Latest / Gin And Talk / Jan Weiler über Liebe, Beziehungen und das Leben
Transcript
- 0:00Speaker 0: Wir sind derartig in Funktionen eingemauert, dass wir eigentlich für so eine Selbstwahrnehmung und auch für eine Reflexion wenig Zeit haben.
- 0:10Speaker 0: Und wenig Muße.
- 0:11Speaker 0: Wenn ich meine Kinder nehme oder überhaupt die Generation bei der dauernd irgendwas brummt, vibriert, zittert, pfeift oder so... Die sind einem Getrommel ausgesetzt?
- 0:24Speaker 0: Das ist atemberaumend!
- 0:26Speaker 0: Das is'soviel!
- 0:28Speaker 0: Und die müssen so viel Entscheidungen treffen und immer wieder bei Insta oder TikTok entscheiden, welche von diesen komischen Zappelkacheln auf ihrem Bildschirm.
- 0:38Speaker 0: Was ist denn jetzt wichtig?
- 0:39Speaker 0: Also wo muss ich den jetzt eigentlich hinsehen?
- 0:42Speaker 0: Das ist glaube ich ziemlich giftig dass die Leute immer denken jemand muss perfekt matchen Und wenn er das nicht gleich tut dann ist auch nichts anstatt etwas zu probieren was auch ein bisschen aus der Mode gekommen ist nämlich Toleranz.
- 0:59Speaker 1: Herzlich willkommen!
- 1:01Speaker 1: Mein Name ist Daniel Fürg und ich freue mich sehr, euch heute zu einer neuen Episode Gen & Talk begrüßen zu dürfen.
- 1:07Speaker 1: Mein heutiger Gast ist kein Unbekannter in diesem Format – tatsächlich ist er der Einzige, der schon häufiger da war.
- 1:15Speaker 1: Jan Weiler ist Schriftsteller, Autor und Journalist.
- 1:19Speaker 1: Mit Munk hat er gerade eben erst sein neues das Werk vorgelegt.
- 1:23Speaker 1: Es dreht sich um den Architekten Peter Munk, der mit Anfang Fünfzig völlig unerwartet einen Herzinfarkt erleidet und sich in der Folge endlich mal Gedanken über sein Leben – und insbesondere seine verflossenen Beziehungen macht.
- 1:37Speaker 1: Mit Jan spreche ich darüber zu welchen Erkenntnissen Peter Munch auf dieser Reise kommt und warum wir vielleicht alle etwas mehr Zeit in Reflektionen investieren sollten….
- 1:47Speaker 1: Wenn dir diese Episode Genant Talk gefällt, dann folge uns bei Spotify, Apple Podcast oder wo auch immer du gerne Podcast hörst und hinterlasse uns eine gute Bewertung.
- 1:56Speaker 1: Diese und viele weitere Episoden findest du als Video-Podcast auf unserem YouTube Kanal.
- 2:01Speaker 1: Jetzt aber viel Spaß beim Zuhören – schön dass ihr alle wieder mit dabei seid!
- 2:14Speaker 0: Herzlich
- 2:18Speaker 1: willkommen
- 2:19Speaker 0: zu einer neuen Folge Gin and Talk.
- 2:23Speaker 0: Mach es dir gemütlich, lehne dich zurück und tauche ein in die verrucht düstere Atmosphäre unserer Studio-Bar!
- 2:39Speaker 1: Lieber Jan ich freue mich sehr dass wir uns heute hier treffen können.
- 2:43Speaker 1: Ich habe es gerade schon gesagt du bist der erste und einzige Stammgast dieses Formats das heißt Du bist jetzt schon zum dritten Mal da wenn Deinen Auftritt auf dem Forty Eight Forward Festival vor zwei Jahren mitzählen.
- 2:56Speaker 1: Insofern willkommen zurück!
- 2:58Speaker 0: Ja vielen Dank für die Einladung, ich bin wirklich begeistert davon wie sich dein technisches Equipment mit der Zeit doch deutlich nochmal verbessert hat.
- 3:07Speaker 0: diese Mikrofone sind wirklich sehr schick.
- 3:11Speaker 1: Ja, ich dachte mir, ich geb dir heute mal eine andere Experience nachdem wir beim ersten Mal an der Bar waren.
- 3:15Speaker 1: Beim zweiten Mal auf der Bühne.
- 3:16Speaker 1: Beim dritten Mal bei uns hier gemütlichem Tonstudium.
- 3:19Speaker 0: Ich muss ja jede Woche auch mit so einem Ding aufzeichnen diese Kolumne die im Bayerischen Rundfunk kommt.
- 3:24Speaker 0: Die nehme ich jetzt zu Hause auf.
- 3:26Speaker 0: und dafür habe ich mir vor einem Jahr einen Podcast Mikro gekauft von einem der führenden Hersteller für diese Dinger Und vorletzte Woche hat das Ding nicht mehr aufgenommen und zwar gar nicht.
- 3:38Speaker 0: Es war überhaupt keinen Ausschlag, überhaupt nichts da an allem rumgefummelt, am Rechner irgendwas hochgeschwoben runtergezogen.
- 3:46Speaker 0: und dann habe ich es verpackt und habe es an die Firma zurück geschickt wo ich es bestellte im Internet eine der führenden Versandhäuser für Instrumente Mikrofone Equipment.
- 3:59Speaker 0: Die haben mir dann zurück geschrieben dass sie das Ding prüfen würden und Sie würden sich dann melden.
- 4:04Speaker 0: und dann haben sie eine Mail geschrieben und zwar Ohne jede Suffisanz, also so wirklich sehr trocken geschrieben.
- 4:12Speaker 0: Nach einwandfreier Prüfung hätten sie festgestellt das dieses Gerät.
- 4:16Speaker 0: Absolut!
- 4:17Speaker 0: Einwandfrei funktioniert?
- 4:19Speaker 0: Ich habe nur jemand die Mute-Taste gedrückt.
- 4:25Speaker 0: Jemand, also irgendwer...
- 4:27Speaker 1: Wer das wohl noch
- 4:28Speaker 0: war.
- 4:28Speaker 0: Und dann hab ich zurückgeschrieben ist interessant.
- 4:31Speaker 0: wo ist denn die Mueut-Teste?
- 4:33Speaker 0: und dann haben Sie zurückgeschrieben die ist Der lautstarke Regler ist gleichzeitig die Mute-Taste.
- 4:38Speaker 0: Wenn man den lautstarken Regler nicht dreht, sondern drückt, mutet man das Mikrofon?
- 4:44Speaker 0: Sie würden es dann wieder zurückschicken!
- 4:46Speaker 0: Ich
- 4:47Speaker 1: glaube ich weiß welches Mikrofone du hattest... Ja, das passiert uns auch öfter mit Menschen denen wir Mikrophone für Aufnahmen schicken.
- 4:55Speaker 1: Da ist ganz oft die Mutes-Tast.
- 4:56Speaker 1: Also insofern nächstes mal Ruf an und versuche ich dir Fernsupport
- 4:59Speaker 0: zu geben.
- 5:00Speaker 0: Jetzt weiß ich's ja und trotzdem kommt sich so unendlich doof vor.
- 5:04Speaker 0: Vor allen Dingen wenn eigentlich einigermaßen Technikaffin ist.
- 5:08Speaker 0: Also ich weiß schon, wie man irgendwas aufnimmt so halbwegs und habe das jahrelang mit einem Diktiergerät gemacht.
- 5:17Speaker 0: aber der bargische Rundfunk fand jetzt dass die Qualität nicht mehr ausreicht.
- 5:20Speaker 0: Habe ich mir dieses Ding gekauft?
- 5:22Speaker 0: Und dann irgendwie nach einem Jahr des Aufnehmens nach zweiundfünfzig Folgen drücke ich aus Versehen diese Mute-Taste.
- 5:29Speaker 1: Aber ich kann dich beruhigen du bist nicht alleine im Club.
- 5:35Speaker 1: Wie nennen wir ihn denn?
- 5:36Speaker 1: diejenigen, die Männer?
- 5:37Speaker 1: Die Technik manchmal dann doch nicht ganz verstehen.
- 5:40Speaker 1: Ich habe letztes mal war auf einer Veranstaltung in Berlin und musste irgendwie so mit weißem Hemd und ordentlich angezogen da irgendwie hingehen dachte mir okay doof hemmt den koffer immer irgendwie danach nicht mehr so schön wie vorher Und ich war mir nicht sicher ob es in diesem hotellen Bügeleisen oder irgendwas gibt.
- 5:57Speaker 1: deshalb macht dachte ich mir nämlich meinen steamer mit Ich diesen Steamer eingeparkt, relativ großes Teil.
- 6:04Speaker 1: Also ich sollte mir vielleicht einmal die Travel-Size davon kaufen aber auf jeden Fall ein Riesenteil in den Koffer rein kommen im Hotelzimmer an versucht den Steamer einzustecken.
- 6:13Speaker 1: versuche ihn an zu machen passiert nichts.
- 6:16Speaker 1: Ich irgendwie fünf Steckdosen ausprobiert weil ich mich nicht sicher war.
- 6:19Speaker 1: an welcher lag es denn jetzt?
- 6:20Speaker 1: oder ist der Steamer einfach kaputt?
- 6:22Speaker 1: irgendwann habe ich aufgegeben.
- 6:23Speaker 1: das hat mich dann nochmal zwei Wochen Zuhause gekostet bis ich verstanden hab dass dieser Steamer auch einen An und Ausschalteknopf hat.
- 6:30Speaker 0: Ja
- 6:31Speaker 1: Ja, ähnliche Geschichte.
- 6:35Speaker 0: Ich hab auch schon häufiger irgendwie in Hotels irgendwas in Steckdosen gesteckt ohne dass ich was tat weil ich die Zimmerkarte nicht in diesen Schlitz gestecked habe einfach kein Strom da war.
- 6:48Speaker 0: Ich habe überhaupt im Hotelzimmern schon für ungefähr dreitausend Euro Ladekabel elektrische Zahnbürsten und Kopfhörer vergessen
- 7:00Speaker 1: Dito.
- 7:00Speaker 1: Ja,
- 7:00Speaker 0: bin sehr beliebt glaube ich bei in Hotels weil ich immer irgendwas liegen lasse und die behaupten dann immer nirmen keine Ahnung.
