Latest / Gegen den Strom / „Wir wollen ein Volk der guten Nachbarn sein“ – Albrecht Müller über Krieg, SPD und verlorene Vernunft
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- 0:00Sollten Kriegstüchtig werden. Das fordert jemanden heraus, der
- 0:04mit Sozialdemokraten gelebt und gearbeitet hat, von denen zum
- 0:08dieser Satz stand, wir wollen ein Volk der guten Nachbarn
- 0:11sein. Nach dem Krieg haben ganz viele
- 0:13Deutsche gesagt, nie wieder Krieg, das war so, so die erste
- 0:16Nachkriegsparole Adenauer hat in den 50er Jahren die Deutsche die
- 0:20Öffentlichkeit umgedreht, von nie wieder Krieg hin zur
- 0:24Wiederaufrüstung, nach meinem Eindruck gäbe es immer noch hier
- 0:27bei uns eine Mehrheit von Menschen, die dafür führt, zu
- 0:30gewinnen wären zu sagen, wir wollen auch Frieden mit
- 0:33Russland, warum sollen wir den den Frieden nur mit Frankreich
- 0:36haben und mit Belgien und all den anderen Ländern im Westen,
- 0:39mit denen wir früher auch Kriege geführt haben, trotz Trumps
- 0:43freundlicher Politik gegenüber Russland es für sinnvoll halten,
- 0:47dass wir uns aus der US Umklammerung in Europa lösen.
- 1:01Gegen den Strom zur Person Hallo, bei gegen den Strom.
- 1:07Wir zeigen Ihnen Positionen und Perspektiven, welche die
- 1:12Propagandamedien verschweigen. Mein heutiger Gesprächspartner
- 1:17übersieht fast ein ganzes Jahrhundert, er gehört zu den
- 1:20Menschen, die den Zweiten Weltkrieg noch erlebt haben,
- 1:23wurde politisiert in der evangelischen Jugend.
- 1:26War später Redenschreiber des Wirtschaftsministers Karl
- 1:31Schiller, Leiter der Planungsabteilung im Kanzleramt
- 1:36unter Bundeskanzler Willy Brandt, SPD,
- 1:39Bundestagsabgeordneter und Gründer und Herausgeber der
- 1:44NACHDENKSEITEN. Willkommen Albrecht Müller.
- 1:46Guten Tag. Du hast ein neues Buch
- 1:48geschrieben. Es ist dieses Buch.
- 1:50Wir wollen ein Volk der guten Nachbarn sein, Lehren und
- 1:55Notizen aus einem langen. Ein Leben, wenn man dieses Leben
- 2:00überschaut und die zentrale Lehre in einem Satz
- 2:03zusammenfassen möchte. Wie würde er lauten?
- 2:07Ja, da kann ich zitieren. Ich weiß nicht, wer es war,
- 2:10Einemann oder Brand, Frieden ist nicht alles, aber ohne Frieden
- 2:15ist alles nichts. Und das spielt ne große Rolle in
- 2:18deinem Leben, weil du den Zweiten Weltkrieg noch erfahren
- 2:22hast. Ja, es.
- 2:26Ist erstaunlich, dass ich mich noch so gut erinnere, aber ich
- 2:29erinnere mich wirklich an die letzten letzten Kriegsjahre,
- 2:33wahrscheinlich an die Zeit ab 1943 ich bin 38 geboren, also
- 2:37mit 5 Jahren ist es bei vielen Menschen so, dass sie sich noch
- 2:42an diese Zeit erinnern, und ich erinnere mich an an die
- 2:45Bombenangriffe auf Mannheim und auf Heilbronn, beide Städte
- 2:50liegen. Ungefähr 40 Kilometer von meinem
- 2:54Heimatdorf entfernt und ich erinnere mich sogar an die die
- 2:58Bombenangriffe in Würzburg, Bruchsal in Pforzheim.
- 3:01Ich erinnere mich deshalb dran, weil nach einem solchen
- 3:05Bombardement der Himmel rot aufleuchtete, also die 40
- 3:11Kilometer von uns nach Heilbronn machten überhaupt nichts aus,
- 3:16die Entfernung, man sah den leuchtenden Himmel und genauso
- 3:20über den anderen Städten. Und das hab ich noch voll voll
- 3:24bei mir drin sozusagen, aber sehr viel konkreter wurde das
- 3:30Kriegsleitern dann dadurch, dass da die die Väter von 4 Cousinen
- 3:39und einem Cousin waren, nicht mehr am Leben einer ist 1943 in
- 3:44Russland gefallen, n anderer ist an Verletzungen.
- 3:48Bei uns zu Hause 1945 gestorben. Also es gab durchaus markante
- 3:53Einschnitte im Familienleben, wir saßen da eng beisammen, also
- 3:59die Frau des einen Gefallenen 43 war meine Patentante und die
- 4:05Cousinen waren alle in der gleichen Altersgruppe, deshalb
- 4:09hatten wir auch viel miteinander zu tun, bis heute übrigens, und
- 4:13das. Deshalb ist diese dieses
- 4:17Kriegsleid, was dieser Familie, dieser verwandten Familie
- 4:20angetan worden ist. Das ist bei mir auch sehr meine
- 4:23sehr sichtbar gewesen, sehr. Ich hab das Mitgespürt
- 4:26sozusagen, das war war ein, und dann kamen die Flüchtlinge und
- 4:33die Vertriebenen und mein, meine Eltern haben ein offenes Haus
- 4:38gepflegt, das heißt? Sie waren auch offen für Leute,
- 4:42die halt auf der Straße waren und dann bei uns landeten.
- 4:48Und das waren ganz Verschiedenes, waren also
- 4:50solche, die 2 kamen, aus Brünn getrennt voneinander.
- 4:54Die eine wartete auf ihren Sohn, die andere war ohne
- 4:59irgendwelchen Anhang, dann haben meine Eltern ein Pflegekind
- 5:03aufgenommen, eine 5 Jahre ältere oder 4 Jahre ältere, 5 Jahre
- 5:08ältere. Das Mädchen, die auch aus aus
- 5:12dem Osten kamen und ja, sowohl die eine Frau, die ich auch sehr
- 5:18mochte, weil sie so so nett war, so pummelig und die wartete halt
- 5:25auf ihren Sohn und er kam. Und dann studierte er und wurde
- 5:29Ingenieur. Also ich habe das da begleitet
- 5:31oder mitgekriegt bis zu dem, dass er halt in Eberbach dann
- 5:36einen guten Job bekommen hat. Also dieses dieses Leid der
- 5:40Flüchtlinge war ein in unserem Haus eine sichtbare Belastung.
- 5:49Ja, natürlich hab ich nicht darunter gelitten als junger
- 5:52Mensch, aber wir wussten alle, alle meine Geschwister und ich
- 5:56wussten, was Krieg bedeutet auch.
- 5:59Dadurch, dass diese Menschen halt so gelitten haben.
- 6:02Wenn sich diese Bilder eingebrannt haben, was geht da
- 6:06in dir vor, wenn sozialdemokratische Politiker
- 6:09wie Boris Pistorius heute von Kriegstüchtigkeit.
- 6:12Reden ja, diese diese Äußerung von Boris Pistorius war mitten
- 6:18Anlass dafür, dass ich dieses Buch noch geschrieben hatte.
- 6:21Ich hatte eigentlich keine Lust mehr, noch weiter Bücher zu
- 6:23schreiben, aber dass ein Sozialdemokrat.
- 6:26Verkündet, wir sollten Kriegstüchtig werden.
- 6:29Das fordert jemanden heraus, der mit Sozialdemokraten gelebt und
- 6:35gearbeitet hat, von denen zum dieser Satz stand, wir wollen
- 6:38ein Volk der guten Nachbarn sein, das ist ja ein Zitat aus
- 6:42der Regierungserklärung Willy Brandts von 1969, als er zum
- 6:47ersten Mal zum Bundeskanzler gewählt wurde, da war das die
- 6:50Weg, die außenpolitische Wegweisung.
- 6:54Ist überhaupt interessant, sich an solchen Parolen mal zu
- 6:57orientieren. Also dass wir wollen ein Volk
- 6:59der guten Nachbarn sein, das war, wie die Brands
- 7:01Regierungserklärung im Oktober 1969 wenige Jahre vorher hatte
- 7:09er zusammen mit Egon Bahr bei einer Tagung der Evangelischen
- 7:13Akademie in Tutzing verkündet, Wandel durch Annäherung, das ist
- 7:18eine weitere Parole gewesen. Und wenn das nicht langweilt,
- 7:22gehe ich noch ein bisschen weiter zurück.
- 7:24Ja, das in nach dem Krieg haben ganz viele Deutsche gesagt, nie
- 7:30wieder Krieg, das war so die erste Nachkriegsparole, dann hat
- 7:34aber Adenauer 1950 begonnen mit den Alliierten darüber zu
- 7:42sprechen, dass Deutschland wieder aufgerüstet werden
- 7:45könnte, das hat. Hat man, haben wir vorher nie
- 7:49gedacht, also meine Eltern nicht.
- 7:51Und sonst? Wie hatten die Nase voll von
- 7:53Kriegen, also deshalb auch dieses nie wieder Krieg und dann
- 7:56hat Adenauer aber anders entschieden und hat die Parole
- 8:02ausgegeben, alle Wege des Marxismus führen nach Moskau,
- 8:08der Spruch alleine reicht noch nicht um um das schlimme dieses
- 8:14Plakate sichtbar zu machen. Der Spruch war auf einem Plakat,
- 8:18in dem ein Sowjetsoldat mit mit ganz schrecklichem Blick und
- 8:24einer solchen Mütze abgebildet war.
- 8:26Und da oben dann Hammer und Fische, und es war also eine
- 8:32richtiges Propaganda, Medium auch sehr wirksam.
- 8:36Adenauer hat in den 50er Jahren. Die Deutsche, die Öffentlichkeit
- 8:41umgedreht, von nie wieder Krieg hin zur Wiederaufrüstung.
- 8:45Und er hat dabei seinen damaligen Innenminister
- 8:49hintergangen. Ja, er hat das ganze Kabinett
- 8:52hintergangen und einer, der sich das hat nicht gefallen lassen,
- 8:55war Gustav Heinemann, der spätere Bundespräsident.
- 8:59Und Gustav Heinemann ist dann hat schon 1950 dagegen
- 9:02protestiert, ist dann. 50 oder 52 zurückgetreten?
- 9:08Ich glaube 50 schon als Innenminister und CDU Mitglieder
- 9:13war Mitgründer der Rheinischen CDU und ist da ausgeschieden und
- 9:17hat dann seine eigene Partei gegründet, die Gesamtdeutsche
- 9:21Volkspartei. Das war eine ziemlich
- 9:24evangelische Partei, ein bisschen katholisch, aufgenordet
- 9:27noch mit einer Frau, Wessels hieß sie.
