Latest / Kopfkino-reframed / Depression ist nicht dein Versagen.
Transcript
- 0:00Speaker 0: Heute sprechen wir über das Thema Depression.
- 0:02Speaker 0: Was hat unsere Gesellschaft damit zu tun?
- 0:04Speaker 0: Das erforschen wir heute ein bisschen!
- 0:20Speaker 0: ein großer Teil meiner Arbeit ist.
- 0:21Speaker 0: Und das unfassbarer ist, es betrifft eigentlich so dermaßen viele Menschen da draußen.
- 0:26Speaker 0: Depression und was hat die Gesellschaft eigentlich damit zu tun?
- 0:30Speaker 0: Vor einigen Tagen saß ich mit meinem Partner zusammen Markus und wir hielten uns über Statistiken Zahlen und Entwicklungen nicht losgelassen.
- 0:39Speaker 0: Im Jahr, im Jahr ist in Deutschland Erwachsenen eine Diagnose rund um das Thema Depression.
- 0:47Speaker 0: Bei Frauen war der Anteil sogar bei ... also höher als bei Männern die bei ungefähr ... Das sind aber nicht nur Zahlen, da sind ja Menschen wie du und ich.
- 0:56Speaker 0: Da sind vielleicht auch einige die gerade hier zuschauen deine Arbeitskollegen Deine Freunde, deine Familie oder auch dein Lebenspartner.
- 1:03Speaker 0: Und heute will ich mit euch ehrlich darüber sprechen warum es gerade in der heutigen So einen starken Anstieg gibt.
- 1:10Speaker 0: Lass mich mal mit einer provokanten These jetzt zu Beginn starten!
- 1:32Speaker 0: Das musst du ja euch mal vorstellen.
- 1:35Speaker 0: Menschen, die sind mehr als zehn Prozent in unserer Gesellschaft und das könnten ja twenty-fünf Prozent der Erwerbstätigen sein!
- 1:42Speaker 0: Wir haben ungefähr vierzig Millionen Menschen die täglich zur Arbeit geben.
- 1:46Speaker 0: Das würde bedeuten dass davon zehn Millionen alleine erkrankt sind und sich vielleicht in die Arbeitsschleppen oder halt krankgeschrieben sind.
- 1:54Speaker 0: Ja?
- 1:55Speaker 0: Das ist eine Verdoppelung in acht Jahren.
- 1:57Speaker 0: Das muss man sich mal vorstellen, eine Verdopplung und nichts passiert.
- 2:01Speaker 0: Auch schöne Grüße an unsere Regierung.
- 2:03Speaker 0: Ich weiß nicht, wie lange die sich da noch verstecken wollen mit ihren Maßnahmen, die in meinen Augen gar nichts bringen und in den Augen derjenige, die was tun?
- 2:12Speaker 0: Ja... Die Schnecke wäre schneller als jede Lame Schildkröte, was die da produzieren!
- 2:17Speaker 0: Aber besonders erschreckend ist natürlich auch noch – und damit halt auch sehr traurig ist– dass die Jüngeren von zehn bis vierundzwanzig einen deutlichen Anstieg verspüren und das schon seit Jahren.
- 2:27Speaker 0: Aber warum gerade...?
- 2:28Speaker 0: die jungen Menschen.
- 2:29Speaker 0: Ein Experte aus den USA, wo ich eine interessante Theorie gefunden habe von Jonathan Haidt hat wirklich etwas Interessantes zu Tage gebracht was auch auf der anderen Seite so banal einfach ist.
- 2:42Speaker 0: ja er spricht von einer vollständigen Umstellung von der spielerischen Kindheit die wir alle hoffentlich hatten und manche Generationen leider schon nicht mehr auf Telefonbasierte Kindheit.
- 2:55Speaker 0: Wenn man das schon hört, finde ich kann man eigentlich schon abschalten ja weil wir kennen das auch alle.