- 7:09Speaker 0: Ladekabel sind das Schlimmste Weil die ja weiß sind meistens und wenn man die irgendwie aufs Bett geworfen hat sind sie weg.
- 7:17Speaker 0: Die A mal gar Mieren mit dem bettbezug.
- 7:21Speaker 0: uns sind dann weg.
- 7:23Speaker 1: ja Ich hatte in London kürzlich eine schöne Situation.
- 7:25Speaker 1: da war ich gar nicht mehr schuld.
- 7:27Speaker 1: Da hatte ich einfach nur Sachen noch im Hotelzimmer stehen, während ich noch in dem hotelzimmer wohnte um dann zurückzukommen und festzustellen.
- 7:34Speaker 1: Dass die Zimmerdame oder der Zimmer herr, der das Zimmer gereinigt hat wohl der Meinung war es wäre eine Mülltüte.
- 7:42Speaker 1: ja das war dann leider weg nicht allzu teuer aber ärgerlich
- 7:46Speaker 0: Aber trotzdem weg
- 7:47Speaker 1: genau.
- 7:48Speaker 1: Ja du hast mal wieder ein buch geschrieben ja munk Munk Und es geht um Peter Munk ein Architekten Anfang Fünfzig sozusagen in den besten Jahren, der plötzlich auf einer Rolltreppe das wunderschönen Globus Kaufhauses in Zürich zusammenbricht mit einem Herzinfarkt und sich danach so ein bisschen Gedanken über das Leben macht.
- 8:17Speaker 1: Gab es denn da auch einen persönlichen Moment bei dir wo du gesagt hast okay irgendwie macht man sich dann irgendwann mal Gedanken übers Leben?
- 8:26Speaker 0: Ja, also es gibt ja diese existenziellen Unfallartigen Momente im Leben die sowas auslösen.
- 8:33Speaker 0: Bei manchen Leuten dieses Herzinfarkt und Schlaganfall oder ein schwerer Unfall... ...oder eine andere Krebserkrankung irgendwie sowas.
- 8:42Speaker 0: Die sowas bewirken.
- 8:43Speaker 0: ich hatte das auch mal aber ist schon sehr lange her.
- 8:45Speaker 0: Schon über über zwanzig Jahre hier da war ich also noch Mitte dreißig oder so und hatte dann einen zweifachen Darmbruch, was wirklich sehr furchtbar ist und auch sehr traumatisierend und schrecklich.
- 9:02Speaker 0: Und natürlich macht man das dann.
- 9:04Speaker 0: Je später das kommt desto größer Hauts glaube ich ins Kontor.
- 9:08Speaker 0: Bei dem armen Peter Munk ist es so dass er sich das eben auch gar nicht erklären kann erstmal weil er sehr gesund lebt.
- 9:16Speaker 0: Er ist nicht verheiratet, hat keine Kinder die vor irgendwie Schule und Krankenkassentaschengeld und Kummer bezahlen müsste.
- 9:24Speaker 0: Der raucht nicht, der trinkt nicht, er treibt Sport, er ist erfolgreich im Beruf, er hat eigentlich keinen Grund für sowas.
- 9:35Speaker 0: Und er is auch empört darüber, er findet es... Also er hat keinen richtigen Bezug zu sich selber, ne?
- 9:40Speaker 0: Der schaut nie in sich hinein, betrachtet seinen Körper eigentlich als funktionierendes Werkzeug Und kann einfach nicht verstehen, dass dieses blöde Werkzeug jetzt plötzlich aufmuckt und zieht sich deswegen zurück in so ein komisches Luxushotel mit angeschlossener Reha um sich darüber Gedanken zu machen was dazu geführt hat.
- 10:07Speaker 0: Und sein Arzt da, so einen Therapeut der sagt ihm er soll mal seine Beziehungen durchgehen Der soll mal gucken, wer ihn wie geprägt hat oder wie er so geworden ist.
- 10:19Speaker 0: Und dann entscheidet er sich dafür seine Liebesbeziehungen durchzugehen.
- 10:24Speaker 0: Das hat der Arzt offen gelassen also hätten auch Arbeitsbeziehung oder Verwandtschaftliche sein können.
- 10:29Speaker 0: aber eher denkt sich naja wahrscheinlich meinen die damit mit Beziehungen meinen die wahrscheinlich alle Frauen und er geht die dann durch macht sich natürlich weil er so isst erstmal eine Liste wo er die alle chronologisch aufschreibt.
- 10:46Speaker 0: Die meisten Menschen können das, weil es ja normalerweise im normalen Durchschnittsdeutschen Mann spielen sich da ungefähr sechs Erinnerungen ab.
- 10:58Speaker 0: Der durchschnittliche deutsche Mann hat sechs Frauen in seinem Leben kennengelernt mit denen er auch Sex hatte.
- 11:05Speaker 0: Bei ihm sind's drei Zehn, wobei er eine vergisst, die ihm später erst wieder einfällt.
- 11:12Speaker 0: Und dann handelt der Roman eigentlich von diesen dreizehnen Liebesgeschichten.
- 11:17Speaker 0: Das ist das, worum es geht und natürlich unterbrochen immer von so einer Rahmenhandlung in diesem Hotel.
- 11:23Speaker 0: und schließlich soll er sich der Aufgabe seines Therapeuten gemäß überlegen wer war denn die wichtigste?
- 11:32Speaker 0: Was sagt ihr das?
- 11:33Speaker 0: Worum geht's in deinem Leben?
- 11:35Speaker 0: Den Schluss verrate ich aber nicht!
- 11:38Speaker 1: Ja bevor wir vielleicht nochmal auf die Frauengeschichten eingehen Am Anfang ja auch so ein bisschen so ein Symptom unserer Zeit ist oder zumindest vielleicht auch ein Symtom unsererzeit war, das kommt gleich ein bisschen sehr auf die Generation an.
- 11:53Speaker 1: Ist das Peter Munk relativ schnell feststellt dass sich sein ganzes Leben vor dem Infarkt vor allem mit seiner Arbeit beschäftigt hat und dass da sonst nicht so wahnsinnig viel passiert ist?
- 12:04Speaker 1: Warum brauchen wir denn eigentlich so oft diesen einen Vorschlaghammer, der uns irgendwie da einmal über das Gesicht donnert um festzustellen?
- 12:12Speaker 1: Ach, da gibt es ja auch noch was anderes im Leben woüber man sich vielleicht auch mal wieder mehr Gedanken machen soll.
- 12:17Speaker 1: Das
- 12:17Speaker 0: kommt weil wir keine Prioritäten setzen können.
- 12:19Speaker 0: Wir sind derartig in Funktionen eingemauert Dass wir eigentlich für eine Selbstwahrnehmung und auch für eine Reflexion wenig Zeit haben Und wenig Muße Man ist ja, wenn man so einen durchschnittlichen Menschen mal so nimmt.
- 12:36Speaker 0: Dann isst der in der Regel Mann oder Frau und Partner Vater Sohn Bruder oder Schwester Cousin oder Cousins.
- 12:48Speaker 0: Der ist Nachbar der ist Kollege der ist Vorgesetzter oder Untergebener In diesem ganzen Gedönens in diesem in diesem Ganzen Funktionsüberschuss, in dem wir sind.
- 12:59Speaker 0: Wir sind ja auch noch Kunde und Konsument oder Hersteller oder Erfinder oder Nutznießer oder Erbe oder was weiß ich nicht.
- 13:07Speaker 0: alles geht natürlich ein bisschen die selbst Wahrnehmung verloren!
- 13:12Speaker 0: Wir sind hier auch dauernd der Beurteilungen von anderen ausgesetzt und versuchen ständig dem gerecht zu werden, was die anderen von uns erwarten.
- 13:21Speaker 0: Nun erwartet aber eine Partnerin vielleicht etwas anderes als ein Vorgesetzter.
- 13:25Speaker 0: Und die Kinder erwarten was anderes, als die eigenen Eltern und die Nachbarn erwarten wieder was anderes als die Freunde oder die Kegelbrüder oder so.
- 13:36Speaker 0: Es ist ja für uns ein wahnsinniger Aufwand diese ganzen Funktionen innerhalb einer Persönlichkeit So zu leben dass man sich selbst dabei noch spürt.
- 13:49Speaker 1: Jetzt sagen wir ja immer, das ist schlimmer geworden oder wir nehmen es irgendwie so wahr.
- 13:54Speaker 1: Ich nehme es zumindest so wahr wenn man das Gefühl die Geschwindigkeit wird immer mehr Die Erwartungshaltung werden immer größer Das was wir irgendwie zu leisten haben wird immer schneller und schneller abgerufen und schneller Abgefragt sozusagen und wir kommen gar nicht mehr so richtig hinterher.
- 14:08Speaker 1: würdest du denn sagen dass das wirklich schneller Anstrengender anspruchsvoller wurde?
- 14:14Speaker 1: Oder ist es nur unsere Wahrnehmung der heutigen Zeit.
- 14:19Speaker 1: Ich
- 14:19Speaker 0: weiß nicht, ob schneller wird aber es wird mehr.
- 14:23Speaker 0: Vielleicht sind die einzelnen Aufgaben eine Mail zu schreiben zum Beispiel heute auch nicht braucht heute nicht mehr Zeit als vor achtzehn Jahren.
- 14:31Speaker 0: nur ich muss mehr mails schreiben weil ich gleichzeitig auch noch auf WhatsApp Nachrichten reagieren muss und vielleicht auch noch SMS anrufe oder sonst irgendwelche Hinweise.
- 14:40Speaker 0: Ich glaube das ist das Problem.
- 14:45Speaker 0: Kuchen als solcher, ist ja immer gleich groß.
- 14:49Speaker 0: Und die einzelnen Dinge, die sozusagen von deinem Zeitkuchen abgerufen werden, brauchen alle eine gewisse Zeit, die verändert sich nicht.
- 15:01Speaker 0: Aber die Anspruchsteller werden zahlreicher.
- 15:06Speaker 0: Es gibt ein unheimlich interessanter Aussage vom Chef der Netflix.
- 15:11Speaker 0: Der mal gefragt wurde, wer sind eigentlich die Hauptkonkurrenten Für Netflix?
- 15:16Speaker 0: ist das Prime oder ist es YouTube?
- 15:20Speaker 0: Oder was ist es denn, Hulu oder HBO Max.