- 9:33Und das war die erste Partei, für die ich Werbung gemacht habe
- 9:37und und Plakate geklebt habe. Zusammen mit meinen Brüdern.
- 9:42Da war ich noch ganz jung, 15 oder sowas und dann und die GVP
- 9:46hat 1953 nur ganz wenige 2% oder kurz über 2% gewonnen, so
- 9:53wirksam war diese alle Wege des Marxismus führen machen muss.
- 9:58Wirksam für dich oder eine Wirkung auf dich hat aber eine
- 10:02Rede. Von Gustav Heinemann entfaltet
- 10:06ich glaube aus dem Jahr 1953 um was ging es da?
- 10:10Nein, die Rede ist von später und mich auf mich gehört hat
- 10:14schon dieser dieser Streit zwischen Heinemann und und
- 10:18Adenauer gewirkt. Also das die Rede kam erst
- 10:21hinterher 1958 oder 57 und war eine Art von analytischer Replik
- 10:28Heinemanns auf. Die gemeinsame Zeit mit
- 10:31Adenauer, einer Abrechnung, wenn man sie will.
- 10:34Und wie hat er abgerechnet? Ja gut, er hat beschrieben,
- 10:37nehme ich mal eine der wichtigsten Sachen.
- 10:39Er hat beschrieben wie Adenauer durch seine Politik der
- 10:43Wiederbewaffnung jegliche Möglichkeit die es gab, die
- 10:52Vereinigung der beiden Teile Teile Deutschlands damals schon
- 10:55wieder zu erreichen. Beschädigt hat und unmöglich
- 11:02gemacht hat. Das, das war eine ganz, ich
- 11:07nenne es Gaunerstück von von Adenauer.
- 11:13Es war wirklich eine ganz üble Geschichte.
- 11:17Adenauer hat kalkuliert so, das ist meine Version, meine Analyse
- 11:22hat kalkuliert, dass die CDU. Dann eine Mehrheit in
- 11:31Deutschland behält, die hat sie ja schon 1949 gekriegt und sie
- 11:38wird es behalten, wenn die beiden Teile Deutschlands nicht
- 11:41vereinigt werden, wenn also nicht ein hoher Anteil von
- 11:44Protestanten aus Mitteldeutschland mit dazu
- 11:48kommen. Es war eine ganz nüchterne
- 11:51Kalkulation, er und seine CDU behalten die Mehrheit dann.
- 11:57Wenn die mehrheitlich protestantische Bevölkerung in
- 12:02ostdeutschen Ländern Brandenburg, Mecklenburg
- 12:04Vorpommern, Thüringen und so weiter wenn die nicht
- 12:08zusammenkommen mit dem Westen, und deshalb hatte er keine
- 12:12Interesse an der an der Wiedervereinigung.
- 12:14Und die Möglichkeit hätte es ja gegeben von sowjetischer Seite.
- 12:17Damals gab es vernünftige Leute in in Moskau öfter mal, die
- 12:23haben. Durchaus gesehen, dass das ein
- 12:26Prüferfass ist, wenn die beiden Teile getrennt sind.
- 12:29Und die haben 1952 und auch 1954 angeboten, dass man sich
- 12:35verständigt und man kann ja im Falle Österreichs sehen, dass
- 12:38das funktioniert hat. Österreich war auch in 4
- 12:41Besatzungszonen aufgeteilt und besetzt und dann haben die sich,
- 12:46wenn ich recht mich erinnere, 1954.
- 12:50Darauf verständigt, dass alle abziehen, also die ganzen
- 12:57westlichen und die Sowjetunion auch und Österreich vereinigt
- 13:01wird auf das Gebiet, was sie jetzt bis heute immer noch
- 13:05haben. Ja, und für Deutschland hätte
- 13:08man ähnliches halt machen können, das diese Option gab es
- 13:12eben im Jahre 252. Und 54 und Adenauer hat das
- 13:17zunichte gemacht und aus meiner, aus meiner Sicht aus ganz
- 13:20egoistischen, parteipolitisch egoistischen Gründen.
- 13:24Er war zufrieden mit dieser West Westdeutschen, katholisch
- 13:30mehrheitlich bestimmten Bundesrepublik, und das andere
- 13:33interessiert ihn wenig. Mich wundert nur, dass so wenige
- 13:36DDR Bürger erkennen, was für einen Gauner sie in Konrad
- 13:40Adenauer hatten und überhaupt nicht den großen Bundeskanzler.
- 13:45Der auch ihr wohl im Sinne hatte.
- 13:47Das hatte er nicht, das würde ich nach dem, was ich
- 13:50recherchiert habe und was ich erfahren habe, festhalten
- 13:54wollen. Konrad Adenau war nicht der
- 13:57Bundeskanzler. Der Mehrheit der Deutschen und
- 14:00schon gar nicht jener, die in der DDR gelebt haben.
- 14:03Es gab eine Bedingung von Moskau, nämlich ein neutrales
- 14:07Deutschland. Deutschland sollte nicht einem
- 14:10westlichen Militärbündnis der Nato beitreten, auch das hat
- 14:14Adenauer hintertrieben. Es ging nicht nur darum, dass
- 14:17wir in die Nato kommen, sondern er hatte noch eine weitere
- 14:21Forderung damit verbunden, dass in Osteuropa, das neu geordnet
- 14:26wird. Er hat also auch gleich gedacht.
- 14:28Dass Polen und die Tschechoslowakei und Ungarn aus
- 14:33dem Machtbereich der Servil Lunjor noch herausgelöst werden
- 14:38sollen, und das ist natürlich ne ne unglaublich weitgehende
- 14:42Forderung und Vorstellung gewesen, die kann man haben,
- 14:45aber dann kann man nicht erwarten, dass der Partnerordner
- 14:50Kontrahent im Osten dazu bereit ist und die waren halt nicht
- 14:54bereit zu diesem diesem Deal. Also das hat ja n Vorgänger.
- 15:00Also Adenauer war ja nicht der Einzige, der diese dieses diese
- 15:04Ausdehnung nach Osten damals propagiert hat.
- 15:08Es gab einen US amerikanischen Außenminister, wenn ich recht,
- 15:13wie es Hawaiis hieß, der Dallas, der diese Ausdehnung nach Osten
- 15:19auch propagiert hat, ja, und Adenauer hat sich gegeben, wenn
- 15:22man so will angeschlossen und das war aber wiederum für die.
- 15:26Für diese 1000000 kein gangbarer Weg und deshalb haben die es
- 15:30abgelehnt. Und daran ist dann auch die
- 15:32deutsche Einheit gescheitert und all die Filme, die 17000000
- 15:36Deutschen, denen wir Päckchen geschickt haben und denen wir
- 15:38jeden Weihnachten Tränen die Tränen hinterher haben fließen
- 15:42lassen, die hätten viel besser leben können, wenn wir auf
- 15:46westlicher Seite in der praktischen Politik vernünftig
- 15:51gewesen wären und diesen Frieden und.
- 15:55Wir wollen ein Volk der guten Nachbarschaft auch gegenüber der
- 15:58Weltwunden und damals schon gelebt hätten.
- 16:00Eine eines der wenigen verbindenden Elemente zwischen
- 16:04Deutschen Ost und Deutschen West waren die Kirchentage.
- 16:09Du bist ja in der evangelischen Kirche politisiert worden,
- 16:13welche Rolle spielten die Kirchentage hier?
- 16:16Ja gut, ich kann jetzt nur von konkreten Kirchentagen sprechen.
- 16:21Der, an den ich mich am meisten erinnere und der auch zentral
- 16:25zeitlich zentral lag, war der Evangelische Kirchentag in
- 16:29Hamburg. 1953 da war ich erst 15 und meine Eltern ließen mich per
- 16:36Anhalter nach Hamburg fahren, was ich in meinem Enkel oder so
- 16:42nicht so gerne machen würde, aber wir haben das damals
- 16:45gemacht und. Wir waren in Hamburg und dort
- 16:48waren in der damaligen Zeit 1953, waren die evangelischen
- 16:53Kirchenlage auch die katholischen, wahrscheinlich
- 16:57Begegnungen für Menschen aus Westdeutschland und
- 16:59Ostdeutschland, also die die Leute aus der DDR konnten damals
- 17:05noch frei nach Hamburg reisen und wieder zurück, was die
- 17:09meisten gemacht haben. Sicher sind auch einige hier
- 17:11geblieben, aber es war damals noch eine.
- 17:14Eine wirklich super Möglichkeit sich zu treffen und dort haben
- 17:17wir uns halt mit mit vielen Leuten aus dem Osten getroffen
- 17:21und Freundschaften geschlossen. Also ich bin wahrscheinlich
- 17:24einer der wenigen Westdeutschen der Ferien in Ostdeutschland
- 17:29gemacht hat als junger Mensch, also 1957, also mit mit 19 habe
- 17:35ich in Brandenburg 4 Wochen Ferien oder 3 Wochen Ferien
- 17:38gemacht und später noch mal in Dresden bei dem gleichen Freund,
- 17:42der inzwischen. Assistent an der Dresdner
- 17:45Technischen Hochschule geworden war.
- 17:47Und die Freundschaft hat halt gehalten und da habe ich dann
- 17:50auch bei denen Ferien gemacht. Wahrscheinlich könnte ich in
- 17:55einem Wettbewerb der einzigen 200 Westdeutschen übertreibe,
- 18:01jetzt ein bisschen teilnehmen, die so was gemacht haben.
- 18:05Wenn du mal vergleichst, die Kirchentage damals, der
- 18:07Hamburger Kirchentag und Kirchentage heute, was ist
- 18:11anders? Ja, das kann ich nicht
- 18:13beurteilen, weil ich heute nicht mehr da bin.
- 18:15Aber du liest Zeitung und Du liest was von Kirchenseite
- 18:21geäußert wird, beispielsweise mit Blick auf den Krieg in der
- 18:24Ukraine. Ja gut, das lese ich auch,
- 18:27unabhängig von Kirchentagen und interessiert mich dann schon,
- 18:31was die Kirchen zu einem solchen Konflikt sagen.
- 18:34Und da bin ich halt tief enttäuscht und ziehe auch meine
- 18:37Konsequenzen daraus aus dieser Enttäuschung.
- 18:40Und die sind. Ja, dass ich nicht mehr
- 18:42dazugehöre. Du bist dann
- 18:45Wirtschaftswissenschaftler geworden, hast an der
- 18:47Universität München studiert und von da aus führte der Weg ja zu
- 18:54Wirtschaftsminister Karl Schiller und in die
- 18:56sozialliberale Koalition hinein. Wie lief das?
