Latest / MOMENTUM - kevinkellermazza / #20 Junger Multipreneur mit Herz - Philippe Schmid
Transcript
- 0:00Herzlich willkommen zu einer weiteren Podcast-Folge von «Du entscheidest» mit Tatjana und mir. Heute haben wir einen ganz speziellen Gast bei uns. Viele kennen den Ausdruck «Entrepreneur». Aber dieser Mensch legt eine Schippe obendrauf, denn er ist ein «Multipreneur». Mit seinem kulinarischen Restaurant in Rapperswil, Lenox, begeistert er nicht nur Menschen, sondern auch Bücherstopfen.
- 0:25Er hat einen tollen Brand, einen Schmuck-Brand, der heisst Trend Me. Und mit dem Stadelmann hat er auch immer viel zu tun. Was uns aber begeistert hat, ist, mit wie viel Liebe und Herzblut er dahinter geht. Und darum mit einem ganz grossen Applaus.
- 0:46Oh mein Gott, Philipp Schmid! Nein, jetzt sind wir noch mal dran. Lennox wollte ich sagen. Nein, wir machen jetzt gleich weiter. Nein, du rückst dich gleich rüber. Nein, wir machen jetzt gleich weiter. Herzlich willkommen, Philipp. Schön, dass du da bist. Danke, dass du dir die Zeit genommen hast. Ein kurzer Insider. Philipp Schmid hat ein Restaurant, das Lennox heisst.
- 1:10Und seitdem, wenn wir ihm... Also ich vor allem, jetzt habe ich es mir abgewöhnt, ich wollte ihm die ganze Zeit Lennox sagen, er heisst aber Philipp. Und heute hat er den Verlust. Nein, es ist unglaublich. Wir haben das letzte Mal im Restaurant die ganze Zeit... «Ja, Lennox und...» Ich so «Nein, Philipp!» Und heute ich. Wunderbar, oder? Er hat es ja nicht gemacht. Philipp, schön, dass du da bist. Danke Philipp. Mega Ansage. Hey, aber im Fall zu der ersten und wichtigsten Frage. Wie geht es dir?
- 1:38Es geht mir gut. Ich freue mich sehr, hier zu sein. Ich bin etwas überrascht. Wieso denn? Für mich ist das alles ganz natürlich und noch ganz am Anfang. Darum bin ich sehr happy, heute hier zu sein und über die ersten Schritte meines Abenteuers zu erzählen. Das ist auch lustig, denn wir sind ja auch am Anfang unseres Podcasts. Wir haben den ersten in diesem Jahr lanciert. Du hast dein Restaurant schon wie lange?
- 2:07Seit zweieinhalb Jahren. Ich kann gleich sagen, du siehst dich am Anfang. Aber als wir in deinem Geschäft kamen, also in deinem Imperium kamen, das war alles andere als der Anfang. Das ist ja richtig mittendrin. Aber du siehst dich wirklich noch am Anfang von dem ganzen...
- 2:24Ich bin ja noch sehr jung. Für mich ging das alles extrem schnell. Seit sechs, sieben Jahren bin ich selbständig. Damals habe ich ganz einfach angefangen mit dem Mindestkapital. Mit meinen Eltern habe ich zusammen mit GmbH gegründet. Mit grosser Treue in meinem Gepäck.
- 2:48mit einem krassen Businessplan oder revolutionären Ideen, sondern einfach mit ganz viel Liebe, die wir da reingesteckt haben und sehr, sehr viel Zeit. Was war das Erste, was ihr gemacht habt? Ich bin eigentlich nach meinem Werdegang als Koch ziemlich, man dürfte sagen, schnauzevoll von der Gastronomie. Ich hatte das Gefühl, ich muss etwas anderes machen. Und mein Vater hat damals Schmuck schon gemacht in Bali. Und ich habe dann gefunden, hey,
- 3:17Wieso nicht aus diesem ein Unternehmen bauen? Ich war damals das ganze Jahr beschäftigt mit Ich habe zwar Businesspläne geschrieben, aber nicht so professionell, sondern mehr einfach Kalkulationen gemacht mit der grossen Frage dahinter
- 3:32wie schaffe ich es, ein Unternehmen zu bauen, das mir genug Cashflow gibt, damit ich das finanzieren kann. Denn eine Bank gibt ja nicht wirklich Geld für etwas, was es schon gibt. Jetzt rein pragmatisch gesehen,
- 3:48obwohl wir eigentlich an Punkten angehalten haben, die doch neu zu dieser Zeit waren. So innovativ. Genau. Dann musste ich einfach einen Weg finden und dann war ich mit meinem Dad unterwegs auf dem Grand Tour auf Switzerland. Das ist so eine Reiseroute durch die Schweiz.
- 4:05Sind das nicht immer die roten Dinger, die du als Fötterli machen kannst? Ja genau. Ist das Fötterli? Nein, das ist Olli. Ich bin nach meiner Weltreise durch die Schweiz gereist.
- 4:19Ich hätte die Welt noch nicht gelangt. Weisst du? Ja, das ist funny eigentlich. Ich kann vielleicht noch zurück. Ich war auf Weltreise. Um herauszufinden, was ich wirklich will in meinem Leben. Wie alt warst du damals? Ich bin gerade 18 geworden. Wow. Ich musste sogar noch die Einverständniserklärung der Eltern mitnehmen. Krass. Um buchen zu können. Den Falko trinken. Nicht überall wahrscheinlich, nein. Ja, das ist...
- 4:46Es war eine coole Zeit. Auf der Reise wurde mir bewusst, wie schön und gut die Schweiz ist. Ich wollte immer auswandern. Der Traum rückte ganz weit weg auf der Weltreise. Ich merkte, dass wir in der Schweiz so privilegiert sind. In anderen Ländern musst du durch zehn hässliche Momente durchgehen, um einen schönen zu sehen. So merkte ich, dass ich die Schweiz sehen möchte.
- 5:13Dann bin ich mit meinem Dad und unserem damaligen Abfallanhänger, Luftmatratze und Kanus durch die Schweiz gereist. Ganz einfach mit einer Kugelgrille. Hey, 10 Tage. Ah, okay. Ja, die ist nicht so gross. Also einmal in der Schweiz. In der Schweiz ist das ja nicht so gross. Ich kann nicht. Die ist nicht so gross. So geil. Und danach am Abend habe ich immer die Kalkulationen geschrieben und irgendwo im Jura...
- 5:36Auf meinem Parkplatz habe ich dann plötzlich das von meinem Dämon durchgegeben und habe mir gedacht, da ist eigentlich riesiges Potential drin. Wenn wir das etwas grösser machen und etwas professionalisieren, wirklich mit meiner Brand, dann könnte es funktionieren. So ist dann eigentlich das Ramey entstanden. So cool. Wir sind nach Hause, haben Mama davon erzählt und sie war Feuer und Flamme. Dann haben wir eigentlich angefangen. Das waren so die ersten Momente. Das ist deine erste GmbH daraus entstanden? Genau, Februar 2017. Wow. Das ist dann so gestartet. Wie alt warst du da?
- 6:06Das ist jetzt, was auch immer, ich glaube, 2021. Also eigentlich auch mitten in Covid-19?
- 6:21Nein, nein, nein. 2017, aber ich bin... Ah, du bist 21. Genau, genau. Ah, jetzt, jetzt, jetzt. Ich bin 2021. Ja, standig im Fall. Standig. Okay. Und ja, so hat das gestartet. Dann haben wir angefangen mit dem Schmuck-Brand. Acht Monate später haben wir den Stadelmann gegründet. Stadelmann ist was? Einfach das...
- 6:41Stadelmahn ist eine Event-Gastronomie, wo wir die Mission, die wir uns zur Mission gemacht haben, Schweizer Traditionsgerichte, die wir vielleicht noch kennen aus der Kindheit, von der Skipiste oder vom Grossmami zu Hause, in die Schweizer Städte zu bringen. Das war unsere Mission. Wir wollten diese erwachsenen Augen zu Kindern Augen wieder...
- 7:04Und ich kann mir das vorstellen, also wo schon irgendwelche Streetfoods sind, sind ihr auch anwesend oder seid ihr eine One-Man-Show, die plötzlich irgendwo auf einem Hallenbad, Parkplatz in Melligen oder keine Ahnung wo steht? Wir haben da angefangen mit, effektiv, uns einmieten bei den Veranstaltern. Das war dann hauptsächlich der Fall. Wir haben aber dann auch gemerkt, wir möchten ein bisschen mehr machen, haben dann auch angefangen so...
