Latest / Im Bett mit Buch / Berlin, Berlin
Transcript
- 0:03Einen wunderschönen Frühlingsguten alles dir, lieber
- 0:09kurz. Ja, tach.
- 0:13Auch dir wünsche ich, liebe Monique, einen wunderschönen
- 0:16Frühlingsguten. Alles das gefällt mir gut und
- 0:20dieses wunderschöne Frühlingsguten alles geht
- 0:22natürlich auch raus an euch, liebe Zuhörerschaft und
- 0:25Willkommen zu unserer neuen Folge des Podcastes im Bett mit
- 0:31Buch. Kurt, Weißt du, warum ich gerade
- 0:35über den Frühling gesprochen habe, warum ich ihn unbedingt
- 0:37mit einbauen musste in die Begrüßung?
- 0:39Nach den 7 Monaten Winter kannst du von mir aus durchgehend über
- 0:43Frühling sprechen, aber du hattest einen bestimmten Grund.
- 0:46Ich hatte einen ganz, ganz bestimmten Grund.
- 0:48Ja, und zwar gibt es eine Stadt, die im Frühling die schönste
- 0:53Stadt der Welt ist, sagt eine Freundin von mir, und ich finde,
- 0:57sie hat absolut recht. Hanoi.
- 1:03Ganz dicht dran also ich würde mal sagen, ja nee, na vorbei.
- 1:09Ich nehme an, deine Freundin spricht vom Frühling in Berlin.
- 1:12Ja Ah, findest du auch der Frühling?
- 1:14Also für mich ist es der, der da halte ich es mit Alphaville
- 1:17Summer in Berlin, also für mich ist es der Sommer der Berlin so
- 1:21unglaublich lebenswert macht und über die restlichen 10 Monate
- 1:25dann auch hinwegtäuschen kann. Und Frühling ist.
- 1:28Warum findest du nicht Frühling überall wunderschön oder warum
- 1:31gerade in Berlin so? Besonders also wahrscheinlich
- 1:34einfach, weil der Kontrast so groß ist.
- 1:36Ne, leider also Berlin. Berlin ist ne tolle Stadt, aber
- 1:40Boah Winter in Berlin muss man schon wollen.
- 1:43Ja das muss. Man schon wollen ist auch schön.
- 1:46Ich will das gar nicht. Es war aber auch dieses Jahr
- 1:51besonders hart. Es es war besonders hart und.
- 1:57Ja, ich bin sehr froh, dass ich zu Beginn des Frühlings, der ja
- 1:59nun Gott sei Dank auch schon n paar Wochen her ist, dann auch
- 2:02wieder etwas von der Stadt hatte und sie betreten konnte.
- 2:06Das stimmt. Das den Winter sozusagen in
- 2:09einem nahezu Winterschlaf verbracht haben.
- 2:12Eigentlich hast du es ganz gut getimed.
- 2:14Ne muss man sagen, deine deine ist eight weeks of rest and
- 2:18relaxation wie man Odessa moschwek sagen würde
- 2:22wahrscheinlich. Nee, ich bin natürlich, es ist
- 2:27es ist, es ist toll, wirklich dann zu sehen, wie irgendwie
- 2:30plötzlich das Leben wiederkehrt und man rausgeht, ohne dass sich
- 2:35die Wirbelsäule direkt zusammenzieht vor lauter
- 2:38Schreck, was da draußen schon wieder an Kälte vorherrscht.
- 2:42Also ich bin echt dankbar. Ja, und dann?
- 2:44Dann ist es doch auch so. Es sind irgendwie so 2
- 2:46Sonnenstrahlen blinzeln irgendwie in die Stadt und
- 2:48sofort sitzen die Leute draußen richtig in straßencafés, es
- 2:52laufen immer die ersten Männer in kurzen Hosen rum.
- 2:54Finde ich total erstaunlich. In kurzen Hosen und T Shirts.
- 2:57Das finde ich auch eher. Witzigerweise sind Menschen
- 3:00plötzlich nett, ja, das irritiert mich immer so ein
- 3:02bisschen, wo man denkt, warum lächeln sie mich an, Triebtäter,
- 3:08alter. Aber es ist, es ist ganz
- 3:11erstaunlich, das merkt man glaub ich auch an vielen, die nach
- 3:13Berlin kommen, im Frühling oder im Sommer und dann den ersten,
- 3:16also wie viele Leute an dieser Stadt scheitern nur aufgrund von
- 3:19klimatischen Bedingungen, weil die sagen, sorry, aber das ist
- 3:22mir echt zu hart hier, und wenn man jetzt irgendwie aus dem West
- 3:25oder Südwestdeutschland kommt, kann ich das vollkommen
- 3:27verstehen, dass es einem hier echt zu hart ist.
- 3:30Das ich fand das auch ne ne ne interessante Erfahrung
- 3:34mitzubekommen, dass wenn man weiter südlich in Deutschland.
- 3:37Ist der Winter so anders ist oder auch diese Übergangszeit
- 3:41nicht so schlimm ist und da da dachte ich, warum hat mir das
- 3:45dann keiner früher? Das stimmt, du.
- 3:49Bist ja, das hab ich damit Anfang 20 wissen müssen.
- 3:54Das stimmt ja. Also für mich ist immer das
- 3:56Faszinierendste ehrlich gesagt die der Unterschied, wie lange
- 4:01es hell ist draußen. Also meine.
- 4:04Schwiegereltern in der Nähe von Freiburg, die haben es glaub ich
- 4:0940 Minuten abends länger hell. Es ist dann natürlich auch 40
- 4:13Minuten morgens wird es auch erst später hell, aber ehrlich
- 4:18gesagt wen interessiert das, da Schlaf ich noch mir ist das
- 4:21vollkommen egal. Ich finde es länger hell.
- 4:26Viel, viel schöner. Und mich regt diese
- 4:29Allhalbjährlich, Wiederaufkehrende oder
- 4:32wiederauftretende Diskussion wegen der Zeitumstellung so auf.
- 4:36Wenn dann das ist doch voll unnötig.
- 4:37Und diese blöde Zeitung stell ich so.
- 4:38Nein, also wenn wir die Zeitumstellung abschaffen, dann
- 4:41bitte nur auf Sommerzeit. Ich möchte nicht durchgehend in
- 4:45Berlin, ist irgendwie nachmittags um 4 dunkel.
- 4:49Ich hab ja, ich hab ja vor vor anderthalb Jahren n paar Wochen
- 4:53im im Schwarzwald in der Nähe von Freiburg verbracht und hab
- 4:56dann quasi immer beim. Beim beim Zoom Skulpen Facetime,
- 5:03also beim beim Videotelefonat am frühen Abend gemerkt, dass es in
- 5:09Berlin einfach schon finster war.
- 5:10Ist krass, ne. Und ich noch einen schönen
- 5:12Sonnenuntergang ne im Fenster erblicken konnte.
- 5:16Darum sind die vielleicht auch alle so ein bisschen.
- 5:19Besser drauf. Aber ich mein, das ist ja auch,
- 5:21also was, was macht Berlin aus sozusagen kältedunkelheit
- 5:26schlechte Laune, voll lebenswert.
- 5:31Ja, ja, was macht Berlin aus? Ich versuch manchmal, Berlin so
- 5:36aus den Augen einer Touristin zu sehen und dann irgendwie nicht
- 5:40so genervt zu sein, weil ich mit meinem Fahrrad jetzt eigentlich
- 5:44dreimal knapp. Einem schweren Unfall entgangen
- 5:47bin und wenn ich durch Mitte fahre, mich durch
- 5:53Touristenströme schlagen muss und und sondern zu denken, ach
- 5:59wie wie, wie geht es mir, wenn ich jetzt irgendwo in einer
- 6:01Stadt im Urlaub bin und ich bin dann da an den Hotspots, wo die
- 6:03Touris alle hingehen, landet man ja dann doch mal und.
- 6:08Sehe Menschen, die da zur Arbeit gehen oder radeln oder so und
- 6:11denke auch wie schön habt ihr es.
- 6:12Ihr seid immer hier und das denken die jetzt bestimmt auch,
- 6:16die haben nur eine sehr seltsame Art und Weise das zum Aufsitzen
- 6:18bringen indem sie sich mir in den Wegstellen und.
- 6:23Dieses in den Wegstellen, das ist ja, ich finde, was war, das
- 6:27gab diesen Berlin Zitat in Berlin darfst du alles außer im
- 6:32Weg stehen. Ja, das stimmt.
- 6:35Und das ist fällt mir immer so auf, aber hatten, das hatten
- 6:38wir, glaube ich, in unserer New York Folge schon mal besprochen,
- 6:40dass dort Menschen, wenn sie stehen bleiben, um in ihr Handy
- 6:43zu gucken oder was auch immer, automatisch an den Rand treten.
- 6:46Touristen in Berlin können das nicht, die bleiben Grund, und
- 6:50ich finde es total faszinierend, wenn man das beobachtet, wo
- 6:52bleiben Menschen stehen, du hast einen breiten Bürgersteig.
- 6:56Und der wird plötzlich enger wegen einer Baustelle oder
- 6:58irgendwas. Und genau an dieser engen Stelle
- 7:00bleiben Menschen stehen, um in ihr Handy zu gucken oder ein
- 7:03Schwätzchen zu halten. Nicht nur Touristen, auch
- 7:06Berliner und Berlinerinnen. Also das ist eine Sache, die mir
- 7:08besonders aufgefallen ist, hat sich mit den Unterarmgehstützen
- 7:12unterwegs, weil in der Stadt, wie sich das anfühlt, wenn
- 7:17Menschen, gerade weil sie irgendwie ein Handy haben.
- 7:22Stehen bleiben, mitten auf dem Weg oder an einer besonders
- 7:25engen Stelle und du hast keine Möglichkeit, dich irgendwie an
- 7:29ihnen vorbei zu sneaken, weil du einfach ein bisschen mehr Platz
- 7:33brauchst. Ja, du bist nicht so beweglich.
- 7:38Die das gar nicht mitkriegen, für die das absolut normal ist.
- 7:42Und ich muss jetzt stehen bleiben.
- 7:45Ich will hier was sehen, ich will hier was tippen, mich
- 7:47beschäftige gerade, was ich muss darüber nachdenken.
- 7:52Oder auch, was ich besonders liebe, wenn n Fahrradfahrer
- 7:56innen vorne an der Ampel stehen und dann auf ihr Handy gucken
- 8:03und nicht mitkriegen, wenn es grün ist und du kommst nicht
- 8:05vorbei. Ja, also es ist erstaunlich.
- 8:10Dieses Handy schauen ist also für mich auch wirklich ein
- 8:13ewiger Quell der Ärgernis. Ja, Sie.
- 8:15Zugeben, manchmal ertappe ich mich selber dabei, denk so, oh
- 8:18ich stell mich aber schnell an den Rand, ich möchte nicht
- 8:20derjenige sein, der genau das falsch macht und das ist doch so
- 8:24erstaunlich in einer Stadt andauernd im Weg zu stehen, von
- 8:26der man eigentlich weiß, dass alle Menschen so hektisch sind
- 8:29und Eile haben. Ich hatte ein ein schönes
- 8:33Kleines. Tucholsky Zitat ich meine, da
- 8:35gibt es natürlich 500000 Zitate über Berlin, aber das hier
- 8:38gefiel mir besonders, weil es leicht abgewandelt auch in
- 8:41unsere Zeit passen würde. Und zwar schreibt er, der
- 8:45Berliner hat keine Zeit, der Berliner ist meist aus Posen
- 8:49oder Breslau und hat keine Zeit. Er hat immer etwas vor, er
- 8:52telefoniert und verabredet sich, kommt Abgehetzt zu einer
- 8:55Verabredung und etwas zu spät und hat sehr viel zu tun.
- 8:59Und ich dachte mir, das ist doch toll, wenn wir jetzt Breslau
- 9:01oder Posen einfach ersetzen durch Stuttgart oder Düsseldorf
- 9:04sind wir eigentlich in der jetzt das.
- 9:06Stimmt aber so dermaßen. Und das ist und ich meine, es
- 9:12gibt so viele Zitate natürlich über diese Stadt, so viele
- 9:15Eindrücke, wir könnten. Also wir werden wahrscheinlich
- 9:19noch mal 20 weitere folgen Podcasts machen können, über
- 9:23Bücher zu Berlin, wir meinen. Keine Reiseführer.
- 9:28Keine Reiseführer und ich weiß nicht wie es dir geht, aber
- 9:32alleine. Alleine die erste Hälfte des 20.
