Latest / LebensWert - das Jetzt versichern / Depressionen – wie Worte verletzen und heilen können
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- 0:00Und deshalb das erste Credo ist, zuhören statt reparieren zu wollen.
- 0:05Da ist niemand kaputt.
- 0:07Das heißt, es ist schon, wir sind oft viel zu schnell mit unseren Lösungen und "ach,
- 0:12geh doch nochmal an die frische Luft und du musst doch auch mal was für dich tun."
- 0:16Oder "dann geh doch mal zur Therapie, da musst du dich doch mal drum kümmern."
- 0:19"Den geht's doch schon seit Wochen nicht gut."
- 0:22Und wir sind sofort in der Aktion.
- 0:25Erst mal zuhören und den Raum halten.
- 0:28Das klingt einfach und ist richtig, richtig schwierig.
- 0:32Den Raum zu halten, wo negative oder generell Emotionen stattfinden dürfen.
- 0:39Wo alle Emotionen erlaubt sind.
- 0:42Traurigkeit, Wut, was auch immer.
- 0:46Und wir denken oft, naja, der ist doch schon so traurig in Häkchen der Mensch, der da die Depression hat.
- 0:53Das können wir doch jetzt nicht verstärken.
- 0:55Nein, wir verstärken das nicht.
- 0:56Wir halten das und sagen, das ist jetzt gerade in Ordnung.
- 0:59Und wir wissen aus der Psychologie, dass Emotionen, die akzeptiert werden, auch schneller wieder abgebaut werden.
- 1:08Hallo und herzlich willkommen bei Lebenswert, das jetzt versichern.
- 1:15Mein Name ist Shilu Könke und ich bin Host in diesem Podcast.
- 1:19Ich freue mich gemeinsam mit meinen Gästen Themen aus der Gesellschaft aufzugreifen,
- 1:23die direkten Einfluss auf unser Leben und die Lebensqualität haben.
- 1:27Wir sprechen über Fragen rund um mögliche Lebensrisiken, den Lebenswandel an sich, aber auch ganz persönliche Lebensgeschichten.
- 1:34Und darüber, uns das jetzt bewusst zu machen.
- 1:37Das jetzt, also genau diesen Moment, in dem sich alles gut und richtig anfühlt.
- 1:42Viel Spaß beim zuhören.
- 1:49Eine gesunde Kommunikation oder auch Wortmedizin, wie wir gleich hören werden im Anschluss,
- 1:55ist ein wichtiger Faktor für die mentale und die physische Gesundheit und das Wohlbefinden.
- 2:03Denn wie wir alle wissen, spätestens seit unserer Weihnachtsfolge bei Lebenswert,
- 2:07aber natürlich auch aus dem Alltag kennen, können Wörter verletzen.
- 2:13Sie können aber auch eine heilende Wirkung entwickeln.
- 2:16Und wie das funktioniert, darüber spreche ich heute zum zweiten Mal mit meiner Gästin Lisa Holtmaier.
- 2:23Lisa, herzlich willkommen. Ich freue mich ganz doll, dass es nochmal geklappt hat und wir zusammensprechen.
- 2:27Ich freue mich auch. Vielen, vielen Dank für die Einladung.
- 2:31Ja, auch wenn es nur remote ist, denn du bist aktuell für drei Monate in Dänemark, aber das macht gar nichts,
- 2:37denn es funktioniert hier alles auch zum Glück mit der Technik gut.
- 2:41Ich habe es gerade gesagt, wir haben schon in unserer letzten Folge über die Bedeutung einer bewussten und respektvollen Sprache gesprochen.
- 2:49Du hast uns aufgeklärt, wie du eigentlich zu deinem Thema der Wortmedizin mit deinem Unternehmen Word Seat gekommen bist.
- 2:57Deswegen möchte ich jetzt an der Stelle auch gar nicht so sehr darauf eingehen.
- 3:00Das fand ich alles eine ganz beeindruckende Geschichte.
- 3:03Ich möchte gerne gleich ins Gespräch starten mit dir, denn du hast gerade dein aktuelles Buch auch rausgebracht zum Thema Wortmedizin.
- 3:10Deswegen vorab die Frage, was bedeutet eigentlich Wortmedizin für dich und inwiefern haben Worte Einfluss auf unser Bewusstsein?
- 3:21Zwei super spannende Fragen. Worte sind Medizin für mich.
- 3:28Und im Wortmedizin kläre ich darüber auf, wie Worte wirken können.
- 3:33Es gibt Medizin, die es wohltuend und gleichzeitig gibt es Medizin, wenn wir sie überdosieren.
- 3:39Es ist pure Gift für unseren Körper und dass wir wirklich bewusst mit unserer Sprache umgehen,
- 3:45weil jedes Wort kann wie Medizin wirken, toxisch oder heilsam.
- 3:50Und mir geht es darum wirklich aufzuklären, welche Macht hat unsere alltägliche Kommunikation.
- 3:56Wir können über gesunde Sprachmuster ganz viel für unsere psychische und auch physische Gesundheit tun
- 4:04und gleichzeitig haben Worte Macht uns wirklich ernsthaft krank zu machen, auch wieder auf psychischer und physischer Ebene.
- 4:13Ja genau. Das ist, wenn man sich das klar macht, wirklich eine ganz wichtige Erkenntnis, die auch wissenschaftlich basiert ist,
- 4:20dass an der Stelle auch nochmal wirklich der Querverweis zu unserer anderen Folge,
- 4:25du hast es beschrieben, wie es im MRT untersucht wurde, dass das menschliche Gehirn keinerlei Unterschied macht
- 4:32zwischen physischen Schmerzen und psychischen Schmerzen, die eben durch Worte erzeugt werden können.
- 4:40Ich habe anfangs gesagt, sie Worte können und lass es eben gerade auch sehr, sehr schön beschrieben,
- 4:46dass eine negative Kommunikation verletzend wirken kann und eine gute gesunde Kommunikation eben auch das Selbstbewusstsein stärken kann
- 4:56und sich positiv auf das wohlbefinde auswirken kann.
- 5:01Vielleicht so der Vergleich, da habe ich dran gedacht in der Vorbereitung auf die Folge, es ist auch für Eltern ja so evident im Alltag,
- 5:08wenn man kleine Kinder hat, da kann man den Schmerz oftmals noch wegpusten.
- 5:12Das geht natürlich im erwachsenen Alter nicht mehr ganz so einfach und deswegen wollen wir jetzt ganz bewusst nochmal einsteigen,
- 5:19in erstmal eine negative Kommunikation, die uns offenbar wirklich körperliche Schmerzen zuführt
- 5:29und zwar ist es ja eine ganz wichtige Erkenntnis, gerade auch im Umfeld mit an Depression erkrankten Menschen
- 5:37überhaupt im Umfeld von psychischen Erkrankungen den richtigen Umgang mit einer bewussten Sprache zu praktizieren.