- 7:30Mini-Dörfer zu bauen, 200-300 Quadratmeter gross, wo man wirklich eintauchen kann in diese Welt. Ihr habt die angefangen zu bauen, ihr habt die selber gemacht? Wir haben das alles selber gebaut. Logisch, der Schreiner, oder? Also alles, wir sind wirklich in Sklarnerland hinterher, haben alte Scheuren, die zusammengefallen sind, mit den Bauern aufgeräumt nach dem Winter und haben dann das Holz eigentlich upcycled. Und aus dem haben wir dann unsere Stadt gebaut.
- 7:59Aber die haben ihr dann vermietet für den Schmuck? Oder vielleicht nicht gerade? Nein, nein, nein. Wir haben die dann eigentlich immer selber betrieben. Was habt ihr denn dort? Ich kann mir das vorstellen. Also ein Dörfchen mit wieviel... Also nicht zu gross. Es war eigentlich einfach und simpel. Ein Verkaufshus. So ein wenig Sitzgelegenheiten. So ein wenig ein Dorfkern. So 200-300 Quadratmeter. Ja genau. Und so haben wir eigentlich angefangen. Und so haben wir die Freude entdeckt.
- 8:27wie Menschen in die Welt eintauchen können und wie man das mit der Gastronomie verbinden kann. So war ich dann wieder «hooked» zurück in die Gastronomie. Man sagt, wenn man einmal in der Gastronomie war, kommt man fast nicht mehr weg. Stimmt, du wolltest ja weg von der Gastronomie, hast mit Schmuck angefangen. Aber was war das denn? Nach acht Monaten langweilig?
- 8:49Ich war damals noch etwas naiv und dachte, dass ich das auch noch machen kann. Ich habe mir selbst eine schwierige Aufgabe gemacht, weil ich dann an eine Situation kam, wo ich mehrere Brands jonglieren musste, die nicht so einfach waren. Aber schlussendlich auch eine coole Challenge.
- 9:13Gastro ist etwas, was mich fasziniert, wenn man sieht, wie Menschen Gast werden bei dir und sie einfach eintauchen in diesen Moment. Und ihren Alltag und ihre Probleme vergessen. Ich komme jetzt gerade Hunger rüber. Wir waren im Lernort und es ist so fein, Leute, wirklich so fein.
- 9:35Wirklich, sehr, sehr gut. Aber jetzt kommt eine andere Frage. Wir haben hier drei Brands. Wir haben einmal das Lenox, das ein Restaurant ist. Wir haben einmal das Trend Me. Und wir haben den Schadelmann. Wie bringst du das unter einen Hut? Gute Frage. Ich glaube mit einem sensationellen Team. Mit einer grandiosen Familie. Ich habe so viel Support von allen Seiten. Alle sind dabei bei jeder schrägen Idee, die ich habe.
- 10:04Mit so vielen verschiedenen Talenten und so viel Enthusiasmus, das alle immer dahinter gehen. Darum ist es immer wichtig zu betonen, dass es keine One-Man-Show ist. Es sind so viele Leute dahinter, die ihr Leben für unsere Projekte dedikieren. Unser Ziel ist es, so viele Menschen wie möglich an unseren Träumen teilzuhalten. Dass diese Träume auch zu ihren Träumen werden können.
- 10:29Und dass wir das mit allen Mitarbeitern teilen und die Erfolge miteinander feiern. Es bin nicht ich, der alles unter einen Hut bringt, sondern mein ganzes Team. Wie viele sind das? Wir sind etwa 30-35 fixe Leute im Team.
- 10:49Egal ob es «Shuttle» war oder «Trend» war. Ja, gesamthaft. Und es sind dann noch mal etwa 25 bis 30 Leute, die in der Saison noch dazukommen. Krass. Das ist etwas, was ich mega bestätigen kann. Als wir bei dir essen gingen, hat man richtig den Team zusammen gespürt. Gute Energie. Es ist sehr familiär, das Ganze aufgebaut. Und das war wunderschön. Aber trotzdem möchte ich dich auf einen Punkt suchen, den du angesprochen hast.
- 11:17Sie unterstützen mich bei allen schrägen Ideen. Was sind denn das für schräge Ideen, die da schon entstanden sind? Ja, ich muss euch vorstellen, ich bin so ein bisschen der
- 11:29Man kann vielleicht schon fast sagen, der kreative Code bei uns. Code! Der eine Intuition hat, eine Idee hat, wieso das jetzt auch immer so sein sollte. Ich erzähle das dann und irgendwie sind immer alle begeistert oder packen mich an. Vielleicht sagen sie das auch nur, ich weiss es nicht. Ich habe auf jeden Fall das Gefühl, dass sie begeistert sind. Zu dir war nicht.
- 11:56Es ist einfach schön so. Ich finde es toll. Wir haben bei uns auch die Philosophie entwickelt, dass wir die beste Idee gewinnen sollen, nicht nur meine. Es dürfen alle ihre Ideen mit einbringen. Wir haben dadurch eine sehr offene Kommunikation miteinander. Das ist das Familiäre, das man spürt.
- 12:19Hast du dafür eine Struktur aufgebaut, wo man sagt, an diesem Teammeeting geht es nur um Ideen und wenn ihr Ideen habt, dann dropen. Ideen-Sex. Das haben wir ein paar Mal gehört, in einem anderen Kontext einer anderen Firma. Aber eben so die Ideen sammeln und dass eben nicht nur deine gewinnen, sondern auch die beste. Macht ihr das gut?
- 12:40Das ist durch Weeklys, wo man sich trifft, wo man die vergangenen Wochen reflektiert und die kommenden Wochen miteinander anschaut. Wo man definiert, wer übernimmt wo den Lead. Das bringt möglichst viel Klarheit rein, auch in hektischen Zeiten und zum anderen. Aber auch ein Moment, wo man seine Stimme äussert.
- 13:03Ich bin auch ein Mensch, der oft im Restaurant oder in der Boutique ist und gerne mit unseren Leuten spricht. Da kommt natürlich auch viel heraus. Ich versuche auch mal, etwas mit den Mitarbeitern zu unternehmen. Auch dort lernt man sich von einer anderen Seite kennen.
- 13:23Es sind ganz viele Aspekte und am Schluss ist es nicht unbedingt die Struktur, sondern eher die Kultur, die man versucht zu integrieren im Betrieb, die sich dann so entwickelt. Wichtig ist, dass man Wert definiert, zu was man steht und was die Mission ist von diesem Unternehmen.
- 13:46Es ist ein Unternehmen, es muss Geld machen, aber es geht schlussendlich nicht um Geld. Es geht um etwas viel Größeres, um Emotionen, die man wecken möchte. Wenn man dann auch die Leute im Rekrutierungsprozess findet, die genau das auch wollen und genau das suchen, dann kommt es eben in den Drive.
- 14:05Ich habe irgendwo gelesen, vielleicht in deiner Bio, «Build a brand that brings people joy». Ist das so ein Teil deiner Kultur? Ja. Schön. Also wir möchten wirklich Unternehmen bringen, die Freude bringen. Ich muss ehrlich sein. Am Anfang...
- 14:22Als ich vier war, hat meine Mutter auf dem Bett gesessen und gefragt, was ich werden möchte. Uns ging es damals finanziell nicht so gut. Ich sagte, ich möchte die Lehre als Millionär machen. Ich dachte, das würde alle unsere Probleme lösen.
- 14:44Meine Mutter sagte damals nicht, dass es das nicht gibt, sondern sie sagte, dass ich das so cool mache. Ich kam dann in die erste Klasse und kam zu der Tatsache, dass es diese Lehre gar nicht gibt. Das hat mich dann aber so über die Jahre geprägt.
- 15:03schon fast manifestieren, dass es diese Lehre gibt. Und diese Lehre als Millionär ist eigentlich das Unternehmerische. Mit Menschen in Kontakt zu sein, telefonieren, machen, organisieren. Und das hat sich dann eigentlich so ein bisschen entwickelt. Und als ich selbstständig geworden bin, hatte ich ganz klar den Fokus, Millionär zu werden. Ich bin aber dann...