- 19:01Also dieses Studium in München war sehr bedeutsam in vielerlei
- 19:06Hinsicht. Auch auch fachlich sachlich,
- 19:09aber das ist wahrscheinlich etwas schwierig in so einem
- 19:11Interview sichtbar zu machen, woran da das Besondere lag.
- 19:16Ich kann es nur mal so ein bisschen andeuten, also wenn ich
- 19:20dich fragen würde, was ist wichtig, sind
- 19:26Zahlungsbilanzüberschüsse eine gute Sache.
- 19:32Da würde ich sagen Nein. Würdest zahlen?
- 19:34Nein, weil du was ungelesen hast und.
- 19:35Nicht unbedingt, nein, ich habe auch natürlich mich mit Ökonomie
- 19:39befasst, sondern eine ausgeglichene Zahlungsbilanz.
- 19:41Also scheint. Ja, Sinn zu machen.
- 19:43Ah ja, das ist schon eine sehr kluge Antwort.
- 19:47Moment. Die meisten Leute, die meisten
- 19:50Leute würde ich jetzt mal behaupten, sind immer noch
- 19:53sagen, wenn wenn der Zahlungsbilanzsaldo positiv ist,
- 19:57dann ist das doch wunderbar und wir haben.
- 20:03Unter dem Einfluss von Ökonomen, die über diese Frage nachdenken.
- 20:11Dazu gehörte vor allem ein US Amerikaner mit dem Namen James
- 20:16That with Meet, der ein Buch geschrieben hat, 2 Bänden
- 20:19Trading Value, die habe ich auch hier unten stehen immer noch,
- 20:22der hat da auseinanderklamüsert warum es überhaupt warum man
- 20:29lernen muss in sogenannten. Realen Größen zu denken und
- 20:35nicht in monetären Größen zu denken.
- 20:37Ich weiß nicht, ob ich das jetzt hier in diesem Interview klar
- 20:40machen kann, aber es war eine ganz entscheidende Erkenntnis zu
- 20:44sagen, uns interessiert, was wir real erreichen, oder man kann es
- 20:51auch Flapsiger sagen, wir essen keine Dollars, wir essen
- 20:58Bananen, ja, also wir haben kein Interesse an einem Überschuss
- 21:02und. Devisen anzuhäufen und um diesen
- 21:06Überschuss Devisen anzuhäufen. Wir haben Interesse daran, dass
- 21:10wir gut versorgt sind und dass wir etwas zu essen und zu
- 21:13kleiden und zu Euphäen zu machen haben, also die realen Vorteile,
- 21:17das war ein ein wichtiger wichtiger Lernschritt, der bei
- 21:22mir in bei diesem Studium in München möglich war also und
- 21:27kann. Mit mit Freuden zitiere ich den
- 21:30Menschen, der das, wie der hieß, der heißt Professor Doktor Hans
- 21:34Möller übrigens, der der Sohn eines Kunstmalers aus Berlin.
- 21:42Das ist mit erklärt ein bisschen, dass der so offen war
- 21:46für und nicht kein sturer Ökonomie Professor, bei dem habe
- 21:52ich also das gelernt, und dann fanden wir, aber wir, meine ich
- 21:57jetzt die. Assistenten Ich war dann
- 21:59Assistent bei ihm ab 19636263 für bis 1968, also
- 22:07wissenschaftlicher Assistent und die Kollegen dort und Studenten
- 22:12und Doktoranden. Wir fanden, dass die
- 22:15Wirtschaftswissenschaft doch zu wenig politisches politische
- 22:21Auswirkungen hat, also das, was wir erkennen oder erkannt haben,
- 22:24das. Das schien uns zu wenig wirksam
- 22:28zu haben und da da haben wir dann auch übrigens angestoßen
- 22:32durch ein besonderes Problem in der damals sehr expandierenden
- 22:35Stadt München, nämlich das Problem der steigenden
- 22:39Bodenpreise, der explodierenden Bodenpreise, haben wir einen
- 22:42wirtschaftspolitischen Club gegründet, WC nannten wir den
- 22:47etwas sehr komisch, aber der wirtschaftspolitische Club hat.
- 22:53Zum einen Papiere geschrieben unter anderem über diese
- 22:56Bodenpreisreform oder die Reform der Bodenrechte des Bodenrechts
- 23:06mit der Kernforderung nach einer Bodenwertzuwachssteuer.
- 23:09Also wir wollten die, die die Grundstückspreissteigerung, die
- 23:14stattfinden, die wollten wir teilweise wegsteuern und das
- 23:19sollte eine regulierende Funktion haben.
- 23:22Und dann haben wir auch die Bundesbank kritisiert.
- 23:28In der damaligen Zeit, die aus unserer Sicht viel zu sehr im
- 23:31monetären Denken verhangen war und viel zu wenig dieses vorher
- 23:35schon geschilderte Denken in realen Größen im Blick hatte.
- 23:40Und die haben wir also auch in Papier kritisiert, und dann
- 23:44haben wir einen noch ein Forum gegründet an der Uni in München,
- 23:48haben 4 Veranstaltungen pro Semester gemacht.
- 23:52Eine völlig private Vereinigung und unser Chef, der Professor
- 23:57Möller, hat halt geholfen, dass wir da einen Raum bekommen.
- 24:00Und wir haben mit diesem Forum den zweitgrößten Hörsaal der Uni
- 24:04München gefüllt damals. Es ist zwar eine tolle, tolle
- 24:07Sache und einer derjenigen, die wir dabei eingeladen hatten, war
- 24:11Klaus Dieter Arndt, der war damals Parlamentarischer
- 24:15Staatssekretär bei Schiller. Und Klaus Dieter Arndt Klaus
- 24:19Dieter Arndt war so Weg, war so beeindruckt von diesem Zirkel.
- 24:25Ich sehe ihn noch, wie wir abends in der Kneipe in München
- 24:27zusammen saßen und der also einfach erstaunt war, was, was
- 24:32da sich zusammengefunden hatte, dass er dann am nächsten Tag bei
- 24:37mir anrief. Ich war der Sprecher dieses
- 24:38wirtschaftskritischen Clubs und fragte, ob da nicht einer von
- 24:42uns reden schreiben könne. Für seinen Minister.
- 24:46Und das war Karl Schiller. Das war Karl Schiller.
- 24:48Und dann habe ich rumgefragt, ich wollte ja jetzt nicht jetzt
- 24:53gleich persönlich zupacken, sondern hab rumgefragt und dann
- 24:57meldete sich außer mir noch ein anderer.
- 25:00Ich war dazu bereit, weil ich es spannend fand, das zu machen,
- 25:05und der andere hieß Uli Pfeiffer.
- 25:08Der war gerade vorher kurz als Assistent nach Berlin gewechselt
- 25:11und Ulli Pfeiffer bewarb sich auch.
- 25:14Und dann sind wir, haben wir ein Auswahlverfahren vor Ort erstmal
- 25:19gemacht, also er musste erstmal nach Bonn und ich blieb in
- 25:23München und Herbert Ehrenberg, der war damals
- 25:26Unterabteilungsleiter, später war der mal Minister in Bonn,
- 25:30und Herbert Ehrenberg traf sich mit mir und dann sind wir aber
- 25:33auch zu dem Minister nach Bonn, und dann hat er entschieden.
- 25:37Dass er gleich beide haben will, also ursprünglich war ja einer
- 25:41ausgedacht und dann waren wir beide plötzlich der Hinschreiber
- 25:45in Bonn. Und mit diesem Minister Karl
- 25:48Schiller kam ein frischer Wind in die Ministerien rein.
- 25:52Ich verbinde mit ihm nicht nur flotte Sprüche wie die Pferde
- 25:55müssen wieder saufen, sondern auch beispielsweise die
- 25:58konzertierte Aktion oder das magische Viereck.
- 26:01Worum ging es da? Also er hat.
- 26:05Etwas geleistet, was man erkennt, wenn man sich die
- 26:09Konstellation vorher so anschaut.
- 26:11In Deutschland hatten die Arbeitnehmerschaft und die
- 26:14Gewerkschaft wenig zu sagen, die die Große, die großen Konzerne
- 26:23und die Deutsche Bank hatten großen politischen Einfluss in
- 26:27der Adenauer Zeit und die Gewerkschaften hatten praktisch
- 26:31keinen, die Arbeitnehmerschaft damit auch nicht sehr viel und.
- 26:35Und Karl Schiller hat etwas geleistet, was beachtlich war.
- 26:40Er hat die zusammengebracht in der sogenannten Konzertierten
- 26:43Aktion, das, das war ein Gremium von eben Unternehmern,
- 26:51Arbeitgeberseite und Gewerkschaften,
- 26:53Arbeitnehmerseite und Wissenschaft und noch ein
- 26:57sonstige DHT und dergleichen waren all da zusammen, und da
- 27:03hat man die. Die wirtschaftspolitische Linien
- 27:06beraten in dieser konzertierten Aktion.
- 27:09Die hatte zumindest einen meinungsbildenden Einfluss auf
- 27:13das, was wirtschaftspolitisch gemacht worden ist.
- 27:15Und es öffnete den Gewerkschaften und den
- 27:20Arbeitnehmern den Zugang in die politischen Entscheidungen.
- 27:23Das war entscheidend bei bei dieser Tat von von Hans Karl
- 27:28Schiller, da kann ich allerdings natürlich nicht.
- 27:32Davon absehen, dass Karl Schiller dann ganz anders
- 27:35endete. Er ist ins konservative Lager
- 27:38abgewandert, hat mit Ludwig Erhard zusammen Reklame gemacht
- 27:42gegen seine eigene frühere Partei.
- 27:44So endete das bei ihm. Ein trauriges Ende, aber Karl
- 27:48Schiller hat natürlich auch Wert gelegt auf das magische Viereck.
- 27:51Wir haben vorhin über Geld gesprochen, dass es eben in der
- 27:54monetären Theorie vor allem um den Geldwert geht, und jetzt
- 27:58kamen neue Faktoren hinzu. Also das magische Viereck habe
- 28:01ich nicht mehr so in Erinnerung, aber es war Vollbeschäftigung
- 28:05und auch die Arbeitnehmereinkommen kamen als
- 28:07wichtige, wichtige Faktoren, als wichtige Eckpunkte und
- 28:12Zielpunkte in die wirtschaftspolitische Debatte.
- 28:14Völlig anders als das Neoliberale denken, das später
- 28:18Schule gemacht hat. Das war eine eine
- 28:20Zwischenperiode bei die mit Karl Schiller verbunden war.
- 28:26Das neoliberale denken, da müsste ich mich jetzt sehr
- 28:29anstrengen, wie das bei uns dann später reinkam.
- 28:34Kam ja dann mit Maggie Thatcher. Richtig.