- 5:45Deswegen da gleich die Frage anschließend, wie verhält es sich mit Glaubenssätzen?
- 5:53Also wir alle haben ja in uns innere Glaubenssätze, die wir aufgebaut haben in den Laufe der Jahre,
- 5:59vielleicht schon aus der Kindheit herrührend, die unterbewusst auch immer wieder gestärkt wurden
- 6:04oder die wir selber vielleicht auch in uns stärken, weil wir, wie der Name schon sagt, einfach daran glauben.
- 6:10Wie verhält es sich damit und wie kann ich diese Glaubenssätze auflösen, sofern sie negativ sein sollten
- 6:17und was sind überhaupt gute Beispiele für negative Glaubenssätze?
- 6:21Super spannendes Thema, weil diese Glaubenssätze sind ja Überzeugungen, die wir für normal halten.
- 6:27Also dass wir für normal halten beispielsweise, dass ich den Eindruck habe, ich bin nicht gut genug
- 6:33oder ich darf gar keine Fehler machen oder ich muss mich einfach mehr anstrengen als andere Menschen
- 6:39oder ich bin halt nicht so beliebt wie anderes, gibt halt Menschen, die sind so richtig charismatisch, das bin ich nicht.
- 6:45Also Dinge, wo wir denken, das ist ja ganz normal, dass ich das glaube
- 6:49und gleichzeitig sind es negative Glaubenssätze und das sind Dauerbeschallungen für unser Gehirn, für unser System.
- 6:57Es sind Dauerbeschallungen, weil wir uns das permanent selbst sagen.
- 7:01Und das Gefährliche ist, wenn ich der Überzeugung bin zum Beispiel, ach ich bin nicht so beliebt
- 7:06oder ich bin halt nicht so ein selbstbewusster Mensch, weil ich nicht so zum Beispiel extrovertiert bin,
- 7:11dann gehe ich irgendwo hin und trau mich nicht zu fragen oder frag nur ganz zögerlich
- 7:16und dann kriege ich eine ganz komische Reaktion und dann fühle ich mich darin bestätigt.
- 7:20Dich Wort selbst erfüllende Prophezeiung.
- 7:23Und das wiederum verstärkt mein Glaubenssatz.
- 7:26Siehst du, ich bin also nicht so selbstbewusst und ich bin nicht extrovertiert oder was auch immer.
- 7:31Ich kann nicht so gut auf Menschen zugehen und das strahle ich aus.
- 7:35Ich werde komische Erfahrungen machen, mein selbst, mein Glaubenssatz wird bestärkt
- 7:39und das ist so eine richtig negative Abwärtsspirale, in der ich mich dann befinde
- 7:44und wir wissen diese negativen Glaubenssätze, das wissen wir aus Studien.
- 7:48Ich darf keine Fehler machen, ich bin nicht gut genug oder was auch immer,
- 7:53wirken wie ein dauerhafter aktiver Stressreiz.
- 7:57Unser Körper ist gestresst davon, obwohl es oft unbewusst abläuft, obwohl es unser normal ist
- 8:04und kein Mensch kann sich davon freimachen von diesen Glaubenssätzen,
- 8:08weil wie du schon gesagt hast, aus der Kindheit, aus der Schulzeit,
- 8:12das sind so Sätze, die uns mal so gesagt wurde und die übernehmen wir als unsere innere Wahrheit
- 8:19und das läuft total automatisiert ab und es hat wie gesagt viel Mitprägung zu tun
- 8:24und wir wissen auch aus Studien, wenn ich als Kind oder als jugendliche Person ständig so etwas mitbekommen habe.
- 8:31Na ja, also die Anne, der ist das doch auch ganz leicht gefallen im Deutschunterricht,
- 8:36die hat doch auch nicht so Schwierigkeiten oder was auch immer,
- 8:40auch stell dich doch nicht so an und da musst du dich doch einfach ein bisschen mehr anstrengen,
- 8:44dass das im weiteren Verlauf dazu führen kann, nicht dazu führen muss,
- 8:49es kann dazu führen, dass zum Beispiel eine Depression begünstigt wird.
- 8:53Ja, ja, ja, das ist interessant, wie du das herleitest, denn das haben ja unsere vorherigen Gäste,
- 8:59sowohl der Betroffene, der ehemals von Depressionen Betroffene, der bei uns hier war
- 9:05und im Gespräch berichtet hat als auch der Angehörige einer an Depression erkrankten Frau
- 9:10berichtet, dass das eine ganz heikle Geschichte ist und dass sie eben wissen aus eigener Erfahrung,
- 9:17wie sensibel man in diesem Umfeld umgehen kann mit der Sprache, aber das gilt natürlich für alle Umfelder generell
- 9:24und deswegen wollen wir das natürlich auch gerne als Tipp für uns heute mitnehmen.
- 9:28Du hast eben was ganz Wichtiges gesagt, du hast von automatisierten Mechanismen gesprochen.
- 9:34Deswegen ist es natürlich auch umso schwieriger für uns alle, wenn wir diese Glaubenssätze haben
- 9:41und jeder hat irgendein dieser Glaubenssätze in sich, uns die bewusst zu machen
- 9:46und dann auch bewusst daran zu arbeiten und die umzuformulieren oder umzudrehen für uns.
- 9:52Wie kann das gelingen? Hast du da einen Tipp oder weißt du aus der Erfahrung,
- 9:57wie man überhaupt diese Glaubenssätze ins Bewusstsein holt?
- 10:02Also letztendlich ist da wirklich ganz intensive innere Arbeit erforderlich
- 10:10und da möchte ich ganz klar unterscheiden, es gibt Glaubenssätze,
- 10:14auf die wir vielleicht ein bisschen schneller kommen durch Reflexion, wo stoße ich im Alltag immer wieder an meiner Grenzen
- 10:21oder auch zum Beispiel mit welchem Lebensbereich bin ich dann immer mal wieder unzufrieden.
- 10:26Es ist zum Beispiel die Finanzen, es ist Freundschaften, mein Job, mein Beruf, bin ich es selbst,
- 10:35es ist mein Körper, meine Gesundheit, da können wir dem schon oft auf die Schläche kommen,
- 10:39weil wenn ich zum Beispiel in meinem Job immer unzufrieden bin
- 10:43und zum Beispiel schon ganz viele Stationen durchlaufen habe,
- 10:46kann es sein, dass es nicht nur an meinen Vorgesetzten oder an den Teams liegt,
- 10:50sondern dass ich auch einen eigenen Anteil daran habe, warum ich immer wieder unzufrieden in meinem Job bin.