- 15:24Speaker 0: Und der Typ hat gesagt... Der Hauptkonkurrent für Netflix ist der Schlaf und das fand ich total interessant!
- 15:34Speaker 0: Die wollen gar nicht mehr von dem was alle anderen schon haben sondern die wollen mehr von den was uns überhaupt noch zur Verfügung steht und dass ist die Zeit in der wir schlafen.
- 15:43Speaker 0: wenn's nach denen ginge wären wir vierundzwanzig Stunden am Tag einfach bereit zum konsumieren, dann würde sich das auch wieder auf mehr Player verteilen und dann werden schon wieder alle zufrieden.
- 15:54Speaker 0: Da fand ich einen total interessanten Aspekt.
- 15:58Speaker 0: Wir müssen aber schlafen und wir müssen uns ausruhen und irgendwann muss man das Handy einfach mal weglegen oder ausmachen und so... Und das fällt uns immer schwerer!
- 16:08Speaker 0: Wenn ich jetzt zum Beispiel meine Kinder nehme oder überhaupt die Generation bei der dauernd irgendwas brummt, vibriert, zittert, pfeift oder so.
- 16:19Speaker 0: Die sind einem getrommel ausgesetzt das ist atemberaumt und die müssen so viel Entscheidungen treffen und immer wieder bei Insta oder TikTok entscheiden welche von diesen komischen Zappelkacheln auf ihrem Bildschirm was es denn jetzt wichtig also wo muss ich den jetzt eigentlich hinsehen?
- 16:41Speaker 0: Das wiederum ist, glaube ich tiefenpsychologisch etwas von unseren Urahnen in der Wildnis.
- 16:48Speaker 0: Die immer gucken mussten ob sich irgendwas bewegt.
- 16:51Speaker 0: also könnte er ein Tiger sein der mich jetzt gerade gleich anspringt oder könnte etwas sein was ich fangen kann.
- 16:55Speaker 0: das heißt solange sich irgendetwas bewegt und vielleicht ein leichtes Geräusch macht bin ich interessiert weil es der Arterhaltung dient aufzupassen ob da jetzt gerade was wichtiges ist dass machen die sich bei diesen Dingern zu nutze und deswegen bewegt sich da dauernfass Weil es immer sein könnte, dass irgendwas davon wichtig ist.
- 17:15Speaker 0: Und wenn man sich in diesem Mahlstrom von Banalitäten bewegt, wenn man dich dem aussetzt dauerhaft verliert man natürlich ein bisschen das Gefühl dafür was tatsächlich worauf es tatsächlich ankommt genug Schlaf, genug Bewegung Einigermaßen okayes Essen gute soziale Kontakte Freundschaften Diese Dinge, ne?
- 17:40Speaker 0: Das ist alles Total Old-School.
- 17:42Speaker 0: Es will keiner hören... ...ist aber tatsächlich die Wahrheit!
- 17:45Speaker 1: Als du das erste Mal da warst waren wir mitten in der Pandemie und da hatten wir ja diese totale Verschmilzung oder das komplette Wegerodieren von eigentlich einer gesunden Work-Life Balance wenn wir mal dieses Modewort nehmen weil irgendwie sind wir nur noch von unserem Halbwegs zurechtgeschusterten Homeoffice Arbeitsplatz aufs Sofa, um dann vielleicht noch Netflix zu schauen.
- 18:12Speaker 1: Die besonders disziplinierten von uns waren zwischendrin noch irgendwie beim joggen weil das war ja erlaubt in den schlimmsten Phasen wenn man für Sport zur Tür raus ging.
- 18:22Speaker 1: heute wenn man drüber nachdenkt auch alles irgendwie eine interessante Zusammenstellung von Regeln.
- 18:27Speaker 1: gar nicht mal dass ich Grundsätzlich dagegen wäre, sondern da könnte man ja auch noch mal darüber diskutieren irgendwann.
- 18:34Speaker 1: Aber in jedem Fall war es ja so.
- 18:36Speaker 1: das ist alles irgendwie so.
- 18:37Speaker 1: wir hatten gar keine richtige Trennung mehr zwischen Arbeit und Privatleben.
- 18:42Speaker 1: Privat leben war irgendwie vor allem Beschäftigungstherapien finden damit uns die Decke nicht auf den Kopf fällt im wahrsten Sinne des Wortes.
- 18:49Speaker 1: Glaubst du denn dass das Ganze auch nochmal verschlimmert hat also dass wer heute noch weniger in der Lage sind, da auch uns irgendwie mal diesen Stellenwert des Privatlebens wirklich bewusst zu machen und gleichzeitig wir vielleicht auch verlernt haben gesunde soziale Kontakte zu pflegen.
- 19:09Speaker 1: Das kann
- 19:09Speaker 0: ich nicht so beurteilen weil sich für mich im Corona nicht so viel verändert hat wie für viele andere Menschen.
- 19:17Speaker 0: Ich habe immer Homeoffice Und macht da meine Arbeit und geht joggen oder machst sowas.
- 19:24Speaker 0: Also völlig unabhängig davon, ob alle Masken tragen müssen oder nicht.
- 19:27Speaker 0: Deswegen kann ich es nicht so wahnsinnig beurteilen.
- 19:29Speaker 0: außerdem waren meine Kinder zu dem Zeitpunkt schon zu alt als dass sich die hätte jetzt beschäftigen müssen.
- 19:38Speaker 0: also Ich weiß nur mein Sohn der hat da noch Zuhause gewohnt und Die haben in der zeit aller angefangen sich wie die Irren zur tätowieren.
- 19:47Speaker 0: Da gab's dann irgendwie bei Amazon, da gab es so eine Tätowiermaschine für nördnvierzig Euro neunzig und Dann haben die wenn die sich zu mehr als zweit oder dritt durften sie sich da irgendwie noch treffen.
- 19:57Speaker 0: Und dann haben wir angefangen Aus Langeweile mit diesen Geräten rumzu experimentieren was zeitlose Kunstwerke zur Folge hatte.
- 20:08Speaker 0: Aber ob ist diese Ob es diese Effekte diese Verfremdungseffekte im eigenen Leben Verstärkt hat oder nicht das kann ich nicht beurteilen
- 20:19Speaker 1: was sicher aber nicht durch die pandemie sondern generell in den letzten sagen wir mal zehn jahren vielleicht sogar fünfzehn jahren extrem verändert hat.
- 20:28Speaker 1: In der generation die quasi nach petermunk kam ist die art und weise wie wir partner und partnerinnen kennenlernen oder Lebensabschnittsgefährten oder wie auch immer man es nennen möchte vielleicht auch manchmal nur sehr kurzfristige Bekanntschaften, nämlich über Dating-Apps.
- 20:48Speaker 1: Über all diese Möglichkeiten die es da heute so gibt und ich habe gerade jetzt am Wochenende eine gute Freundin von mir aus London zu Besuch gehabt.
- 20:59Speaker 1: wir hatten ja gerade dieses schöne Fest mit den Maskrügen und ich hab bei ein paar Drinks mit ihr gesprochen hab dann auch gesagt, ich bin eigentlich richtig froh dass sich meine Partnerin nicht über eine Dating App kennengelernt habe sondern so ganz normal im normalen halbwegs normalen Leben über Freunde und wie man das so früher gemacht hat.
- 21:22Speaker 1: Wenn du das heute beobachtest und jetzt bist du ja immer ein sehr aufmerksamer Hinschauer auf die Welt Wie nimmst du das denn wahr?
- 21:31Speaker 1: Also dieses oberflächliche Hin- und Hergesweipe.
- 21:34Speaker 1: Und dann schaut mal Weil eigentlich das was ja dadurch komplett wegfällt, ist dass man sich mal wirklich mit der Person am anderen Ende beschäftigt.
- 21:42Speaker 1: Also man verlässt sich ja nur auf einem besten Fall noch JETG-PT optimierten Beschreibungsteck.
- 21:47Speaker 0: Ja, das kann sein aber man beschäftigt sich mit jemandem ja auch nicht besonders intensiv wenn man ihn abends im Charlies an der Bar sieht.
- 21:56Speaker 0: Das weibt man ja auch gewissermaßen und sagt die finde ich interessant oder den finde ich hübsch Tolles Lächeln oder so, das ist ja nicht... Das geht hier auch nicht viel tiefer.
- 22:08Speaker 0: Was man über diese Dating-Apps sagt weiß ich alles nur aus zweiter Hand weil ich da nicht bin.
- 22:15Speaker 0: Ich bin zwar kein Mega Promi oder so aber bisschen bekannt und das ist komisch.
- 22:26Speaker 0: Weil dann wenn man da wäre Würden Leute sagen, guck mal der ist hier auch oder so.
- 22:33Speaker 0: Das finde ich ja lustig den schreibe ich mal an oder irgendwas und Ich bin da nicht habe das noch nie angesehen.
- 22:39Speaker 0: ich kenne das nur von meinen Kindern besonders von meinem Sohn und der isst ich weiß nicht heißt dass hinz hinz Der war der war auch bei tinder glaube ich.
- 22:51Speaker 0: jetzt ist er irgendwie bei hinsch Und er zeigt mir das hier und da dann wischt er darum und so.
- 22:58Speaker 0: Ich bin davon immer maßlos beeindruckt, wie viele Leute das machen und offenbar macht es denen ein großes Vergnügen.
- 23:07Speaker 0: Aber es ist natürlich so dass es Dinge beschleunigt und in einem Unverhältnissetz dies klar zweimal schon gegeben hat.
- 23:17Speaker 0: aber da ist es derselbe bei dem was ich vorhin sagte.
- 23:19Speaker 0: Es ist halt wahnsinnig viel.
- 23:22Speaker 0: Früher hat man dann jemanden kennengelernt Dann hat man sich mal verabredet einen Kaffee trinken gegangen, dann ist man vielleicht mal spazieren gegangen hat sich nochmal verabredet und hat angefangen ein bisschen zu prüfen und zu gucken.
- 23:34Speaker 0: Ist es was?
- 23:35Speaker 0: oder vielleicht lieber nicht?
- 23:37Speaker 0: Das kannst du heute alles per WhatsApp an einem Wochenende erledigen!