- 28:36Und mit Ronald Reagan in den Vereinigten Staaten und wurde
- 28:41dann auch in Deutschland mit hat mehr und mehr Strahlkraft
- 28:45entfaltet. Das war nach deiner Zeit.
- 28:48Das war, das war nach meiner Zeit, das ist richtig, das hatte
- 28:51dann auch halt eine starke Wirkung, auch bis in den
- 28:55sozialdemokratischen Bereich. Also Gerhard Schröder war, war
- 28:58ja ganz stark auch davon geprägt und hat seine Politik daran
- 29:04orientiert, und wenn man so lässt sich will, jetzt ist es
- 29:07halt mit mit März auch wieder gang und gäbe, dass man auf
- 29:11diesen konservativen Linien denkt.
- 29:14Wie war der Weg ins Kanzleramt und zu Willy Brandt?
- 29:20Also ich war Redenschreiber, nur ein Jahr lang, ein gutes Jahr
- 29:29lang, also von Sommer 1968 im August habe ich angefangen, 1969
- 29:38war die Wahl, das haben wir schon, wir wollen ein Volk der
- 29:40guten Nachbarn sein, hier abgehandelt, und dann war
- 29:44Bundes, war Willy Brandt Bundeskanzler.
- 29:48Und ich bin dann 1970 oder 1969 schon im im November, Oktober,
- 29:58November gefragt worden vom damaligen Bundesgeschäftsführer
- 30:01der SPD, Wischnewski im Auftrag von Willy Brandt, ob ich nicht
- 30:08für die Öffentlichkeitsarbeit der Baracke, wie damals die SPD.
- 30:14Vorstand Führung genannt wurde, weil sie in der Baracke waren,
- 30:18also stationiert waren, in einer Baracke in Bonn.
- 30:21Ob ich nicht dorthin kommen wolle?
- 30:24Für mich war das sehr fremd und es haben auch Leute aus dem
- 30:30Ministerium in meiner meinem Umfeld, also bei Kalschiller,
- 30:34gewarnt, gewarnt davor, wie kann man von Kalschilla weggehen, um
- 30:39in der Baracke zu arbeiten, das. War vielen nicht verständlich,
- 30:44ich habe es trotzdem gemacht. Ich bin dann bei Wischnewski
- 30:48halt für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig
- 30:51gewesen und das war eine tolle Herausforderung, muss ich sagen.
- 30:55Einmal machte es Spaß für Willy Brandt zu arbeiten, er war ja
- 30:59der spitzenfigur, Bundeskanzler und Parteivorsitzender.
- 31:05Und es war eine Herausforderung, aus vielerlei Gründen, weil so
- 31:09viel im Arden lag. Also damals hatte die SPD schon
- 31:14fast 1000000 Mitglieder, und es gab keine
- 31:19Kommunikationsmöglichkeit zwischen Zentrale und diesen
- 31:24Mitgliedern, das muss man sich mal vorstellen, nicht einmal zu
- 31:27den Ortsvereinen, die die die Träger der.
- 31:32Meinungsbildung auf unterer Ebene sind nicht mal zu diesen
- 31:36Ortsfeinden gab es eine direkte Verbindung über ein Blatt oder
- 31:40über eine heute würde man sagen über ein Internetverbindung.
- 31:46Damals wurde das schriftlich gemacht in der Regel und dann
- 31:50haben habe ich mich mit meinem meinem ersten Angestellten, also
- 31:55es gab auch wenig Angestellte, es gab.
- 31:58Einen habe ich der Personalabteilung der Stadt Bonn
- 32:01abgeworben. Das war sehr, sehr, sehr toll in
- 32:07Axel Rolf, so heißt er, und wir haben uns dann ausgedacht, was
- 32:12man machen könnte, um die Ortsvereine zu erreichen, und
- 32:18kamen auf die Idee, dass. Dass das Vierzehntägige ein
- 32:22Plättchen an die gehen sollte, von 2 oder 4 Seiten und nur
- 32:27Fakten und nur mit so kurzen Absätzen an die Menschen
- 32:33rankommen soll. Und es war, wir haben klar
- 32:36gesehen, also ein Ortsvereinsvorsitzende SPD ist
- 32:40ja nicht jemand, der im Sessel hockt, sondern das waren damals
- 32:43in der Regel irgendwelche Facharbeiter.
- 32:46Die daneben her noch ihre politische Arbeit leisteten und
- 32:51die brauchten, brauchten Fakten und kurze Informationen für ihre
- 32:56politische Arbeit. Und das haben wir Ihnen mit
- 32:59diesen. Intern geliefert und das war
- 33:02wichtig, weil es ging um neue Politikansätze wie
- 33:05beispielsweise die neue Ostpolitik.
- 33:08Eben das war wegen der Ostpolitik notwendig.
- 33:11Es war aber auch wegen der Wirtschaftspolitik und der
- 33:14Sozialpolitik und der. Wichtigkeit der sozialen
- 33:18Absicherung wegen alledem war das Ungeheuer wichtig, und das
- 33:23hat funktioniert. Und intern gibt es übrigens
- 33:25heute noch, wenn auch etwas anderes gemacht, aber Bettel ist
- 33:29immer noch da. Und da wurde innenpolitisch ein
- 33:32Fenster geöffnet, weil auch die Industrie Arbeitskräfte brauchte
- 33:37und Qualifikation, Weiterbildung, Ausbildung wurde
- 33:42auf neue Beine gestellt. Das Schulsystem wurde
- 33:44beispielsweise geöffnet. Also ich bin beispielsweise
- 33:47durch dieses sozialdemokratische Bildungsfenster geschlüpft.
- 33:50Ja gut, das war einer der wichtigen Schachzüge oder der
- 33:55wichtigen programmatischen Punkte der SPD, dass dass die
- 34:00weiterführenden Schulen auch für Arbeiterkinder, so hat man
- 34:05damals gesagt, also so viele gab es dann auf dem ländlichen Raum
- 34:08nicht, aber dass auch die einen Zugang haben sollten.
- 34:11Das kannte ich von zu Hause aus, wo mein Vater kommt, aus dem
- 34:14Bauernhaus. Aber er war immerhin dann
- 34:15Kaufmann und bei uns war es halt so, als noch bis zu mir mal bei
- 34:20meiner 2 Jahre später war es schon ein bisschen besser bis zu
- 34:23mir, da sind nur Kinder aus vielleicht 5 Familien im Dorf
- 34:31nach Heidelberg zur Weiterführung der Schule
- 34:34gegangen und später dann zur sind nach Sinsheim, das war sehr
- 34:38begrenzt und. Durch diese neue Politik wurde
- 34:43das dann geöffnet und das war ein ganz riesengroßer, ein
- 34:47Riesenfortschritt, der die soziale Veränderung auch sehr
- 34:52betrieben und begleitet. Hat Riesenfortschritte auch in
- 34:56der Außenpolitik. Denk an die Aussöhnung mit Polen
- 34:59und Willy Brandt hat sich programmatisch auch mehrfach
- 35:03geäußert. Wir wollen ein Volk der guten
- 35:06Nachbarn sein. Frieden ist nicht alles, aber
- 35:09ohne Frieden ist alles nichts. Das waren die neuen Ansätze.
- 35:13Die neuen Ansätze haben dazu geführt, dass wir damals eine
- 35:18Atmosphäre zwischen Westen, Westdeutschland und
- 35:23Ostdeutschland, zwischen Westen und.
- 35:26Russland geschaffen haben, die man sich heute überhaupt nicht
- 35:29mehr vorstellen kann. Und deshalb, weil dieser
- 35:32Unterschied so groß ist, bin ich nah an diesem Thema so dran.
- 35:36Ich will nur mal kurz schildern, ja, also wir hatten in Bonn, da
- 35:44gab es ja schon, gab ja schon Botschaft, es gab Botschaften
- 35:47der UD SSR in Deutschland, das. Diese Botschaft in Bonn war am
- 35:53Rheinufer etwas südlich von Bonn, das aber nur zur
- 35:57Markierung. Und dort arbeiteten die, dass
- 36:03wir waren im Westen integriert und im Westen zugehörig, aber
- 36:06diese Botschaft gab es, und eines, als die Ostpolitik so
- 36:13richtig begonnen wurde, die entschieden wurde, meldete sich
- 36:16eines Tages. Ein Legationspfad der russischen
- 36:20Botschaft und bei mir am Telefon fragte, ob er mal vorbeikommen
- 36:26könne und klar, und dann kam er. Ich weiß noch, wie er hieß,
- 36:30Abraschkin und Abraschkin hat dann gesagt, er müsse, er sei
- 36:37dafür zuständig, nach Moskau zu melden, immer wieder regelmäßig,
- 36:43wie die Deutschen die Ostpolitik sehen.
- 36:46Ob die Ostpolitik bei uns nach wie vor eine Mehrheit hat und ob
- 36:50sie von den Menschen aufgenommen wird, hab ich sofort verstanden
- 36:55und hab ihm gesagt, klar könne er kommen.
- 36:59Er kam zu mir, weil ich als Leiter der Abteilung
- 37:01Öffentlichkeitsarbeit auch zuständig war für Umfragen und
- 37:05deshalb hat er mit Recht angenommen, dass ich eine
- 37:07Überblick hätte, über die die Umfragen und dann kam der so
- 37:10alle 6 Wochen. Etwa, und ich habe ihm halt dann
- 37:15skizziert, meist habe ich halt die schlechten Sachen
- 37:21weggelassen, weil mir es darauf ankam, dass die ein Gutes, ein
- 37:26optimistisches Bild von der Verständigungswilligkeit des
- 37:29deutschen Volkes haben. Aber es gab auch gar gar keine
- 37:33ganz negativen Sachen, gab es nicht, die Menschen sind ja
- 37:36mitgegangen bei dieser Ostpolitik.
- 37:38Die Ostpolitik hatte eine Mehrheit, und das hat auch.
- 37:42Beigetragen dazu, dass die SPD kurze Zeit darauf ihr bestes
- 37:47Wahlergebnis eingefahren. Ja, 45,8% haben wir im am 19.
- 37:53November 1972 gehabt und dieses Titelbild ist übrigens kurze
- 38:00Zeit vorher am neunten oder 10. Oktober 1972 entstanden.
- 38:06Da hatten wir eine Konferenz, also ein.
- 38:11Eine Einladung an die Bonner Journalisten und Willy Brandt
- 38:14und ich saßen anschließend noch zusammen und haben beraten.
- 38:19Also die Ostpolitik war durchaus mehrheitsfähig.
- 38:25Und die SPD ist heute keine Volkspartei mehr, weil sie keine
- 38:28Ostpolitik mehr. Macht, weil sie keine, weil sie
- 38:31dieses, dieses Pfund hat mit diesem Pfund nicht mehr wuchert.