- 10:55Das können oft auch Glaubenssätze sein und da kann ich schon mal darauf aufmerksam werden
- 11:02und auch durch die eigene Reflexion, wo bremme ich mich immer wieder selbst aus,
- 11:09wo bin ich immer wieder im Zweifel, wo bin ich immer wieder im Stress,
- 11:13wo stehe ich mir immer wieder selbst im Weg
- 11:16und gleichzeitig möchte ich auch darauf aufmerksam machen, dass Glaubenssätze etwas tief emotionales sind,
- 11:21was oft sehr im Unterbewusstsein verankert ist
- 11:24und dass es da, wenn es wirklich sehr tief greifend ist und sehr emotional,
- 11:29auch sehr sinnvoll sein kann, sich mit einer professionellen Expertin oder einem professionellen Experten,
- 11:35das kann eine Psychologin, psychotherapeutische Unterstützung
- 11:40oder von einem ausgebildeten Coach da sich wirklich Unterstützung zu holen,
- 11:45das ist dann auch wirklich empfehlenswerter.
- 11:47Kommen wir selbst irgendwann nicht weiter, aber unser Hirn ist natürlich auch clever
- 11:52und ich vergleiche das immer so ein bisschen wie unser Unterbewusstsein ist,
- 11:57wie ein Mensch mit ganz vielen Armen, der versucht gleichzeitig Bälle unter Wasser zu halten
- 12:03und wenn wir in Stresssituationen kommen, kann das sein, dass wir diese Bälle gar nicht alle gleichzeitig halten können
- 12:08und plötzlich ploppt ein Thema auf und wir werden getriggert und sagen,
- 12:11also es kann ja nicht weiher sein oder wir stehen uns so im Weg oder sind so blockiert
- 12:15und da merken wir, da haben wir ein Thema und das ist auf den Glaubenssatz.
- 12:19Ja, ja, das ist sehr gut beschrieben und das haben wir auch in der letzten Folge schon mal besprochen,
- 12:24als du gesagt hast, es passiert ja immer wieder, man kommt dann von der Arbeit nach Hause, hat besprochen,
- 12:29die Partnerin soll den Einkauf erledigen und dann ist das nicht gemacht
- 12:33und da muss man erstmal einen Schritt zurücktreten und gucken, warum denn eigentlich nicht?
- 12:38Welche Gründe hat denn die andere Person jetzt bewogen?
- 12:41Wahrscheinlich nicht, dass sie mich ärgern wollte und das Bewusst nicht gemacht hat,
- 12:44sondern es gab wahrscheinlich einen Grund und dann am besten nicht von sich selber auszugehen,
- 12:50sondern erstmal zu erfahren und zu hören, was waren denn die Gründe, die jetzt dazu geführt haben,
- 12:55dass es nicht wie besprochen ist, kann ja auch schon helfen.
- 12:59Jetzt haben wir ganz viel über negative Glaubenssätze gesprochen,
- 13:04aber es gibt doch bestimmt auch positive Glaubenssätze, die wir verinnerlicht haben
- 13:08und die uns tragen und die uns beispielsweise in Situationen, in denen wir unterbewusst reagieren, auch helfen.
- 13:17Wir haben es letztes Mal an dem Beispiel über die Situation von Verletzten gesprochen,
- 13:24wenn man am Unfallort eintrifft, dann haben wir Menschen eigentlich alle schon intrinsisch
- 13:29eine sehr gute richtige Haltung in uns, dass wir helfen wollen, dass wir da sind,
- 13:34dass wir auch die richtigen Botschaften senden und demjenigen vermitteln, du bist nicht alleine,
- 13:38ich kümmere mich, ich lass dich nicht allein, ich hole Hilfe.
- 13:42Das sind ja offenbar Reflexe, die dann gut funktionieren
- 13:48und gibt es noch andere gute innere Glaubenssätze und wie können wir die stärken für uns?
- 13:54Also diese ganzen positiven Glaubenssätze werden auch oft als Affirmation bezeichnet,
- 14:02also etwas, was wir uns positiv selbst stärken zureden.
- 14:06Das können auch Momente sein, wo unser selbst Wertgefühl plötzlich sich zeigt
- 14:13oder wo wir uns selbst wirksam fühlen.
- 14:17Ich habe das jetzt im Griff und das kann auch so was sein, wie dir passiert jetzt irgendwas auf der Arbeit,
- 14:23du merkst, oh Mist und im nächsten Moment merkst du, ach ich mache das schon.
- 14:27Ich sortiere mich nochmal, ich atme jetzt durch und dann arbeite ich eins nach dem anderen ab.
- 14:32Das ist zum Beispiel auch so ein positiver Glaubenssatz, ich mache das schon.
- 14:36Oder ich mache das jetzt Schritt für Schritt, wenn wir merken, oh ich bin jetzt plötzlich total gestresst,
- 14:40dass wir vielleicht dann in der Lage sind, uns zu sammeln und zu sagen, okay, ich atme jetzt durch,
- 14:46ich mache das jetzt Schritt für Schritt.
- 14:49Auch das kann ein positiver Glaubenssatz sein, wo wir uns selbst anleiten, wo wir merken,
- 14:54okay, ich bewahre jetzt die Ruhe und sammel mich.
- 14:57Auch das kann ein positiver Glaubenssatz sein und so stärken wir uns Schritt für Schritt selbst
- 15:04und das kann eine Stresssituation sein, da ist es besonders anspruchsvoll.
- 15:08Oder auch so im Ganzall täglichen, dass wir merken, oh das kann ich ganz gut oder mir fällt es leicht.
- 15:14Auch daraus kann ein positiver Glaubenssatz sein, wenn ich dich frage, Mensch, Schilo,
- 15:19wie ist das denn für dich in diesen Interviews, bist du ganz doll aufgeregt
- 15:24und fällt dir das total schwer, das zu tun und dann sagst du vielleicht, oh, nee, das macht mir richtig Spaß.
- 15:30Und dann merken wir, du bist in dem Ressourcenbereich, du bist in dem Kompetenzbereich
- 15:34und daraus kann ein positiver Glaubenssatz entstehen, je häufiger du diese Interviews führst,
- 15:40dass du denn, wenn ich dich frage bei einem Café, dass du sagst, oh nee Lisa, das kann ich ganz gut.
- 15:46Das macht mir Freude.