- 2:59Speaker 0: aber wenn man dass man in den Vergleich zieht was da jetzt in den Kinderzimmern wahrscheinlich In großem Maße halt auch passiert ist, eine ganze Generation wächst nicht mehr mit Versteckspielen auf.
- 3:12Speaker 0: Auf Baumhäusern klettern oder echte Freundschaften pflegen unter Mädels und Jungs sondern mit Likes voller an und dem ständigen Vergleichen auf diesen Plattformen ja?
- 3:21Speaker 0: Die Bildschirmzeit der Jugendlichen is im Jahr.
- 3:28Speaker 0: Das sind zwanzig Stunden, sind wir den Irre.
- 3:30Speaker 0: Das nennen andere übrigens.
- 3:32Speaker 0: ich gehe zu meinem Nebenjob und verdienen damit meine Brötchen weil ich das tun muss?
- 3:36Speaker 0: Und was sind dann die Folgen daraus?
- 3:38Speaker 0: Erschöpfung Konzentrationsprobleme ADRS Und sogar ein erhöhtes Risiko für eine depressive Verstimmung sind einfach die großen und klaren Folgen daraus.
- 3:48Speaker 0: Eine repräsentative Umfrage zeigt, dass fast jeder zweite zwischen sechszehnunddreißig Jahren sich einsam fühlt!
- 3:56Speaker 0: Das Paradoxe daran ist wir sind vernetzter denn je das wissen wir ja alle und trotzdem sind wir einsamer als jede Generation vor uns.
- 4:05Speaker 0: echt grotesk wie ich finde.
- 4:07Speaker 0: Eine Studie hat mich besonders schockiert.
- 4:09Speaker 0: Ein Viertel der Probanden mit der stärksten Social Media Nutzung zu dem Studienbeginn, hatten eine zweikommer achtfach höheres Risiko an einer Depression zu erkranken.
- 4:20Speaker 0: Als das Viertel der Probanden mit der niedrigsten Social-Media Nutzungen.
- 4:24Speaker 0: Das ist ja krass was es für einen Einfluss hat.
- 4:26Speaker 0: aber Social media ist natürlich nur ein Baustein in der ganzen gesellschaftlichen Verrücktheit die wir teilweise erleben.
- 4:33Speaker 0: Schauen wir uns einfach mal einen wichtigen Part an nämlich unsere Arbeitswelt.
- 4:37Speaker 0: Zwanzig Prozent der Beschäftigten gaben an dass bei ihnen schon einmal eine Diagnose mit einer Depression erstellt worden ist.
- 4:44Speaker 0: Zwanzig Prozent?
- 4:45Speaker 0: Krass!
- 4:46Speaker 0: Weitere neunzehnt, damit hätten wir neununddreißig Prozent der befragten Arbeitnehmer vermuten dass sie in ihrer Laufzeit schon mal eine Depression hatten die aber nicht ärztlich diagnostiziert worden ist weil sie wahrscheinlich vielleicht auch erst gar nicht zum Arzt gegangen sind.
- 5:02Speaker 0: Weil gewisse Generationsgruppen sehen anders damit einfach umgehen.
- 5:06Speaker 0: das bedeutet es fast vierzig Prozent.
- 5:09Speaker 0: Alle Arbeitnehmer sind oder waren schon mal betroffen.
- 5:13Speaker 0: Vierzig Prozent von vierzig Millionen, das muss man sich mal reinziehen, ne?
- 5:18Speaker 0: Das sind sechzehn Millionen von vierzig Millionen die Arbeiten gehen!
- 5:22Speaker 0: Dann stellt sich natürlich die Frage weil ich finde wir wissen das wahrscheinlich sogar besser als wir denken was sagen denn eigentlich die ganzen Menschen und Arbeitnehmer selbst woran es liegen könnte?
- 5:31Speaker 0: ja Belastung am Arbeitsplatz, ninety-fünf Prozent Konflikte in Job und mit Kollegen Die dauerhafte Erreichbarkeit, das gaben unsere Bürger in Deutschland als wichtige Ursache für Depression selber an.