- 15:30Wie man so sagt, geflattert worden vom Leben. Und habe dann gemerkt, Geld ist definitiv nicht das, was glücklich macht. Es klingt nach einem plumpen Spruch, aber es ist effektiv. Einfach die Tatsache. Und ich habe mir dann gesagt, okay Philipp, entweder findest du jetzt in den nächsten zwölf Monaten etwas, das dir wirklich einen Wert gibt, oder du verkaufst alles für 20 Franken.
- 15:52Das war 2019, glaube ich. Und dort hattest du Trendmix und Stadelmann. Genau. Dann hatte ich einen Kontrolltag, wo ich von März zu März ging, von Event zu Event. Ihr hattet dann auch mehrere gleichzeitig? Ja, bis 17.10 Uhr. Wow. Das war wirklich besichtig. Reden wir jetzt von Weihnachtszeit. Ja, dort hatten wir auch 80 Angestellte vor Covid in dieser Weihnachtszeit. Das war wirklich crazy.
- 16:20Ich war dann auf einer Kontrolltour, ging von Standort zu Standort, schaute, ob alles so ist, wie wir es möchten etc. Es war so schön, wie wir Leuten entgegen gelaufen sind mit Trend-Me-Taschen, wie sich die Pärchen geküsst haben und sich bedankt haben, dass das Geschenk gemacht wurde.
- 16:43Als ich dann bei diesen Stadelmast-Standorten hingelaufen bin und 300-400 Leute dort vor diesen Glühweissständen gestanden sind und einfach in diesen Moment in dieser Welt eintauchten und einfach bei uns. Es war nicht einfach voll, überall am Markt, sondern einfach bei uns.
- 17:00Mich hat das völlig geflasht, wie viel Freude das bringt, die Arbeit, die wir eigentlich machen. Über die ganze Haut. Dann habe ich mir zum Ziel genommen, Philipp, es ist der kleine Moment, wenn das Produkt über die Hecke geht, der Kunde das physisch in die Hand nimmt und das kleine Lächeln und die glitzernden Augen, die mir den Drive geben. Das ist das, was mich füttert.
- 17:25Darum haben wir dort einen Re-Thinking-Prozess gemacht. Da kam dann gerade noch Corona, also hatten wir definitiv genug Zeit, um zu denken. Wir haben dann auch das Konzept Lennox gemacht, wo wir wirklich darauf basieren möchten, dass unsere Unternehmen Freude bringen. Das ist unser erster Fokus. So möchten wir auch in Zukunft Unternehmen bauen.
- 17:50Und das spürt man. Das spürt man brutal. Du hast eben gesagt, die ersten zwei Geschäfte waren Money Driven, was ja völlig okay ist. Wir sind hier, um Erfahrungen zu machen. Und das Lenox ist aus purer Liebe entstanden. Ja. Und das spürt man von oben bis... Also das ist wirklich vom Essen, von den Leuten, die dich dort bedienen... Das ist... Ja, das ist pure Liebe, dieses Restaurant. Ja, und auch nachher dieser Prozess.
- 18:17Wir hatten schon Leute im Unternehmen, die das mit Liebe gemacht haben. Ich glaube, es war mehr ich, der damals den Money Driven Mindset hatte. Ich musste mich dann umpolen über diesen Prozess.
- 18:35immer leidenschaftliche Menschen. Immer Menschen, die mit so viel Liebe dahinter waren. Und egal wer gekommen ist, es waren immer leidenschaftliche Menschen. Aber ich glaube, auch von mir den Change zu haben und den Impact effektiv auch zu bringen, das hat schon einmal einen Wechsel gegeben.
- 18:52Aber es lebt von dem schlussendlich. Und ich glaube, das kannst du nicht kopieren. Das ist der harte Teil, die Kultur zu leben und zu erschaffen. Und das ist schlussendlich auch das, was die Leute glücklich macht. Wie ist der Film, den wir jetzt hier haben, geworden, wie er jetzt ist? Sehr reflektierend.
- 19:13...mega viel Gefühl im Reden, in den Unternehmungen, die er baut. Ich meine, ja, deine Mutter, als du vier Jahre alt warst, hat dir etwas, ich sage jetzt mal... ...in die Welt geleitet, zu sagen, okay, alles ist möglich, weil du als Millionär als Lehrer machen wolltest. Und du hast nie diesen Gedanken verloren. Aber ist es etwas, das dich schon in der ganzen Kindheit und Jugend begleitet hat? Das Mindset der Eltern, wie du aufgewachsen bist?
- 19:42Ich glaube, wenn man sich das vor dem Auto überlegt, schlussendlich bin ich durch die Prägungen des Lebens. Das sind meine Eltern wahrscheinlich die wichtigsten Prägungen, die ich hatte. Und schlussendlich dann auch alle Ups und Downs, die wir im Leben erleben dürfen.
- 20:04Alle Challenges, auch wenn sie manchmal hart sind, diese wirklich zu erleben und manchmal auch den Schmerz zu erleben und daraus wieder Neues zu entstehen. Ich glaube, das ist das, was effektiv die Reflektion bringt.
- 20:25Wenn man Unternehmer ist, kann man nur erfolgreich werden, wenn man sich selber reflektiert und ständig an sich arbeitet. Ich habe einen guten Background. Leute, die mir sagen, dass ich falsch bin.
- 20:47die ehrlich sind mit mir und mich spiegeln. Das musst du dann auch anerkennen, sehen und umsetzen. Aber es hilft extrem, wenn man ein Umfeld hat, das daran interessiert ist, dass man die beste Version von sich selbst ist.
- 21:06Aber genau da kommt jetzt das Umfeld ins Spiel. Ich glaube, du ziehst ja das an, was du selbst bist und dementsprechend ist das dein Umfeld. Weisst du, was ich meine? Und das zeigt ja ganz viel mehr über dich aus, als über dein Umfeld. Absolut. Und auch dein Geschäft, «extended arm» von dir selbst, ist eine Reflektion von dir, ist ein Spiegelbild von dir. Und das hast du jetzt sehr gut gesagt, von wegen «je besser du bist, desto...»
- 21:32Es ist auch ein extremer Prozess. Früher, auch in der Schule, war ich weit weg von dem, was ich heute bin. Auch von der Persönlichkeit. Ich war früher nicht unbedingt der coolste Mitschüler, hätte ich so gesagt.
- 21:50Aber schlussendlich ist es der Prozess und all die Prägungen, die dir das Leben gibt, die dich dann formen. Ich bin noch ganz am Anfang, weil für mich der Switch bei Corona gekommen ist,
- 22:06Du baust auf über mehrere Jahre, schaffst extrem hart, dann kommst du auf 80 angestellt, dann gehst du runter auf 5, hast zwei Jahre lang keine Perspektive. Alles was du anreissst wird immer wieder zerstört.
- 22:25Du wirst plötzlich einfach dankbar für alles, was du hast. Und ich glaube, solche Krisen formen auch extrem und helfen sich dann auch weiterzuentwickeln. Ich habe hier aussen ganz viele Kollegen, die sich selbstständig machen wollen, die vielleicht eine sehr gute Idee haben, aber schlussendlich nicht umsetzen können.
- 22:52Du als langjähriger Unternehmer, was denkst du oder was siehst du als das grösste Problem, wieso man Sachen nicht macht? Wieso man nicht einfach mal in die Umsetzung geht? Ich glaube, vielen fehlt es vom Raum. Und viele werden selbstständig gegen Geld. Und Geld ist einfach...
- 23:11die dich vielleicht schnell anstösst und motiviert für einen kurzen Moment, aber wenn du die Freude und die Leidenschaft nicht dazu hast, dann kommst du nicht vom Fluss. Dann hast du einfach den Drive nicht. Und ich glaube, wenn man selbstständig werden möchte und aus dieser Selbstständigkeit dann vielleicht auch ein Unternehmen bauen möchte,
- 23:33dann muss man sich ganz klar sein, dass man das wirklich mit Freude macht und dass man extrem viel auch muss abstreichen. Also...
- 23:45Mein Umfeld etc. Ich musste das extrem vernachlässigen, weil ich wusste, jetzt ist der Moment, in dem ich Gas geben und arbeiten muss. Noch eine Follow-Up-Frage. Du hast gesagt, das «Warum-Finden» ist etwas mega wichtiges und wahrscheinlich auch das Allerwichtigste, wenn man sich selbstständig macht.