- 9:37Jahrhunderts, das ist natürlich. Es macht natürlich Berlin recht
- 9:40interessant, dass es so viel Literatur gibt, die aber so neu
- 9:44ist in Anführungsstrichen, also wann fing Berlin an, wichtig zu
- 9:47sein, das ist jetzt ja auch noch nicht Jahrhunderte her, und
- 9:50vielleicht ist das tatsächlich n bisschen eine Erinnerung an auch
- 9:54Bücher über New York, also auch in Hülle und Fülle, aber
- 9:56tatsächlich vielleicht auch nur aus dem Rahmen der letzten 150
- 10:00Jahre oder 170 Jahre, sehr viel mehr gibt es gar nicht richtig.
- 10:04Und Berlin gibt es schon n bisschen länger als New York
- 10:07Zugebenermaßen. Aber es war ja auch wirklich die
- 10:09ersten Jahrhunderte einfach nur n Provinzkaff von irgendwelchen
- 10:12unwichtigen Fürsten und das fing ja recht spät an und dann mit
- 10:17einer Vehemenz, und ich meine, wir sind natürlich Berliner und
- 10:20beschäftigen uns auch viel mit der Stadt und auch viel mit
- 10:24Büchern über die Stadt, aber als wir das Thema uns ausgedacht
- 10:27haben, dacht ich auch, OK, da können wir jetzt wirklich
- 10:29Stunden und Stunden und Stunden füllen.
- 10:32Und ich weiß nicht, wie es dir geht, aber ich habe jetzt extra
- 10:34mal trotz dieses Tucholsky Zitats, sagen wir mal grob erste
- 10:40Hälfte des 20. Jahrhunderts links liegen
- 10:42gelassen, weil es an sich einfach schon also nur die
- 10:46Weimarer Republik füllt, füllt mehrere Stunden und ich wollte
- 10:52mich da jetzt gar nicht richtig reinbegeben, sondern bin ein
- 10:54bisschen auf andere Zeiten gegangen.
- 10:56Ich weiß nicht, wie es dir da geht.
- 10:57Ja, ich auch. Ich habe ein ein Buch dann doch
- 11:00noch aus der. Einer.
- 11:01Es ist nicht in der Weimarer Zeit entstanden, es spielt in
- 11:04der Weimarer Zeit, aber wirklich nur so, als kleines, als kleine
- 11:07Reminiszenz dabei. Ansonsten bin ich auch bei, also
- 11:13zeitlich bei den beiden Büchern, über die ich ein bisschen länger
- 11:16reden möchte, die Spielen nahezu zeitgleich in einer anderen,
- 11:21extrem wichtigen Zeit für Berlin, und trotzdem kommt man
- 11:24nicht auf den Gedanken, dass beide in der gleichen Stadt zur
- 11:26gleichen Zeit spielen. Oh, das ist cool, da bin ich
- 11:28sehr, sehr, sehr gespannt. Ich hab auch, also ich hab
- 11:31verschiedene Zeiten mir mir ausgesucht.
- 11:36Hab natürlich du wahrscheinlich auch, also so die
- 11:39augenscheinlichsten Sachen weggelassen, also auch hier ein
- 11:42Hinweis liebe Zuhörerschaft, wir wissen schon, dass es Bücher
- 11:45gibt wie Berlin Alexanderplatz. Wir beide nicht gelesen.
- 11:48Haben kann man doch trotzdem drüber reden.
- 11:51Oh, da fällt mir ein meine Güte, ich hab natürlich den Ernst
- 11:55Haffner. Aber gut, wir machen ja noch
- 11:58mehr, noch mehr Berlin folgen und habt Gnade mit uns.
- 12:05Es werden einfach sehr, sehr, sehr viele Titel ungenannt
- 12:08bleiben, die werden entweder noch mal wiederholt oder wir
- 12:11gehen davon aus, dass ihr sie eh schon gelesen habt.
- 12:17Und wenn ihr unbedingt oder wenn, wenn ihr findet, dass wir
- 12:20unbedingt von diesen Büchern wissen wollen, dann könnt ihr
- 12:22sie uns ja als. Buchtipp schicken für unser Buch
- 12:26fürs Bett und dann werden sie immer wieder in den nächsten
- 12:30Folgen so hinein gedroppt. Eure Berlin Buch, schätze das.
- 12:35Ist ne sehr sehr zauberhafte Idee und wenn ihr jetzt gar
- 12:38nichts einsprechen wollt, könnt ihr uns diese Tipps natürlich
- 12:41auch gerne auf unserer Insta Seite im Bett mit Buch
- 12:44hinterlassen. Ihr habt verschiedene
- 12:46Möglichkeiten, uns Infos zukommen zu lassen und wir
- 12:49freuen uns immer darüber, wenn ihr uns auch mit Tipps für
- 12:53Bücher fürs Bett kommt. Ja, sehr.
- 12:56Monique wir beide sind weder aus Breslau noch aus Posen, aber
- 13:00sind natürlich wie jeder gute Berliner kein geborener
- 13:03Berliner. Seit wann bist du hier?
- 13:06Ich bin im September. Am 2.
- 13:12September, am 1. September 1993 nach Berlin
- 13:15gezogen. OK, also bist du ein Jahr länger
- 13:18hier als ich. Ich bin im Herbst 94 nach Berlin
- 13:21gekommen, das heißt, wir 2 gehören zu dieser gebenedeiten
- 13:27Generation, die die 90er in Berlin verbringen durften.
- 13:32Obwohl wir das natürlich nicht wussten, dass wir zu irgendeiner
- 13:36besonderen Generation gehören. Denn das Besondere daran war ja
- 13:39damals, dass das so. Alles andere war besonders und
- 13:42wir waren einfach. Nur da richtig und durften es
- 13:46mitnehmen. Durften es mitnehmen, aber.
- 13:49Es ist, es ist schon ganz, wirklich ganz beeindruckend,
- 13:53wenn man sich so jetzt die Jahrzehnte oder ich mein ganz
- 13:56berühmt natürlich klar die Berliner Jahre 20er Jahre, die
- 13:58goldenen 20er, von denen alle reden, das ist ja, es ist ja so
- 14:02n bisschen wie jetzt London oder San Francisco, der 60er, nur
- 14:05dass es sich in Berlin so wiederholt.
- 14:07Also für mich war es immer das Berlin der 80er, lustigerweise
- 14:10dieses sehr, sehr. Kaputte Westberlin in dem Falle
- 14:13natürlich. Das hätte ich sehr gerne.
- 14:15Das hätte ich so gerne erlebt. Also es wäre wahrscheinlich war
- 14:18es furchtbar von innen heraus, weil es wirklich grau und düster
- 14:22und kaputt war. Nein.
- 14:23Das kann gar nicht sein, aber es es.
- 14:25Ging so gut. Ich hätte auch gerne, ich hätte
- 14:29auch gerne weiß ich nicht beim Einkaufen im wie hieß denn diese
- 14:34Supermarktkette damals im Bolle oder so?
- 14:38David Bowie getroffen oder natürlich Nickley die.
- 14:43Rolle auf der Hauptstraße? Oder mir n paar Wodka eingießen
- 14:51lassen vom Blick. Aber das würde ich würde ich
- 14:52sehr gerne. Das wäre ziemlich lässig
- 14:54gewesen. Das stimmt, obwohl ich auch gar
- 14:56nicht weiß, ob ich jetzt so lässig in den Achtzigern gewesen
- 14:59wäre. Keine Ahnung also die 90er habe
- 15:01ich auf jeden Fall ziemlich mitgenommen hier.
- 15:03In jeglicher Form. Also ich kann mir nicht
- 15:05vorwerfen, zu wenig gefeiert zu haben und das ist so schön, wenn
- 15:09man, wenn man das auch aus den Augen der jungen Leute sieht,
- 15:15die, wenn du denen erzählst, dass du in Berlin der 90er
- 15:18warst, die kriegen ja richtig glänzende Augen, das ist ja ein
- 15:21ein Nimbus, den wir da erleben durften und im Nachhinein, also
- 15:26klar in der Zeit selber hat man es einfach mitgenommen und und
- 15:29Freude gehabt. Aber im Nachhinein denkt man,
- 15:31meine Güte, was für ein Glück, das war ja wirklich, also in der
- 15:35Zeit, in dieser Stadt sein zu dürfen.
- 15:37Ich, ich weiß noch, dass ich damals gar nicht das Gefühl
- 15:40hatte, dass ich so viel gemacht hab, einfach weil es so
- 15:43unfassbar viel gab, also weil, weil das dass, dass, wenn man
- 15:47damals die City aufgeschlagen hat, allein das Angebot an an
- 15:52irgendwelchen Konzerten, irgendwelchen, also es war
- 15:54einfach so irreviel es war gar nicht möglich, auch nur
- 15:58ansatzweise. Alles mitzubekommen natürlich
- 16:01nicht. Und dann waren es gab einfach
- 16:04auch so viele Clubs und und dann wurde nach und nach, also es
- 16:09wurden immer andere gehyped und wenn du dann selber im weiß ich
- 16:12nicht im Delicious Donuts war es, dann war die New York Times
- 16:16schon wieder weg. Die war doch schon im Cookies
- 16:18gelandet. Da war doch schon.
- 16:20Was warst du vorher und dachtest, warte mal, da war das
- 16:22noch gar nicht cool und ich hab ich hab damit ja direkt in Mitte
- 16:27gewohnt in. In einer Wohnung mit dem Klo auf
- 16:32der halben Treppe und einer rausgerissenen Wand und der Putz
- 16:36war abgeschlagen von von der einen Wand und da drunter war
- 16:39dann halt eben der Backstein zu sehen und ach, es war so richtig
- 16:42herrlich, ganz ganz ganz toll und ich habe vor ein paar Jahren
- 16:48mit einer damals neuen Kollegin, die auch damals in Mitte gewohnt
- 16:52hat, haben wir uns unterhalten und es war wirklich so.
- 16:57Warst du in einer anderen Stadt, weil sie war?
- 16:59Wir waren wir, wir haben quasi auf unterschiedlichen
- 17:02Straßenseiten gewohnt und waren beide viel unterwegs und wir
- 17:06waren in unterschiedlichen Clubs, also es gab eine
- 17:09Überschneidung, die wir hatten, diese wunderbare Bar, die es
- 17:12immer noch gibt, des Hackbads und ansonsten.
- 17:15Komplett versteckt. Komplett und alles und und und.
- 17:18Ich ich hab natürlich davon gehört wo sie war und ich
- 17:20dachte, Oh ja stimmt, war mega cool und aber ja.
- 17:24Das ist natürlich das geile an der schieren Größe der Stadt ne
- 17:27und an der schieren Größe des Angebots, die es jetzt ja immer
- 17:30noch gibt, es jetzt nicht so, dass es jetzt keine Angebote
- 17:32mehr gibt, aber dass man wirklich über Jahre aneinander
- 17:36vorbei segeln konnte, weil man einfach in verschiedenen
- 17:39Peergroups unterwegs war oder einfach in verschiedene Clubs
- 17:41ging, wir selber, ich war durchgehend in den Neunzigern
- 17:47Westberliner, war dann eigentlich die größte Zeit im in
- 17:51Schöneberg. Und wir haben immer die Trips
- 17:55nach Ostberlin, so n bisschen, immer so als abenteuerreisen
- 17:58empfunden und dann besuchte man die Freunde in Mitte oder
- 18:01Prenzelberg, die in irgendwelchen runtergekommenen
- 18:04Nummern mit Kohle und man dachte gut, wie gut, dass wir zentral
- 18:06heißen haben in Westberlin. Also ich war da etwas verwöhnt,
- 18:09aber, und das aufregende, das weiß ich noch, dass wenn man
- 18:13damals irgendwie mit dem Auto durch die Gegend dödelte.
- 18:16Das ja zur Verwirrung des Klassenfeindes.
- 18:18Die Zufahrtswege von Berlin nach Westberlin, nach Ostberlin und
- 18:22andersrum, ja alle 3 Tage sich änderten.
- 18:25Es war ja andauernd Baustelle, und dann war plötzlich ne
- 18:26Einbahnstraße in die eine Richtung, dann in die andere,
- 18:28dann sorry, diese Straße existiert nicht mehr, bitte
- 18:30fahren sie jetzt über den Lärter Stadtbahnhof und mein also jedes
- 18:34Mal es n Abenteuer war, wo Lande ich eigentlich dieses Mal?