- 5:46Speaker 0: Hört ihr das eigentlich?
- 5:47Speaker 0: Hör ich das
- 5:48Speaker 0: eigentlich?!
- 5:50Speaker 0: Der Job macht quasi krank wenn wir uns nicht ausgiebig davor schützen!
- 5:55Speaker 0: Wir leben halt in einer Gesellschaft die eine Verfügbarkeit von dir, mir und allen anderen auch erwartet.
- 6:03Speaker 0: Wer kann schon lange warten?
- 6:04Speaker 0: Bei einer WhatsApp ist es vielleicht zwei Stunden bei einer E-Mail ein oder zwei Tage.
- 6:09Speaker 0: Geduld das kennen wir ja gar nicht mehr!
- 6:11Speaker 0: Ihr kennt alle die WhatsApp nach Feierabend, die E-mail am Wochenende, die ständige Erreichbarkeit... Unser Nervensystem ist darauf auf Dauer nicht ausgelegt.
- 6:21Speaker 0: Aber es geht noch tiefer.
- 6:23Speaker 0: Es ist nicht nur die Technik oder der Job Es ist unser ganzes System, worauf ihr echt gut achten sollt.
- 6:30Speaker 0: Je niedriger der sozial-ökonomische Status desto höher das Risiko für Depressionen.
- 6:36Speaker 0: Niedriges Einkommen und finanzielle Belastungen verursachen natürlich Sorgen und dadurch chronischen Stress?
- 6:42Speaker 0: Stress!
- 6:43Speaker 0: ist in der Wissenschaft zu neunzig Prozent der Auslöser von allen Erkrankungen, die wir eigentlich kennen.
- 6:50Speaker 0: Das ist einfach der Ursprung der Veränderung in unserem Geist, in unserem Körper, in unseren biologischen System und auch natürlich in unserem Netzwerk das wir in uns tragen unser zentrales Nervensystem.
- 7:03Speaker 0: Ja, die Ressourcen zur Problembewältigung sind stark eingeschränkt wenn man unter solchen Dingen quasi aufwächst.
- 7:09Speaker 0: Armut macht krank leider besonders in einer westlich orientierten Welt.
- 7:14Speaker 0: Stress macht kranken und unsere Gesellschaft das ist wirklich traurig produziert das ganze auch noch im überfluss.
- 7:22Speaker 0: dazu kommt natürlich auch Das lieblings thema der heutigen zeit finde ich eins der vielen Perfektionismus.
- 7:30Speaker 0: menschen mit hohen Ansprüchen.
- 7:32Speaker 0: An sich selbst setzen sich natürlich auch oft enorm und extremst unter Druck, darunter kann man schnell zerbrechen – ich weiß das genau wovon ich rede!
- 7:41Speaker 0: Und sowas treibt dich schneller in eine Depression oder in eine seelische Verzweiflung als du denkst.
- 7:46Speaker 0: Der ständige Drang nach Perfektionismus kann zu Enttäuschungen und Selbstkritik führen.
- 7:51Speaker 0: die übermaßen in dir Arbeit was depressive Symptome natürlich dann extremst verstärkt.
- 7:56Speaker 0: Instagram zeigt uns die perfekte Haut.
- 7:59Speaker 0: LinkedIn den perfekten Karriereweg.
- 8:02Speaker 0: TikTok, das perfekte Leben!
- 8:04Speaker 0: Aber nichts aber auch gar nicht davon.
- 8:06Speaker 0: ist doch in irgendeiner Art und Weise echt?
- 8:08Speaker 0: vielleicht interessant dass es in Ordnung aber es ist nicht echt.
- 8:11Speaker 0: aber unsere innere Psychologie fängt automatisch an wenn wir uns davon angreifen lassen uns damit zu vergleichen.
- 8:18Speaker 0: Social Media Filter Das echte Leben.
