Latest / Dummy & Co - der Hundepodcast für artgerechte Beschäftigung / P198: Wie dein Hund beim Training von Hormonen beeinflusst wird – mit Dr. Lara Steinhoff
Transcript
- 0:00Speaker 0: Also die Wahrscheinlichkeit liegt bei nahezu null Prozent, dass jemand ins Dummy-Training kommt mit einem Hund mit einer angeborenen Unterfunktion.
- 0:06Speaker 0: Das kann so nicht sein.
- 0:09Speaker 1: Herzlich willkommen beim Podcast Dummy und Co.
- 0:12Speaker 1: Der Podcast der Hundeschule
- 0:13Speaker 0: Jagdfeber.
- 0:14Speaker 1: Ich bin Susanne und ich werde euch meine Tipps und Tricks zum Dummy-Training verraten, damit ihr euren Hund strukturiert, zielorientiert und kreativ bis zur Prüfungsreife aufbauen könnt.
- 0:28Speaker 1: Hallo, heute geht es mal wieder in ein Interview.
- 0:31Speaker 1: Und zwar habe ich Dr.
- 0:33Speaker 1: Lara Steinhoff bei mir zu Gast und es geht um Hormone.
- 0:37Speaker 1: Es geht aber nicht nur einfach um was gibt es so für Hormone im Hund etc.
- 0:41Speaker 1: sondern wir spezialisieren uns.
- 0:43Speaker 1: ganz genau mit dem Fokus auf das Darmitraining.
- 0:46Speaker 1: Das heißt, welche Hormone sind förderlich fürs Darmitraining?
- 0:50Speaker 1: Welche sind nicht so förderlich?
- 0:51Speaker 1: Was kann man machen?
- 0:52Speaker 1: Wir haben uns unterhalten über das Stresshormon Cortisol und wie das das Lernverhalten beeinflussen kann.
- 0:57Speaker 1: Wir haben aber auch über die Schilddrüse gesprochen und über Hünden, Rüden, Zyklus, Kastration etc.
- 1:05Speaker 1: Und Dr.
- 1:05Speaker 1: Lara Steinhoff ist die Inhaberin der Fuhrtenwerkstatt und hat Veterinärmedizin studiert und hat Promotion zum Thema Schilddrüsenstoffwechsel geschrieben.
- 1:16Speaker 1: Sie ist also mittendrin im Thema.
- 1:18Speaker 1: Sie macht auch Verhaltenstherapie bei Tieren.
- 1:20Speaker 1: Schwerpunkt sind natürlich eher Haustiere bzw.
- 1:24Speaker 1: Verhaltensauffälligkeiten beim normalen Familienhund.
- 1:28Speaker 1: Und zusammen mit meinem Wissen und der Erfahrung aus dem Dummy-Training war das eine wahnsinnig tolle Mischung.
- 1:34Speaker 1: Ich habe viel gelernt.
- 1:35Speaker 1: Ich bin sehr gespannt, ob du auch was lernst.
- 1:38Speaker 1: Und schreib mir gerne, wenn du solche Interviews spannend findest, dann lade ich mir immer mal wieder jemand anderen ein.
- 1:43Speaker 1: Und... für alle, die im Team Jagdfieber sind.
- 1:46Speaker 1: Ich habe da mal mit Lara gesprochen, ob wir da mal was regeln könnten.
- 1:51Speaker 1: Und sie kommt gerne mal ins Team Jagdfieber vorbei, um die Fragen von euch direkt klären zu können und nicht nur im Podcast meine Fragen zu klären.
- 1:59Speaker 1: Also das wird spannend, da müssen wir nur noch einen Termin finden und dann ist das, glaube ich, eine ganz, ganz runde, tolle Geschichte.
- 2:05Speaker 1: Aber bis dahin wünsche ich euch jetzt erst mal viel, viel Spaß beim Interview.
- 2:10Speaker 1: Und jetzt geht es auch gleich los.
- 2:13Speaker 1: Hallo, Lara.
- 2:14Speaker 1: Schön, dass du meine Einladung gefolgt bist.
- 2:16Speaker 1: Wie geht's dir?
- 2:17Speaker 1: Wie steht's?
- 2:18Speaker 1: Alles gut bei dir?
- 2:19Speaker 0: Hallo, ganz lieb.
- 2:20Speaker 0: Danke für die Einladung.
- 2:22Speaker 0: Ja, wir genießen hier gerade noch den Sommer.
- 2:25Speaker 0: Und genau, alles ist gut.
- 2:26Speaker 0: Ich freue mich auf unseren Podcast heute.
- 2:29Speaker 1: Ja, das wird total spannend, weil in diesem Thema habe ich eigentlich so gar nichts zu sagen.
- 2:34Speaker 1: Das heißt, du wirst sehr viel reden dürfen heute.
- 2:37Speaker 1: Es geht um die Hormone beim Hundetraining oder die Hormone im Hund und wir versuchen natürlich so ein bisschen auf das Hundetraining uns da so ein bisschen zu fokussieren.
- 2:47Speaker 1: Und ich hab dich ja schon ein bisschen vorgestellt in der Vorstellung, aber kannst du uns vielleicht noch mal ganz kurz in deinen eigenen Worten sagen, was du so mit Hormonen und Hundetraining zu tun hast?
- 2:56Speaker 1: Also warum hab ich dich angefragt?
- 2:58Speaker 1: Warum bist du hier?
- 3:00Speaker 0: Ich denke, dass dieser Überschneidungsbereich, der hat sich bei mir so ein bisschen angeboten.
- 3:04Speaker 0: Zum einen dadurch, dass ich als Tierärztin in einer Kleintierpraxis tätig war und dann aber eben auch mich mittlerweile in der Verhaltenstherapie spezialisiert habe und da jetzt mittlerweile zwar in einer rein verhaltenstherapeutischen Praxis arbeite.
- 3:16Speaker 0: Aber nichtsdestotrotz haben wir immer noch ganz viel mit klinischen Erkrankungen das Hunde zu tun, weil ich schon mal ja so ein bisschen spoilern kann.
- 3:25Speaker 0: Die meisten Hunde, die mit Verhaltensproblem zu uns kommen, sind nicht gesund.
- 3:29Speaker 0: natürlich jetzt nicht alle hormonelle Erkrankungen, aber das spielt auch schon eine wesentliche Rolle.
- 3:35Speaker 0: Hormone steuern ja fast alles eigentlich um Körper.