- 15:48Es ist trotzdem interessant, dass wir natürlich an den negativen Glaubenssätzen eher hängen,
- 15:52du hast es gerade beschrieben, die Worte haften natürlich irgendwie länger,
- 15:57als es vielleicht positive Worte tun für uns und umso wichtiger ist es natürlich
- 16:02und das finde ich eine ganz wichtige Erkenntnis, die du letztes mal erklärt hast,
- 16:05dass es für unser Gehirn auch keinen Unterschied macht, ob wir anderen gegenüber wertschätzend begegnen oder uns selber.
- 16:12Das heißt, wir schütten da offenbar auch Glückshormone aus,
- 16:18wir reagieren da mit Endorphinen und das Gehirn reagiert positiv darauf,
- 16:24auch wenn ich mich selber stärke, wenn ich mich selbst bestätige in dem, was ich tue.
- 16:29Vollkommen richtig. Ich würde da gerne nochmal kurz darauf eingehen auf diese negativen Worte,
- 16:35weil negative Worte wirken deshalb auch stärker als positive,
- 16:40weil wenn wir unter negativer Sprache leiden, werden Stresshormone ausgeschüttet
- 16:47und biochemisch ist es so, dass Stresshormone langsamer abgebaut werden als Glückshormone.
- 16:52Deshalb am Ende des Tages haben wir es auch oft so, wir haben irgendwas Blödes erlebt
- 16:57und vielleicht zehn tolle Sachen von, was erzählen wir, oft von dem Blöden,
- 17:01weil diese Glückshormone sind schon längst wieder abgebaut, auch in einem Feedbackgespräch beispielsweise.
- 17:06Uns wird was Nettes gesagt, aber auch kritisiert.
- 17:09Wir nehmen oft die Kritik mit raus, weil Stresshormone langsamer abgebaut werden.
- 17:13Außerdem leidet unser Hirn immer auch unter so einem Negativ-Bias.
- 17:18Das heißt Negativität ist oft mehr Gefahr, deshalb bleibt es länger im Gehirn
- 17:24und auch, das kommt auch noch dazu, das Wort wie Versage oder schwach oder wertlos,
- 17:31die sorgen schon für Stress.
- 17:33Auch wenn ich sage Steuererklärung, kann es sein, dass Stresshormone ausgeschüttet werden.
- 17:37Alleine einzelne Worte machen eine Stressresonanz im Körper
- 17:42und die Folgen, wenn wir ständig mit so negativen Worten konfrontiert sind,
- 17:47ist eine Stressüberlastung und unser Nervensystem ist überreizt, führt zu psychosomatischen Beschwerden,
- 17:54Angst zu stenden und vielleicht sogar auch Depression.
- 17:57Da müssen wir uns im Prinzip mit umso mehr positiven Worten aufladen.
- 18:03Am Ende des Tages wahrscheinlich und auch hier wollen wir ja versuchen,
- 18:08als erstes auf die negativen Auswirkungen von Sprache einzugehen
- 18:11und hinterher mit dem positiven Abschließen, damit es möglichst lange als Glücksgefühl stehen bleibt, sozusagen.
- 18:18Wenn wir jetzt nochmal auf die Situation von Antipression erkrankten Menschen eingehen,
- 18:25das ist ja Thema auch unserer Miniserie, über die wir hier sprechen,
- 18:30dann ist es ja ganz besonders wichtig, wie gesagt, dass wir uns einer sensiblen oder zumindest bewussten Sprache bedienen,
- 18:38das ist immer ein bisschen ein schmaler Grad, das haben die Gäste vorher, wie gesagt, auch beschrieben.
- 18:46Es ist nicht einfach, es bedarf auch eines Learnings im Umfeld dieser Menschen.
- 18:50Das kann man nicht von Anfang an richtig machen, weil eben auch gut gemeinte Ratschläge
- 18:55oftmals nicht gut rüberkommen oder falsch aufgenommen werden können
- 18:59und deswegen muss man sich da ran tasten.
- 19:02Aber was sind denn zum Beispiel Sätze, die helfen können im Umgang mit Depressiven
- 19:09und was sind Sätze, die schaden können oder die sie unter Druck setzen?
- 19:14Ja, also da sprichst du was ganz Wichtiges an,
- 19:17weil wenn wir einen Mangel an unterstützender Kommunikation bei Menschen mit Depressionen haben,
- 19:22verstärkt das die Symptomatik signifikant.
- 19:27Also wir wissen, wenn wir gar keinen Unterstützenden umfeld haben,
- 19:31dann kann das natürlich auch das Risiko für Depressionen erhöhen.
- 19:34Also diese Unterstützung ist wahnsinnig wichtig
- 19:37und jetzt ist natürlich die Frage, wie unterstützen wir denn?
- 19:39Weil du hast es schon vollkommen richtig gesagt, gut gemeint ist nicht immer gut gemacht.
- 19:44Und wir Menschen neigen dazu gerade, wenn es um jemanden geht, der uns so wichtig ist
- 19:49oder die uns so wichtig ist, da wollen wir helfen.
- 19:52Und helfen bedeutet auch, wir bieten Lösungen an, wir geben gut gemeinte Ratschläge,
- 19:57wir übernehmen plötzlich Verantwortung für eine andere Person
- 20:01und sind damit entmündigen können.
- 20:03Und kann ja aus unserer Perspektive eben.
- 20:05Ja, total.
- 20:08Und dann haben wir oft das Gefühl, na toll, wie man es macht, macht man es falsch.
- 20:13Und wir sind dann vielleicht total frustriert und sagen, wir wollen ja nur helfen.
- 20:17Und deshalb das erste Credo ist, zuhören statt reparieren zu wollen.
- 20:22Da ist niemand kaputt.
- 20:24Das heißt, es ist schon, wir sind oft viel zu schnell mit unseren Lösungen
- 20:29und ach, geh doch nochmal an die frische Luft und du musst doch auch mal was für dich tun.
- 20:33Oder dann geh doch mal zur Therapie, da musst du dich doch mal darum kümmern.
- 20:37Der geht es doch schon seit Wochen nicht gut.
- 20:39Und wir sind sofort in der Aktion.
- 20:42Erst mal zuhören und den Raum halten.
- 20:45Das klingt einfach und ist richtig, richtig schwierig.
- 20:49Den Raum zu halten, wo negative oder generell Emotionen stattfinden dürfen.
- 20:56Wo alle Emotionen erlaubt sind. Traurigkeit, Wut, was auch immer.
- 21:02Und wir denken oft, na ja, der ist doch schon so traurig in Häkchen der Mensch, der da die Depression hat.
- 21:10Das können wir doch jetzt nicht verstärken.
- 21:12Nein, wir verstärken das nicht, wir halten das.
- 21:15Und sagen, das ist jetzt gerade in Ordnung.
- 21:17Und wir wissen aus der Psychologie, dass Emotionen, die akzeptiert werden, auch schneller wieder abgebaut werden.