- 23:42Speaker 0: Also du kannst sogar Beziehungskrisen mit jemandem haben den nur ersten Stunde kennst weil man dann an irgendwelche Punkte kommt in der Konversation wo's vielleicht ein bisschen schwierig wird oder wie Joachim Löw sagen würde wo's herzlich wird.
- 23:56Speaker 0: Und dann merkt man sofort ab Konfrontation, Schwierigkeit lieber nicht blockieren weg.
- 24:04Speaker 0: Dafür hat man ja früher Wochen gebraucht um sowas rauszufinden.
- 24:09Speaker 0: und da ist es ähnlich wie bei dem anderen Thema Es ist halt einfach irre.
- 24:14Speaker 0: viel.
- 24:15Speaker 0: das ist so wie wenn man heute Menschen kennenlernt oder kennenlernen will digital.
- 24:24Speaker 0: Dann ist es so wie die Speisekarte von einem chinesischen Restaurant in der Hamburger Innenstadt mit seventy- acht Seiten und fünfhundert Positionen.
- 24:33Speaker 0: Ich persönlich bin da nicht, also ich lerne... wenn ich Menschen kennenlerne, die in der Regel ziemlich konventionell kennen, nämlich guten Tag!
- 24:45Speaker 0: Ich bin übrigens oder darf ich dir sowieso vorstellen?
- 24:48Speaker 0: Und dann lerne ich irgendwie jemand kennen.
- 24:52Speaker 0: ich bin da nicht digitalisiert.
- 24:54Speaker 1: Ich habe immer so ein bisschen das Gefühl und dass tatsächlich übrigens Generationen übergreifend, dass sich unser Hang zum Perfektionismus also der Anspruch den wir an potenzielle Partner oder Partnerinnen haben extrem nach oben geschraubt hat weil natürlich auch irgendwie durch diese Apps immer dieser perfekte Match wird irgendwie vorgegaukelt Und alles soll perfekt passen.
- 25:19Speaker 1: Die eigenen Vorstellungen, da sollte man gar keine Kompromisse dabei machen und das kann ja schon mal gar nicht funktionieren weil ja jede Beziehung irgendwie am Ende des Tages an der einen oder anderen Stelle irgendeine Art von Kompromisslösung ist die man im besten Fall gemeinsam trifft.
- 25:35Speaker 1: Den
- 25:35Speaker 0: Kompromissen möchte man aber heute nicht mehr so gerne eingehen Weil man denkt man würde viel Zeit sparen indem man die Ecken und Kanten desjenigen schon vorher weiß um sich dann eben nicht darauf einlassen zu müssen, jemandem kennenzulernen.
- 25:50Speaker 0: Ja ja das ist glaube ich ziemlich giftig.
- 25:52Speaker 0: dass die Leute immer denken jemand muss perfekt matchen und wenn er das nicht gleich tut dann ist auch nichts.
- 25:59Speaker 0: anstatt etwas zu probieren was auch ein bisschen aus der mode gekommen ist nämlich toleranz so sagen muss doch gar nicht so sein wie ich es doch eigentlich viel schöner wenn er nicht so ist.
- 26:13Speaker 0: Also wenn ich von dem was lernen kann, wenn der mich inspiriert.
- 26:16Speaker 0: Wenn die Person irgendwie mir Dinge erzählt, die ich wirklich noch nicht weiß... Das ist echt aus der Mode gekommen!
- 26:23Speaker 0: Ich glaube die meisten Menschen suchen eher nach jemandem von dem sie nichts lernen müssen und der halt genauso tickt wo man sich sofort im Prinzip auf dasselbe Gleis beginnt und keine Angst haben muss das der andere vielleicht am Ende doch etwas anderes mag.
- 26:40Speaker 0: Das finde ich schwierig.
- 26:41Speaker 0: Genauso wie dieser Ansatz, dass man andere ständig pathologisieren muss – das ist ja heute auch so!
- 26:51Speaker 0: Dieser ganze digitale Ratgeberkram läuft darauf hinaus, dass ständig andere Leute danach beurteilt, ob sie in irgendein Krankheitsbild passen.
- 27:03Speaker 0: Also zehn Methoden, wie man einen Narzisten erkennt oder zwanzig Hinweise auf eine toxische Beziehung oder so.
- 27:14Speaker 0: Anstatt dass man sich einfach mal klar macht, andere sind anders!
- 27:18Speaker 0: Die sind nicht so wie du und die haben andere Vorlieben.
- 27:21Speaker 0: und manche Leute reden wahnsinnig gerne über ihre Probleme, andere Leute schweigen darüber weil sie damit nicht gut klarkommen, weil sie das nicht so mögen.
- 27:30Speaker 0: Die sind aber deswegen nicht krank oder gestört, die sind nur anders.
- 27:35Speaker 0: Und trotzdem hat man heute Ganz häufig den Effekt, wenn Beziehungen auseinandergehen und Beziehung scheitern.
- 27:43Speaker 0: Dann sitzen irgendwelche Freundinnen bei der Frau, dann trinken die alle Kaffee, dann sagt sie eine... Die ist schon klar, dass das ein hemmungsloser Nazist ist.
- 27:54Speaker 0: oder die Männer sitzen mit ihren kumpels beim Bier und sagen immer, die ist nie aufgefallen, dass die echt ne Borderline-Störung
- 28:01Speaker 1: hat.
- 28:02Speaker 0: Und jede Beziehkung, die scheitert es heute auch toxisch!
- 28:06Speaker 0: Dass es einfach nicht gepasst hat oder dass das mit der Liebe nicht gereicht hat, oder dass man vielleicht auch wegen dem Scheitern einer anderen Beziehung noch nicht so weit war.
- 28:16Speaker 0: Oder dass man sehr leicht verletzt ist weil einem irgendwas passiert ist und man deswegen langsam und vorsichtig ist.
- 28:24Speaker 0: Das wird gar nicht mehr in die Beurteilung mit eingebaut sondern da werden irgendwelche merkwürdigen Parameter über Menschen so drüber gelegt Und dann sind sie so oder so und entsprechend irgendeinem Muster.
- 28:36Speaker 0: Und da muss ich sagen fehlt uns oder fehlt vielen Menschen heute die Bereitschaft für einen längeren Atem.
- 28:45Speaker 0: Einfach mal gucken, wie bereichert mich denn das was sich an dem anderen vielleicht auch ein bisschen merkwürdig finde?
- 28:52Speaker 0: Das trauen sich die Leute nicht mehr zu.
- 28:54Speaker 1: Liegt aber natürlich auch ein bißchen daran dass wir am Anfang ganz gerne sofort dieses Hochhäute beschreiben.
- 29:00Speaker 1: also wenn gerade jetzt erst wieder eine gute Freundin getroffen, die erzählt hat ja sie hatte jetzt zwei Dates mit jemanden den sie irgendwie ganz toll findet und jetzt plant sie gefühlt schon die nächsten fünf Jahre und Kinder und Hochzeit zusammenziehen.
- 29:16Speaker 1: Und alles was da irgendwie so mit dazugehört wo man natürlich als Außenstehender oder dieser person nahestehende Person sofort sagt ja toll, also natürlich mit einem gewissen Portion Skepsis die man vielleicht besser nicht ausspricht.
- 29:29Speaker 1: Aber aber natürlich sich irgendwie freut für die Personen und sagt naja hoffentlich klappt es dieses mal und nicht so wie bei den fünfzehn davor.
- 29:36Speaker 1: Vielleicht haut's ja dieses Mal hin Und man ist irgendwie auch optimistisch.
- 29:39Speaker 1: Führt aber natürlich dazu, wenn es dann zwei Wochen später wieder alles in die Brüche geht, weil man feststellt das passt doch nicht so ganz gut mit dem fünf bis zehn Jahresplan, dass man ja irgendeine Ausrede braucht also auch den eigenen Umfeld gegenüber, dass es da natürlich viel einfacher ist zu sagen naja ich habe festgestellt, das ist ein Nazist oder ich hab festgestellt die Person ist total depressiv und damit komme ich gar nicht klar.
- 30:05Speaker 1: Also man braucht ja irgendwie auch so eine Ausrede.
- 30:07Speaker 1: dann, oder?
- 30:07Speaker 0: Ja, das stimmt.
- 30:09Speaker 0: Wobei diese Begriffe einfach auch häufig sehr fahrlässig und sehr falsch verwendet werden.
- 30:15Speaker 0: Also jemand der gerne zweimal überlegt ob er irgendwas macht ist nicht depressiv.
- 30:20Speaker 0: Depressionen sind wirklich eine sehr schwerwiegende Krankheit.
- 30:23Speaker 0: Und dass jemand mal in eine depressive Phase oder Verstimmung gerät weil er zum Beispiel Mit bestimmten Dingen mit Verlusten oder mit Niederlagen nicht so gut klar kommt und einfach länger braucht, um da aus einem Tief wieder raus zu sich herauszuarbeiten.
- 30:42Speaker 0: Ist überhaupt nicht selten.
- 30:44Speaker 0: aber so jemand ist ja nicht depressiv.
- 30:47Speaker 0: trotzdem wird einem dieses Etikett angehängt wenn jemand innerhalb der ersten zwei, drei Verliebtheitswochen sagt ich kann mir vorstellen mit dem oder der eine Familie zu gründen und ich würde am liebsten da ein Haus bauen.
- 31:00Speaker 0: Finde ich eigentlich nicht so ungewöhnlich.
- 31:05Speaker 0: also das entspricht einfach einer gewissen Offenheit oder einer gewisse Begeisterung für jemandem.
- 31:12Speaker 0: dass diese Begeistungen dann am Ende vielleicht ein bisschen ungeprüft ist liegt aber in der Natur des Verliebtseins.
- 31:18Speaker 0: das finde ich gar nicht so schön.
- 31:21Speaker 0: Ich finde es eigentlich sogar schöner, als wenn jemand die ganze Zeit mit angezogene Handbremse durch so eine sich anbahrende Beziehung geht.
- 31:30Speaker 0: Weil er die Beziehungen eigentlich immer vom Ende her denkt und denkt naja ok jetzt mag das ja alles ganz nett sein aber in spätestens einem dreiviertel Jahr wird das hier alles ein Desaster sein.
- 31:40Speaker 0: Das finde ich eigentlich viel schlimmer.
- 31:42Speaker 0: um auf Munk zurückzukommen der ist ja so Der denkt ja meistens die Beziehen von diesem Ende her weil nie was richtig klappt.