- 18:38Und das ist natürlich das Schöne, also ich hatte sehr viel
- 18:41Zeit auch an den Händen in den Neunzigern, das fehlt mir jetzt
- 18:44n bisschen. Dass man auch die Zeit hatte und
- 18:47sich nehmen konnte, die Stadt einfach zu erkunden, per Zufall
- 18:51einfach mal irgendwohin, mal gucken, wo man landet und dann
- 18:55über Monate und Jahre hinweg sich selber so n eigenes Bild
- 18:58der Stadt machen zu können, nen eigenen Grid, welche welche
- 19:02Kieze kommen? Ach guck mal, da ist der
- 19:03Zusammenhang das das ist natürlich eine riesen Geschenke
- 19:08in eine Stadt zu kommen. Und nicht sofort im Job zu
- 19:11starten und im Leben mit Familie und Kindern gar keine Zeit zu
- 19:14haben, sondern wirklich die Zeit und die Muße und den Bock zu
- 19:18haben, eine Stadt richtig zu erkunden und die Liebe zu Berlin
- 19:25ist für mich zumindest immer noch sehr, sehr tief, auch wenn
- 19:29ich jetzt oft verzweifle in der Stadt, aber irgendwie, es gibt
- 19:35keine Alternative. Nee.
- 19:37Nee, also ich meine, es gibt also ja, also es gibt natürlich
- 19:40die Alternative, wenn nicht alles so kompliziert wäre oder
- 19:45so. Also ich würde wahnsinnig gerne
- 19:47in London leben, aber das ist das Thema auf der in der Wiene.
- 19:51Werden wir sicherlich auch noch mal eine kleine Folge drüber
- 19:54machen können. Wir hatten uns kurz über London
- 19:56unterhalten und die bizarren Preise, die dort existierten.
- 20:00Aber eine eine gute Methode, um Berlin kennenzulernen, ist ja
- 20:03auch zumindest früher gewesen. Jetzt ist es leider aus
- 20:06offensichtlichen Gründen n bisschen schwieriger geworden.
- 20:09Häufiges umziehen, man landet ja mal jedes Mal in einem neuen
- 20:12Mikrokosmos und ich bin ziemlich viel in Berlin umgezogen und
- 20:20lass mich mal überlegen, also ich hatte Zehlendorf, Ich hatte
- 20:23Mitte, ich hatte Pankow. Ich hatte Rummelsburg, ich hatte
- 20:27Neukölln, ich hatte Schöneberg. Nicht schlecht also ich hatte
- 20:33Wilmersdorf, Schöneberg, Kreuzberg, Prenzeberg Mitte,
- 20:37also man ist auf jeden Fall so ein bisschen ein bisschen durch
- 20:42die Gegend gekommen, und ich fand das, was wir in den
- 20:47Neunzigern hatten, es gibt natürlich ein Berlin Buch, über
- 20:51das ich so gerne sprechen würde, hätte ich nicht schon drüber
- 20:53gesprochen. Leider nehme ich die
- 20:55Perfektionen von Vincenzo Latronico über die Expats in den
- 20:59Zehner Jahren und das, was wir sozusagen für die 90er hatten,
- 21:04hatten die Expats dann in den Nuller und Zehner Jahren und ich
- 21:08glaube, ich hatte da auch diesen klugen Satz paraphrasiert, dass
- 21:11es eben nicht nur darum geht, in welchem in welcher Zeit man in
- 21:14der Stadt ist, sondern. Wer man selber ist in dieser
- 21:17Zeit also das ist ist schon das Zusammentreffen von einer
- 21:20eigenen Generation mit dann einer gewissen Zeit in der
- 21:23Stadt, und das ist einfach nicht wiederholbar, und das ist so in
- 21:27diesem latronico Buch, die Perfektion so unglaublich schön
- 21:31beschrieben wie die beiden Helden oder Protagonisten des
- 21:35Buches Halt irgendwann weggehen aus Berlin und wieder kommen
- 21:37wollen und halt dieses alte Berlin wieder suchen.
- 21:40Aber es ist eben nicht nur das, Berlin hat sich
- 21:42weiterentwickelt, sondern sie selbst eben auch, sie sind älter
- 21:45geworden. Und dann muss man sich sozusagen
- 21:48wieder eine ganz eine ganz neue eigene Stadt schaffen.
- 21:53Oder man bleibt einfach in der Vergangenheit hängen und sagt,
- 21:57früher war alles besser. Nein, nein, nein, nein, aber.
- 22:02Es gibt jetzt ja auch ganz schöne Zeiten und das, was du
- 22:06gerade sagtest am Anfang, das ist ja das Spannende, dass du
- 22:09sagst, du hast 2 Bücher, die eigentlich zur exakt gleichen
- 22:13Zeit spielen, und man hat aber das Gefühl, das sind 2 fast
- 22:15verschiedene Städte, denn wir dürfen ja nicht vergessen, bei
- 22:18so einer Unmenge an Leuten gibt es natürlich auch eine Unmenge
- 22:21an verschiedenen Eindrücken und verschiedenen Stadtbildern, und
- 22:25je nachdem, wo du herkommst, bist du hier geboren.
- 22:28Bist du hierher gekommen? In welchem Stadtteil lebtest du,
- 22:31welche sozioökonomischen Umstände hatte man selber?
- 22:34Ist man hier zum Arbeiten oder zum Studieren?
- 22:36Es gibt ja so so, so viele verschiedene Varianten und wie
- 22:42großartig, dass es dazu die Literatur gibt, die uns diese,
- 22:46diese vielen verschiedenen Varianten auch noch näherbringen
- 22:50kann. Ich hab mich, ich hab mich zur
- 22:52Vorbereitung der Sendung gefragt, ob es irgendwas ganz
- 22:55spezifisches Berlin. Spezifisches in der Literatur
- 22:59gibt also etwas, was immer wieder genutzt wird, wofür
- 23:03Berlin genutzt wird, um etwas zu erzählen.
- 23:05Vielleicht können wir ja am am Ende, wenn wir unsere Bücher
- 23:08durch haben und da noch mal drüber drüber nachdenken, ob das
- 23:11so n, also so n bestimmtes Element gibt, wie zum Beispiel
- 23:15diese Kiezigkeit, ne, diese auch teilweise ja Abgeschlossenheit
- 23:19von von Kiezen oder eben auch so ne gewisse.
- 23:24Abgerissenheit bestimmter Grad an Chaos, den man in Berlin dann
- 23:29ja zuschreibt. Ob sich das so in den Büchern
- 23:32widerspiegelt oder eben auch genutzt wird, weil man anders
- 23:35die Geschichte gar nicht erzählen könnte.
- 23:37Und also Berlin steht ja so zumindest aus dem
- 23:40bundesrepublikanischen heraus. Ich weiß gar nicht, wie da jetzt
- 23:43die die Sicht der DDR auf ihrer Hauptstadt Ostberlin war, aber
- 23:48im bundesrepublikanischen Standes und davor ja auch schon
- 23:50auch immer für so was Verderbtes.
- 23:53Mal so, da ist das wilde Leben und und es gibt ja ganz, wir
- 23:57hatten das bei Wiki Baum schon mit Menschen im Hotel, wo dieser
- 24:01Mensch aus der Provinz kommt und es einfach überhaupt nicht
- 24:03fassen kann, wie diese Stadt funktioniert.
- 24:05Es gibt dieses berühmte Kästner Gedicht über die ein Ehepaar,
- 24:09die aus der Provinz nach Berlin kommen und dann so um Gottes
- 24:12Willen und einfach nur noch wieder abreisen wollen, weil es
- 24:14einfach. Und die gäbe es ja heute auch.
- 24:16Noch. Die gäbe es heute auch noch.
- 24:17Ja, also. Die Schreiben, die schreiben
- 24:19viele in diesem Internet. Was ist ist das dieses Internet?
- 24:25Das machen wir ein andermal. Aber genau, ich gehe sogar noch
- 24:29ein noch weit zurück in die Vergangenheit, zumindest bei
- 24:33einem Buch, was ich dabei habe, da ist es so ein bisschen
- 24:36verderbt, ist es natürlich auch. Ja, verderbt sind so meine
- 24:42glaube ich alle. Monique, Wer darf starten?
- 24:47Ach Kurt, Fang du doch mal an. Fang ich mal an.
- 24:50Ja OK, dann springe ich und ich springe auch dich direkt in die
- 24:56tiefe tiefe Vergangenheit. Wir blicken fast 170 Jahre
- 25:01zurück, wer hätte gedacht, dass Berlin schon in den 18
- 25:04Fünfzigern existierte, das wusste man ja gar nicht und ich
- 25:08hatte eine sehr, sehr schöne Krimireihe gelesen.
- 25:14Das ist die Wilhelm von der Heidenreihe das klingt jetzt n
- 25:17bisschen sperrig, meistens wird es aber zusammengefasst unter
- 25:21dem Titel des ersten Buches dieser Reihe, des Kummers Nacht,
- 25:24was n sehr schöner Titel ist. Der Autor dieser Reihe ist Ralf
- 25:28Knobelsdorf, und wir alle kennen nicht nur als Buch, sondern
- 25:33spätestens als Serie dieses Berlin Babylon.
- 25:37Was ja eine exorbitant hervorragende Krimireihe ist,
- 25:41die Berlin der 20er und 30er Jahre bespricht.
- 25:44Allerdings finde ich auch mittlerweile so durchgenudelt,
- 25:48dass also ich jetzt wirklich keine Lust hatte, mich damit
- 25:51weiter zu beschäftigen, sondern mal zu gucken, es gibt doch
- 25:54sicherlich auch andere Krimis und was der Ralf Knobelsdorf,
- 25:57das ist natürlich ein Pseudonym. Ich find es super sich auch
- 26:02Knobelsdorf zu nennen. Das hat so was
- 26:04altberlinerisches. Es ist wirklich ne gute gute
- 26:06Wahl für n Pseudonym und ich weiß gar nicht wer er ist,
- 26:09dieser Autor, aber er ist historisch extrem bewandert.
- 26:14Und wie du sicherlich weißt, aber vielleicht viele nicht
- 26:18wissen, hat sich die Topographie der Stadt ja komplett verändert.
- 26:22Also wenn du jetzt ein eine Straßenkarte der 1850er auf das
- 26:27jetzige Berlin legen würdest, da gäbe es nicht mehr viele
- 26:30Übereinstimmungen und das ist so faszinierend mit Ralf
- 26:35Knobelsdorf durch das Berlin der 1850er zu gehen, denn er ist.
- 26:41Manchmal wird ihm auch das zu Kritik gemacht.
- 26:44Ein bisschen zu detailversessen. Ich finde es eigentlich total
- 26:47spannend und toll als Stadtgeschichte, man kann mit
- 26:50ihm richtig durch Berlin Mitte gehen und sehen und erfahren,
- 26:54wie die Stadt halt damals. War es ist jetzt aber ja kein
- 26:59Berlin Reiseführer der 1850er, sondern ein Krimi, und das kurz
- 27:03zusammenzufassen. Der erste Teil, da wird uns
- 27:08vorgestellt, der Held unserer Reihe, das ist ein Jurastudent
- 27:11Wilhelm von der Heiden, und der ist nach Berlin gekommen, um
- 27:16Jura zu studieren, kommt aus einer, Ich glaube märkischen
- 27:18Adelsfamilie, irgendwo von einem gut.
- 27:21Die hatten jetzt n bisschen schlechte wirtschaftliche Jahre.
- 27:23Das heißt also, er muss auch eigentlich irgendwie mal schnell
- 27:27auch arbeiten und zu Geld kommen und da kommt ihm ein bisschen
- 27:30der Zufall zur Hilfe, denn er wird wirklich durch puren Zufall
- 27:35Zeuge. Eine Explosion aufgrund dessen
- 27:38dann eine Frau aus einem Fenster stürzt und stirbt.
- 27:42Und es ist relativ schnell klar, das ist eine eine adlige Dame,
- 27:47die da stürzt und dementsprechend ist natürlich
- 27:49die Behörden auch etwas schneller hinterher zu gucken,
- 27:52was passiert und er gerät erstmal selber unter Verdacht,
- 27:57weil er halt sozusagen der Erstbeobachter war, aber weil er
- 28:00eine so Wahnwitzig gute Beobachtungsgabe hat, er hat
- 28:03eigentlich n fotografisches Gedächtnis, was er auch wirklich
- 28:06übt, mit einem Kumpel wird. Der Kriminaldirektor von Herford
- 28:12auf ihn aufmerksam und will ihn abwerben.
- 28:14Aus dem Jura heraus, direkt für die Polizei, weil er sozusagen
- 28:18ein wirklich idealer Beamter wäre.
- 28:21Und das macht das Buch wirklich, wirklich, wirklich so spannend.