- 38:37Also ich mein meine Meinung gäbe es immer noch hier bei uns eine
- 38:43Mehrheit von Menschen, die dazu dafür zu gewinnen wären zu
- 38:49sagen, wir wollen auch Frieden mit Russland, warum wollen wir,
- 38:52sollen wir den den Frieden nur mit Frankreich haben und mit
- 38:55Belgien und all den anderen Ländern im Westen, mit denen wir
- 38:58früher auch Kriege geführt haben?
- 39:00Warum soll das nicht, oder? Und jetzt haben wir Frieden und
- 39:05Freundschaft mit Polen und mit Tschechien und Slowaken und mit
- 39:08Ungarn sowieso und warum sollen wir das nicht mit der Sodjun
- 39:12Union haben, mit Russland haben, dass dieser Konflikt mit
- 39:17Russland wieder aufgebaut worden ist, halte ich für ne wirkliche
- 39:20Katastrophe und das ist, man kann es auch nicht anders sagen,
- 39:24als dass das absichtlich gemacht worden.
- 39:27Ist von wem? Ja, ursprünglich ursprünglich,
- 39:32und das schildere ich auch am Fall am Beispiel des Briefes von
- 39:37Willy Wimmer an Bundeskanzler Schröder, will ich kurz was dazu
- 39:42sagen. Also es gab 19, 102001 oder
- 39:472000, eine 2000, eine Konferenz des.
- 39:54State Departments, also des Außenministeriums der USA und
- 39:57des American Enterprise Instituts, das ist so eine
- 40:00Lobbyorganisation mit Hintergrund, wie der Name sagt.
- 40:03American Enterprise, also Unternehmen, gab es eine eine
- 40:09Konferenz in der Slowakei, bei dem die eingeladen, Leute
- 40:20darauf. Hin getrimmt wurden, dass wieder
- 40:24eine Grenze zwischen Finnland und dem Schwarzen Meer gezogen
- 40:28werden soll, also nicht mehr, wo früher der Eiserne Vorhang war
- 40:32westlich von Polen, sondern östlich von Polen, östlich von
- 40:36der Ukraine, aber vor Russland, das wurde dort besprochen, und
- 40:45das ist eine völlige. Verkehrung oder eine Missachtung
- 40:50dessen, was mit der Ostpolitik und all dem Betrieben worden
- 40:56war, nämlich eine Verständigung, wie man ganz Formelhaft gesagt
- 41:01hat, von Lissabon bis Wladiwostok, also einschließlich
- 41:05Russlands. Hier wurde plötzlich eine Grenze
- 41:08gezogen, an der eine neue, Europa teilende Grenze an der
- 41:14Grenze zu Russland. Und das war ein ist eine, eine,
- 41:21eine damals neue Entwicklung gewesen, die uns sehr empört hat
- 41:26in dieser Phase und deshalb auch diese.
- 41:30Willi Wimmer, Das ist ja CDU Abgeordnete gewesen, war
- 41:34Parlamentarischer Staatssekretär im Verteidigungsministerium,
- 41:38Willi Wimmer hat sich wirklich Verdienste erworben dadurch,
- 41:41dass er den deutschen Bundeskanzler von der Anna
- 41:44Partei Schröder SPD. Mit diesen Überlegungen der USA
- 41:49bekannt gemacht hat in diesem Fall lass mich mal Fußnote noch
- 41:52anführen. Ist ja interessant, wie jetzt
- 41:55die Fronten umgekehrt sind. Jetzt sind ja die USA eher auf
- 42:00der Linie der Verständigung mit Russland.
- 42:02Ja, damals war das mit war das in in der Konferenz in Brasos
- 42:09Bratislava nicht so angedacht, da waren die USA eher auf der.
- 42:15Seite der Konfliktantreiber wo wie konnte das Geschehen, dass
- 42:21die USA, die das sagst du das sagt auch der US Ökonom Jeffrey
- 42:25Sex, den neuen Eisernen Vorhang strategisch geplant haben die
- 42:29USA nun auf eine Verständigung drängen, wer die eigentlichen
- 42:33Kriegstreiber heute die Europäer sind.
- 42:36Also warum wir Europäer diesen Weg gehen, kann ich überhaupt
- 42:40nicht begreifen, muss ich ehrlich sagen.
- 42:42Ja, dass. Kann man, kann man erklären,
- 42:47also sehe jemand wie der jetzige Bundeskanzler ist in der Zeit
- 42:51seiner Tätigkeit und Mitgliedschaft der Jungen Union
- 42:57schon in diese Richtung getrimmt worden.
- 42:59Bei also für mich wundert es bei Merz wundert mich das überhaupt
- 43:02nicht, also die ganze Ideologie der CDU war immer so, dass sie,
- 43:07dass sie gegen gegen Russland, gegen die Sowjets waren, also
- 43:11dass dass. Da hat man als Junge, als damals
- 43:15junger Mensch und heute alter Mensch noch im Ohr, wie Adenauer
- 43:19Soff jetzt gesagt hat, das enthielt schon die ganze Häme
- 43:22gegenüber diesen Leuten in Russland, und dass der Friedrich
- 43:26Schmerz in diesem Geist erzogen worden ist, wundert mich
- 43:28überhaupt nicht, aber es wundert mich, dass halt die SPD heute
- 43:32mitmacht bei dieser Sache und sogar die Linkspartei nicht
- 43:36voll. Dagegen steht, das ist schon
- 43:39sehr eigenartig und kann das auch nicht erklären.
- 43:42Damals stand natürlich auch die neue Ostpolitik vor
- 43:45Bewährungsproben im Mai 68 Rollen in Prag russische
- 43:52sowjetische Panzer um den Reformkommunismus von Dubcek
- 43:58Niederzuwalzen und da stand man ja auch vor der Entscheidung,
- 44:02machen wir Schluss mit der Entspannungspolitik oder machen
- 44:05wir weiter, wie lief das? Also damals waren wir noch sehr
- 44:09klug. Ich kann das nur am besten
- 44:11schildern, wenn ich die die aktuelle Situation kurz aufleben
- 44:15lasse. Ich war damals 68 im, ich glaub
- 44:19das war 25. August oder so was dieser
- 44:21Intervention oder 21. August auf jeden Fall in der
- 44:25zweiten Hälfte des August 1968 ich war damals eben
- 44:29rehenscheider geworden, ganz frisch und war.
- 44:32Eingeladen von dem, der mich engagiert hat Klaus Dieter
- 44:35Arndt, parlamentarischer Staatssekretär, zur Besprechung
- 44:38einer Rede war ich bei ihm, dann kam seine Sekretärin mit dem
- 44:42Kicker, also einer Meldung von DPA herein und dort dann las er
- 44:46mir vor, die Streitkräfte des Warschauer Paktes, geführt von
- 44:54der Sowjetunion, sind gelandet, Luftlandetruppen in.
- 45:00In Prag und wollen dem Dubcek diesem reformkommunisten Garaus
- 45:06machen. Klaus, Wir gucken uns an, war in
- 45:13der Tat eine schockierende Nachricht Klaus Dieter an sagte,
- 45:17Wir machen weiter mit der Ostpolitik, das war das war,
- 45:23muss man sich schon vorstellen, das war im August 68 im.
- 45:29Oktober 1969 erklärte dann Willy Brandt, Wir wollen ein Volk der
- 45:33guten Nachbar sein, das heißt, diese von Klaus Dieter Arndt
- 45:36Mitverfochtene Linie, sich auch durch ein so schreckliches
- 45:40Ereignis wie die Intervention des der der Sowjetunion in Prag
- 45:45gegen Reformkommunisten nicht abschrecken zu lassen und nicht
- 45:48abhalten zu lassen, die Politik weiterzumachen.
- 45:51Das das ist von solchen Menschen wie dem Abend und vielen anderen
- 45:55in der SPD damals weitergetragen worden, und das wär entscheidend
- 45:59dann dafür, dass die Ostpolitik auch wirklich umgesetzt werden
- 46:02konnte. Warum hat damals die SPD die
- 46:05Kraft gehabt, an einer für als für richtig erachteten
- 46:09Entscheidung der neuen Ostpolitik festzuhalten?
- 46:12Und warum hat sie diese Kraft heute nicht?
- 46:17Ja gut, das liegt halt n Teil auch daran, dass sie sich ja
- 46:23personell jetzt in Gelsenkirchen erneuert hat.
- 46:27Also es sind andere Leute, die heute das sagen haben.
- 46:31Also Klingbeil kommt von einer Bundeswehrfamilie, das ist schon
- 46:35ganz anders als als wir damals, da gab es nur ganz wenige die,
- 46:40die diesen Hintergrund hatten, aber ich will jetzt nicht alles
- 46:43an dieser, seiner, seiner. Eigenen Geschichte aufhängen,
- 46:50die aber die SPD ist eine andere Partei.
- 46:53Man sieht es ja auch am Wahlergebnisunterschied, also
- 46:56wenn man, wenn man um 16% herumhängt, ich glaube, das war
- 47:01das Ergebnis bei der letzten Bundestagswahl, dann ist es halt
- 47:04anders als 45,8% 1972. Das ist ein ein gravierender
- 47:10Unterschied beim beim politischen Fundament, beim
- 47:14Fundament, bei den Leuten und es es läuft ja gegenläufig auch so,
- 47:23sie hat halt das geringe Fundament, weil solche Leute wie
- 47:27wie dieser Pistorius eine so dominierende Rolle spielt, ja.
- 47:31Also dass ich da noch drin bin in der SPD, hat wirklich etwas
- 47:35damit zu tun, dass ich hier halt in meinem Ortsverein und so
- 47:38weiter die Freunde habe und die nicht vor den Kopf stoßen
- 47:41wollen. Eigentlich müsste ich da schon
- 47:42lange draußen sein, ne? Ist die SPD noch eine
- 47:45Volkspartei oder ist das Volk weggelaufen?
- 47:48Ich glaube schon, dass das Volk weggelaufen ist.
- 47:50Sonst müsste sie mehr als 16% haben.
- 47:54Auch damals hatte die sozialliberale Ära nicht nur
- 47:58sonnenseiten, es gab auch. Die, ja, man muss fast sagen,
- 48:02politische Verfolgung vor allem von Kommunisten durch den
- 48:05radikalen Erlass ist das so ähnlich wie das, was von der
- 48:09Leyen heute macht mit diesen Sanktionen.
- 48:12Nee, da sehe ich keinen. Wie würdest du das Gewichten?
- 48:16Das war ja damals auch schon ein harter Eingriff ins Berufsleben
- 48:20und hat Karriere, das. War also eindeutig einer der
- 48:24negativen Taten der SPD. Und.