- 3:38Speaker 0: und dadurch, dass ich meine Doktorarbeit über den Schilddrüsenstoffwechsel geschrieben habe und ja dann später noch ein Buch über die Schilddrüsenunterfunktion beim Hund verfassen durfte, habe ich natürlich auch recht viele Kunden kundinnen, die sich zu dem Thema Schilddrüsenerkrankungen bei ihrem Hund beraten lassen wollen.
- 3:56Speaker 0: und deswegen ist das so ein bisschen man täglich Brot könnte man sagen.
- 4:00Speaker 1: Ja und super spannend auch gerade jetzt so für uns Hundesportler, weil man hat ja auch öfters mal diese Fragen genau nicht Verhaltens auffälligkeiten, das kommt bei uns eher selten vor, aber mein Hund ist plötzlich total matt oder will nicht mehr mitarbeiten oder mein Hund überdreht plötzlich etc.
- 4:19Speaker 1: Und gerade wenn wir auch bei uns in den Kursen dann gefragt werden, ja was kann ich machen, was habe ich im Training falsch gemacht oder so.
- 4:26Speaker 1: Da denke ich auch immer am Anfang, okay, gucken wir erst mal, ob's im Mund gut geht, ob gesund ist, weil an etwas zu trainieren, was gar nicht das Problem ist, ist
- 4:37Speaker 0: unnötig.
- 4:37Speaker 1: Deswegen ist du hier und deswegen gleich mal die erste Frage.
- 4:42Speaker 1: Gerade im Hundetraining und auch im Dummy-Training sind die Hunde ja sehr im Stress.
- 4:46Speaker 1: Also auch gerne im positiven Stress.
- 4:49Speaker 1: Es ist nicht schlimm, sie finden es einfach mega geil.
- 4:52Speaker 1: Und deswegen gibt es ja da aber auch schon so Stressformone.
- 4:54Speaker 1: Und wie verändert oder beeinflussen denn diese Stressformone, das Training oder den Hund an sich?
- 5:01Speaker 0: Man muss das ein bisschen differenziert sehen, weil Stress an sich, das hast du ja gerade auch schon angedeutet, ist jetzt nicht nur schlecht.
- 5:07Speaker 0: Stress gehört in gewisser Weise auch zum Leben dazu.
- 5:12Speaker 0: gesunden Rahmen bleiben, brauchen wir sogar unbedingt die Stressharmone.
- 5:16Speaker 0: Wenn ich jetzt Stressharmone sage, dann denke ich da zum einen an das Adrenalin und Neuadrenalin.
- 5:20Speaker 0: Das sind ja unsere kurz wirksamen, unsere schnell wirksamen Stressharmone.
- 5:24Speaker 0: Wenn man selber schon mal, weiß sie nicht, hat an die Wand geguckt, sieht einen großen schwarzen Fleck und denkt sich, oh Gott.
- 5:30Speaker 0: Ich bin immer im Wohnzimmer, weiß man, wie schnell ein Brassadrenalin da durch die Adern schießen kann.
- 5:35Speaker 0: Beim Hund, wie gesagt, geht das genau so schnell.
- 5:38Speaker 0: Die sind ganz schnell da, die sind aber auch ziemlich schnell wieder weg.
- 5:40Speaker 0: Die sollen sehr punktuell die Leistungsbereitschaft fördern, die erhöhen die Herzfrequenz, erhöhen die Atemfrequenz, erhöhen auch die Muskelkraft, erhöhen die Wachsamkeit, die Motivation.
- 5:51Speaker 0: Das heißt auf, ja, ich sag mal so auf Basalniveau oder auf Schlaf-Tablettenniveau wird man sicherlich auch kein Darmitoni.
- 5:59Speaker 0: keine Dummy-Prüfung gewinnen, unterstelle ich jetzt mal.
- 6:03Speaker 0: Auch wenn ich mich ja eben schon geoutet habe, dass ich ja selber leider nicht im Dummy-Bereich unterwegs bin.
- 6:08Speaker 0: Das heißt, die brauchen wir, damit der Hund eben auch eine gute Leistung zeigen kann.
- 6:12Speaker 0: Cortisol ist das etwas länger wirksamere Stresshormon.
- 6:16Speaker 0: Auch das ist erst mal nicht Schlimmes, solange das für einen kurzen Zeitrahmen einwirkt.
- 6:22Speaker 0: Also ich sage jetzt mal so eine kurze, aufregende Phase.
- 6:25Speaker 0: Dazu braucht es auch dann eben das Cortisol, damit entsprechend Glucose, also Zucker bereitgestellt wird im Körper und auch da eben Leistung erbracht werden kann.
- 6:35Speaker 0: Aber kritisch wird's, wenn chronischer Stress.
- 6:38Speaker 0: Eintritt und chronischer Stress ist was dafür ist unser Körper gar nicht gemacht.
- 6:43Speaker 0: Für akuten Stress ist das System ausgelegt, für chronischen Stress leider gar nicht und da fängt dann auch ziemlich schnell die krankmachende Wirkung an.
- 6:51Speaker 0: Und wenn wir dauerhaften Stress haben beim Hund, möglicherweise auch dauerhaft erhöhte Quartisolwerte, dann zieht das eine Reihe von Folgeproblemen nach sich.
- 7:02Speaker 0: Da kann es tatsächlich sogar bis hin zu Änderungen im Bodenstoffhaushalt, im Gehirn kommen, eine schlechtere Konzentrationsfähigkeit.
- 7:11Speaker 0: Wir haben unter Umständen dann auch eine verringerte Aktivität von Endorphinen, was sich wiederum dann auch auf Schmerzlevel negativ oder auf Schmerzempfinden negativ auswirken kann.
- 7:23Speaker 0: Wir haben aber auch eine ganze Reihe von anderen.
- 7:26Speaker 0: Problem, die da folgen wie eine schlechtere Regenerationsfähigkeit, eine schlechtere Heilung, herabgesetztes Immunsystem.
- 7:33Speaker 0: Also das ist wirklich so ein Rattenschwanz, der da an Problemen auftreten kann.
- 7:37Speaker 0: Und deswegen sollte das wirklich das Ziel sein.
- 7:40Speaker 0: Akuter Stress, ja, der darf sein, der gehört auch ein Stück weit zum Leben dazu, aber es darf eben wirklich kein chronischer Stress daraus werden.
- 7:48Speaker 1: Sehr spannend.
- 7:49Speaker 1: Eine kurze Frage zum Schmerz.
- 7:51Speaker 1: heißt das eher, dass die Hunde weniger Schmerzen finden oder dass sie mehr Schmerzen finden?
- 7:55Speaker 0: Mehr.
- 7:56Speaker 0: Gut, dass du nachfragst.