- 28:24Es ist eben nicht nur jetzt ein Kriminalfall, was ist mit der
- 28:27Frau passiert? Natürlich geht es in höchste
- 28:29Kreise und Verschwörungen und so weiter also es ist n spannender
- 28:31Kriminalfall, was es aber so unglaublich gut macht ist es ist
- 28:35eine Geschichte der Entwicklung der Berliner Kriminalpolizei,
- 28:40denn die gab es gar nicht, die wurde wirklich von diesem
- 28:44tatsächlich existierenden von Herford erfunden.
- 28:47Also es gab natürlich die Schutzpolizei und und und
- 28:51Wachmänner, die irgendwie an den Ecken rumstanden, aber richtig
- 28:53kriminalistische Arbeit, das kann man glaub ich auch n
- 28:55bisschen parallel sehen zur Entwicklung von Scotland Yard in
- 28:58London, also das sozusagen im 19.
- 29:00Jahrhundert. Kriminalistische Arbeit
- 29:02überhaupt richtig erfunden wurde.
- 29:04Und der Knobelsdorf nimmt jetzt also unseren Helden Wilhelm von
- 29:07der Heyden und lässt den auch wirklich kriminalistische Arbeit
- 29:13erfinden, was ich ganz schön finde, stimmt natürlich gar
- 29:15nicht, aber sagen wir mal, die die korrekte Absicherung eines
- 29:19Tatorts, also einfach wirklich, was man jetzt sozusagen als
- 29:22guter. Krimigucker schon als Basic
- 29:25weiß, was man so zu tun hat, wenn man an so n Tatort kommt.
- 29:28Das musste alles erst mal erfunden werden, das sind nicht
- 29:30erst mal 40 Leute durch das Blut latschen und und Sachen hin und
- 29:34herschieben und so weiter das hat also Erfundenermaßen unser
- 29:38Wilhelm von der Heyden sehr viel mit erfunden das.
- 29:40Ist ne sehr geile Idee. Ja, das ist ist toll.
- 29:43Er baut, der Knobelsdorf baut auch immer wieder historische
- 29:47Figuren ein, und zwar an interessanten Momenten ihres
- 29:50Lebens. Also es kommt Bismarck vor, aber
- 29:52es ist n junger Bismarck, der ist noch Abgeordneter in
- 29:54Frankfurt, da ist noch nichts mit Reichskanzler und so was,
- 29:57wir sind ja in den 18 Fünfzigern, und das ist so eine
- 30:00schöne Mischung an tatsächlich fast Sachbuch über Berlin in der
- 30:07Mitte des 19. Jahrhunderts dann gerade diese
- 30:10Entwicklung der Polizei. Ein äußerst sympathischer Held,
- 30:14finde ich, den wir da haben. Also es ist ne richtig richtig
- 30:18runde Nummer, da bin ich jetzt auch nicht der einzige der das
- 30:20fand, denn es gibt auch noch mehrere Teile, die auch spannend
- 30:23sind, also bislang gibt es 3 Teile insgesamt, der zweite
- 30:27heißt ein Fremder hier zu Lande und der Dritte heißt der Mann im
- 30:31Fenster das klingt schon so n bisschen wie Hitchcock.
- 30:34Also ne sehr sehr schöne Krimireihe.
- 30:37Man muss tatsächlich sagen, für alle die unter uns, die jetzt
- 30:43sehr aktionsgeladene treibende Bam bam bam Krimis, Wir hatten
- 30:48vor kurzem ja in der Folge Drogen über Don Winstor
- 30:50gesprochen, den König der. Der 3.
- 30:52Wörtersätze der der Knobelsdorf ist da manchmal etwas langsamer,
- 30:59das muss man vorwarnen. Also es ist kein Reißer, aber
- 31:03der Fall an sich ist auf jeden Fall spannend und ich mag dieses
- 31:06langsame sehr gehen im Gegensatz zu sonst Berlin.
- 31:10Weil er sich wirklich Zeit lässt, uns in in ein Berlin
- 31:15einzuführen, was wir sogar nicht kennen.
- 31:18Denn ich glaube, für die meisten von uns fängt Berlin eigentlich
- 31:20ja so nach dem Ersten Weltkrieg an, und was davor geschehen ist,
- 31:25was natürlich auch viele politische interessante Sachen
- 31:27hatte, das fällt immer so ein bisschen hintenüber, und darum
- 31:31fand ich das eine sehr, sehr, sehr tolle Reihe, um mal so ein
- 31:34bisschen ins historische Berlin reinzuschnuppern.
- 31:39Dankeschön. Also ich dachte jetzt gerade so
- 31:41ne historisches Berlin stimmt, da denkt man eigentlich, also
- 31:43maximal bis 1927 oder so, freut sich vielleicht irgendwie, wenn
- 31:51man bauten sieht, die dann älter sind, diese typischen
- 31:54Gründerzeit Häuser in Berlin und als du jetzt gesprochen hast
- 31:59ging mir so viel so viel durch den Kopf und.
- 32:04Dass man in Berlin immer noch so Ecken findet, wo was übrig
- 32:06geblieben ist. Ja, und wie anders dieses alte
- 32:12Bild von Berlin war also dieses, also weiß ich nicht, wenn ich
- 32:16jetzt an Zille denke oder so was, ne oder diese, als sich
- 32:19Berlin eigentlich zu groß Berlin entwickelt hat und diese diese
- 32:25Kiezigkeit entstanden ist, diese diese Flächengröße auch, ja.
- 32:32Ich bin ja nicht so n ganz großer Krimi Fan, aber ich
- 32:36glaube so in dieser Kombination ne, also ne darf ja gerne bei
- 32:40der bei der. Bei der Entwicklung der
- 32:44Kriminaltechnik seinem Helden alles zuschreiben.
- 32:48Wenn dann über Berlin alles stimmt, finde ich das sehr, sehr
- 32:50interessant. Also ich mein, Ich bin jetzt
- 32:53kein Berliner der 1850er, aber für mich klang es wirklich
- 32:56extrem stimmig, was er da gemacht hat.
- 33:01Doch das also wirklich ne ne tatsächlich große große Freude
- 33:05und ich hoffe, dass es da auch noch weitere Teile geben wird.
- 33:10Das ist natürlich dann eine Entscheidung des Autoren und
- 33:13insbesondere auch seines Verlages.
- 33:15Und welcher Verlag das ist und so weiter sind natürlich alles
- 33:18Informationen, die ihr wie immer in unseren Shownotes finden
- 33:23könnt. Weißt du gerade auf Anhieb,
- 33:24wann, wann wann er angefangen hat, das zu schreiben?
- 33:27Ja, das weiß ich ziemlich exakt. Der erste Teil kam 21 raus, der
- 33:32zweite 22 und der dritte 24. Also noch ganz frisch.
- 33:35Das ist ziemlich frisch, ja. Cool.
- 33:38Also das sind jetzt die Infos. Vielleicht sind das jetzt die
- 33:40Infos der Taschenbuchausgabe, lass es alles noch mal ein Jahr
- 33:43vorher sein, aber ist auf jeden Fall jetzt erst in den 20
- 33:46Zwanzigern gekommen. Ah dann dann mach ich weiter.
- 33:53Ja, ich fang mal mit dem Knallerbuch überhaupt an von
- 34:00denen, die ich dabei habe. Wann war n ganz ganz großer
- 34:05Erfolg gewesen kamen. Auch erst vor ein paar Jahren
- 34:08raus und das ist ein Buch, in dem Berlin eigentlich die
- 34:15Hauptrolle spielt. Also es gibt natürlich einen
- 34:18Hauptprotagonisten, aber eigentlich ist es Berlin, und
- 34:20das ist das Berlin von 198990 vielleicht noch ein bisschen 91
- 34:24ich rede von dem Buch Stern 111 von Lutz Seiler, eine
- 34:30abgefahrene Geschichte und. Also das ist schon auch der hat
- 34:36schon n abgefahrenen Schreibstil.
- 34:38Also das das ich ich fand es schon n bisschen fordernd das zu
- 34:41lesen, es ist viel und es ist auch nicht so, dass du das
- 34:44wirklich schnell lesen kannst, weil es sehr kompakt nee, es ist
- 34:50nicht wirklich sehr kompakt, es ist ja, also es steckt viel
- 34:53drin, es steckt viel drin und auch wirklich viel in der darin,
- 34:57wie wie die Sätze dann angelegt sind, was damit also ne das man
- 35:00man man kann sich da schon Zeit lassen und so n bisschen drin
- 35:03verlieren in seiner. In seiner Sprache und in seiner
- 35:06Erzählweise vielleicht mal ganz kurz zur Geschichte.
- 35:09Es beginnt direkt nach dem Mauerfall am am 10., am 9, am
- 35:1410. Und und 11.
- 35:15November. Die Eltern von unserem sozusagen
- 35:19zweiten Hauptprotagonisten nach Berlin, von Karl Bischof in in
- 35:24Gera, wollen gerne in den Westen, so, und deshalb rufen
- 35:27sie ihren Sohn quasi zu sich nach Hause.
- 35:30Und sagen kannst du mal auf unseren Kram aufpassen kannst du
- 35:33uns irgendwie zum zum Grenzübergang bringen.
- 35:36Also wir würden jetzt in den Westen gehen und du bleibst.
- 35:39Wir gucken mal wie es ist und du bleibst mal hier, passt auf
- 35:41unsere Wohnung auf und das Macht der Junge dann, zieht also in in
- 35:45die Wohnung der Eltern und das ist n.
- 35:48Das ist sehr spannend, wie er das beschreibt.
- 35:50Also wenn man alleine in der Wohnung bei Eltern ist und
- 35:51eigentlich schon ausgezogen war, ist ein ganz, ganz spezifischer
- 35:54Blickwinkel und und der ist also so ein bisschen so Eingekapselt
- 35:58noch in einer Zeit, in der ja alles um ihn herum in Bewegung
- 36:02ist und die Eltern, Boah, die sind aber auch wirklich speziell
- 36:09die. Die trennen sich also nicht,
- 36:13weil sie sich trennen, sondern die trennen sich, weil sie
- 36:15glauben, dann haben sie bessere Chancen zurechtzukommen im
- 36:18Westen und was zu finden so und sind dann ja gehen in
- 36:23unterschiedliche Richtungen, und da hat es mich dann mitunter
- 36:26erinnert an so alte Berlin Romane und nicht nur Berlin,
- 36:32Romane, also wie Leute sozusagen.
- 36:34In Arbeit kommen, wie sie von Hof zu Hof ziehen und und was
- 36:39annehmen, das das war was, was man sonst aus dieser Zeit
- 36:42überhaupt gar nicht liest. Und Karl ist also in, in, in,
- 36:46in, in dieser in dieser Wohnung, und irgendwann hält er es da
- 36:51aber nicht mehr aus. Ich finde, es dauert ganz schön
- 36:53lange, aber irgendwann geht er dann und fährt mit dem Auto
- 36:57seiner Eltern nach Berlin, in den in den Prenzlauer Berg.
- 37:03Und wird im Grunde Hausbesetzer. Und dann ist es wirklich und es
- 37:13ist wirklich dieser Strudel dieser Zeit, was alles
- 37:16gleichzeitig passiert, was alles gleichzeitig sein kann und nicht
- 37:20sein kann und wer man sein kann. Und Karl, der eigentlich noch
- 37:23gar nicht so genau weiß, wer er ist, also ohne dass er das jetzt
- 37:28in dem Maße adressiert kann. Kann im Grunde alles
- 37:33ausprobieren. So und da entdeckt man einfach
- 37:37viele Ecken von von ja aus Berlin ist jetzt zu groß, aber
- 37:42tatsächlich so von Prenzlauer Berg, von Mitte und so weiter
- 37:45wieder oder eben auch eine Kneipe, die es ja tatsächlich
- 37:49gab. Ich glaube inzwischen nicht
- 37:50mehr, gibt die Assel und alles was der Macht, das ist, als ob
- 37:54in diesem einen Leben. Zusammengefasst wird, was
- 37:58sozusagen ne ganze Generation in diesen 23 Jahren insgesamt
- 38:02ausprobiert hat. Gemacht hat.
- 38:03Ne also die dieses dieses Wohnung besetzen, wie man andere
- 38:11Leute kennengelernt hat, die Rolle, die Musik in dieser Zeit
- 38:14gespielt hat, natürlich auch Liebe und es sich verzehren und
- 38:18und und und und trotzdem irgendwie.