- 31:49Speaker 1: Genau, um auf Munk da an der Stelle mal zurückzukommen wenn wir uns Beziehungen im Rückblick anschauen dann habe ich immer das Gefühl verklären wir die Wahrheit ja immer sehr je nachdem ob wir verlassen worden sind oder selbst verlassen haben.
- 32:03Speaker 1: also je nach dem ob es gut oder schlecht für uns gelaufen ist sehen wir dann entweder die guten Seiten und leiden weil wir verlassend wurden und doch eigentlich die Guten in der Beziehung waren.
- 32:13Speaker 1: Oder auf der anderen Seite, wenn wir wütend auf die Personen sind dann sehen wir nur noch die schlechten Dinge und verklären die guten Sachen.
- 32:20Speaker 1: Ja
- 32:20Speaker 0: aber das machen wir ja mit allem!
- 32:21Speaker 0: Das machen wir auch mit unserer Schulkarriere auch.
- 32:25Speaker 0: Da gibt es dann eben bestimmte positive Aspekte in der Schule an die uns wahnsinnig gerne zurück erinnern und die werden massiv verklären... Und es gibt eben so Desaster-Geschichten und irgendwelche Lehrer, die man zu Monstern hochstilisiert.
- 32:38Speaker 0: Das sind ganz normale Leute, die haben einfach ihren Job gemacht.
- 32:41Speaker 0: Und einem halt gesagt, dass das nicht reicht in Französisch, weil man auch nie Vogabeln übt.
- 32:48Speaker 0: Ich glaube mit dem Verklären könnte ich mir vorstellen – kein Psychologe aber könnte mir vorstellen, dass es ein guter Betriebsmechanismus ist um im Leben einigermaßen klarzukommen.
- 33:03Speaker 0: In Wirklichkeit war es in dem Urlaub gar nicht so sonnig, aber der war sehr teuer und dann muss er im Rückblick auch als positiv empfunden werden, sonst war das Geld rausgeschmissen.
- 33:15Speaker 0: Und ich glaube wenn man diese Formel kann man ja auf alles anwenden.
- 33:18Speaker 0: Wenn man jetzt sagt Man war vier Jahre mit jemandem zusammen und am Ende ist es nicht so schön auseinander gegangen wird man aber trotzdem möglicherweise.
- 33:27Speaker 0: Aber diese vier Jahren waren trotzdem natürlich sehr, sehr gut irgendwo.
- 33:32Speaker 0: Da gab es viele ganz tolle Momente.
- 33:36Speaker 0: Auch wenn's vielleicht gar nicht stimmt!
- 33:37Speaker 0: Wie
- 33:38Speaker 1: gut ist denn Munk diese Rückschau gelungen?
- 33:40Speaker 1: Würdest du sagen so aus der
- 33:43Speaker 0: externen Perspektive... Ja also er geht ja daran an dieses Experiment sich an diese Frauen sehr intensiv zu erinnern mit einer gewissen Skepsis.
- 33:55Speaker 0: Er möchte sich diesem Therapeuten nicht so ausliefern.
- 33:57Speaker 0: Er ist ja sehr unspirituell, er ist eher ein rationaler Typ.
- 34:03Speaker 0: Der ist Architekt und nicht Bildhauer.
- 34:08Speaker 0: Und er öffnet sich zwar diesen Projekt aber er erzählt sich dann selber diese Geschichten eigentlich auch größtenteils auf eine sehr nüchterne Art.
- 34:21Speaker 0: Das gefällt mir gut an dieser Figur dass der sagt das er diese Liste hat die dann so einer nach dem anderen so abhakt.
- 34:28Speaker 0: Natürlich erwischt es ihn dann irgendwann und er merkt, er leidet viel mehr als er das wahrhaben wollte.
- 34:37Speaker 0: Und er hat viel intensiver geliebt... ...als er sich das damals zugestanden hat!
- 34:43Speaker 0: Und er hatte auch viel mehr gelitten, als er sich dass zugestandene hat.
- 34:47Speaker 0: Er hat das immer verdrängt und sich dann überlegt naja schade war nix.
- 34:54Speaker 0: Jetzt habe ich auch keine Lust mehr und der ist ja dann auch jahrelang ohne Partnerin und dann klappt es dann mal wieder.
- 35:00Speaker 0: Das ist ja sehr normal!
- 35:02Speaker 0: Und von jeder dieser Frau nimmt er irgendwas mit, das sagt der Therapeut hier am Anfang in dem Gespräch.
- 35:09Speaker 0: wir alle sind die Summe unserer Beziehungen.
- 35:13Speaker 0: Er versucht halt eben aus dieser Summe zu gucken wie groß es jeweils der additive Anteil einer Frau sieben und fügt ihm relativ viel hinzu oder nur noch eins.
- 35:26Speaker 0: Und fügte ihn relativ wenig hinzu, er versucht es so für sich rauszufinden und kommt dann immer tiefer eigentlich in diese Empfindung rein bis er ein zwei Frauen hat an dir eigentlich kaum denken mag weil ihm das so weh tut.
- 35:42Speaker 0: am Ende Hat er so seine Schlüsse daraus gezogen.
- 35:47Speaker 0: das interessante dass kann man ja sagen ohne zuviel zu spoilern.
- 35:51Speaker 0: Er lernt Leider nicht viel.
- 35:54Speaker 1: Glaubst du denn, wenn wir gerade nochmal auf diesen Vorschlag haben von vorhin zurückkommen?
- 35:59Speaker 1: Das kann ja auch... Es muss ja nicht immer gleich die Krankheit sein!
- 36:02Speaker 1: Vielleicht setzt man sich einfach mal auf eine Parkbank irgendwo hin und kommt auf.
- 36:07Speaker 1: die Idee, mal seinen Leben zu reflektieren ist vielleicht ein bisschen naiv.
- 36:12Speaker 0: Nein, das passiert nicht.
- 36:15Speaker 1: Okay dann kommt der Vorschlag, haben wir doch egal in welcher Form.
- 36:19Speaker 1: Aber glaubst du denn, dass wir aus diesem Schockmoment was es ja am Ende des Tages ist?
- 36:24Speaker 1: Weil wir auf einmal anfangen unser Leben zu reflektieren.
- 36:28Speaker 1: Klappst du dann das der Prozess, der daraus entsteht auch dieses vielleicht feststellen oder das hätte ich vielleicht mal anders machen sollen, das hätte sich vielleicht mal so machen können will ich in der Zukunft anders machen, dass das wirklich nachhaltig ist also dass wir damit ein bisschen unser Verhalten auch wirklich nach haltig ändern können?
- 36:44Speaker 1: Ja
- 36:44Speaker 0: klar!
- 36:46Speaker 0: Das ist ja immer eine Frage der Intensität und der Ernsthaftigkeit, mit der man das betreibt.
- 36:50Speaker 0: Also man kann ja grundsätzlich Menschen nicht ändern.
- 36:55Speaker 0: Jemand, der chronisch geizig ist den machst du nicht zu einem Verschwender.
- 36:59Speaker 0: Du kannst aber das Verhalten ändern.
- 37:02Speaker 0: Verhaltenstherapeutisch.
- 37:03Speaker 0: Man kann schon sagen, man kriegt den Geitz halt da hin Dass sein Geiz für die anderen nicht mehr belastend ist Und für ihn selber.
- 37:12Speaker 0: Der ist wie er ist Ein Instrumentarium, mit dem es ihm gelingt das so in die Waage zu bringen dass er sozial nicht für die anderen allzu anstrengend wird.
- 37:24Speaker 0: Und so ist es mit allen anderen Dingen auch mit Eigenschaften oder Gewohnheiten wenn man so und so ist und man man isst vielleicht zum Beispiel ein Sensibelchen.
- 37:32Speaker 0: man kann ja sein.
- 37:34Speaker 0: Manche Menschen sind eben nun mal empfindlicher als andere Menschen und sie können das üben, dass sie bestimmte Dinge, bestimmte Reize Aufgaben, die sich ihnen stellen anders angehen oder so.
- 37:48Speaker 0: Natürlich können ihr was lernen.
- 37:50Speaker 0: das hängt aber sehr davon ab wie groß der Leidensdruck ist und wie viel Zeit sie sich nehmen Und mit welchem inneren Ehrgeiz die das verfolgen.
- 38:01Speaker 0: es gibt auch durchaus ja natürlich Menschen die sagen ich bin völlig mit mir im reinen.
- 38:05Speaker 0: Auch wenn alle mich für ein Arschloch halten ist mir völlig egal.
- 38:08Speaker 0: Ich bin wahnsinnig zufrieden mit mir und ich mache mein Leben so Und alle anderen können mich am Arsch lecken.
- 38:14Speaker 0: Das gibt es schon auch und die kommen auch durch damit, das ist dann halt deren Sache.
- 38:20Speaker 0: aber man kann auch in Beziehungen nicht darauf bauen dass man jemanden ändern kann oder soll sondern wie ich vorhin gesagt habe, ist echt eine Frage der Toleranz.
- 38:34Speaker 0: Man muss Leute so nehmen wie sie nun mal sind.
- 38:36Speaker 1: Wenn du mal auf den Vorschlag Hammer Moment in deinem Leben vorn hast du's ja schon beschrieben Oder vielleicht gibt's auch mehrere Momente, wie auch immer.
- 38:45Speaker 1: Zurückschaust du da irgendwie Werkzeuge für dich gefunden?
- 38:49Speaker 1: Wo du gesagt hast okay die Dinge sind jetzt echt nicht so toll gelaufen oder so will ich nicht wieder sein?
- 38:55Speaker 0: Klar!
- 38:56Speaker 0: Also man muss ja wenn man eine starke Erkrankung hat dann lohnt es sich schon mal irgendwie da rein zu gehen und zu sagen Wie konnte mir denn passieren dass ich das solange ignoriert habe?
- 39:06Speaker 0: also die Krankheitsanzeichen.
- 39:10Speaker 0: Es ist ja bei vielen Sachen so, dass man das schon lange im Vorhinein merkt.
- 39:15Speaker 0: Man ist immer müde und hat so oft Kopfschmerzen.
- 39:18Speaker 0: Man muss sich mittags hinlegen oder man ist so aufbrausend.
- 39:23Speaker 0: Also irgendwas ist ja so.