- 7:56Speaker 0: Genau.
- 7:57Speaker 0: Die sind schmerzempfindlicher in dem Moment.
- 7:59Speaker 0: Eine hohe Endorphinspiegel macht nicht nur Glücksgefühle, sondern senkt auch das oder macht, dass sich Schmerzen nicht so schmerzhaft anfühlen.
- 8:10Speaker 0: Und das führt natürlich dann auch dazu, dass und das will man ja auch ein Stück weit bei Hunden in der Arbeit, dass die auch mal... Ja, durch piksiges Gras mal durchlaufen und so eine Schmerzreize eher übergehen.
- 8:24Speaker 0: Da muss man natürlich auf den Hund aufpassen.
- 8:25Speaker 0: Da gibt es ja auch so Kandidaten, die da drei Schritte zu weit gehen und um sie eher ausbremsen.
- 8:31Speaker 0: Aber das ist auch erst mal als Schutzfunktion des Körpers zu sehen.
- 8:35Speaker 0: Und wenn wir aber eine verringerte Endorphin-Aktivität haben, dann fühlen Hunde und auch Menschen in dem Fall Schmerzen doller und stärker.
- 8:45Speaker 1: Ja, ich stelle mir das gerade so beim Sport vor, wenn einem das wirklich Spaß macht und so, ich sage jetzt mal Volleyball und man fällt so voll einmal hin, dann ist man gleich wieder hoch und sagt, ja ja, passt schon, alles gut.
- 8:54Speaker 1: Aber wenn man gerade bei einem Sportart ist, wo man sagt, das ist sowieso alles total doof, dann fällt man hin und sagt, oh nein, mein Knie, ich kann nicht mehr.
- 9:02Speaker 0: Ja, ich glaube anders kann man sich wahrscheinlich bei Marathonläufer auch ohne Endorphine gar nicht erklären.
- 9:07Speaker 0: Ja,
- 9:08Speaker 1: das stimmt allerdings.
- 9:09Speaker 1: Alle so eine Extrengeschichten.
- 9:11Speaker 1: Und da fällt mir auch gleich die Frage ein.
- 9:13Speaker 1: Wenn du hast gesagt zwischen akutem und chronischem Stress, gibt es da einen Zeitfaktor.
- 9:18Speaker 1: Ab wann ist es denn chronisch und ab wann ist es denn noch akut?
- 9:22Speaker 1: Also wenn ich jetzt gerade vor allem einfach mal an die Prüfung denke und an die Working-Tests, also diese Prüfung, die laufen ja den ganzen Tag.
- 9:30Speaker 1: Und ich denke, dieser eine Tag ist nur akut, weil das ist ja nur ein Tag.
- 9:34Speaker 1: Aber trotzdem ist es ja so, dass man entweder mehrere Prüfungen laufen kann.
- 9:38Speaker 1: Es gibt ja auch Prüfungen, die jenes Beispiel fünf Tage lang.
- 9:40Speaker 1: Das finde ich schon extrem.
- 9:42Speaker 1: Ist jetzt nicht so oft in Deutschland der Fall hier in Kanada.
- 9:46Speaker 1: Aber es gibt ja schon, oder ich sag mal so, liegen manche Termine doof, sodass man gerne zwei oder drei Prüfungen gleichzeitig, also relativ nahe aneinander laufen wollen würde.
- 9:59Speaker 1: Und ab wann ist es denn für dich chronischer Stress und ab wann ist es noch akkuter?
- 10:05Speaker 0: Ja, es gibt da keine ganz.
- 10:07Speaker 0: feste, fixe Definition.
- 10:10Speaker 0: Wenn man jetzt so wirklich rein aufs medizinische schaut und dann eher Erkrankungen sich anschaut, da sind wir beim Fall chronisch schon eher im Bereich von Wochen, muss man sagen.
- 10:20Speaker 0: Allerdings, finde ich, kann man das jetzt so, weil daher auch das Verhalten und die Frage, wie bewertet der Hund diese ganze Prüfungssituation mit rein spielt, kann man das schlecht so ganz fix jetzt an X Stunden oder an X Tagen irgendwie festmachen, tendenziell ist chronisch aber schon eher im Bereich viele Tage.
- 10:41Speaker 0: Und da ist aber auch so ein bisschen die Frage, wie sumiert sich das auf?
- 10:44Speaker 0: Also sprich, wie viel Regenerationszeit liegt denn dazwischen?
- 10:47Speaker 0: Wie sehr kann der Hund dann wieder so ein normales Niveau erreichen?
- 10:50Speaker 0: Und wann kommt dann vielleicht der nächste Stressor?
- 10:52Speaker 0: Und natürlich auch ein ganz wichtiger Punkt.
- 10:55Speaker 0: Erreicht der Hund im Alltag dann überhaupt so ein Basalniveau oder hat er vielleicht auch an sich schon ein stressiges Leben, sodass da möglicherweise viel weniger Regeneration zwischen Prüfungen gegeben ist?
- 11:08Speaker 1: Ja, also Basalniveau heißt
- 11:11Speaker 0: ein gutes, normales, entspanntes Level, ja.
- 11:15Speaker 1: Okay, das ist das normale Level, auf das man zurück
- 11:17Speaker 0: riecht.
- 11:18Speaker 0: Ja, genau, der Ruhepult sozusagen.
- 11:22Speaker 1: Es ist ja auch unterschiedlich, was für genau das, was du sagst.
- 11:24Speaker 1: Manche leben ja im Fünf-Hunde-Haushalt und sind den ganzen Tag gestresst oder manche leben im Fünf-Hunde-Haushalt und sind deswegen entspannt.
- 11:33Speaker 1: Man muss auch immer gucken, wie der Hund im Alltag das verarbeiten kann.
- 11:38Speaker 1: Gerade wenn, wir haben ja oft Arbeitshunde, die wirklich wollen.
- 11:43Speaker 1: Und die zeigen ja schon nicht, wenn sie verletzt sind.
- 11:46Speaker 1: Also die schickt man in den Wald und die sagen, ja, alles gut.
- 11:49Speaker 0: Ich mach das schon.
- 11:50Speaker 0: Ich hink
- 11:51Speaker 1: dir nur zufällig.
- 11:54Speaker 1: Das Bein soll so, das ist gut.
- 11:57Speaker 1: Und da ist es dann echt schwierig zu erkennen, wenn die Hunde, wenn sie so sehr wollen, dass sie gerade über ihre eigene Grenze gehen.
- 12:09Speaker 1: Und das ist super schwierig.