- 21:25Das heißt, wenn ich gerade akzeptiere,
- 21:27dass du wütend bist und ich sage, Mensch, also, das ist ja jetzt auch ein bisschen übertrieben,
- 21:30Shilo, dass du jetzt so wütend bist. Das verstärkt dich gut. Wenn ich sage, es ist genau voll.
- 21:36Und auch mit Recht, weil du dich ja gar nicht gesehen fühlst in deiner Emotion, wenn ich sage,
- 21:41dass das gerade vollkommen in Ordnung. Und ich sehe das, wenn ich akzeptiere das gerade,
- 21:46denn ist das viel eher eine Hilfe. Also anstatt dir zu sagen, na ja, dann geht es ja auch schlechter,
- 21:54oder stell dich nicht so an, oder du musst mal ein bisschen positiv denken, dann wird das schon wieder.
- 21:57Das ist nicht hilfreich. Also wir gehen da eher rein und sagen, ich bin da für dich. Es ist
- 22:06emotionale erste Hilfe, ich bin da für dich. Oder ich sage auch, wenn du magst, du musst mir das
- 22:10gerade gar nicht erzählen. Du musst gerade gar nicht sagen, ich höre dir zu. Oder ich bin da,
- 22:16wenn du so weit bist. Es bringt nicht, jemanden unter Druck zu setzen. Oder auch wir wollen oft
- 22:24sagen so was wie, ach ich verstehe dich. Das ist gerade schwer für dich oder das ist gerade echt
- 22:28hart. Nee, ganz ehrlich, du verstehst es nicht, weil du diese Krankheit nicht, die Menschen sind
- 22:34krank. Und wenn du diese Krankheit nicht hast, müssen wir ganz ehrlich sagen, wir können es nicht
- 22:41richtig verstehen. Und dann fühlt sich jemand auch nicht so richtig ernst genommen. Und da ist es
- 22:48viel hilfreicher zu sagen, alles darf gerade sein oder ich bin gerade da. Oder auch zu fragen,
- 22:54kannst du mir vielleicht gerade schon sagen, was dir helfen würde und nein zu akzeptieren,
- 23:00weil die Frage vielleicht gerade überfordernd ist. Und manche können ihr Bedürfnis äußern und
- 23:05sagen, ich brauche Gratur oder es reicht, wenn du da bist. Genau, diese gemeinsame Basis ist,
- 23:11glaube ich, ganz entscheidend. Und durchaus auch, das haben auch die Gäste vorab gesagt,
- 23:16im Gespräch zu bleiben. Also man muss nicht immer über die Themen reden, die einen beschäftigen,
- 23:21das stimmt. Aber man sollte immer wieder versuchen, das Gespräch zu suchen und sich
- 23:26einfach auszutauschen. Und wenn es da mal gar nicht geht oder der andere reagiert nicht drauf oder
- 23:32das kommt gerade nicht an, dann auch erst mal lassen, aber trotzdem wieder den Versuch starten.
- 23:36Ich glaube, das ist auch ganz wichtig und natürlich auch nicht einfach. Aber davon lebt,
- 23:42glaube ich, das Ganze eben auch, dass man signalisiert, wie du es gerade so schön auch gesagt hast,
- 23:46man ist da, man probiert es gemeinsam und man lässt den anderen nicht dabei alleine. Jetzt hast
- 23:52du in deinem Buch unter anderem ja auch über das Thema passive Aggressivität gesprochen. Also
- 24:00passive aggressive Sätze, die wir in der Sprache nutzen, ohne es auch zu merken, welche Auswirkung
- 24:07das hat. Und dazu gehört zum Beispiel schon so ein Satz wie ja, aber. Also wenn ich den anderen
- 24:13gar nicht richtig, ich habe zwar gehört, was er gesagt hat und grundsätzlich sage ich auch erst
- 24:18mal ja, habe ich verstanden, aber meine Sichtweise ist das und das und das und damit setze ich dann
- 24:24auch erst mal wieder das Gegenteil dem anderen entgegen. Das sind natürlich so ganz kleine
- 24:31unterbewusste Hürden, die wir nehmen müssen, wenn wir daran wirklich arbeiten wollen, uns mit
- 24:37bewusster Sprache auseinanderzusetzen und die passieren ja immer wieder überall im Alltag.
- 24:43Aber genau solche Dinge sind es und was sind noch Beispiele, die du hast für eine passive
- 24:50aggressive Sprache? Also passive aggressive ist letztendlich, ich täusche auch ein Stück weit
- 24:59etwas vor und ich möchte hier betonen, dass machen Menschen oft nicht mit Absicht, sondern weil
- 25:03sie es nicht gelernt haben. Also zum Beispiel wir arbeiten an einem an einem Projekt zusammen und
- 25:09du fragst mich Lisa, ist das eine Ordnung so für dich, wenn wir das jetzt so machen? Ich habe mir
- 25:12das und das überlegt und ich sage ja, ja mach du mal. Ja, ist super, super Idee. Und du merkst,
- 25:19du spürst, wir arbeiten schon länger zusammen und Menschen spüren das ja. Also ich habe das Gefühl,
- 25:23es ist nicht in Ordnung. Da fragst du mich vielleicht nochmal, Lisa, ist es wirklich in Ordnung für
- 25:28dich? Und ich sage ja, ja passt schon. Und du weißt ganz genau, es ist nicht in Ordnung für mich.
- 25:32Und das ist richtig Machtdemonstration, weil du merkst, es stimmt etwas nicht. Du hast aber
- 25:38keine offensichtlichen Beweise, sage ich mal dafür und du sprichst mich nochmal an und du merkst es
- 25:45aber. Und das ist etwas, was wir ganz oft haben, gerade wenn Menschen nicht richtig gelernt haben,
- 25:50über Bedürfnisse zu sprechen oder Studien zeigen auch Kinder, die keine gesunde Streitkultur gelernt
- 25:55haben. Also Streitsituationen beispielsweise, die passieren und das der Tod geschwiegen wird. Also es
- 26:02gibt kein klärendes Gespräch danach, sondern nach ein paar Stunden kommen Mama und Papa wieder und
- 26:08ist alles wieder gut. Und für ein Kind ist es ganz, ganz schwierig und das schürt zum Beispiel
- 26:13passiv aggressives Verhalten, wenn Menschen nicht wissen, wie kann ich sagen, du danke, dass du
- 26:20dir so viel Mühe gegeben hast mit der Präsentation, Chilo, mit dem Einstieg bin ich nicht so glücklich.
