Latest / Am Ballhausplatz / Folge 28: Die App ZIVA - besser vorbereitet auf Krisen und Katastrophen
Transcript
- 0:00Speaker 0: Über die App kann ich bis zu fünf Standorte in Österreich definieren und über die App behalte ich dann alle Warnungen, die im Bereich dieser Standorte wie das CellPodcast eben über RT Alert ausgesendet
- 0:15Speaker 1: werden.
- 0:19Speaker 1: Herzlich willkommen am Ballhausplatz, dem Podcast des österreichischen Bundeskanzleramts.
- 0:23Speaker 1: Mein Name ist Amra Mollid und gemeinsam blicken wir hinter die Kulissen und sprechen über aktuelle Schlagzeilen.
- 0:29Speaker 1: Die neue österreichische Zivilschutz-App CIWA ist im September in Echtbetrieb gegangen.
- 0:35Speaker 1: CIWA bündelt Gefahrenanalyse, persönliche Vorsorgeempfehlungen und Echtzeitwarnungen und ergänzt unter anderem AT Alert.
- 0:44Speaker 1: Dazu begrüße ich heute Reinhard Schnackel, Gruppenleiter für Organisation, Ressourcen und Krisenmanagement im Innenministerium.
- 0:52Speaker 1: Herzlich willkommen!
- 0:54Speaker 0: Vielen Dank für die Einladung.
- 0:56Speaker 1: Im September wurde der Startschuss für die erste Zivilschutz-App Europas Ziva gegeben.
- 1:01Speaker 1: Was kann die App?
- 1:02Speaker 1: Und warum braucht es diese App als Bürgerin oder Bürger?
- 1:07Speaker 0: Ich glaube wir leben in einer Zeit hybriden Krisen.
- 1:11Speaker 0: Wir sind konfrontiert mit kriegerischen Auseinandersetzungen auch in Europa.
- 1:16Speaker 0: Wir erleben tagtäglich hybride Bedrohungen, hybrige Angriffe, Sabotage, Spionage nicht nur auf staatliche Einrichtung und insbesondere auch auf Einrichtungen der kritischen Infrastruktur.
- 1:29Speaker 0: Und ich denke hier auch an die zunehmende Digitalisierung, Technologisierung.
- 1:36Speaker 0: Wir sind immer mehr abhängig von diesen technischen Systemen, die immer komplexer werden.
- 1:42Speaker 0: Und ich würde sogar behaupten wir verlieren als Menschen sukzessive auch diesen natürlichen Instinkt ohne diese Unterstützungsleistungen auch zu leben den Alltag zur Bewältigung zu können und zusätzlich kommen die Begleiterscheinungen des Klimawandels also extrem Wetterereignisse.
- 2:01Speaker 0: Ich denke hier an der Hitze im letzten Sommer in Österreich.
- 2:04Speaker 0: Ich denke hier etwa auch an die Hochwassereignisse, im weiten Teil Niederösterreichs oder ganz aktuell El Nino-Hochwasser in Griechenland und der Türkei.
- 2:15Speaker 0: Und wir wissen noch nicht was in den nächsten Wochen passieren wird.
- 2:18Speaker 0: Das heißt, in Summe Krisenkatastrophen treten immer häufiger ein und können alle Bürgerinnen und Bürger auch hier in Österreich jederzeit treffen.
- 2:29Speaker 0: Deshalb ist es so wichtig, dass wir vorsorgen.
- 2:32Speaker 0: Dass nicht nur die staatlichen Behörden die Einrichtung der kritischen Infrastruktur vorsorgn, sondern das insbesondere auch die Bevölkerung mit an Bord genommen wird.
- 2:42Speaker 0: Das heißt diese Bürgerbeteiligung, dass sich auch die Bürgerinnen und Bürger ganz individuell auf ihre Lebenssituation einstellen, vorbereiten, auch für Krisenkatastrophen – nur so können wir wirklich eine breite gesellschaftliche Resilien schaffen!
- 2:57Speaker 1: Was ist für die Bürgerin jetzt der Unterschied zwischen AT Alert und der Ziva App?
- 3:03Speaker 1: Welchen Mehrwert bringt die Ziva-App?
- 3:06Speaker 0: Ich sehe in der Zivilshoot-App eine wichtige und wertvolle Ergänzung zu den bewährten Warn-und Alarmsystemen, zu den Sirenen, die wir alle kennen unter AT Alert.
- 3:16Speaker 0: AT Alert ist ein Cell Broadcast System das heißt es wird eine Nachricht gesehen an alle Mobilfunkgeräte oder Hände, die sich in einer bestimmten Mobilfunkzelle eingebucht haben und das ist in der Regel lokal.
- 3:32Speaker 0: Natürlich können auch ganz Österreich weit kann eine Nachricht versendet werden aber wenn es hier um Lawinengefahr geht, wenn es um Hochwasserereignisse geht dann sind diese Warnungen meist lokal Und wenn ich mich außerhalb dieses Sendegebiet befinde, dann kann ich mit meinem Handy diese Nachricht nicht empfangen.