- 8:21Speaker 0: Es filtert einfach alles drüber und präsentiert eine polierte Fassade die nur wenig mit dem echten Leben zu tun haben.
- 8:28Speaker 0: Dass das Frühstück eine Stunde lang vorbereitet wird, damit es in einer Lichtbox fotografiert werden kann und die perfekte Haut nur dank eines Filters so aussieht als dass man das schönste Bild ever hätte ist einfach nur Ende des Bildschirms.
- 8:45Speaker 0: Mehr ist es nicht!
- 8:46Speaker 0: Ja?
- 8:47Speaker 0: Es ist nicht real.
- 8:48Speaker 0: aber wir vergleichen uns automatisch umpsychologisch trotzdem damit und verlieren dabei uns selbst.
- 8:54Speaker 0: was können wir dagegen tun?
- 8:56Speaker 0: jetzt kommen zu dem spannenden Teil.
- 8:58Speaker 0: Obwohl Wissen macht ist, deswegen war der erste Abspann wirklich relevant für euch.
- 9:03Speaker 0: Ihr müsst das einfach... ein bisschen mehr auf eurer Leben reflektieren, wo ihr eure Pain Points habt um dagegen arbeiten zu können.
- 9:12Speaker 0: Jeder sechste Betroffene wurde durch Social Media motiviert sich Hilfe zu suchen.
- 9:17Speaker 0: das finde ich eine sehr tolle Sache.
- 9:19Speaker 0: rede darüber.
- 9:20Speaker 0: Depression ist keine Schwäche.
- 9:22Speaker 0: sie ist eine Reaktion auf kranke Strukturen von denen du dich einfach noch nicht genug geschützt hast.
- 9:28Speaker 0: ja zweitens Grenzen ziehen, Handy aus im Schlafzimmer.
- 9:32Speaker 0: Handy aus am Abend wenn du mit deiner Freundin oder deinem Freund einen entspannten Abend haben möchtest.
- 9:37Speaker 0: Keine E-Mails nach achtzehn Uhr.
- 9:39Speaker 0: Social Media vielleicht bewusst nutzen und auch sehr bewusst weglassen!
- 9:45Speaker 0: Drittens echte Verbindungen.
- 9:48Speaker 0: Jeder vierte Bundesbürger fühlt sich sehr einsam.
- 9:51Speaker 0: Bei Menschen mit Depression berichtet sogar jeder zweite vom Gefühl der Einsamkeit.
- 9:56Speaker 0: aber echte Begegnungen, echte Gespräche Echte Berührungen.
- 10:00Speaker 0: Das ist das, was wirklich heilt und uns allen immer und jederzeit gut tut.
- 10:07Speaker 0: Depression ist nicht euer Versagen!
- 10:10Speaker 0: Sie ist das Signal, dass euer System überreizt ist und es an der Zeit etwas zu ändern.
- 10:16Speaker 0: Nicht nur an euch sondern an den Strukturen um euch herum.
- 10:20Speaker 0: Ihr könnt die Außenwelt nicht ändern aber ihr könnt eure Einstellung und euren Umgang umschäften und drüber nachdenken wie ihr es lösen könnt.
- 10:27Speaker 0: Ihr seid nicht das Problem Merkt euch das.
- 10:30Speaker 0: Ihr seid die Lösung, es steckt alles in euch um euch im Leben so zu bauen wie ihr es euch vorstellt und auch aus schwierigen Situationen und Erkrankungen herauszuarbeiten.
- 10:41Speaker 0: Wenn euch dieses Video gefallen hat dann teilt es doch bitte!
- 10:43Speaker 0: Und falls ihr Selbsthilfe braucht Die Telefonsehsorge ist kostenlos und anonym jederzeit erreichbar unter der Null-Achthundert-Einhundert-Elf-Null-Einhundertelf oder Nullachthundert – Eins eins eins null.
- 10:58Speaker 0: Bis zum nächsten Mal, bleibt euch treu.
- 11:00Speaker 0: Bis bald!