- 26:26Können wir da bitte nochmal drüber gucken? Anstatt dass ich sage, nee, zu, wenn du meinst,
- 26:30dass das so gut ist, ja, dann mach doch so. Und das ist ja ganz, ich geb dir ja gar nicht die
- 26:35Chance dir da ein Feedback zu geben oder auch an mich ran zu kommen und meine Bedürfnisse, weil
- 26:41ja, dieses Zustimm habe ich jetzt so gelernt, aber es ist eine vermeintliche Zustimmung, genau wie
- 26:46dieses Ja, aber, ja, aber ist, um ehrlich zu sein, immer ein verstecktes Nein, weil ich mich nicht
- 26:53traurig als sein Nein, ich finde das nicht in Ordnung sage ich Ja, aber wir haben doch besprochen
- 26:58das. Ja, genau, ganz genau. Also deswegen, das ist mir vollkommen bewusst, dass es natürlich
- 27:05unterbewusste Mechanismen sind, die da greifen, aber gut, dass du es auch nochmal sagst, dass es
- 27:09einfach niemand absichtlich macht und niemand bedient sich absichtlich dieser Sätze. Wir sagen,
- 27:15dass alle das ein oder andere Mal in einem ganz harmlosen Zusammenhang und sind uns dann mit
- 27:20unter vielleicht gar nicht bewusst darüber, dass wir damit etwas auslösen, was wir gar nicht,
- 27:25was wir gar nicht beabsichtigt haben. Wenn wir uns jetzt dem heilenden Aspekt der Sprache zuwenden,
- 27:34also diesen Wegpusten von Schmerzen sozusagen als Eltern für kleine Kinder, wie kann uns eine
- 27:43bewusste Sprache helfen, das Wohlbefinden zu fördern und die Gesundheit zu stärken? Weil
- 27:50wir haben ja gelernt, dass die, das mentale Wohlbefinden auch sehr, sehr eng mit dem körperlichen
- 27:55Wohlbefinden zusammenhängt. Insofern, wie können wir Übersprache beisteuern?
- 28:02Letztendlich, indem wir versuchen, so ein bisschen die Wertung rauszunehmen,
- 28:09empathisch auf Menschen zuzugehen, anstatt zum Beispiel sowas zu sagen wie du solltest noch das
- 28:15und das machen oder du musst, ne, müssen, ist ein Stressauslöser, wissen wir aus vielen Studien.
- 28:21Erst mal es offen zu lassen, zu fragen, was wäre im Moment ein kleiner machbarer Schritt für dich
- 28:28oder ich habe eine Idee, möchtest du sie hören, weil wir sind ganz, ganz oft gut gemeint, übergriffig
- 28:35und damit entziehe ich dir Verantwortung und Selbstbestimmung, dass ich sage, also du musst
- 28:41jetzt das und das machen zu sagen, ich habe eine Idee, möchtest du sie gerade hören oder ich kann
- 28:47dir ein Angebot machen, bist du gerade überhaupt offen dafür und auch mal schweigen auszuhalten
- 28:54und grundsätzlich eine offene, eine offene Sprache zu haben und wir werten ganz, ganz oft, ganz, ganz
- 29:04oft werten wir andere Menschen und das ist wirklich, wirklich Übung war all das, ob das jetzt das
- 29:10Jahr aber ist, ob das die passiv-aggressive Sprache ist, das sind Sprachgewohnheiten,
- 29:15wir sind so groß geworden und ich möchte nicht sagen, alles ist per se falsch und gesunde
- 29:21Kommunikation bedeutet auch nicht jedes Wort auf die Goldfrage zu legen, sondern sich selbst immer
- 29:26wieder zu reflektieren und auch mal zurückzurudern zu sagen, ich merke gerade, da habe ich mich gerade
- 29:33nicht so sensibel ausgedrückt oder das hätte jetzt gerade auch anders rüber kommen können,
- 29:38ich setze noch mal neu an, weil wir sind ja auch alle in unserem Film und sind dann mal gestresst
- 29:43und sagen dann Dinge, wo wir denken, naja, das ist mir an einem guten Tag auch mal besser gelungen
- 29:48das auf den Punkt zu bringen und wie toll, dass du es merkst, also da auch ein bisschen liebevoll
- 29:53mit sich zu sein. Ja, also gerade im beruflichen Kontext hat man natürlich manchmal auch die Zeit
- 29:56nicht und dann ist es vermeintlich so unter Druck mal dahin gesagt und dann ist es aber
- 30:01wahrscheinlich sehr gut, wenn man hinterher nochmal aufeinander zugehen kann und das Gespräch sucht
- 30:06und sagt, ich hoffe, du hast es nicht falsch verstanden, das war so ein so gemeint oder so,
- 30:10lieber einmal zu viel als zu wenig vielleicht auch. Total und letztendlich wissen wir, dass Sprache,
- 30:16Resonanz im Körper schafft, das heißt, wenn wir eine positive Sprache haben, wird unser Parasympathikus
- 30:24aktiv und das ist der Teil in unserem nerven System, der so für Ruhe und Entspannung und
- 30:28Ausgeglichenheit sorgt und wir fühlen uns auch sicherer dadurch und teilweise wird die Kommunikation
- 30:35von depressiven Menschen auch als Früherkennung genutzt. Das heißt, man hat beobachtet in Studien,
- 30:43dass Menschen, die unter Depressionen leiden oder depressive Symptome haben, häufiger
- 30:49ich bezogen sprechen, also ich, mich, mein, nutzen oder absolutismen wie immer, alle, jeder, keiner,
- 30:57nie und auch Emotionsworte wie traurig, leer, hoffnungslos und je häufiger diese Worte genutzt
- 31:06werden, desto eher kann man diagnostisch sagen, steuert jemand gerade auf eine depressive
- 31:13Episode zu und da merken wir mal, wie eng der Zusammenhang ist von Sprache. Das ist natürlich ein
- 31:18sehr guter Tipp an der Stelle, den du gibst, da kann ja jeder und jede von uns auch einfach selber mal
- 31:23bewusster darauf achten, ob oder wo das im Umfeld stattfindet möglicherweise. Das ist sehr gut.