- 38:20Leben müssen und was machen und und auch der Versuchen in in
- 38:24dieser Kneipe zum Beispiel was anderes aufzubauen in in, in
- 38:29Kollektiv zu machen, ne ne Arbeiterkneipe zu sein, also
- 38:32dass da wirklich nicht nur irgendwie die, die die
- 38:36Intellektuellen und pseudo und Intellektuellen hinkommen,
- 38:38sondern ernsthafte Arbeiter und Karl selber wird, weil er ne,
- 38:42ich glaub ne maurerausbildung gemacht hatte, so als Arbeiter
- 38:45gesehen, das ist. Das ist so so genial und es
- 38:50macht so viel Freude, auch wenn es n bisschen anstrengend zu
- 38:55lesen ist. Also das ist ja OK, ne, es darf
- 38:57ja, das darf es ja sein, aber es ist ne ne ne so so verrückte
- 39:04verdrehte volle Geschichte und es hat die hat dann immer wieder
- 39:09wenn man denkt jetzt ist aber gut und dann noch mal n absurden
- 39:12Wendepunkt, also auch was mit den Eltern dann noch geschieht
- 39:14und am Ende denkt sich so. Geht's eigentlich?
- 39:17Was, was denn jetzt noch? Bitteschön und Sailer, was hast
- 39:21du da alles reingepackt. Also großartig, hat auch
- 39:24fantastische Kritiken bekommen, zurecht absolut zurecht und ja
- 39:32ist meine meine erste Berlin leseempfehlung heute.
- 39:35Toll. Worin erklärt sich der Titel?
- 39:40Stern 111 ist ein ein Radio, also Stern war ne.
- 39:46Ich glaube dann auch die einzige Marke von von Radios und
- 39:51Kassettenrekordern in der DDR gewesen und daraus ist das AH,
- 39:58ist das. Es ist wirklich das Gerät.
- 40:00Es ist wirklich. Das Ah, ich hatte das immer,
- 40:03also das Buch habe ich natürlich mitbekommen, ich hatte es nicht
- 40:05gelesen, aber es klingt wirklich Sau spannend, also insbesondere
- 40:09für mich als Wessi natürlich sozusagen die osterfahrung 8990.
- 40:14E dieses Zusammentreffen ne von 2 verschiedenen oder von
- 40:18Menschen aus 2 verschiedenen Staatssystemen in diesem Labor
- 40:22Berlin dann in der Grundwelt. Und auch das Zusammentreffen von
- 40:27im Grunde verschiedenen Zeiten innerhalb eines Menschen, also
- 40:30das das, das ist da noch mal noch mal das Spannende, diese,
- 40:35diese, dieses sich in einem in einer.
- 40:41Permanent ändernden Welt zurechtfinden zu müssen und dann
- 40:44ja, aber noch in dem in dem Alter zu sein, in dem man sich
- 40:47eh zurechtfinden muss und das ist was, auf das ich natürlich
- 40:50total gut relaten konnte, auch wenn ich zu der Zeit noch
- 40:55deutlich jünger war, als Karl es da an der Stelle ist.
- 40:58Wie wie also, man kann es sich abstrakt ja gar nicht
- 41:02vorstellen, und das Ganze passiert ja eigentlich dadurch.
- 41:06Dass halt einfach alles passiert und mal einfach in in dieser
- 41:09Zeit lebt und und das noch mal so, so brillant analysiert,
- 41:14aufgeschrieben, literarisch verpackt zu lesen ist sehr,
- 41:18sehr, sehr, sehr toll. Wahnsinn.
- 41:20Und ich meine natürlich die die Prägende, die prägenden Jahre,
- 41:25also wie viele. Aber du hast ja noch n zweites
- 41:28Buch, sagst du über die Zeit, mir fällt natürlich gleich sowas
- 41:30ein wie das kürzere Ende der Sonnenallee oder wir beide
- 41:34werden es glaub ich jetzt gar nicht richtig besprechen, der
- 41:38Herr Lehmann. Der ja, aber dann natürlich
- 41:41sozusagen 89 an dem Tag der Maueröffnung einfach aufhört.
- 41:45Und das finde ich immer so spannend.
- 41:47Also wenn Menschen das gar nicht als Chance sehen, für was großes
- 41:52Neues, sondern einfach ganz klar erkennen, unser Inseldasein
- 41:56unser, wie wir uns hier eingerichtet haben, das hat
- 41:59jetzt n Ende und wir müssen plötzlich raus in die große neue
- 42:02Welt und. Wir wollen gar nicht für mich ja
- 42:05so ikonisch diese eine Szene, ich glaube, es ist sein
- 42:07Geburtstag, ne sein 30., in dem dann die Mauer fällt und da
- 42:11kommt eine Frau in die Kneipe und sagt, die Mauer ist gefallen
- 42:14und fängt an zu weinen und man denkt irgendwie, aber es ist gar
- 42:18nicht, es sind keine Freudentränen, die weiß einfach
- 42:20nur ihr tolles Paradies hat jetzt sein Ende gefunden, ganz
- 42:25kurz, mir ist glaube ich ein Fehler unterlaufen, Monique bei
- 42:29den Büchern, ich nenne es, glaube ich grundsätzlich.
- 42:33Berlin Babylon, aber es heißt Babylon Berlin.
- 42:37Die Krimireihe über Gereon Rath von Volker Kutscher.
- 42:42Das hat dir, das hat dir doch unser Produzent zugeflüstert.
- 42:45Ja, ja, der Fan ist auch vollkommen in Ordnung.
- 42:49Also ich finde man kann wirklich von dieser Krimireihe Fan sein.
- 42:54Die Fernsehserie heißt so die Bücher von Volker Kutscher
- 42:57heißen alle noch ganz stimmt, die heißen ganz anders, das
- 42:59heißt, das ist der nasse Fisch. Dann fängt es an, ne.
- 43:02Ja. Ja, du hast vollkommen recht,
- 43:04also darüber muss dann Götz noch mal eine eigene Folge bitte
- 43:08machen. Oh ja, dann produzieren wir mal.
- 43:13Genau dann, da sieht er mal, was er davon hat.
- 43:17Monique Ich würde gerne ein paar Jahre jetzt wieder in die
- 43:22Vergangenheit springen, aber wirklich nur ein paar Jahre,
- 43:25denn mir geht es jetzt um das Westberlin der 80er Jahre.
- 43:30Und ich hatte n bisschen hin und her überlegt, was man da für n
- 43:34schönes Buch nehmen könnte, was natürlich auf der Hand liegen
- 43:39würde, wäre das Buch Mein Leben als Affenarsch von Oskar Röhler,
- 43:44wunderbar von ihm selbst. Es ist toll, wenn Autor
- 43:46gleichzeitig Regisseur ist, verfilmt unter dem Titel Tod den
- 43:50Hippies ist lebe der Punk mit der besten Blixer Bargeld
- 43:54Darstellung, die diese Welt je gesehen hat anhand von Alexander
- 43:58Scheer. Also was für n.
- 44:01Toller Film, was für n tolles Buch auch und was für eine tolle
- 44:05Beschreibung dieser Zeit der 80er Jahre in Westberlin.
- 44:09Ich gehe aber zu einem anderen Buch, was wir in einer der
- 44:13letzten Folgen schon angesprochen hatten, nämlich zum
- 44:17Thema Drogen, eigentlich das Quintessentielle Drogenbuch der
- 44:2180er Jahre, aber für mich auch das Quintessentielle Berlin Buch
- 44:26der 80er Jahre, nämlich wir Kinder vom Bahnhof Zoo.
- 44:30Von Christiane F. Beziehungsweise man muss fair
- 44:34sein, eigentlich. Von Kai Hermann, Horst Rieck und
- 44:37Christiane F. Denn auch wenn es sehr, sehr,
- 44:40sehr der ich Erzähler Sound von Christiane selber ist, ist das
- 44:44Buch dennoch geschrieben worden von 2 Sterne Redakteuren,
- 44:48nämlich dem besagten Kai Hermann und Horst Rieck.
- 44:51Es ist lustigerweise von mir gelesen als 80er Jahre
- 44:57Westberlin. Es ist aber eigentlich 70er
- 44:59Jahre Westberlin, aber ich glaube, es liegt daran, wann ich
- 45:02es gelesen habe, dass es für mich sich so festgesetzt hat und
- 45:07es ist, wir müssen, glaube ich, gar nicht allzu sehr auf den
- 45:12Inhalt eingehen, das ist relativ kurz erzählt, wir haben die
- 45:16Jugendliche Christiane F, also Christiane Felscherinow.
- 45:20Die aufwächst in recht prekären Verhältnissen in Gropiusstadt,
- 45:26also in diesem im südlichen Neukölln gelegenen berühmten
- 45:30Hochhausviertel, und die sehr, sehr, sehr früh, und das war
- 45:37wohl tatsächlich eine eine Krankheit dieser Zeit, sehr,
- 45:41sehr, sehr früh mit Drogen in Kontakt kam.
- 45:47Ich glaube Sie. Fing schon mit 11 oder 12 an,
- 45:51die ersten Drogen zu nehmen und landete mit 13 relativ schnell
- 45:55bei Heroin und landete damit auch relativ schnell am Bahnhof
- 45:59Zoo. Und das ist für mich ja es
- 46:03lustig ist eigentlich Ende 70er trotzdem dieses Quintessentielle
- 46:07kaputte Westberlin der 80er Jahre, die da beschrieben
- 46:11werden, insbesondere natürlich die Stricher und Drückerszene am
- 46:16Bahnhof Zoo ich. Wir alle kennen wahrscheinlich
- 46:20den ikonischen Film, der ja wirklich, wirklich, wirklich
- 46:25beeindruckend war, mich mit Nadja Brunkhorst damals in der
- 46:28Hauptrolle der Christiane F. Mich hat aber dieses Buch als
- 46:32Jugendlicher, ich hab es als Jugendlicher gelesen.
- 46:35Wirklich, wirklich zutiefst beeindruckt.
- 46:39Und ich glaube, ich gehöre bin da nicht alleine, sondern gehöre
- 46:41zu einer ganzen Generation von Kindern und Jugendlichen, die
- 46:45mit diesem Buch aufgewachsen sind und wirklich unfassbar viel
- 46:49Angst vor Heroin hat. Also gesund tatsächlich, also
- 46:53wie wichtig war dieses Buch und dass sie es trotzdem geschafft
- 46:58haben, einerseits mir diese Angst vor dieser Droge in den
- 47:02Kopf zu setzen. Und andererseits dieses Berlin
- 47:05so natürlich mit David Bowie ne und Sound und alles und dass man
- 47:09wirklich denkt, oh, ich will auch da sein, vielleicht ohne
- 47:12das Schore, aber ich will auch da sein.
- 47:16Diese Beschreibung der West City, der 80er Jahre ist für
- 47:21mich nach wie vor. So stilbildend und so großartig,
- 47:26dass ich das Buch wirklich, wirklich vollmundig und
- 47:29Vollherzig als Berlin Buch beschreiben möchte und nicht nur
- 47:34als das Drogenbuch, für das es natürlich verdientermaßen auch
- 47:37bekannt ist. Du hattest das nicht.
- 47:40Ich habe das nicht gelesen. Nee, weiß ich gar nicht, warum
- 47:44er so war, keine Ahnung, wir haben uns da irgendwie verpasst.
- 47:48Das Buch und ich so, ich weiß, dass meine Töchter das gelesen
- 47:52haben und. Und ich musste jetzt gerade, ich
- 47:54musste gerade an diesen Film denken, von dem Musical von
- 47:56Linie 1, was für mich so so ganz lange, also, der kam ja vor der
- 48:03Wende raus und ich hab den so oft hintereinander geguckt, weil
- 48:06es das war, wo wo ich hin wollte, ne, also dieses dieses
- 48:10Berlin der 80er Jahre, sondern das war.
- 48:14Ich kann jedes Lied mitsingen, wirklich dann.
- 48:17Machen wir einen extra Podcast. Wo?
- 48:18Wir diesen Film habe ich 1000 mal gesehen, ich war sogar schon
- 48:21zweimal live drin und. Es läuft ja ab und an immer
- 48:24noch, oh Gott, so zauberhaft du bist.
- 48:28Schön, auch wenn du toll, toll, toll, toll, also ja richtig
- 48:33schade, dass das nie n Buch vorher war, sondern einfach nur
- 48:35n Musical. Linie 1 übrigens, ich hab als
- 48:38ich neu nach Berlin kam in den Neunzigern und ich lebte an der
- 48:41Linie 1 und ich konnte mir nie die Station so richtig merken.
- 48:44Was kommt noch? Anhand des Lides
- 48:47Wittenbergplatz, ich war den Dorfplatz ich.
- 48:49Auch ich hab noch Erinnerung daran, als ich dann das erste
- 48:51Mal in Westberlin war und wir Linie 1 gefahren sind und wie
- 48:57ich dann drin saß und einfach und ich hab mich so cool
- 48:59gefühlt, weil ich wusste was kommt ich.
- 49:02Weiß. Dreieck.