- 12:10Speaker 1: Und da muss man auch wirklich mit sich immer wieder, also gerade Hunde, die auch so gut sind.
- 12:16Speaker 1: Weil man möchte dann ja, man merkt so, die sind gut in den Prüfungen.
- 12:19Speaker 1: Sie können das, sie wollen das.
- 12:21Speaker 1: Beide wollen das Mensch und Hund.
- 12:24Speaker 1: Und da muss man dann leider immer derjenige sein, der Spielverderber sein, der erwachsene Mensch.
- 12:28Speaker 1: Hier wollen wir uns einfach mal drüber gucken.
- 12:31Speaker 1: Und was mir aufgefallen ist, also rein persönlicher Erfahrung.
- 12:35Speaker 1: dass wenn man merkt, dass in den Prüfungen, wenn die Prüfungen schlechter werden, nicht vom Ergebnis her, sondern von der Aufmerksamkeit oder von der Reaktionsgeschwindigkeit oder von der, ich gifte jetzt mal nicht rum.
- 12:48Speaker 1: Also, mal reitspar, sag ich mal.
- 12:51Speaker 1: Und wenn man merkt, dass diese Faktoren sich ändern, dann war das für mich immer so, okay, das ist zu kurz, der Hund muss wieder runterkommen, können dazwischen.
- 13:01Speaker 1: Und wenn der Hund das nicht zeigt, dann habe ich immer gesagt, okay, das passt schon.
- 13:06Speaker 1: Aber da komme ich gleich zu meiner anderen Frage, weil ich glaube, da gibt es ja auch die Hunde, die dann so ein bisschen abstumpfen in Anführungsstrichen.
- 13:13Speaker 1: Da weiß ich jetzt nicht, ob das auch, zum Beispiel, weil wir hatten ja noch das Thema Schilddrüse, also genau die andere Richtung, also die Hunde, die so sage ich mal eher so, also eher ruhig sind oder auch so dieses, wo dann sehr oft unterstellt wird, der Sturm.
- 13:27Speaker 1: Will nicht.
- 13:27Speaker 1: Deswegen geht er nicht und so weiter.
- 13:30Speaker 1: Kannst du dazu diesem anderen Hormon noch mal ein bisschen was erzählen?
- 13:33Speaker 1: Also Schildtrüsenhormon?
- 13:35Speaker 0: Ja, genau.
- 13:36Speaker 0: Das ist eines von vielen weiteren Hormonen, die sich auch aufs Verhalten auswirken.
- 13:42Speaker 0: Und grundsätzlich ist es so, dass wenn Hunde an der Schildtrüse erkranken, dann erkranken sie häufig an einer Unterfunktion.
- 13:49Speaker 0: Das heißt, dass die Schildtrüse eben nicht genug Hormone bildet.
- 13:52Speaker 0: Hunde können grundsätzlich auch eine Überfunktion bekommen.
- 13:55Speaker 0: viel Schilddrüsen-Hormone gebildet werden, aber das ist eher selten.
- 13:59Speaker 0: Das betrifft dann auch eher die älteren Kandidaten, die dann unter Umständen ein Tumor in der Schilddrüse entwickeln und daher eben dieses zu viel an Hormonen dann haben.
- 14:08Speaker 0: Üblicherweise oder viel deutlich, viel weiter verbreitet beim Hund ist die Unterfunktion und auch da am weitesten verbreitet ist die sogenannte Autoimmune-Schilddrüsen-Unterfunktion.
- 14:19Speaker 0: Das bedeutet, der Körper greift die eigene Schilddrüse an, es kommt zur Zerstörung der Schilddrüse.
- 14:25Speaker 0: mehr genug Hormone produzieren.
- 14:27Speaker 0: Das ist eine Erkrankung, die schreitet sehr langsam voran.
- 14:30Speaker 0: Also klassischerweise beginnt die, wenn die Hunde so ein, zwei Jahre alt sind.
- 14:35Speaker 0: Da wird man aber noch nicht viel davon bemerken.
- 14:37Speaker 0: Typischerweise haben also die Hauptausprägung der Symptome so circa zwischen drei und sechs Jahren.
- 14:43Speaker 0: Das muss jetzt nicht auf hundert Prozent aller Hunde zutreffen, aber das ist so eine der typische Verlauf.
- 14:49Speaker 0: Und was wir sehen, wenn die Hunde wirklich so diese klassische Schilddrüsenunterfunktion haben, es zu einem Mangel an Schilddrüsenharmonen kommt, dann ist der ganze Körper wie im Winterschlaf.
- 15:00Speaker 0: Also normalerweise kurbeln die Schilddrüsenharmone eher alles an.
- 15:04Speaker 0: Jedes einzelne Organ, jede einzelne Zelle im Körper braucht.
- 15:07Speaker 0: Schilddrüsenharmone.
- 15:08Speaker 0: und wenn die fehlen, dann haben wir Hunde, die sind lethargisch, die können sich auch nicht richtig konzentrieren, die lernen auch nicht mehr richtig, merken sich Sachen nicht, die eigentlich trainiert sind, die nehmen aber auch häufig an Gewicht zu, obwohl die gar nicht so viel fressen, sind insgesamt einfach, ja.
- 15:25Speaker 0: langsam runtergefahren.
- 15:27Speaker 0: Wir sehen auch häufig typischerweise wie so ein traurigen Gesichtsausdruck, den die haben können.
- 15:32Speaker 0: Eine dickere, kältere Haut, stumpfes Feldschuppen bis hin zu kahlen Stellen, Ohrenentzündungen.
- 15:39Speaker 0: Also da geht es wirklich auf alle Ebenen.
- 15:43Speaker 1: Ja, aber das fand ich jetzt sehr spannend, also dass du sagst, dass die häufigste ist diese Autoimmunkrankheit.
- 15:49Speaker 1: Ich hätte einen aus meiner Erfahrung von Leuten, wie man so erzählt, dass das auch eine erbliche Komponente, also
- 15:57Speaker 0: ich dachte
- 15:57Speaker 1: immer, die Schildtrüse hat vor allem einfach keine, also die produziert einfach von sich aus zu wenig.
- 16:03Speaker 1: Sie wären das dann ja die Kandidaten, die von Anfang an sozusagen zu wenig haben.
- 16:09Speaker 1: Dadurch, dass man das frühen will?
- 16:11Speaker 0: Also, von sich aus würde eine Scythose jetzt nicht zu wenig produzieren, aber du hast recht.
- 16:16Speaker 0: Die autoimmunische Scythosenunterfunktion hat definitiv eine erbliche Komponente, weil wir das ja auch bestimmten Familien in bestimmte Rasselinien einfach deutlich mehr sehen.