- 31:30Hast du ansonsten noch andere praktische Tipps, wie wir anfangen können, die eigene Sprache zu
- 31:39reflektieren? Also wir haben schon einiges genannt, also dieses Jahr, aber zum Beispiel ist ein Muster,
- 31:45was wir oftmals unterbewusst anwenden oder zumindest gar nicht bösebeabsichtigt irgendwie
- 31:50in einen Kontext stellen, aber gibt es noch andere praktische Tipps, wie wir anfangen können,
- 31:55ja, zu reflektieren darüber, wie wir etwas sagen? Ja, ich würde dir einfach mal eine Handvoll nehmen,
- 32:06wie eine kleine Hausapotheke, sodass sich die Höhrenden das aus der Apotheke rausnehmen können,
- 32:11wo sie es für den Ort passen zu mir, weil das ist ganz, ganz wichtig, wenn wir Sprache
- 32:14verändern, dass es authentisch ist, weil sonst sagt unser Gehirn auch, also unser Hirn merkt ja
- 32:21schon, wenn wir es veräppeln, das muss man ganz klar so sagen. Eine Möglichkeit ist zum Beispiel,
- 32:28das Reframing, also welchen Rahmen geben wir bestimmten Setzen? Ich kann zum Beispiel sagen,
- 32:3310 Prozent der Schülerinnen und Schüler sind durch die Klausur gefallen, also das negative in
- 32:41den Vordergrund stellen oder ich sage, Mensch, 90 Prozent der Schülerinnen und Schüler haben
- 32:45bestanden. Das ist ganz interessant, was stellen wir in den Fokus und bei diesem Reframing ist auch,
- 32:52wir sind oft so absolut in unseren Setzen, in meinem Buch schreibe ich zum Beispiel auch von einer
- 32:57Lehrerin, die im Coating sagt, ich bin viel zu streng zu meinen Kindern und dann im Kontext
- 33:05Reframing haben wir uns angeguckt, ist es wirklich strenger und sie hat herausgefunden,
- 33:10naja man könnte es auch als Klarheit bezeichnen, ich bin sehr klar in meinen Aussagen und in der
- 33:15Schule, in dem Kontext Schule ist das ein ganz ganz wichtiger Skill, den ich habe. Da brauche ich
- 33:22diese Klarheit, die vielleicht manchmal so aussieht wie strenger und damals zu gucken,
- 33:27in welchen Kontexten ist dieses Verhalten, was du zeigst, vielleicht sogar richtig wichtig und
- 33:34eine Ressource für dich und in welchen Kontexten ist es vielleicht ein bisschen schwierig oder
- 33:41neben dem Kontext Reframing gibt es auch dieses Bedeutungsreframing, dass wir gucken, ist es
- 33:48wirklich strenger oder ist es vielleicht sogar Klarheit, bist du so doll neugierig oder bist
- 33:56du ein sehr wissbegieriger Mensch, ist das Kind irgendwie störend oder ist es durchsetzungsstark,
- 34:01also es ist ja immer die Frage, es geht hier nicht darum und das ist ganz wichtig, die Dinge schön
- 34:04zu reden, sondern sie wirklich mal in einem anderen Rahmen zu betrachten, um mal zu gucken,
- 34:09ist jemand zu extrovertiert und zu laut oder ist jemand begeisterungsfähig, also es ist ja die
- 34:20Frage, wie frame ich etwas, das ist der erste Tipp, den ich mitgeben möchte, einfach mal ein paar
- 34:28Perspektivwechsel, wo ist mein Verhalten vielleicht positiv oder wo war es mir auch dienlich, zum
- 34:33Beispiel so eine Leistungsfähigkeit, Menschen die sich sehr überarbeiten zu sagen, es hat mich
- 34:39dahin gebracht, wo ich gerade bin und gleichzeitig merke ich, es macht mich an der einen oder
- 34:45anderen Stelle krank oder erschöpft, dass man nicht alles sich selbst übel nimmt, das ist das erste,
- 34:51was ich mitgeben möchte. Das zweite, was ich mitgeben möchte, ist Affirmationen, ich nenn es ja
- 34:59gerne Wortmedizin, auch mal zu gucken, welche Sätze tun mir gut und Tier ist ganz wichtig,
- 35:05dass das Sätze sind, die ich mir auch selbst glaube. Wenn ich der festen Überzeugung bin,
- 35:09ich bin nicht gut so wie ich bin und sage mir jetzt jeden Morgen, Spiegel, ich bin hier der
- 35:13beste Mensch der Welt, ich bin eine richtige Rakete und eine richtige Maschine, da sagt mein
- 35:17Gehirn auch alles klar, so langsam mache ich mir wirklich ein bisschen Sorgen und das verstärkt
- 35:23eher negative Glaubenssätze, wenn ich das Gefühl habe, das ist gerade richtiger Quatsch, da ist
- 35:30die Wortmedizin es klein schrittlich zu machen, ich fange langsam an, mich ein bisschen mehr zu
- 35:37akzeptieren, so wie ich bin, vielleicht ist es das auch am Anfang oder manche können mit den
- 35:41Sätzen gar nichts anfangen, die brauchen Fragen, das nennen wir Affirmation, das bedeutet, warum
- 35:49wird es mir wohl gelingen heute meine Meinung zu äußern, was wäre vielleicht der erste Beweis,
- 35:54dass ich ganz okay so bin, wie ich bin oder was spricht denn dafür, dass ich gut mit meiner
- 36:01Sensibilität umgehen kann oder warum darf ich mich denn heute so fühlen, also dass ich eher
- 36:08meine Frage stelle, weil unser Gehirn liebt Fragen und jede Frage, der kommt automatisch eine Antwort,
- 36:14deshalb fällt es uns so schwer in Interviewsituationen, wenn uns eine Frage gestellt wird, das auszuhalten,
- 36:21wenn danach noch was gesagt wird, weil unser Gehirn freut sich, denkt sich, oh cool, eine Frage
- 36:26oder Kinder in der Schule, die ihre Arme hochreißen, sagen, geil, eine Frage und deshalb für Menschen,
- 36:32die sagen Affirmation, Lisa, geh mir weg, hör mir auf, ich kann damit nichts anfangen,
- 36:37dann stellt ihr doch meine Frage und für alle anderen, die sagen ja, oh, manche Sätze gehen
- 36:42so in Resonanz mit mir, das tut mir so gut, da darf ich mich wirklich mal häufiger daran erinnern,
- 36:48schreibt ihr kleine Zettel, bei mir hängt im Badezimmerschrank, ich schaue liebevoll auf mich
- 36:53heute, ich mache den Schrank auf und sehe das oder bei einer Freundin von mir hängt irgendwas im
- 36:58Kühlschrank, weil sie ein Thema hat mit ihrem Körper und mit der Ernährung und da manchmal
- 37:02richtig streng zu sich ist oder in meiner Wohnung hängt an der Wohnungstür auch ein Zettel und
- 37:09bei mir sind die überall verteilt, dass sich mein Hirn auch immer mal wieder liebevoll daran erinnern
- 37:14und tausche ich das immer mal aus und das sind so, es sind vor allem die Kleinigkeiten, die dann
- 37:20einen großen Unterschied machen und gerade diese Wiederholung ist so wichtig, weil negative Glaubenssätze
- 37:27wiederholen wir ja auch ständig. Die bewusste Wiederholung, die uns dann stärkt, das muss man
- 37:33sich natürlich immer selber wieder ins Gedächtnis rufen. Ja, total und es sind wirklich so diese
- 37:40Gewohnheiten aufzubrechen, also auch die Sprachhygiene im Alltag, wie redest du über dich vor
- 37:46anderen? Ach du weißt ja wie ich bin, ich bin auch immer chaotisch, ich bin total verballert,
- 37:52ständig lass ich alles liegen oder naja, ist ja nun wirklich nicht meine Stärke,
- 37:56wir reden uns selbst schlecht vor anderen Menschen, würdest du das auch vor deiner
- 38:02Kollegin, die Kollegin steht neben dir, würdest du sagen, also die Kollegin, also die ist aber
- 38:07auch verballert, weil so unter uns gesagt und die steht neben dir, das machst du mit dir selbst
- 38:12teilweise, das ist respektlos, da können wir schon anfangen, dass uns das mal bewusst wird,
- 38:18weil manchen ist das gar nicht bewusst, dass sie sich in aller Öffentlichkeit schlecht reden,
- 38:23das hast du nicht verdient, das ist nicht in Ordnung. Also da kommst du natürlich auf das
- 38:28Maß an und darauf, ob man das jetzt gerade in einem Kontext sagt, so wenn ich jetzt an
- 38:33mich denke, wo es jetzt auch offensichtlich gerade ist, dass ich irgendwas gerade vergessen habe,
- 38:39woran ich hätte denken müssen oder so, dann macht mir das nichts aus, das zu sagen, aber deswegen
- 38:44ich habe das Maßvolle, ist da ganz sinnvoll noch an der Stelle, natürlich kommt es aber darauf
- 38:51auch an, wie sehr wir das dann glauben, was wir sagen, also wie sehr das um uns verankert ist.
