Latest / ntv Wirtschaft / Nike greift an: Adidas droht der nächste Prestige-Verlust im Fußball
Transcript
- Die Inflation zieht wieder an, getrieben vom Ölpreisschock. Wirtschaftsministerin Reiche macht Vorschläge zur Entlastung. Pendlerpauschale rauf, Dieselsteuer runter. Eine neue KI-Version von Anthropic könnte die Cybersicherheit auf den Kopf stellen. Und Adidas verliert den nächsten Prestigestil an Nike. Hallo und herzlich willkommen. In diesem Podcast verwandeln moderne KI-Systeme journalistische Inhalte, die auf unseren NTV-Plattformen publiziert wurden, in ein neues Hörformat. Text und meine Stimme wurden mithilfe künstlicher Intelligenz erzeugt. Vor der Veröffentlichung werden alle Folgen nach strengen journalistischen Standards geprüft. Viel Spaß beim Zuhören. Der März war teuer, sehr teuer. Das Statistische Bundesamt bestätigt, die Inflationsrate ist auf 2,7 Prozent gestiegen. Das ist der höchste Stand seit Januar 2024. Der Haupttreiber ist klar, Energie. Haushaltsenergie und Kraftstoffe haben sich um 7,2 Prozent verteuert. Halsöl steht mit einem Plus von 44 Prozent ganz oben. Auch Dienstleistungen bleiben ein Preistreiber. Restaurantbesuche oder andere Services kosten im Schnitt über 3% mehr als vor einem Jahr. Im Supermarkt ist davon kaum etwas zu spüren. Lebensmittel verteuern sich im März kaum, aber einzelne Produkte stechen heraus. Schokolade etwa oder Eier, die deutlich teurer geworden sind. Was bedeutet die Teuerung für den Lebensmittelhandel vor Ort? Etienne Bell hat mit Jafar Graf gesprochen. Er ist Inhaber eines Edeka-Marktes in Frankfurt und erlebt die Preisentwicklung täglich hautnah. Hat sich seit Kriegsbeginn etwas geändert bei Ihnen? Ja, wir haben das tatsächlich noch nicht so wahrgenommen, dass wir die Inflation auch hier merken. Ich glaube, unsere Kunden merken das schon an den Zappsäulen, dass wir da einen enormen Preiseinstieg haben. Und natürlich schlägt es jetzt auch irgendwo bei dem Einkauf vom Lebensmittel ein. Kann man das denn schon spüren oder runterbrechen auf Produkte, dass Kunden bestimmte Sachen, die teurer sind, zum Beispiel teures Olivenöl oder Parmesankäse jetzt liegen lassen und stattdessen zu anderen Produkten oder auch Marken greifen? Also wir merken das schon, dass die Kunden tatsächlich so in den letzten Tagen eher so auf dem Discount Produkte zurückgreifen. Das heißt, die kaufen unsere Hausmarke gut und günstig ein, die vergleichbar wie jeder andere Discounter in Deutschland ist. Da merken wir schon, dass da einfach der Zuspruch wesentlich größer geworden ist. Und natürlich auch durch die Nutzung unserer eigenen Edeka-App zum Beispiel, dass wir ganz tolle Angebote haben, dass da einfach der Zuspruch etwas größer geworden ist. Was erwarten Sie von der Politik? Was müsste die tun, um die Verbraucher zu entlasten? Also ich wünsche mir von der Politik ganz klar, dass sie einfach auch jetzt gerade für unseren Standort Deutschland tiefgreifende Maßnahmen ergreifen, sodass wir als Unternehmer auch hier tatsächlich auch Überlebungschancen haben, weil ohne Wirtschaft, ohne gute funktionierte Wirtschaft wird auch unser Sozialsystem nicht funktionieren. Und da erwarte ich ganz klar, dass jetzt mit sofortigen Maßnahmen zurückgegriffen wird, dass unsere Kunden und Kunden in gesamten Deutschland auch entsprechend nicht so belastet wird, dass sie auch entsprechend ganz normal auch einkaufen können und auch entsprechend wie bisher das Geld ausgeben. Weil ohne, dass die Unternehmen in Deutschland nicht wirtschaften können, können das gesamte Kreislauf hier nicht funktionieren. Und da erwarte ich ganz klar jegliche Maßnahmen, die die Politik ergreift, um letztendlich die Wirtschaft zu unterstützen, dass wir einfach das nicht spüren. Bundeskanzler Merz hat gestern durchblicken lassen, schnelle Entlastungen für