- 16:26Speaker 0: So hundertprozentig kann man leider noch nicht sagen, weder bei Menschen noch beim Hund, warum genau entstehen Autoimmunerkrankungen, warum hat es der eine, warum hat es der andere nicht.
- 16:36Speaker 0: Was wir als kleines Puzzleteilchen auf jeden Fall wissen ist, Genetik spielt auf jeden Fall eine Rolle.
- 16:42Speaker 0: Die Schilddrüse, also Hunde können auch eine angeborene Schilddrüsenunterfunktion haben, dann kommen sie damit zur Welt.
- 16:50Speaker 0: Da muss man allerdings sagen, wenn das nicht in den ersten Lebenstagen direkt diagnostiziert wird, dann ist das sehr schnell tödlich.
- 16:57Speaker 0: Das heißt, Also die Wahrscheinlichkeit liegt bei nahezu null Prozent, dass jemand ins Dummy-Training kommt mit einem Hund mit einer angeborenen Unterfunktion.
- 17:05Speaker 0: Das kann so nicht sein.
- 17:07Speaker 0: Dann ist es eher immer die Unterfunktion des Erwachsenen-Hundes.
- 17:10Speaker 0: Es sei denn, wir haben so Spezialfälle wie starke Verletzung im Halsbereich.
- 17:15Speaker 0: Wir hatten mal einen Hund, der aus dem Tierschutz kam, der hatte einen eingewachsenen Draht um den Hals im Bereich der Schilddrüse.
- 17:23Speaker 0: Und nur durch solche Geschichten, Verletzung der Schilddrüse selbst, können die das natürlich auch mal... plötzlich irgendwie entwickeln.
- 17:29Speaker 0: Aber genau die meisten Hunde haben eben diese Autoimmunerkrankung, sodass die Schildtrüse, die können quasi nichts dafür, dass sie so schlecht arbeitet, weil sie halt zerstört wird.
- 17:39Speaker 0: Die kann natürlich auch durch andere Faktoren wenig Hormone abgeben.
- 17:43Speaker 0: Das heißt, wir haben auch niedrige Schilddrüsen, Hormonspiegel im Blut, zum Beispiel, wenn andere Erkrankungen vorliegen.
- 17:51Speaker 0: Da besteht immer eine ganz große Verwechslungsgefahr zu denken, der Wert ist niedrig, das kann ja nur eine Schilddrüsenunterfunktion sein, aber andere Erkrankungen können eben auch zu diesen niedrigen Werten führen.
- 18:01Speaker 0: oder bestimmte Mangelernährung, Jodemangel kann dazu führen oder das schließt sich ein bisschen unser Kreis wieder.
- 18:09Speaker 0: ohne schon Stress, wäre tatsächlich auch geeignet, die Schilddrüsenharmone zu senken.
- 18:13Speaker 0: Und da muss man natürlich immer gut hingucken, was ist es jetzt gerade, um dann auch die richtige Diagnose zu finden und dem Hund wirklich zu helfen?
- 18:21Speaker 1: Ja, ja.
- 18:22Speaker 1: Und gerade wenn das auch in diese Zeit fällt, wenn du sagst drei bis sechs Jahre, das ist genau diese Phase, wo man beim Dummy Training jetzt, also es ist einfach ein Sport, der braucht viel viel Training.
- 18:33Speaker 1: Das heißt, man braucht, also der Hohn braucht so drei Jahre, dann ist er... Dann fängt der an richtig gut zu werden.
- 18:39Speaker 1: Davor hat man
- 18:41Speaker 0: das noch
- 18:41Speaker 1: und das noch.
- 18:42Speaker 1: Ach komm, noch daran trainieren und so weiter.
- 18:44Speaker 1: Also man kann schon früher, genau, man kann schon früher natürlich Damietraining machen und man kann auch schon Prüfe und so weiter, aber so richtig schön wird es eigentlich immer mit drei.
- 18:53Speaker 1: Und dann denkt man wahrscheinlich auch oft, wenn es dann nämlich bergab geht, vermutet man irgendwie, ah, man hat an der Basis nicht richtig gearbeitet oder man hat.
- 19:03Speaker 1: Was weiß ich, keine Ahnung, irgendwie zu viele Prüfungen jetzt auf einmal.
- 19:06Speaker 1: Man ist jetzt doch so schnell vorangegangen oder so.
- 19:09Speaker 1: Also das ist nochmal, weil das ist genau dieser Altersabschnitt, wo man eigentlich vom Hund erwartet, also die besten Jahre.
- 19:15Speaker 1: Ja,
- 19:16Speaker 0: absolut.
- 19:16Speaker 0: Ja,
- 19:16Speaker 1: drei bis sechs.
- 19:18Speaker 1: Noch nicht krank?
- 19:18Speaker 1: Ja,
- 19:18Speaker 0: genau.
- 19:21Speaker 0: Und diese Phase, die du gerade ansprachst davor, das ist immer so der Moment, wo bei der Schilddrüse häufig mal vermutet wird, dass es eine subklinische Unterfunktion vorliegt.
- 19:32Speaker 0: Das ist sozusagen der erste Schritt im Rahmen dieses Krankheitsprozesses.
- 19:37Speaker 0: Und da ist die ganz große Schwierigkeit, da wirklich zu differenzieren, ist das jetzt wirklich so, dass der Hund ganz langsam schon beginnt, eine Unterfunktion zu entwickeln?
- 19:47Speaker 0: Sehen wir gerade so die ersten Ausläufer, sag ich mal davon, wird ihr dann auch gerne diskutiert im Verhaltensbereich, ob eine gewisse Reaktivität, teilweise aber auch eine gewisse Ängstlichkeit und ähnliches da.
- 19:58Speaker 0: mögliche Verhaltenssymptome sein können.
- 20:01Speaker 0: Und da ist es halt ganz schwierig, weil ganz viele Symptome, die dem zugeschrieben werden, sind normale Erscheinungen, die in der Pubertät und Adolescence des Hundes eben auch mal auftreten können.
- 20:10Speaker 0: Von daher heißt es da dann nochmal besonders gut hinschauen.
- 20:13Speaker 0: Und möglicherweise ist der Hund gesund, aber in der Pubertät.
- 20:19Speaker 1: Ja, das stellt sich ja sowieso alles
- 20:20Speaker 0: auf den
- 20:22Speaker 1: Kopf.
- 20:22Speaker 1: Genau.
- 20:23Speaker 1: So interessant ist es, Alter.