- 39:26Speaker 0: Und wenn es einen dann erwischt hat, kommt da eine unheimliche Weichheit und Verletzlichkeit ins Leben.
- 39:32Speaker 0: Man merkt, man ist jetzt wahnsinnig verwundbar!
- 39:36Speaker 0: Das geht ganz schnell Und klar lohnt es sich dann, sich darüber nachzudenken wie das gekommen ist und was man ändern kann.
- 39:44Speaker 0: Man kann schon viele Dinge ändern wenn man zum Beispiel wie ich damals eigentlich immer gearbeitet hat und einfach aus so einer existenziellen Notlage also so empfundener Notlage die es gar nicht gab.
- 40:02Speaker 0: aber es ist halt so.
- 40:04Speaker 0: manche Leute haben dauernd Existenzangst und auch Pflichtbewusstsein, und auch eine Disziplin.
- 40:10Speaker 0: Und vielleicht ist es auch Erziehung von zu Hause und so ist man aufgehauen alle diese ganzen Dinge.
- 40:16Speaker 0: natürlich kann man an diesem Verhalten dann danach was tun richtigen echten Urlaub machen indem man wirklich auch nicht arbeitet Wochenenden wirklich nicht arbeiten.
- 40:30Speaker 0: Solche relativ banale Dinge, man kann auch Gewohnheiten einziehen die es anderen ermöglichen besser mit einem in Kontakt zu kommen.
- 40:38Speaker 0: zum Beispiel ganz grundsätzlich habe ich dann angefangen Frühstück zu machen.
- 40:44Speaker 0: also ich war dann nach dieser Erkrankung habe ich jeden Tag Frühstuck für alle gemacht bis dahin nicht und Es ist aber Ganz gut gewesen weil ich dadurch die Kinder morgens gesehen hab Und man eben schon mal eine Zeit hatte miteinander, die wertvoll war.
- 41:01Speaker 0: Auch wenn man jetzt nicht ununterbrochen dann miteinander geredet hat und dann haben die Kinder auch keine Lust zu morgens.
- 41:07Speaker 0: Aber man war wenigstens da... ...und vorher weiß ich nicht!
- 41:11Speaker 1: Wir glauben ja immer ganz lange dass es nicht anders geht bis wir feststellen das wir in einer Situation sind in der es anders gehen muss.
- 41:19Speaker 1: Hast du denn für diejenigen die uns zuhören?
- 41:22Speaker 1: Und die mit dem Vorschlag kann man vielleicht noch keine Bekanntschaft gemacht haben einen Ratschlag, wo du sagen würdest hey Leute reflektiert mal.
- 41:31Speaker 0: Ich bin kein guter Ratgeber weil ich dafür selber viel zu viel falsch mache und ich bin ja auch kein Psychologe oder so, ich bin einfach nur einer der hier rum sitzt und vielleicht eine gewisse Quantum-Lebenserfahrung schon hat oder nicht.
- 41:46Speaker 0: aber der einzige Rat den ich geben kann ist öfter mal aus sich selbst rauszu treten und sich versuchen, von außen zu sehen.
- 41:56Speaker 0: Wie bin ich jetzt gerade eigentlich?
- 41:58Speaker 0: Gefällt mir eigentlich gerade selber?
- 42:00Speaker 0: Bin nicht eigentlich grade so wie ich mich selber sehe?
- 42:08Speaker 0: Das ist total wichtig!
- 42:10Speaker 0: Sich selbst zu sehen, nicht darauf zu achten, wie die anderen einen sehen sondern sich selbst eben mal anzusehen fühle ich mich wohl.
- 42:18Speaker 0: Bin ich bei mir klingt jetzt ein bisschen spirituell, bin ich in Freude.
- 42:25Speaker 0: Bin ich gut mit mir?
- 42:27Speaker 0: Oder bin ich die ganze Zeit mehr selbst eigentlich eine Last?
- 42:31Speaker 0: Bin ich für mich gerade anstrengend?
- 42:34Speaker 0: und wenn man dieses Gefühl öfter mal hat also wenn man jedenfalls wenn man in den Modus kommt um das zu überprüfen und man stellt fest Man ist sich verdammt anstrenden!
- 42:43Speaker 0: Man isst sich fremd!
- 42:44Speaker 0: Man fühlt sich nicht wohl.
- 42:46Speaker 0: Dann sollte man mal anfangen ein bisschen darüber nachzudenken.
- 42:50Speaker 0: Denn dieser große Vorschlaghammer der einen sonst, der erledigt die Sache sonst ein paar Jahre später vielleicht erst.
- 43:00Speaker 0: Aber dieser große vorschlaghammer kann eben auch dazu führen dass man gar nicht mehr da ist und dann müsste man vorher ein bisschen an sich gearbeitet haben.
- 43:10Speaker 0: aber das machen wir wenig Menschen.
- 43:12Speaker 1: Das war auch eine Symptome unserer Zeit, dass wir uns viel zu sehr darauf fokussieren wie wir denn wahrgenommen werden und wie wir wahrgenommen auch durch Social Media und Co.
- 43:23Speaker 1: Ich
- 43:24Speaker 0: wollte gerade sagen, das sieht man ja immer bei Insta.
- 43:26Speaker 0: Die Leute grade so in der Ferienzeit die posten immer die glamouröseste und beste Version von sich Und dem Essen was sie gerade auf Kreta essen und Immer diese Füße im Sand mit Panorama dahinter und vielleicht noch Buch und Getränk oder immerdings.
- 43:51Speaker 0: Warum posten die Leute jetzt eigentlich nicht das schäbige Buffet von dem Hotel?
- 43:56Speaker 0: Das machen sie nicht, weil die gerne so wahrgenommen werden wollen als Leute.
- 44:00Speaker 0: Die halt jetzt gerade einen tollen Urlaub machen und diese Inszenierung von sich selbst als König der Welt ist ja nicht nur verlogen, die es auch ein bisschen rührend.
- 44:15Speaker 0: wir versuchen dann einfach mit aller Macht so cool zu sein wie die anderen uns sehen sollen Und keiner fotografiert die Hornhaut an seinen Füßen.
- 44:26Speaker 0: Das macht einfach niemand!
- 44:29Speaker 0: Vielleicht würde uns das gut tun, wenn wir da alle ein bisschen ehrlicher werden mit uns selber oder auf eine vergnügliche Art ehrlich.
- 44:42Speaker 0: Die Leute tun immer so als würden sie alle jeden Abend unglaublich glamourös ausgehen.
- 44:50Speaker 0: Die meisten Leute gehen aber gar nicht jeden Tag glamourös aus, sondern die essen zu Abend und dann gucken sie irgendwie eine Serie.
- 44:58Speaker 0: Und vielleicht schaffen sie noch die Tagesthemen und pendern darüber ein was ja total in Ordnung ist.
- 45:03Speaker 0: Aber das ist halt eben so wenig darstellbar auf Insta dass die Leute das eben nicht machen.
- 45:13Speaker 0: Interessanterweise
- 45:14Speaker 1: sind die einzigen negativen Reiseerliebnisse, die auch sehr bewusst und sehr viel gepostet werden Bahnenverspätung.
- 45:22Speaker 1: Alles andere ist immer perfekt,
- 45:24Speaker 0: aber die Bahnenverspätung ist ja auch was sehr demokratisches.
- 45:28Speaker 0: Die passiert ja auch Spitzen funktionieren oder Politikern, die mit im Zug sind.
- 45:33Speaker 0: insofern das eilt ja jeden dass es macht uns sehr gleich und das dann zu posten kann man ja immer in dem Gefühl die anderen sind ja nicht die haben es nicht besser.
- 45:45Speaker 0: Es sei denn sie fliegen halt mit einem Hubschrauber durch Deutschland.
- 45:50Speaker 0: Ansonsten trifft das ja alle gleich.
- 45:53Speaker 1: Also sollten wir vielleicht allen ein bisschen mehr Bahn fahren, um wieder auch einen Spiegel vorgehalten zu bekommen wie die Realität eigentlich
- 46:00Speaker 0: ist?
- 46:01Speaker 0: Ja wobei die Bahn realite.
- 46:02Speaker 0: ich habe da ja echt viel Erfahrung mit.
- 46:04Speaker 0: also ich bin ja echten viel mit der Bahnfahrer und Das stimmt schon es wird alles immer desaströser Aber manchmal auch auf so eine rührende Art ulkiger.
- 46:14Speaker 0: Ich bin vergangene Woche gefahren nach Leipzig zu einer Fernsehsender und das Interessante war, der Zug war zu kurz.
- 46:25Speaker 0: Die Reservierungen haben nicht funktioniert die Screens in den Gängen wo immer diese Farbscreens haben auch nicht funktioniert.
- 46:36Speaker 0: Das Bordbistro war zwar besetzt aber nur mit einer Person und es gab nichts Warmes Und ein paar Toiletten gingen nicht.
- 46:47Speaker 0: Der Zug war auf die Minute pünktlich.
- 46:51Speaker 0: Und das finde ich dann sehr lustig, ne?
- 46:52Speaker 0: Also man hat dann innerhalb dieses ganzen Desasters stellt man dann fest also Die Kernaufgabe haben sie aber sehr gut erledigt und die besteht ja nur pünklich in Leipzig zu sein.
- 47:07Speaker 0: Das finde ich lustig.
- 47:10Speaker 0: Aber ansonsten ist die Bahn.
- 47:12Speaker 0: mir tun immer diese Bahnmitarbeiter so leid weil Die meisten Leute, die in diesen Zügen arbeiten, die allermeisten Leute sind ja selber Bahnfans.
- 47:25Speaker 0: Die haben eine ganz hohe Identifikation mit ihrem Arbeitgeber.
- 47:29Speaker 0: Die sind ganz stolz darauf.
- 47:30Speaker 0: So ähnlich wie diese berühmten Lufthansa-Arten.
- 47:33Speaker 0: also wenn du so zwanzig Jahre bei der Lufthaansa arbeitest das hat fast was Sektenartiges.
- 47:38Speaker 0: und bei der Bahn auch.
- 47:40Speaker 0: es gibt Leute, Identifikationsverhalten.
- 47:50Speaker 0: Und die müssen sich aber von den Kunden die ganze Zeit anpfeifen lassen, die können überhaupt nichts dafür und die müssen sie sich da anschreien lassen und müssen den Leuten dauernd irgendwie Essen bringen und haben dann so dicke Soßenflecken auf der Krawatte sind total abgehetzt und kommen gar nicht durch den ganzen Zug um die Fahrkarten zu kontrollieren.