- 24:03Und ist es richtig, du hast dein Warum gefunden, in deinem Gegenüber, seinen Augen, wo das Leuchten gekommen ist, eigentlich in dem Moment, wo das Paket oder die Dienstleistung oder das Produkt zum Kunden übergekommen ist und das Lachen, war das dein Warum?
- 24:18Das hat es dann effektiv richtig bestärkt. Ich war froh, dass ich das «Warum» in meiner Firma gefunden habe. Ich glaube, ich wäre genug konsequent gewesen, um es abzugeben, wenn ich es nicht gefunden hätte. Ich bin sehr froh, weil das mir die Kraft gegeben hat, um so weiterzumachen. Auch die Umstrukturierung durch Corona und alles.
- 24:44Es war eine sehr energiezerrende Zeit. Was auch wichtig ist, dass viele aus dem Ego heraus versuchen, etwas zu erschaffen. Ego und Geld sind für mich sehr nah beieinander.
- 25:05Sie überlegen nicht, wie sie einer Gesellschaft helfen können mit ihrem Produkt. In was bin ich gut? Was ist mein Given Skill? Was kann ich einfach? Das ist mein Naturtalent. Was macht mir Freude und Spass? Und wie nützt das in einer Gesellschaft? Und aus dieser Verbindung, wie kann ich aus dem
- 25:30Geld generieren. Ich kann gehen. Es geht genau in diese Richtung. Das schlussendlich miteinander zu kombinieren, das bringt dir ein sehr klares Warum. Die Gedanken, ich habe viele Leute auch bei mir in der Organisation, die ihre eigenen Projekte haben, ihre eigenen Side-Hustles haben, ich sage ihnen immer, sie sind vorsichtig, versuchen nicht zu schnell, den Step in die Selbstständigkeit zu machen.
- 25:59Ihr kümmert euch um das Warum richtig und bestärkt es. Nach ein paar Jahren merkt ihr, dass es so stark ist, warum ihr es wirklich wagen wollt. Oder ihr denkt, es ist cool, so wie es ist. Es ist ein zweiter Teil in eurem Leben. Aber man kann dann auch sehr schnell zu seinem eigenen Sklave werden, wenn man plötzlich etwas hat, wo man es gar nicht unbedingt so wollte, wie man es sich vorgestellt hat.
- 26:28Hast du deine eigene Erfahrung mit dem Sklavenwerden? Ja, wenn man Dinge aus Geldmotivation macht, dann muss man sich eigentlich selber eingestehen, dass man es nicht wirklich aus Freude macht. Das ist ein grosser Wunsch an unsere Gesellschaft hier in der Schweiz.
- 26:52Wir sind eine Gesellschaft, die auf allen Bildern extrem glücklich ist, aber tief in uns sind es wenige. Ich wünsche mir, dass unsere Gesellschaft in der Schweiz die Patterns durchbricht, welche Job für einen sozialen Status hat und wie und wo. Dass wirklich Menschen verstehen,
- 27:14Das könnte ich den ganzen Tag machen, mit voller Freude. Es geht nicht nur um Geld. Es ist eine Wertschätzung, aber es geht nicht nur um Geld. Und dass man wirklich mit Freude einen Job ausführen kann. Ich bin auch fest davon überzeugt, je mehr du machst,
- 27:30Und je mehr du das machst, was du liebst, das Geld kommt dann automatisch. Das ist die logische Schlussfolgerung. Auch wenn wir das aus der spirituellen Sicht anschauen. Aber spannend, was du gesagt hast. Ego, Status, Diplom, Job, eben...
- 27:46Anstellung, Hierarchie, das ist halt schon alles ego-belastet. Aber viele würden jetzt auch sagen, ja, die Schweiz funktioniert ja so gut, weil wir so ein System haben, aber das ist eine andere Geschichte. Was mich noch wundernimmt, bevor wir eigentlich kommen zu wie du das Lennox gegründet hast bei Babo, du hast noch vorher etwas wegen Umfeld gesagt und eben da hast du den Abstrich gemacht,
- 28:09Du hast mir erzählt, du hattest als Teenager, der Teenager-Philipp, der beim Bahnhof gehängt ist, hat er sich vorstellen können, wer er heute ist, wie er heute ist und was er alles geleistet hat. Du hattest so eine vage...
- 28:24Der Teenager Philipp hat sich ein bisschen aus den Augen verloren. Der vierjährige Philipp hatte diese Träume. Ich bin aber dann durch das Schulsystem durchgegangen. Für mich war das Horror. Ich konnte mich hart nicht identifizieren mit der Schule. Ich hasste es wirklich jeden Tag.
- 28:44Ich war ein absolut mittelmässiger, minimalistischer Schüler. Ich habe lieber aus dem Fenster geschaut, als irgendetwas anderes. Und dementsprechend hatte ich dann auch so ein gewisses... Wie soll ich sagen? Es war mir so egal. Und so hatte ich dann auch so ein Umfeld, das nicht schlecht war für diese Zeit. Es waren mega tolle Freunde.
- 29:12Ich war auch sehr glücklich zu sehen, wie sich alle entwickeln und erwachsen sind und ihre Sachen machen. Aber ich habe gemerkt, ich muss mich lösen von dem, um das Ziel von diesem kleinen Philipp, diesem vierjährigen Philipp, zu erreichen. Wann hattest du diesen Moment? Hat es einen besonderen Moment gegeben oder ist das so schliefernd? Als ich diese Lehrstelle als Koch in einem Gourmet-Restaurant bekommen habe,
- 29:41Ich weiss nicht, jetzt hat mir meine Mutter mal gesagt, das ist eine richtige Lebensschule. Und dann ist bei mir so ein Klick, okay cool, das ist jetzt vielleicht wirklich so ein, wie sagt man, so ein richtiges Wechsel. Und ich habe mich dem einfach wirklich hingegeben und gesagt, okay, jetzt gehe ich all in. Jetzt werde ich mich da voll dedicated. Ich hatte dann auch den Traum, ein Sternekoch zu werden und bin dann eigentlich durch die Lehre
- 30:09Ich habe diese Lehre genutzt, als Escape. Aber schon sehr bewusst. Sehr schön. Hast du noch eine Frage? Ich höre beide, dass ich Kevin die ganze Zeit in den Magen nehme. Oh mein Gott, wie ein Dinosaurier. Ich habe die ganze Zeit die Gedanken von Lennox,
- 30:30Ich wollte da brunchen. Mami, wir sind bald beim Brunch. Während Corona ist das ganze Konstrukt auseinandergefallen. Von 80 Mitarbeiter zu 5 Mitarbeiter. Und dann ist ja eigentlich das Schöne passiert, durch die schlimme Zeit. Lennox ist während Corona... Wie ist das mit Lennox passiert?
- 30:56Ähm, wie ist das genau? Also ich glaube, den Pitch gewonnen habe ich, das Gebäude habe ich schon Ende 19, glaube ich. Ich weiss nicht mehr, Ende 19, Ende 20. Also du hast das Gebäude, by the way, das ist ein altes Schlösschen? Ein altes Feuerwehrdepot.
- 31:15Ein Feuerwehrdepot, das aussieht wie ein Schloss. Also ja, es ist ein Tor. Es ist nicht ein Schloss in Rapperswil. Und dann hast du schon im 19. Dann hast du im 19. schon gewusst, dass du dort einen Tag als Rest... Also für was hast du dort einen Pit?
- 31:30Ich bin in der Lehre viermal am Tag vorbeigefahren, weil ich immer Zimmerstunden hatte. Mit meinem Skateboard. Als 16-jähriger Teenager fragte ich mich schon immer, was hier eigentlich los ist. Wieso passiert hier nichts? In diesem Gebäude? Genau. Und dann haben wir, weil der Stadelmann ein Winterbusiness war, einen Sommerstandort gesucht.
- 31:53Am Anfang wollte ich nur die Terrassen. Dann fragte ich Angehörige, wie das aussieht, ob man den Vorplatz dort mieten kann. Sie sagten, dass man nur das ganze Gebäude mieten kann. Ich nahm dann diese Information und bewarb mich. Per Zufall war die Ausschreibung und ich habe den Pitch gewonnen. So viele Zufälle? Es hat so sein müssen. Im Nachhinein glaube ich, dass es sein musste.