- 38:56Absolut, auch in unserer Selbstbeziehung, das sehen wir ja auch in Freundschaften oder
- 39:01in Partnerenschaften, wenn man da mal vielleicht ein Spruch sagt, dass man weiß, man ist so sicher
- 39:06verbunden mit dem Partner, der Partnerin oder mit sich selbst, dass man sagt, ach, da lache ich
- 39:11jetzt mal drüber, ich kann das gut einordnen, das ist eine ganz wichtige Ergänzung, die du
- 39:15gerade sagst oder ob sowas ständig kommt und ich das eigentlich auch ziemlich ernst meine.
- 39:22Ja, also ich glaube, wir haben sehr viele schöne Tipps von dir gehört, wie wir an unseren Sprachmustern
- 39:31arbeiten können, wie wir sie überhaupt uns bewusst machen können und wie wir B auch
- 39:36Gnädiger mit uns selbst umgehen können und respektvoller mit uns selber kommunizieren und
- 39:43natürlich zäh auch mit am wichtigsten den anderen mit Respekt gegenübertreten und Wertschätzung
- 39:50und an Kleinigkeiten feilen oder zumindest uns bewusst machen. Da habe ich den Bogen ein bisschen
- 39:56überspannter, könnte ich nochmal hingehen und das Gespräch suchen und klären, wie ich es eigentlich
- 40:00gemeint habe. Das finde ich sehr, sehr wertvoll und ich glaube, es ist ganz unabhängig von der
- 40:06Arbeit mit depressiven Menschen oder dem Leben oder dem Umfeld, in dem man lebt, wo vielleicht
- 40:13an Depression erkrankte Menschen vorkommen. Wichtig, dass wir uns das für uns selber in unserem
- 40:19Alltag immer bewusst machen, welche Bedeutung und Macht die Sprache hat und natürlich uns selber
- 40:25dann möglichst einer Sprache bedienen, die umso wertschätzner und respektvoller ist und lieber
- 40:30etwas mehr als zu wenig an der Stelle. Also ich hätte noch eine Ergänzung zum Thema Sprache,
- 40:38ich habe es in der Folge tatsächlich auch nicht ganz korrekt gemacht. Da sieht man mal,
- 40:42dass es, dass ein Sprachgewohnheit, wir sind manchmal unachtsam in unserer Sprache, weil
- 40:48wir haben oft Identitätssprachmuster. Das bedeutet alles, was nach ich bin kommt, ist
- 40:54Teil unserer Identität, ob ich sage, ich bin depressiv oder ich habe Depression oder bin an
- 41:00Depression erkrankt und so habe ich ja auch ganz oft von depressiven Menschen gesprochen. Das heißt,
- 41:05ich habe es auf die ganze Identität bezogen, auf den ganzen Menschen und du hast es gerade ganz
- 41:10korrekt gesagt, nämlich der Mensch ist an Depression erkrankt. Depression ist ein Teil von
- 41:16diesen Menschen und der Mensch bringt noch ganz, ganz viel unterschiedliches mit und das ist auch
- 41:22nochmal ganz interessant. Der Erkrankung ist ein Teil des Menschen und es ist nicht der ganze
- 41:28Mensch depressiv und das ist auch, das sind oft Kleinigkeiten, die wirklich eine große Wirkung
- 41:35haben und so dürfen wir alle immer mal wieder achtsam auf unsere Sprache schauen und das ist
- 41:42ganz wichtig und ich versuche auch selber immer den Unterschied zu machen, wenn ich zu Hause zum
- 41:47Beispiel zu den Kindern irgendwie sage, dein Verhalten stört mich jetzt hier, nicht, es bist
- 41:53nicht du, mit dir ist nichts falsch, es ist das Verhalten, was gerade nicht passt und das ist
- 41:58glaube ich ein ganz wichtiger Unterschied und wie du es gerade gesagt hast, auch die Krankheit,
- 42:02dann als Krankheit zu identifizieren und zu benennen, ist ja genau das gleiche Muster an
- 42:08der Stelle. Man bewertet nicht den Menschen, der insgesamt krank ist und ein depressiver,
- 42:14sondern er ist an Depression erkrankt und das geht hoffentlich auch wieder vorbei mit der
- 42:19richtigen Unterstützung. Ja, absolut. Ich danke dir ganz herzlich, liebe Lisa, für deine Zeit und
- 42:25ganz, ganz herzlichen Glückwunsch nochmal zu deinem großartigen Buch Erfolg. Es ist im Februar
- 42:30erschienen und nach so kurzer Zeit, wir haben es jetzt April schon in der Amazon Besteller Liste
- 42:35gelandet, herzlichen Glückwunsch und ich sage vielen Dank, Lisa Holtmeier. Vielen, vielen
- 42:41Dank für das Gespräch und die herzlichen Worte, tschüss.
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