- 48:11Speaker 0: und die sind aber das Aushängeschild dieser Firma die völlig am Arsch ist.
- 48:18Speaker 0: Das finde ich darf man nie vergessen, wenn ihr mit dem Zug fährt und es läuft wirklich nicht.
- 48:25Speaker 0: Die Leute, die in dem Zug arbeiten sind echt eure Freunde!
- 48:30Speaker 0: Mit denen müsst ihr gut sein.
- 48:32Speaker 1: An der Stelle um damit ich meine kommenden beiden Bahnreisetage morgen und übermorgen gut überstehe... Wo geht's
- 48:38Speaker 0: hin?
- 48:39Speaker 1: Morgen früh nach Berlin, übermorgen dann von Berlin nach Leipzig und dann von Leipzig nach München.
- 48:49Speaker 1: Und damit das auch alles funktioniert und ich den Bahn Gott sozusagen güthig stimme muss ich an der Stelle auch mal erwähnen dass sich jetzt zweimal den Fall hatte dass der Sprinter aus berlin sogar zu früh in münchen war.
- 49:03Speaker 1: Da muss man schon sagen, es kann auch mal funktionieren bei der Bahn.
- 49:07Speaker 1: Es geht nicht immer schief?
- 49:08Speaker 0: Ja ja aber es geht eigentlich... Das Interessante ist eben als ich angefangen habe mit diesen Lesereisen vor achtzehn, neunzehn Jahren da waren diese Züge in der Regel pünktlich und das war ein relativ veregnungslose Fahrten.
- 49:22Speaker 0: Und dann gab's auch mal Verspätung, Viertelstunde oder irgendwas.
- 49:26Speaker 0: Aber normalerweise lief dass.
- 49:28Speaker 0: heute ist der Regelfall, dass es nicht läuft Und das aber trotzdem Streckenabschnitte sehr hervorragend laufen.
- 49:38Speaker 0: Ich musste nach Köln zum WDR, ICE und in Stuttgart waren wir sieben Minuten zu früh.
- 49:44Speaker 0: also auf dem Weg nach Kologne kamen wir in Stutgart sieben minuten zu früh an und der Typ hat das ungefähr fünf mal gesagt und dann sagt er noch damit nicht immer alle nur meckern wiederhole ich noch einmal wir erreichen heute den Bahnhof stuttgart siebminuten zu Früh Sieben Minuten zu früh.
- 50:02Speaker 0: Wir haben jetzt einen kurzen, planmäßigen Aufenthalt in Stuttgart und um elf Uhr fünfzig fahren wir dann weiter nach Mannheim.
- 50:10Speaker 0: Der Typ war der war ein Einpersonen-Jubelchor.
- 50:13Speaker 0: das konnte man sich kaum vorstellen.
- 50:15Speaker 0: alle Leute waren fröhlich.
- 50:17Speaker 0: In Mannheim hatte er den Zug dann ungefähr fünf Minuten Verspätung Und in Wiesbaden hielt er dann einfach an und fuhr nicht mehr weiter Ohne, dass die irgendwas gesagt hätten.
- 50:27Speaker 0: und eineinhalb Stunden lang stand der Zug halt in Wiesbaden rum.
- 50:31Speaker 0: Ich musste zum WDR zur Aufzeichnung einer Fernsehsignung Und nach einer halben stunden haben wir uns dann erklärt er die würden diesen Zug jetzt aufgeben und zwar das war an einem samstag.
- 50:43Speaker 0: da war in Frankfurt irgendeinen funknet zusammengebrochen mit dem die Züge und die Leitstelle miteinander kommunizieren.
- 50:52Speaker 0: Und aus Sicherheitsgründen darf dann kein Zug mehr fahren, das heißt... ...fünfzig Kilometer rund um Frankfurt-Fuhr keinen Zug mehr!
- 51:00Speaker 0: Ich bin dann mit einem Taxi von Wiesbaden nach Köln gefahren.
- 51:04Speaker 0: Das hat vierhundert Euro gekostet Um halt an dieser Sendung teilnehmen zu können.
- 51:09Speaker 0: Die Bahn hat es nicht wirklich für nötig befunden, die Leute relativ frühzeitig mal darauf hinzuweisen.
- 51:14Speaker 0: wenn sie heute noch was vorhaben dann versuche sie sich ein anderes Verkehrsmittel.
- 51:20Speaker 0: Ich will damit nur sagen, die sind immer streckenabschnittsweise hervorragend in Form.
- 51:26Speaker 0: man kann aber überhaupt nicht darauf bauen.
- 51:29Speaker 0: nur weil die in Stuttgart sieben Minuten zu früh sind heißt das noch lange nicht dass der Zug in Köln auch ankommt
- 51:35Speaker 1: wobei man ja auch sagen muss um da auch nochmal den realitätscheck zu machen.
- 51:41Speaker 1: wenn wir nämlich uns mal Flugreisen anschauen sind die ja auch nicht immer pünktlich.
- 51:45Speaker 1: und was mir jetzt ganz oft passiert ist in den letzten Wochen, quasi jedes Mal wenn ich in München gelandet bin Flugzeug fährt zum Gate.
- 51:53Speaker 1: Ist pünftig.
- 51:56Speaker 1: damit hat aber sonst keiner gerechnet.
- 51:58Speaker 1: an dem Flughafen
- 51:59Speaker 0: fahren sie dieses Ding nicht.
- 52:00Speaker 0: das
- 52:00Speaker 1: heißt Ich hatte jetzt ganz auf diese Situation dass ewig lange kein Mensch kam um diesen Finger an dieses Flugzeugrand zu fahren.
- 52:07Speaker 0: oder es kommt keinen Bus Auf diesen Außendingern.
- 52:10Speaker 1: Oder es kommt kein Bus oder das Gepäck, wenn man den noch so naiv ist und Gepack aufgibt beim Fliegen, das habe ich irgendwann mal aufgehört aber kommt ja auch ewig nicht an.
- 52:21Speaker 0: Man merkt daran wie in einem Land irgendwas in Schieflage gerät der Gerhard Matzeck hat's heute in der Süddeutschen ziemlich gut beschrieben dass es eigentlich egal ist... Du kannst ja auch mal im Auto fahren dann stehst du halt eben irgendwo bei Würzburg Sieben Stunden lang im Stau, oder so.
- 52:38Speaker 0: Das ist eigentlich egal was du machst.
- 52:39Speaker 0: und wenn Du in München darum gingst in dem Artikel Dass die da eine zwei Kilometer lange Schlange an der Security haben weil sie das nicht hinkriegen die leute ab zu fertigen Und das merkste überall also das kriegste eigentlich überall mit.
- 52:54Speaker 0: oder dass in den hotels Nicht mehr jeden tag des zimmer gemacht wird sondern nur noch alle zweitage Oder wenn du darum bittest und sonst kommt da gar keiner mehr Daran merkt man schon, wie sich ein Land verändert.
- 53:09Speaker 0: Und ich krieg das auf Lesereisen unheimlich genau mit... Ich bin in allen deutschen Groß- und Mittelstätten so unterwegs.
- 53:18Speaker 0: Ich ziehe ununterbrochen kleine Rollköpfechien durch Fußgängerzonen.
- 53:23Speaker 0: Da sieht man zum Beispiel auch was diese Galeria-Apleite für die Innenstädte bedeutet Weil diese ganze Geschäftsinfrastruktur in so Fußgängerzonen, die sind ja alle wie so Putzerfische am Arsch dieser Galeria Kaufhäuser.
- 53:42Speaker 0: Und alles was da rings rum ist geht dann auch kaputt und dann werden die Fensterscheiben überklebt oder vernagelt und das ist ein ganz interessantes Phänomen.
- 53:53Speaker 0: Das kriegen wir hier in München nicht so mit weil In münchen in so einer bubble leben.
- 53:58Speaker 0: da ist die innenstadt von münchin.
- 54:00Speaker 0: die ist wie sie ist und bleibt aussohren.
- 54:02Speaker 0: Auf der neuhause an kaufinger straße sind halt eben am samstag.
- 54:06Speaker 0: Sechs trillionen menschen wieder durchlatschen.
- 54:09Speaker 0: aber fahren wir nach neu mündster oder nach uner, also oder nach jener oder so?
- 54:16Speaker 0: da sieht das ganz anders aus und wir müssen kapieren dass sich die Umstände, in denen wir leben halt wahnsinnig verändern gerade.
- 54:29Speaker 0: Und das merkste wenn du mit dem Zug fährst, wenn du fliegst Wenn du in Innenstädten unterwegs bist, wenn Du versuchst eine Arzttermin zu bekommen oder wenn du auf im Land sagst Zur Gemeinde sagen können wir das irgendwie so machen dass doch dreimal am tag ein bus fährt und nicht nur zweimal?
- 54:44Speaker 0: was dann kommt nämlich nö Können wir nicht geht nicht haben wir nicht.
- 54:50Speaker 1: ich habe immer das gefühl und ich weiß es sehr verkürzt Aber ich habe immer das Gefühl, dass der Anspruch wie wir leben wollen und wie wir Geld verdienen wollen.
- 55:01Speaker 1: Wie wir Wirtschaften wollen usw.
- 55:04Speaker 1: Schlicht nicht mehr zu dem passt was wir uns vorstellen investieren zu wollen.
- 55:09Speaker 1: auf der anderen Seite
- 55:10Speaker 0: kann sein.
- 55:11Speaker 1: Und das führt zu eben genau all diesen Missständen.
- 55:14Speaker 1: Wir wollen nicht investieren in Innovation um mal wirklich zu überlegen wie kann Ich denn so einen Galeria Kaufhof irgendwie Mal Zu einem Ort machen, wo Menschen noch gerne hingehen.
- 55:25Speaker 1: Das Gleiche bei der Bahn!
- 55:26Speaker 1: Wir haben jahrzehntelang versäumt dieses Streckennetz zu modernisieren und wundern uns jetzt warum es uns hier und da die ganze Zeit auf die Füße fällt.
- 55:34Speaker 0: Es gibt ganz viele Beispiele für.