- 32:20Und du hast es aber schon als Teenager gespürt? Ich habe es schon als Teenager gedacht. Ich habe das Verlangen, Rapperswil zu beleben. Das ist für mich die Mission, im Moment, wo ich möchte, dass Rapperswil aus dem Dornröschenschlaf aufwacht. Wir sind eine Rosenstadt und ich liebe diese Stadt aus ganzem Herzen. Es ist ja wunderschön. Es ist wunderschön, aber...
- 32:45Wir brauchen mehr Leben. Wir müssen wieder lebendiger werden. Ich dachte dann, das habe ich schon als 16-Jähriger gedacht, wieso passiert da nichts. Irgendwann fand ich, vielleicht musst du wirklich etwas machen.
- 33:01Das hat auf dich gewartet. Und ich meine, schau mal, du erlebst es jetzt im Sommer. Jetzt haben wir den Winterschal. Mega schön. Also es ist so schön. Ja, und ich glaube, so kommt dann nachher eins nach dem anderen. Und ich glaube, man sieht, man hat dann schon die Idee und so. Oder die Vision. Aber gerade dann so im Detail. Also ist das Puzzle zu sehen. Das war es schon. Ich glaube, es kommt dann einfach eins nach dem anderen. Und dann hast du dich für den Pitch gewonnen. Aber für was hast du dich gepitcht? Einfach als Rest. Du hattest noch kein Konzept. Du hattest gar nichts. Du hast einfach...
- 33:30Ich habe den Vorplatz, da weiss ich ganz genau, was ich damit mache. Dann habe ich von aussen das Gebäude angeschaut und dachte, vielleicht kann ich noch ein Büro hier machen. Er wohnt jetzt sogar in diesem Gebäude. Vielleicht kann er eine Wohnung machen. Und dann auch so, ja okay, wir können eigentlich noch Boutique machen, das machen wir in dieser alten Garage. Und dann war noch dieser grosse Raum. Ich dachte, was machst du mit diesem grossen Raum?
- 33:58Ich wollte eigentlich nicht mehr ein Restaurant machen. Für mich war Gastro mit der Art und Weise abgeschlossen. Ich dachte mir, ich mache halt ein Restaurant. Hat es viel Überwindung gekostet? Am Anfang schon, aber als ich mich mehr damit befasst habe, habe ich gemerkt, was ich für eine Leidenschaft für das habe. Was das auch für eine riesige Möglichkeit ist.
- 34:24Es kommt mir immer wieder das Donneröschenerl in den Sinn, wo die Donneröscherin aufwacht und die Elfen durch das Gebäude gehen und alles wieder so schön wird. Das ist so... Wir waren wie die Elfen, die alles wieder schön gemacht haben. Das war schon cool.
- 34:41Und dann auch dem ganzen Leben zu geben und die vielen Menschen, die Freude haben, dann auch mit der Zeit die Kids-Programme zu integrieren. Da hast du heute Nachmittag gearbeitet, oder? Genau, heute Nachmittag. Was ist das für ein Programm? Was macht ihr genau? Unsere Philosophie ist, dass wir es zurückgeben müssen, wenn wir Erfolg haben. Wir machen verschiedene Sachen, zum Beispiel das Brunnen-Projekt in Nicaragua, das wir haben.
- 35:08Wir bauen einen Brunnenbauten mit einem Erb aus dem Hanenwasser. Über die Weihnachtstage stellen wir immer eine Glühwein heraus. Und unsere Lounge, die draussen überdeckt ist, machen wir schön mit Küssen und Decken bereit für alle, die an Weihnachten alleine sind. Sie können sich dort treffen und miteinander etwas sprechen, damit man nicht einsam ist. Oder eben die Kids-Programme. Ich liebe Kinder.
- 35:34Ich finde das so toll. Deshalb mache ich im Dezember am Mittwochnachmittag ein Kinderprogramm. Also for free?
- 35:42Nein, einfach kostendeckend. Wir haben ein Ticket gekauft auf Eventfrog. Letzte Woche hatten wir Grittibänzbacher, heute Nachmittag haben wir Samichlaus und seine Esel bei uns. Einfach so ein bisschen den Kindern die Welt geben. Wird das festgenutzt? Gibt es viele Leute, die nach der Einsamkeit zu euch kommen? Mehr als man denkt, ja.
- 36:07Jeder hat in seinem Umfeld Leute, die alleine sind an Weihnachten. Man weiss es einfach nicht. Das hat bei uns in der Familie angefangen, wo wir gesagt haben, wir haben noch Platz am Tisch. Kennen jemanden, der alleine ist im Freundeskreis.
- 36:24Freunde eingeladen an Weihnachten, die sonst alleine gewesen wären. Und die vielleicht nicht Weihnachten feiern. Und die vielleicht ihre Eltern verloren haben. So begann die Tradition. Ich fand dann, dass Lenoxstadt eh da ist.
- 36:41Ob ich am Morgen den Glühweichübel einstecke und ein paar Becher herstelle, das macht keinen Unterschied. Ich habe immer wieder Leute gehört, die gelacht haben und Freude hatten. Ich bin auch mal kurz abgehauen und habe mit ihnen gesprochen. Hermond im Dornröschenturm, by the way.
- 37:08Ich glaube, das tut einfach gut. Ich bin mega begeistert von deiner von deinem Denken und von was nennt man das? Prostigkeit, Herzlichkeit. Ich glaube, Herzlichkeit. Mit Gefühl, Empathie. Und noch mehr? Du bist weggekommen. Und ich glaube, ich weiss nicht von wo, aber wahrscheinlich über Eltern, Umfeld, dass das kreiert, das ist huren schön. Also definitiv Eltern.
- 37:39Also ich
- 37:40Ich glaube, das wurde einfach gelebt. Auch die Weihnachtsmagie. Meine Mutter hat sich da immer voll ins Zeug gelegt. Es ist ihr heute noch sehr wichtig, dass wir alle miteinander kitzeln. Sie haben ein sehr strenges Wochenende hinter mir. Mit vollem Pack mit Familienprogramm. Aber ich glaube, am Schluss, jeder könnte etwas machen, das einem nicht weh tut. Wir sind uns vielleicht manchmal zu wenig bewusst oder sind in diesem Stress des Lebens und vergessen es.
- 38:10Es tut nicht weh und macht Menschen Freude. Es ist etwas sehr Schönes, wenn man Freude machen kann, ohne dass man etwas zurück erwartet. Das finde ich einfach gut. Das Gehen selber ist ja das Neue. Wir vergessen, dass das Gehen das Neue ist. Wer spürt das schöne Gefühl, wenn man etwas Gutes macht? Wir. Klar, die andere Person auch, aber wir. Darum ist Nächstenliebe so wichtig. Ich wollte noch fragen, habt ihr an Weihnachten gelaufen?
- 38:39Wir machen die 24. und 25. Dezember zu. Wir haben auch viele Familien. Es ist wichtig, dass alle mit der Familie sein können. Und wie Neujahr? Neujahr haben wir offen. Gehen wir Neujahr ins Lenox? Neujahr haben wir offen. Sogar ein Neujahrstinner. Wir haben noch Platz. Wir melden dich ja. Was wolltest du noch fragen? Ich habe noch das ganze... Wo geht die Reise hin? Lenox ist... Wir haben noch nicht einmal gefragt.
- 39:07Man muss sagen, du sagst jedes Mal, sie ist so eine Timeline-Expertin. Sie braucht diese Timeline, was passiert dann? Die logische Struktur zu der Lebenslauf. Ich bin so ein bisschen unlogisch. Aber bevor die Reise irgendwo hinfährt, Lennox, Philipp,
- 39:26Darf ich noch schnell fragen? Wir waren, wie... Du hast dich angemeldet, dann hast du gemerkt, okay, dort in der Garage machen wir «Trend Me», dort machen wir «Stadlmann». Und nachher, okay, Gastro, gleich Gastro, obwohl du es nicht wolltest. Dann ist Lenox entstanden. Von welcher Zeitspanne sprechen wir hier?
- 39:48Waren es zwei Monate oder zwei Jahre? Nein, Jahre. Ah, okay. Bei mir beginnt alles, wenn ich an ein Gebäude oder eine Idee herlaufe und denke, «Das ist eigentlich cool.» Und dann... Ich glaube, ich habe einfach ein starkes Vertrauen, dass alles, was zu mir gehört, zu mir kommt.