- 20:25Speaker 1: Wie kann man denn den Hund, also sagen wir, wir hatten jetzt ja sozusagen den Hektiker und wir hatten jetzt den eher ruhigen, wie kann man denn den Hund unterstützen, dass er dann eine Hormon-Balance oder dass ich sage mal, dass man dann irgendwann mal wirklich ans Training gehen kann, wenn man sagt, okay, Hormonell ist jetzt wieder alles im Rahmen, kann man da unterstützen?
- 20:45Speaker 0: Also man muss ein bisschen differenzieren zwischen ja einem Unterstützenden im Rahmen eines gesundenen Hundes und im Rahmen von Erkrankungen, weil wenn jetzt wirklich richtig handfeste Erkrankungen vorliegen, wie eine Schnittdosenunterfunktion oder im Bereich der Stresshormone, wären auch noch relevante Erkrankungen, weil das eben auch so ein Alter ist, wo die Hunde mitten in der Arbeit eigentlich stehen.
- 21:07Speaker 0: Und damit Training entweder das Cushing-Syndrom oder auch Morbus Edison.
- 21:11Speaker 0: beim Cushing-Syndrom produziert der Körper viel zu.
- 21:14Speaker 0: viel Cortisol.
- 21:15Speaker 0: Das heißt, es geht von einem Symptom in eine ähnliche Richtung wie ein chronisch erhöhte Stresslevel nur nochmal deutlich krasser oder das Gegenteil davon.
- 21:24Speaker 0: Es gibt auch das Problem, die Erkrankung mobus Edison, dass der Körper viel zu wenig Cortisol produziert.
- 21:29Speaker 0: Und da muss man tatsächlich sagen, da kann eine starke Belastung dieses Hundes sogar lebensbedrohlich sein.
- 21:37Speaker 0: Das heißt, das sind nochmal zwei Erkrankungen, die man auch gut nochmal auf dem Schirm haben kann.
- 21:42Speaker 0: Da müsste man natürlich dann dementsprechend einfach medikamentell ran.
- 21:46Speaker 0: Da hilft es nichts.
- 21:48Speaker 0: Wenn wir aber sagen, wie können wir den Hund, der eigentlich gesund ist, denn trotzdem nochmal so ein bisschen unterstützen, ist auf jeden Fall das A und O im Blick zu behalten, nicht in den chronischen Stress abzurutschen, sondern ausreichend Regenerationszeiten in der Arbeit wie auch im Training.
- 22:02Speaker 0: Wichtig wäre auch eine ausgewogene Ernährung, dass wir weder Mangelversorgung haben, noch irgendwelche Nährstoffe jetzt übermäßig zuführen.
- 22:11Speaker 0: Genau, das wären tatsächlich zwei ganz, ganz wichtige Punkte und auch natürlich von der Qualität des Futters, dass es entsprechend auch angemessen ist, sag ich mal, für die Arbeit, die der Hund dann auch so leisten soll.
- 22:23Speaker 1: Ja, ja.
- 22:25Speaker 1: Ja, sehr schön, sehr schön.
- 22:26Speaker 1: Jetzt wollte ich noch mal ganz kurz so ein bisschen so ein... Weg davon und jetzt noch mal hin zu dem Hündin und Rüde.
- 22:35Speaker 1: Das ist ja auch immer eine Frage, die sehr oft bei uns in den Fragerunden kommt im Team Jagdfieber.
- 22:40Speaker 1: Also, gerade bei den Hünden, also, mein Problem ist, ich hatte bis jetzt nur Rüden.
- 22:45Speaker 1: Ja.
- 22:46Speaker 1: Und auch nur unkastrierte Rüden.
- 22:48Speaker 1: Das heißt, ich hab so null Erfahrung mit, was passiert, wenn man den Rüden kastriert.
- 22:53Speaker 1: Beziehungsweise, wenn man die Hündin kastriert.
- 22:55Speaker 1: Oder wenn die Hündin einfach in ihrem Zyklus ist.
- 22:57Speaker 1: Also vorher, nachher, Mitte und so weiter.
- 23:00Speaker 1: Könntest du uns da einfach noch mal so ein bisschen was zu den Unterschieden und was, was hormonell so passiert und was sich dann auch aufs Training auswirken kann?
- 23:09Speaker 0: Vielleicht fangen wir mit dem Rüden an, der ist ein bisschen einfacher.
- 23:13Speaker 0: Der Rüder hat ja wie immer genau nicht so einen komplexen Zyklus wie die Hündin.
- 23:18Speaker 0: Wir haben da zwar schon innerhalb des Tages, kann der Testosteronspiegel innerhalb von vierundzwanzig Stunden auch immer mal so ein bisschen schwanken, aber... Es ist doch relativ konstant und relativ gleich, muss man sagen.
- 23:30Speaker 0: Beim Rüden können natürlich einfach durch das Testosteron bedingt Herausforderungen sein, dass sie eventuell mal die Hündinnen ein bisschen ablenken könnten während der Arbeit.
- 23:40Speaker 0: Ansonsten ist aber eigentlich Testosteron erstmal förderlich.
- 23:44Speaker 0: Wir haben dadurch in der Regel eine verstärkte Ausbildung der Muskulatur und Testosteron ist ein Anabolikum.
- 23:51Speaker 0: Das wird ja nicht umsonst gerne mal in gewissen Kreisen eingesetzt.
- 23:56Speaker 0: euch auch mit einer guten hohen Leistungsfähigkeit verbunden.
- 24:00Speaker 0: Wenn Rüden kastriert werden, dann fällt das weg.
- 24:04Speaker 0: Das heißt, wir können damit rechnen, dass die schon in gewisser Weise auch Muskulatur abbauen.
- 24:09Speaker 0: Häufig sieht man ja auch optisch, ob der Rüde kastriert ist oder nicht.
- 24:12Speaker 0: kastriert ist, weil einfach die unkastrierten Rüden doch noch mal ein bisschen breiter und kräftiger dastehen.
- 24:18Speaker 0: Genau, da kommt es immer so ein bisschen darauf an.
- 24:20Speaker 0: Also man kann da natürlich trainerisch auch einfach sehr gut einwirken.
- 24:24Speaker 0: Ich denke mal, wenn die Hunde auch da sehr ambitioniert im Dummy-Bereich geführt werden, dass die ja bestimmt auch ab und zu mal physiotherapeutische Checkups und ähnliches bekommen.
- 24:34Speaker 0: Und da würden ja dann auch eventuelle Änderungen auffallen bzw.
- 24:37Speaker 0: würde man Übungen bekommen, um da vielleicht das ein oder andere zu kompensieren.