- 48:29Ich weiß nur, dass Willy Brandt des Nolens Nolens mitgemacht
- 48:32hat. Der war nicht der Treiber dieser
- 48:37dieser radikalen Erlasspolitik sie also, wenn man es
- 48:43wohlwollend interpretieren wollte, dann könnte man sagen,
- 48:46die SPD hat diesen radikalen Erlass mitgemacht, um sich nicht
- 48:52angreifbar zu machen und ihre Ostpolitik machen zu können,
- 48:56also man war im Innern gegen. Kommunistische Unterwanderung
- 49:00sozusagen im Westen, um die Offenheit gegenüber den dem
- 49:05Osten in der aktuellen Politik und der Außenpolitik weiter
- 49:10halten zu können. So hab ich das damals auch
- 49:14gesehen, also ich. Hab mit Sicherheit nicht für
- 49:17diesen radikalen Erlass geworben, aber ich fand fand es
- 49:21auch nicht so ganz toll, nun alles an diesem radikalen Erlass
- 49:25aufzuhängen und die Ganze die ganze Beurteilung der
- 49:28sozialdemokratischen Politik an diesen einen Dingen da
- 49:31festzumachen, weil das sind viele waren viele.
- 49:35Ja, wenn man das mal vergleicht mit den
- 49:37Überwachungsmöglichkeiten, heute mit dem Digital Services Act auf
- 49:41EU Ebene, weswegen ja aktuell auch 2 Vertreter dieses
- 49:47Zensurkartells ein Reiseverbot in die Vereinigten Staaten
- 49:50bekommen haben. Wenn man das beobachtet,
- 49:52beispielsweise die Sanktionen gegen den Militäranalysten
- 49:58Jacques Beau, was hat sich da verändert in dem in der der
- 50:03Zuschneidung der Überwachung? Also das ist ja eine präzise
- 50:09Frage, die ich nicht präzise beantworten kann.
- 50:12An der Zuschneidung der Überwachung, was ich da
- 50:16verändere, kann ich nicht erkennen, oder?
- 50:18Die Digitalisierung beispielsweise, die gab es ja
- 50:20damals nicht. Ja, okay das, aber darüber muss
- 50:24ich ehrlich gestehen, habe ich mir nicht so viele Gedanken
- 50:26gemacht. Viel später wurde Albrecht
- 50:29Müller dann Bundestagsabgeordneter.
- 50:33Und später dann kam die Gründung der NACHDENKSEITEN.
- 50:37Was hat dich bewogen, diese nachdenkseiten zu gründen, das
- 50:41ist ja die wichtigste Alternativzeitung heute.
- 50:44Also das, diese Geschichte muss ich kurz erzählen, die ist zwar
- 50:48schon hab ich schon mehrmals getan, aber das mach ich hier
- 50:52gerne. Ich hatte damals sehr enge
- 50:56Beziehungen zu Klaus Steg, diesem Heidelberger
- 50:59Politgrafiker. Und Heidel und Klaus Steg rief
- 51:04mich im Anfang November 2001 oder 2000, da habe es eine
- 51:13Pressekonferenz gegeben in damals Bonn noch ja ausgerichtet
- 51:20von den Arbeitgeberverbänden Metall, und sie hätten eine
- 51:28Initiative vorgestellt, zusammen mit.
- 51:33Hans Dietmeier Hans Dietmeier war früher auch Mitarbeiter in
- 51:43Bonn, bei Karl Schiller sozusagen mein Vorgänger.
- 51:46Er war aber gleichzeitig auch noch CDU Vorsitzender von Bad
- 51:50Buddesberg und ich kannte also Hans Dietmeier und kannte, wie
- 51:57wusste genau, wie konservativ und reaktionär er tickt und.
- 52:00Und also Klaus Steg hat gesagt, er hat, da ist der
- 52:03Kuratoriumsvorsitzende eine Initiative neue soziale
- 52:06Marktwirtschaft, und dagegen müsse man doch was tun und aber
- 52:12was tun, das fiel uns nicht gleich ein.
- 52:15Ich habe dann im Januar 2001 darüber nachgedacht und glaube
- 52:21ich, in diesem Januar 2001. Weit weg von dir kam mir dann
- 52:26die Idee, dass man dagegen ja im Internet, was ich noch nicht so
- 52:30richtig kannte damals, aber ich habe davon gehört und dachte,
- 52:34eigentlich könnte man im Internet, so wie die auch die
- 52:37Initiative Neue soziale Marktwirtschaft übers Internet
- 52:39laufen lassen wollten, so könnte man doch seine eigene Seite
- 52:44gründen und dann habe ich bin davon ausgegangen, dass man das
- 52:50auf keinen Fall. Als Privatmann alleine machen
- 52:54kann, sondern dass man da eine Organisation im Hintergrund oder
- 52:57im Rücken bräuchte und habe dann bei der IG Metall angefragt, zu
- 53:02der ich damals gute Kontakte hatte bis zur fast oberen Ebene
- 53:10ja und dann aber nein und dasselbe beim DGB und dasselbe
- 53:14beim BUNT mit dem, mit denen ich damals viel zusammengearbeitet
- 53:19habe, also beim Bund Naturschutz.
- 53:22Die wollten auch nicht. Und dann fand ich einen früheren
- 53:27Mitarbeiter und Freund, der bereit war, mit mir zusammen das
- 53:32ohne großen Hintergrund und Finanzen und so weiter zu
- 53:35stemmen und dann haben wir 2003 im November begonnen mit dem
- 53:43ersten Artikel am 30 November, der Beschäftigte sich auch mit
- 53:48der Initiative Neue soziale Marktwirtschaft.
- 53:51Sinnigerweise aber war gar nicht schlecht, das zu uns so zu
- 53:53machen. Ja, und dann haben wir also
- 53:56jeden Tag oder jeden zweiten Tag einen Artikel geschrieben,
- 53:59damals viel weniger als heute, und ja, das Ding ist hier
- 54:06gegründet worden an diesem Tisch unten im Hof hatten wir die
- 54:10Idee, ein Grafiker oder ein Kunstlehrer aus der Schule
- 54:15meiner Frau, hier dem Briefels Gymnasium.
- 54:18Hat das erstmal grafisch betreut und der hatte auch.
- 54:23Kannte auch einen Menschen, der sich mit diesem Milieu aus
- 54:27kannte, also Internet, nämlich Lars Bauer und hat dann den Lars
- 54:31Bauer mit dazu gebracht und Lars Bauer ist bis heute der
- 54:36Mitgründer, wenn man so will und der Betreiber auf der
- 54:40technischen Seite für diese Nachkriegszeiten.
- 54:44Und damals haben wir das Halt dann gestemmt, alleine erstmal.
- 54:49Und 2005 haben wir einen Förderverein gegründet, also das
- 54:53war 2 Jahre später, die Zeit bis dahin haben wir mit privaten
- 54:57Mitteln durchgehalten, das ganze war nicht einfach, muss ich
- 55:01sagen, dann haben wir einen Förderverein gegründet und haben
- 55:07Spenden eingeworben, und das tun wir bis heute.
- 55:11Und das wirklich angenehme daran ist, dass es so viele Menschen
- 55:15gibt, die ihre 5€ pro Monat oder 10,00€, manche auch nur 2,
- 55:20manche 30€ aber keiner über. Ja, es gibt einen Menschen,
- 55:26einen Schrotthändler aus Berlin, der 2000 manchmal dreimal im
- 55:33Jahr 2000€ bezahlt hat. Aber normalerweise kennen wir
- 55:38die nicht und die kennen auch uns nicht.
- 55:40Und es gibt keinen persönlichen Einfluss.
- 55:42Auch dieser Schrotthändler hat die versucht, irgendwelchen
- 55:45Einfluss auf die Redaktion zu haben, das heißt, wir sind
- 55:48völlig frei und haben durch diese Vielfalt von Spendern eben
- 55:52auch, dass das so vielfältigen, die so vielfältigen Rückhalt ja
- 56:01sonst. Könnte ja einer sagen.
- 56:04Ich möchte aber jetzt das und das und so weiter und so das
- 56:06geht hier bei uns nicht, weil so viele verschiedene Leute spenden
- 56:10und diese Spenden ausreichen um das Personal zu bezahlen, was
- 56:16wir haben und das ist inzwischen beachtlich.
- 56:19Wir haben wir alleine 7 oder viele Vollbeschäftigte und dann
- 56:25noch mal gleich viel. Zur Hälfte oder je nach Aufwand
- 56:30und so weiter also wir sind ne Gruppe von 15 Leuten inzwischen,
- 56:35die an diesem Medium arbeiten. Wie konnten die nachdenkseiten
- 56:40zu einem zentralen Träger der Gegenöffentlichkeit in
- 56:43Deutschland werden? Ja, dadurch, dass sie
- 56:47vernünftige Arbeit gemacht haben.
- 56:50Und halt die, die Fakten beschaffen, um zu analysieren
- 56:55und zu kritisieren, was allgemein an Meinungsbildung
- 56:58läuft. Oder um dafür zu sorgen, dass
- 57:05auf örtlicher ebene Menschen zusammenkommt.
- 57:09Denn wir haben inzwischen auch eine eine Basis, wenn du so
- 57:12willst. Also nicht Ortsvereine, aber wir
- 57:15haben Gesprächskreise. Es gibt über 100
- 57:18Gesprächskreise, die zum Teil sehr aktiv sind, zum Teil nicht
- 57:23so aktiv sind. Das variiert auch und nimmt zu
- 57:26und ab und so weiter aber diese Gesprächskreise sind ein ganz
- 57:30wichtiges Element und einer der Gesprächskreisvorsitzenden aus
- 57:35Schleswig Holstein. Und aus Hamburg?
- 57:37Der hatte die Idee, dass wir auch ein bundesweites Treffen
- 57:41machen, und das haben wir gemacht, das.
- 57:43War Udo Fröhlich. Udo Fröhlich und wir haben ein
- 57:45Treffen bei in Neudietendorf gehabt und jetzt im kommenden
- 57:49Juli haben wir ein zweites Treffen auf zentraler Ebene und.
- 57:54Dort wird auch Musik gemacht und es gibt Kabarett.
- 57:58Und aber ansonsten trifft man sich eben die die Leute, die
- 58:03sich den den Gesprächspreisen verbunden finden und die, von
- 58:07denen dahin delegiert werden. Aber das zeigt ja auch, dass das
- 58:11Angebot. Ja, einen Bedarf deckt.
- 58:15Und woher kommt denn der Bedarf, was leistet denn die Presse
- 58:19nicht, was die nachdenkseiten leisten?