- 40:09Ich versuche nichts mit Druck zu erzwingen. Ich glaube nicht, dass man grundsätzlich alles beeinflussen kann. Und ich glaube auch nicht, dass man alles kontrollieren muss. Es ist einfach schön, wenn man Dinge zu einem findet, wenn sie zu einem gehören. Wenn nicht, dann wird es im Grunde an. Ich habe viele Projekte, bei denen ich das Gefühl habe,
- 40:34Das könnte es sein. Aber eigentlich dann wie so, dass es nicht funktioniert hat und danach musste man sagen, hey, es stimmt, meine Motivation war eigentlich falsch. Zum Glück hatten wir das nicht, sonst wäre das passiert. Das wäre jetzt wirklich zu viel gewesen für alle, das wäre vielleicht nicht gut gewesen für unsere Gesundheit. Und dann ich glaube, man darf im Leben ein bisschen vertrauen und
- 41:01Auch darauf zu vertrauen, dass alles, was passiert, aus einem Grund passiert. Und auch jede noch so schwere Challenge, auch wenn es harte Krankheiten sind oder Todesfälle, es wird sie im Grunde haben. Und das Leben hat dich eigentlich darauf vorbereitet, dass du mit solchen Challenges zu Schlag kommst.
- 41:20Ja. Aber was ist mit dem Lennox? Das habe ich völlig der Fade verlebt. Wie meinst du, was ist mit dem Lennox? Aber dann hast du die Pitch nicht gewusst, hast deine Puzzleteile gehabt und nachher hast du angefangen, das Lennox zu kreieren.
- 41:33Ja, also ich habe dann den Schlüssel zum Gebäude bekommen, um hinein zu gehen, zu messen, zu machen. Und ich habe dann meinen Flipchart gezögert. Damals ja noch diese völlig rohe Feuerwehrhalle. Ich habe, ich glaube, sechs Stühle hergestellt und habe meine Familie und meinen Schwager und meinen Onkel eingeladen und habe gesagt, so, ihr kennt mich am besten.
- 42:01«Was geben wir für einen Namen hier?» Dann haben wir einen Namen aufgeschrieben und Brainstorming gemacht. Irgendwann kam Lennox. Und das kam, als meine Guse an einem Familienfest das gesagt hat. «Tier Lennox» gesagt? Ja, das war eine Spasse. Und dann haben wir das so...
- 42:24Ja, eigentlich zusammen gestifelt. Und irgendwann war dann so, «Gestimmt, da hatten wir ja dieses mega Erlebnis, von Genuss und Gesellschaft zu zelebrieren, von zusammenkommen miteinander, die ganzen Sprachschüler, die Spezialitäten miteinander teilen.» Also es war eine Ausstrahlung, die auf der Weltreise war. Genau. Und so entstand dann das alles. Und so entstand dann auch das Konzept. Dass wir Sharing hatten und die Küche eigentlich aus der ganzen Welt auf einem Tisch. So geil.
- 42:52Und äh... ...eben eigentlich baut aus einer Emotion heraus. Mega cool. Ich glaube, das ist ganz wichtig. Ja. Und darauf gehen wir immer wieder zurück. Auf das wirklich... Also das Konzept von Lennox ist...
- 43:07die Gerichte der ganzen Welt integrieren können und so die Leute glücklich machen. Das, was ja in Australien gelebt hat. Jeden Tag haben sie gesagt, sie haben euch am Lenox Beach getroffen, jeder hat sein eigenes Töpperli mit seinem eigenen Essen mitgenommen und dann haben sie geshared und das ist jetzt in Rapperswil. Was hast du am Ende mitgenommen?
- 43:29Rösti? Wie lange? Der Käse war so teuer in Australien. Das habe ich noch erzählt. Ich weiss gar nicht mehr recht. Ich glaube, ich habe wirklich so Herdöpfelgeschichten, Rösti und solche Sachen. Hat es jemand gern gehabt? Ich glaube, es ist immer alles aufgegessen worden. Es war einfach cool, diese Kulturen zu sharen. Ich bin dann eigentlich wirklich noch spezifisch auf drei kulinarische Reisen
- 43:56um die Küchen noch besser kennen zu lernen. Oder grundsätzlich über das Restaurantkonzept zu lernen. Einfach in ein Konzept hinein zu gehen und zu spüren, wieso bin ich fasziniert und im Vorherigen nicht. Und wo sind die? Paris, London und Tel Aviv. Krass. Das waren meine drei Eckpfiler. Paris, London und Tel Aviv.
- 44:18Einfach reingehen und spüren, was die Musik mit mir macht, was das Licht mit mir macht. Wieso sind die Menschen hier so wie sie sind? Wieso macht der Service das, was er macht? Wieso ist es eine offene Küche? Wieso sieht man die Küche nicht? Sehr detailgenau, mein Mann. Schau her.
- 44:32Ja, nein, es geht ja um das Gefühl, die Energie. Ja, aber es gibt noch sehr viele Details. Was macht die Musik? Was macht die? Ich glaube, meine Mitarbeiter sagen schon, dass ich ein Detail-Fanatiker bin und ein Perfektionist. Aber das macht sich schon sanft und ruhig aus. Ich glaube, das ist sehr gut. Ich verstehe das sehr, wenn man es manchmal nicht ganz versteht, wieso das so ist. Aber meine Gedanken sind sehr weit gegangen, dass ich dann die Entscheidung getroffen habe, dass es so ist.
- 44:59Einfach, wieso die Kerzen vor der Eingangstür stehen. Oder wieso man Laternen ausstellt. Oder wieso eine Lichter-Kette immer brennt. Wieso? Es ist ein Zeichen von Offenheit und Willkommenheit. Wärme. Es ist Wärme und man möchte willkommen sein. Man möchte Teil von etwas sein. Ich glaube, es ist schön, wenn man das so zeigen kann.
- 45:24Nächstes Mal, wenn ich ins Restaurant gehe und keine Kerze vorne trage, bin ich nicht willkommen da. Dann ist wahrscheinlich jemand vor der Tür und macht einen Würzelbaum. Das merkt man so fest, wenn man reinkommt. Das ist magisch. Wir übertreiben nicht. Wirklich. Ich muss unbedingt gehen. Aber man kommt rein und ich bin gleich so...
- 45:47Ich war so mega impressed. Die grossen Lichter, ich glaube, das sind auch alle oder viele selber gemacht. Es sind auch wie gefluchtet, gell? Ja, viele sind unikat. Meine Schwester hat vom Reisen Sachen heimgenommen. Oder mein Vater hat Sachen gebaut. Wir versuchen eigentlich...
- 46:11Möglichst viele Emotionen. Aha, so eine Emotion, die du so krass geweckt hast? Oder dein Konzept? Weisst du, als ich aufs WC gegangen bin?
- 46:22Ich glaube, und das kann man wirklich so sagen, es gibt kein geileres WC als das im Lenox. Wie viel bist du scared? Als das im Lenox. Ich habe das falsche erwischt. Das falsche erwischt. Kunisex. Ich habe das richtige erwischt. Ich kann es langweiliger sagen. Ich bin einfach in einer anderen Welt. Und vor allem der Kontrast ist ja so geil.
- 46:42Der Kontrast ist so geil. Du kommst rein und alles so... Was haben wir mit diesem Stil? Boah, schick, edel, aber trotzdem cool. Fühlst dich in den Ferien, aber weisst, du bist in Raffi. Du kommst in die WC und bist in der Red Disco.
- 46:55Und ich meine wirklich, ich bin schon bereit, ich muss es euch wirklich reinziehen. Auch wenn du nur aus dem WC gehst. Es ist so richtig London Vibe, die Edginess, die London mega hat. Ich weiss noch, ich war mal in London in einer Bar. Ich kenne Locals und sie haben mir gesagt, du musst dort hin. Sie haben mir nicht gesagt, wieso, sie haben einfach gesagt, geh einfach dort hin. Ich so, okay gut, ich gehe.
- 47:17Dann war ich dort und da wartet ein Mann mit Zylinder vor der Eingangstür. Ein wunderschönes Tor mit einem Rosenkranz. Hammer. Und dann sagt er so «Welcome to Mr. Fox» heisst es glaube ich. Ich so «Ja danke» und dann drückt er dir einfach so eine Holzkugel in die Hand. Und dann macht er die Tür auf. Du läufst rein und dann macht er hinter dir die Tür zu. Und dann bist du dort drinnen im Steigenabgang und es hat einfach so eine Kugel in der Bahn.