- 49:04Ja. Das stimmt einen einen Schritt
- 49:07noch kurz zurück zu Christiane F.
- 49:09Ich glaube, was das Buch so beeindruckend gemacht hat, war
- 49:12natürlich nicht nur der Text, sondern die sehr, sehr krasse
- 49:15Entscheidung der Redakteure, Fotos mit in dieses Buch rein zu
- 49:20tun. Und bei Fotos gib ihm also das
- 49:24waren wirklich. Offene Tür, klo, Halbtoter Junge
- 49:30mit Spritze im Arm liegt auf dem Boden.
- 49:33Also und also dir wurde es nicht nur anhand des Textes, sondern
- 49:36also diese Bilder haben glaub ich wirklich so tief beeindruckt
- 49:39und so eine Angst vor dieser Droge in uns versetzt, weil wir
- 49:42einfach sahen was was da passieren kann und und das.
- 49:50Ich glaube, wenn man dann so wie wir in den Neunzigern in Berlin
- 49:53landete und und anhand der Ärzte sagen konnte, Hipporal, alles
- 49:58ist super, alles ist wunderbar, dieser Wechsel, ne dieser
- 50:01Wechsel der versteinerten, verzweifelten, 80er Jahre mit
- 50:05all den wirklich coolen Punk Sachen, die dabei waren, aber
- 50:08dieses kaputte, und das ist jetzt die Westberliner Sicht,
- 50:12das ist natürlich auch immer noch ne andere als die
- 50:14Ostberliner Sicht, aber plötzlich öffnet sich diese
- 50:16Mauer. Und man hat das Gefühl, ja,
- 50:19eigentlich müsste das jetzt ja ein Stück Freiheit und
- 50:22Atmungsfreiheit gerade auch für den gesamten Osten sein.
- 50:25Es war aber eben auch genau diese Atmungsfreiheit für den
- 50:29Westen, also dieses Rauskommen aus diesem, aus diesem Käfig, wo
- 50:35alles kaputt und dreckig und nicht mehr funktionabel ist.
- 50:38Und Hoffnung schöpfen sozusagen auf ein ein neues, fröhliches
- 50:42Loveparade. Berlin.
- 50:47Ist sicher die Loveparade. Als sie entstanden ist, wirklich
- 50:49gehasst. Aber diese verstrahlten Leute,
- 50:52die plötzlich durch meine Mitte gelaufen sind, leicht.
- 50:56Furchtbar furchtbar, alle weg, alle weg.
- 51:02Jetzt können wir aber glaub ich wieder n paar Jahre gleich mit
- 51:05dir in die Zukunft springen. Ich hab nur einen Zwischenhänger
- 51:09mit meinen üblichen Informationen, dass man
- 51:12natürlich alle Informationen zu den Büchern und so weiter ich
- 51:14brauch gar nicht Übersetzer sagen in diesem Falle, weil das
- 51:16sind glaub ich alles deutsche Titel die wir haben, aber alle
- 51:19Infos findet ihr in den Shownotes und natürlich auch die
- 51:23Informationen darüber, wie ihr uns auf eine Tasse Kaffee oder
- 51:27auch einfach nur n gutes Tütchen einladen könnt.
- 51:30Ihr wisst alles. Alles.
- 51:34Tütchen Brausepulver. Brausepulver ahoi, alles kostet
- 51:38sein Geld. Unser großartiger Produzent Götz
- 51:42hat mittlerweile auch eingerichtet, dass man uns nicht
- 51:44nur über die Amerikaner finanzieren kann, sondern mit
- 51:47Vero auch über ein europäisches Zahlungssystem.
- 51:50Man kann aber auch wie immer zu Steady greifen oder Paypal und
- 51:53wie gesagt, alle Informationen findet ihr bei den Shownotes und
- 51:56wir sagen jetzt schon mal recht herzlich Dankeschön.
- 52:00Dankeschön. Dann spring ich mit dir und dem
- 52:05dem zweiten Buch, das ich dabei habe, mal wieder in die 90er
- 52:09Jahre in in in den Westteil der Stadt, und zwar in einen ganz
- 52:18nicht einfach in den Westteil, sondern nach Neukölln, das ja
- 52:23noch mal n ganz eigener Mikrokosmos war und und auch
- 52:27lange da noch war. Das Buch heißt Fund Wolf Schakal
- 52:30und ist von Besad Karim Karni und ist laut, brachial,
- 52:38wundervoll, aber auch ganz schön brachial.
- 52:45Die Hauptfigur ist ist ist Yamsid ein Junge, der im Iran
- 52:51geboren ist und der mit seinem Vater und mit seinem jüngeren
- 52:54Bruder, also er selber ist. 11. Nach Deutschland flüchtet,
- 52:59nachdem die Mutter hingerichtet wurde und die ja dann in
- 53:06Neukölln das führt, glaube ich nicht, nicht weiter aus, sehr
- 53:11beengt und in so einem Neubau wohnen und in diesen Mikrokosmos
- 53:20groß wird in einem. Ja, an Mikrokosmos.
- 53:24Der was ihn angeht auch sehr stark von kriminellen Strukturen
- 53:27gezeichnet ist. Und der ist dann an in innerhalb
- 53:32dieser in dieser Clique, in die er hinein gerät, in die er auch
- 53:35aber auch hinein geraten möchte, ist er der der einzige Perser
- 53:39unter Arabern, also auch da noch mal so ne so ne
- 53:42ausgeschlossenheits Position, also einmal die die Gesellschaft
- 53:49an sich sehr. Wie er sie beschreibt, sehr
- 53:52abgekapselt von dem restlichen Berlin.
- 53:54Ne, also es ist wirklich, das ist ne eigene Welt, das hat
- 53:57nichts mit dem zu tun, was wir irgendwie in den anderen
- 54:01Büchern, die wir heute heute hatten, also weder aus den, dass
- 54:06es ne Tradition aus den Achtzigern fortsetzt, noch aus
- 54:09dem Wendoroman von von Lutz Sailer irgendwie erkennbar wäre,
- 54:13das ist ne komplett eigene Welt mit eigenen Regeln und auch mit
- 54:17mit. Also aus der Wahrnehmung des des
- 54:20heranwachsenden Jungen eben auch sehr, sehr beschränkt.
- 54:23Also der fährt nicht zum Kudamm um da n Michel zu trinken oder
- 54:29sowas, der ist der wohnt da ne, die Nachbarn spielen ne Rolle
- 54:33und die die Jungs clicken spielen ne Rolle und später
- 54:37natürlich auch noch Mädels sein. Kleiner Bruder Nima, der ist
- 54:41viel stiller, viel, viel zurückhaltender und sein Vater
- 54:46und eigentlich Kommunist, versucht versucht, was aufrecht
- 54:53zu erhalten, versucht, eine Tradition aufrecht zu erhalten,
- 54:57sein, sein eigenes Leben, seine eigene Würde und verliert
- 55:03einfach auch den Kontakt zu seinem großen Sohn.
- 55:06Aber so richtig so, dass. Das ich kann mir das gar nicht
- 55:11vorstellen, so wie er schreibt. Er schreibt wirklich brillant ne
- 55:15so aneinander vorbeizuleben in dieser Enge, in der die
- 55:19miteinander leben, das ist wirklich sehr, sehr sehr, sehr
- 55:22krass. Ja was will ich noch erzählen,
- 55:26ohne dass ich irgendwie zu viel verrate oder so, also es geht um
- 55:30Ausgrenzung, hab ich gesagt, es geht viel um Gewalt, um um um
- 55:32Machtkämpfe, es geht auch um. Das ist so eine, so eine, so
- 55:40eine Geschichte, die der kleine Bruder erlebt, der, der findet,
- 55:45eine deutsche Freundin, und die kommt aus einem bürgerlichen
- 55:48Linksbürgerlichen, aber sehr gut situierten Haushalt.
- 55:54Und dieses Aufeinandertreffen ist so absurd an vielen Stellen.
- 56:04Und und er. Er geht dann später er jobben
- 56:07und er jobbt dann bei so einem nobel Italiener und diese
- 56:09Familie kommt dann da essen und das ist also also es erzählt so
- 56:15n bisschen eben nicht die Geschichte wie alles gut wird
- 56:19und sich diese Welten vermischen, sondern dass sie
- 56:20sich nicht vermischen können oder zu dem Zeitpunkt noch nicht
- 56:24ne oder eben in diesem individuellen, in dieser
- 56:28individuellen Geschichte nicht ne.
- 56:29Und der große Bruder, also, der nimmt halt einfach alles mit,
- 56:32was es gibt und dealt mit Drogen, macht damit eine Menge
- 56:36Geld und und jeder weiß es im Grunde, und trotzdem will er
- 56:40nicht, dass sein kleiner Bruder da an seine Fußstapfen tritt,
- 56:43und der Vater möchte es gar nicht mitkriegen, was da
- 56:49eigentlich los ist. Und dann ja, ist halt wie wie
- 56:55wie. Bei so einer Geschichte ist
- 56:58unausweichlich, so die Frage, zieht sich dieser Kreislauf fort
- 57:01oder wird er irgendwo unterbrochen und das will ich
- 57:03jetzt gar nicht, das will ich jetzt gar nicht spoilern, liest
- 57:07sich super gut, ist mega spannend, mir war es ein
- 57:11bisschen viel Gangster, also es ist dann eben doch die die
- 57:20Geschichte eines jungen Mannes, der den Weg der Gewalt gegangen
- 57:23ist und. Und also natürlich ne wichtige
- 57:27Geschichte. Und kann man erst erzählen, aber
- 57:28ich dachte mir ein bisschen so, ja halt eben auch mal wieder die
- 57:35Geschichte eines jungen Mannes, der den Weg der Gewalt gegangen
- 57:38ist und. Ja, es ist jetzt kein unbedingt
- 57:41neuer Topos. Genau das, das ist, das ist
- 57:43kein, das ist kein kein neuer Topos, und das hat mich so ein
- 57:48bisschen auch in diesen Auswüchsen, in denen es da war,
- 57:51so ein bisschen bisschen genervt.
- 57:54Über den Verlauf wievieler Jahre oder welches Zeitraum geht das?
- 57:58Sind das so n Paar oder ist das n sehr begrenzter Zeitraum oder?
- 58:01Also am Anfang ist es sehr intensiv in einem also n paar
- 58:04Jahre und dann geht es. Am Ende aber macht es dann schon
- 58:07noch mal n weiteren. Ausblick OK.
- 58:10Ich find das spannend was du sagst, gerade mit dem
- 58:13Neuköllner, also mit diesem Mikrokosmos, aus dem man dann
- 58:17selber auch gar nicht rauskommt. Das war für mich n sehr
- 58:20beeindruckendes Ding, als ich neu nach Berlin kam, auf
- 58:22Urberliner zu treffen, die so Kiezgebunden sind.
- 58:27Also wir hatten ne Kommilitonin, die kam aus Reinickendorf und
- 58:32die konnte uns glaubhaft versichern, dass sie das erste
- 58:35Mal mit uns zusammen Kreuzberg war und das aber warum ich
- 58:39meine? Das fand ich also wirklich
- 58:42dieses verschiedene, also im Endeffekt wie der Ruhrpott nur
- 58:44noch n bisschen enger zusammengedrückt.
- 58:46Aber alles hat ne verschiedene Kultur, alles hat ne ganz eigene
- 58:50Kiezgesellschaft und dieses dann auch gar nicht rauskommen.
- 58:56Also du bist sozusagen schon. In der Mitte einer Stadt und
- 59:01hast es eh schon eng und laut und voll und dann nimmst du noch
- 59:05nicht mal die Möglichkeit wahr, vielleicht diese 3 Kilometer
- 59:08weiter zu fahren. Wobei das also in dieser
- 59:11Geschichte natürlich noch mal was Spezielles ist, weil da ja
- 59:16so viel so viel dranhängt. Ne, also der der Vater, der, da
- 59:20bin ich mir jetzt gerade gar nicht sicher, ob daraus, wie gut
- 59:23der Deutsch gelernt hat oder so. Das schränkt ja schon mal den
- 59:29Radius sehr ein und wenn dann eben einfach auch noch das
- 59:36fehlende Geld dazu kommt. Also was machst du dann irgendwo
- 59:38anders in der Stadt und auch diese Erfahrungshorizont, also
- 59:43was was machst du wenn du woanders hinfährst was was was,
- 59:47warum fährst du dahin, was machst du dort, was bringt dir
- 59:50das ganze was? Das ist ja ne, das ist ja was,
- 59:53was da sein muss, das ist ja nicht gottgegeben, ja vor.
- 59:55Allen Dingen bist du natürlich zu Hause in deiner Hood und du
- 59:58wirst dort als Fremdkörper. Wahrgenommen.