- 58:21Ich muss vorher so sagen, was leisten die Parteien nicht, ich
- 58:27Fall noch mal zurück auf die SPD, wo sind denn heute
- 58:30Aktivitäten der SPD Ortsvereine hier in der Südpfalz hatten wir
- 58:34in der Zeit, als ich Abgeordneter hier war, wenn ich
- 58:37recht weiß 87 Ortsvereine. Wahnsinnig vieles, das in jedem
- 58:42kleinen Dorf gab es welche, in Landau natürlich dann ein großer
- 58:45Ortsverein und in Wörth auch und so weiter und diese Ortsvereine
- 58:50haben in früheren Zeiten regelmäßig getagt und in diesen
- 58:56Ortsvereinen wurde auch über politische Themen diskutiert.
- 58:59Heute hast du das gar nicht mehr, vielleicht macht ein
- 59:02Ortsverein Schlachtfest. Ja, aber so die, die die
- 59:07Betreuung. Der der Ortsvereine durch die
- 59:10Politiker, also wir haben hier in der in Bad Bergzabern wohnt
- 59:15der Ministerpräsident von Rheinland Pfalz, also ich hab
- 59:21schon lange nicht mehr gesehen, dass dieser Alexander Schweizer,
- 59:24der sonst n sympathischer kar ist, dass der jetzt in
- 59:27Ortsvereinen auftritt und dort. Und dort seine.
- 59:30Seine Partei vertritt. Ich will ihm nicht unrecht tun,
- 59:33vielleicht verfolge ich das nicht richtig, aber man kann mit
- 59:36Sicherheit sagen, dass die Aktivität der Parteiortsvereine,
- 59:41und das gilt für SPD genauso wie für CDU und andere, auch für die
- 59:44Grünen, dass die die Lokale. Meinungsbildung und die das sich
- 59:52treffen, das ist ja das wichtige, auch der der Austausch
- 59:55unter Menschen und örtlicher auf örtlicher Ebene, dass das nicht
- 59:59mehr stattfindet und die, die dann haben wir das zum Bogen,
- 1:00:03bis wir zurückspannen die Gesprächsreise der
- 1:00:06NACHDENKSEITEN haben zumindest einen Teil dieses dieser Lücke
- 1:00:10gefüllt. Zeigt der Erfolg der
- 1:00:13nachdenkseiten, dass die politische Klasse abgehoben ist,
- 1:00:17zurückkehrt in einen neuen Feudalismus?
- 1:00:21Nee, so hoch würde ich das nicht einsetzen, sondern ja, sie sind
- 1:00:24einfach inaktiv. Sie haben nicht kapiert, dass es
- 1:00:27wichtig ist, dass man mit mit möglichst vielen Menschen
- 1:00:32regelmäßig ins Gespräch kommt, dass man programmatische,
- 1:00:37programmatische Aufgaben, also es gibt ja immer darüber ist,
- 1:00:42ist ja immer wichtig, darüber nachzudenken, was zu tun ist,
- 1:00:44was in der aktuellen Situation. Oder in neuen aktuellen
- 1:00:49Situationen nötig ist, politisch zu tun.
- 1:00:54Das findet nicht mehr statt. Also du hast es ja vorhin selber
- 1:00:57mit dem Internet gesagt, das sind ganz neue Herausforderungen
- 1:01:02und es geschieht aber nichts, es wird wird nicht darüber
- 1:01:05nachgedacht. Nun haben die nachdenkseiten ja
- 1:01:08ihre Gemeinnützigkeit verloren. War das ein politischer Angriff?
- 1:01:15Also jetzt will ich mal ganz freundlich denjenigen gegenüber
- 1:01:18sein, die das beendet haben. Es gab eine allgemeine Tendenz,
- 1:01:23Gemeinnützigkeitsstatus einzudämmen, also oder die, die
- 1:01:32die Vereine, die es gibt, mit Gemeinnützigkeitsstatus zu zu
- 1:01:38verringern, also die Anzahl Entschuldigung, nicht die
- 1:01:41Vereine, sondern die Anzahl dieser zu verringern und.
- 1:01:44Und dann gab es sicher, ist ja auch sichtbar geworden, wir
- 1:01:49hatten, wir hatten Konflikte mit irgendeinem komischen Professor
- 1:01:52aus Trier, und das war für manche vielleicht ein Grund zu
- 1:01:58sagen, wir müssen auch den Nachdenkzeiten die
- 1:02:02Gemeinnützigkeit absprechen, aber es ist ein allgemeiner
- 1:02:06Trend gewesen, und der existiert auch immer noch.
- 1:02:11Und ich hatte am Anfang gedacht, Oh, das ist ja schrecklich, wie
- 1:02:14bewältigen wir das. Dann hatte ich aber nicht
- 1:02:17richtig nachgedacht, ich hätte einfach mal prüfen müssen, wie
- 1:02:19die Struktur unserer Spenden sind, dann hätte ich gesehen,
- 1:02:22dass die die Aberkennung der Gemeinnützigkeit uns überhaupt
- 1:02:27nicht viel schadet. Also wenn du mal vorstellst, du
- 1:02:30spendest 5,00€ im Monat, dann sind das 60,00€ und jetzt
- 1:02:35unterstelle ich mal, dass du den Steuersatz wo das
- 1:02:41Nachweisbewegung oder relevant wäre von Durchschnittssteuersatz
- 1:02:45von 25% hat. Bei 60% sind das 60 / 4, also
- 1:02:5115€ würdest du sparen, wenn wir die Gemeinzigkeit hätten, das
- 1:02:53juckt doch dann überhaupt nicht, wenn die aberkannt wird, dann
- 1:02:57sagst du ah ja gut, wir machen weiter mit mit der Spende.
- 1:03:04Und das ist bei uns auch so gewesen.
- 1:03:06Die Leute hat das nicht gejuckt, die haben die Spenden weiter,
- 1:03:11manche haben es auch noch gar nicht gemerkt, dass die
- 1:03:12Gemeinschützigkeit aberkannt worden ist.
- 1:03:14Aber die Mehrheit hat es wohl gemerkt, und die Mehrheit sagt
- 1:03:18Halt, für uns ist dieses Instrument so wichtig, dass es
- 1:03:21an diesem kleinen Steuergewinn, den wir hätten, wenn es die
- 1:03:25Gemeinschätzigkeit noch gäbe, nicht liegen kann.
- 1:03:27Also es war kein politischer Angriff.
- 1:03:32Es war die. Es ist so breit gewesen, dass
- 1:03:37ich jetzt es nicht für einen speziellen politischen
- 1:03:40politischen Angriff halten kann. Wir haben zu Beginn des
- 1:03:43Gesprächs gesprochen über deine Erfahrungen im Zweiten Weltkrieg
- 1:03:48und danach und die Bilder, die sich eingebrannt haben.
- 1:03:51Jetzt stehen wir in einer Zeit, wir waren möglicherweise noch
- 1:03:56nie so nah an einer neuen großen, möglicherweise atomaren
- 1:04:01Auseinandersetzung in Mitteleuropa.
- 1:04:03Wie betrachtest du diese neue Rückkehr zum Bellizismus?
- 1:04:10Ja gut, das ist nach all dem, wie ich groß geworden bin und
- 1:04:14groß jetzt meine ich nicht, also ja, wie ich aufgewachsen bin und
- 1:04:19was mich von Anfang an politisch interessiert hat, ist klar, dass
- 1:04:23ich das entsetzlich finde. Und nur so kann man ja auch
- 1:04:27erklären, dass ich mit 87 oder 86 noch n Bruch geschrieben
- 1:04:30habe, dass ich mit diesem Thema befasst, weil ich es einfach
- 1:04:34schlimm finde, dass ein Vermagungsminister so etwas
- 1:04:37erzählen kann wie soll. Wir müssen Kriegstüchtig werden
- 1:04:40statt zu sagen, komm lasst uns verständigen, mit allen, mit
- 1:04:43Franzosen und Russen und Polen und wer auch immer auf dieser
- 1:04:47Welt ist, es gibt keinen, gibt es wirklich keinen Grund kriegen
- 1:04:50gegen Krieg, gegen ein anderes Volk zu führen, ja.
- 1:04:54Wir sind noch weg von der Mentalität.
- 1:04:57Mein mein Großvater, muss ich zum Schluss noch erzählen, der
- 1:05:00war geprägt davon, der war Bauer, war nie im Krieg, aber
- 1:05:04hat seinen ersten Sohn schon im Ersten Weltkrieg verloren, aber
- 1:05:07mir hat er erzählt 1950 als ich 12 Jahre alt war und er krank
- 1:05:12war und ich hab ihn ab und zu mal mit.
- 1:05:14Mit Wein und Ei und so weiter gefüttert habe, hat er mir
- 1:05:19erzählt, ich müsse, ich müsse gegen die, welchen gegen die
- 1:05:22Wackels noch mal gründen, Krieg führen, welche Wackels das sind
- 1:05:26die Franzosen hier, so nennt man die nur als Saarländer weißten
- 1:05:30das also Gott sei Dank ist das nicht so.
- 1:05:37Auf dem langen Weg zum Krieg. Mit in der Ukraine,
- 1:05:42möglicherweise mit Russland. Nun zeigen alle mit den Fingern
- 1:05:47nach Moskau. Welche Fehler hat der Westen
- 1:05:49gemacht? Der, der die.
- 1:05:54Der Westen hat den Fehler gemacht, nicht dabei zu bleiben.
- 1:06:00Dass wir uns mit allen Völkern Europas verständigen wollen,
- 1:06:03also die die Formel von dieser Bonprix Wladiwostok ist doch
- 1:06:08sehr attraktiv gewesen. Warum haben wir die nicht weiter
- 1:06:11aufrecht? Warum haben wir nicht weiter
- 1:06:14gesagt, das ist unsere unsere Parole und nicht nur unsere
- 1:06:17Parole, sondern unsere Absicht? Wir wollen Verständigung von
- 1:06:22Südwesten Europas bis zum Ende Asiens, und zwar einschließlich
- 1:06:29des gesamten Russlands, und wenn du so willst, auch
- 1:06:32einschließlich Chinas und Indiens und so weiter es gibt
- 1:06:35keinen Grund dafür, Kriege zu führen.
- 1:06:39Mit Ausnahme das sind das dann, wenn wir den, den nicht mehr
- 1:06:43führen wollten, wir auch nicht aufrüsten müssten und dann die
- 1:06:46Rüstungswirtschaft nichts mehr zu tun hätte.
- 1:06:48Also dahinter. Stehen Interessen also dass die
- 1:06:51das Rheinmetall und dass die Rüstungswirtschaft ein Interesse
- 1:06:54an Konflikten hat, ist klar und jetzt kommt es drauf an, sich
- 1:06:57aus dieser dieser Gängelung durch diese Rüstungswirtschaft
- 1:07:02zu lösen, und deshalb gehört es ganz nach vorn, dass wir die
- 1:07:07Interessen, die es da gibt. Auch sichtbar machen mit dieser
- 1:07:11Frau. Gott, wie heißt sie denn?