- 47:47Und dann stehst du so, insert die Kugel, und dann läufst du runter, und in dem Moment, wo du unten ankommst, beim Vorhang, wo es hineingeht, kommt die Kugel an eine Glocke.
- 48:02So geil. Und das ist eben diese Edginess, das Unerwartete. Und ich finde es einfach Hammer. Das heisst, du hast dein WC-Inspiration so... Ja, ich habe mir so überlegt, was für Leute Herd nicht erwarten. Und das haben wir in jedem WC. Du wohnst schon dort. Ja, das stimmt.
- 48:22Irgendwas erwartest du aus einer WC-Reparature. Ja, aber gleich so offen. Okay, und du hast dich gefragt, was würden die Leute mega nicht erwarten? Ja, und ich finde, es darf Überraschungen haben. Und für mich war es sowieso wichtig, dass wenn die Leute aufs WC gehen, dass sie eigentlich zurückkommen und sagen «Oh mein Gott, ich muss aufs WC». Ja, so geil. Ich will unbedingt aufs WC gehen. Wir müssen auch mal etwas machen, was niemand erwarten würde. Einfach so einen Flitzer. Ich bin in Christbaum.
- 48:47Aber wartet, einfach mal so ein Flitzer. Allen DeGeneres kommt ja immer... Einer, der verschreckt? Ja, ey, das wäre Horror. Nein, das würde niemandem antun wollen. Ich sofort. Wie bist du jetzt aufs WC? Ich brauche meine Struktur. Ich brauche Kontrolle. Weiss nicht. Einfach so, ist dir das nicht gut? Nein, wo waren wir? Wir waren bei den verschiedenen Eindrückskonzepten. Ah, okay. Stiles. Cool. Und jetzt hast du das Lennox wie lange schon?
- 49:14Zweieinhalb Jahre jetzt. War Trendme schon vorher da? Oder habt ihr wirklich alles erbaut? Trendme war ein Jahr vorher da. Wir durften ein Jahr früher mit der Trendme Boutique reingehen. Der Bau hat sich dann noch extrem verzögert. Und die Terrasse hast du auch schon vorher genommen? Ist das nicht wirklich, wie du damals wollte, eine Terrasse, Garage und danach noch...
- 49:33Es hat sich dann anders entwickelt. Man hat dann gemerkt, das ist etwas Neues. Du hattest wahrscheinlich eine Bewilligung für die Küche. Da hattest du noch nichts drin im Jahr. Ja, stimmt. Leer. Leer? Komplett leer. Es gab nicht mal Internet an diesem Gebäude. Und die Stangen vom Feuerwehr-Klischee? Gibt es nicht. Das ist so ein amerikanisches Ding anscheinend.
- 49:52In der Schweiz haben viele alte Feuerdebente die Türme zum Schleuchtrechnen. Die Türme ziehen man dann hoch und rechnen die Schleuchten. Bei uns war es so, dass man auf vier Seiten Fenster im Turm war, sodass man überall hinsehen konnte, wenn es irgendwo gebrannt hat.
- 50:12Spannend. Und du hast das ganze Ding renoviert? Hast du es auch als Wohn-, Gastro-, Gewerbeding gepitcht? Ja, unser Ziel war es eigentlich, alles zu verbinden zwischen dem Büro, Shoppen, Restaurant, Wohnen.
- 50:27Die Stadt hat dort auch geholfen. Sie haben dort investiert und das Gebäude mit uns mietfähig aufgebaut. Hast du da noch neue Dinger geschnuppert? Neue Luft geschnuppert? Immobilien und so?
- 50:45Da bin ich noch nicht so weit. Ich komme ja hart damit nicht aus. Aber ja, schlussendlich hat sich alles irgendwie gefügt. Wir sind jetzt mega dankbar. Es ist auch ein historisches Gebäude für die Stadt Rapperswil. Dass wir das Vertrauen bekommen haben, ist etwas mega Schönes. Mega cool. Es muss irgendwie in den Sinn gehen. Philipp, neuer Stadtrat von Rapperswil.
- 51:12Ich weiss nicht, ob ich so gut in der Politik wäre. Ich... Politik ist super komplex und... Ja, das stimmt. Es ist mega einfach auf den Fingern zu zeigen, aber man weiss nie, was alles effektiv ist.
- 51:27Was gibt es alles für Einflüsse? Ich glaube, die, die wir haben, machen es sehr gut. Politischer Ausdruck, das kannst du machen. Ich glaube, da würde ich mich jetzt nicht drehen wollen. Nein, aber einfach, weil dein höheres Ziel ist, Rappi wieder mehr zu beleben. Dafür muss ich nicht stattdessen sein. Das macht der Rest ja auch.
- 51:49Aber jetzt solltest du deine Frage stellen. Möchtest du meine Frage stellen? Ja. Ja? Danke vielmals. Eben. Wo geht die Reise hin? Wie... Ich möchte nicht sagen, wo siehst du dich in? Das finde ich mega dumm. Aber wo geht die Reise hin mit deiner Selbstständigkeit, mit deinem Unternehmen? Es sind ja, wie gesagt, mehrere. Hast du schon etwas Neues geplant?
- 52:10Wir planen immer neue Sachen. Nein, also ich glaube, wir wollen uns treu bleiben. Das ist uns ganz wichtig. Wir möchten so weitermachen, wie wir jetzt die Fortschritte gemacht haben. Und wir möchten aber auch die Fähigkeit haben, uns immer wieder neu zu erfinden. Und wir möchten vor allem auch Platz bieten für talentierte Menschen, die ihre Leidenschaft leben möchten. Und eben zum einen,
- 52:41Wir sind ein Unternehmen, aber auch ein Arbeitgeber, der Menschen helfen kann, dass sie glücklich sind an ihrer Arbeit. Das ist für mich persönlich ein sehr grosses Ziel, dass wir dem gerecht werden und glückliche Menschen bei uns haben. Ich möchte, dass die Leute sich morgen freuen, zur Arbeit zu kommen und mit einem Lachen im Gesicht zur Arbeit kommen.
- 53:04Alle haben einen schweren Tag, keine Frage. Aber im Grundsatz. Sehr schön. Wir haben ein kleines Konzept bei uns. Jeder Gast darf am nächsten Gast eine Frage stellen. Du weisst nicht, wer der nächste Gast ist. Du hast natürlich auch eine Frage bekommen. Sagt ihr noch nicht von wem, sagt ihr nicht von wem.
- 53:25Das ist auch so unnötig. Ist das jetzt einfach so? Von wem kommt der? Ich habe den Überblick nicht mehr. Vom Ramin eigentlich. Hast du das schon gesagt? Jetzt habe ich es schon gesagt. Ist es der Ramin? Bevor wir dir die Frage stellen, die du bekommen hast, was ist deine Frage für den nächsten Gast?
- 53:52Eine Frage, die ich mir auch immer gerne selber stelle. Wenn alles funktionieren würde, was wäre der Traum? Wenn alles funktionieren würde, was wäre der Traum? Also wenn alles möglich ist quasi? Wenn alles möglich ist. Wenn du einfach weisst, dass alles funktionieren würde, was du vorhast, was wäre der Traum? Das ist eine so gute Frage. Auch wichtig, dass du immer wieder in deine Vorstellung kommst.
- 54:16Es ist auch alles möglich. Die Frage ist halt, ist es von deinem Ego aus oder von deinem, ja, weisst du, wenn du alleine mit deiner höheren Absicht bist und dir genau das wünschst, es float, es float. Also, was ist die Frage nochmal? Frage, Philipp. Ich bin so früh aufgestanden. Wenn alles funktioniert, was wäre dein Traum?
- 54:39Ich glaube, es sind viele. Ich möchte wirklich beleben. Ich möchte, dass Menschen in Rapperswil einen Ort sehen, der lebendig ist, der vibrant ist, wo immer etwas passiert.
- 54:54die kulinarische Höhepunkte erreichen können. Aber auch tolle Brands zu finden, die sich zu Hause fühlen können und von dort aus ihre Träume bauen können. Dass wir weiterhin eine grosse Familie sein dürfen und mit ganz viel Liebe und Leidenschaft daran bauen können.
- 55:20Ich wollte noch etwas anderes fragen, jetzt habe ich den Faden verloren.