- 24:41Speaker 0: Das wäre so eine Sache, die sich da auswirken könnte.
- 24:44Speaker 0: Bei der Hündin ist das ein bisschen komplexer, weil es immer sehr... darauf ankommt, in welchem Zyklusstand die gerade ist.
- 24:50Speaker 0: Während der Läufigkeit haben wir vorwiegend Einfluss durch das Hormon Oestrogen.
- 24:56Speaker 0: Und wie die Hündin darauf ansprechen, ist immer ein bisschen unterschiedlich.
- 25:01Speaker 0: Also es gibt recht viele Hündin, die sind unter dem Oestrogen eher so ein bisschen extrovertierter, eher so ein bisschen mutiger.
- 25:08Speaker 0: Man kann sich das als Eselsbrücke ein bisschen so vorstellen, dass sie halt die wollen raus in die Welt und den potenziellen Vater ihrer Welpen kennenlernen und dem entsprechend das auch gerne mal das war.
- 25:17Speaker 0: dann, wie die so konzentriert, sondern damit das kommt immer sehr darauf an.
- 25:21Speaker 0: Also es gibt natürlich Hündin, die während der Läufigkeit ziemlich unkonzentriert sind und auch eher weniger Kooperationsbereitschaft zeigen.
- 25:30Speaker 0: Es gibt aber auch Hündin, die vielleicht sonst im Leben eher ängstlich sind und dann während der Läufigkeit das Gesetzesdroge ein bisschen mutiger und dann vielleicht sogar besser arbeiten können während der Läufigkeit.
- 25:40Speaker 0: Das heißt, ich würde das immer ganz stark auf die einzelne Hündin oder von der einzelnen Hündin abhängig machen.
- 25:46Speaker 0: Ob man jetzt sagt, es lohnt sich da in dem Zeitraum intensiv zu trainieren oder vielleicht das Training in dem Zeitraum so ein bisschen ruhiger zu gestalten, da darf man sich gerne auch nach dem Hund dann in dem Fall richten.
- 25:57Speaker 0: Nach der Läufigkeit kommt dann ja die Phase der Scheinträchtigkeit und Scheinlaktation.
- 26:03Speaker 0: Das heißt, da haben wir es wieder mit anderen Hormonen zu tun, nämlich mit dem Progesteron erstmal.
- 26:08Speaker 0: Das Progesteron ist ja sozusagen das Trächtigkeitshormon.
- 26:11Speaker 0: Das heißt, das macht üblicherweise eher so ein bisschen ruhiger, gesetzter.
- 26:15Speaker 0: Der Körper denkt ja in Anführungszeichen, die Hündin sei trächtig.
- 26:20Speaker 0: Das heißt, die soll sich natürlich jetzt ein bisschen ruhig verhalten, um die potenziellen Welpen nicht zu gefährden.
- 26:27Speaker 0: viele Hündin doch eher lieber mal ein paar Stündchen länger in ihrem Körbchen liegen und das alles ein bisschen ruhiger angehen lassen und das häufig dann eher die Phase ist, wo das Training sich so ein bisschen schwierig gestalten könnte.
- 26:38Speaker 0: Auf der anderen Seite muss man sagen, gerade wenn es dann gegen Ende dieser Scheinträchtigkeit geht und die Scheinlaktation kommt, also die Zeit, in der eigentlich hätte die Hündin jetzt theoretisch welpen, würde sie die dann säugen.
- 26:49Speaker 0: Da haben wir das Hormonprolactin und das ist auch so eine Phase, wo einige Hündin ja dann auch anfangen, sich eine Höhle zu bauen, Kuscheltiere und Schlappen zu sammeln, die zu behüten und zu betüdeln.
- 27:00Speaker 0: Und häufig wird das ja eher schlechter, je mehr die Hündin das so ausleben.
- 27:05Speaker 0: Und da kann auf der anderen Seite natürlich dann Training eigentlich ganz schön sein, um die einfach so ein bisschen abzulenken und auf andere Gedanken zu bringen.
- 27:12Speaker 0: Aber wie gesagt, es könnte eben auch sein, dass die Leistungsfähigkeit in dem Bereich so ein bisschen herabgesetzt ist.
- 27:18Speaker 0: Das ist ja überhaupt nicht schlimm.
- 27:19Speaker 0: Das ist einfach so.
- 27:21Speaker 0: Und als Hündinnen, Besitzer oder Besitzerin macht es auf jeden Fall Sinn, das Training da auch so ein bisschen am Zyklus der Hündin zu orientieren und zu überlegen, was Kann ich gerade verlangen und wo wäre es vielleicht sinnvollen Gang zurück zu schalten?
- 27:36Speaker 1: Ja, genau.
- 27:37Speaker 1: Also man kann ja auch immer überlegen, ob man was Neues beibringt.
- 27:41Speaker 1: oder ob man, sag ich mal, okay, wir wiederholen noch mal das, was gut funktioniert.
- 27:46Speaker 1: Ja.
- 27:47Speaker 1: Einfach, damit das sich noch ein bisschen festdicht.
- 27:49Speaker 1: Es ist ja nie schlecht, die Basis zu wiederholen.
- 27:52Speaker 1: Aber gleichzeitig eben auch nicht so, man muss nicht so gegen ankämpfen, weil es ist so gegen Hündeln.
- 27:56Speaker 1: Ja, ja.
- 27:57Speaker 1: Wenn der Körper der Hündin sagt, ich brauche jetzt Ruhe, oder es muss ja nicht mal so schlimm sein, sondern man merkt einfach, auch gerade, wenn du sagst, Aufmerksamkeit, Spanne.
- 28:06Speaker 1: Und gerade beim Dummy müssen die sehr aufmerksam sein.
- 28:10Speaker 1: Und wenn das dann halt einfach so ein bisschen absinkt, dann würde ich halt Aufgaben machen, die weniger Aufmerksamkeit verlangen, aber vielleicht mehr Unabhängigkeit, mehr freies Bewegen, sag ich mal, das ist mir schon eine große Suche.
- 28:23Speaker 1: Da läuft der Hund einfach bis Gelände und sucht die Dummies.
- 28:28Speaker 1: Und beim Voranen muss der Hund sich halt darauf konzentrieren.
- 28:31Speaker 1: Er muss gerade laufen, er darf keinen Fehler machen.
- 28:33Speaker 1: Er muss bis zum uns weiter.
- 28:34Speaker 1: Da gibt es viel, viel mehr Regeln und da würde ich dann vielleicht sagen, okay.