die hohen Spritpreise wird es nicht geben. Zumindest ein bisschen gute Nachrichten für Autofahrerinnen und Autofahrer. Die Spritpreise sinken, und zwar den zweiten Tag in Folge. Diesel verbilligte sich vom Höchststand um 9 Cent auf 2,35 Euro pro Liter. E10 kostet jetzt 2,11 Euro, ein Minus von 7 Cent. Das klingt nach viel. Gemessen am Vorkriegsniveau ist es das aber nicht. Diesel ist immer noch 60 Cent teurer als Vorkriegsbeginn. Vizekanzler Lars Klingbeil hat zum Energiepreis Krisengipfel mit Unternehmen und Gewerkschaften geladen. Er wirbt für eine Mobilitätsprämie für Bürgerinnen und Bürger, finanziert durch eine Übergewinnsteuer auf Energiekonzerne und für einen flexiblen Preisdeckel bei Sprit. Bundeskanzler Friedrich Merz dagegen dämpft die Erwartungen. Schnelle Entlastungen seien nicht zu erwarten. Wirtschaftsministerin Reiche hat eigene Ideen. Pendlerpauschale rauf, Dieselsteuer runter. Das hört sich jetzt nicht danach an, dass die Regierung mit einer Stimme spricht. Was plant die Bundesregierung nun konkret? Und reicht das aus? Nikolaus Blome hat mit Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche gesprochen. Frau Ministerin, schön, dass das klappt mit dem Gespräch. Sagen Sie, sechs Wochen ungefähr geht der Krieg gegen den Iran jetzt. Die Preise an den Tankstellen vor allen Dingen sind durch die Decke gegangen. Was hindert Sie daran, gezielt ganz bestimmte Gruppen von besonders schwer Betroffenen, meinetwegen Pendlern, schnell zu entlasten finanziell? Die Maßnahmen, die wir scharf geschaltet haben, noch vor Ostern, wirken. Die Preise an den Tankstellen sinken zum ersten Mal um 7 Cent bei Diesel und um durchschnittlich 4 Cent bei Sprit bei E10. Wir überlegen jetzt weitere Maßnahmen, aber die müssen drei Kriterien entfüllen. Sie müssen zielgerichtet sein, sie müssen ökonomisch sinnvoll sein und sie dürfen den öffentlichen Haushalt nicht belasten. Deswegen zielen wir darauf, die Pendler zu entlasten. Mein Vorschlag ist, die Pendlerpauschale temporär zu erhöhen, ebenso die Mobilitätsprämie. Die Mobilitätsprämie ist ein Zahlungsmechanismus für Menschen mit geringem Einkommen, die aber pendeln müssen. und ich schlage vor den Direktauszahlungsmechanismus, der da ist zu nutzen. Nur, das wäre ja dann wieder überwiegend mit der Gießkanne, das ist dann sehr, sehr teuer und es ist überhaupt nicht zielgerichtet. Noch einmal, warum kann die Bundesregierung nicht schnell, vielleicht auch schon vor Wochen hingehen und sagen, wir erkennen, wer hier besonders stark betroffen ist und dem helfen wir gezielt? Kein Mensch weiß und wusste, wie lange der Krieg im Iran dauert. Kein Mensch wusste und weiß, wie viel Risikoaufschlag auf Ölpreisen ist. Die Preise werden an internationalen Märkten gemacht. Richtig ist, was das Bundeskartellamt beobachtet, die Preise steigen schnell, aber sie sinken langsam. Insofern ist der Effekt, den wir jetzt sehen, für einen Preisnachlass ein gutes Zeichen, dass erstens die Maßnahme wirkt und zweitens das Nachlassen der Rohölpreise hier beim Kunden ankommen. Und ich widerspreche Ihnen, dass es nicht zielgerichtet ist. Die Pendlerpauschale soll denjenigen und hilft denjenigen, die das Auto benötigen, um zur Arbeit zu fahren, der Krankenschwester, dem Handwerker, der raus zur Arbeit muss. Pendlerpauschale temporär anzuheben ist eine zielgerichtete Maßnahme, sie ist zeitlich begrenzt und hilft denjenigen, die besonders unter Spritpreisen leiden. Und das ist jetzt auf dem Tableau und das wollen wir hoffentlich bald beschließen. Müssten nicht bestimmte Pendler, die meinetwegen nur 20 Kilometer pendeln, muss man denen das auch senken? Oder gilt dann der Satz von Frau Schnitzer, der Wirtschaftsweisen, die sagte, das müssen die Leute dann eben auch mal ertragen, dass es dann 30 Euro mehr im Monat kostet? Die Regelung, die