- 1:00:00Wenn du anfängst, gut anfängst oder so woanders bist.
- 1:00:02Du, bist du noch viel viel stärker der der Fremdkörper und
- 1:00:05später als er dann also als Geld nicht mehr das Thema ist, aber
- 1:00:08da hat er ja n funktionierendes System und und und auch dadurch
- 1:00:13ne Sicherheit die er ja irgendwo anders gar nicht mehr hätte.
- 1:00:17Ich hätte so gerne die Sicht jetzt von diesem Protagonisten
- 1:00:21dieses Buches auf die Expats, die dann 15 Jahre später
- 1:00:26Neukölln bevölkern und wie sozusagen der gestandene
- 1:00:29Neuköllner Gangster. Die sieht und denkt, Oh Gott,
- 1:00:33was hält ihn für Vögel? Also das wäre, aber vielleicht
- 1:00:36gibt es dazu auch Bücher, die ich nur noch gar nicht kenne,
- 1:00:38also über diesen Kulturclash, den.
- 1:00:40Kenn ich kenn ich auch nicht. Ich dachte gerade der der Autor
- 1:00:43des Buches betreibt ne Bar im in Kreuzberg.
- 1:00:46Wir können ja mal hinfahren und die versuchen ihn zu überreden
- 1:00:49wir. Fragen ihn mal.
- 1:00:50Hast du sein anderes Buch gelesen?
- 1:00:52Auch dieses, als wir Schwäne waren, hab ich nicht.
- 1:00:55Also ich, ich hatte beide nicht gelesen, ich weiß also Hund vor
- 1:00:58Schakal war n großer Hit, auch bei den Kollegen im Laden und
- 1:01:02auch als wir Schwäne waren. Also der Laden ist sehr
- 1:01:05begeistert von diesem Autoren, ich kann dazu leider gar nichts
- 1:01:09sagen, ist immer so schön wenn man mal, denn ich wusste gar
- 1:01:12nicht worum es geht, das ist ganz lustig, weißt du so als
- 1:01:15Buchhändler, du hast diese ganzen Bücher um dich herum und
- 1:01:17du hast das Gefühl du kennst sie alle und dann erzählst du mir
- 1:01:19von diesem Hund vor Schakal und ich stelle fest, stimmt, mir hat
- 1:01:23noch nie einer. Ich hätte ja auch selber lesen
- 1:01:25können, ne, aber mir hat noch nie einer erzählt, worum es
- 1:01:27eigentlich geht in diesem. Ich dachte mal, du hast alle
- 1:01:29Bücher gelesen, also alle alle. Alle, genau das ist ja meine
- 1:01:33Lieblingsfrage. Haben sie all diese Bücher
- 1:01:37gelesen, denn meine Antwort ist leider mittlerweile immer etwas
- 1:01:40bitchy, dass ich sage, so, wir tun jetzt so, als ob sie diese
- 1:01:43Frage nicht gestellt hätten, jetzt gucken sie sich noch mal
- 1:01:45im Laden um und überlegen sich, ob sie diese Frage wirklich noch
- 1:01:48mal stellen. Wollen mir wurde diese Frage
- 1:01:51auch mal gestellt. Als mich die Wickelgruppe meiner
- 1:01:58jüngsten Tochter besuchen kann, also quasi die, die Mütter
- 1:02:01damals, waren das nur Mütter mit mit den Babys und dann in meinem
- 1:02:06Wohnzimmer standen, und da fragte mich einer, hast du die
- 1:02:08Bücher alle gelesen und ich dachte mir so, das ist doch nur
- 1:02:11ein Bruchteil, das ist doch noch gar nichts, wieso wenig?
- 1:02:17Das ist. Das ist nur die Ausstellung
- 1:02:19gerade. Ja, das stimmt.
- 1:02:23Man kann immer sehr, sehr, sehr beeindrucken mit seinen
- 1:02:27Bücherregalen. John Waters ist das glaub ich ne
- 1:02:32if you go home with somebody and he does never he does never book
- 1:02:35shafter und fucking. Das hab ich noch nicht gehört,
- 1:02:37aber das ist natürlich einer der.
- 1:02:39Klügsten Ratschläge, die man bekommen kann im Leben und für
- 1:02:42sein Liebesleben also. Ich gehe auch gerne, wenn ich
- 1:02:45oder neue Menschen kennenlerne oder neue Wohnung direkt erst
- 1:02:49mal angucken. Was ist im Bücherregal?
- 1:02:51Das ist ja immer spannend, sagt so viel aus über über Menschen,
- 1:02:57Mensch, also waren wir noch mal dank dir in den 90er Jahren, mir
- 1:03:02kommen im im Laufe unseres Gesprächs natürlich so viele
- 1:03:05Bücher noch in den Kopf, die. Die Berlin behandeln, obwohl,
- 1:03:10das ist auch schwierig, weil viele Bücher spielen einfach nur
- 1:03:12in Berlin, haben aber Berlin jetzt gar nicht als
- 1:03:14Protagonistin wie jetzt Sputnik von Afanasjew oder die Anti
- 1:03:20Rabbi Strubel mit dem Fantastischen.
- 1:03:21Der Einfluss der Fasane, wobei, das ist ja auch noch eine böse
- 1:03:24Kultur, Satire auf Berlin, aber wie gesagt, wir werden noch
- 1:03:27viele, viele Folgen machen können zu Büchern mit Berlin
- 1:03:32Bezug, und ich habe eine kleine Beichte.
- 1:03:38Erich Kästner ist ja einer meiner absoluten Götter und ich
- 1:03:43habe wirklich, kann ich behaupten, 95% der Sachen von
- 1:03:49Erich Kästner gelesen. Das Einzige, was ich noch nie
- 1:03:52gelesen habe, ist das ultimative Berlin Buch, nämlich Emil und
- 1:03:57die Detektive, sein bekanntestes Kinderbuch, nie gelesen als Kind
- 1:04:01habe ich irgendwann mal Emil und die 3 Zwillinge gelesen.
- 1:04:05Und mich so n bisschen gewundert, wer all diese
- 1:04:06Menschen sind, die in diesem Buch vorkamen.
- 1:04:08Und irgendwann stellte ich fest, Ach, es ist der zweite Teil,
- 1:04:12aber ich hebe mir das noch für einen sehr, sehr schönen Moment
- 1:04:15auf, insbesondere weil ich auch immer noch eine stehende
- 1:04:20Einladung habe, meiner lieben Cousine Xenia Xenia.
- 1:04:24Dies geht an dich raus, ich kriege noch eine Stadtführung
- 1:04:28von dir, es gibt nämlich eine Stadtführung in Berlin zu den
- 1:04:32Orten. Zu Kästners Emil und die
- 1:04:34Detektive da kann man mit Emil sozusagen durch das Berlin der
- 1:04:3920er Jahre rödeln, und da wird, das wird das passiert, nicht
- 1:04:43oft, aber man kann sicherlich im Internet rausfinden, wann das
- 1:04:46passiert, und das würde ich sehr, sehr gerne noch wahrnehmen
- 1:04:50und dann vielleicht zum Anlass dessen auch endlich dieses Buch
- 1:04:54lesen. Ich weiß gar nicht, ob ich es
- 1:04:57gelesen habe, aber wenn. Habe ich es nicht als Kind
- 1:04:59gelesen, da hatte ich das doppelte Lottchen und das
- 1:05:02fliegende Klassenzimmer, die ich immer wieder und wieder und
- 1:05:05wieder und wieder gelesen habe. Und ich weiß nicht, ob ich es
- 1:05:08dann als Erwachsene gemacht habe, also das keine Ahnung,
- 1:05:12aber das passt total gut, weil ich habe ja noch ein drittes
- 1:05:14Buch dabei, dass ich nur so ein bisschen anreißen wollte, und
- 1:05:19das ist im Grunde. Ja, das lehnt sich so ein
- 1:05:27bisschen anderen Emil und die Detektive ist das ähnlich, das
- 1:05:30ist auch ein Kinderbuch, und das ist ein ja, also es war ein ganz
- 1:05:34bekanntes Kinderbuch in der DDR gewesen, so, also es spielt
- 1:05:381923, ist aber in den späten 50er Jahren geschrieben worden
- 1:05:42von Karl Mundstock, und das Buch heißt Ali und die Bande vom
- 1:05:45Lauseplatz. Supertitel.
- 1:05:48Immer wieder gelesen, spielt in Kreuzberg und.
- 1:05:53Das ist auch der Lausitzer dann gemeint oder okay.
- 1:05:58Also 23 inflationszeit, also das meiste, was ich über die
- 1:06:02Inflation in den 20er Jahren aus diesem Buch, aus diesem Buch,
- 1:06:06Literatur bildet, ja so wichtig, also Kreuzberg, Inflation,
- 1:06:14extreme Armut, also Ali ist ein arbeiterjunge soziale Spannung,
- 1:06:21politische Unruhen, der ist natürlich ein linker
- 1:06:23Arbeiterjunge, also das. DDR Kinder.
- 1:06:26Soll das sonst. Sein ja, man lernt unheimlich
- 1:06:29viel von, ja, von von den Hinterhöfen, von den Kiezen
- 1:06:33Kreuzbergs kennen, ist n bisschen politischer als Emil
- 1:06:37und Detektive, aber ansonsten ja so n bisschen ähnlich, auch 2
- 1:06:40rivalisierende Banden und dann auch so ne ist wirklich lange
- 1:06:44her, aber. Gibt es auch nur noch
- 1:06:48antiquarisch. Es gibt auch keine Kritiken, die
- 1:06:51man online dazu lesen kann, Alter.
- 1:06:53Was schon ist also, wenn denn das war jetzt nur nur für dich n
- 1:06:57prägendes Kinderbuch oder würdest du sagen, das war schon
- 1:07:00echt so n richtig Kinderbuch was eigentlich fast alle Kinder in
- 1:07:03der DDR gelesen haben. Also ich glaube, das war
- 1:07:06wirklich NN häufiges Kinderbuch. OK, ja, ich glaube schon früher
- 1:07:10gelesen, aber vielleicht. Unser Produzent Götz, der hinter
- 1:07:13dir sitzt, macht gerade. Fragende Zeichen und sagt Nein.
- 1:07:17In seiner Kindheit fand dieses Buch nicht wir.
- 1:07:19Wollen jetzt nicht darüber diskutieren.
- 1:07:20Das einfach nicht. In seiner Kindheit gelesen.
- 1:07:23Hat, der hat wahrscheinlich immer nur in der Nase gebohrt
- 1:07:25und Fußball gespielt oder so. Ja so, das ist also Ali und die
- 1:07:31Bande vom Lauseplatz das das ist n Titel, da möchte ich direkt
- 1:07:35mit. Das ist ein ganz, ganz toll
- 1:07:36illustriertes Cover. Also das, das war sehr
- 1:07:40einprägsam. Ach schön.
- 1:07:42Da werden wir hoffentlich, du musst dann bitte noch mal
- 1:07:45rausgucken, welche Ausgabe das mit diesem tollen Cover oder der
- 1:07:48Illustration ist, dass wir zumindest diese Ausgabe mit in
- 1:07:51die Shownotes reinschreiben können.
- 1:07:52Ich glaube, es ist das von 7276, aber suche ich da raus?
- 1:07:56Super. Oh, wie schön, das möchte ich
- 1:07:58jetzt auch lesen, aber vielleicht hast du es ja noch
- 1:08:00irgendwo rum. Nein okay, also hilft uns nur
- 1:08:04wieder entweder booklocker oder andere Systeme, in denen man
- 1:08:10auch antiquarisch seine Bücher kaufen kann.
- 1:08:13Oder mitnehmen aus einer Büchertelefonzelle.
- 1:08:15Stimmt, sollte es da gerade zufällig rumliegen oder ihr habt
- 1:08:19wirklich nichts zu tun und besucht einfach jede
- 1:08:21Büchertelefonzelle und jeden Bücherbaum dieser Star.
- 1:08:26Ich habe noch 1 dabei, liebe Monique, wo ich n bisschen durch
- 1:08:34die Jahrhunderte und Jahrzehnte springen darf.
- 1:08:36Na Jahrhunderte ist n bisschen viel vielleicht durch, ja 150
- 1:08:38Jahre springen darf, und zwar möchte ich hiermit ein ein
- 1:08:45Loblied singen auf einen kleinen österreichischen Verlag namens
- 1:08:50Visa Verlag, wie die Wiese, nur mit R hinten dran.
