu uns zu holen, letzten Endes
- 7:16von der Inspiration über den Kauf, über den Nutzen, Lesen, Hören, alles
- 7:19bei uns in der Thalia App zu haben.
- 7:21Und auf der anderen Seite mit Book Circle bauen wir gerade eine Community auf.
- 7:25Wir haben schon viel pilotiert, auch im vorletzten Jahr eben schon mal in Hamburg
- 7:29eine kleine Community aufgebaut, immer in der Kombination digital und
- 7:34analog, also auch Events in der Filiale durchgeführt mit Merch, diese ganze
- 7:39Community regional irgendwie angefüttert.
- 7:41Und der Zuspruch, der war unfassbar.
- 7:43Also wir haben solche Zuläufe in dieser Zeit gehabt, sicherlich immer für ein
- 7:46Genre, was dann eben gerade in dem Moment auch trendet.
- 7:49Aber das ist für uns sicherlich eines der Ziele der Zukunft, eine eigene Community
- 7:53zu haben, aufzubauen und letzten Endes unsere Leserinnen und Leser in dieser
- 7:57Community auch in den Austausch zu bringen.
- 8:01Die bauen hier gerade ab.
- 8:07Und ihr geht ja, das ist ja die jüngere Zielgruppe, die ihr adressiert, also gar
- 8:11nicht mal die Älteren, wo man sagt, die lesen so oder so, die sind es gewohnt, ihr
- 8:14adressiert ja die Jüngeren und die Wette geht auf, habe ich das Gefühl,
- 8:19so wie du es formulierst.
- 8:20Jetzt habt ihr ja noch eine neue Wette drauf, also Spielzeuge,
- 8:26also die Erfahrung, unsere Kinder sind ja gleich alt und wenn
- 8:31dann halt irgendwie andere Geburtstag haben, wo gehen sie denn hin, um
- 8:35Spielzeuge zu kaufen, wenn es nicht online ist?
- 8:36Weil es gibt ja kaum noch Läden überhaupt irgendwo in der Innenstadt.
- 8:42Und das ist, glaube ich, das große Problem.
- 8:43Gerade im Spielzeugbereich ist es so, dass ganz viele Händler halt eben
- 8:48aus der Innenstadt verschwinden.
- 8:49Und genau da wollen wir hingehen.
- 8:51Wir sehen halt eben eine super Symbiose zwischen dem Buch Kinderbuch und
- 8:54auf der anderen Seite dem Spielzeug.
- 8:56Und genau das wollen wir noch stärker zusammendenken, diese beiden Sortimente
- 9:00und haben deswegen ja die Spielzeit auch begründet.
- 9:02Das erste Geschäft hat schon eröffnet in Lüdenscheid und 40 weitere Geschäfte jetzt
- 9:06im Umbau befinden sich in den nächsten Monaten und Jahren, dass wir die halt eben
- 9:10auch umbauen und letzten Endes geht es genau wie du es gerade sagst, auch um
- 9:15Faszination, auch um genau dieses Online und Offline Denken, das Omnichannel
- 9:20Denken, das halt eben auch für Spielzeug greifbar zu machen.
- 9:24Und der Erfolg bisher gibt uns auf jeden Fall recht, eine Aufenthaltsqualität
- 9:29auch da zu schaffen.
- 9:30Wir sehen viele faszinierte Augen bei den Kindern, viele Kinder, die gerne zu uns
- 9:35kommen und auf der anderen Seite dann aber auch eine gute Kompetenz fürs
- 9:39nächste richtige Geschenk.
- 9:40Das kann ich vielleicht auch noch sagen.
- 9:41Die Geschenkboxen, ich weiß nicht, ob du die kennst.
- 9:44Ein Kind hat Kindergeburtstag und letzten Endes wird so eine Geschenkbox halt eben
- 9:49erstellen und die eingeladenen Gäste kommen mal eben und selektieren
- 9:52sich die einzelnen Artikel raus.
- 9:53Funktioniert mega, muss man wirklich sagen.
- 9:55Funktioniert riesig. Tolle Geschichte.
- 9:57Spielzeit richtet sich ja nicht an die Eltern, sondern eigentlich an die Kinder.
- 10:02Eltern auch.
- 10:03Ja, in der Tat ist Fokus bei Spielzeit eher auf die Kinder.
- 10:07Das ist in der Tat richtig und
- 10:09das ist doch mega smart.
- 10:10Also ich überlege, die Kinder unterscheiden doch nicht zwischen
- 10:14ich spiele oder ich lese.
- 10:17Die haben Spaß und das ist dann egal ob Spiel oder lesen oder es ist dann ich
- 10:21lese was und spiele dann die Sachen.
- 10:23Und diese Kreativität aus Lesen lässt sich häufig auch gut ins Spiel
- 10:26halt eben übersetzen.
- 10:27Wenn wir das halt eben einfach nur schaffen, dass wir vielleicht auch eine
- 10:30gute, wertvolle Alternative zum Zocken einer PlayStation oder
- 10:33sonstiges anbieten können, dann haben wir tatsächlich viel geschafft
- 10:36und das ist auch, glaube ich, für die Zuhörer, ich will es noch mal rauspicken,
- 10:40an diese Zielgruppe zu denken und zu denken, wie diese Zielgruppe denkt.
- 10:45Das ein Hammer gutes Beispiel dafür.
- 10:48Danke.
- 10:51Ja, wir beobachten das weiter.
- 10:53Ich glaube, das wird hier noch gleich wilder mit dem Abbau
- 10:59und ich will einladen, dass wir einmal noch mal in Ruhe einen zweiten Take
- 11:02machen, wenn du Zeit und Lust hast.
- 11:04Ich glaube, da können wir viel tiefer eintauchen.
- 11:06Das machen wir gerne.
- 11:07Danke für die Zeit und dann erstmal viel Erfolg mit Spielzeit
- 11:11und allen anderen, was ihr macht. Dankeschön.