wir jetzt haben, sieht ja so aus, dass ab dem ersten Kilometer 38 Cent an Pendlerpauschale gezahlt werden. Diese Regelung gilt seit Anfang des Jahres und wir sollten dabei bleiben. Jetzt geht es darum, ab zum Beispiel Kilometer 21 die von Ihnen angesprochenen längeren Anfahrtwege zusätzlich zu entlasten. Und das ist das, was ich vorschlage. Alles, was über dem 21. Kilometer ist, durch einen zusätzlichen Entlastungsbeitrag für Pendlerinnen und Pendler so zu organisieren, dass es den Geldbeutel weniger belastet. Soweit Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche. Das vollständige Interview mit ihr können Sie in der Mediathek bei ntv.de sehen. Auf den ersten Blick wirkt unser drittes Thema heute wie ein Ausreißer. Es geht um die Sicherheit bei der IT. Da gibt es eine Nachricht, die ziemlich viel Staub aufgewirbelt hat. Das US-Unternehmen Anthropic hat diese Woche eine Meldung veröffentlicht, die in der IT-Sicherheitsbranche für Aufruhr sorgt. Ihr künstliche Intelligenzsystem namens Mythos hat tausende schwerwiegende Sicherheitslücken in Software aufgespürt. Darunter in jedem gängigen Betriebssystem und Webbrowser. Mythos soll nicht öffentlich zugänglich werden. Stattdessen kooperiert Anthropic gezielt mit Unternehmen wie Apple, Amazon und Microsoft, sowie Sicherheitsfirmen wie CrowdStrike und Cisco, damit die entdeckten Lücken schnell geschlossen werden können. Auch in Deutschland sind die Behörden aktiv geworden. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik nimmt das sehr ernst. Behördenchefin Claudia Plattner spricht von einem möglichen Paradigmenwechsel. Mittelfristig könnte es keine klassischen, unbekannten Software-Schwachstellen mehr geben, was die Art von Cyberangriffen grundlegend verändern würde. Und damit stellen sich große Fragen. Wer kontrolliert solche mächtigen Werkzeuge? Und wie lange bleiben sie in privaten Händen mit all den Risiken für nationale und europäische Sicherheit? Annika de Buhr hat mit Thomas Köhler gesprochen, Unternehmensberater mit Schwerpunkt Informationssicherheit. Das hört sich dramatisch an. Wie gefährlich ist denn dieses neue KI-Modell für deutsche Unternehmen gerade? Wie schätzen Sie das ein? Seit es generative KI gibt, warten wir auf den Zeitpunkt, wo die gut genug ist, dass sie Angriffe nicht nur professionell anhand der Sicherheitslücken identifizieren kann, sondern auch ausführen kann. Jetzt scheint der Zeitpunkt gekommen, auch wenn wir natürlich bisher noch keine wirklichen Beweise haben. Das Modell wird nicht veröffentlicht aus guten Gründen. Es dürfen aber in Zukunft wohl Sicherheitsforscher und Vertreter großer Unternehmen darauf zugreifen. Ganz grundlegend gilt bei dieser Art von Sicherheitslückenforschung, es war es bisher Manpower der limitierende Faktor und jetzt scheint es durch die Automatisierung eben tatsächlich bedrohlich zu werden. Die Reaktion in den USA spricht der Bände. In deutschen Unternehmen und eben auch in Behörden gibt es ja in Deutschland zumindest regelmäßig Hackerattacken. Krankenhäuser beispielsweise waren schon betroffen. Vermutlich ist die Dunkelziffer sogar riesig. Und eine KI, die jetzt diese Sicherheitslücken findet, wie Sie es gerade beschrieben haben, im Darknet, was könnten Sie sich schlimmstenfalls vorstellen? Was könnte passieren? Also was wir aus der KI-Forschung wissen, ist, dass natürlich ein Modell meistens nicht singulär bleibt, sondern es gibt einen Wettbewerb der Anbieter und es lecken auch vielleicht Intellectual Properties früher oder später. Ausgerechnet das gleiche Unternehmen, über das wir jetzt reden, hatte vor ein paar Wochen einen großen Datenverlust mit vielen Internas. Also früher oder später landen derartige Tools in den Händen von Angreifern. Und das wirft natürlich für insbesondere für deutsche Unternehmen eine massive