- 28:38Speaker 1: gehen wir jetzt einfach mal in den entspannteren Bereich.
- 28:42Speaker 1: Aber Unterstützenden der Hinsicht irgendwie, dass das halt nicht passiert, mit der Scheinträchtigkeit oder Ähnliches, da müsste man dann vorher das mit dem Arzt abklären.
- 28:52Speaker 1: Oder man sollte nicht einfach irgendwas.
- 28:53Speaker 1: Ja,
- 28:54Speaker 0: also wichtig ist mir immer noch zu betonen, dass an sich das normal ist.
- 28:58Speaker 0: Weil viele, also ich höre das ganz, ganz häufig, dass die sagen, ja, meine Hündin ist Scheinträchtig, jetzt muss die kastriert werden oder sowas in der Richtung, als als eine Krankheit wäre.
- 29:07Speaker 0: Aber an sich ist das ein ganz, ganz normaler Vorgang im Körper der Hündin.
- 29:12Speaker 0: Das heißt, wenn die Symptome jetzt nicht zu extrem werden, also will heißen, es gibt manchmal Hündin, die stellen das Fressen dann ewig.
- 29:20Speaker 0: komplett ein.
- 29:21Speaker 0: Das wäre natürlich nicht gut.
- 29:23Speaker 0: Oder die haben jedes Mal so viel Milch im Gesäuge, dass sie eine Gesäugeentzündung bekommen oder sowas in der Richtung.
- 29:29Speaker 0: Also wenn es wirklich zu extrem wird, dann müsste man natürlich mal mit dem Tierarzt, mit dem Tierarzt dann besprechen, welche Option es da gibt.
- 29:37Speaker 0: Aber grundsätzlich ist das erst mal ganz normal, dass bei Hündenden nicht jeder Tag im Jahr gleich aussieht, sondern hormonell so ein bisschen anders gestaltet ist.
- 29:47Speaker 0: Von daher würde ich das ein bisschen differenzieren.
- 29:50Speaker 0: Probleme, die in Richtung krankhaft gehen oder ist es einfach der Zuglossverlauf und dann würde ich sagen, go with the flow, sich einfach dem Zugloss dann anpassen.
- 30:01Speaker 1: Genau.
- 30:02Speaker 1: Man muss es einfach akzeptieren in manchen Bereichen, auch denke ich.
- 30:06Speaker 1: Und ich glaube, es verändert sich auch über die Zeit, oder?
- 30:09Speaker 1: Also am Anfang ist die Hündin ja auch noch ganz anders, also sie ist ja wahrscheinlich auch selber überrascht von ihren ganzen Hormonen.
- 30:15Speaker 1: Und also zumindest, wie gesagt, ich hatte ja bis jetzt nur Rüden, aber wenn ich Hündin Gängeler habe, ich wohne mit der Zeit auch immer viel entspannter.
- 30:22Speaker 1: Und ich weiß nicht, ob es stimmt, aber ich habe gehört, dass eine Hündin in der Läufigkeit eine bessere Nasenfunktion hat.
- 30:30Speaker 1: Das heißt, die kann besser riechen.
- 30:32Speaker 1: Und da ich gedacht, der Schwangerschaft ist ja auch.
- 30:34Speaker 1: Also ich konnte auch auf den ganzen Flur runter, hat irgendwo jemand Schokolade gegessen.
- 30:38Speaker 1: Jetzt bin ich richtig schokolade.
- 30:42Speaker 1: Und da habe ich gedacht, das kann man ja vielleicht auch mal nutzen.
- 30:45Speaker 1: Also wenn der Hund wirklich, also das habe ich von einem gehört, der macht Pferdentraining und der sagt, wenn die Hündin in der Öffigkeit, der kastriert auf keinen Fall, weil der sagt, da kriegt er die besten Ergebnisse, wenn diese Zeiten sind.
- 30:58Speaker 1: Ja,
- 30:58Speaker 0: da kann man das ja direkt für sich nutzen.
- 31:01Speaker 1: Genau.
- 31:03Speaker 1: Ja, vielen, vielen Dank.
- 31:05Speaker 1: Das war ein wahnsinnig tolles Interview.
- 31:08Speaker 1: Danke, Lara.
- 31:09Speaker 1: Ich habe echt viel gelernt und muss noch mal, also nicht drüber nachdenken, aber ich finde es wirklich toll.
- 31:15Speaker 1: Vielleicht lad ich dich noch mal bei uns in den Mitgliederbereich ein.
- 31:18Speaker 1: Da muss ich noch mal gucken.
- 31:20Speaker 1: Ich
- 31:20Speaker 0: glaube,
- 31:21Speaker 1: das, was wir gerade besprochen haben, da wird es noch ganz, ganz viele Fragen von meinen Teilnehmern geben.
- 31:27Speaker 1: Mal gucken, ob wir da was organisiert bekommen.
- 31:29Speaker 1: Auf jeden Fall wollte ich dich jetzt erst mal fragen, wo kann man dich denn finden?
- 31:33Speaker 1: Wenn man jetzt sagt, oh mein Gott, das war ja alles super spannend, wo kann ich denn bei Lara mal anklopfen?
- 31:38Speaker 0: Ja, also virtuell gesehen könnt ihr mich finden im Internet unter www.poten-werkstatt.de.
- 31:48Speaker 0: Da haben wir eine Website zusammengestellt mit allen möglichen Infos, was wir anbieten, was es so gibt.
- 31:54Speaker 0: Und ganz im realen Leben sitzen wir in Deutschland, in Nordrhein-Westfalen, in Münsterland.
- 32:01Speaker 0: In Ölte sind wir da und je nachdem, wer wo wohnt, haben wir die Möglichkeit, dass wir uns entweder vor Ort tatsächlich real treffen oder dadurch, dass wir einfach auch sehr viele Menschen betreuen, die doch ziemlich weit weg wohnen, gibt es auch die Möglichkeit, dass wir uns einfach online austauschen.
- 32:18Speaker 1: Perfekt, super.
- 32:20Speaker 1: Also, falls jemand das gerade hört und Fragen, Probleme hat oder denkt, Mann, das sehe ich auch gerade bei meinem Hund, dann meldet euch gerne bei ihr und ich danke dir sehr für deine Zeit.
- 32:34Speaker 1: Vielen, vielen Dank, dass du mitgemacht hast und es war ein ganz tolles Interview und ich wünsche dir einen wunderschönen Tag.
- 32:40Speaker 0: Ganz lieb, danke für die Einladung und dir auch einen schönen Tag.
- 32:42Speaker 0: Tschüss, tschüss!