- 3:55Speaker 0: Über die App kann ich bis zu fünf Standorte in Österreich definieren und über die App erhalte ich dann alle Warnungen, die im Bereich dieser Standorte über Cell Broadcast eben über AT Alert ausgesendet werden.
- 4:11Speaker 0: Und darin sehe ich den wesentlichen Vorteil und die Ergänzung zur Cell Broadcasting.
- 4:16Speaker 1: Das heißt was kann man denn über die Apps alles empfangen?
- 4:20Speaker 0: Über die App kann ich dann Warnungen empfangen, zum Beispiel eine Sturmwarnung im Bereich meines Wochenendhauses oder am Wohnsitz meiner Eltern und meiner Kinder.
- 4:33Speaker 0: Und kann entsprechende Vorsorgemaßnahmen treffen damit eben vielleicht bestimmte Schäden vermieden werden können.
- 4:39Speaker 1: Welche Rolle spielt die App in der Weiterentwicklung des österreichischen Krisenkatastrophenschutzes?
- 4:46Speaker 0: Ich würde sagen, das ist durchaus ein Meilenstein im Bereich des modernen Bevölkerungsschutzes und wesentliche ist dass es sich von den herkömmlichen Apps unterscheidet.
- 4:59Speaker 0: Es gibt ja sehr viele Apps, Wetter-Apps auch Versicherungen und andere Plattformen bieten Apps an die vor bestimmten Ereignissen warnen.
- 5:08Speaker 0: aber ich kenne keine App die so breit aufgestellt ist, so viele Bereiche abdeckt.
- 5:13Speaker 0: erstens einmal Information Echtzeitwarnung und eben auch eine individuelle Vorsorge, Krisenversorgung.
- 5:22Speaker 0: Wesentlich ist die Datenqualität.
- 5:25Speaker 0: Die App generiert keine eigenen Warnungen, sondern sie greift auf die staatlichen, auf den nationalen Einrichtungen zurück wie zum Beispiel BGUs für Austria oder auf das stattliche Krisen- und Katastrophenschutzmanagement.
- 5:38Speaker 0: Auf die Meldungen von RTLÖ, die von der Bundeswahnzentrale oder von den Landeswahncentralen ausgesendet werden.
- 5:45Speaker 0: auch hier ist ein gewisses Qualitätsmerkmal dass glaube ich für die Bürgerinnen und Bürger ganz entscheidend ist.
- 5:52Speaker 1: Wie soll denn die Ziva-App dazu beitragen, das Bewusstsein der Bevölkerung für persönliche Krisenvorsorge zu stärken?
- 6:00Speaker 0: Ich glaube dass die App in der Lage ist durch ihre personalisierte Relevanz auch eine direkte Betroffenheit zu erzeugen.
- 6:10Speaker 0: Die App ist sehr intaktiv aufgebaut und sie unterscheidet sich von den herkömmlichen Broschüren an Ratgebern individuelle Lebenssituation abstellen kann.
- 6:24Speaker 0: Das heißt, sie informiert viel spezifischer auf die jeweilige Lebenssitation und sie verknüpft eben auch die regionalen Risikofaktoren, je nachdem wo man sich aufhält also in Wien werden wir hier kaum eine Gefahr von Labinen haben aber vielleicht Hochwasser, Hitze oder andere Dinge, die wieder in anderen Teilen Österreichs nicht so relevant sind.
- 6:50Speaker 1: Nun ist ja die Website über einen Monat online.
- 6:54Speaker 1: Was sind denn bis jetzt die Erfahrungsberichte oder Ihre Daten, die Sie daraus gewonnen haben?
- 7:04Speaker 0: Also der Erfahrungsbricht.
- 7:05Speaker 0: was wir haben das ist die Erkenntnisse aus dem Probebetrieb.
- 7:09Speaker 0: es hat in einem längeren Probe Betrieb gegeben wo über hundertzwanzig Organisationen stattliche Einrichtungen Bundesministerium, Hilfsrettungsorganisationen, NGOs und dergleichen hier auch mitgewirkt haben.
- 7:23Speaker 0: Hier hat man insbesondere Erkenntnisse hinsichtlich der Bedienbarkeit Oberfläche, die Oberflächengestaltung aber auch hinsichtlich des Aufbaus der Informationsgenerierung also der Erstellung der Checklisten und der gleichen Gewohnern.
- 7:41Speaker 0: Und natürlich hat man auch erfahrungswerte Gewohner hinsichtig der generellen technischen Stabilität der App.
- 7:47Speaker 1: Sie haben gesagt, die App funktioniert im WLAN.
- 7:50Speaker 1: was passiert aber in Fall zum Beispiel von einem Strom- oder Internetausfall?