- 1:08:54Und der hat eine Reihe erfunden. Die nennt sich Europa erlesen,
- 1:08:59das ist eine literarische Reihe, die seit den 90er Jahren
- 1:09:02erscheint und immer immer mehr europäische Städte und Regionen
- 1:09:08erscheinen in dieser Reihe, die sehr, sehr schön aufgemacht ist.
- 1:09:12Jeder Band hat ne eigene Farbe und es geht darum, keinen
- 1:09:18Reiseführer oder Stadtführer oder Regionsführer zu machen,
- 1:09:21sondern. Texte zu sammeln, die sich mit
- 1:09:24dieser Stadt oder dieser Region beschäftigen.
- 1:09:26Und natürlich Berlin gehört dazu.
- 1:09:29Lustigerweise, gehört zu Europa erlesen auch New York dazu,
- 1:09:33wobei ich denke, das stimmt, warum eigentlich nicht, das ist
- 1:09:35ja auch eine zutiefst europäische Stadt in ihrer
- 1:09:38Entwicklungsgeschichte. Und es werden versammelt jetzt
- 1:09:44in dieser Berlin Reihe auch. Also Berlin ist ein eigener
- 1:09:47Teil, natürlich in der Europa erlesen Reihe, hat leider nicht
- 1:09:50die schönste Farbe abbekommen, das ist eher so die Trabi
- 1:09:53Modefarbe hell Schlamm die es bekommen hat, aber das ist ja
- 1:09:57auch Berlin. Und wir haben Textauszüge aus
- 1:10:00Romanen, Wir haben Gedichte, Wir haben Lieder, Couplets, Wir
- 1:10:04haben Auszüge aus Essays, also jede Form, jeder literarischen
- 1:10:09Form, von den, sagen wir mal, 18 Zwanzigern bis in die
- 1:10:14Berlinausgabe kam 2000 raus, also neuer wird es dann nicht.
- 1:10:18Aber wir lernen Berlin literarisch kennen.
- 1:10:21Noch zur 19. Jahrhundert Königszeit zur
- 1:10:25Kaiserzeit natürlich, um den Ersten Weltkrieg herum ist
- 1:10:28natürlich n großes Augenmerk jetzt auch auf die Weimarer
- 1:10:32Republik, aber auch auf die Kriegs und Nachkriegsjahre.
- 1:10:35Es geht dann mehr mit Westbezug, auch um um Westberlin und geht
- 1:10:40dann wirklich auch bis hinzu Texten, die sich mit der Wende
- 1:10:43und den neuen Berlin der 90er Jahre beschaffen.
- 1:10:46Und diese Berlin sowieso, weil es halt Berlin ist, aber
- 1:10:50ansonsten wirklich eine Empfehlung für diese komplette
- 1:10:53Reihe, wenn man auch mal Athen oder Wien oder London oder
- 1:10:57Stockholm oder welche Stadt auch immer, also die ist sehr, sehr,
- 1:11:00sehr ergiebig diese Reihe und ne zauberhafte sehr sehr schön
- 1:11:05liebevoll zusammengestellt. Da wurden also jetzt nicht
- 1:11:08einmal nur mit der KI irgendwelche Texte ausgesucht,
- 1:11:10sondern man merkt richtig, da ist ne.
- 1:11:12Liebende leitende Hand die, die diese Texte auswählt, finde ich
- 1:11:18sehr schön gesetzt, sehr schön umgesetzt.
- 1:11:20Das ist wirklich zauberhafte Reihe und bevor solche Reihen so
- 1:11:25vollkommen unerwähnt bleiben, dachte ich mir, Mensch, da kann
- 1:11:28ich doch Berlin wunderbar als anders nehmen und eben diese von
- 1:11:33Richard Swarz herausgegebene Reihe Europa erlesen mit dem
- 1:11:38Titel Berlin noch mal allen ans Herz zu legen.
- 1:11:42Legen die vielleicht einen kleinen literarischen Überblick
- 1:11:45über die Jahrzehnte? Und die, sagen wir mal, 150
- 1:11:48Jahre Berlin haben? Wollen sehr schön und das Ganze
- 1:11:51in Trabi Schlamm. Trabi Modefarbe, Hellschlamm,
- 1:11:54Hellschlamm vielleicht ist schon ein bisschen Mittelschlamm mit
- 1:11:59drin, muss ich noch mal gucken, mit einem Hauchsenf dabei sehr,
- 1:12:05sehr, sehr, sehr schöne Reihe und.
- 1:12:09Tumonique also wirklich. Also wir werden noch mal was
- 1:12:12machen müssen, weil wir sind jetzt gerade im Hinterkopf,
- 1:12:14schwirren mir noch mindestens 40 Bücher, Inhalte, dann so was,
- 1:12:20wie du auch sagtest, mit mit Linie 1 natürlich.
- 1:12:23Ich meine aber auch was, was was für Filme und Musicals, ich
- 1:12:27meine gut, also zum Glück ist jetzt ja Kabarett, ist ja ne
- 1:12:30eschewood Buchvorlage, aber. Was diese Stadt.
- 1:12:35Noch an Fabian von Kästner. Natürlich ja.
- 1:12:38Wir gangen vor die Hunde, ja. Ja.
- 1:12:40Also wir werden wieder mit diesem Thema.
- 1:12:43Kommen auf jeden Fall. Aber bevor wir wiederkommen,
- 1:12:50kommen wir vielleicht zum Bett fürs Buch.
- 1:12:53Wir kommen noch. Zum Buch fürs Bett.
- 1:12:58Genau. Wir kommen zu dem von uns so
- 1:13:00liebevoll bezeichneten Kolumbien.
- 1:13:04Das Bett fürs Buch, das Buch fürs Bett.
- 1:13:08Und es ist eigentlich vollkommen egal, was wir sagen, denn ihr
- 1:13:11wisst, worum es geht, buchbett irgendwas so und ich darf mal
- 1:13:17wieder ran, denn ich habe was ganz, ganz, ganz, ganz schwales
- 1:13:20und was ganz, ganz, ganz, ganz lustiges und es ist Literatur,
- 1:13:24und es ist von einem Menschen, von dem wir wissen, dass er in
- 1:13:27Deutschland war, denn er hat auch den ikonischen Text bei
- 1:13:30Reklam erschienen, den ikonischen Text.
- 1:13:33Über diese schreckliche deutsche Sprache, geschrieben als
- 1:13:37Amerikaner. Aber dieser Mann hat auch einige
- 1:13:40Monate in Berlin verbracht und hat darüber einen nicht nur
- 1:13:43diesen schmalen Band. Mark Twain erscheint auch
- 1:13:46übrigens in Europa, erlesene Reihe mit Berlin, da ist auch
- 1:13:49ein kurzer Text von ihm dabei, hier geht es aber um den
- 1:13:52wunderschönen Text, wie man in Berlin eine Wohnung mietet und
- 1:13:55was wäre aktueller als dieser Titel, das ist entstanden wäre.
- 1:14:03Und seines Berlin Aufenthalts. Er war glaube ich für 3 Monate
- 1:14:05hier mit seiner Frau und es war im Winter 1891 1892 und er war
- 1:14:13sehr übermütig und dachte das mache ich doch mal kurz eben
- 1:14:17anstatt wie er in seinem Buch auch selbstkritisch sagt,
- 1:14:20vielleicht einfach mal Leute zu fragen die ihm hätten helfen
- 1:14:23können, denn er landet bei einem Makler der.
- 1:14:29Es sehr versteht, Sachen einfach immer größer und schöner zu
- 1:14:33reden, die augenscheinlich einfach scheiße sind.
- 1:14:37Und Mark Twain sucht also diese Wohnung in einer.
- 1:14:44Wie ihm erzählt wird, hervorragenden Gegend und
- 1:14:47Vornamen Gegend vornehmen, Gegend nahe des Potsdamer
- 1:14:51Platzes und wie macht man in diesen Zeiten vornehme Gegenden
- 1:14:56aus, an der Makler würde sagen, wir müssen gucken, ob hier
- 1:15:00Aristokraten leben, und wenn genug Aristokraten da leben,
- 1:15:02dann ist das natürlich ne Vorname vornehme Gegend.
- 1:15:06Nun ist vom Potsdamer Platz natürlich die gesamte
- 1:15:08Wilhelmstraße und sowas, also regierungs und und und wirklich
- 1:15:11vornehme Gegend nicht weit, aber das heißt ja nichts und es
- 1:15:16kriegt also unser Marc Twain eine Wohnung, ach was, die
- 1:15:21körnerstraße, ich muss noch mal gucken, welche Straße es war,
- 1:15:23aber sie war halt alles andere als vornehm, sondern sehr, sehr
- 1:15:26kleinbürgerlich und unglaublich laut und stinkig und alles
- 1:15:29furchtbar, also nicht so wie Marc Twain es haben wollte,
- 1:15:31sondern so wie wir, die wir in den 90er nach Berlin kommen,
- 1:15:34vielleicht haben wollten, er wollte.
- 1:15:36Heute ist nicht so und was aber dieses Buch tatsächlich so, also
- 1:15:39man muss auch zugeben, nach, ich glaube, anderthalb Monaten in
- 1:15:41dieser Wohnung haben ernst seine Frau aufgegeben und sind in
- 1:15:44irgendein Hotel gezogen, das geben wir uns jetzt nicht
- 1:15:46weiter, diese Berlin experience hier, also Expats in Berlin, die
- 1:15:51alles besser wissen und alles falsch machen.
- 1:15:53Aber es ist das Schöne an ihm und das vereint ihn nicht mit
- 1:15:58den Expats unserer Zeit. Er hat einen riesigen Schuss
- 1:16:01Selbstironie und sieht auch riesige Fehler einfach bei sich
- 1:16:05selbst, die er da gemacht hat und es ist wirklich ein kurzer,
- 1:16:09wunderbarer, kleiner, satirischer Text.
- 1:16:12Ich fand die Entstehungsgeschichte doch recht
- 1:16:14interessant. Er hatte diesen kleinen Text
- 1:16:17eigentlich nur für eine Zeitschrift in den USA
- 1:16:20geschrieben. Die ist dann auch in dieser
- 1:16:21Zeitschrift geblieben und eingeschlummert und nie wieder
- 1:16:24so richtig anscheinend verlegt worden, bis im ein kluger Mensch
- 1:16:32im Bebra Verlag, das ist der Verlag für Berlin, Brandenburg
- 1:16:35also, der wirklich sich auskennt mit genau der Thematik, einen
- 1:16:39Band geschrieben hat über, ich glaube marquaine in Deutschland.
- 1:16:43Und da hat sehr viel geforscht und herausgefunden hat, und der
- 1:16:46ist wieder auf diesen Artikel gestoßen, mit dem, wie man in
- 1:16:49Berlin eine Wohnung mietet und hat, den natürlich auch
- 1:16:53verwurstet für eben dieses Buch über Mark Twain in Deutschland
- 1:16:57und der Bebra Verlag hat sich zum Glück dazu entschieden,
- 1:17:00diesen Text noch mal rauszunehmen und nicht jetzt nur
- 1:17:02in diesem großen Buch, sondern. Als kleines schmales Bändchen
- 1:17:06uns noch mal entgegenzuwerfen zauberhaftes kleines Buch.
- 1:17:10Fürs Bett ja vielleicht auch ein Trostpflaster sein kann, wenn
- 1:17:13man selber gerade in Berlin eine Wohnung sucht und feststellt,
- 1:17:16dass dass auch Mark Train nicht zu seiner Zufriedenheit.
- 1:17:20Gelöst ist ja nicht alle Diollt. Was jetzt noch?
- 1:17:24So zum Glück sind wir beide in einer Wohnung und müssen die
- 1:17:28jetzt auch erst mal in den nächsten Minuten nicht aufgeben,
- 1:17:31sondern wir dürfen uns jetzt in dieser warmen Wohnung, in der
- 1:17:35wir jetzt sind, einem Kuchen hingeben und ich kann nur
- 1:17:39hoffen, dass auch ihr liebe Zuhörer schafft.
- 1:17:41Das dürft, denn uns geht es gut, warum sollte es das euch nicht?
- 1:17:45Alles Gute für euch, den Kuchen eurer Wahl und natürlich immer
- 1:17:50ein ein, ein, ein, ein Buch angenehmer dicke im Buch im
- 1:17:54Bett. Und bis dahin habt ihr es auch
- 1:17:58wieder ausgelesen. Darum sage ich bis in 2 Wochen
- 1:18:02aus Berlin. Bis in 2 Wochen aus Berlin.
- 1:18:11Im Bett mit Buch ist eine Produktion von irgendwas ist
- 1:18:14immer. Konzept und Produktion Götz
- 1:18:17Gring Modalma Redaktion und Hosts Moni, Lukas und Kurt von
- 1:18:22Hammerstein.