- 55:37Speaker 0: Und ich glaube was eine ganz wichtige Rolle spielt ist dass wir zwar in Teilen gelernt haben global zu denken aber sehr lokal empfinden.
- 55:50Speaker 0: das ist einfach ein riesen Unterschied.
- 55:53Speaker 0: Also um es mal einem Beispiel zu verdeutlichen.
- 55:56Speaker 0: Es gibt inzwischen ein globalisiertes Design für Gebrauchsgüter und auch für Autos, das ist relativ genormt.
- 56:06Speaker 0: Das hat ja in früheren Zeiten von VW-Modelle gegeben.
- 56:10Speaker 0: die gab's nur in Brasilien oder in Mexiko.
- 56:12Speaker 0: Die gab sie gar nicht, die hat man hier nie gesehen.
- 56:15Speaker 0: Inzwischen hatten wir sich darauf verständigt dass eigentlich überall auf der Welt dieselben Gebrauchsgütern wie Autos zum Beispiel gibt.
- 56:23Speaker 0: Das führt auch zu einem globalisierten Design und das ist uns fremd vom Empfinden her, ne?
- 56:31Speaker 0: Da sind nicht Autos die wir kennen oder die wir mögen oder die schön finden sondern da sind die Autos dies halt gibt und dann muss man sich irgendwie mit abfinden.
- 56:43Speaker 0: Wir sind aber von unserem Empfinden.
- 56:44Speaker 0: hier sind wir aber unterwegs in so einem hundert Meter Radius um unser Bett.
- 56:51Speaker 0: Das ist das was wir empfinden.
- 56:53Speaker 0: Und jetzt muss man gucken, wie das globalisierte Denken und das lokale Empfinden irgendwie in Übereinklang zu bringen sind.
- 57:03Speaker 0: Das ist harte Arbeit!
- 57:04Speaker 0: Es ist echt schwer... Also ich tue mich schwer damit zum Beispiel auch diesen globalisierten Popmusikgeschmack anzuerkennen.
- 57:14Speaker 0: Wenn heute Musik produziert wird, wird er in der Regel für Handylautsprecher Airpads produziert vom Soundair.
- 57:20Speaker 0: Das ist alles von der Dynamik her relativ auf einem Level, wenn man diese ausschläge.
- 57:25Speaker 0: Es ist als so komprimiert.
- 57:27Speaker 0: Ich tue mich damit schwer.
- 57:28Speaker 0: ich kann mir das nicht so gut anhören also mir tut es eher sogar ein bisschen weh im Ohr.
- 57:33Speaker 0: Trotzdem ist es aber dass was sich halt durchgesetzt hat um digitale Musik besser verbreiten zu können und ich verstehe das Aber ich mag's nicht.
- 57:46Speaker 0: Und da is'n riesen Widerstreit, das ist gar bei ganz vielen so.
- 57:52Speaker 0: Das ist auch bei Ernährung so.
- 57:55Speaker 0: Dass wir also bei ganz vielen Dingen die in der Nährung eine Rolle spielen... Die werden halt nicht mehr für vier Länder gemacht, sondern für vierzig oder achtzig Länder und das kriegt man dann ebenso vorgesetzt.
- 58:08Speaker 0: nur muss man es akzeptieren.
- 58:10Speaker 1: Das stimmt ja!
- 58:11Speaker 1: Also das mit der Musik kann ich übrigens gut nachvollziehen habe letzte Woche zum ersten Mal in meinem Leben ein Konzert bewusst verlassen, weil der Throne-Techniker sogar kein Gespür für die Musik hatte, die da auf der Bühne stattfindet.
- 58:27Speaker 1: Und also das war eigentlich ein toller Künstler live Wallaback Kanadier, würde man sagen so klassisch Singer Songwriter, der tolle Musik macht.
- 58:37Speaker 1: Ich hab den Vorjahren mal in Austin auf der South by Southwest das erste Mal entdeckt und er war in München Kleiner Laden und es war völlig übersteuert.
- 58:48Speaker 1: Es war viel zu laut für die Art der Musik, die er gemacht hat.
- 58:52Speaker 1: Jetzt könnte ich sagen, ich werde langsam vielleicht doch alt aber mir haben wirklich die Ohren weh getan.
- 58:56Speaker 1: Ich habe dann irgendwann gesagt ne komm lass uns gehen Wir versuchen es in drei Wochen in London.
- 59:01Speaker 1: Da kommt er nämlich auch und wir sind zufällig in der Stadt, aber ich habe das nicht ertragen.
- 59:06Speaker 1: also mir haben die Ohren geschmerzt.
- 59:08Speaker 1: Ich fand es schrecklich für die Art der Musik Und das ist natürlich auch so ein bisschen der Anspruch den du irgendwie dann auch irgendwie hast wo sich Leute eigentlich gar nicht mehr mit der Musik oder Der kunst dahinter beschäftigen sondern irgendwie nur noch konsumieren.
- 59:25Speaker 0: Es hat's immer gegeben Aber es ist halt.
- 59:28Speaker 0: heute sind das so Überwältigungsstrategien, die sie haben.
- 59:33Speaker 0: Coldplay mit diesen blinkenden Armbändchen, die dann so ein ganzes Stadion... Das is ja irgendwo wirklich überwältigen!
- 59:42Speaker 0: Die Taylor Swift Konzerte absolut überwältingen!
- 59:45Speaker 0: Die Adele-Konzerte in München!
- 59:47Speaker 0: Riesendingen alles nur dafür gebaut.
- 59:50Speaker 0: Das sind schon große Entertainmentfabriken Die das auch echt gut können, also muss man dann ehrlicherweise aussagen.
- 59:59Speaker 0: Auch eine Folge der Digitalisierung weil du heute mit Ausnahme des Tontechnikers mit dem du da zu tun hast Heute häufig bei Konzerten exzellenten Sound hast Und das war früher bei weitem nicht so.
- 1:00:12Speaker 0: Also ich habe kann mich auch an Konzerte von vor dreißig Jahren oder so erinnern die so beschissen ausgesteuert waren oder so schlecht waren.
- 1:00:19Speaker 0: Vom Soundtale dass man es wirklich nicht ertragen konnte würde ich jetzt dein Konzert als Ausnahme sehen, aber wenn nicht heute bin ich schon überrascht.
- 1:00:27Speaker 0: Also wenn du bist in der Olympia-Halle die ja jetzt nicht berühmt ist für ihre großartige Akustik und da war ich bei Cure vor zwei Jahren oder wann das war?
- 1:00:38Speaker 0: Und es war fantastisch vom Sound, er war echt toll und die Bühnenpräsentation auch!
- 1:00:44Speaker 0: Da gibt's heute dann schon auch Sachen wo du hin siehst und sagst okay klar das ist auch Digitalisierung
- 1:00:52Speaker 1: Absolut, vor allem wenn man da dann auch ein bisschen hinter die Kulissen schaut gerade Taylor Swift zum Beispiel.
- 1:00:57Speaker 1: Die eine ganz eigene Produktionsfirma dahinter hat um mal wirklich irgendwie alles unter Kontrolle zu haben und sich nicht auf irgendjemand verlassen zu müssen dass der das dann irgendwie richtig
- 1:01:05Speaker 0: macht.
- 1:01:06Speaker 0: Total Value for Money ne?
- 1:01:07Speaker 0: Das kostet eine Stange Geld aber die Produktion kostet auch eine Stangengelde ist mir klar verdient die viel und so finde ich total okay.
- 1:01:16Speaker 0: Die gibt aber eine Menge Geld aus und das muss man dann... Aussehen.
- 1:01:22Speaker 0: Ich weiß nicht, was da eine Karte gekostet hat, hundertzwanzig oder dreißig?
- 1:01:25Speaker 1: Wenn er macht seinen Maßstab weil ich leider nie im Voraus plane und dann immer kurz vorzieht der Meinung bin ich brauche jetzt noch Tickets das geht dann mal etwas arg auf den Geldbrötchen.
- 1:01:36Speaker 1: aber es war ein tolles Konzert muss ich sagen Coldplay auch wenn auch im strümmenden Regen in Düsseldorf und ich mir vorkam als wäre ich einfach in einen See gesprungen.
- 1:01:45Speaker 1: Und weil diese
- 1:01:46Speaker 0: Merkur Spiel- und Teg Arena kann man ja zumachen
- 1:01:49Speaker 1: eigentlich.
- 1:01:50Speaker 1: Das ist vor allem ganz toll, um da wieder wegzukommen habe ich festgestellt.
- 1:01:53Speaker 1: Es geht nämlich quasi gar nicht!
- 1:01:55Speaker 1: Also wir sind den halben Weg zum Modell zu Fuß gelaufen, weil das nicht möglich war, da wegzukommen.
- 1:02:02Speaker 1: Naja... Ja lieber Jan, danke dir dass du hier warst
- 1:02:08Speaker 0: zum dritten
- 1:02:08Speaker 1: Mal.
- 1:02:10Speaker 0: Sind wir schon fertig?
- 1:02:11Speaker 0: Ich
- 1:02:11Speaker 1: glaube schon.
- 1:02:12Speaker 1: Wir sehen uns spätestens dann wieder in zwei Jahren, wenn wir diesen Rhythmus einhalten.
- 1:02:18Speaker 0: Sehr gerne!
- 1:02:19Speaker 0: Vielen Dank für die Einladung.
- 1:02:21Speaker 0: Ich werde so einen Bierdeckel klauen.
- 1:02:24Speaker 1: Du kannst eine ganze Packung von diesem Bierdeckeln bekommen.
- 1:02:27Speaker 1: Finde
- 1:02:27Speaker 0: ich schön.
- 1:02:29Speaker 0: Also danke für diese Einladungen.
- 1:02:30Speaker 1: Danke dir
- 1:02:32Speaker 0: Das war es leider schon.
- 1:02:34Speaker 0: Die letzte Runde ist ausgetrunken.
- 1:02:36Speaker 0: das Gespräch zu Ende.
- 1:02:38Speaker 0: vielen dank fürs
- 1:02:39Speaker 1: Zuhören.
- 1:02:40Speaker 1: Bitten
- 1:02:41Speaker 0: im Rücksicht auf die Nachbarn und sei leise, wenn du die Bar verlässt.
- 1:02:45Speaker 0: Aber vergiss auf keinen Fall den abonnieren Button zu
- 1:03:01Speaker 1: klicken!