- 55:27Spannend, wie weit man weggehen muss, um zu merken, dass man schon am schönsten Ort der Welt ist. Weisst du was ich meine? Unabhängig davon, ob es Beziehungen sind oder ob man Abstand von einem Menschen braucht, um zu erkennen, wie wertvoll das Gleiche ist, auch mit dem Heimatort oder sonst. Dass man aus den fernen Sachen klarer sieht. Und jetzt könntest du dir ja nicht vorstellen, irgendwie noch mit anders zu leben, oder? Ja, jetzt zumindest nicht. Ich weiss nicht, wie es seit 10, 20 Jahren ist.
- 55:57Ich bin schon zuhause in der Schweiz. Deine Frage ist, wie viele aktive Entscheidungen triffst du pro Tag? Ui, ähm... Das ist schwierig. Bewusst vielleicht... Aktiv, ja.
- 56:2720, 25... Fängst du mal an zu zählen? Ich muss mal zählen. Hast du auch noch eine andere Frage dazu? Ihr Anker. Hast du auch noch eine andere Frage? Wie stark arbeitest du noch am Business oder im Business? Meine Frage wäre ähnlich. Bist du in jedem Business operativ noch tätig? Ist das jetzt die gleiche Frage?
- 56:52Fuck. Ja. Nein, also eigentlich gar nicht mehr operativ. Ich habe das Glück, dass wir tolle Leute haben. Und dass alle die grosse Vision sehen, wie wichtig das ist. Dass wir auch weiter in die Zukunft gehen können und auch an neuen Sachen arbeiten. Ich muss aber ehrlich sagen, ich bin noch nicht so lange in dieser Rolle. Es ist jetzt etwa ein Jahr.
- 57:20und ich musste dazu gezwungen werden. Ich habe hier einen tollen Berater, der mir seine ganze Lebenserfahrung in meinen Rucksack packt. Das ist etwas sehr Schönes, als junge Person davon zu lernen. Er hat mich so ein wenig dorthin geführt, wie wichtig es ist, nicht immer überall alles zu wollen.
- 57:48Kontrollieren. Oder auch helfen. Es ist auch wichtig, dass auch Leute Fehler machen dürfen. Auch wenn man sieht, dass es nicht gut kommt, dass man ihnen das Vertrauen gibt, dass sie den Fehler machen dürfen. Und dass man dann nicht urteilt, sondern Lösungen sucht, wie man es nächstes Mal besser machen kann.
- 58:07Das ist mega schön, vor allem, dass dich das auf deine Vaterrolle vorbereitet. Bei den Kindern ist es ja eigentlich genau das Gleiche. Ich glaube, es hat wirklich etwas damit zu tun. Ich bin noch nicht Vater, ich kann es nicht im Detail beurteilen, aber ich sehe es auch so. Man sieht manchmal, das Kind fällt jetzt um. Das Kind wird jetzt umfallen, aber es passiert nichts weiter Schlimmes. Es wird wieder aufstehen. Oder auch nicht herrennen und helfen, sondern lass es selber aufstehen.
- 58:37und die Challenge selbst meistern. Hast du nicht uns erzählt, dass deine Eltern euch nie gesagt haben, was richtig und was falsch ist, sondern was die Konsequenz davon ist? Wir hatten eigentlich keine Regeln. Unsere Eltern sagten immer, wenn du das machst, dann wird das konsequent sein, wenn du das machst, dann wird das konsequent sein.
- 58:57Und du entscheidest schlussendlich, was du willst. Als Kind waren mir dann auch Markenkleider wichtiger. Und ich hatte dann im Winter keine Winterschuhe. Und dann hast du halt mal gefroren. Aber ja, das dann wirklich zu erleben und die Verantwortung zu übernehmen, das hilft schon. So krass, so bewundernswert.
- 59:22Du beschreibst es im aktuellen Leben, einen Mentor zu haben, der dir sagt, es ist nicht wichtig, dass du überall operativ tätig bist, sondern dass du auch mal die Fehler zulässt, dass sie es machen. Wie wichtig findest du es, einen Mentor zu haben, wenn man sich selbstständig machen will? Uäääh.
- 59:43Unternehmertum ist immer Panik-Euphorie, Panik-Euphorie. Du bist ständig in diesen Auf und Ab und wirst so getriggert aufs Gröbste. Und all deine Ängste kommen zu dir. Deshalb lernt man sich sehr gut kennen und reflektieren.
- 1:00:04Die, die es können. Ja, die, die es können. Im besten Fall. Ich empfehle es jedem. Ein Mentor hat in dieser Hinsicht alles schon mal erlebt. Und kann sagen, einfach schnaufen. Es ist alles easy. Es ist nicht so schlimm. Man kann alles wieder zusammenkleben. Es ist alles gut.
- 1:00:27Für die, die unseren Podcast schon länger verfolgen und vielleicht auch die letzte Folge schon gesehen haben, haben sie vielleicht etwas gemerkt, das sie wiederholen. Aber nicht nur, es ist immer wieder so. Ich glaube, egal ob selbstständig oder nicht,
- 1:00:42unternehmerisch oder auch privat, persönlich, du kannst dir Unterstützung holen, wo... Es ist so wichtig, aber ich glaube, ich weiss nicht, ob das vom Schulsystem kommt, wo man einfach sagt, du musst alles alleine schaffen. Ich merke es auch manchmal bei mir, wenn ich mir denke, nein, nein, ich arbeite das schon alleine. Aber nein, wieso muss ich das alleine schaffen?
- 1:01:01Weisst du was ich meine? Keine Ahnung, ob es eine Form von Bestrafung ist oder ein Glaubenssatz. Never know. Nobody knows. Noch haben wir nicht alles. Hey, ich glaube wir sind am Ende. Es ist wieder einmal ein mega toller Podcast. Eine ganz tolle Folge.
- 1:01:20Danke vielmals, dass du dir die Zeit genommen hast, um hierher zu kommen. Ich weiss, du bist mega viel beschäftigt. Du hast heute noch richtig viel Action mit Kindern. Heute sogar wirklich mal operativ. Heute operativ. Jetzt geht es dann zu den Eseln. Gehen wir Esel-Riten mit den Kiddies. Wow, was ein Bösschen. Also hier die Kissen verbrannt, da will ich immer selber dabei sein. Aber hast du noch... Sorry, ich habe dich nur getroffen. Alles gut. Hast du noch, bevor wir abschliessen, noch irgendetwas, das du sagen möchtest, egal was es ist?
- 1:01:49Das ist deine Message. Meine Message? Ich glaube, es ist wichtig, dass man herausfindet, wer man ist und was man gerne macht. Und das dann im Erwachsenenleben zu adaptieren und dieser Leidenschaft zu folgen. Und sich nicht in den jungen Jahren vom Geld zu steuern zu lassen.
- 1:02:11Das ist, glaube ich, wirklich ein grosses Learning, das ganz vielen Menschen helfen würde, dass sie nicht in diese Spirale kommen, dass sie plötzlich einfach nur noch unglücklich sind, sondern dass sie von Anfang an daran arbeiten können und mit ein bisschen Geduld und Weitsicht dann auch so an ihr Ziel werden können.
- 1:02:27Das war ein richtig toller und schöner Abschluss von diesem Podcast. Vielen Dank, Malo, für deine Zeit. Ich möchte noch zwei Sachen sagen. Willst du noch zwei Sachen sagen? Das hast du auch noch gesagt. Nein, nichts, ich will mich verabschieden. Also ich habe jetzt zwei Sachen. Erst geht in den Lenoxen bitte und geht unbedingt mal brunchen dort. Und lasst uns wissen, wie es war. Dann...
- 1:02:53Es ist ja Zeit, wie es ganz schön gesagt wurde, Gehen ist schöner als Nehmen. Es ist nicht nur, weil Weihnachtszeit ist, eigentlich könnt ihr das zur Gewohnheit machen, aber denkt daran, jeden Tag eine kleine gute Tat. Schadet niemandem. Das wäre eigentlich mein Appell. Und natürlich eine gute Tat an uns. Liked, leitet weiter, abonniert uns, redet über unseren Podcast. An die, die auch in eurem Umfeld gefallen könnten.
- 1:03:23Das haben beide wirklich sehr schön gesagt. Und von meiner Seite nochmal danke vielmals, dass ihr dabei wart, weil du entscheidest deinen Podcast für Erfolg, Business und persönliche Weiterentwicklung. Vor allem persönliche Weiterentwicklung. Alles, alles Gute. Tschüss zusammen.