- 7:54Speaker 1: wie lange kann man sich trotzdem auf die App nicht verlassen aber trotzdem Informationen daraus bekommen?
- 8:02Speaker 0: Also grundsätzlich ist sie offline fähig.
- 8:06Speaker 0: alles was hier die Kriseninformation und Krisenvorsorge anbelangt Das heißt wenn ich irgendwelche Informationsfolder, erste Hilfeanleitung an Checklisten, Bevorratungsliste und dergleichen generiere und herunter lade dann sind die auch am Handy lokal gespeichert.
- 8:25Speaker 0: Dann kann ich jederzeit auf diese Informationen zurückgreifen.
- 8:29Speaker 0: was nicht möglich ist das sind Echtzeitwarnungen.
- 8:31Speaker 0: dafür braucht es eben eine Mobilfunkverbindung oder immer ein Wähler.
- 8:37Speaker 1: Österreich ist quasi europäischer Vorreiter mit dieser App.
- 8:40Speaker 1: Wie ist es überhaupt zu diesem Projekt gekommen?
- 8:43Speaker 1: Warum hat man sich gedacht, wir brauchen jetzt für die Warnung der Bevölkerung eine App?
- 8:50Speaker 0: Ja, es gibt ja für alle möglichen Dinge Apps wie gesagt haben die alt bewährten klassischen Waren und Alarmsysteme und es gibt sehr viele Apps eben von Versicherungen, Wetterdiensten und dergleichen.
- 9:06Speaker 0: Und ich glaube, wichtig ist auch, dass den Bürgerinnen und Bürgern ein Produkt angeboten wird.
- 9:14Speaker 0: Wo sie genau wissen, woher stammen die Quellen nach?
- 9:18Speaker 0: einerseits wie verlässlich sind diese Informationen?
- 9:21Speaker 0: Ich habe es bereits angesprochen, die kommen von den staatlichen Einrichtungen oder von Einrichtung, die für die öffentliche Hand, für den Staat, für die Länder, Und darüber hinaus ist es auch wichtig meines Erachtens zu wissen, wie wir an meine Daten verarbeitet.
- 9:42Speaker 0: Datenschutz, Datensicherheit – das ist ein ganzer, ganzer wichtiges Thema bei allen Anwendungen und der Vorteil meines Äachenten liegt darin, dass es keinen kommerziellen Hintergrund gibt.
- 9:55Speaker 0: also der Betreiber ist nicht auf Gewinn ausgerichtet.
- 9:58Speaker 0: Es gibt keine Werbung sie ist auch nicht kostenpflichtig.
- 10:04Speaker 0: übertragenen Daten sind verschlüsselt und die Daten, die gespeichert werden müssen – damit gewisse Funktionalitäten hier auch funktionieren – wären in entsprechenden zertifizierten und autierten Rechenzentren in Österreich gespeicher.
- 10:20Speaker 0: Das heißt wir wissen ganz genau, wo unsere Daten gespeICHert werden.
- 10:24Speaker 0: Die werden nicht in China, Russland oder USA gespeCHert und ich glaube das ist ein wesentlicher Faktor der für diese abspricht.
- 10:32Speaker 1: Wie ist das Interesse in der Bevölkerung bisher für die App bzw.
- 10:36Speaker 1: was würden Sie der Bevölkerungsraten?
- 10:40Speaker 0: Ich hoffe, dass es in der Esse groß ist und wir haben jetzt noch keine Unfreiheit gemacht.
- 10:45Speaker 0: Wir sehen, dass die Anzahl der Nutzer sukzessive steigt.
- 10:48Speaker 0: Das bewerten wir sehr positiv.
- 10:50Speaker 0: Wichtig ist natürlich, dass der App auch laufend beworben wird, dass er sich ja auch in der Praxis bewährt Und wir wollen die App natürlich auch weiterentwickeln.
- 11:00Speaker 0: Das ist jetzt nochmal mein erster Stand, ich glaube dass da wahrscheinlich noch Funktionalitäten dazukommen und wie gesagt der große Mehrwert ist diese individuelle Krisenvorsorge.
- 11:13Speaker 0: Ich kann in der App wenn ich meine Daten anlege auf meine individuellen Wohn- und Haushaltssituationen eingehen Und das ermöglicht eine ganz gezieltere und bessere Vorbereitung, als dass sonstige herkömmliche Folger oder Broschüren können.
- 11:34Speaker 1: Vielen Dank für die Einblicke!
- 11:37Speaker 1: Sicher informiert im Krisenfall mit der Ziva-App für alle, die Sie noch nicht da angelodet haben überall im App Store nämlich auch zum Downloads.
- 11:47Speaker 1: Und das war noch eine Folge am Ballhorstplatz, den Podcast des österreichischen Bundeskanzlers überall dort nachzuhören.
- 11:54Speaker 1: US-Podcast.
- 11:55Speaker 1: Vielen
- 11:56Speaker 0: Dank!