Bedrohungslage auf, weil es weiter diese Nachteile, die ich als Verteidiger immer habe, verändert. Weiter verändert heißt, als Verteidiger muss ich im Prinzip alles immer richtig hinbekommen. Als Angreifer brauche ich nur eine einzige Lücke. Wenn diese jetzt automatisiert gesucht und ausgenutzt werden kann, dann hat der Verteidiger mittelfristig ohne sozusagen ein komplettes Überdenken seiner Cybersicherheitsstrategie keine Chance. Und das betrifft nicht nur Banken, sondern natürlich alle Unternehmen früher oder später. Und es zeigt, dass wir eine Art Umdenken brauchen im Bereich Cyber. Bisher haben wir Sicherheitslücken gemeldet, dokumentiert, irgendwelche Patches eingespielt. Das müssen wir natürlich auch in Zukunft tun, aber es wird nicht mehr reichen. Es wird nicht mehr reichen, wir werden nicht mehr schnell genug sein und wir müssen uns darauf einstellen, dass wir eigentlich den permanenten Datenverkehr in unserem Netzwerk durchgängig überwachen müssen auf Anomalien, dass wir eigentlich, letztendlich wirklich davon ausgehen müssen, dass jedes Unternehmen zu jedem Zeitpunkt bereits kompromittiert sein kann und darauf unsere Sicherheitsstrategie abstützen. Das wird eine Menge Diskussionen erfordern. Das sind Sachen, über die wir in der Sicherheitsforschung seit Jahren reden. Aber der Zeitpunkt kommt natürlich früher als gedacht. Das heißt, was sollten Unternehmen konkret tun? Sich genau diese Software nämlich holen, um mit gerade der die eigenen Systeme zu checken. Vielleicht das und was dann konkret noch? Also grundlegend gilt, wenn Sie Zugriff darauf haben und international sollen wohl Technologieunternehmen mittelfristig Zugriff bekommen, nutzen Sie das unbedingt zum Testen Ihrer eigenen Systeme und überlegen Sie, ob Ihre eigene Infrastruktur jetzt noch letztendlich dem Stand hält, was man für die Zukunft erwartet. Das heißt, in vielen Unternehmen schlummern bereits Risiken, ältere Systeme, ältere Assets, die nicht mehr upgedatet werden, die auch nicht auf dem neuesten Stand sind. Hier ist es jetzt an der Zeit, sich endlich davon zu trennen und eine zukunftsorientierte Cybersicherheitsarchitektur aufzubauen, die auf best in class setzt und eben, ich hatte es gerade schon kurz erwähnt, auch ein permanentes Monitoring letztendlich beinhaltet. Also sie müssen in Zukunft davon ausgehen, dass sie schneller sein müssen und sie müssen die Technologien nutzen. Es bleibt noch offen, das BSI hatte ja leider noch keinen Zugriff auf die Systeme, inwieweit deutsche Unternehmen entsprechende Lösungen tatsächlich zur Verfügung gestellt bekommen. Jetzt wäre es auch an der Zeit, darüber nachzudenken, ob wir nicht in Europa ein mächtiges KI-Modell selber brauchen, das speziell fokussiert ist auf das Thema Cybersicherheit. Gerade mit Blick auf die digitale Souveränität wäre das dringend angesagt. Adidas steht wohl die nächste Schlappe ins Haus. Nike hat dem deutschen Unternehmen wieder ein lukratives Geschäftsfeld beim Fußball weggeschnappt. Vor zwei Jahren hatte man den Ausrüstervertrag mit dem DFB an die Amerikaner verloren. Und jetzt? Jetzt geht es um den offiziellen Spielball der Champions League. Über den verhandelt die UEFA nämlich gerade exklusiv mit Nike, teilte der Verband mit. Für die Spielballrechte von 2027 bis 2031 will der Adidas-Erz-Rivale nämlich das Doppelte auf den Tisch legen. 40 Millionen Euro, hat die Financial Times erfahren. Adidas stellt den Ball mit den charakteristischen Sternen seit 2001 und bleibt weiterhin der Balllieferant für alle FIFA-Wettbewerbe, die Europameisterschaft und Champions League der Frauen sowie ab der nächsten Spielzeit wieder der Männer-Bundesliga. Das war unser Blick auf die aktuellen Nachrichten aus der Wirtschaft für den Moment. Wir hören und lesen uns wieder bei NTV, in der App, im TV oder hier im Podcast.