- 1:07:14Strack Zimmermann zum Beispiel, Frau Rheinmetall, Man muss
- 1:07:21sichtbar machen, wie der März verbunden ist mit Black Hawk und
- 1:07:26anderen, und dass diese diese da ja mal Aufsichtsratsvorsitzende
- 1:07:32von denen in Europa war. Kann ich nicht annehmen, dass
- 1:07:37alle diese Bindungen fallen gelassen worden sind.
- 1:07:39Das hat ja auch finanzielle Bezüge gehabt und hat ihm sicher
- 1:07:43finanziell gut getan und da wird darauf auch nicht verzichtet,
- 1:07:47verzichten haben wollen und deshalb unterstelle ich, das
- 1:07:51unterstelle ich jetzt mal, dass es zwischen den deutschen
- 1:07:53Bundeskanzlern und dieser Rüstungswirtschaft auch
- 1:07:56besonders enge Verbindungen gibt.
- 1:08:00Das mit darüber müssen wir aufklären und wir müssen
- 1:08:03versuchen, durch Aufklärung uns aus dieser Gängelung zu
- 1:08:07befreien. Friedrich Merz spielt eine
- 1:08:10wichtige Rolle auch in der Atlantikbrücke.
- 1:08:14Lars Klingenbeil spielt auch eine Rolle in der
- 1:08:16Atlantikbrücke, ist die politische Elite Transatlantisch
- 1:08:21korrumpiert? Das würde ich mal nicht für
- 1:08:26falsch halten, sondern würde es sagen, das sei so.
- 1:08:29Dass die noch viel zu eng mit all diesen transatlantischen
- 1:08:34Beziehungen verbunden sind, ein Störfaktor im positiven Sinne
- 1:08:40ist, dass das Trump durchaus zu erkennen gegeben hat, dass er
- 1:08:48auch gute Verbindungen und gut und und Beziehungen zu Russland
- 1:08:53haben will. Also das ist.
- 1:08:54Etwas, was mich n bisschen im positiven Sinne irritiert an
- 1:08:58diesem diesem Bund Präsidenten der USA.
- 1:09:02Sonst finde ich den nicht extrem sympathisch, aber ich kann nicht
- 1:09:07davon absehen, dass er in seiner Politik gegenüber Russland
- 1:09:12durchaus Züge hat, die sympathischer sind als das was.
- 1:09:16Was vorher sichtbar geworden ist, als ich schilderte, was
- 1:09:20Willy Wimmer geschildert hat von von Bratislava, und als er
- 1:09:25diesen Brief an Schröder geschrieben hat, wo er halt
- 1:09:28sichtbar gemacht hat, wie wie stark expansiv die USA gegenüber
- 1:09:32dem Osten sind, das kann man jetzt bei Trump nicht so sehen,
- 1:09:36und deshalb kann man auch was Positives an der jetzigen
- 1:09:40Entwicklung erkennen, wenn. Wir, eine Transatlantisch
- 1:09:44korrumpierte Elite haben. In Deutschland muss sie abgelöst
- 1:09:48werden. Ja, das ist n starkes Stück, das
- 1:09:55zu schaffen. Also die mein Wunsch ist da ja
- 1:10:01nicht zu entscheiden, muss diese Elite abgelöst werden, das muss
- 1:10:08eigentlich mit den Eliten immer geschehen, ich bin jetzt n
- 1:10:10bisschen. Verunsichert durch deine Frage
- 1:10:16heißt das, Frau von der Leyen muss weg, oder oder März muss
- 1:10:21weg oder was ist was ist jetzt der Hintergrund dieser Frage?
- 1:10:26Sie zielt mehr darauf ab, ob sie alle weg müssen, ob wir einen
- 1:10:31Generationenwechsel benötigen. Das kann ich nicht pauschal
- 1:10:39medial beantworten, weil ich nicht sicher bin, ob ob bessere
- 1:10:44nachwachsen als die, die wir zurzeit an der Spitze haben, ob
- 1:10:48die Älteren schlechter sind als die Jüngeren.
- 1:10:49Das ist für mich so ein bisschen unsicher.
- 1:10:52Wenn wir uns das einmal anschauen, ob wir die SPD
- 1:10:56nehmen, die CDU nehmen, die FDP nehmen oder die Grünen oder die
- 1:11:00CSU, sie alle unterstützen in Wort und tat.
- 1:11:07Eines der korruptesten Länder der Welt und hören nicht auf mit
- 1:11:14der Unterstützung. Wenn wir einen Weg aus dem Krieg
- 1:11:17herausfinden wollen, muss die Brandmauer dann fallen?
- 1:11:24Mit das mit dem Korruptesten Land meinst du die Ukraine?
- 1:11:28Ich kann es auch anders formulieren.
- 1:11:30Benötigen wir die AFD, wenn wir einen Weg zum Frieden finden
- 1:11:34wollen? Nee.
- 1:11:37Dann müsste das herrschende Parteienkartell die Kraft in
- 1:11:40sich selbst finden. Ja, das ist richtig.
- 1:11:42Ja, wie soll das also, warum soll ich mich auf die AFD
- 1:11:45verlassen, ne AFD, da kann man jetzt die ihre Haltung in
- 1:11:50Ukraine Konflikt gut finden, da muss man aber auch die anderen
- 1:11:53Elemente bei der AFD untersuchen, also man kann nicht
- 1:11:56über ein politisches Ziel alleine eine Partei.
- 1:12:00Definieren oder weil sie jetzt da sympathisch ist und weil sie
- 1:12:05den Frieden mit Russland oder Frieden in Sachen Ukraine will.
- 1:12:10Nur deshalb sagen, Jawohl, die sind ja sympathisch, da gibt es
- 1:12:14viele andere Gründe zu überlegen, was, warum will man
- 1:12:18so eine Partei, und deshalb ist für mich das mit der Brandmauer,
- 1:12:22oder ist es nicht für mich nicht so, dass ich sagen, die
- 1:12:25Brandmauer kann fallen, ich habe eher.
- 1:12:28Ein anderes Problem, Ich muss zur Brandmauer gegenüber allen
- 1:12:32anderen Parteien aufbauen. Was will ich mit Friedrich
- 1:12:35Schmerz? Ja, wir brauchen eine Brandmauer
- 1:12:38zu Friedrich Schmerz, denn das was er macht, ist wirklich
- 1:12:42nicht. Wir brauchen eine Brandmeier
- 1:12:44gegenüber dieser Frau in in Brüssel die Frau von der Leyen
- 1:12:49also die ist genauso schlimm wie die AFD, ich sehe nicht ganz,
- 1:12:53warum wir jetzt so mal uns. Ich sehe ein einerseits nicht,
- 1:12:58warum nur deshalb, weil die AFD in Sachen Russland eine
- 1:13:01vernünftigere Position ist. Warum ich jetzt diese Partei gut
- 1:13:04finden sollte, sie aber auch nicht, warum wir die die CDU und
- 1:13:09ihre Repräsentanten wie Frau von der Leyen und Herrn Merzbuth
- 1:13:12finden sollten. Da ist vieles andere, was wir zu
- 1:13:17kritisieren hätten und deshalb würde ich auch gerne brandmauern
- 1:13:20gegen die bauen. Dann bleibt noch als
- 1:13:23Hoffnungsträger vielleicht das Bündnis Sahra Wagenknecht.
- 1:13:28Ja, das. Ist ein, kann man als
- 1:13:34Hoffnungsträger sehen. Ich hab allerdings da oder es
- 1:13:38würde Neues würde ins neues Feld aufmachen.
- 1:13:42Dann den neuen Vorsitzenden sehe ich nicht als Hoffnungsträger,
- 1:13:46aber das ist meine persönliche Geschichte, meine persönliche
- 1:13:49Meinung dazu. Das ist auch nicht entschieden
- 1:13:54und für manche Leute sehen das anders, ich habe da meine
- 1:14:00Probleme mit. Wenn du der heutigen
- 1:14:03Politikergeneration einen Rat geben müsstest, wie würde er
- 1:14:10lauten? Also wir wollen ein Volk darüber
- 1:14:18nach sein. Kann ich jetzt kann ich leider
- 1:14:22nicht wieder neu erfinden, es wäre es ist einfach, es ist
- 1:14:27einfach die die Erkenntnis, dass es keinen Sinn macht, mit
- 1:14:36anderen Völkern Krieg zu führen, das ist eigentlich so eine
- 1:14:41banale, einfache Erkenntnis. Warum sollte man das nicht nicht
- 1:14:50gelten lassen? Und ich habe das ja im Falle von
- 1:14:53Frankreich mit meiner persönlichen eigenen Geschichte,
- 1:14:57mit meinem Großvater schon gesagt, ich habe, bei dem war
- 1:15:01das genauso, fand ich das genauso blödsinnig, obwohl ich
- 1:15:05als Zwölfjähriger noch nicht ganz erkannt habe, was das jetzt
- 1:15:08bedeutet, dass er sagt, wir sollten, ich sollte dann, wenn
- 1:15:11ich groß bin, gegen die Franzosen kämpfen.
- 1:15:14Aber so wie das ein völliger Quatsch war, ja, so ist es auch
- 1:15:19ein völliger Unsinn, kriege zu führen gegen andere Völker, also
- 1:15:28mir mir, mir fehlt mir fehlt einfach das Verständnis dafür,
- 1:15:34dass wir in diesem Sinne weitermachen sollten, also wäre
- 1:15:39ich US Amerikaner dann. Müsste mir jetzt das Wort im
- 1:15:43Halse stecken bleiben, denn die führen ja überall kriege und
- 1:15:47offenbar gehört das sozusagen zum nationalen Ethos, dass man
- 1:15:52Kriege führt, überall, aber ich halte es, ich halte es trotzdem
- 1:15:57für Quatsch und für für sehr unmenschlich, dass man es tut
- 1:16:00und würde uns raten, dass wir uns daraus lösen, und damit ist
- 1:16:06auch schon angedeutet, dass ich aus meiner Sicht.
- 1:16:11Trotz Trumps freundlicher Politik gegenüber Russland es
- 1:16:19für sinnvoll halten, dass wir uns aus der US Umklammerung in
- 1:16:24Europa lösen. Eigene Interessen definieren,
- 1:16:28eigene Interessen verfolgen und wir müssen wieder ein Volk der
- 1:16:34guten Nachbarn werden, sagt Albrecht Müller, der Gründer und
- 1:16:39Herausgeber der Nachdenkseiten. Wir bei gegen den Strom zeigen
- 1:16:44ihnen Positionen und Perspektiven, welche die
- 1:16:48Propaganda Medien verschweigen. Bleiben Sie dabei.